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	<title>2/P Encke &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>2/P Encke &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Weitere Kometenbilder vom Merkurorbiter Messenger</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/weitere-kometenbilder-vom-merkurorbiter-messenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2013 20:48:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Raumsonde Messenger hat in den letzten Tagen diverse Bilder und Messdaten von den beiden Kometen Encke und ISON gewonnen, welche derzeit noch ausgewertet werden. Erste damit verbundene Aufnahmen wurden vor wenigen Stunden veröffentlicht. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JHU/APL. Derzeit bewegen sich zwei Kometen, der langperiodische Komet C/2012 S1 (ISON) und der kurzperiodische [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Raumsonde Messenger hat in den letzten Tagen diverse Bilder und Messdaten von den beiden Kometen Encke und ISON gewonnen, welche derzeit noch ausgewertet werden. Erste damit verbundene Aufnahmen wurden vor wenigen Stunden veröffentlicht.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: JHU/APL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_small_1.jpg" alt="NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Komet Encke, aufgenommen am 17. November 2013 von dem Merkurorbiter Messenger. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p>Derzeit bewegen sich zwei Kometen, der langperiodische Komet C/2012 S1 (ISON) und der kurzperiodische Komet 2/P Encke, durch das innere Sonnensystem und befinden sich dabei gegenwärtig nicht nur in einer sehr geringen Entfernung zur Sonne, sondern auch zu dem innersten Planeten unseres Sonnensystems &#8211; dem Planeten Merkur. Neben verschiedenen erdgebundenen Teleskopen und mehreren Satelliten und Raumsonden wird dabei auch der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Merkurorbiter <i>Messenger</i> dazu eingesetzt, um diese beiden Kometen näher zu untersuchen (<a href="https://www.raumfahrer.net/messenger-beobachtet-die-kometen-encke-und-ison/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Erst vor wenigen Stunden wurden neue Aufnahmen dieser Beobachtungskampagnen veröffentlicht. </p>



<p>Das nebenstehende Foto wurde am 17. November 2013 um 23:56 MEZ aufgenommen und zeigt den Kometen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Enckescher_Komet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">2/P Encke</a>. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich dieser kurzperiodische Komet bei einer Distanz von 52,6 Millionen Kilometern zur Sonne in einer Entfernung von lediglich rund 3,7 Millionen Kilometern zum Merkur. Die Aufnahme verfügt über ein Gesichtsfeld von 7 x 4,7 Grad. Der Schweif des Kometen zeigte zum Aufnahmezeitpunkt in die Richtung der Raumsonde und erstreckte sich über eine Länge von mehreren Grad in die von der Sonne abgewandte Richtung. </p>



<p>Diese Aufnahme wurde mit der Weitwinkelkamera (kurz &#8222;WAC&#8220;), einer der beiden Komponenten des Mercury Dual Imaging System (kurz &#8222;MDIS&#8220;), angefertigt. An diesem Tag wurden alle 12 Filter des MDIS-Experiments eingesetzt, um den Kometen abzubilden. Neben der WAC-Kamera kam dabei auch die hochauflösende NAC-Kamera zum Einsatz, welche den Kometen Encke etwa alle 10 Minuten abbildete. Das Ziel dieser Aufnahmen bestand in der Erstellung eines 360-Grad-Panoramas des Kometenkerns und der diesen Kern umgebenden Koma. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_small_2.jpg" alt="NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Komet ISON, ebenfalls durch den Merkurorbiter Messenger aufgenommen am 20. November 2013. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p>Die zweite Aufnahme, angefertigt am 20. November 2013 um 02:54 MEZ, zeigt dagegen den Kometen <a href="https://www.raumfahrer.net/komet-ison-aufloesung-oder-jahrhundertkomet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">C/2012 S1 (ISON)</a>. Dieser Komet befand sich zum Aufnahmezeitpunkt in einer Entfernung von 67,8 Millionen Kilometern zur Sonne und war mit 36,2 Millionen Kilometern deutlich weiter vom Merkur entfernt als rund zwei Tage zuvor der Komet Encke. Auch diese Aufnahme verfügt über ein Gesichtsfeld von 7 x 4,7 Grad. </p>



<p>Trotz der größeren Entfernung und der scheinbar geringeren Länge des Schweifes sind auch in dieser Aufnahme einige feine Strukturen erkennbar, deren Auswertung den Kometenforschern dabei behilflich sein wird, die Geheimnisse dieses aus den äußeren Regionen unseres Sonnensystems stammenden &#8222;Besuchers&#8220; zu enträtseln. Auch bei der Untersuchung von ISON kam neben der WAC die NAC-Kamera zum Einsatz, welche diesmal allerdings lediglich etwa alle 30 Minuten eine Aufnahme anfertigte. </p>



<p>Neben dem MDIS-Kamerasystem wurden zur Untersuchung dieser beiden Kometen zwei weitere der insgesamt <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/MESSENGER#Instrumente" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> der Raumsonde &#8211; das &#8222;Mercury Atmospheric and Surface Composition Spectrometer&#8220; (kurz &#8222;MASCS&#8220;) und das &#8222;X-Ray Spectrometer&#8220; (&#8222;XRS&#8220;) &#8211; eingesetzt. Gegenwärtig sind die beteiligten Wissenschaftler damit beschäftigt, die gewonnenen Daten auszuwerten. Erste Analysen der durch das MASCS gewonnenen Daten zeigen, dass dabei der Nachweis verschiedener Moleküle und Atome wie zum Beispiel von Hydroxiden, Ammoniumverbindungen, Sauerstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Wasserstoff gelang. Durch die Daten des XRS erhoffen sich die beteiligten Forscher zudem den Nachweis von Silizium, Magnesium und Aluminium. Allerdings wurden die damit verbundenen Messungen durch verschiedene Strahlungsausbrüche auf der Sonne kompliziert. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25112013214846_small_3.jpg" alt="NASA, UCLA, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Carnegie Institution of Washington" width="260"/></a><figcaption>
Die eigentliche Aufgabe der Raumsonde Messenger besteht in der Untersuchung der Oberfläche des Merkur und der Interaktion von dessen Exosphäre mit der Sonne. Als Beispiel: In den Polarregionen des Merkurs werden Teilbereiche der Oberfläche nie vom Sonnenlicht erreicht. Hier kann sich Wassereis dauerhaft ablagern. 
<br>
(Bild: NASA, UCLA, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Carnegie Institution of Washington)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Das von der NASA betriebene Weltraum-Röntgenteleskop <i>Chandra</i> hat die Kometen ISON und Encke bereits in der Vergangenheit beobachtet und dabei von diesen Objekten ausgehende Röntgenemissionen detektiert. Wir waren in der Lage, diese Beobachtungen zu einem Zeitpunkt zu wiederholen, an dem sich beide Kometen noch näher an der Sonne befanden und zu dem die Emissionen dementsprechend intensiver ausfallen sollten&#8220;, so Ron Vervack vom Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University (JHU) in Laurel, Maryland/USA, der für die Beobachtungskampagnen dieser beiden Kometen durch die Raumsonde <i>Messenger</i> verantwortlich ist. </p>



<p>Leider ereigneten sich zum Zeitpunkt der XRS-Messungen auf der Sonne mehrere intensive Strahlungsausbrüche, welche eventuell zu einer Verfälschung der durch das XRS gewonnenen Daten führten. &#8222;Wir haben keinen Einfluss auf die Sonnenaktivität, aber wir werden unsere gewonnenen Daten sorgfältig darauf hin überprüfen, ob sich darin trotz der störenden Einflüsse auswertbare Informationen finden lassen.&#8220; </p>



<p>Die Beobachtung des Kometen C/2012 S1 (ISON) wird bereits am 26. November eingestellt, das sich ISON ab diesem Tag von <i>Messenger</i> aus gesehen zu dicht an Sonne befindet und weitere Messungen, welche dann mehr oder weniger direkt in die Richtung der Sonne zielen würden, ein zu hohes Risiko für die Instrumente bedeuten. Die Beobachtungskampagne des Kometen 2/P Encke soll dagegen noch bis Anfang Dezember fortgesetzt werden. </p>



<p>Die Raumsonde <i>Messenger</i> trat am 18. März 2011 nach einem fast sieben Jahre dauernden Flug durch das innere Sonnensystem in eine Umlaufbahn um den Merkur ein und untersuchte diesen innersten Planeten unseres Sonnensystems in den folgenden Monaten eingehend mit den an Bord der Raumsonde befindlichen Instrumenten. Aufgrund des guten technischen Zustandes der Raumsonde und der hohen wissenschaftlichen Ausbeute wurde die ursprünglich auf 12 Monate ausgelegte Orbit-Mission von <i>Messenger</i> schließlich um ein weiteres Jahr verlängert. </p>



<p>Nach dem Ende dieser am 17. März 2013 abgelaufenen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/messenger-beendet-die-erste-missionsverlaengerung/" target="_blank" data-wpel-link="internal">ersten Missionsverlängerung</a> hat sich die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA mittlerweile für den Weiterbetrieb der Mission entschieden. Bisher hat <i>Messenger</i> mehr als 150.000 Aufnahmen der Merkuroberfläche angefertigt und an sein Kontrollzentrum übermittelt. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll die Erkundung des Merkur bis zum März 2015 fortgesetzt werden. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11585.45" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">C/2012 S1 (ISON)</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=782.75" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Merkur</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4199.330" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Messenger-Mission</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Messenger beobachtet die Kometen Encke und ISON</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/messenger-beobachtet-die-kometen-encke-und-ison/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Nov 2013 12:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Merkurorbiter Messenger hat in der letzten Woche die beiden Kometen Encke und ISON abgebildet. Beide Kometen werden sich dem innersten Planeten unseres Sonnensystems in den nächsten Tagen bis auf wenige Millionen Kilometer nähern und sollen bei dieser Gelegenheit von Messenger noch ausführlicher untersucht werden. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JHU/APL, NASA Science. Der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Merkurorbiter Messenger hat in der letzten Woche die beiden Kometen Encke und ISON abgebildet. Beide Kometen werden sich dem innersten Planeten unseres Sonnensystems in den nächsten Tagen bis auf wenige Millionen Kilometer nähern und sollen bei dieser Gelegenheit von Messenger noch ausführlicher untersucht werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JHU/APL, NASA Science.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_small_1.jpg" alt="NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute" width="550" height="275"/></a><figcaption>
Die Kometen Encke und ISON, abgebildet durch die Raumsonde Messenger. Die Helligkeit der beiden Kometen nahm dabei von Tag zu Tag deutlich erkennbar zu. Encke befand sich während der Beobachtungen etwa 0,5 Astronomische Einheiten (kurz &#8222;AE&#8220;) von der Sonne und 0,2 AE von Merkur entfernt. Die Entfernung von ISON zur Sonne betrug 0,75 AE und 0,5 AE zum Merkur. Mit den grünen Kreisen sind die Positionen verschiedener heller Hintergrundsterne markiert. 
<br>
(Bild: NASA, JHU/APL, Carnegie Institution of Washington, Southwest Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p>Der am 21. September 2012 von den beiden Amateurastronomen Witali Njewski und Artjom Nowitschonok mit einem der zehn Teleskope des International Scientific Optical Network entdeckte Komet C/2012 S1 (ISON) nähert sich auf seiner Bahn durch das innere Sonnensystem derzeit immer weiter der Sonne. Dabei wird er nicht nur von der weltweiten Community der Amateurastronomen sondern auch von professionellen Wissenschaftlern regelmäßig beobachtet, welche hierzu diverse erdgestützte Teleskope und verschiedene Raumsonden einsetzen (<a href="https://www.raumfahrer.net/der-komet-ison-naehert-sich-der-sonne/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p>Vor wenigen Tagen gelang es dabei auch erstmals, diesen Kometen mit dem Mercury Dual Imaging System (kurz &#8222;MDIS&#8220;) abzubilden, welches sich an Bord des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Merkurorbiters <i>Messenger</i> befindet. Die entsprechenden Aufnahmen wurden zwischen dem 9. und dem 11. November angefertigt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_small_2.jpg" alt="NASA, GSFC" width="260"/></a><figcaption>
Am 20. April 2007 konnte die für die Sonnenbeobachtung eingesetzte Raumsonde STEREO-A beobachten, wie ein Sonnensturm den Kometen Encke traf und dabei dessen Staubschweif wegriss. 
<br>
(Bild: NASA, GSFC)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Wir sind begeistert, dass es uns gelungen ist ISON abzubilden&#8220;, so Ron Vervack vom Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University (JHU) in Laurel, Maryland/USA, der für die Beobachtungskampagne des Kometen durch die Raumsonde <i>Messenger</i> verantwortlich ist. &#8222;Die Helligkeitsentwicklung des Kometen verlief in der letzten Zeit unterhalb der zuvor erstellten Prognosen und so waren wir darauf gespannt, ob wir etwas erkennen würden.&#8220; Die erfolgreiche Abbildung des Kometen ISON wird von den beteiligten Wissenschaftlern als ein gutes Vorzeichen für weitere Beobachtungskampagnen angesehen, welche neben C/2012 S1 (ISON) auch einen weiteren Kometen zum Ziel haben werden, der sich gerade in Sonnennähe bewegt. </p>



<p><strong>Der Komet Encke</strong> <br>Unmittelbar vor der ISON-Kampagne konnte das MDIS zwischen dem 6. und dem 8. November den Kometen <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Enckescher_Komet" target="_blank" data-wpel-link="external">2/P Encke</a> abbilden. Im Gegensatz zu dem erst vor 14 Monaten entdeckten Kometen ISON ist der Komet Encke den Astronomen schon seit längerer Zeit bekannt. Obwohl er bereits am 17. Januar 1786 erstmals beobachtet wurde, stellte sich erst im Jahr 1819 heraus, dass es sich bei diesem Objekt um einen sogenannten <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Komet#Charakterisierung" target="_blank" data-wpel-link="external">kurzperiodischen Kometen</a> handelt, dessen Umlaufbahn im Bereich des inneren Sonnensystems verläuft. </p>



<p>Mit einer Umlaufzeit um die Sonne von lediglich 3,3 Jahren verfügt der Enckesche Komet über die kürzeste Umlaufzeit aller bekannten periodischen Kometen innerhalb unseres Sonnensystems. Am 21. November 2013 wird dieser Komet auf seiner Bahn das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Perihel</a>, den Punkt der dichtesten Annäherung an die Sonne, durchlaufen. Hierbei handelt es sich um den mittlerweile 62. Periheldurchgang dieses Kometen, welcher seit seiner Einstufung als kurzperiodischer Komet zu beobachten ist. </p>



<p><strong>Bessere Daten in der nächsten Woche</strong> <br>&#8222;Encke befindet sich bereits seit längerer Zeit auf unserem &#8218;Radar&#8216;, da wir festgestellt haben, dass der Komet Mitte November die Bahn des Merkur kreuzen wird&#8220;, so Ron Vervack. &#8222;Der Komet wird die Bahn dabei aber nicht nur kreuzen, sondern sich dem Merkur auch sehr dicht annähern.&#8220; </p>



<p>Am 18. November wird die Entfernung zwischen Merkur &#8211; und somit auch <i>Messenger</i> &#8211; und 2/P Encke lediglich 3,7 Millionen Kilometer betragen. Lediglich einen Tag später wird auch der Komet C/2012 S1 (ISON) den Merkur in einer Entfernung von dann 36,2 Millionen Kilometern passieren. Zum gleichen Zeitpunkt wird dessen Entfernung zur Sonne nur noch 71 Millionen Kilometer betragen. </p>



<p>Auf den in der vergangenen Woche angefertigten MDIS-Aufnahmen erscheinen beide Kometen lediglich als kleine, &#8222;verwaschene&#8220; Flecken. Bei zukünftigen Aufnahmen sollte sich dies jedoch deutlich erkennbar ändern. Die beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Komet Encke &#8211; vom Merkur aus gesehen &#8211; in der nächsten Woche um einen Faktor von etwa 200 heller erscheinen wird als noch vor zehn Tagen. Im Fall von ISON sollte die Helligkeitszunahme dagegen bei einem Faktor von immer noch 15 liegen. Aus diesem Grund bestehen hohe Erwartungen bezüglich besserer Fotoaufnahmen und aussagekräftigerer Daten, welche durch den Merkurorbiter <i>Messenger</i> gesammelt werden sollen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_small_3.jpg" alt="Thüringer Landessternwarte Tautenburg, Dr. Bringfried Stecklum" width="260"/></a><figcaption>
Der Komet ISON am Morgen des 29. September 2013, aufgenommen von Dr. Bringfried Stecklum am Alfred-Jensch-Teleskop der Landessternwarte Thüringen in Tautenburg bei Jena. Das Bild zeigt die aus Staub bestehende Koma, welche den Kometenkern umgibt, und den Staubschweif. Der Kometenkern selbst ist nicht sichtbar, da er von dem freigesetzten Staub überstrahlt wird. Das Bild ist eine Überlagerung aus zehn Einzelaufnahmen. Da sich der Komet während der Aufnahmen weiterbewegt hat, erscheinen die Hintergrundsterne als langgezogene Striche (hier in blauer Farbe). 
<br>
(Bild: Thüringer Landessternwarte Tautenburg, Dr. Bringfried Stecklum)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Wir werden den Kometen Encke nur einen Tag vor seiner größten Annäherung an die Sonne beobachten&#8220;, so Ron Vervack. &#8222;Somit werden wir ihn zu einem Zeitpunkt beobachten, wo er bereits eine hohe Aktivität entwickelt hat.&#8220; Insgesamt soll 2/P Encke dabei über einen Zeitraum von 15 Stunden in das Zentrum der wissenschaftlichen Beobachtungen rücken. Die Beobachtungskampagne des Kometen C/2012 S1 (ISON) wird dagegen insgesamt 25 Stunden andauern. Der Beginn dieser erneuten Kometenbeobachtungen ist für den heutigen Tag angesetzt. </p>



<p>Hierzu sollen drei der insgesamt <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/MESSENGER#Instrumente" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> der Raumsonde &#8211; neben dem MDIS handelt es sich dabei um das &#8222;Mercury Atmospheric and Surface Composition Spectrometer&#8220; (kurz &#8222;MASCS&#8220;) und das &#8222;X-Ray Spectrometer&#8220; (&#8222;XRS&#8220;) &#8211; eingesetzt werden. Alle drei Instrumente sollen während der dichtesten Annäherung der beiden Kometen so viele Daten wie nur irgend möglich und zugleich vertretbar sammeln. </p>



<p><strong>Messenger in Sonnennähe</strong> <br>Unter allen Planeten unseres Sonnensystems besitzt der Merkur die Umlaufbahn mit der größten numerischen <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exzentrizit%C3%A4t_(Astronomie)" target="_blank" data-wpel-link="external">Exzentizität</a> &#8211; der Abweichung von einer idealen Kreisbahn. Während eines Umlaufs um die Sonne schwankt die Entfernung des Merkur zu dem Zentralgestirn unseres Sonnensystems zwischen 0,307 und 0,467 <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit" target="_blank" data-wpel-link="external">Astronomischen Einheiten</a>. Dadurch bedingt empfängt der Merkur während eines Umlaufs um die Sonne deutlich variierende Mengen an der von der Sonne ausgehenden Strahlung, was sich auch in den Temperaturen bemerkbar macht, welche dabei auf dem Merkur und in dessen unmittelbaren Umgebung herrschen. </p>



<p>Derzeit befindet sich der Merkur in der Nähe des sonnennächsten Punktes seiner Umlaufbahn. Sowohl Merkur als auch <i>Messenger</i> sind deshalb in diesen Wochen erhöhten thermalen Belastungen ausgesetzt. Die Phasen der dichtesten Annäherungen der beiden Kometen ereignen sich somit zu einer Zeit, welche auch als &#8222;Hot Season&#8220; bezeichnet wird. Um zu verhindern, dass die empfindliche Elektronik der Raumsonde dabei überhitzt wird müssen gegenwärtig Teile eines jeden Orbits von <i>Messenger</i> um den Merkur in einem &#8218;thermally safe mode&#8216; absolviert werden. Während dieses speziellen Modus ist die Sammlung von Daten durch die Instrumente der Raumsonde stark limitiert beziehungsweise zu bestimmten Zeitpunkten von vornherein nicht vorgesehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16112013133825_small_4.jpg" alt="Adam Block, Mount Lemmon SkyCenter, University of Arizona" width="260"/></a><figcaption>
Der Komet ISON, aufgenommen am 8. Oktober 2013 mit dem 80-Zentimeter-Teleskop des Mount Lemmon Observatoriums in Arizona/USA. 
<br>
(Bild: Adam Block, Mount Lemmon SkyCenter, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p>Außerdem dürfen die geplanten Beobachtungen das eigentliche wissenschaftliche Ziel der <i>Messenger</i>-Mission, nämlich die Beobachtung und Untersuchung des Planeten Merkur, nicht beeinträchtigen. &#8222;Wir dürfen den Datenspeicher der Raumsonde nicht mit zu vielen Kometen-Daten füllen, da dies die primären Aufgaben der Mission, nämlich die Beobachtung des Merkur, beeinträchtigen würde&#8220;, so Ron Vervack. Nach der Zwischenspeicherung der Daten im Computersystem der Raumsonde müssen diese Daten also schnellstmöglich zur Erde übermittelt werden, wobei allerdings auch die derzeitige Auslastung des für die Kommunikation mit der Raumsonde benötigten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> der NASA berücksichtigt werden muss. </p>



<p>Das <i>Messenger</i>-Team ist jedoch zuversichtlich, dass die geplanten Beobachtungen wertvolle Erkenntnisse über diese beiden Kometen liefern werden. Erste Aufnahmen von Encke und ISON sollen der Öffentlichkeit bereits wenige Tage nach deren Merkur-Passagen präsentiert werden. &#8222;Ich kann nichts garantieren, aber ich bin auf diese Aufnahmen wirklich sehr gespannt&#8220;, so Ron Vervack.  <br><strong>Messenger-Mission bis 2015 verlängert</strong> <br>Die Raumsonde <i>Messenger</i> trat am 18. März 2011 nach einem fast sieben Jahre dauernden Flug durch das innere Sonnensystem in eine Umlaufbahn um den Merkur ein und untersuchte diesen innersten Planeten unseres Sonnensystems in den folgenden Monaten mit den sieben an Bord der Raumsonde befindlichen wissenschaftlichen Instrumenten eingehend. Aufgrund des guten technischen Zustandes der Raumsonde und der hohen wissenschaftlichen Ausbeute wurde die ursprünglich auf 12 Monate ausgelegte <i>Messenger</i>-Mission schließlich um ein weiteres Jahr verlängert. Nach dem Ende dieser am 17. März 2013 abgelaufenen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/messenger-beendet-die-erste-missionsverlaengerung/" target="_blank" data-wpel-link="internal">ersten Missionsverlängerung</a> hat sich die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA mittlerweile für den Weiterbetrieb der Mission entschieden. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll die Erkundung des Merkur demzufolge bis zum März 2015 fortgesetzt werden. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11585.45" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">C/2012 S1 (ISON)</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=782.75" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Merkur</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4199.330" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Messenger-Mission</a></li></ul>
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		<title>Reise zum Herz der Kometen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/reise-zum-herz-der-kometen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[2/P Encke]]></category>
		<category><![CDATA[73P/Schwassmann-Wachmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Herz eines Kometen ist der Kern: Ein kleines, unförmiges Stück aus Eis und Stein, meist nur wenige Kilometer im Durchmesser. Wenn sich ein Komet der Sonne nähert, heizt sich die Oberfläche des Kerns auf, Eis verdampft und die austretenden Gase und Staub bilden den Schweif&#8230;&#8220; (NASA, CONTOUR Projekt-Homepage) Autor: Karl Urban. Der Missionstypus der [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das Herz eines Kometen ist der Kern: Ein kleines, unförmiges Stück aus Eis und Stein, meist nur wenige Kilometer im Durchmesser. Wenn sich ein Komet der Sonne nähert, heizt sich die Oberfläche des Kerns auf, Eis verdampft und die austretenden Gase und Staub bilden den Schweif&#8230;&#8220; (<em>NASA, <em>CONTOUR</em> Projekt-Homepage</em>)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban</a>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/contour_02.jpg" alt="" width="477" height="435"/><figcaption>Die Raumsonde <em>Contour</em>.<br>(Grafik: NASA)</figcaption></figure></div>



<p>Der Missionstypus der neuen NASA-Sonde <em>CONTOUR</em> (&#8222;<strong>Co</strong>met <strong>N</strong>ucleus <strong>Tour</strong>&#8222;) wurde bereits zweimal zuvor durchgeführt: Der Besuch eines Kometen. Sowohl die ESA-Sonde <em>Giotto</em> als auch die innovative NASA-Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/deep-space-1-das-ende-einer-erfolgreichen-odyssee/" data-wpel-link="internal">Deep Space 1</a> näherten sich bereits den &#8222;großen schmutzigen Schneebällen&#8220;, die wunderschöne Schweife entwickeln, wenn sie sich der Sonne nähern.<br><em>CONTOUR</em> wird sogar zwei Kometen innerhalb weniger Jahre anfliegen. Sie soll bessere Bilder als ihre Vorgänger schießen, Staub einsammeln und analysieren und zudem viele offene Fragen beantworten. <em>CONTOUR</em> startet voraussichtlich am 3. Juli 2002 ins All.<br> <br><strong>Die Mission</strong><br>Von allen größeren Objekten im Sonnensystem sind die Kometen am zahlreichsten. Ihre Zahl wird auf über eine Billion geschätzt. Sie spielen in der Geschichte unseres Sonnensystems und auch unseres Planeten eine wichtige Rolle. Teile der Grundbausteine des Wassers der Ozeane kamen höchstwahrscheinlich mit Kometen auf die Erde, die mit dieser in ihren jungen Jahren kollidierten. Zudem gibt es auch Spekulationen, wonach sogar die Bausteine des Lebens, langkettige organische Moleküle, mit Kometen auf die Erde gelangten. Somit gibt es vielfältigste Forschungsgebiete bei einem Kometen-Besuch einer Raumsonde. Die beiden anvisierten Ziele für <em>CONTOUR</em> sind die Kometen <em>Encke</em> und <em>Schwassmann-Wachmann 3</em>. Der erste zu besuchende, <em>Encke</em>, besitzt die kürzeste Umlaufzeit aller bekannten Kometen. Er umläuft die Sonne in nur 3,2 Jahren. Er wird seit 1786 bei jeder Erscheinung beobachtet. Ende 2003 soll die Sonde bei <em>Encke</em> eintreffen.<br> <br>Das zweite Ziel von <em>CONTOUR</em>, der Komet <em>Schwassmann-Wachmann 3</em>, hat noch nicht so viel Eis verloren wie <em>Encke</em>, da er sich der Sonne weitaus seltener nähert. Im Jahr 1996 entdeckten Astronomen große Splitter des Kerns, die sich gelöst hatten. Somit hoffen die <em>CONTOUR</em>-Forscher beim Eintreffen der Sonde im Juni 2006 möglicherweise Gebiete mit Elementen aus dem Untergrund des Kometenkerns vorzufinden.<br> <br>Besonders interessant am <em>CONTOUR</em>-Missionskonzept ist die Flexibilität: Erscheint in Reichweite der Sonde im Laufe ihrer Mission ein unbekannter Komet, wie <em>Hale-Bopp</em> 1997, so ist es möglich <em>CONTOUR</em> auch darauf auszurichten. Die Sonde nutzt nach ihrem Start das Erdschwerefeld mehrmals, um genug &#8222;Schwung&#8220; für ihren Flug zu den Kometen zu erhalten.<br> <br><strong>Die Instrumente</strong><br>• Der <em>Neutral Gas and Ion Mass Spectrometer (NGIMS)</em> wird den Anteil von vielen neutralen und ionisierten Gasen im Schweif des Kometen während des Vorbeiflugs messen. Dies soll gemeinsam mit den Ergebnissen des Gas-Experiments zum Verständnis der Zusammensetzung des Kometenkerns beitragen. Zudem möchte man darin auch Unterschiede der beobachteten Kometentypen finden.<br>• Der <em>CONTOUR Remote Imaging Spectrograph (CRISP)</em> wird beim dichtesten Vorbeiflug der Sonde am jeweiligen Kometen hochaufgelöste Bilder machen und eine infrarote Spektralkarte erstellen.<br>• Der <em>CONTOUR Dust Analyzer (CIDA)</em> soll den Staub des Schweifs der Kometen analysieren.<br>• <em>CFI</em> steht für <em>CONTOUR Foward Imager</em> und wurde für Aufnahmen bis zum ultravioletten Spektralbereich konstruiert. Das Instrument soll arbeiten, wenn sich <em>CONTOUR</em> dem Kometen bis auf 2.000 Kilometer genähert hat. <em>CFI</em> wird den Kometen kurz vor dem Eintreffen anvisieren und beim Vorbeiflug Bilder vom Kern, jeglichen Gas- und Staub-Jets und dem inneren Schweif machen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/contour_03.jpg" alt="" width="341" height="302"/><figcaption>Die europäische Kometensonde <em>Rosetta</em>.<br>(Grafik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Die ESA zieht nach</strong><br>Nach der erfolgreichen Kometen-Mission <em>Giotto</em> der europäischen Raumfahrtbehörde ESA soll im Januar 2003 ein weiteres Raumfahrzeug wiederum einen Kometen besuchen. Die Sonde <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Rosetta" target="_blank" data-wpel-link="external">Rosetta</a> wird dann Kurs auf den Kometen <em>Wirtanen</em> nehmen und dort neben vielfältigen Analysen auch einen Lander absetzen, der auf der Oberfläche von <em>Wirtanen</em> landen soll. Zum Start von <em>CONTOUR</em> wünscht auch die ESA der NASA gutes Gelingen ihrer Mission.<br> <br><strong>Fazit</strong><br>Neben den vielen Vorteilen und Perspektiven, die die Mission von <em>CONTOUR</em> bietet, ist sie doch auch mit Risiken behaftet. Das Missionskonzept wurde unter dem Grundsatz entwickelt, es dürfe das Budget von nur 150 Mio. US-Dollar nicht überschreiten. Bei allen Entlastungen, die diese Einschränkung dem NASA-Etat bringen dürfte, erhöhen die geringen Mittel für die Mission doch auch das Risiko eines Totalverlustes. Noch nicht lange zurück liegt der bis heute nicht geklärte Verlust des <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://science.nasa.gov/mission/mars-climate-orbiter/" target="_blank" data-wpel-link="external">Mars Climate Orbiter</a> 1999 oder auch des <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://science.nasa.gov/mission/mars-observer/" target="_blank" data-wpel-link="external">Mars Observer</a> 1993. In der Geschichte der Raumfahrt hat sich schon viel zu oft gezeigt, dass die Einsparung von Mitteln oft zu großen und sehr teuren Pannen geführt hat. Neben der <em>Challenger</em>-Katastrophe 1986 war auch der Jungfernflug der <em>Ariane 5</em> nur durch ungünstige Einsparungen gescheitert.<br><br>Es bleibt zu hoffen, dass die Kalkulationen der NASA betreffend der Sonde <em>CONTOUR</em> trotz aller Befürchtungen und eines geringen Budgets aufgehen.<br> <br> <br><em>Nachtrag: Während einer Zündung des </em>CONTOUR<em>-Triebwerks am 15. August 2002, durch die die Raumsonde den Erdorbit verlassen sollte, ist </em>CONTOUR<em> aus bisher nicht geklärten Gründen auseinandergebrochen. Alle nachfolgenden Versuche, noch einmal Kontakt zur Raumsonde aufzunehmen, sind fehlgeschlagen. Nach einem letzten derartigen Versuch im Dezember 2002 wurde die Mission endgültig für gescheitert erklärt.</em><br> </p>



<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-hieroglyphen-des-planetensystems/" data-wpel-link="internal">Rosetta: Hieroglyphen des Planetensystems</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/philae/" data-wpel-link="internal">Philae, der erste Kometenlander</a></li></ul>
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