Zweite Chance für Galileo-Satelliten
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Autor: Karl Urban / 29. November 2003, 11:31 Uhr

Fehlstart einer japanischen Rakete

Um 05:43 Uhr (MEZ) wurde heute morgen eine japanische Trägerrakete notgesprengt, die rund zehn Minuten früher vom Weltraumbahnhof Tanegashima abgehoben war.

JAXA
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An Bord waren zwei Spionagesatelliten, die Japan zur Überwachung Nordkoreas einsetzen wollte und zwei bereits im März 2003 gestartete Raumfahrzeuge ergänzen sollten. Die Satelliten mit den Namen H-IIA F6 und IGS #2 sowie die Trägerrakete wurden dabei zerstört. Die erreichte Geschwindigkeit und Höhe reichten nicht aus, um eine Erdumlaufbahn zu erreichen.
 


Früherer erfolgreicher Start einer japanischen H-IIA-Rakete.
Über die genaue Unglücksursache ist noch nichts bekannt. Wie die japanische Raumfahrtagentur JAXA heute vermeldete, hatte sich einer der beiden Feststoff-Booster nicht ordnungsgemäß von der Trägerrakte vom Typ H-IIA getrennt. Danach wurde vom Boden schließlich ein Selbstzerstörungssignal gesendet, da ein erfolgreicher Abschluss des Starts nicht mehr möglich gewesen wäre.
 
Die japanische Raumfahrtagentur vermeldete zudem die Bildung eines Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Unglücksursache unter Leitung von JAXA-Präsident Yamanouchi.
 
Der aktuelle Fehlstart reiht sich nahtlos in eine Folge von Problemen in der japanischen Raumfahrt ein. So kam bereits 1998 die erste Marssonde des Landes Nozomi nicht auf ihre vorgesehene Bahn und konnte schließlich in einem komplizierten Manöver in Richtung des Roten Planeten geschickt werden. Allerdings ist nach mehreren solaren Ausbrüchen innerhalb des letzten Monats eine starke Beschädigung der Sonde sehr wahrscheinlich. Unter Umständen wird Nozomi Mitte Dezember auf den Mars stürzen, da ein Bremsmanöver nicht mehr möglich sein wird (Raumfahrer.net berichtete).
 
Unter ganz ähnlichen Umständen wurde auch der japanische Satellit Midori-II von den starken solaren Partikelströmen getroffen und sogar außer Gefecht gesetzt, so dass JAXA Anfang November den Verlust des Raumfahrzeugs bekannt geben musste.
 
Doch die starken Beschädigungen durch den Sonnensturm sind kein Problem, das nur japanische Sonden und Satelliten betrifft. Auch europäische und amerikanische Raumfahrzeuge haben noch mit den Auswirkungen zu kämpfen.
 
Der aktuelle Fehlstart jedoch dürfte dem Image der Raumfahrt in der japanischen Öffentlichkeit weiter Schaden zufügen, auch wenn vergangene Satelliten-Probleme nicht auf menschliches oder technisches Versagen zurückzuführen sind.
 
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