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Autor: Thomas Weyrauch / 31. Mai 2016, 17:34 Uhr

Navigationssatellit GloNaSS-M 753 gestartet

Vom Startplatz 43/4 des Kosmodroms Plessezk aus brachte eine Sojus-2.1b-Trägerrakete am 29. Mai 2016 einen neuen Satelliten für das russische Globale Navigations-Satelliten-System (Globalnaja Nawigationnaja Sputnikowaja Sistema, GloNaSS) in den Weltraum.

Quelle: NPP KP Kvant, Reschetnjow, Roskosmos, TASS, ZSKB-Progress
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russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernSojus-2.1b-Start am 29. Mai 2016
(Bild: russisches Verteidigungsministerium)
Der Start, anfangs für den 21. Mai 2016 vorgesehen, wurde von den russischen Raketentruppen durchgeführt. Es war im Jahr 2016 der zweite Start mit einem Navigationssatelliten von Plessezk aus, und der dritte Sojus-Start von Russlands Kosmodrom Plessezk. Dabei erreichte der Satellit angeblich die vorgesehene Bahn, die verwendete Fregat-Oberstufe musste vorher jedoch ein Defizit der Sojus-Rakete durch längere Brennzeit ausgleichen.

Die ausschließlich mit Flüssigkeitstriebwerken für den Vortrieb ausgestattete Sojus-Rakete mit der Seriennummer G15000-027 hob um 11:44 Uhr und 35 Sekunden Moskauer Zeit (10:44 Uhr und 35 Sekunden MESZ) ab. Um 11:48 Uhr Moskauer Zeit (10:48 Uhr MESZ) übernahm das Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrum der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO - Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО) German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau die Überwachung des Fluges.

Nach dem planmäßigen Verlassen der Startrampe brachten die Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrennenden, von ZSKB-Progress gebauten Raketenstufen der Sojus die aus Fregat-Oberstufe von NPO Lawotschkin und dem Navigationssatelliten bestehende Orbitaleinheit auf eine Übergangsbahn. Das Aussetzen erfolgte nach einer ungeplant frühzeitigen Abschaltung des RD-0124-Triebwerks der letzten Stufe der Sojus-Rakete. Das Verhalten der Rakete soll jetzt von einer Kommission untersucht werden.

Die Oberstufe hatte nach dem Aussetzen zunächst die Aufgabe, die Übergangsbahn in einen Parkorbit umzuwandeln. Eine Transferbahn mit einem niedrigen Perigäum sowie einem Apogäum in der Höhe des vorgesehenen Arbeitsorbits, mehr als 19.000 Kilometer über der Erde, war von der Orbitaleinheit nach einer zweiten Brennphase der Oberstufe zu erreichen. Ein dritter Triebwerkseinsatz der Oberstufe hatte zuletzt den Einschuss in die Zielbahn zu erledigen.

Der Navigationssatellit wurde schließlich rund dreieinhalb Stunden nach dem Abheben von der Oberstufe um 15:16 Uhr Moskauer Zeit (14:16 Uhr MESZ) abgetrennt und gelangte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums auf die vorgesehene Bahn. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung nennt einen 19.125 x 19.152 km-Orbit mit einer Neigung von 64,8 Grad gegen den Erdäquator.

Telemetriedaten vom Satelliten sprechen dafür, dass der neue Erdtrabant wie vorgesehen funktioniert. Der Hersteller des Satelliten berichtet, dass man mit den Inbetriebnahmeüberprüfungen begonnen habe. In der GloNaSS-Konstellation wird der Satellit möglicherweise die Position 12 in der Ebene 2 beziehen.

Reschetnjow

GloNaSS-M-Satellit - Illustration
(Bild: Reschetnjow)
Der nach dem Start als Kosmos 2.516 bezeichnete Satellit vom Typ GloNaSS-M mit dem Erzeugniscode 14F113 und drei Cäsium-Atomuhren an Bord ist nicht unbedingt der letzte Satellit seiner Baulinie, der in einen Erdorbit gebracht wurde. Im Gegensatz zu neu entwickelten Modellen (GloNaSS-K1, GloNaSS-K2) besitzt das von Reschetnjow Informational Satellite Systems in Schelesnogorsk bei Krasnojarsk in Sibirien gebaute Raumfahrzeug mit einer Startmasse von mindestens 1.415 Kilogramm einen Satellitenbus mit einem großen zentralen druckbeaufschlagten Gerätebehälter. Nach Angaben von Reschetnjow sind in Schelesnogorsk derzeit noch einige auf dem Bus Uragan-M basierende GloNaSS-M-Raumfahrzeuge eingelagert.

Kosmos 2.516 alias GloNaSS 753 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.554 und als COSPAR-Objekt 2016-032A. Die Fregat-M-Oberstufe ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.555 und als COSPAR-Objekt 2016-032B.

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