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	<title>Akkretion &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Akkretion &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>ESO: Erstmals Scheibe um Stern in einer anderen Galaxie entdeckt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 05:44:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronominnen und Astronomen haben eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Sie haben eine Scheibe um einen jungen Stern in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie von uns, beobachtet. Zum ersten Mal wurde eine solche Scheibe außerhalb unserer Galaxie gefunden, die mit denjenigen identisch ist, die in unserer eigenen Milchstraße Planeten bilden. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronominnen und Astronomen haben eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Sie haben eine Scheibe um einen jungen Stern in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie von uns, beobachtet. Zum ersten Mal wurde eine solche Scheibe außerhalb unserer Galaxie gefunden, die mit denjenigen identisch ist, die in unserer eigenen Milchstraße Planeten bilden. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: ESON 29. November 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2318a2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese künstlerische Darstellung zeigt das System HH 1177, das sich in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der unseren, befindet. Das junge und massereiche stellare Objekt, das im Zentrum glüht, sammelt Materie aus einer staubigen Scheibe ein und stößt gleichzeitig Materie in kräftigen Jets aus. Ein Team von Astronomen und Astronominnen hat mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, durch Beobachtung der Rotation dieser Scheibe Beweise für deren Existenz gefunden. Dies ist das erste Mal, dass in einer anderen Galaxie eine Scheibe um einen jungen Stern entdeckt wurde, die mit den Scheiben identisch ist, aus denen in unserer eigenen Galaxie Planeten entstehen. (Bild: ESO/M. Kornmesser)" data-rl_caption="" title="Diese künstlerische Darstellung zeigt das System HH 1177, das sich in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der unseren, befindet. Das junge und massereiche stellare Objekt, das im Zentrum glüht, sammelt Materie aus einer staubigen Scheibe ein und stößt gleichzeitig Materie in kräftigen Jets aus. Ein Team von Astronomen und Astronominnen hat mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, durch Beobachtung der Rotation dieser Scheibe Beweise für deren Existenz gefunden. Dies ist das erste Mal, dass in einer anderen Galaxie eine Scheibe um einen jungen Stern entdeckt wurde, die mit den Scheiben identisch ist, aus denen in unserer eigenen Galaxie Planeten entstehen. (Bild: ESO/M. Kornmesser)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2318a26.jpg" alt="Diese künstlerische Darstellung zeigt das System HH 1177, das sich in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der unseren, befindet. Das junge und massereiche stellare Objekt, das im Zentrum glüht, sammelt Materie aus einer staubigen Scheibe ein und stößt gleichzeitig Materie in kräftigen Jets aus. Ein Team von Astronomen und Astronominnen hat mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, durch Beobachtung der Rotation dieser Scheibe Beweise für deren Existenz gefunden. Dies ist das erste Mal, dass in einer anderen Galaxie eine Scheibe um einen jungen Stern entdeckt wurde, die mit den Scheiben identisch ist, aus denen in unserer eigenen Galaxie Planeten entstehen. (Bild: ESO/M. Kornmesser)" class="wp-image-134047"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese künstlerische Darstellung zeigt das System HH 1177, das sich in der Großen Magellanschen Wolke, einer Nachbargalaxie der unseren, befindet. Das junge und massereiche stellare Objekt, das im Zentrum glüht, sammelt Materie aus einer staubigen Scheibe ein und stößt gleichzeitig Materie in kräftigen Jets aus. Ein Team von Astronomen und Astronominnen hat mit Hilfe des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, durch Beobachtung der Rotation dieser Scheibe Beweise für deren Existenz gefunden. Dies ist das erste Mal, dass in einer anderen Galaxie eine Scheibe um einen jungen Stern entdeckt wurde, die mit den Scheiben identisch ist, aus denen in unserer eigenen Galaxie Planeten entstehen. (Bild: ESO/M. Kornmesser)</figcaption></figure>



<p>29. November 2023 &#8211; Die neuen Beobachtungen zeigen einen massereichen jungen Stern, der wächst, Materie aus seiner Umgebung aufnimmt und eine rotierende Scheibe entwickelt. Die Entdeckung wurde mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) in Chile gemacht, an dem die Europäische Südsternwarte (ESO) beteiligt ist.</p>



<p>„Als ich zum ersten Mal Beweise für eine rotierende Struktur in den ALMA-Daten sah, konnte ich nicht glauben, dass wir die erste extragalaktische Akkretionsscheibe entdeckt hatten. Das war ein besonderer Moment“, sagt Anna McLeod, Dozentin an der Durham University in Großbritannien und Hauptautorin der heute in Nature veröffentlichten Studie. „Wir wissen, dass die Scheiben für die Bildung von Sternen und Planeten in unserer Galaxie von entscheidender Bedeutung sind, und hier sehen wir zum ersten Mal einen direkten Beweis dafür in einer anderen Galaxie.“</p>



<p>Die Studie schließt sich an Beobachtungen mit dem Instrument Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am Very Large Telescope (VLT) der ESO an, das einen Jet von einem sich bildenden Stern – das System wurde HH 1177 genannt – tief in einer Gaswolke in der Großen Magellanschen Wolke entdeckte. „Wir entdeckten einen Jet, der von diesem jungen massereichen Stern ausgeht. Seine Existenz ist ein Anzeichen für eine anhaltende Scheibenakkretion“, sagt McLeod. Zur Bestätigung, dass eine solche Scheibe tatsächlich vorliegt, musste das Team jedoch die Bewegung des dichten Gases um den Stern messen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2318b2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mit den vereinten Fähigkeiten des Very Large Telescope (VLT) der ESO und des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, wurde eine Scheibe um einen jungen massereichen Stern in einer anderen Galaxie beobachtet. Die Aufnahmen des Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT (links) zeigen die Mutterwolke LHA 120-N 180B, in der dieses System mit der Bezeichnung HH 1177 erstmals beobachtet wurde. Das Bild in der Mitte zeigt die Jets, die das System begleiten. Der obere Teil des Jets ist leicht auf uns gerichtet und daher blauverschoben; der untere Teil entfernt sich von uns und ist daher rotverschoben. Die Beobachtungen von ALMA (rechts) förderten dann die rotierende Scheibe um den Stern zutage, deren Seiten sich ebenfalls auf uns zu und von uns weg bewegen. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/A. McLeod et al.)" data-rl_caption="" title="Mit den vereinten Fähigkeiten des Very Large Telescope (VLT) der ESO und des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, wurde eine Scheibe um einen jungen massereichen Stern in einer anderen Galaxie beobachtet. Die Aufnahmen des Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT (links) zeigen die Mutterwolke LHA 120-N 180B, in der dieses System mit der Bezeichnung HH 1177 erstmals beobachtet wurde. Das Bild in der Mitte zeigt die Jets, die das System begleiten. Der obere Teil des Jets ist leicht auf uns gerichtet und daher blauverschoben; der untere Teil entfernt sich von uns und ist daher rotverschoben. Die Beobachtungen von ALMA (rechts) förderten dann die rotierende Scheibe um den Stern zutage, deren Seiten sich ebenfalls auf uns zu und von uns weg bewegen. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/A. McLeod et al.)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="137" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2318b26.jpg" alt="Mit den vereinten Fähigkeiten des Very Large Telescope (VLT) der ESO und des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, wurde eine Scheibe um einen jungen massereichen Stern in einer anderen Galaxie beobachtet. Die Aufnahmen des Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT (links) zeigen die Mutterwolke LHA 120-N 180B, in der dieses System mit der Bezeichnung HH 1177 erstmals beobachtet wurde. Das Bild in der Mitte zeigt die Jets, die das System begleiten. Der obere Teil des Jets ist leicht auf uns gerichtet und daher blauverschoben; der untere Teil entfernt sich von uns und ist daher rotverschoben. Die Beobachtungen von ALMA (rechts) förderten dann die rotierende Scheibe um den Stern zutage, deren Seiten sich ebenfalls auf uns zu und von uns weg bewegen. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/A. McLeod et al.)" class="wp-image-134049"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Mit den vereinten Fähigkeiten des Very Large Telescope (VLT) der ESO und des Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), an dem die ESO beteiligt ist, wurde eine Scheibe um einen jungen massereichen Stern in einer anderen Galaxie beobachtet. Die Aufnahmen des Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) am VLT (links) zeigen die Mutterwolke LHA 120-N 180B, in der dieses System mit der Bezeichnung HH 1177 erstmals beobachtet wurde. Das Bild in der Mitte zeigt die Jets, die das System begleiten. Der obere Teil des Jets ist leicht auf uns gerichtet und daher blauverschoben; der untere Teil entfernt sich von uns und ist daher rotverschoben. Die Beobachtungen von ALMA (rechts) förderten dann die rotierende Scheibe um den Stern zutage, deren Seiten sich ebenfalls auf uns zu und von uns weg bewegen. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/A. McLeod et al.)</figcaption></figure>



<p>Wenn Materie in Richtung eines wachsenden Sterns gezogen wird, kann sie nicht direkt auf den Stern fallen; stattdessen flacht sie sich zu einer rotierenden Scheibe um den Stern ab. In der Nähe des Zentrums rotiert die Scheibe schneller, und dieser Geschwindigkeitsunterschied ist für Astronominnen und Astronomen der Beweis, dass eine Akkretionsscheibe vorhanden ist.</p>



<p>„Die Frequenz des Lichts ändert sich je nachdem, wie schnell sich das leuchtende Gas auf uns zu oder von uns weg bewegt“, erklärt Jonathan Henshaw, Wissenschaftler an der Liverpool John Moores University in Großbritannien und Mitautor der Studie. „Das ist genau das gleiche Phänomen, das auftritt, wenn sich die Tonhöhe einer Krankenwagensirene ändert, während sie an einem vorbeifährt. Die Frequenz des Tons verschiebt sich von höher zu niedriger.“</p>



<p>Die detaillierten Frequenzmessungen mit ALMA ermöglichten es den Autoren, die charakteristische Drehung einer Scheibe zu erkennen und bestätigten die Entdeckung der ersten Scheibe um einen extragalaktischen jungen Stern.</p>



<p>Massereiche Sterne, wie der hier beobachtete, bilden sich viel schneller und haben eine viel kürzere Lebensdauer als massearme Sterne wie unsere Sonne. In unserer Galaxie sind diese massereichen Sterne bekanntermaßen schwer zu beobachten und werden oft von dem staubigen Material verdeckt, aus dem sie sich zu dem Zeitpunkt bilden, zu dem sich eine Scheibe um sie herum formt. In der Großen Magellanschen Wolke, einer 160 000 Lichtjahre entfernten Galaxie, unterscheidet sich das Material, aus dem neue Sterne geboren werden, jedoch grundlegend von dem in der Milchstraße. Dank des geringeren Staubanteils ist HH 1177 nicht mehr in seinen Geburtskokon gehüllt und bietet den Forschenden einen ungehinderten, wenn auch weit entfernten Blick auf die Entstehung von Sternen und Planeten.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1903c2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese beeindruckende Region neu gebildeter Sterne in der Großen Magellanschen Wolke (GMW) wurde vom Multi Unit Spectroscopic Explorer Instrument (MUSE) am Very Large Telescope der ESO eingefangen. Die relativ geringe Staubmenge in der GMW und das scharfe Sehvermögen von MUSE ermöglichten es, kleinste Details der Region im sichtbaren Licht zu erfassen. Das Bild ist ein Farb-Komposit aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2 (DSS2) und zeigt die Umgebung von LHA 120-N 180B, erkennbar in der Mitte des Bilds. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin)" data-rl_caption="" title="Diese beeindruckende Region neu gebildeter Sterne in der Großen Magellanschen Wolke (GMW) wurde vom Multi Unit Spectroscopic Explorer Instrument (MUSE) am Very Large Telescope der ESO eingefangen. Die relativ geringe Staubmenge in der GMW und das scharfe Sehvermögen von MUSE ermöglichten es, kleinste Details der Region im sichtbaren Licht zu erfassen. Das Bild ist ein Farb-Komposit aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2 (DSS2) und zeigt die Umgebung von LHA 120-N 180B, erkennbar in der Mitte des Bilds. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1903c26.jpg" alt="Diese beeindruckende Region neu gebildeter Sterne in der Großen Magellanschen Wolke (GMW) wurde vom Multi Unit Spectroscopic Explorer Instrument (MUSE) am Very Large Telescope der ESO eingefangen. Die relativ geringe Staubmenge in der GMW und das scharfe Sehvermögen von MUSE ermöglichten es, kleinste Details der Region im sichtbaren Licht zu erfassen. Das Bild ist ein Farb-Komposit aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2 (DSS2) und zeigt die Umgebung von LHA 120-N 180B, erkennbar in der Mitte des Bilds. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin)" class="wp-image-134043"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese beeindruckende Region neu gebildeter Sterne in der Großen Magellanschen Wolke (GMW) wurde vom Multi Unit Spectroscopic Explorer Instrument (MUSE) am Very Large Telescope der ESO eingefangen. Die relativ geringe Staubmenge in der GMW und das scharfe Sehvermögen von MUSE ermöglichten es, kleinste Details der Region im sichtbaren Licht zu erfassen.
Das Bild ist ein Farb-Komposit aus Aufnahmen des Digitized Sky Survey 2 (DSS2) und zeigt die Umgebung von LHA 120-N 180B, erkennbar in der Mitte des Bilds. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin)</figcaption></figure>



<p>Wir befinden uns in einem Zeitalter des rasanten technologischen Fortschritts der astronomischen Einrichtungen“, sagt McLeod. „Es ist sehr aufregend, die Entstehung von Sternen in solch unglaublichen Entfernungen und in einer anderen Galaxie untersuchen zu können.“</p>



<p><strong>Weitere Informationen</strong><br>Diese Forschungsarbeit wurde in einem Artikel mit dem Titel „A probable Keplerian disk feeding an optically revealed massive young star“ vorgestellt, der in <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06790-2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature</a> (doi: 10.1038/s41586-023-06790-2) erschienen ist. Die Scheibe wurde in einer Region der Großen Magellanschen Wolke entdeckt, die als LHA 120-N 180B bekannt ist und bereits in einer früheren ESO-Pressemitteilung mit dem Titel „Blasen von brandneuen Sternen“ vorgestellt wurde.</p>



<p>Das Team besteht aus A. F. McLeod (Centre for Extragalactic Astronomy, Department of Physics, Durham University, Großbritannien; Institute for Computational Cosmology, Department of Physics, University of Durham, Großbritannien), P. D. Klaassen (UK Astronomy Technology Centre, Royal Observatory Edinburgh, Großbritannien), M. Reiter (Fachbereich Physik und Astronomie, Rice University, USA), J. Henshaw (Astrophysics Research Institute, Liverpool John Moores University, Großbritannien; Max-Planck-Institut für Astronomie, Deutschland), R. Kuiper (Fakultät für Physik, Universität Duisburg-Essen, Deutschland) und A. Ginsburg (Fachbereich Astronomie, University of Florida, USA).</p>



<p><strong>Über ALMA</strong><br>Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von der ESO, der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) der USA und den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Republik Chile betrieben wird. Getragen wird ALMA von der ESO im Namen ihrer Mitgliedsländer, von der NSF in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC), dem National Science and Technology Council (NSTC) und NINS in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan sowie dem Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI). Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1903d2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Darstellung zeigt die Position der HII-Region LHA 120-N 180B im Sternbild Mensa (Tafelberg). Mensa ist das einzige Sternbild, das nach einem geografischen Element der Erde benannt ist – es wurde von dem französischen Astronomen Nicolas-Louis de Lacaille nach dem Tafelberg am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika benannt. Diese Karte zeigt die meisten Sterne, die mit dem bloßen Auge unter guten Bedingungen sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" data-rl_caption="" title="Diese Darstellung zeigt die Position der HII-Region LHA 120-N 180B im Sternbild Mensa (Tafelberg). Mensa ist das einzige Sternbild, das nach einem geografischen Element der Erde benannt ist – es wurde von dem französischen Astronomen Nicolas-Louis de Lacaille nach dem Tafelberg am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika benannt. Diese Karte zeigt die meisten Sterne, die mit dem bloßen Auge unter guten Bedingungen sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1903d26.jpg" alt="Diese Darstellung zeigt die Position der HII-Region LHA 120-N 180B im Sternbild Mensa (Tafelberg). Mensa ist das einzige Sternbild, das nach einem geografischen Element der Erde benannt ist – es wurde von dem französischen Astronomen Nicolas-Louis de Lacaille nach dem Tafelberg am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika benannt. Diese Karte zeigt die meisten Sterne, die mit dem bloßen Auge unter guten Bedingungen sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" class="wp-image-134045"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Darstellung zeigt die Position der HII-Region LHA 120-N 180B im Sternbild Mensa (Tafelberg). Mensa ist das einzige Sternbild, das nach einem geografischen Element der Erde benannt ist – es wurde von dem französischen Astronomen Nicolas-Louis de Lacaille nach dem Tafelberg am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika benannt. Diese Karte zeigt die meisten Sterne, die mit dem bloßen Auge unter guten Bedingungen sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)</figcaption></figure>



<p><strong>Über die ESO</strong><br>Die Europäische Südsternwarte (<a href="https://www.eso.org/public/germany/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESO</a>) befähigt Wissenschaftler*innen weltweit, die Geheimnisse des Universums zum Nutzen aller zu entdecken. Wir entwerfen, bauen und betreiben Observatorien von Weltrang, die Astronominnen und Astronomen nutzen, um spannende Fragen zu beantworten und die Faszination der Astronomie zu wecken, und wir fördern die internationale Zusammenarbeit in der Astronomie. Die ESO wurde 1962 als zwischenstaatliche Organisation gegründet und wird heute von 16 Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich) sowie dem Gastland Chile und Australien als strategischem Partner unterstützt. </p>



<p>Der Hauptsitz der ESO und ihr Besucherzentrum und Planetarium, die ESO Supernova, befinden sich in der Nähe von München in Deutschland, während die chilenische Atacama-Wüste, ein wunderbarer Ort mit einzigartigen Bedingungen für die Himmelsbeobachtung, unsere Teleskope beherbergt. </p>



<p>Die ESO betreibt drei Beobachtungsstandorte: La Silla, Paranal und Chajnantor. Am Standort Paranal betreibt die ESO das Very Large Telescope und das dazugehörige Very Large Telescope Interferometer sowie Durchmusterungsteleskope wie z. B. VISTA. Ebenfalls am Paranal wird die ESO das Cherenkov Telescope Array South betreiben, das größte und empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium der Welt. Zusammen mit internationalen Partnern betreibt die ESO auf Chajnantor APEX und ALMA, zwei Einrichtungen zur Beobachtung des Himmels im Millimeter- und Submillimeterbereich. Auf dem Cerro Armazones in der Nähe von Paranal bauen wir „das größte Auge der Welt am Himmel“ – das Extremely Large Telescope der ESO. Von unseren Büros in Santiago, Chile, aus unterstützen wir unsere Aktivitäten im Land und arbeiten mit chilenischen Partnern und der Gesellschaft zusammen.</p>



<p>Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das <a href="https://www.haus-der-astronomie.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Haus der Astronomie</a> in Heidelberg.</p>



<p><strong>Forschungsartikel</strong><br>pdf: <a href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2318a.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2318a.pdf</a></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
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</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>ESO: Neues Bild lüftet Gehemnisse der Planetenentstehung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/eso-neues-bild-lueftet-gehemnisse-der-planetenentstehung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jul 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Europäische Südsternwarte hat heute ein beeindruckendes neues Bild veröffentlicht, das Aufschluss darüber gibt, wie sich massereiche Planeten wie der Jupiter bilden könnten. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON). Quelle: ESON 25. Juli 2023. 25. Juli 2023 &#8211; Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO und dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/eso-neues-bild-lueftet-gehemnisse-der-planetenentstehung/" data-wpel-link="internal">ESO: Neues Bild lüftet Gehemnisse der Planetenentstehung</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Europäische Südsternwarte hat heute ein beeindruckendes neues Bild veröffentlicht, das Aufschluss darüber gibt, wie sich massereiche Planeten wie der Jupiter bilden könnten. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: ESON 25. Juli 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="In der Mitte dieses Bildes ist der junge Stern V960 Mon zu sehen, der sich in über 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Monoceros befindet. Der Stern ist von staubigem Material umgeben, das das Potenzial zur Bildung von Planeten hat. Beobachtungen mit dem Instrument SPHERE (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch) am VLT der ESO, die in diesem Bild gelb dargestellt sind, zeigen staubiges Material, das den jungen Stern umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich über Entfernungen erstrecken, die größer sind als das gesamte Sonnensystem. Die blauen Regionen zeigen Daten, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnen wurden, an dem die ESO beteiligt ist. Die ALMA-Daten geben einen tieferen Einblick in die Struktur der Spiralarme und offenbaren große Staubklumpen, die sich durch einen als „Gravitationsinstabilität“ bekannten Prozess zusammenziehen und kollabieren könnten, um Riesenplaneten von etwa der Größe des Jupiters zu bilden. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" data-rl_caption="" title="In der Mitte dieses Bildes ist der junge Stern V960 Mon zu sehen, der sich in über 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Monoceros befindet. Der Stern ist von staubigem Material umgeben, das das Potenzial zur Bildung von Planeten hat. Beobachtungen mit dem Instrument SPHERE (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch) am VLT der ESO, die in diesem Bild gelb dargestellt sind, zeigen staubiges Material, das den jungen Stern umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich über Entfernungen erstrecken, die größer sind als das gesamte Sonnensystem. Die blauen Regionen zeigen Daten, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnen wurden, an dem die ESO beteiligt ist. Die ALMA-Daten geben einen tieferen Einblick in die Struktur der Spiralarme und offenbaren große Staubklumpen, die sich durch einen als „Gravitationsinstabilität“ bekannten Prozess zusammenziehen und kollabieren könnten, um Riesenplaneten von etwa der Größe des Jupiters zu bilden. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a26.jpg" alt="In der Mitte dieses Bildes ist der junge Stern V960 Mon zu sehen, der sich in über 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Monoceros befindet. Der Stern ist von staubigem Material umgeben, das das Potenzial zur Bildung von Planeten hat. Beobachtungen mit dem Instrument SPHERE (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch) am VLT der ESO, die in diesem Bild gelb dargestellt sind, zeigen staubiges Material, das den jungen Stern umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich über Entfernungen erstrecken, die größer sind als das gesamte Sonnensystem. Die blauen Regionen zeigen Daten, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnen wurden, an dem die ESO beteiligt ist. Die ALMA-Daten geben einen tieferen Einblick in die Struktur der Spiralarme und offenbaren große Staubklumpen, die sich durch einen als „Gravitationsinstabilität“ bekannten Prozess zusammenziehen und kollabieren könnten, um Riesenplaneten von etwa der Größe des Jupiters zu bilden. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" class="wp-image-129223" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312a26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">In der Mitte dieses Bildes ist der junge Stern V960 Mon zu sehen, der sich in über 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Monoceros befindet. Der Stern ist von staubigem Material umgeben, das das Potenzial zur Bildung von Planeten hat.
Beobachtungen mit dem Instrument SPHERE (Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch) am VLT der ESO, die in diesem Bild gelb dargestellt sind, zeigen staubiges Material, das den jungen Stern umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich über Entfernungen erstrecken, die größer sind als das gesamte Sonnensystem.
Die blauen Regionen zeigen Daten, die mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) gewonnen wurden, an dem die ESO beteiligt ist. Die ALMA-Daten geben einen tieferen Einblick in die Struktur der Spiralarme und offenbaren große Staubklumpen, die sich durch einen als „Gravitationsinstabilität“ bekannten Prozess zusammenziehen und kollabieren könnten, um Riesenplaneten von etwa der Größe des Jupiters zu bilden. (Bild: ESO/ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)</figcaption></figure>



<p>25. Juli 2023 &#8211; Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO und dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) haben Forschende große Staubklumpen in der Nähe eines jungen Sterns entdeckt, die kollabieren und Riesenplaneten entstehen lassen könnten.</p>



<p>„Diese Entdeckung ist wirklich spannend, denn es ist der erste Nachweis von Materialklumpen um einen jungen Stern, die das Potenzial haben, Riesenplaneten zu beherbergen“, sagt Alice Zurlo, eine an den Beobachtungen beteiligte Forscherin an der Universidad Diego Portales in Chile.</p>



<p>Die Arbeit basiert auf einem faszinierenden Bild, das mit dem Instrument Spectro-Polarimetric High-contrast Exoplanet REsearch (SPHERE) am VLT der ESO aufgenommen wurde und faszinierende Details des Materials um den Stern V960 Mon zeigt. Dieser junge Stern befindet sich in über 5000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn und zog die Aufmerksamkeit der Astronomen auf sich, als er im Jahr 2014 plötzlich seine Helligkeit um mehr als das Zwanzigfache erhöhte. SPHERE-Beobachtungen kurz nach dem Beginn dieses Helligkeitsausbruchs zeigten, dass sich das Material, das V960 Mon umkreist. Es sammelt sich in einer Reihe von verschlungenen Spiralarmen, die sich über Entfernungen erstrecken, die größer sind als das gesamte Sonnensystem.</p>



<p>Diese Erkenntnis motivierte Astronominnen und Astronomen, Archivbeobachtungen desselben Systems auszuwerten, die mit ALMA gemacht wurden, an dem die ESO als Partner beteiligt ist. Die VLT-Beobachtungen untersuchen die Oberfläche des staubigen Materials um den Stern, während ALMA tiefer in seine Struktur blicken kann. „Mit ALMA wurde deutlich, dass die Spiralarme auseinanderbrechen, was zur Bildung von Klumpen mit planetenähnlichen Massen führt“, sagt Zurlo.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild des jungen Sterns V960 Mon und des staubhaltigen Materials in seiner Umgebung wurde mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen, an dem die ESO beteiligt ist. Große Staubklumpen mit planetenähnlichen Massen sind hier als blaue Flecken sichtbar. Diese Klumpen könnten sich zusammenziehen und durch einen Prozess, der als „Gravitationsinstabilität“ bekannt ist, in sich zusammenfallen und Riesenplaneten von der Größe des Jupiters bilden. (Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild des jungen Sterns V960 Mon und des staubhaltigen Materials in seiner Umgebung wurde mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen, an dem die ESO beteiligt ist. Große Staubklumpen mit planetenähnlichen Massen sind hier als blaue Flecken sichtbar. Diese Klumpen könnten sich zusammenziehen und durch einen Prozess, der als „Gravitationsinstabilität“ bekannt ist, in sich zusammenfallen und Riesenplaneten von der Größe des Jupiters bilden. (Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d26.jpg" alt="Dieses Bild des jungen Sterns V960 Mon und des staubhaltigen Materials in seiner Umgebung wurde mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen, an dem die ESO beteiligt ist. Große Staubklumpen mit planetenähnlichen Massen sind hier als blaue Flecken sichtbar. Diese Klumpen könnten sich zusammenziehen und durch einen Prozess, der als „Gravitationsinstabilität“ bekannt ist, in sich zusammenfallen und Riesenplaneten von der Größe des Jupiters bilden. (Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)" class="wp-image-129226" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312d26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild des jungen Sterns V960 Mon und des staubhaltigen Materials in seiner Umgebung wurde mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) aufgenommen, an dem die ESO beteiligt ist. Große Staubklumpen mit planetenähnlichen Massen sind hier als blaue Flecken sichtbar. Diese Klumpen könnten sich zusammenziehen und durch einen Prozess, der als „Gravitationsinstabilität“ bekannt ist, in sich zusammenfallen und Riesenplaneten von der Größe des Jupiters bilden. (Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Weber et al.)</figcaption></figure>



<p>Astronominnen und Astronomen vermuten, dass Riesenplaneten entweder durch sogenannte „Kernakkretion“ entstehen, wenn Staubkörner zusammentreffen, oder durch „gravitative Instabilität“, wenn sich große Fragmente des Materials um einen Stern zusammenziehen und in sich zusammenfallen. Während Forscher bereits Beweise für das erste dieser beiden Szenarien gefunden haben, gab es für das zweite nur wenige Belege.</p>



<p>„Niemand hat jemals eine echte Beobachtung der Gravitationsinstabilität auf planetarer Ebene gesehen – bis jetzt“, sagt Philipp Weber, ein Forscher an der Universität von Santiago, Chile, der die heute in The Astrophysical Journal Letters veröffentlichte Studie leitete.</p>



<p>„Unsere Gruppe sucht seit über zehn Jahren nach Anzeichen für die Entstehung von Planeten, und wir könnten nicht begeisterter über diese unglaubliche Entdeckung sein“, sagt Sebastián Pérez von der Universität Santiago de Chile.</p>



<p>Die Instrumente der ESO werden den Astronomen dabei helfen, weitere Details dieses fesselnden Planetensystems zu enthüllen, wobei das Extremely Large Telescope (ELT) der ESO eine Schlüsselrolle spielen wird. Das ELT, das derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut wird, wird das System detaillierter als je zuvor beobachten und entscheidende Informationen darüber sammeln können. „Das ELT schafft die Voraussetzungen für die Erforschung der chemischen Vielfalt, die diese Klumpen umgibt, und hilft uns, mehr über die Zusammensetzung des Materials herauszufinden, aus dem sich potenzielle Planeten bilden“, schließt Weber.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312e2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Karte zeigt die Position des Sterns V960 Mon im Sternbild Monoceros (bedeutet Einhorn). Die Darstellung zeigt die meisten Sterne, die unter guten Bedingungen mit dem bloßen Auge sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" data-rl_caption="" title="Diese Karte zeigt die Position des Sterns V960 Mon im Sternbild Monoceros (bedeutet Einhorn). Die Darstellung zeigt die meisten Sterne, die unter guten Bedingungen mit dem bloßen Auge sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312e26.jpg" alt="Diese Karte zeigt die Position des Sterns V960 Mon im Sternbild Monoceros (bedeutet Einhorn). Die Darstellung zeigt die meisten Sterne, die unter guten Bedingungen mit dem bloßen Auge sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)" class="wp-image-129228"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Karte zeigt die Position des Sterns V960 Mon im Sternbild Monoceros (bedeutet Einhorn). Die Darstellung zeigt die meisten Sterne, die unter guten Bedingungen mit dem bloßen Auge sichtbar sind. (Bild: ESO, IAU and Sky &amp; Telescope)</figcaption></figure>



<p><strong>Weitere Informationen</strong><br>Das Team, das sich hinter dieser Arbeit verbirgt, besteht aus jungen Forscherinnen und Forschern von verschiedenen chilenischen Universitäten und Instituten im Rahmen des Forschungszentrums Millennium Nucleus on Young Exoplanets and their Moons (YEMS). Es wird von der chilenischen Nationalen Agentur für Forschung und Entwicklung (ANID) und ihrem Millennium Science Initiative Program finanziert. Die beiden verwendeten Anlagen, ALMA und VLT, befinden sich in der chilenischen Atacamawüste.</p>



<p>Die Forschungsergebnisse werden in einem Artikel vorgestellt, der in der Zeitschrift The Astrophysical Journal Letters erscheint (doi: 10.3847/2041-8213/ace186).</p>



<p>Das Team besteht aus P. Weber (Departamento de Física, Universidad de Santiago de Chile, Chile [USACH]; Millennium Nucleus on Young Exoplanets and their Moons, Chile [YEMS]; Center for Interdisciplinary Research in Astrophysics and Space Exploration, Universidad de Santiago de Chile, Chile [CIRAS]), S. Pérez (USACH; YEMS; CIRAS), A. Zurlo (YEMS; Núcleo de Astronomía, Universidad Diego Portales Chile [UDP]; Escuela de Ingeniería Industrial, Universidad Diego Portales, Chile), J. Miley (Joint ALMA Observatory, Chile; National Astronomical Observatory of Japan, Chile), A. Hales (National Radio Astronomy Observatory, USA), L. Cieza (YEMS; UDP), D. Principe (MIT Kavli Institute for Astrophysics and Space Research, USA), M. Cárcamo (YEMS; CIRAS; USACH, Faculty of Engineering, Computer Engineering Department, Chile), A. Garufi (INAF, Osservatorio Astrofisico di Arcetri, Italien), Á. Kóspál (Konkoly Observatorium, Forschungszentrum für Astronomie und Geowissenschaften, Eötvös Loránd Research Network (ELKH), Ungarn; CSFK, MTA Centre of Excellence, Ungarn; ELTE Eötvös Loránd Universität, Institut für Physik, Ungarn; Max-Planck-Institut für Astronomie, Deutschland), M. Takami (Institute of Astronomy and Astrophysics, Academia Sinica, Taiwan, ROC), J. Kastner (School of Physics &amp; Astronomy, Rochester Institute of Technology, USA), Z. Zhu (Department of Physics and Astronomy, University of Nevada, USA; Nevada Center for Astrophysics, University of Nevada, USA), und J. Williams (Institute for Astronomy, University of Hawai&#8217;i at Manoa, USA).</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312f2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt den Himmel um den Standort des Sterns V960 Mon. Die Aufnahme wurde aus Bildern des Digitized Sky Survey 2 erstellt. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgement: Davide De Martin)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt den Himmel um den Standort des Sterns V960 Mon. Die Aufnahme wurde aus Bildern des Digitized Sky Survey 2 erstellt. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgement: Davide De Martin)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2312f26.jpg" alt="Dieses Bild zeigt den Himmel um den Standort des Sterns V960 Mon. Die Aufnahme wurde aus Bildern des Digitized Sky Survey 2 erstellt. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgement: Davide De Martin)" class="wp-image-129230"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt den Himmel um den Standort des Sterns V960 Mon. Die Aufnahme wurde aus Bildern des Digitized Sky Survey 2 erstellt. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2. Acknowledgement: Davide De Martin)</figcaption></figure>



<p><strong>Über ALMA</strong><br>Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von der ESO, der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) der USA und den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Republik Chile betrieben wird. Getragen wird ALMA von der ESO im Namen ihrer Mitgliedsländer, von der NSF in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC), dem National Science and Technology Council (NSTC) und NINS in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan sowie dem Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI). Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.</p>



<p><strong>Über die ESO</strong><br>Die Europäische Südsternwarte (<a href="https://www.eso.org/public/germany/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESO</a>) befähigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die Geheimnisse des Universums zum Nutzen aller zu entdecken. Wir entwerfen, bauen und betreiben Observatorien von Weltrang, die Astronominnen und Astronomen nutzen, um spannende Fragen zu beantworten und die Faszination der Astronomie zu wecken, und wir fördern die internationale Zusammenarbeit in der Astronomie. Die ESO wurde 1962 als zwischenstaatliche Organisation gegründet und wird heute von 16 Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich) sowie dem Gastland Chile und Australien als strategischem Partner unterstützt.</p>



<p>Der Hauptsitz der ESO und ihr Besucherzentrum und Planetarium, die ESO Supernova, befinden sich in der Nähe von München in Deutschland, während die chilenische Atacama-Wüste, ein wunderbarer Ort mit einzigartigen Bedingungen für die Himmelsbeobachtung, unsere Teleskope beherbergt. Die ESO betreibt drei Beobachtungsstandorte: La Silla, Paranal und Chajnantor. Am Standort Paranal betreibt die ESO das Very Large Telescope und das dazugehörige Very Large Telescope Interferometer sowie Durchmusterungsteleskope wie z. B. VISTA. Ebenfalls am Paranal wird die ESO das Cherenkov Telescope Array South betreiben, das größte und empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium der Welt. Zusammen mit internationalen Partnern betreibt die ESO auf Chajnantor APEX und ALMA, zwei Einrichtungen zur Beobachtung des Himmels im Millimeter- und Submillimeterbereich. Auf dem Cerro Armazones in der Nähe von Paranal bauen wir „das größte Auge der Welt am Himmel“ – das Extremely Large Telescope der ESO. Von unseren Büros in Santiago, Chile, aus unterstützen wir unsere Aktivitäten im Land und arbeiten mit chilenischen Partnern und der Gesellschaft zusammen.</p>



<p>Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das <a href="https://www.haus-der-astronomie.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Haus der Astronomie</a> in Heidelberg.</p>



<p><strong>Forschungsartikel</strong><br><a href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2312/eso2312a.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2312/eso2312a.pdf</a></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=630.msg551789#msg551789" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planetenentstehung</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MPE: Regelmäßige Mahlzeiten für massereiches Schwarzes Loch</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpe-regelmaessige-mahlzeiten-fuer-massereiches-schwarzes-loch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2023 21:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Spektr-RG]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=120787</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die eROSITA-Himmelsdurchmusterung entdeckt wiederkehrende Röntgeneruptionen in einer ansonsten ruhigen Galaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 12. Januar 2023. 12. Januar 2023 &#8211; Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) haben in der eROSITA-Himmelsdurchmusterung ein spektakuläres, sich wiederholendes Ereignis entdeckt. Im Zentrum einer ansonsten unscheinbaren Galaxie ereignen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die eROSITA-Himmelsdurchmusterung entdeckt wiederkehrende Röntgeneruptionen in einer ansonsten ruhigen Galaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 12. Januar 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LichtkurveMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LichtkurveMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p>12. Januar 2023 &#8211; Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) haben in der eROSITA-Himmelsdurchmusterung ein spektakuläres, sich wiederholendes Ereignis entdeckt. Im Zentrum einer ansonsten unscheinbaren Galaxie ereignen sich regelmäßig alle 220 Tage helle Röntgenausbrüche. Diese deuten auf einen Stern, der das dort befindliche massereiche Schwarze Loch umkreist und dabei in regelmäßigen Umläufen „füttert&#8220;. Solche Ereignisse könnten wirksame Mittel sein, um die Akkretionsprozesse und das Gravitationsfeld um supermassereiche Schwarze Löcher in anderen Galaxien zu erforschen.</p>



<p>Die meisten Galaxien im Universum beherbergen ein supermassereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Beobachtungen deuten auf ein symbiotisches Wachstum dieser Schwarzen Löcher und deren Wirtsgalaxien hin. Diese Studien konzentrieren sich hauptsächlich auf „aktive&#8220; Galaxien, in denen das zentrale Schwarze Loch ständig große Mengen an Materie ansammelt. Diese heizt sich auf und leuchtet sehr hell. Aktive Galaxien (oder Galaxien mit „aktiven galaktischen Kernen&#8220;, AGN) sind jedoch eine Minderheit gegenüber ruhigen Galaxien. Bei diesen ist es viel schwieriger die Eigenschaften des supermassereichen schwarzen Lochs im Kern zu untersuchen.</p>



<p>Gelegentlich kommt es vor, dass ein Stern zu nahe an das zentrale Schwarze Loch einer Galaxie wandert und durch dessen starke Gezeitenkräfte zerrissen wird (engl: „tidal disruption event&#8220;). Ein Teil der Materie des Sterns fällt in das Schwarze Loch und erhöht damit die „Fütterungsrate&#8220; des Gravitationsmonsters vorübergehend. Diesen Prozess können Astronomen als kurzzeitige helle Blitze im Röntgen- und UV-Bereich beobachten. Derartige Ereignisse treten in einer gewöhnlichen Galaxie nur etwa alle 10.000 Jahre auf und sind damit sehr selten. Die meisten bisher beobachteten Kandidaten waren einmalige Ereignisse, die aufgrund der Zerstörung des Sterns einen einzigen Ausbruch zeigten. In jüngster Zeit wurden nun einige veränderliche Ereignisse entdeckt, die periodische oder sich wiederholende Ausbrüche zeigen. Diese könnten auf Sterne zurückzuführen sein, die ihre erste Begegnung glücklicherweise überleben: Anstatt vollständig zerstört zu werden, umkreist der Überrest das supermassereiche Schwarze Loch, wobei er Teile seiner äußeren Schichten verliert und das Schwarze Loch bei jeder Passage erneut füttert.</p>



<p>„Solche sich wiederholenden, teilweisen Zerstörungen könnten ein effektives Mittel sein, um den Akkretionsprozess um supermassereiche Schwarze Löcher zu erforschen&#8220;, betont Zhu Liu, der Hauptautor der Studie am MPE. „Mit Hilfe von eROSITA haben wir jetzt eine faszinierende veränderliche Quelle gefunden, bei der sich der Röntgenausbruch in einer ansonsten ruhigen Galaxie regelmäßig wiederholt.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AbfolgeEreignisseMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AbfolgeEreignisseMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p>Während der Durchmusterung des gesamten Himmels beobachtet das eROSITA-Röntgenteleskop jeden Punkt am Himmel mehrfach und hat dabei energiereiche veränderliche Quellen in Galaxien entdeckt, die keine Anzeichen früherer Aktivität in ihren Zentren aufwiesen. Die neue Quelle, J0456-20, die im Februar 2021 entdeckt wurde, befindet sich in einer ruhigen Galaxie, die etwa 1 Milliarde Lichtjahre entfernt ist. Sie ist eine Röntgenquelle mit einer der höchsten Variabilitäten, die von eROSITA beobachtet wurden; innerhalb einer Woche nimmt der Röntgenfluss um den Faktor 100 ab. Insgesamt beobachteten die Astronomen drei vollständige Zyklen der Quelle, bei der sich die Röntgenausbrüche in einem Zeitraum von etwa 220 Tagen wiederholten. Nachfolgende optische Beobachtungen zeigten eine normale ruhige Galaxie, während die wiederholten Röntgeneruptionen stark auf eine sich wiederholende, teilweise Gezeitenstörung hindeuten.</p>



<p>„Wir schätzen, dass der Stern, der das Schwarze Loch umkreist, beim ersten, zweiten und dritten Zyklus jeweils nur eine Masse verloren hat, die 5 %, 1,5 % und 0,5 % unserer Sonne entspräche&#8220;, erklärt Adam Malyali, Postdoc am MPE. „Diese Werte sind so niedrig, dass der Stern tatsächlich mehrere Annäherungen an das zentrale Schwarze Loch überleben könnte.&#8220;</p>



<p>Mithilfe einer Kooperation mit den ATCA-Teleskopen in Australien konnte das Team zudem veränderliche Radioemission bei der Quelle J0456-20 nachweisen, welche ein deutlicher Hinweis auf einen Ausfluss von Gas darstellt. Zusammen mit dem charakteristischen Verlauf der Röntgenstrahlung ergeben sich damit zwingende Hinweise auf Veränderungen in der Struktur der Akkretionsscheibe um das supermassereiche Schwarze Loch.</p>



<p>„Weitere Beobachtungen sind notwendig, um die genauen Details der physikalischen Prozesse zu ergründen&#8220;, sagt Andrea Merloni, der wissenschaftliche Leiter von eROSITA. „Dennoch liefert die Entdeckung dieses sich wiederholenden Röntgenereignisses bereits jetzt einen soliden Beweis dafür, dass es Sterne gibt, die eng um supermassereiche Schwarze Löcher jenseits unserer eigenen Milchstraße kreisen. Diese könnten ein ideales Labor sein, um die Allgemeine Relativitätstheorie in sehr starken Gravitationsfeldern zu testen.&#8220;</p>



<p>eROSITA hat bereits andere sich wiederholende Röntgenquellen gefunden, z.B. zwei quasi-periodische Eruptionen in AGN. Für die Zukunft erwartet das Team weitere Entdeckungen mit eROSITA, aber auch mit dem Ende 2023 startenden „Einstein Probe&#8220;-Satelliten.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Zhu Liu, A. Malyali, M. Krumpe et al.<br>Deciphering the extreme X-ray variability of the nuclear transient eRASSt J045650.3<br>A&amp;A, 669, A75, doi.org/10.1051/0004-6361/202244805,<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44805-22/aa44805-22.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44805-22/aa44805-22.html</a>.</p>



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		<title>Gaia entdeckt seltsame Sterne in der bisher detailreichsten Untersuchung der Milchstraße</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gaia-entdeckt-seltsame-sterne-in-der-bisher-detailreichsten-untersuchung-der-milchstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jun 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronom*innen beschreiben seltsame „Sternenbeben&#8220;, stellare DNA, asymmetrische Bewegungen und andere beeindruckende Erkenntnisse in dieser bisher detailreichsten Untersuchung der Milchstraße. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA 13. Juni 2022. 13. Juni 2022 &#8211; Gaia ist die Mission der ESA zur Erstellung der genauesten und vollständigsten multidimensionalen Karte der Milchstraße. Dadurch können die Astronom*innen die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronom*innen beschreiben seltsame „Sternenbeben&#8220;, stellare DNA, asymmetrische Bewegungen und andere beeindruckende Erkenntnisse in dieser bisher detailreichsten Untersuchung der Milchstraße. Eine Pressemitteilung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: ESA 13. Juni 2022.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p7ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p7ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Was ist Gaia? &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p>13. Juni 2022 &#8211; Gaia ist die Mission der ESA zur Erstellung der genauesten und vollständigsten multidimensionalen Karte der Milchstraße. Dadurch können die Astronom*innen die Struktur und vergangene Entwicklung unserer Heimatgalaxie über Milliarden von Jahren nachvollziehen sowie den Lebenszyklus von Sternen und unseren Platz im Universum besser verstehen.</p>



<p><strong>Was ist neu in der Datenfreigabe 3?</strong><br>Die Datenfreigabe 3 von Gaia enthält neue und verbesserte Details für fast zwei Milliarden Sterne in unserer Galaxie. Der Katalog enthält neue Daten, wie z. B. chemische Zusammensetzungen, Sterntemperaturen, Farben, Massen, Alter und die Geschwindigkeit, mit der sich Sterne auf uns zu oder von uns weg bewegen (Radialgeschwindigkeit). Ein Großteil dieser Informationen wird durch die erstmals veröffentlichten Spektroskopie-Daten von Gaia bereitgestellt, für die das Sternenlicht in seine einzelnen Farben aufgespalten wird (wie bei einem Regenbogen). Die Daten enthalten auch spezielle Untergruppen von Sternen, z. B. jene, deren Helligkeit sich mit der Zeit ändert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p2ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p2ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Beobachtungsverfahren von Gaia &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p>Dieser Datensatz enthält auch den bisher größten Katalog von Doppelsternen, Tausende von Objekten des Sonnensystems wie Asteroiden und Monde von Planeten sowie Millionen von Galaxien und Quasaren außerhalb der Milchstraße.</p>



<p><strong>Sternenbeben</strong><br>Zu den überraschendsten Entdeckungen in den neuen Daten gehört, dass Gaia Sternenbeben &#8211; winzige Bewegungen auf der Oberfläche eines Sterns &#8211; nachweisen kann, die die Form der Sterne verändern. Das Observatorium wurde eigentlich nicht dafür gebaut.</p>



<p>Gaia hat bereits zuvor radiale Schwingungen gefunden, die Sterne regelmäßig anschwellen und schrumpfen lassen, während sie ihre kugelförmige Gestalt beibehalten. Allerdings hat Gaia jetzt auch andere Schwingungen entdeckt, die eher wie große Tsunamis wirken. Diese nicht-radialen Schwingungen verändern lediglich die globale Form eines Sterns und sind daher nicht so leicht zu erkennen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p3ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p3ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sterne der Milchstraße &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p>Gaia hat bei Tausenden von Sternen starke nicht-radiale Sternenbeben entdeckt. Gaia hat außerdem derartige Schwingungen in Sternen aufgedeckt, bei denen diese bisher nur selten zu sehen waren. Nach den derzeitigen Theorien sollten diese Sterne keine Beben haben, aber Gaia hat sie an ihrer Oberfläche entdeckt.</p>



<p>„Sternenbeben lehren uns eine Menge über die Sterne, insbesondere über ihr Innenleben. Gaia ist eine Goldgrube für die ‚Asteroseismologie&#8216; massereicher Sterne&#8220;, sagt Conny Aerts von der KU Leuven in Belgien, die Mitglied des Gaia-Konsortiums ist.</p>



<p><strong>Die DNA der Sterne</strong><br>Die Zusammensetzung der Sterne kann uns etwas über ihren Entstehungsort und ihre anschließende Reise und damit über die Geschichte der Milchstraße verraten. Mit den heute veröffentlichten Daten enthüllt Gaia die größte chemische Karte der Galaxie, die mit 3D-Bewegungen von der Umgebung unserer Sonne bis hin zu kleineren Galaxien in unserer Nähe gekoppelt ist.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p4ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p4ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Was es zwischen den Sternen gibt &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p>Einige Sterne enthalten mehr „Schwermetalle&#8220; als andere. Während des Urknalls bildeten sich nur leichte Elemente (Wasserstoff und Helium). Alle anderen schwereren Elemente, die von Astronom*innen „Metalle&#8220; genannt werden, entstehen im Inneren von Sternen. Wenn Sterne sterben, werden diese Metalle in das Gas und den Staub zwischen den Sternen, das sogenannte interstellare Medium, freigesetzt, aus dem dann neue Sterne entstehen. Durch das aktive Entstehen und Sterben von Sternen entsteht eine metallreichere Umgebung. Die chemische Zusammensetzung eines Sterns ist somit eine Art DNA, die uns wertvolle Informationen über seine Herkunft liefert.</p>



<p>Dank Gaia wissen wir, dass einige Sterne in unserer Galaxie aus primordialem Material bestehen, während andere wie unsere Sonne aus einer Materie bestehen, die von früheren Generationen von Sternen angereichert wurde. Die dem Zentrum und der Ebene unserer Galaxie näher gelegenen Sterne sind reicher an Metallen als Sterne in größerer Entfernung. Gaia hat außerdem anhand ihrer chemischen Zusammensetzung Sterne identifiziert, die ursprünglich aus anderen Galaxien als unserer stammen.</p>



<p>„Unsere Galaxie ist ein wunderschöner Schmelztiegel von Sternen&#8220;, sagt Alejandra Recio-Blanco vom Observatoire de la Côte d&#8217;Azur in Frankreich, die Mitglied von des Gaia-Konsortiums ist.</p>



<p>„Diese Vielfalt ist extrem wichtig, denn sie verrät uns die Geschichte der Entstehung unserer Galaxie. Sie offenbart die Migrationsprozesse innerhalb unserer Galaxie und die Akkretion aus externen Galaxien. Dies zeigt auch deutlich, dass unsere Sonne und wir alle Teil eines sich ständig verändernden Systems sind, das durch die Zusammenführung von Sternen und Gas unterschiedlicher Herkunft entstanden ist.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p6ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p6ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ausserhalb unserer Galaxie &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p><strong>Doppelsterne, Asteroiden, Quasare und mehr</strong><br>Mehrere heute veröffentlichte Arbeiten spiegeln die ganze Fülle und Tiefe des Entdeckungspotenzials von Gaia wider. Ein neuer Katalog von Doppelsternen gibt Aufschluss über die Masse und die Entwicklung von mehr als 800.000 Doppelsternsystemen, während eine neue Asteroidenstudie, die 156.000 felsige Körper umfasst, den Ursprung unseres Sonnensystems näher beleuchtet. Gaia enthüllt auch Informationen über 10 Millionen veränderliche Sterne, geheimnisvolle Makromoleküle zwischen den Sternen sowie Quasare und Galaxien außerhalb unserer eigenen kosmischen Nachbarschaft.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p8ESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/gdr3p8ESA60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gaia-Datenverarbeitungs- und Analysekonsortium &#8211; Infografik. (Grafik: ESA)</figcaption></figure>



<p>„Anders als bei anderen Missionen, die auf bestimmte Objekte abzielen, handelt es sich bei der Mission Gaia um eine Durchmusterungsmission. Das bedeutet, dass Gaia bei der mehrfachen Durchmusterung des gesamten Himmels mit Milliarden von Sternen zwangsläufig Entdeckungen machen wird, die anderen, spezielleren Missionen entgehen würden. Das ist eine ihrer Stärken, und wir sind gespannt darauf, dass die Astronomiegemeinschaft unsere neuen Daten genau unter die Lupe nimmt, um noch mehr über unsere Galaxie und ihre Umgebung zu erfahren, als wir uns vorstellen konnten&#8220;, sagt Timo Prusti, Projektwissenschaftler für Gaia bei der ESA.</p>



<p><strong>Gaia Data Release 3 Papers (Englisch)</strong><br><a href="https://www.cosmos.esa.int/web/gaia/dr3-papers" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.cosmos.esa.int/web/gaia/dr3-papers</a></p>



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		<title>MPIA: Wie räumt man planetare Kinderzimmer auf?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpia-wie-raeumt-man-planetare-kinderzimmer-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2021 12:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
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		<category><![CDATA[Akkretion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fortschritte beim Verständnis der Mechanismen, wie sich planetenbildende Scheiben auflösen &#8211; Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie. Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie. 5. November 2021 &#8211; Eine Gruppe von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie hat einen Mechanismus identifiziert und überprüft, der zum ersten Mal die meisten der Eigenschaften erklärt, die in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Fortschritte beim Verständnis der Mechanismen, wie sich planetenbildende Scheiben auflösen &#8211; Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/05112021ampia.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/05112021ampia26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Skizze einer Übergangsscheibe um einen sonnenähnlichen Stern. Die Röntgenemission des Zentralsterns beleuchtet die Scheibe. Dadurch wird das Gas in der Scheibe ionisiert. Durch Photoevaporation entstehen so Winde, die das Gas in den Weltraum schleudern. Schließlich öffnet sich eine Lücke und trennt die innere Scheibe vom äußeren Reservoir aus Gas und Staub. Eine Totzone innerhalb der inneren Scheibe verhindert, dass das Material schnell zum Stern strömt. Dieser Prozess verlängert die Lebensdauer der inneren Scheibe und ihre Akkretionstätigkeit. (Bild: MPIA)</figcaption></figure></div>



<p>5. November 2021 &#8211; Eine Gruppe von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie hat einen Mechanismus identifiziert und überprüft, der zum ersten Mal die meisten der Eigenschaften erklärt, die in sich auflösenden planetenbildenden Scheiben um neugeborene Sterne beobachtet werden. Die Hauptbestandteile dieses neuen physikalischen Konzepts sind Röntgenemissionen des Zentralsterns und eine ruhige innere Scheibe, die von der einfallenden Strahlung gut abgeschirmt ist. Dieser Ansatz erklärt die scheinbar widersprüchlichen Merkmale, die in diesen schwindenden Übergangsscheiben beobachtet werden und frühere Modelle nicht in Einklang bringen konnten. Dieses Ergebnis, das heute in der Zeitschrift „Astronomy &amp; Astrophysics“ veröffentlicht wurde, ist ein großer Schritt zum Verständnis der Entwicklung von staubhaltigen Scheiben zu sauberen Planetensystemen wie unserem Sonnensystem.</p>



<p>Planeten bilden sich in Scheiben aus Gas und Staub. Jede dieser Scheiben hat zuvor bereits einen neuen Stern hervorgebracht, oder vielmehr einen Vorgänger, der sein Kernfusionsfeuer erst noch entfachen muss: einen sogenannten Protostern. Wenn wir jedoch das Sonnensystem betrachten, stellen wir fest, dass der größte Teil dieses Materials längst verschwunden ist. In den letzten Jahren hat die Forschung ein grundlegendes Verständnis dafür erlangt, wie diese zirkumstellaren Scheiben ihre Gas- und Staubreste verlieren. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger Teleskope haben Astronominnen und Astronomen diese sich auflösenden Scheiben, die so genannten Übergangsscheiben, sogar identifiziert und untersucht.</p>



<p>Die Erforschung der detaillierten physikalischen Prozesse blieb jedoch recht erfolglos. Die theoretischen Konzepte, die die Forschenden bisher entwickelt haben, konnten jeweils nur einige der beobachteten Eigenschaften wiedergeben. Nun schlägt eine Forschungsgruppe unter Leitung von Astronominnen und Astronomen des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) in Heidelberg ein neues Schema vor, das die meisten Nachteile der bisherigen Ansätze überwindet. „Frühere Modelle konnten nur einen Teil der Beobachtungsergebnisse von Übergangsscheiben reproduzieren“, sagt Matías Gárate, Hauptautor des zugrundeliegenden wissenschaftlichen Artikels und Wissenschaftler am MPIA. „Jetzt können wir jedoch die meisten Eigenschaften erklären, die sich bisher zu widersprechen schienen: eine große Lücke in der Scheibe und eine anhaltende Akkretion von Gas und Staub aus einer langlebigen inneren Scheibe auf den Zentralstern.“</p>



<p><strong>Eigenschaften von Übergangsscheiben scheinen widersprüchlich</strong><br>Intuitiv ist es schwer zu verstehen, warum fast alle beobachteten Übergangsscheiben mit einer großen Lücke Anzeichen von Akkretion aufweisen. Akkretion ist der Prozess, durch den der Zentralstern mit Gas und Staub aus der zirkumstellaren Scheibe gespeist wird. Bevor sich die Lücke öffnet, füllt Material aus der dickeren äußeren Scheibe die inneren Bereiche auf und unterstützt so den nachfolgenden Transport zum Zentralstern. Das Reservoir ist jedoch begrenzt, so dass der Materiestrom mit der Zeit abnimmt.</p>



<p>Gleichzeitig trifft die Röntgenstrahlung des Sterns auf die Scheibenoberfläche und heizt sie auf. Dadurch entsteht ein Wind, der das nun ionisierte Gas in den freien Raum treibt. Dieser Prozess wird als Photoevaporation (etwa: Verdampfung durch Licht) bezeichnet. Sobald er effizienter ist als der Materiestrom in der Scheibe von außen nach innen, beginnt sich eine Lücke zu öffnen, die die innere Scheibe vom äußeren Reservoir abtrennt. Danach sollte sich die innere Scheibe durch Akkretion sehr schnell entleeren und rasch auflösen. Die Akkretion auf den Stern kommt zum Stillstand.</p>



<p><strong>Eine Totzone kann die Scheibe am Leben erhalten</strong><br>„Um die Lebensdauer der inneren Scheibe zu verlängern und die Akkretionsaktivität aufrechtzuerhalten, mussten wir einen Mechanismus finden, der die Drift von Gas und Staub nach innen verringert“, erklärt Paola Pinilla, Leiterin der Forschungsgruppe „Genesis of Planets“ am MPIA und Mitautorin der Studie. „Eine Möglichkeit besteht darin, eine allgemein akzeptierte Komponente zirkumstellarer Scheiben mit einzubeziehen: eine so genannte Totzone“, ergänzt Timmy Delage, Doktorand am MPIA und ebenfalls Mitautor des Forschungsartikels.</p>



<p>Eine Totzone ist ein relativ ruhiger, ringförmiger Bereich einer zirkumstellaren Scheibe, in dem die zufällige Gasbewegung im Vergleich zu anderen Scheibenbestandteilen vermindert ist. Infolgedessen wird die Reibung zwischen den einzelnen Teilchen nahezu vernachlässigbar, so dass sie nur schwer ihre Umlaufgeschwindigkeiten verringern können, was ihre Bahnen stabilisiert. Totzonen können entstehen, wenn das Gas nur wenig ionisiert ist und von Magnetfeldern gering beeinflusst wird. Sie können zum Beispiel auftreten, wenn das Gas dicht genug ist, um die tieferen Scheibenschichten vor der Ionisierung durch die auf die Scheibe treffende Strahlung zu schützen.</p>



<p><strong>Simulation des Einflusses von Totzonen</strong><br>Um zu überprüfen, ob eine solche Totzone die beobachteten Ergebnisse von akkretierenden Übergangsscheiben mit großen Lücken erklären kann, simulierten Matías Gárate und das Team deren zeitliche Entwicklung. Sie konstruierten ein physikalisches Scheibenmodell, wobei sie die Anfangsbedingungen für die Totzone variierten und Röntgenstrahlung einbezogen, um die Photoevaporation zu ermöglichen. „Wir waren begeistert, als wir die Ergebnisse sahen. Eine große Mehrheit der simulierten Übergangsscheiben mit einer Vielzahl von Lückengrößen behielt einen nachweisbaren Akkretionsfluss zum zentralen sonnenähnlichen Stern bei“, berichtet Gárate. Dieses Ergebnis zeigt, dass Totzonen in großer Zahl akkretierende Übergangsscheiben mit großen Lücken erzeugen können.</p>



<p>Sicherlich stellt das Ergebnis einen deutlichen Sprung im Verständnis dessen dar, was Astronominnen und Astronomen mit Teleskopen finden, wenn sie tatsächliche Übergangsscheiben beobachten. Die Untersuchung reicht allerdings offenbar noch nicht aus, um die genauen Zahlen abzubilden. Während durch Beobachtungen etwa 3 % der Übergangsscheiben als nicht-akkretierend eingestuft werden, ergeben die Simulationen mehr als das Zehnfache dieses Anteils. Da die Rechenleistung begrenzt ist, spiegelt das in dieser Studie verwendete Modell nur eine vereinfachte Version der realen Welt wider und umfasst nicht alle möglichen Mechanismen, die in solchen Scheiben auftreten können. Einige von ihnen könnten sogar die Lebensdauer der inneren Scheibe erhöhen. Andererseits ist es gut möglich, dass einige der Schlussfolgerungen aus Beobachtungen überdacht werden müssen, und dass es tatsächlich mehr nicht-akkretierende Scheiben gibt als bisher angenommen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/05112021bmpia.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/05112021bmpia26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Vergleich zwischen beobachteten und simulierten Staubverteilungen in Übergangsscheiben. Links: Darstellung der Scheibe um das Objekt CIDA1 bei einer Wellenlänge von 0,9 mm, aufgenommen mit dem ALMA-Interferometer und veröffentlicht in Pinilla et al., A&amp;A 649, A122 (2021), DOI: 10.1051/0004-6361/202140371. Die Scheibe ist gegenüber der Bildebene leicht gekippt. Rechts: Synthetisches Bild der Staubverteilung aus den von Matías Gárate und Mitforschenden durchgeführten Simulationen. (Bild: Pinilla et al./Gárate et al./MPIA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Visualisierung simulierter Übergangsscheiben</strong><br>In ihrer Studie untersuchte das vom MPIA geleitete Team die Akkretionstätigkeit, indem es sich auf das Gas konzentrierte. Doch der Staub kann sich ganz anders verhalten. Wenn Astronominnen und Astronomen Bilder von solchen planetenbildenden Scheiben machen, sehen sie oft die Verteilung des Staubs, der bei Millimeterwellenlängen strahlt und häufig die Form von konzentrischen Ringen hat. Daher untersuchte das Team, ob ihre Simulationen auch den Staub realistisch behandeln.</p>



<p>„Um unsere Berechnungen mit hochaufgelösten Bildern von realen Übergangsscheiben zu vergleichen, die wir mit dem ALMA-Interferometer erhalten hatten, haben wir ein synthetisches Bild einer der simulierten Staubscheiben erstellt“, sagt Mitautor Jochen Stadler, Masterstudent am MPIA und an der Universität Heidelberg. Das Ergebnis ist eine verblüffende Bestätigung. Das Bild der computergenerierten Staubverteilung zeigt die für Übergangsscheiben typischen Elemente: eine kleine innere Scheibe und einen äußeren Ring, beide durch eine große Lücke getrennt.</p>



<p>Wie so oft, steckt der Teufel im Detail. Während die Strukturen gut übereinzustimmen scheinen, weichen die Helligkeiten voneinander ab. Die Staubemission der simulierten Übergangsscheiben ist wesentlich schwächer, als man aufgrund von Beobachtungen erwarten würde. Daher besitzen die synthetischen Scheiben wahrscheinlich weniger Staub als die realen Scheiben. Die Autoren haben jedoch eine plausible Lösung für diese Unstimmigkeit. „Wir denken, dass dies eine Folge der Planetenbildung ist, die wir in unseren Modellen nicht berücksichtigt haben“, so Gárate. Studien zeigen häufig, dass neu entstandene Planeten auf ihren Bahnen Lücken in die Scheibe graben. Solche Rillen wirken wie Barrieren für den radial driftenden Staub. Gárate fügt hinzu: „Es ist gut möglich, dass die planetarischen Lücken aufgrund der unzureichenden räumlichen Auflösung in den Beobachtungen nicht sichtbar sind. Wenn sich in der inneren Scheibe Planeten bilden, könnte dies dazu beitragen, dass der Staub nicht zum Zentralstern wandert. Wir werden unsere Modelle entsprechend erweitern und untersuchen, ob wir auch dieses Rätsel lösen können.“</p>



<p><strong>Weitere Informationen</strong><br>Das Team besteht aus Matías Gárate (Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg, Deutschland [MPIA] und Universitätssternwarte, Fakultät für Physik, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland [LMU]), Timmy N. Delage (MPIA), Jochen Stadler (MPIA), Paola Pinilla (MPIA und Mullard Space Science Laboratory, University College London, Dorking, Vereinigtes Königreich), Til Birnstiel (LMU und Exzellencluster ORIGINS, Garching, Deutschland), Sebastian Markus Stammler (LMU), Giovanni Picogna (LMU), Barbara Ercolano (LMU), Raphael Franz (LMU), und Christian Lenz (MPIA).</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Matías Gárate, Timmy N. Delage, Jochen Stadler, Paola Pinilla, Til Birnstiel, Sebastian M. Stammler, Giovanni Picogna, Barbara Ercolano, Raphael Franz, Christian Lenz: Large gaps and high accretion rates in photoevaporative transition disks with a dead zone, <a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2021/11/aa41444-21/aa41444-21.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Astronomy &amp; Astrophysics (2021)</a>, <a href="https://arxiv.org/abs/2110.09449" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">arXiv.org</a>.</p>



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