19.08.2013 / Autor: Daniel Maurat Raumfahrt > Raketen

Epsilion

Sie soll die Tradition der My-Serie mit neuster Technologie weiterführen: die kurz vor dem Erststart befindliche Epsilon wird in den nächsten Jahren, aufbauend auf H-IIA-Technologie, eine Reihe von Forschungssatelliten starten.

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Geschichte

JAXA

Bild vergrößernEine Epsilon auf der Startrampe - Computeranimation
(Bild: JAXA)
Seitdem die JAXA im Jahr 2006 die My V aus Kostengründen ausmusterte, verfügte Japan das erste Mal seit dem ersten eigenen Start eines Satelliten, Osumi, über keinen Träger für kleine Satelliten für Forschung, Technologieerprobung und Erforschung des Sonnensystems. So starteten mit den Raketen der My-Serie etwa die beiden Halley-Sonden Sagikake und Susei, Hayabusa 1 zur Erkundung des Asteroiden Itokawa und weitere Forschungssatelliten. Um wieder über eigene Kapazitäten für diese Nutzlastklasse zu verfügen, begann man im Jahr 2007 mit der Arbeit an einem Nachfolger. Dabei galt die Devise, die neue Rakete mit bereits vorhandenen Triebwerken beziehungsweise Stufen auszurüsten, um so den Entwicklungsaufwand möglichst gering zu halten. So entschied man sich schnell, den teuersten Teil der My-V, ihre Erststufe, zu eliminieren und durch einen billigeren SRB-A-Feststoffbooster der H-IIA/B zu ersetzen. Zwei Stufen wurden dagegen vom Vorgänger unverändert übernommen. Um spezielle Nutzlasten genau auf ihre Umlaufbahn zu bringen, kann die

Technik

JAXA

Bild vergrößernEine Darstellung der einzelnen Stufen der Epsilon.
(Bild: JAXA)
Die Epsilon setzt sich standardmäßig aus drei Stufen zusammen, wobei sie aber auch durch eine vierte ergänzt werden kann:

  • Die erste Stufe der Epsilon, die SRB-A3 von der IHI Corporation, ist im Grunde genommen nichts anderes als ein SRB-A-Feststoffbooster, wie er auch heutzutage bei den Trägerraketen H-IIA und B erfolgreich eingesetzt wird. Die Stufe an sich ist 11.7 m lang, hat einen Durchmesser von 2,5 und wiegt beim Start 75 t. Die Feststoffstufe liefert dabei einen Schub von 2.110 kN bei einer Brenndauer von 112 Sekunden. Als Treibstoff nutzt man BP-206J, eine spezielle Form von HTPB, dem meistgenutzten Festtreibstoff in der Raumfahrt.
  • Die zweite Stufe mit der Bezeichnung M-34c wurde ebenfalls von Nissan gefertigt und ist eine verbesserte Version der My-V-Drittstufe. Das Feststofftriebwerk an sich ist 3,4 m lang, hat einen Durchmesser von 2.2 m und wiegt mit Treibstoff 12,3 t. Das Triebwerk liefert bei einer Brenndauer von 102 Sekunden einen Schub von 371,5 kN. Diese Leistung wird durch den gleichen Festtreibstoff wie in der Erststufe, nämlich BP-206J, erreicht. Die Zweitstufe ist wie die darüber liegenden Stufe von der Nutzlastverkleidung umschlossen, wobei ein Teil der Düse aus dieser heraus sticht.
  • Die dritte Stufe ist wieder eine verbesserte My-V-Stufe mit der Bezeichnung KM-V2B. In der My-V wurde die von IHI gebaute Stufe als Viertstufe eingesetzt. Die KM-V2B ist dabei 2,3 m lang, hat einen Durchmesser von 1,4 m und wiegt mit Treibstoff gefüllt 3,3 t. Das Triebwerk der Stufe liefert dabei einen Schub von knapp 100 kN bei einer Brenndauer von 89 Sekunden. Als Treibstoff wird in dieser Stufe der Festtreibstoff HTPB verwendet.
  • Optional kann die Epsilon durch eine vierte Stufe ergänzt werden. Über die Compact Liquid Propulsion Stage (CLPS) genannte Stufe ist zurzeit (August 2013) noch sehr wenig bekannt. Bekannt ist nur, dass mit ihr vor allem Missionen in den sonnensynchronen Orbit durchgeführt werden sollen, etwa zur Korrektur der Umlaufbahn. Sie wird dabei auch eine ähnliche Aufgabe wie die AVUM bei der Vega erfüllen.


Starts

Derzeit (September 2013) ist gab es insgesamt einen Start, der am 14. September 2013 stattfand. Gestartet wird die Rakete vom Uchinoura Space Center in der Präfektur Kagoshima an der Südspitze der Insel Kyushu, wobei man die Infrastruktur der My-V benutzten wird. So ist der Startkomplex der Epsilon früher bereits für den Start ihres erfolgreichen Vorgängers genutzt worden.
Bei ihrem Jungfernflug wurde die Rakete das UV-Teleskop SPRINT-A in den Weltraum befördern. Mit ihm soll die Beobachtung der Planeten Venus, Mars und Jupiter im ultravioletten Spektrum des Lichts ermöglicht werden, da diese Wellenlängen von der Erdatmosphäre, vor allem durch die Ozonschicht, absorbiert werden und somit ein UV-Teleskop nur im luftleeren Weltraum eingesetzt werden kann. In Zukunft sind weitere Starts mit diesem Träger geplant, wobei vor allem die Tradition des My-Programms weitergeführt wird, indem kleinere Forschungs- und Technologiesatelliten in den Weltraum gebracht werden.
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