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	<title>CIVA &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>CIVA &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Rosetta sucht nach einem Signal vom Lander Philae</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 21:11:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Batterie]]></category>
		<category><![CDATA[CIVA]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den Kometenlander fortgesetzt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.   Quelle: DLR</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_big-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_a-1.jpg" alt="Die Landeprozedur von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen OSIRIS-Kamera dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae - so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten - konnte bei dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch 'prallte' Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses 'Steigfluges' erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite 'Landung' erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste 'Freiflug' erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten 'Weiterfluges'. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem 'Kopf' des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung des ehemals ebenfalls als potentielle Landeregion ausgewählten Bereiches &quot;B&quot; liegen dürfte.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Die Landeprozedur von Philae wurde mit der<br> an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen <br><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> dokumentiert. Dabei konnte diese<br> Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das<br> Landegestell von Philae &#8211; so die Auswertung<br> der entsprechenden Telemetriedaten &#8211; konnte bei<br> dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der<br> kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch &#8218;prallte&#8216;<br> Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg<br> zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von<br> 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche<br> des Kometen auf. Im Rahmen dieses &#8218;Steigfluges<br>&#8218; erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis<br> zu einem Kilometer über der Oberfläche und<br> legte dabei einer horizontale Distanz von bis<br> zu einem Kilometer zurück, bevor nach <br>110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte. <br>Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben<br> von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste<br> &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa<br> drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal<br> nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz<br> rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum<br> Beginn des ersten &#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo<br> Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte<br> bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt <br>jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem &#8218;Kopf&#8216;<br> des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung <br>des ehemals ebenfalls als potentielle <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-fuenf-landeplatzkandidaten-fuer-philae/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Landeregion ausgewählten Bereiches “B“</a> liegen dürfte.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 12. November 2014 wurde dabei ein weiterer Höhepunkt dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: Der von der Raumsonde <em>Rosetta</em> mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> wurde von <em>Rosetta</em> abgetrennt und erreichte um 16:35 MEZ die Oberfläche des Kometen 67P (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Köln</a>). Dort kam er schließlich nach einer <a href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">dreifachen Landung</a> an einem ungeplanten Standort zum Stehen, welcher aufgrund der dort gegebenen schlechten Beleuchtungsverhältnisse &#8211; die Sonne erreichte den Lander an diesem Standort pro &#8218;Kometentag&#8216; für lediglich etwa eine Stunde &#8211; keine Möglichkeit bot, seine Energiereserven in einem ausreichenden Umfang zu erneuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus einer auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Batterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warten auf ein erneutes Lebenszeichen von <em>Philae</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die Mission von <em>Philae</em> jedoch keineswegs zwingend beendet. Aufgrund der zunehmenden Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des jetzigen Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen immer mehr. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der Lander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwacht und sich reaktiviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<em>Philae</em> erhält zurzeit ungefähr doppelt so viel Sonnenenergie wie im November vergangenen Jahres&#8220;, so der für den Betrieb des Kometenlanders zuständige Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Immerhin ist der Komet derzeit &#8217;nur&#8216; noch rund 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. &#8222;Wahrscheinlich wird es trotzdem noch zu kalt für den Lander sein, um aufzuwachen &#8211; aber ein Versuch ist es wert. Die Chancen steigen mit jedem Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb wird am kommenden Donnerstag, dem 12. März um 05:00 MEZ erstmals die Kommunikationseinheit des <em>Rosetta</em>-Orbiters aktiviert, um den Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Lander durchzuführen. Allerdings, so die Mitarbeiter der Mission, sollten die damit verknüpften Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden, denn es wäre schon sehr viel Glück im Spiel, wenn bereits direkt am 12. März wirklich ein Signal von dem Lander zu empfangen wäre. Eine deutlich realistischere Wahrscheinlichkeit ergibt sich dagegen erst in einigen Monaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sowohl Temperatur- als auch Energiewerte sind entscheidend</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit der Kometenlander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwachen kann müssen nämlich zunächst zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst muss im Inneren des Landers ein Temperaturwert erreicht werden, welcher oberhalb von minus 45 Grad Celsius liegt. Neben einer mehrschichtigen Thermalisolierung (engl. &#8222;Multi Layer Insulation&#8220;) ist <em>Philae</em> zu diesem Zweck mit einem elektrischen Heizsystem ausgerüstet, welches seit dem Übertritt in den derzeitigen Schlafmodus den Großteil der zur Verfügung stehenden Energiereserven beanspruchte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_a.jpg" alt="Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort immer noch nicht ermittelt werden konnte. Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet von Philae. Der Lander würde aus dieser Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera<br> am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die <br>eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche<br> Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort<br> immer noch nicht ermittelt werden konnte. <br>Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung <br>von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet<br> von Philae. Der Lander würde aus dieser <br>Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<em>Philae</em> ist so konstruiert, dass er seit dem November 2014 jedes bisschen Sonnenenergie dafür nutzt, sich aufzuheizen&#8220;, so Dr. Koen Geurts vom DLR.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu diesem zwingend erforderlichen Temperaturwert muss der Lander über seine für die Energiegewinnung zuständigen Solarzellen mit mindestens 5,5 Watt Energie versorgt werden, damit er aufwachen kann. Sobald der Lander feststellt, dass er mit mehr als diesen 5,5 Watt Energie versorgt wird und seine Innentemperatur über den besagten minus 45 Grad Celsius liegt, beendet <em>Philae</em> den derzeitigen Schlafmodus automatisch, heizt sich weiter auf und versucht zudem zusätzlich, seine Batterie zu laden. Bisher fiel die Sonneneinstrahlung an dem mit dem Namen &#8222;Abydos&#8220; belegten finalen Landeplatz zu gering aus, um diesen erforderlichen Mindestwerte zu überschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal aufgewacht, schaltet <em>Philae</em> alle 30 Minuten den Empfänger seines Kommunikationssystems ein und versucht dabei ein Signal von dem Kometenorbiter <em>Rosetta</em> zu empfangen. Diese Aktivierung des Kommunikationssystems kann der Lander bereits bei einem noch sehr niedrigen Energiestand durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass er wach ist&#8220;, erläutert Koen Geurts diese zunächst nur passiv erfolgende Prozedur der Kontaktaufnahme. &#8222;Um uns eine Antwort zu schicken, muss <em>Philae</em> nämlich auch seinen Sender einschalten &#8211; und dafür benötigt er zusätzliche Energie.&#8220; Es könnte also durchaus der Fall eintreten, dass der Lander zwar in 500 Millionen Kilometern Entfernung zu Erde bereits aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist, seine Energiereserven aber noch nicht ausreichen, um sein Kontrollteam auf der Erde darüber in Kenntnis zu setzen. Insgesamt benötigt der Lander 19 Watt, damit er in Betrieb gehen und zudem eine aktive Kommunikation aufnehmen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist geplant, dass <em>Rosetta</em> zunächst bis zum 20. März versuchen wird, einen Kontakt mit <em>Philae</em> herzustellen. Diese Versuche einer Kontaktaufnahme werden dabei zu Zeitpunkten erfolgen, an denen sich <em>Rosetta</em> mehr oder weniger direkt über dem vermuteten Standort des Landers befindet. Zum gleichen Zeitpunkt muss die Kometenoberfläche dabei zudem von der Sonne beleuchtet werden. Denn nur dann &#8217;steht&#8216; <em>Philae</em> direkt im Sonnenlicht und wird über seine Solarpaneele direkt mit Energie versorgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sollten wir bis zum 20. März keinen Kontakt zu <em>Philae</em> aufbauen können, werden wir dies bei der nächsten Gelegenheit wiederholen&#8220;, so Dr. Stephan Ulamec. Die jetzt beginnenden Versuche einer Kontaktaufnahme gehen allerdings von einem optimistisch veranschlagten Szenario aus. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass der Lander erst in den kommenden Monaten über genügend Energie verfügen wird, um auf eine &#8218;Anfrage&#8216; des Orbiters zu reagieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_a.jpg" alt="Diese Aufnahme fertigte die an Bord des Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme fertigte die an Bord des<br> Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am<br> 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist<br> einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blind Commanding</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher konnte der exakte Ort, an dem <em>Philae</em> letztendlich auf der Oberfläche von 67P zum stehen kam, trotz aller Bemühungen noch nicht identifiziert werden. Aus diesem Grund arbeitet das <em>Philae</em>-Operations-Team des DLR derzeit mit den Informationen, welche ihnen die Aufnahmen der CIVA- und der ROLIS-Kamera des Landers sowie die Erfahrungswerte bezüglich der Solarenergie aus dem November 2014 bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir gehen aber davon aus, dass die Solarpaneele von Philae durch etwas abgeschattet werden, was wir auf den bisherigen Bildern nicht sehen können&#8220;, so Dr. Koen Geurts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erstes sollen deshalb immer wieder neue Kommandos an den Lander gesendet werden, welche das Heizen optimieren und den so eingesparten Energieaufwand für die Kommunikation zur Erde zur Verfügung stellen sollen. Selbst wenn <em>Philae</em> noch nicht genügend Energie zur Verfügung hat, um auf die Kontaktrufe des Orbiter zu antworten, könnte der Lander diese Kommandos empfangen und in die Praxis umsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Prozedur wird auch als &#8222;Blindes Kommandieren&#8220; bezeichnet und wurde zuvor an einem Bodenmodell des Landers, welches sich an dem für den Betrieb von <em>Philae</em> zuständigen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.dlr.de/de/rb/forschung-betrieb/infrastruktur/lander-kontrollzentrum-lcc" target="_blank" data-wpel-link="external">Kontrollzentrum</a> &#8211; dem DLR-Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln &#8211; befindet, ausführlich getestet. Aber auch für den Fall, dass die aufladbare Batterie von <em>Philae</em> die jetzt bereits mehrere Monate andauernde Kältephase nicht unbeschadet überstanden hat, wappnen sich die an der Mission beteiligten Ingenieure und Wissenschaftler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir arbeiten gerade daran, dass wir mit dem Lander und den Instrumenten dann zumindest während der Kometentage und somit bei direkter Sonnenbestrahlung arbeiten können&#8220;, so Dr. Koen Geurts weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Telemetriedaten diktieren die weitere Vorgehensweise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wenn <em>Philae</em> nicht nur aufwacht, sondern auch aktiv senden kann, wird der Kometenlander aktuelle Telemetriedaten zur Erde übermitteln, welche den beteiligten Ingenieuren einen Überblick über den gegenwärtigen &#8218;Gesundheitszustand&#8216; des Landers bieten werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_a.jpg" alt="Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet.
(Bild: ESA, ATG medialab)"/></a><figcaption>Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit<br> <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a> ausgestattet.<br>(Bild: ESA, ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Daten werden wir dann auswerten: Wie geht es der aufladbaren Batterie? Funktioniert noch alles am Lander? Welche Temperatur herrscht? Wieviel Energie erhält er?&#8220;, so Koen Geurts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abhängig von diesen Ergebnissen sind auch die weiteren wissenschaftliche Arbeiten, welche dann von <em>Philae</em> noch ausgeführt werden können. Kann die Batterie keine oder nur wenig Energie speichern, so bestimmt die während eines Kometentages zu gewinnende Sonnenenergie, ob man eventuell eine &#8218;abgespeckte&#8216; Version an Messungen durchführen kann. Zurzeit gehen die Wissenschaftler davon aus, dass <em>Philae</em> gegenwärtig während eines Kometentages etwa 1,3 Stunden lang direkt von der Sonne beleuchtet und somit auch mit Energie versorgt wird. Lädt die Batterie hingegen über einen längeren Zeitraum pro Kometentag &#8211; insgesamt dauert ein kompletter Tag-/Nachtzyklus auf 67P 12,4 Stunden &#8211; auf, dann könnte auch während der &#8218;Kometennacht&#8216; gearbeitet werden. In einem solchen Fall könnten beispielsweise auch Langzeitmessungen durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Kometenhüpfer Philae &#8211; Update</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Karger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 00:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach einem langen Tag gestern, der mit einer gewissen Unsicherheit ob des Zustands des Landers zu Ende ging, und einer ebenfalls langen Nacht mit Datenanalyse und Auswertungen von ersten Fotos gab die ESA heute im Pressezentrum des ESOC in Darmstadt um 14:00 Uhr in einem Media Briefing neue Informationen bekannt. Arno Hecker war für Raumfahrer.net [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach einem langen Tag gestern, der mit einer gewissen Unsicherheit ob des Zustands des Landers zu Ende ging, und einer ebenfalls langen Nacht mit Datenanalyse und Auswertungen von ersten Fotos gab die ESA heute im Pressezentrum des ESOC in Darmstadt um 14:00 Uhr in einem Media Briefing neue Informationen bekannt. Arno Hecker war für Raumfahrer.net vor Ort und konnte im Anschluss eine Einschätzung von Jean-Pierre Bibring bekommen. &#8211; UPDATE: Paolo Ferri, Leiter der Missionkontrolle hat neue Informationen bekannt gegeben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Oliver Karger</a>.   Quelle: Raumfahrer.net / ESA / Emily Lakdawalla</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Philae_CIVA_20141113_1-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Philae_CIVA_20141113_1-small.jpg" alt="Die ersten beiden Bilder von CIVA - hier bereits zusammengesetzt. Ein Fuss des Landers ist im Vordergrund zu sehen.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)"/></a><figcaption>Die ersten beiden Bilder von CIVA &#8211; hier bereits zusammengesetzt. <br>Ein Fuss des Landers ist im Vordergrund zu sehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nacht war lang &#8211; so viel stand gleich zu Beginn des Media Briefings fest. Alle Beteiligten schauten etwas müde, aber auch recht zuversichtlich aus. Nachdem gestern aus dem ESOC Hauptkontrollraum (<a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete live</a>) zunächst eine sichere Landung inklusive Verankerung durch die Harpunen bekannt gegeben wurde, musste dies nach etwa einer Stunde vom Team im Landerkontrollraum am DLR in Köln wieder revidiert werden (<a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete ebenfalls live</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Verlauf der Nacht und des heutigen Vormittags haben das Landerteam alle verfügbaren Daten gesichtet und die gestern etwas konfuse Situation um Philae stellt sich heute deutlich klarer da.<br>Nachdem es bereits in der Nacht vor der Landung Schwierigkeiten mit dem Kaltgastriebwerk zum Andrücken von Philae auf der Kometenoberfläche gegeben hatte und dieses dann zur Landung auch tatsächlich nicht zur Verfügung stand, hatten die Harpunen, die Philae eigentlich auf der Kometenoberfläche fest verankern sollten, auch nicht gezündet. Philae konnte sich somit frei bewegen. Es gab jedoch eine Funkverbindung über Rosetta zu Philae, dauernd wurden Telemetriewerte zum Gesundheitszustand des Landers und wissenschaftliche Daten der laufenden Experimente gesendet. Allerdings gab es Schwankungen in der Signalamplitude, die bei einer ruhigen, sich nicht ändernden Position relativ zur Kometenoberfläche nicht hätten auftreten sollen. Ein weiterer Indikator, dass sich Philae tatsächlich nicht einer stabilen Position verankert ist, war eine messbare Rotation um die Längsachse, welche durch das Herunterfahren des Drallrads ausgelöst wurde. Wäre Philae fest verankert gewesen, hätte es keine Drehung geben können.<br><br>Heute Nachmittag gab es dann die Bestätigung &#8211; Philae ist nicht nur einmal gelandet, sondern gleich dreimal. Stephan Ulamec beschrieb die mit einer &#8222;Inflation von Landungen.&#8220; Aus Messungen des Magnetfelds konnten die jeweiligen Flugzeiten zwischen den drei Landungen bestimmt werden. Nach der Separation von Rosetta setzte Philae mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s exakt in der Mitte der vorausberechneten Landeellipse auf. Die wäre die perfekte Punktlandung gewesen. Aufgrund des Ausfalls des Kaltgastriebswerks und der nicht auslösenden Harpunen federte Philae mit einem inelastischen Stoß jedoch mit einer Geschwindigkeit von 48 cm/s wieder hoch und setze nach knapp 2 Stunden etwa 1 km entfernt vom Zielgebiet wieder auf. Die zweite Landung erfolgte vermutlich in der Gegend des ursprünglichen Zielgebiets B. Ein weiterer, kleiner Sprung erfolgte mit einigen cm/s. Nach 7 weiteren Minuten kam Philae endgültig zum Stillstand. Während der gesamten Zeit liefen die Experimente, zeichneten Daten auf und übertrugen sie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/CIVA-Full-Panorama-AnnotedEmilyLakdawalla.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/CIVA-Full-Panorama-AnnotedEmilyLakdawalla-small.jpg" alt="ÇIVAs Sicht um Philae mit Beschriftungen von Emily Lakdawalla.
(Bild: ESA / Rosetta / Philae / ÇIVA / annotated by Emily Lakdawalla)"/></a><figcaption>ÇIVAs Sicht um Philae mit Beschriftungen von Emily <br>Lakdawalla.<br>(Bild: ESA / Rosetta / Philae / ÇIVA / annotated<br>by Emily Lakdawalla)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die weitere Analyse zeigt: die Oberfläche hat eine niedrige Dichte, sie ist porös und nicht hart. Unter diese Bedingungen ist ein Abprall unverständlich. Möglicherweise befindet sich unter einer nicht sehr dicken, porösen Staubschicht härteres Gesteinsmaterial.<br>&#8222;Eine Aufnahme der ROLIS-Kamera an Bord von Philae zeigt auf einem Foto 46 Sekunden vor dem ersten Kontakt eine aktive Oberfläche, die sich dauernd ändert&#8220;, erläutert Stefano Mottola, Principal Investigator der ROLIS Kamera. Die Ursache des Ausfalls der Harpunen ist nach wie vor unbekannt. Das Triggersignal erfolgte jedenfalls, auch die Seilwinden liefen an und stoppten regulär. Beide Treibladungen haben aber nicht gezündet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Signalübertragung verlief bisher fast problemlos. Heute Morgen gab es leichte Störungen im Linkaufbau, die jedoch relativ schnell gelöst werden konnten&#8220;, gibt Stephan Ulamec, Projektverantwortlicher des Philaelanders beim DLR an. Der Kontakt konnte um 07:01 Uhr MEZ wieder hergestellt werden. Je weiter Rosetta über den Horizont kam, desto stabiler wurde die Verbindung und es wurden Telemetrie und wissenschaftliche Daten übertragen. Typischerweise wird es aufgrund des Orbits von Rosetta jeden Tag zwei Kommunikationsfenster mit Philae geben. Koen Geurts, Leiter des Landeteams bestätigt die längere Landeprozedur und erläutert, dass aufgrund der momentanen Orientierung und Lage an einem Gesteinshang die Lichtverhältnisse deutlich bescheidener sind als geplant. Die Solarpanele schauen alle intakt aus, doch statt der geplanten 6 Stunden Sonnenlicht bei einer Umdrehung von 67P sind es nun lediglich anderthalb Stunden. &#8222;Eine gute Nachricht ist, dass während der nächtlichen Funkpause alle geplanten Experimente erfolgreich gelaufen sind und tolle Daten liefern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Planmäßig ging heute morgen um 10:58 Uhr MEZ der Kontakt wieder verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss hebt Holger Sierks, Principal Investigator der OSIRIS-Kamera die Arbeit der Flugdynamiker hervor, die Rosetta mit einer Präzision von weniger 10 mm für die Abtrennung des Landers auf Kurs gebracht haben. OSIRIS hat während des Abstiegs von Philae pro Stunde ein Foto aufgenommen, das letzte etwas 6 Minuten vor dem ersten Touchdown. &#8222;Dies bisher angefertigten Aufnahmen des möglichen Landegebiets sind leider überbelichtet. Beim nächsten Umlauf wollen wir mit geänderten Belichtungsparametern dasselbe Areal erneut fotografieren und dort hoffentlich irgendwo Philae finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jean-Pierre Bibring gibt eine etwas genauere Einschätzung der Lage, welche insbesondere die Ausrichtung von Philae und die daraus resultierenden Konsequenzen betrifft. Erste Fotos vom endgültigen dritten Landeplatz von den ÇIVA-Panorama-Kameras zeigen, dass Philae aufrecht steht, allerdings schräg. Zwei Beine haben Bodenkontakt, eines nicht. &#8222;Die genaue Lage ist noch unklar. Wir versuchen mit weiteren Panoramafotos in den nächsten Stunden diese besser feststellen zu können. Wir werden die Bilder auch auf Bewegungen untersuchen.&#8220; so Bibring. Momentan wird überlegt, ob bei einem bekannten Neigungswinkel eine Aufrichtung möglicherweise mit dem Drallrad möglich ist. &#8222;Sollte sich dies als machbar und erfolgreich umsetzbar herausstellen, kann anschließend eventuell ein neuer Versuch gestartet werden, die Harpunen zu zünden.&#8220; Die etwas unglückliche Ausrichtung des Kometenlanders bedingt allerdings, dass zur Zeit nur Experimente durchgeführt werden, die keine mechanische Bewegung erfordern. Das bedeutet, dass es erstmal keine Untersuchungen mit MUPUS und APXS geben wird. Ebenfalls wird kein Material zum Gaschromatographen gebracht werden. Dennoch, so Bibring weiter, ist seiner Meinung nach die Untersuchung von Bodenproben aus größerer Tiefe unverzichtbar &#8211; wörtlich &#8222;drilling ist not an option&#8220;. &#8222;Meiner Einschätzung nach ist das Bohren auch mit nur zwei Füßen am Boden machbar.&#8220; zeigt die Jean-Pierre Bibring optimistisch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_Philae_ROLIS_40m.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_Philae_ROLIS_40m-small.jpg" alt="Die Kometenoberfläche, aufgenommen aus etwa 40 m Höhe mit dem nach unten schauenden Kamerasystem ROLIS. Die Oberfläche ist bedeckt mit Staub und Steinen im Größenbereich von einigen mm bis m. Der große Block in der oberen rechten Ecke ist etwa 5 m groß. In der gleichen Ecke ist ein Teil eines Landebeins von Philae zu sehen.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)"/></a><figcaption>Die Kometenoberfläche, aufgenommen aus etwa 40 m<br> Höhe mit dem nach unten schauenden Kamerasystem<br> ROLIS. Die Oberfläche ist bedeckt mit Staub und <br>Steinen im Größenbereich von einigen mm bis m.<br> Der große Block in der oberen rechten Ecke ist etwa<br> 5 m groß. In der gleichen Ecke ist ein Teil eines <br>Landebeins von Philae zu sehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_OSIRIS-NAC_Landing_site_50km.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_OSIRIS-NAC_Landing_site_50km-small.jpg" alt="Die primäre Landestelle (rotes Kreuz) aus einem Abstand vom 30 km, aufgenommen von OSIRIS Teleobjektiv vor der Landung. Vermutlich befindet sich Philae nun am massiven Steinhang rechts oberhalb der marktierten ursprünglichen Landestelle innerhalb des Kraters.
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)"/></a><figcaption>Die primäre Landestelle (rotes Kreuz) aus einem<br> Abstand vom 30 km, aufgenommen von OSIRIS<br> Teleobjektiv vor der Landung. Vermutlich befindet sich<br> Philae nun am massiven Steinhang rechts oberhalb<br> der marktierten ursprünglichen Landestelle innerhalb<br> des Kraters.<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/<br>UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des doch recht schattigen Landeplatzes wird voraussichtlich bereits übermorgen die Energieversorgung knapp. &#8222;Ein Teil des Equipments muss auf Temperaturen über -50 °C gehalten werden, um betrieben werden zu können&#8220;, gibt Bibring an. Momentan stehen aufgrund der umliegenden Hügel statt der geplanten 6 Stunden Aufladezeit nur anderthalb Stunden pro Umdrehungszeit von 12 Stunden zur Verfügung stehen. Dies ist eventuell zu wenig Energie, um die Batterien zu laden. Philae wurde allerdings derart konstruiert, dass es durchaus möglich ist, dass nach einem Standby-Zustand ohne Energie der Lander wieder aktiv werden kann. Dazu muss allerdings die Sekundärbatterie zunächst direkt aufgewärmt werden und sich dann laden. Anschließend kann sich Philae per Radioverbindung wieder melden und weiterarbeiten. Die nächsten Tage werden zeigen, ob dies möglich ist. Aktuell sind beide Batteriesystem, sowohl die Primär-, wie auch die Sekundärbatterie in guten Zustand. Für den morgigen Freitag steht genügend Energie zur Verfügung, ab Samstag wird es jedoch schwierig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rosetta ist nach dem Aussetzen von Philae wieder in einem Orbit um 67P/Tschurjumow-Gerassimenko eingeschwenkt und nach wie vor in ausgezeichnetem Zustand. Am Freitagmorgen wird es eine Kurskorrektur geben, um längeren Kontakt zu Philae zu haben. Es bleibt also weiterhin spannend&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschließend noch der augenzwinkernde Hinweis von einem heute sichtlich bewegten Andrea Accomazzo, Flugdirektor von Rosetta, wie sich ein Profi verhält: „Stephan [Ulamec] war nach der Landung schlafen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>UPDATE Freitag, 14.11., 09:42 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Paolo Ferri, Leiter der Missionkontrolle am ESOC in Darmstadt, gibt ein kurzes Status-Update:<br>Es wird noch zwei Überflüge geben, während es Kommunikation gibt. Einer findet gerade jetzt statt, ein weiterer in der kommenden Nacht, bevor die Batterien entladen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man hat bisher alles durchgeführt, was ohne mechanische Bewegung möglich war. Heute Nacht wurde das Experiment MUPUS ausgefahren, es wird nun während des aktuellen Kommunikationslinks eventuell versucht zu Bohren. Dabei kann es passieren, dass die Lage von Philae destabilisiert wird und dabei der Kontakt verloren geht. &#8222;Das Risiko ist es aber wert, da wir alles andere bereits erfolgreich gemacht haben!&#8220;, so Paolo Ferri.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der nächste und möglicherweise letzte Kommunikationslink in der kommenden Nacht auch zustande kommt, wird man versuchen, Philaes Körper etwas zu rotieren, um das größte an Bord befindliche Solarpanel in Richtung Sonne auszurichten. &#8222;Sie wollen es wirklich versuchen! Dies wird das Minimum sein, was wir machen können. Es gibt auch noch weitere verrückte Ideen, aber ich bezweifel, dass wir dafür genügend Energie haben werden. Aber ich habe nicht die Hoffnung verloren, dass sich mit der sich ändernden Jahreszeit oder sogar der Kometenaktivität eine bessere Beleuchtungssituation einstellt und den Lander wiederbelebt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin wurde die erste von zwei Messungen mit dem CONSERT-Instrument über Philae durchgeführt, um mittels Triangulation seine Position bestimmen zu können. Auf Fotos konnte er bisher nicht lokalisiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit das Kurzupdate von Paolo Ferri. Die nächsten Informationen wird es wohl gegen 14:00 Uhr geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schauen Sie nochmal in die Live-Berichterstattung von Spacelivecast und Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://spacelivecast.de/myportal/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">12.11.2014 – Landung auf dem Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" data-wpel-link="internal">12.11.2014 – Philae ist gelandet &#8211; live aus dem ESOC</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" data-wpel-link="internal">12.11.2014 – Philae-Landung – der Plan und Updates aus dem DLR</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie ansonsten im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" data-wpel-link="internal">Der Kometenhüpfer Philae &#8211; Update</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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