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	<title>Alan Shepard &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Alan Shepard &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Interview mit Edward F. Ladenburger</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/interview-mit-edward-f-ladenburger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2019 11:44:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Shepard]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Erinnern Sie sich: Unser Alan Shepard wurde nur einen Monat nach Juri in den Weltraum geschickt.“ Ein Interview mit Edward F. Ladenburger über seine Tätigkeit auf dem Gebiet der Raumfahrttechnik für das erste US-Astronauten- und das Apollo-Programm. (Heute vor 58 Jahren flog Alan Shepard die erste Weltraum-Mission in einer Mercury-Kapsel.) Quelle: Sven Frerichs und Krischan [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">„Erinnern Sie sich: Unser Alan Shepard wurde nur einen Monat nach Juri in den Weltraum geschickt.“ Ein Interview mit Edward F. Ladenburger über seine Tätigkeit auf dem Gebiet der Raumfahrttechnik für das erste US-Astronauten- und das Apollo-Programm. (Heute vor 58 Jahren flog Alan Shepard die erste Weltraum-Mission in einer Mercury-Kapsel.)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Sven Frerichs und Krischan Müller.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
5. Mai 1961: Redstone-Rakete startet mit Alan Shepard an Bord 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>English language version / Version in Englisch:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/interview-with-edward-f-ladenburger/" data-wpel-link="internal">Interview with Edward F. Ladenburger</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Sven Frerichs und Krischan Müller besuchten im Juni 2017 mit ihrer Jugendkapelle Belvidere im US-Bundesstaat Illinois, die Partnerstadt ihrer Heimatstadt Schwieberdingen. Als naturwissenschaftlich interessierte Musiker mussten sie es nicht bereuen, dass sie keinen Abstecher ins Kennedy Space Center unternommen hatten. Denn sie hatten auf ihrer ersten USA-Reise Gelegenheit, neben einigen verrückten Fliegern Edward Ladenburger kennenzulernen, der ihnen viel über seine Karriere als Weltraum-Ingenieur während des Apollo-Programms erzählen konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen eines Schulprojekts über die Beteiligung von Ladenburger an der Raumfahrttechnik-Entwicklung nutzte Sven die Gelegenheit, zusammen mit Krischan Edward Ladenburger zu interviewen. Das Gespräch war so interessant und enthielt so viele Informationen, dass Sven und Krischan beschlossen, Interessierten heute hier und in der Nachwelt eine Zusammenfassung zugänglich zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Stellen Sie sich kurz vor? Seit wann sind Sie auf der Welt?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger</strong>: Edward F. Ladenburger, Projektingenieur und -manager. Ich bin 85 Jahre alt (zum Zeitpunkt des Interviews). Geboren 1932. 
<br>
<i>Wir wissen, dass Sie in der Raumfahrttechnik tätig waren. In welcher Behörde oder in welchen Unternehmen haben Sie gearbeitet und was waren Ihre Aufgaben?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger</strong>: Unmittelbar alle Aspekte eines Projekts vom ersten Entwurf, über Herstellung, Qualifizierung (Integrität der Materialquelle und Überprüfung der chemischen Zusammensetzung und Funktion), Montage und  Integration in den Systembetrieb, der Sauberkeit des Produkts und der Lagerungsoptionen. Später kamen Fertigungspläne hinzu. Natürlich waren die Kosten sehr wichtig, die Verfügbarkeit von ausreichend qualifiziertem Personal und die Einhaltung  von Terminen. Tägliche Fortschrittsberichte und viele Konferenzen, in denen der gewählte Weg bestätigt und die erzielten Fortschritte verifiziert werden mussten. 
<br>
Die erste Firma, bei der ich tätig war, war &#8218;Hamilton Standard&#8216;, ein Unternehmen der &#8218;United Technologies Corporation&#8216;, in Windsor Locks in Connecticut. Wir hatten einen Vertrag mit der NASA zur Lieferung von Sublimatoren mit porösen Platten &#8211; für den Tornister des Raumanzugs, das Kommandomodul und den Mondlander. Die Geräte dienten der automatischen Wärmeabfuhr von Elektronikbaugruppen und ermöglichten es, überschüssige Wärme aus dem System über Bord gehen zu lassen. Bei der Rettung von Apollo 13 spielten entsprechende Geräte eine wichtige Rolle, nachdem ein Sauerstofftank im Servicemodul geplatzt war, und die Besatzung nur mit der Unterstützung durch den Mondlander sicher zurückkehren konnte. An solchen Geräten arbeitete ich während der Programme Mercury, Gemini und Apollo.                                                                         </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Apollo Portable Life Support System (PLSS) 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Später in meiner Karriere arbeitete ich für Sundstrand in Rockford, Illinois. Die Arbeit dort beinhaltete die Verwendung von Hydrazin als Treibstoff für Triebwerke zur Stabilisierung der Flugrichtung von Raketen mit großem Hauptantrieb. In beiden Unternehmen beschäftigte ich mich auch intensiv mit Militär- und Verkehrsflugzeugen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt arbeitete ich an Ausrüstung, die es auf allen damaligen US-Militärflugzeugen gab. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Wie kamen Sie darauf, in der Raumfahrttechnik zu arbeiten? Hat der Start von Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 Sie bei Ihrem Entschluss beeinflusst?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Der Sputnik-Satellit galt allgemein als Anschauungsobjekt in einem Schaufenster. Hübsch gemacht der Präsentation willen. Eine überdimensionierte Rakete, die einen piependen Satelliten auf einen Erdorbit brachte. Hauptsächlich gemacht, um der Welt zu zeigen, was sie tun können. Wahrscheinlich war es ein Weckruf für die US-amerikanische Wissenschaftsgemeinschaft, dem mehr Aufmerksamkeit zu widmen und sich schließlich auf das Ziel zu konzentrieren, einen Menschen auf den Mond bringen. Es war eine technische Herausforderung, bei der viele wissenschaftliche Fragen zu beantworten waren und das Wissen des Menschen über unsere Umgebung erheblich anwuchs. Sputnik war für mich persönlich nicht der Auslöser für die Mitarbeit am Weltraumerkundungsprogramm. Ich schloss an der Virginia Polytechnic Institute and State University ab. Ein früherer Absolvent der Universität hatte die Leitung des NASA-Kontrollzentrums in Houston übernommen. Er brachte häufig angesehene Wissenschaftler, die bereits in die Weltraumforschung und verwandte Forschung involviert waren, an die Hochschule, um ihre Arbeit vorzustellen. Als Diplom-Ingenieur suchte ich nach einer Position, die technische Herausforderungen, gute Arbeitsbedingungen, gut ausgebildete Mitarbeiter mit aktuellem Wissen, leistungsorientierte Weiterentwicklungsmöglichkeiten, gute Bezahlung und eine unkomplizierte Führungsethik versprach. Hamilton Standard machte mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Mit frühen Erfolgen wuchsen meine Verantwortlichkeiten schnell, und die Herausforderung des Weltraumprogramms hatten schließlich Besitz von mir ergriffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das US-amerikanische Weltraumprogramm war schon immer von dem Wunsch getrieben, das Unbekannte zu untersuchen. Denken Sie daran, wie viele Jahrtausende der Mensch den Mond und die Sterne angeschaut hat und sich über ihre Schönheit und Herkunft wunderte, sich fragte, woraus sie sich zusammensetzten, ob es dort irgendwelche Spuren von Leben gab, ob die Atmosphäre das Leben, wie wir es kennen, unterstützen könnte, ob Feuchtigkeit vorhanden war, und so weiter. Tausende Fragen drängten sich auf, und alle wollten beantwortet werden. Für mich war das genau die passende Herausforderung, Lösung für die Probleme zu finden, die sich auf dem Weg der Menschen stellten, die vielen Fragen zu beantworten. Ich begegnete allen damals tätigen Astronauten, die unsere Labore und Fertigungsstätten besuchten, um die Ausrüstung zu begutachten, die wir für ihren Einsatz im Weltraum vorbereiteten. Sie zu treffen führte zu einer speziellen Beziehung zu der Arbeit, die wir erledigten, wissend, dass der kleinste Fehler für die Astronauten katastrophal sein könnte. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_small_3.jpg" alt="Krischan Müller" width="260"/></a><figcaption>
 Medaille aus Leichtmetall, das mit Apollo 8 geflogen war. 
<br>
(Bild: Krischan Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>War es eine Ehre, an diesen Projekten beteiligt zu sein?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Absolut. Die technische Herausforderung, die von Präsident John F. Kennedy formuliert worden war, dass wir, also die USA, die UdSSR auf dem Weg zum Mond und in allen sonstigen Aspekten der Raumfahrt sicher und schnell zu übertrumpfen hatten. Die Sicherheit unserer Astronauten hatte für uns eine herausragende Stellung. Die UdSSR hielt ihre Leute für entbehrlich. Es gibt viele überprüfbare Fälle für diese Einstellung. Ich fühlte mich sehr geehrt, dass man meine Teilnahme an diesem technischen Unterfangen für wertvoll hielt, und ich absolvierte viele zwischen 24 und 36 Stunden lange Schichten, um Zeitpläne einzuhalten und sicherzustellen, dass alles in Ordnung war. Zu dieser Zeit lautete der Status meiner Sicherheitsfreigabe streng geheim und unterlag regelmäßiger Kontrolle. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Standen Sie unter Druck?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Ja, es gab erheblichen Druck. Es gab aber eben auch diese  Kombination aus der bedeutenden technischen Herausforderung, dem Wunsch, keine Fehler zu machen, weil die das Leben der Astronauten gefährden konnten, und der Absicht der UdSSR keinesfalls die Führung im Weltraum zu erlauben. Offensichtlich arbeiteten viele Wissenschaftler und Ingenieure an verschiedenen Teilen des Programms, und der Master-Zeitplan erforderte, dass jedes Teil genau zur passenden Zeit kam, um mit anderen Teilen zu verschmelzen, um das Ganze zu bilden. Wenn ein Teil nicht pünktlich war, geriet das gesamte Programm in Verzug. Niemand wollte die Ursache für eine Verzögerung sein. Wir arbeiteten schnell, aber ohne jedoch die erforderliche Genauigkeit oder den Fortschritt des Gesamt-Programms aus dem Blick zu verlieren. Die meisten Menschen dachten, die technische Herausforderung der Weltraumfahrt, vor allem die eines Flugs zum Mond böten Fortschritt in den wissenschaftlichen Erkenntnissen, an denen wir teilnehmen sollten. Außerdem wussten wir trotz der geschlossenen Grenzen und der Geheimhaltung der UdSSR, was mit ihrem Weltraumprogramm geschah. Sie hatten zahlreiche Misserfolge, die den Verlust von Leben mit sich brachten, und über die sie nicht reden mochten. Als sie alle Vorteile der vergleichsweise großen Offenheit und die Fortschritte in den USA erkannten, öffneten sie für kurze Zeit ihr Programm für Reporter. Aber sie wollten unbedingt einen Erfolg wie in den USA. Sie landen ihre Kapseln mit einem Hauptfallschirm. Der Kreml forderte einen Flug, um der Welt zu beweisen, dass man genauso erfolgreich sein könne wie die USA. Die russischen Ingenieure, die das Fallschirmsystem entwickelten, sagten, sie seien nicht bereit. Moskau forderte, dass der Flug sofort stattfinden müsse. Das tat er, aber als es Zeit für die Landung war, öffnete sich der Hauptfallschirm nicht, und die Kapsel bohrte sich in die Erde. Die UdSSR schloss sofort wieder alle Grenzen und erlaubte keine weitere detaillierte Beobachtung ihres Programms. Der von der Bürokratie geopferte Kosmonaut tat uns leid. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Als Sie hörten, dass Juri Gagarin im Weltraum ist, was waren Ihre Gefühle, was dachten Sie? War die Motivation, Ihre Arbeit fortzusetzen, immer noch die gleiche, nachdem Gagarins Flug bekannt geworden war? Was war der Unterschied zwischen den ersten Weltraumflügen der UdSSR und der USA im Jahr 1961?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Als Juri Gagarins Flug bekannt gegeben wurde, hatte ich den Eindruck, dass das eine fantastische Leistung war. Den ersten Mensch in den Weltraum gebracht zu haben wurde als wahrer Erfolg betrachtet, unabhängig davon, wer es getan hatte. Aber erinnern Sie sich: Unser Alan Shepard wurde nur einen Monat nach Juri in den Weltraum geschickt. Wir haben uns also nicht darüber beschwert, dass wir nicht die ersten waren, denn viele technische Lösungen  des russischen Programms orientierten sich direkt an in den USA entwickelten und getesteten Entwürfen. Manchmal beobachteten mehr russische Spione unsere Forschungs- und Testzentren, als wir dort Ingenieure einsetzten. Wir waren zuversichtlich, dass uns unsere Bemühungen um Sicherheit und unser Einfallsreichtum gewinnen lassen würde. Außerdem wussten wir trotz der geschlossenen Grenzen der UdSSR, wie weit sie zurücklagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Wissenschaft war es eine große Leistung, die erste Reise eines Menschen in die Erdumlaufbahn. Natürlich wünschte ich mir, er wäre aus den USA gekommen, aber das hat meine Anerkennung für das Erreichte nicht geschmälert. Außerdem wusste ich, dass wir dicht auf folgten, und das Potential für erheblich mehr besaßen. Die Wege zur Erforschung des Weltraums verliefen in verschiedene Richtungen. Die UdSSR tendierten zur Wahl von Lösungen, die insbesondere auf schierer Kraft beruhten, um das Rennen unbedingt zu gewinnen, während sich die USA in den Grundentwürfen zu mehr Finesse gezwungen sahen. Ein Beispiel: Die UdSSR hatte am Ende des Zweiten Weltkriegs einige der großen Raketenwissenschaftler aus Deutschland akquiriert und schließlich große Raketen gebaut, um schwere Nutzlasten in den Weltraum zu bringen. Sie mussten sich daher nicht so sehr auf das Gewichtsproblem konzentrieren (darunter die Frage, wie der Bedarf an Sauerstoff für Raumfahrer möglichst gewichtssparend bedient werden kann), sondern konnten einfach ausreichende Mengen Pressluft in Flaschen mit der Luftzusammensetzung wie auf der Erde verwenden. Das war aufgrund der großen verfügbaren Nutzlastkapazität eben möglich. Die USA hatten Raketen mit weniger Nutzlast und planten daher sehr massebewusst. Wir haben nur den Teil der Atmosphäre verwendet, der für die Atmung des Menschen unerlässlich ist. Vergessen Sie die großen Mengen an Stickstoff in der Erdatmosphäre. Nur Sauerstoff unter einem Druck von nur rund 3,2 PSI war für das Überleben des Menschen erforderlich. Das ermöglichte eine viel geringere Nutzlastmasse (der lebenserhaltenden Systeme und der bedrückten Raumfahrzeugstruktur) und war für lange bemannte Missionen erstrebenswert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Sie haben also alle aus der Riege der ersten Astronauten getroffen, hatten Sie den Wunsch, einmal selbst in den Weltraum fliegen zu dürfen?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Ich war gerade erst zum Raumfahrtprogramm gekommen, als Shepards Flug im Mai 1961 stattfand. (Juri machte im April 1961 den ersten Orbit.) Ich hatte nicht den Drang, Raumfahrer zu werden, insbesondere nicht in den frühen Phasen des Programms. Wahrscheinlich war es ein Fall, bei dem jemanden mehr über die Gefahren und Feinheiten der Entwürfe bekannt war,  und er sich bewusst war, dass es trotz der ausufernden Tests immer einige verborgene Fehler oder Versäumnisse geben kann, die selbst die besten von uns nicht immer voraussehen können. Deshalb haben die, die die große innere Kraft und Bereitschaft hatten, dem Unbekannten zu trotzen, meine Anerkennung und Hochachtung. Damals allerdings schien der Erdorbit ein Klacks zu sein. Der nächste Schritt ist eine Reise zum Mars, vermutlich ohne Rückkehr. Trotzdem gibt es nicht wenige, die sich auf solch ein Abenteuer einlassen wollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Wie erlebten Sie die Mondlandung und wie fühlen Sie sich dabei?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Damit die Mondlandung erfolgreich sein konnte, musste alles richtig zusammenpassen. Immerhin war das eine Premiere. Wie lange hat der Mensch auf den Mond geschaut und sich gefragt, was es mit ihm auf sich hat. Tatsächlich einen Fuß auf den Mond zu setzen, dort eine Fahne aufzustellen, und anschließend sicher zur Erde zurückzukehren, war wirklich eine große Errungenschaft. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Apollo-13-Mondlander Aquarius nach der Abtrennung am 17. April 1970 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Was dachten Sie über den Vorfall mit Apollo 13?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Lovell, Haise und Swigert hatten Glück, nach der Zerstörung des Sauerstofftanks im Servicemodul sicher zur Erde zurückkehren zu können. Sie mussten den Mondlander ausnutzten, um die sichere Rückkehr zu erreichen. Das hatte man vorher nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen, und ihre Rückkehr war ein Grund zum Feiern. Ihre Verwendung des porösen Plattensublimators zum Abführen der von der Elektronik erzeugten Wärme half bei der Kontrolle der Umgebungsbedingungen im Mondlander. Das ist nur ein Beispiel für die Zusammenarbeit vieler Ingenieure bei der Planung der sicheren Rückkehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Konnten Sie gut schlafen, wenn Astronauten mit Ausrüstung unterwegs waren, für die Sie verantwortlich zeichneten?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Alle Ausrüstungsgegenstände wurden getestet, erneut getestet und noch einmal getestet, um Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit entwickeln zu können. Die Art der Tests, die Testausrüstung und die Testmethoden wurden von verschiedenen Personen mehrfach überprüft und bewertet. Trotz des erreichten Vertrauens war ich nie weit vom &#8218;roten Telefon&#8216; entfernt, um für den Fall, dass etwas Unerwartetes eintrat und dass das Kontrollzentrum Houston eine Konferenz mit denjenigen anstrebte, die die Ausrüstung am besten kannten, verfügbar zu sein. Obwohl wir zuversichtlich waren, dass die Ausrüstung funktionieren würde, war es immer angebracht, im Falle eines &#8218;Unfalls&#8216; verfügbar zu sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Ich weiß, dass Sie das Sternenstädchen in Russland besucht haben, als es keine strenge Geheimhaltung zum Mond-Projekt mehr gab.</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Ich hatte keine Bedenken, mich mit dem Kosmonauten zu unterhalten. Letztlich es gab nichts, was er sagen konnte, was ich nicht bereits wusste. Es gab keinen Anlass anzugeben. Er war so ungefähr der 126. Russe, der ins All flog. Für ausländische Besucher war er eine Art Primadonna. Sein Raumflug und seine sichere Rückkehr hatten meinen Respekt, er persönlich und die Trainingsanlagen beeindruckten mich nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Und wenn Sie sagen, dass Russland viel von Ihnen gelernt oder ausspioniert hat, gibt es Dinge, die Sie von Russland bzw. Roskosmos lernen könnten?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> In jedweder Beziehung zwischen großen Supermächten wird es stets Bemühungen hinter den Kulissen geben, zu erfahren, was der Partner gerade getan hat, oder was er plant zu tun, und über welche Werkzeuge er verfügt. Ein Teil unserer geheimdienstlichen Bemühungen zielte darauf zu erfahren, was sie wussten &#8211; es würde uns verraten, woher sie es wussten. Wir verfolgten nicht die selben technischen Ansätze. Zum Beispiel hatte die UdSSR riesige Raketen und konnte sich deshalb extravagante Nutzlasten leisten. Sie haben sich entschieden, für ihre Raumfahrer Luft zu transportieren. Dagegen beschlossen wir, das Gewicht zu reduzieren, indem wir Sauerstoff unter einem Druck von 3 PSI verwenden, was alles ist, um eine gesunde Atmung aufrechtzuerhalten. Wir konnten also kleinere Raketen zum Abheben verwenden oder andere wichtige Nutzlast transportieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134432_small_5.jpg" alt="Krischan Müller" width="260"/></a><figcaption>
Apollo-11-Medaille zum Dank für die Beteilgung am US-Raumfahrtprogramm 
<br>
(Bild: Krischan Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Was denken Sie über die aktuelle Entwicklung und die Zukunft der Raumfahrttechnik? Sind Sie optimistisch in Bezug auf die Entwicklung? Brauchen wir heute mehr Ehrgeiz?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Zukünftige Entwicklung der Raumfahrttechnik? Wir haben die  Reichweite unserer Forschung im Weltraum vergrößert und blicken in eine Zukunft, wo andere Sonnensysteme erforscht werden. Das ist derzeit absehbar nicht bemannt zu machen, deswegen sind robotische Missionen geplant. Wenn es 50 oder 100 Jahre dauert, um von der Erde zu einem bestimmten Ziel im All zu reisen, wird das nicht dazu führen, dass Menschen dorthin fliegen, so wie sie es mit dem Mond getan haben. Und je weiter zu reisen jemand entscheidet, um so geringer ist die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Rückkehr. Sicherlich gibt es ein paar enthusiastische Wissenschaftler, die eine Reise ohne Wiederkehr antreten würden, aber das ist keine angenehme Option. Deshalb sollte man die volle Aufmerksamkeit auf eine hochwertige Ausrüstung einer unbemannten Mission legen, um sie auf eine wirklich lange Reisen schicken und von der Erde aus steuern zu  können, und die Ergebnisse auf der Erde zu empfangen. An der Untersuchung derartiger Missionen wird in nicht geringem Umfang gearbeitet. Die Kosten sind  jedoch extrem hoch, und wissenschaftliche Ergebnisse von derartigen Missionen wird man erst weit in der Zukunft erhalten. Die Ausgaben müssen ausbalanciert werden zwischen den notwendigen Milliarden für Erkundungsprojekte des Weltraums, von denen man denken könnte, dass die sich niemals auszahlen und den Milliarden, die man zur Lösung aktueller Probleme in unserem Land, zur Hilfe für unsere Bürger oder den Schutz anderer Völker auf der Erde benötigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Was ist mit SpaceX und der vertikalen Landung von Falcon-9-Raketen?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Es wird immer wohlhabende Menschen geben, deren Hobby die Feinabstimmung von Raketen oder Flugzeugen oder Tiefsee-Tauchbooten ist, nur um zu zeigen, dass dies möglich ist. Dabei handelt es sich nicht um eine Weiterentwicklung der Raumfahrt oder einen Fortschritt in der Erforschung des Weltraums. Es ist wahr, dass immer mehr Länder, die über das erforderliche Wissen über Raketen und Elektronik verfügen, ihre eigenen Satelliten für Kommunikation oder Spionage in den Orbit bringen möchten, in einen Raum der jetzt schon voller Weltraumschrott ist. Derzeitige Gesetzeslage ist, dass nur dasjenige Land ein Objekt, das es selbst gestartet hat, im Weltraum auch wieder einsammeln darf. Allerdings wartet man meistens einfach auf einen natürlichen Wiedereintritt. Und das dauert natürlich Jahre. Zwischenzeitlich wird der erdnahe Raum weiter zugemüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Vielen Dank für das Gespräch, sehr nett Sie kennenzulernen!</i>
<br>
Übersetzung: T. Weyrauch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Smithsonian Wall of Honor:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://airandspace.si.edu/support/wall-of-honor/edward-f-ladenburger" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Edward F. Ladenburger</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Apollo Portable Life Support System (PLSS) &#8211; pdf:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://ghostarchive.org/archive/Nn9Jm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The Apollo Portable Life Support System &#8211; By Kenneth S. Thomas</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=149.msg452164#msg452164" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Historia</a> </li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview with Edward F. Ladenburger</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/interview-with-edward-f-ladenburger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2019 11:41:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Shepard]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42763</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8222;But, remember, our Alan Shepard was sent to space just one month after Yuri.&#8220; Interview with Edward F. Ladenburger about his involvement in space engineering for the first astronauts and apollo program. (OTD in 1961, Alan Shepard made his flight with Freedom 7.) Quelle: Sven Frerichs and Krischan Müller. German language version / Version in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">&#8222;But, remember, our Alan Shepard was sent to space just one month after Yuri.&#8220; Interview with Edward F. Ladenburger about his involvement in space engineering for the first astronauts and apollo program. (OTD in 1961, Alan Shepard made his flight with Freedom 7.)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Sven Frerichs and Krischan Müller.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Redstone launcher with Alan Shepard left the pad, May 5th, 1961. 
<br>
(Picture: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>German language version / Version in Deutsch:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/interview-mit-edward-f-ladenburger/" data-wpel-link="internal">Interview mit Edward F. Ladenburger</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Sven Frerichs and Krischan Müller visited with their youth band their partnership-city of Schwieberdingen/Germany Belvidere/Illinois/USA in june 2017. As science interested musicians we had not to regret that we didn&#8217;t take a trip to Kennedy Space Center at our first USA-travel because we fortunately had the great oppurtunity to met Edward Ladenburger (and some crazy aviators) who could told us a lot of his career as space engineer in time of the apollo program. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Now Sven took the opportunity to start with Krischan an interview with Edward Ladenburger for his school project about Edwards involvements in space engineering. Because it was so interesting and we got a lot of informations so that we summarized our conversations with Edward for you or posterity: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Who are you and since when are you on earth?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Edward F. Ladenburger, Project Engineering Manager. I am 85 years old (at this interview). Born in 1932. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>We know you were involved in space engineering. In which authority or companies had you worked and what was your job?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Direct all aspects of a project, from initial design, manufacture, qualification (integrity of material source and verification of chemical composition and function) tests, manufacturing, and integration into system operation, cleanliness of product and storage options. Later came manufacturing schedules. Of course, costs were very important, having the proper qualified personnel, and meeting schedules on time. Daily progress reports and many conferences in which there was a need to support the path chosen and corroborate the progress achieved. </p>



<p class="wp-block-paragraph">The first Company I was employed at was &#8222;Hamilton Standard&#8220;, Division of &#8222;United Technologies Corporation&#8220;, in Windsor Locks, Connecticut. We had a contract from NASA to provide the porous-plate sublimator &#8211; for the space suit backpack and the Command Module and Lunar Excursion Module. This device provided a self controlled heat rejection system for the electronics, by which excess heat was &#8222;dumped&#8220; overboard. This system played an integral part in saving  after the service module oxygen tank ruptured and the crew was able to return safely using the Lunar Module. This period of work covered the Mercury, Gemini, and Apollo missions. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Apollo Portable Life Support System (PLSS) 
<br>
(Picture: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Later in my career I worked for Sundstrand in Rockford, Illinois. This work involved using hydrazine as a propellant in rocket clusters to help stabilize the trajectory of the main thrust rocket. In both companies, I was also deeply involved with both military and commercial aircraft. At one time I had equipment on all US military aircraft. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Was it your decision to make space engineering, how did you get there was the launch of Sputnik in October 4th 1957 a reason?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> The Sputnik satellite was generally considered a manikin in a store window. Dressed up to show. An oversized rocket that pushed a beeping satellite to orbit the earth. Done primarily to show the world what they could do. It did serve probably as a &#8222;wake-up&#8220; call for the US scientific community to pay closer attention and focus on the aim of putting a man on the moon. It was a technical purpose that intended to answer many scientific questions and to advance man&#8217;s knowledge of our surroundings. Sputnik was not an emphasis for me to engage in the space exploration program. I graduated from Virginia Polytechnic Institute and State University, where an earlier graduate had become the head              of NASA Control Center in Houston. He frequently brought respected scientists, already involved in space and related research, to the school to give an explanation of their work. As a graduate engineer, I was searching for an engineering position that had promise of technical challenge, good working conditions, educated and state-of-the-art co-workers, advancement based on performance, good pay and a no-nonsense management ethic. Hamilton Standard made me an offer I couldn&#8217;t refuse. With early success, major responsibilities came quickly and the challenge of the space program got me.               </p>



<p class="wp-block-paragraph">The US space program has always been driven by a desire to investigate the unknown. Think of how many thousands of years man has gazed at the moon and stars and wondered of their beauty and origin, what they were composed of, whether there was any trace of life, whether the atmosphere was capable of supporting life as we know it, whether any moisture was present, etc, etc, etc. A thousand questions all clamored to be answered. This was the type challenge I saw in solving the problems to enable man to press forward toward long awaited answers, eventually I met all the original Astronauts as they came to our research/test laboratories to witness the equipment we were preparing for their use in space. Meeting them put a very personal touch on all the work we did, knowing that the slightest mistake could be disastrous for them. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_small_3.jpg" alt="Krischan Müller" width="260"/></a><figcaption>
Medallion made of light metal material flown on Apollo 8. 
<br>
(Picture: Krischan Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Was it an honor to be involved in these projects?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Absolutey! The technical challenge was made by President John F. Kennedy, that we (the USA) was going to beat the USSR to the moon and in all aspects of space travel (quickly and safely). We considered the safety of our astronauts paramount. The USSR considered their people expendable. There are many verifiable instances of this attitude. I felt extremely honored to be considered worthy of participating in this engineering endeavor, and I spent many periods of 24 to 36 hours straight to keep on schedule and to assure things were proper. At that time my security clearance was top secret and was protected by close scrutiny. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Did they put pressure on you?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Yes, there was considerable pressure. But it was a combination of the significant engineering challenge, the desire to not make mistakes because the astronauts life was at risk, and the desire to not allow the USSR to become the leader in space. Obviously many scientists/engineers were working at various parts of the program, and the master schedule required each part arrive at precisely the porper time to meld with other parts to form the &#8222;whole&#8220;. If one part was out of sync, it would throw the entire program out of schedule. No one wanted to be the cause of a delay. We were moving quickly, but without losing the accuracy or forward thinking of the entire program. Most people felt the technical challenge of space travel, especially to the moon, was an advance in scientific knowledge that we wanted to be part of. Besides, in spite of the closed borders and secrecy of the USSR, we knew what was happening with their space program. They had &#8222;many&#8220; failures, involving loss of life, that they wanted desperately to keep quiet. When they saw all the benefit of being (relatively) open and honest about progress in the USA, they for a short time opened their program to reporters. But, they wanted to have a success as in the USA. They brought their capsules down from space by means of a parachute. The kremlin demanded a flight to show the world they could be just as successful as the USA. The Russian engineers developing the chute design, said we are not ready. Moscow demanded the flight take place immediately. It did, but when time to return to earth, the chute didn&#8217;t open and the capsule plunged into the earth. The USSR immediately closed all borders again and allowed no further review of their program. We felt sorry for the Cosmonaut, sacrificed by bureaucracy. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>As you heared that Yuri Gagarin is in space what were your feelings and thoughts? Were the motivation to keep on your mission still the same after the message? What was the different between USSR and USA firsts human spaceflights in 1961?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> When Yuri Gagarin&#8217;s flight was announced, my feelings were that this was a fantastic accomplishment, the first human into outer space was considered a veritable success, regardless of who did it. But, remember, our Alan Shepard was sent to space just one month after Yuri Gagarin. So we did not grumble about being first because many of the features of the Russian program came directly from the designs created and tested in the USA. Sometimes the Russians had more spies lurking about our centers of research and test than we had engineers working on the projects. We had confidence that our efforts and attention to safety and ingenuity would win. Besides we knew (in spite of the USSR&#8217;s closed borders) just how far behind they were. </p>



<p class="wp-block-paragraph">For science, it was a great accomplishment, man&#8217;s first journey into earth orbit. Of course I wished it had been from the USA, but, that didn&#8217;t detract from the accomplishment. Besides, I knew we were close behind, and had the impetus for much more. The paths to achieve space exploration, took different directions. The USSR tended to Muscle through problems because of their race to be first, whereas the USA was &#8222;forced&#8220; into more finesse in the basic designs. Example: the USSR had extracted some of the great rocket scientists from Germany at the close of WWII and had huge rockets to muscle big payloads into space. They, therefore, didn&#8217;t have to pay as much attention to being weight conscience, (things like the air breathing environment for the cosmonauts), just take large quantities of air (bottled) as if on the earths surface. This was possible because of the great payload they had available. The US had rocketry with less payload, so moved in the direction of being very weight conscious. So, we used only that portion of the atmosphere that was essential for human sustanance. Forget the massive amount of nitrogen in earth atmosphere, only about 3.2 PSI of oxygen was essential for man&#8217;s survival. This meant much less payload, and was more amenable to long flights of human rated space travel. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>So you met all original astronauts did you had the wish sometime to are allowed and able to fligh in space yourselves?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> I was just coming aboard the program as Shepards first flight took place on May 1961. (Yuri made the first orbit on April 1961.) I did not have the urge to be a space traveler, particularly in the early stages of the program. It was probably a case of the more one knows of the dangers involved and intricacies of the designs and being aware that in spite of the overwhelming testing accomplished, there is always some hidden flaw or oversight that even the best of us cannot always forsee. So I give a great deal of credit and acknowledgement to those who have great fortitude and willingness to brave the unknown. At this point in time, earth orbit seems like a &#8222;piece of cake&#8220;. The next step is a &#8222;trip&#8220; to Mars, which will probably be one way (no return). Yet there are many who are ready to sign-up for this adventure. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>How do you experienced the moon landing and how do you feel about it?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Everything had to come together correctly for the moon landing to be successful. After all, this was a first. How long has man looked at the moon and wondered what bit was all about. To actually set foot there, and plant the flag, and then to return safely to earth, was a major accomplishment. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Apollo 13s lander Aquarius after seperation,  April 17th, 1970. 
<br>
(Picture: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>What did you feel about the incident of Apollo 13?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Lovell, Haise and Swigert were lucky to return safely to earth after the service module oxygen tank ruptured. They utilized the lunar module to accomplish the safe return. This was unexpected, and their return was cause for celebration. Their utilization of the porous plate sublimator to &#8222;wick&#8220; off the heat generated by electronics helped with their control of the environment in the module. Yes, an example of collaboration of many engineering minds to plan the safe return. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>When astronauts were in space with equipment you had responsibility for and did you get sleep well in the meantime?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> All equipment had been tested, re-tested, and re-tested many times to develop confidence on reliability. The type of testing, test equipment, nature of the tests were all reviewed and critiqued many times by different people. However, in spite of this level of confidence, I was never very far from the &#8222;Red phone&#8220; in the event something unexpected happened and Houston Command Center wanted conference with those who knew the equipment best. While confident the equipment was good, it was always appropriate to be constantly available in case of an &#8222;accident&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>I know you visited Star-City in Russia after many years when secrecy about project moon was over.</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> I had no compunction of conversing with the Cosmonaut. There wasn&#8217;t anything he could say that I didn&#8217;t already know. At that point there was no need to pretend. He was about the 126th Russian to go into space. He was more of a prima-donna to show off for foreign visitors. While I respected his accomplishment in traveling into space and returning safely, I was not overly impressed with him or their training facility. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>And when you say that russia learned or spies a lot of you are there things that you could learn from USSR/Roskosmos?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> In any relationship between major super-powers, there is, and always will be, considerable stealthy poking around to learn what the other fellow is doing or has done or is about to do and with what. Part of our intelligence effort was learning what they knew, which would tell us where they got the information. We did not follow the same technical process. For example, the USSR had huge rockets and could be extravagant on the payload. They chose to carry air as you breathe on earth to support their people. We, on the other hand chose to reduce the weight by using about 3 PSI of oxygen, which is all that is needed to maintain healthy breathing. So, we could use smaller lift-off rockets and/or carry other important payloads. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05052019134124_small_5.jpg" alt="Krischan Müller" width="260"/></a><figcaption>
Apollo-11-Medallion 
<br>
(Picture: Krischan Müller)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>What do you think about the development today and in the future of space flight engineering? Are you optimistic about the development? Do we need more ambition today?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> Future development of space flight engineering? We have extended the range of space exploration, looking to the future where other solar systems are being explored. This is currently beyond manned exploration and is therefore planned as robotic exploration. If it takes 50 or 100 years to travel from earth to a space destination, it does not lend itself to human exploration as on the moon. The farther one chooses to travel, the less chance for successful return. While there are still some enthusiastic scientists who would sign up for a one (1) way ride, it is not palatable situation. Therefore, more emphasis is needed on more sophisticated equipment to send on such long journeys and be able to be controlled from earth and send investigative information back to earth. There is considerable work being done along these paths. But, the cost is extremely high, and the information is returned a long time in the future. It is a balancing act on spending billions on investigative ventures of outer space that seem not to have payback anytime in the future, or spend billions on current problems within our country to help our citizens now and/or provide protection for other peoples of the earth that cannot protect themselves. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>What about SpaceX and the vertical landing Falcon 9 Rockets?</i>
<br>
<strong>Edward F. Ladenburger:</strong> There will always be wealthy people who have a hobby of fine-tuning rocketry or airplanes or deep sea submersibles just to show it can be done. This is not an advancement of space science or space exploration. It is true, that as more countries become adept at rocketry and electronics and wish to put their own satellite in orbit for communication, or spying, the atmosphere surronding the earth has become absolutely cluttered with junk. The laws attested to by major countries demands that only the country that put an item in space can collect it for garbage. Of course, just let it slowly re-enter the atmosphere and burn up. Course that will take YEARS. Meanwhile the atmosphere gets more cluttered. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Thank you very much for the conversation very nice to meet you! </i>
<br>
<strong>Smithsonian Wall of Honor:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://airandspace.si.edu/support/wall-of-honor/edward-f-ladenburger" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Edward F. Ladenburger</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Apollo Portable Life Support System (PLSS) &#8211; pdf:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://ghostarchive.org/archive/Nn9Jm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The Apollo Portable Life Support System &#8211; By Kenneth S. Thomas</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mercury-Programm</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mercury-programm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Feb 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Shepard]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[Glenn]]></category>
		<category><![CDATA[Gus Grissom]]></category>
		<category><![CDATA[Raumkapsel]]></category>
		<category><![CDATA[suborbitale Flüge]]></category>
		<category><![CDATA[Trägerrakete]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserlandung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Amerikas Antwort auf Gagarins ersten Flug eines Menschen ins All. Autor: Michael Stein. Vertont von Dominik Mayer. Am 7. Oktober 1958 wurde das Mercury-Projekt offiziell von der erst sechs Tage vorher gegründeten amerikanischen Raumfahrbehörde NASA ins Leben gerufen. Die Ziele des Projekts waren: erfolgreiche Durchführung bemannter Orbitalflüge, Gewinnung von Erkenntnissen über das Verhalten und die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Amerikas Antwort auf Gagarins ersten Flug eines Menschen ins All.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Michael Stein</a>. Vertont von Dominik Mayer.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2005-06-12-13660.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mercury.jpg" alt="" width="456" height="350"/><figcaption>Die &#8222;Glorreichen Sieben&#8220; Astronauten des <em>Mercury</em>-Programms.<br>(Foto: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Oktober 1958 wurde das <em>Mercury</em>-Projekt offiziell von der erst sechs Tage vorher gegründeten amerikanischen Raumfahrbehörde NASA ins Leben gerufen. Die Ziele des Projekts waren: erfolgreiche Durchführung bemannter Orbitalflüge, Gewinnung von Erkenntnissen über das Verhalten und die Leistungsfähigkeit von Menschen in der Schwerelosigkeit und die erfolgreiche Bergung von Kapsel und Raumfahrer nach der Beendigung einer Raumfluges durch Wasserung. Für die technische Umsetzung dieser Ziele sollten wo immer möglich vorhandene Technologien eingesetzt werden. Insgesamt erfolgten über einen Zeitraum von mehr als viereinhalb Jahren verteilt 25 Starts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. April 1959 wurden die sieben Männer auf einer Pressekonferenz vorgestellt, die mit den <em>Mercury</em>-Kapseln fliegen sollten. Es waren allesamt erfahrene Testpiloten, die in der Folgezeit unter großer öffentlicher Anteilnahme intensiv auf ihren Raumflug vorbereitet wurden. Der seinerzeit immer wieder beschworene Geist der &#8222;Glorreichen Sieben&#8220; manifestierte sich unter anderem darin, dass die Namen aller <em>Mercury</em>-Kapseln auf »7« endeten. Schon einige Monate nach dieser Pressekonferenz, am 21. August 1959, erfolgte dann der erste Flug im Rahmen des <em>Mercury</em>-Projekts, bei dem der Rettungsturm für die Kapsel getestet werden sollte. Er sollte die Gewähr dafür bieten, dass im Falle eines Versagens der Trägerrakete beim Start die Kapsel mitsamt dem Insassen aus dem Gefahrenbereich herausbefördert werden konnte. Aufgrund von Kriechströmen kam es jedoch zu einem Start des Rettungsturms noch vor dem Start der Trägerrakete, und somit war gleich zu Anfang der erste von mehreren Fehlschlägen zu verzeichnen.<br><br>Anfang Dezember des gleichen Jahres folgte dann nach drei weiteren Testflügen der erste Start einer <em>Mercury</em>-Kapsel mit einem Affen als Passagier. Der Rhesusaffe Sam überstand den bis in ca. 85&nbsp;Kilometer Höhe führenden Flug erfolgreich, genau wie seine bei späteren Testflügen noch folgenden drei weiteren Artgenossen. Mitte 1960 waren die Tests mit der für einen Passagier ausgelegten <em>Mercury</em>-Kapsel abgeschlossen, so dass man sich bei den nun folgenden Flügen auf die Trägerraketen konzentrierte. Bis zum ersten bemannten <em>Mercury</em>-Flug wurden nun immer wieder die beiden Trägerraketen <em>Redstone</em> und <em>Atlas</em> getestet, zweimal waren auch wieder Affen als Passagiere mit an Bord. Die <em>Redstone</em>-Rakete sollte bei den suborbitalen Flügen eingesetzt werden, während die stärkere <em>Atlas</em>-Rakete für die Orbitalflüge des <em>Mercury</em>-Projekts vorgesehen war. Schließlich erreichten die Raketen eine Zuverlässigkeit, die den ersten Start mit einem Astronauten an Bord vertretbar erscheinen ließen.<br><br>Die <em>Mercury</em>-Kapsel selbst war für einen Astronauten konzipiert und für heutige Verhältnisse sehr klein und eng gebaut. Sie war konisch geformt, dabei zwei Meter lang mit einem Durchmesser von 1,90&nbsp;Meter an der Basis. Auf der Kapsel war ein knapp sechs Meter hoher Rettungsturm montiert, an dem drei Feststoffraketen angebracht waren. Die Kapsel ermöglichte dem Astronauten eine manuelle Kontrolle des Fluges, war aber gleichzeitig auch für einen vollautomatischen Flug ausgelegt. Letzteres war nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der <em>Mercury</em>-Kapseln niemand wusste, ob ein Mensch in der Schwerelosigkeit in der Lage sein würde, kontrolliert zu handeln. Im Gegensatz zu russischen Raumfahrzeugen waren die <em>Mercury</em>-Kapseln auf eine Landung im Wasser ausgelegt.<br><br>Am 5. Mai 1961 hob dann Alan B. Shepard an Bord der Raumkapsel <em>Freedom&nbsp;7</em> auf einer Redstone-Rakete zum ersten Raumflug eines amerikanischen Astronauten ab. Auf einer ballistischen Flugbahn erreichte er in gut 15&nbsp;Minuten eine maximale Flughöhe von rund 186&nbsp;Kilometern und landete knapp 500&nbsp;Kilometer von Cape Canaveral entfernt im Atlantischen Ozean. Der Flug war ein voller Erfolg, und obwohl Shepard im Gegensatz zu den russischen Kosmonauten keine komplette Erdumkreisung geflogen war, war der psychologische Effekt auf die öffentliche Meinung in Amerika enorm. Beim zweieinhalb Monate später folgenden Flug von Virgil I. Grissom, dessen Flugdaten mit denen von Shepards Flug beinahe perfekt deckungsgleich waren, kam es nach der Wasserung zu einem kritischen Moment, als seine Kapsel <em>Liberty Bell&nbsp;7</em> Wasser aufnahm und sank, so dass Grissom von Hubschraubern aus dem Wasser gezogen werden musste. (Im Jahr 1999 wurde die seinerzeit gesunkene Kapsel übrigens gehoben.)<br><br>Der erste &#8222;echte&#8220; Orbitalflug eines amerikanischen Astronauten war dann John Glenn am 20.&nbsp;Februar 1962 vorbehalten, als er mit seinem Raumschiff <em>Friendship&nbsp;7</em> in knapp fünf Stunden insgesamt dreimal die Erde umkreiste. Nach zwei weiteren erfolgreichen bemannten Flügen folgte dann am 15.&nbsp;Mai 1963 mit <em>Faith&nbsp;7</em> der letzte und gleichzeitig längste Flug des <em>Mercury</em>-Programms; insgesamt 34&nbsp;Stunden lang umkreiste Astronaut L. Gordon Cooper die Erde. Der ursprünglich geplante siebte bemannte <em>Mercury</em>-Raumflug wurde aufgrund der erfolgreichen und problemlos verlaufenen letzten <em>Mercury</em>-Flüge nicht mehr durchgeführt, um die vorhandenen Ressourcen auf das folgende <em>Gemini</em>-Programm zu konzentrieren. Insgesamt gesehen war das <em>Mercury</em>-Projekt ein Erfolg, bei dem trotz anfänglich zahlreicher Misserfolge die zu Beginn gesteckten Ziele voll erreicht wurden.</p>
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