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	<title>Ausflusstal &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Ausflusstal &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Planet Mars: Das Chaos im Aram-Krater</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/planet-mars-das-chaos-im-aram-krater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2013 16:56:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Aram Chaos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein plötzlich erfolgender Kollaps eines mit Wassereis gefüllten Kraters formte vor etwa 2,5 Milliarden Jahren auf unserem Nachbarplaneten die Region Aram Chaos. Möglicherweise befindet sich dort heute noch Wassereis im Untergrund. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2013, FU Berlin. Speziell unmittelbar östlich der Valles Marineris ist die Oberfläche des Mars von einem Gewirr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein plötzlich erfolgender Kollaps eines mit Wassereis gefüllten Kraters formte vor etwa 2,5 Milliarden Jahren auf unserem Nachbarplaneten die Region Aram Chaos. Möglicherweise befindet sich dort heute noch Wassereis im Untergrund.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: EPSC 2013, FU Berlin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_1.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA, THEMIS" width="260"/></a><figcaption>
Diese morpologische Karte zeigt die Region des Aram-Kraters. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA, THEMIS)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Speziell unmittelbar östlich der <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> ist die Oberfläche des Mars von einem Gewirr von kleinen, in alle Richtungen verlaufenden und sich gegenseitig schneidenden Tälern und Schluchten durchzogen. Diese Regionen zeichnen sich zudem durch eine Häufung von unterschiedlich großen Gesteinsblöcken und stark erodierte, tafelbergähnlichen Erhebungen aus, welche über eine Ausdehnung von bis zu zehn Kilometern und über eine relative Höhe von mehreren hundert Metern, stellenweise sogar bis zu einen Kilometer verfügen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bildung dieser &#8222;chaotischen Gebiete&#8220; wird allgemein darauf zurückgeführt, dass sich in der Vergangenheit im Untergrund vorhandenes Eis, Wasser oder Magma verlagerte, wodurch die darüber liegenden Gesteinsschichten zum Einsturz gebracht wurden. Auch die Erosion durch Wind scheint in der Folgezeit eine nicht zu vernachlässigende  Rolle bei der Bildung der heute erkennbaren Geländeformen gespielt zu haben. Der genaue Mechanismus, welcher zu der Entstehung dieser manchmal mehrere hundert Kilometer durchmessenden, chaotischen Regionen führte, ist allerdings bis heute nur ungenügend verstanden. Die chaotischen Gebiete sind deshalb von besonderem Interesse, weil das Verständnis ihrer Entstehung Hinweise auf die Beziehung zwischen den chaotischen Terrains, den Valles Marineris, den Ausflusstälern und der Tiefebene Chryse Planitia geben kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem dieser chaotischen Gebiete handelt es sich um das im Inneren des Aram-Kraters gelegene &#8222;Aram Chaos&#8220;. Der Aram-Krater ist ein 284 Kilometer durchmessender und rund vier Kilometer tiefer Impaktkrater, welcher sich bei 2,5 Grad nördlicher Breite und 338,5 Grad östlicher Länge im östlichen Bereich des Margaritifer Terra befindet. Eine kürzlich vorgestellte Studie zeigt jetzt, dass das Aram Chaos das Produkt eines Prozesses ist, bei dem große Teile des im Inneren des Kraters abgelagerten Wassereises schmolzen und sich anschließend einen Weg in das benachbarte Ausflusstal &#8222;Ares Vallis&#8220; bahnten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_2.jpg" alt="Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung zeigt die Flutkatastrophe im Aram-Krater, welche sowohl zur Bildung der dortigen chaotischen Gebiete als auch zur Entstehung des Aram Valley führte. 
<br>
(Bild: Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren war der ursprüngliche Aram-Krater teilweise mit Wassereis gefüllt, welches von einer zwei Kilometer dicken Schicht aus Sedimenten bedeckt wurde&#8220;, so Manuel Roda von der Universität Utrecht, der Hauptautor der betreffenden Studie. Diese Schicht aus Lockermaterial schützte das Wassereis vor der direkten Sonneneinstrahlung und verhinderte so, dass das Eis verdampfte. Allerdings bot die Sedimentschicht keinen Schutz vor der Wärme aus dem Planeteninneren. Über einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren wurde das Eis langsam von unten her aufgeschmolzen, bis schließlich die über dem Wasser liegende Sedimentschicht instabil wurde und kollabierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch bedingt kam es zu einer schlagartigen Verdrängung von fast 100.000 Kubikkilometern Wasser, was in etwa dem vierfachen Volumen des Baikalsees, des größten Süßwassersees auf der Erde entspricht. Innerhalb weniger Wochen bahnte sich das plötzlich freigesetzte Wasser einen Zugang zu dem weiter östlich gelegenen Ausflusstal Ares Valles. Das dabei geschaffene Verbindungstal verfügte über eine Tiefe von bis zu 2,5 Kilometern und eine Breite von etwa 10 Kilometern. Durch den Abfluss des Wasser wurden am Grund des Kraters die jetzt erkennbaren Talsysteme und die chaotisch angeordneten Blockformationen geschaffen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_3.jpg" alt="Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht" width="260"/></a><figcaption>
Diese Karte zeigt die Umgebung des Aram-Kraters. Deutlich ist das durch eine Flut entstandene, mit dem Namen Aram Valley belegte Verbindungstal zu dem benachbarten Ares Vallis erkennbar. 
<br>
(Bild: Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Eine interessante Folge dieses Ereignisses besteht darin, dass sich möglicherweise immer noch eine Mischung aus Gestein und Wassereis im Untergrund befindet. Diese Schicht war eventuell nie Bedingungen ausgesetzt, die zu einem Schmelzen des Eises führten beziehungsweise es wurde nur eine dünne Schicht aufgeschmolzen, so dass nicht das gesamte darüber befindliche Material kollabierte. Unter der Oberfläche befindliches Wassereis zeugt davon, dass sich der Mars plötzlich in eine kalte, gefrorene Welt verwandelt hat&#8220;, so Manuel Roda. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten sich unter der Oberfläche jedoch noch Vorkommen von flüssigem Wasser befinden, so Manuel Roda weiter, so könnten diese einen potentiellen Lebensraum für eventuell auf dem Mars lebende Mikroorganismen bilden. In einer ausreichenden Tiefe wären sie dort auch vor den harten auf der Marsoberfläche herrschenden Umweltbedingungen, zum Beispiel der dort fast ungehindert einfallenden kosmischen Strahlung geschützt, so Roda weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellte Studie wurde kürzlich auf dem diesjährigen <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">European Planetary Science Congress</a>, einer Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. Bei ihrer Arbeit griffen die beteiligten Wissenschaftler unter anderem auf Aufnahmen der <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Raumsonde <i>Mars Express</i>, zurück. Einige von der HRSC-Kamera erstellte Ansichten des Aram-Kraters finden Sie auf einer entsprechenden Internetseite der <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/mars/hrsc257-AramChaos.php" target="_blank" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.765" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC 2013:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/EPSC2013-195.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Evidence for catastrophic ice lake collapse from Aram Chaos (Mars)</a> (engl.)</li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mars Express: Ein Mosaik der Kasei Valles</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-ein-mosaik-der-kasei-valles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jun 2013 10:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Kasei Valles auf dem Mars. Bei diesem etwa 2.500 Kilometer langen Talsystem handelt es sich um eines der größten Ausflusstalsysteme auf unserem Nachbarplaneten. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, ESA. Bereits seit dem Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Kasei Valles auf dem Mars. Bei diesem etwa 2.500 Kilometer langen Talsystem handelt es sich um eines der größten Ausflusstalsysteme auf unserem Nachbarplaneten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="260"/></a><figcaption>
Die hier gezeigte Übersichtskarte des Mars basiert auf Aufnahmen, welche von der MOC-Kamera an Bord des Marsorbiters Mars Global Surveyor angefertigt wurden. Die Position der Kasei Valles ist markiert. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit dem Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem mit <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumenten</a> regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem der Öffentlichkeit wohl am besten bekannten Instrument an Bord des Marsorbiters dürfte es sich vermutlich um die <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;) handeln. Zum ersten Mal wird durch diese hochauflösende Stereokamera die Oberfläche eines fremden Planeten systematisch in der dritten Dimension und zudem in Farbe abgebildet. Von den 145 Millionen Quadratkilometern der Marsfläche hat die HRSC während der letzten fast zehn Jahre rund 95,5 Prozent in einer Auflösung abgebildet, welche bei mindestens 60 Metern pro Pixel liegt. Etwa 66,8 Prozent der Oberfläche, dies entspricht rund 97 Millionen Quadratkilometern, konnten sogar mit Auflösungen zwischen lediglich 12,5 und 20 Metern erfasst werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein am vergangenen Donnerstag von der ESA veröffentlichtes Mosaik zeigt die Umgebung der Kasei Valles &#8211; einem der größten Ausflusstalsysteme auf dem Mars. Für die Erstellung der Mosaikaufnahme wurden Bilddaten verwendet, welche von der HRSC während 67 verschiedener Umläufe von <i>Mars Express</i> erstellt wurden. Das Mosaik erstreckt sich von 280 bis 310 Grad östlicher Länge und 19 bis 36 Grad nördlicher Breite. Es verfügt über eine Ausdehnung von etwa 987 Kilometern (Nord-Süd-Richtung) mal 1.550 Kilometern (Ost-West-Richtung) und deckt eine Fläche von rund 1,55 Millionen Quadratkilometern ab. Dies entspricht in etwa der Fläche der Mongolei. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kasei Valles</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Ein Nadir-Farbmosaik der Kasei Valles. Das Bild wurde aus 67 Einzelaufnahmen der HRSC zusammengesetzt. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kasei Valles &#8211; &#8222;Kasei&#8220; ist die japanische Bezeichnung für den Planeten Mars &#8211; entspringen in dem unmittelbar nördlich der <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> gelegenen Region Echus Chasma. Von dort aus verlaufen sie in die nordöstliche Richtung und teilen sich in verschiedene Arme auf, welche in den westlichen Bereich der Tiefebene Chryse Planitia münden. Die Gesamtausdehnung des Talsystems von der &#8222;Quelle&#8220; bis zu seiner Mündung beträgt etwa 2.500 Kilometer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde dieses Talsystem durch gigantische Wassermassen geformt, welche in der Vergangenheit &#8211; den von der Erde her bekannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6kulhlaup" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Jökulhlaups</a> ähnelnd &#8211; mehrfach durch vulkanische Aktivitäten in der Tharsis-Region freigesetzt wurden und sich anschließend über die Marsoberfläche ergossen. Allerdings haben auch die erodierende Kraft von Gletschern und vulkanische Ablagerungen ihre Spuren auf dem Grund der Täler und an dessen seitlichen Hängen hinterlassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Oberlauf des Ausflusstals nimmt etwa die Hälfte von dessen Gesamtlänge ein. Das Haupttal erreicht dabei eine Breite von etwa 500 Kilometern. Der Unterlauf spaltet sich zunächst in einen nördlichen und einen südlichen Arm, welcher <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-stoerungszone-sacra-fossae/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Sacra Fossae</a> genannt wird. An den Seitenhängen des Sacra Fossae sind bis zu 30 Kilometer breite Terrassen erkennbar. Auffallend sind dabei einige gewundene Täler, welche sich in die Terrasse am südlichen Talrand hineingeschnitten haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese beiden Arme umschließen eine mit dem Namen Sacra Mensa belegte Formation, die sich wie eine Insel über eine Länge von über 500 Kilometern um bis zu zwei Kilometer über das umgebende Gelände erhebt. Dieser gigantische, stromlinienförmig verlaufende Tafelberg widerstand der Abtragung durch die Wassermassen, welche sich einstmals mit großer Energie durch diese Täler wälzten. Auf diesem Tafelberg sind einige größere Impaktkrater erkennbar, was darauf hindeutet, dass dieser Berg über ein sehr hohes Alter verfügt. Außerdem ist ein Muster von Rissen zu beobachten. Hierbei handelt es sich um kleinere, flache Täler, die entweder auf tektonische Spannungen in der Marskruste oder auf eingestürzte Hohlräume im Untergrund zurückzuführen sind. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_small_3.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA Science Team, ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="196"/></a><figcaption>
Ein farbkodiertes Höhenmodell der abgebildeten Region. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA Science Team, ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bereich des nördlichen Talarms fällt zudem eine etwa 30 Kilometer lange und 10 Kilometer breite ovale Struktur auf, welche sich zur einen Hälfte in den Sacra Mensa und zur anderen Hälfte in die terrassierte Talausbuchtung erstreckt. Wahrscheinlich wurde diese Vertiefung von einem Asteroiden verursacht, welcher hier in einem relativ flachen Winkel auf die Oberfläche traf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch weiter zur Mündung hin spaltet sich das Kasei Vallis in weitere Einzelarme auf, welche dabei ein regelrechtes Delta erzeugen. Auch diese Täler wurden durch die starke erosive Kraft des Wassers und durch die unterschiedliche Beschaffenheit des Untergrunds geschaffen. Verschiedene fluviale Strukturen wie der Grund der Täler, Terrassen und tropfenförmige Inseln sind gut erhalten und über weite Bereiche des Ausflusstals zu finden. Auch im unmittelbaren Mündungsbereich konnte dabei ein Teil der ursprünglichen Marsoberfläche den Wassermassen widerstehen. Im Zentrum einer hier befindlichen Erhebung befindet sich der knapp 100 Kilometer durchmessende Sharanov-Krater. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das weiter oben gezeigte Nadir-Farbmosaik der Kasei Valles wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurden aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten, welches über eine Auflösung von 100 Metern pro Pixel verfügt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062013123048_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick zeigt das Gebiet zwischen Sacra Mensae und dem Sharanov-Krater, welcher hier am oberen Bildrand zu erkennen ist. Die kleineren Impaktkrater entstanden nach der Bildung der Kasei Valles. Bei den dunklen Strukturen handelt es sich um Staub und Sandablagerungen, welche durch den Wind verfrachtet wurden. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt. 
<br>
Die hier gezeigten Aufnahmen der Kasei Valles finden Sie auch auf der entsprechenden Internetseite der <a class="a" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/mars/hrsc606-10JahreMarsExpress.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.750" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mars Express: Der Vulkan Hadriaca Patera</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-vulkan-hadriaca-patera/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 21:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[ESA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen den Vulkan Hadriaca Patera auf dem Mars. Mehrere Talsysteme in dessen Umgebung haben sich vor mehreren Milliarden Jahren unter der Einwirkung von Wasser gebildet. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin. Bereits seit Beginn des Jahres 2004 umkreist die von der Europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen den Vulkan Hadriaca Patera auf dem Mars. Mehrere Talsysteme in dessen Umgebung haben sich vor mehreren Milliarden Jahren unter der Einwirkung von Wasser gebildet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: FU Berlin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21052012233052_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21052012233052_small_1.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="360"/></a><figcaption>
Ein Nadir-Mosaik der HRSC-Kamera zeigt die südliche Region des Vulkans Hadriaca Patera auf dem Mars. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit Beginn des Jahres 2004 umkreist die von der Europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> unseren äußeren Nachbarplaneten, den Mars, und untersucht diesen mit insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumenten</a>. Speziell die <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (HRSC) versorgt dabei sowohl die an der Mission beteiligten Wissenschaftler als auch die interessierte Öffentlichkeit immer wieder mit faszinierenden Detailaufnahmen der Planetenoberfläche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geriet auch die auf der südlichen Planetenhemisphäre gelegene Region rund um den Vulkan Hadriaca Patera des öfteren in das Aufnahmefeld der HRSC-Kamera. Bei dem Hadriaca Patera handelt es sich um einen Schildvulkan, welcher östlich des Impaktbeckens Hellas Planitia gelegen ist. Mit einem Durchmesser von über 300 Kilometern an seiner Basis ist dieser Vulkan in seiner Ausdehnung mit der Inselkette Hawaii, der größten Vulkaninsel auf der Erde, vergleichbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu anderen Schildvulkanen auf dem Mars erreicht Hadriaca Patera allerdings lediglich eine Höhe von etwa einem Kilometer über das umliegende Gelände. Damit gehört der Hadriaca Patera zu einer besonderen Klasse von Vulkanen auf dem Mars &#8211; den sogenannten &#8222;Paterae&#8220; (lat. Patera: flache Schale). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unmittelbar südlich des Hadriaca Patera verlaufen drei markante Flusssysteme: das Dao Vallis, das Niger Vallis und das Harmakhis Vallis (lat. Vallis: Tal). Diese drei Flusstäler sind &#8211; wie auch alle anderen marsianischen Flusssysteme &#8211; in der Gegenwart ausgetrocknet. Allerdings gehen die Planetologen davon aus, dass diese Flusssysteme vor sehr langer Zeit &#8211; die Rede ist hierbei von einem Zeitraum von vor bis zu 3,5 Milliarden Jahren &#8211; zumindestens zeitweise Wasser führten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21052012233052_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21052012233052_small_2.jpg" alt="NASA, JPL, MSSS, ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="191"/></a><figcaption>
Diese Aufnahmen der CTX-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters (MRO) erreichen eine Auflösung von acht Metern pro Pixel und zeigen den Ablauf von Bruchbildung, Kollaps und Erosion im Studiengebiet: a) Verschiedene Spalten im Boden sind hier durch weiße Pfeile verdeutlicht. b) Abgerutschte Blöcke und Restberge im Tal des Niger Vallis. c und d) Kollaps von Randbereichen der Talsenken. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, MSSS, ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prozess, welcher zur Entstehung der Talsysteme führte, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Analog zu dem Geschehen auf der Erde könnten die Täler infolge von ausgedehnten und über längere Zeiträume erfolgenden Regenfällen ausgespült worden sein. Hierfür wäre allerdings erforderlich, dass der Mars über einen längeren Zeitraum über ein Klima verfügte, welches das Auftreten von Wasser im flüssigen Aggregatzustand ermöglichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine alternative Theorie geht davon aus, dass es sich bei dem einwirkenden Wasser um Grundwasser handelte, welches &#8211; gespeist aus längerfristig existenten unterirdischen Quellen &#8211; lediglich sporadisch und in verschiedenen Zeitaltern an die Oberfläche austrat. Eine weitere Hypothese besagt, dass die Täler durch Wasservorkommen geformt wurden, welche durch abrupt abschmelzendes, zuvor unter der Planetenoberfläche befindliches Eis freigesetzt wurden. Dieses könnte zum Beispiel in Folge der bei vulkanischen Aktivitäten auftretenden Wärme geschmolzen sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Sonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.615" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mars Express und die Störungszone Sacra Fossae</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-stoerungszone-sacra-fossae/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 17:03:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflusstal]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Kasei Valles]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 11. November 2008 bildete die hochauflösende HRSC-Stereokamera an Bord der ESA-Sonde Mars Express in ihrem Orbit Nummer 6.241 die Ausflusstäler des Kasei Valles ab. Aus einer Höhe von rund 425 Kilometern erreichte man dabei eine Auflösung von circa 21 Metern pro Pixel. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR, FU Berlin, ESA. Vertont von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 11. November 2008 bildete die hochauflösende HRSC-Stereokamera an Bord der ESA-Sonde Mars Express in ihrem Orbit Nummer 6.241 die Ausflusstäler des Kasei Valles ab. Aus einer Höhe von rund 425 Kilometern erreichte man dabei eine Auflösung von circa 21 Metern pro Pixel.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: DLR, FU Berlin, ESA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2009-11-24-12443.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_small_1.jpg" alt="FU Berlin, MOLA" width="240" height="268"/></a><figcaption>
Topografische Übersichtskarte des Kasei Valles und des Sacra Fossae. 
<br>
(Bild: FU Berlin, MOLA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Kasei Valles stellt eines der größten Ausflusstäler auf dem Mars dar. Es hat seinen Ursprung im unmittelbar nördlich des Valles Marineris gelegenen Echus Chasma und erstreckt sich von dort über eine Länge von fast 3.000 Kilometern bis zum Becken Chryse Planitia in der nördlichen Tiefebene des Mars. Vor vielen Millionen Jahren, so die gängige Theorie, strömte Wasser durch dieses Talsystem und formte dabei charakteristische Geländeformationen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Formationen ist das Sacra Fossae. Hierbei handelt es sich um eine etwa 1.000 Kilometer lange, sogenannte Störungszone im mittleren und nördlichen Bereich des Kasei Valles, welche einen Übergang zwischen diesem und der etwa einen Kilometer höher gelegenen Hochebene Lunae Planum bildet. In ihrem Orbit Nummer 6.241 bildete die Sonde <i>Mars Express</i> am 11. November 2008 ein Gebiet bei 12 Grad nördlicher Breite und 285 Grad östlicher Länge ab. Der hierbei fotografierte Bereich hat eine Ausdehnung von 225 mal 95 Kilometern. Die Planetenoberfläche wurde in diesem Bereich durch tektonische Spannungen beansprucht und zerklüftet, was unter anderem zur Bildung von &#8222;chaotisch&#8220; anmutenden Mustern von sich teilweise kreuzenden Gräben geführt hat. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="239" height="101"/></a><figcaption>
Blick auf das Sacra Fossae und das am unteren Bildrand gelegene Hochland Lunae Planum. Norden befindet sich rechts im Bild. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Norden der abgebildeten Region (Abschnitt 1 im nebenstehenden Bild) befindet sich ein alter, etwa 35 Kilometer durchmessender Impaktkrater. Sein südwestlicher Rand ist im Laufe der Zeit stark erodiert, und an einzelnen Stellen wurde er sogar komplett abgetragen. Diese starke Erosion ist unter anderem auf das Einwirken von Wasser zurückzuführen. Das Ursprungsgebiet der dafür verantwortlichen Wasserströme befindet sich im etwa 850 Kilometer weiter südlich gelegenen Echus Chasma. Der Boden des Einschlagkraters und das westlich liegende Terrain wurden zu einem späteren Zeitpunkt von sehr dünnflüssiger, basaltischer Lava überdeckt. Zu einem noch späteren Zeitpunkt dürfte auch das erneute Auftreten von Wasser eine Rolle bei der Gestaltung der Oberfläche gespielt haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lava hatte ihren Ursprung in der im Westen liegenden Tharsis-Vulkanregion. Der am nächsten gelegene Vulkan dieses Gebietes, der Tharsis Tholus, ist etwa 1.000 Kilometer von der abgebildeten Region des Sacra Fossae entfernt. Die Lava muss über ein wesentlich geringeres Alter als das zerfurchte Hochland der Umgebung verfügen, worauf die glatte, kaum von Kratern bedeckte Oberfläche hinweist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am unteren Bildrand (Bildabschnitt 2) erkennt man sehr gut den Übergang vom Hochland des Lunae Planum zu den einige hundert Meter tiefer liegenden und stark zerklüfteten Gebieten des Sacra Fossae. Entlang des Übergangs befinden sich parallel zur Übergangszone verlaufende Bruchzonen. Infolge von tektonisch bedingten Dehnungskräften in der Kruste des Mars riss die Oberfläche quer zu den vorherrschenden Kraftrichtungen auf und erzeugte das hier erkennbare Muster an parallel verlaufenden und sich stellenweise auch kreuzenden Gräben. Neben tektonischen Aktivitäten wurde dieser Bereich aller Wahrscheinlichkeit nach zusätzlich durch von Wassereinflüssen unterhalb der Oberfläche bedingten Erosionen geformt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Untergrund befindliches Bodenmaterial wurde dabei im Laufe der Zeit durch das Wasser ausgespült und anschließend von diesem abtransportiert. Dieser Vorgang wird auch als Subrosion bezeichnet. Über den dabei entstandenen Hohlräumen gelegene Bodenschichten stürzten in die Tiefe und füllten die Hohlräume teilweise wieder auf. Auf diese Weise bildeten sich diese als &#8222;chaotische Gebiete&#8220; bezeichneten Regionen, welche für viele in den mittleren nördlichen Breiten des Mars gelegenen Orte charakteristisch sind. Auch im Westen der abgebildeten Region (Bildabschnitt 3) fallen viele, zum Teil rechtwinklig zueinander verlaufende Bruchzonen auf. Auch diese Formationen wurden höchstwahrscheinlich durch das Einstürzen von Oberflächenmaterial infolge von Subrosionsprozessen gebildet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112009180350_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="240" height="131"/></a><figcaption>
Ein Blick über die Übergangszone vom Lunae Planum zum Sacra Fossae von Nordosten nach Südwesten. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den schräg auf die Oberfläche des Mars gerichteten Stereo-Kanälen der HRSC-Kamera können realistische, perspektivische Ansichten der Marsoberfläche berechnet werden. Das nebenstehende Bild zeigt einen Blick von Nordosten nach Südwesten. Dominiert wird die Szene im Bildhintergrund von dem als &#8222;chaotischem Gebiet&#8220; bezeichneten Landschaftsmuster. Im linken Bildvordergrund erkennt man zudem einen Talabschnitt. Die Oberfläche wurde in diesem Bereich durch Winderosion geformt, wodurch die gleichmäßig verlaufenden Bodenstrukturen entstanden und die hier vorherrschende Windrichtung erkennbar ist. Die im Bild zu sehenden Höhenunterschiede betragen mehrere hundert Meter bis über einen Kilometer. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.0 " target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Thread (seit Februar 2006)</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.360 " target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-stoerungszone-sacra-fossae/" data-wpel-link="internal">Mars Express und die Störungszone Sacra Fossae</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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