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	<title>CMSEO &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>CMSEO &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Chinesische Raumschiffe zur ISS?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/chinesische-raumschiffe-zur-iss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Mar 2012 17:43:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 22. und 23. März 2012 besprach der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) Jean-Jacques Dordain mit dem Leiter der entsprechenden chinesischen Organisation Wang Zhaoyao künftige Möglichkeiten der Kooperation im Bereich der bemannten Raumfahrt. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: AVIATION WEEK, CMSEO. Auf Anregung von Jean-Jacques Dordain traf man sich anlässlich des dritte Starts eines [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 22. und 23. März 2012 besprach der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) Jean-Jacques Dordain mit dem Leiter der entsprechenden chinesischen Organisation Wang Zhaoyao künftige Möglichkeiten der Kooperation im Bereich der bemannten Raumfahrt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: AVIATION WEEK, CMSEO.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032012184303_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032012184303_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Die ISS nach dem Besuch des letzten US-Shuttles 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Anregung von Jean-Jacques Dordain traf man sich anlässlich des dritte Starts eines europäischen Versorgungsschiffs für die Internationale Raumstation (ISS) vom Typ ATV in Kourou in Französisch-Guayana, um einen anhaltenden Dialog und die Errichtung von Grundlagen für eine mögliche chinesisch-europäischen Zusammenarbeit bei der bemannten Raumfahrt zu beginnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil man derzeit einen anderen Andockmechanismus verwende, sei es für chinesische Raumschiffe derzeit nicht möglich, an der ISS anzulegen, berichtete Wang Zhaoyao, der seit Kurzem dem chinesischen Büro für Technik des bemannten Raumflugs (CMSEO, China Manned Space Engineering Office) vorsteht. Man erwartet jedoch, dass Experten von ESA und CMSEO in Kürze eine Arbeitsgruppe einrichten, die sich im kommenden Monat in Paris treffen werde, um die Kompatibilität des Kopplungsmechnismus der chinesischen Shenzhou-Raumschiffe mit einem geplanten universellen Mechanismus an der ISS zu diskutieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bilateralen Gespräche begannen jetzt nur wenige Monate vor der von China beabsichtigen bemannten Mission von Shenzhou 9, die zum ersten bemannten Docking chinesischer Raumschiffe führen soll. Dabei soll das mit drei Personen besetzte Raumschiff laut Wang Zhaoyao an dem seit September 2011 um die Erde kreisenden Stationsmodul Tiangong 1 anlegen, wenn zuvor eine Reihe automatischer und manuell gesteuerter Tests gelingen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Jean-Jacques Dordain berede man eine große Bandbreite gemeinsamer Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt. Eine intensive Zusammenarbeit sei zum Beispiel im Bereich des Trainings von Raumfahrern, bei der Konstruktion von Lebenserhaltungssystemen und einer gemeinsamen Nutzung von Einrichtungen beider Seiten denkbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl derzeit keine konkreten Vorschläge auf dem Tisch lägen, sollten die an der ISS beteiligten Nationen sich einer Zusammenarbeit mit anderen Nationen öffnen. Dabei könne China laut Jean-Jacques Dordain nur schwer ignoriert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zusammenarbeit bei der ISS hält Jean-Jacques Dordain für ein hohes Gut, und er habe keinesfalls die Absicht, irgendetwas zu tun, was diese Partnerschaft beeinträchtigen könnte. Sie könne langfristig jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn sie für andere Kooperationen oder Partner offen sei. China außen vor zu lassen, und die Frage einer Zusammenarbeit mit China gar nicht erst zu stellen, ist laut Jean-Jacques Dordain keine sinnvolle Option. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032012184303_small_2.jpg" alt="CMSEO" width="260"/><figcaption>
Shenzhou 8 und Tiangong 1 &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: CMSEO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 2011 gelang dem unbemannten chinesischen Raumschiff Shenzhou 8 die Annäherung und das Docking an Tiangong 1, und bestand damit wichtige Tests zur Vorbereitung einer bemannten Kopplungsmission im Sommer 2012. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wang Zhaoyao freut sich über die Erfolge, die sich nach vielen Jahren harter Arbeit im chinesischen bemannten Raumfahrtprogramm jetzt eingestellt haben, und brachte seine Zuversicht zum Ausdruck, dass es China gelingen werde, Ende des Jahrzehnts eine eigene (größere) Raumstation zu starten. Wenn die Mission von Shenzhou 9 gelingt, sei man im Besitz sämtlicher erforderlicher Kenntnisse, die für das Annähern und Koppeln zweier Raumfahrzeuge beherrscht werden müssen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032012184303_small_3.jpg" alt="CMSEO" width="260"/><figcaption>
Wang Zhaoyao 
<br>
(Bild: CMSEO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Wang Zhaoyao Anfang 2012 die Führung von Wang Wenbao übernahm, arbeitete er als stellvertretender Direktor der CMSEO. Er sieht die Entwicklung von Hardware für bemannte Mondmissionen nicht als aktuelles Thema, obgleich geplant ist, dass eine erste unbemannte chinesische Sonde 2013 auf dem Mond landen soll. Diese repräsentiere laut Wang Zhaoyao das chinesische Monderforschungsprogramm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2011 hatte sich eine chinesische Delegation unter Leitung von Wang Wenbao in Paris mit Jean-Jacques Dordain getroffen, und Pläne über bevorstehende Raumflugmissionen sowie eine eigene Raumstation vorgestellt. Auf der Internetpräsenz der CMSEO hieß es damals im Nachgang, man habe Austausch und Zusammenarbeit im Bereich der bemannten Raumfahrt intensiv erörtert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Gesprächen mit der ESA diskutiere man, so Wang Zhaoyao jetzt in Kourou weiter, seitens China auch mit der französischen Raumfahrtagentur (CNES) Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei bemannten Programmen. Dabei gehe es insbesondere um raumfahrtmedizinische Aspekte wie die Bestimmung der Vitalfunktionen eines Raumfahrers, beispielsweise die Messung des Blutdrucks. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032012184303_small_4.jpg" alt="CMSEO" width="260"/><figcaption>
Chinesische Raumstation &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: CMSEO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrtaktivitäten gehen jeden an. Davon zeigte sich Wang Zhaoyao überzeugt und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, es werde in Zukunft mehr Zusammenarbeit mit der ESA und anderen europäischen Partnern geben. Ob innerhalb des begonnenen Jahrzehnts ein Chinese die ISS betreten werde, müsse man abwarten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich hält Wang Zhaoyao die Frage eines chinesischen Auftritts auf der ISS nicht für ein Problem der Technologie, sondern für eines der Diplomatie. Unter Bezug auf ein im Jahr 2011 in Kraft getretenes US-amerikanisches Gesetz, das die US-amerikanische Raumfahrtagentur (NASA) an einer Zusammenarbeit mit der CMSEO hindere, verwies Wang Zhaoyao darauf, dass viel vom Verhalten der Vereinigten Staaten von Amerika abhänge. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/chinesische-richtlinien-der-naechsten-5-jahre/" data-wpel-link="internal">Chinesische Richtlinien der nächsten 5 Jahre (30. Dezember 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/shenzhou-8-erneut-an-tiangong-1-angedockt/" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8 erneut an Tiangong 1 angedockt (14. November 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/shenzhou-8-an-tiangong-1-angedockt/" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8 an Tiangong 1 angedockt (02. November 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/shenzhou-8-auf-der-startrampe/" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8 auf der Startrampe (26. Oktober 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tiangong-1-planmaessig-aktiviert/" data-wpel-link="internal">Tiangong 1 planmäßig aktiviert (19. Oktober 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/china-startet-erste-eigene-raumstation/" data-wpel-link="internal">China startet erste eigene Raumstation (29. September 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/chinas-geplante-station-in-fakten-und-zahlen/" data-wpel-link="internal">Chinas geplante Station in Fakten und Zahlen (28. April 2011)</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/chinesische-raumfahrtplaene-der-naechsten-11-jahre/" data-wpel-link="internal">Chinesische Raumfahrtpläne der nächsten 11 Jahre (15. April 2010)</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10467.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Shenzhou 9 </a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9243.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Tiangong 1 &#8211; Chinas erste Raumstation</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Shenzhou 8 startet mit SIMBOX ins All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/shenzhou-8-startet-mit-simbox-ins-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 22:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute um 22.58 Uhr MEZ startete von Jiuquan aus eine Langer Marsch 2F-Rakete mit der Shenzhou 8-Raumkapsel in den Weltraum. Ziel ist die erste Kopplung des chinesischen Weltraumprogramms mit der Raumstation Tiangong 1. Erstmals mit an Bord ist die deutsch-chinesische Experimentieranlage SIMBOX. Erstellt von Daniel Maurat &#38; Ian Benecken &#38; Simon Plasger. Quelle: CCTV, DLR, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Heute um 22.58 Uhr MEZ startete von Jiuquan aus eine <em>Langer Marsch 2F</em>-Rakete mit der <em>Shenzhou 8</em>-Raumkapsel in den Weltraum. Ziel ist die erste Kopplung des chinesischen Weltraumprogramms mit der Raumstation <em>Tiangong 1</em>. Erstmals mit an Bord ist die deutsch-chinesische Experimentieranlage SIMBOX.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von Daniel Maurat &amp; Ian Benecken &amp; Simon Plasger.   Quelle: CCTV, DLR, raumfahrer.net, Uni Hohenheim, Astrium.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/tg1lausnapcctv60.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/tg1lausnapcctv26.jpg" alt="Start von Tiangong 1. (Video)"/></a><figcaption>Start von Tiangong 1. (<a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Tiangong1LauchCCTV.mp4" data-wpel-link="internal">Video</a>)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In den Tagen vor dem Start erfolgten die letzten Vorbereitungen an der deutsch-chinesischen SIMBOX, einer Sammlung von Experimenten. Dazu sagte Dr. Markus Braun vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gegenüber Raumfahrer.net, dass die Arbeiten nach einem genauen Zeitplan abliefen. So schauten sich Mitarbeiter von EADS Astrium alle 40 Experimenteinheiten der Flughardware sehr genau an, bevor diese in die SIMBOX-Anlage eingebaut werden durften. Beispielsweise wurde getestet, ob alle Pumpen und LED-Beleuchtungspaneele funktionstüchtig sowie alle Kammern sauber und wasserdicht geschlossen waren. Der gesamte Zusammenbau der Experimenteinheiten erfolgte gemäß einem „Final-Assembly-Procedure&#8220; genannten Plan. Alle diese Prozeduren wurden präzise gemeinsam vom DLR und ihrem chinesischen Partner, der GESSA (General Establishment of Space Science and Application) abgestimmt und festgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Stunden vor dem Start wurde SIMBOX von Vertretern von DLR und Astrium an die chinesische Bodencrew, die verantwortlich für das &#8222;Launch-Processing&#8220; war, übergeben, welche den geschlossen Inkubator anschließend in das startbereite Shenzhou-8-Raumschiff auf der Startrampe einbaute. Das DLR/Astrium-Team durfte nicht auf die Startrampe, da der gesamte Komplex ein militärisches Sperrgebiet darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald SIMBOX an Bord installiert war (ca. 4,5 Stunden vor Start), wurden die Experimente extern mit Strom versorgt. Erst ca. 45 min vor Start wurde die Experimentierbox über das Versorgungssystem des Shenzhou-Raumschiffes versorgt. Davor bestand während des Transports von der Integrationshalle und den Labors für etwa 2,5 Stunden keine Stromversorgung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Start erfolgte um 22:58 Uhr MEZ von der Startrampe 1 des Startbereiches 4 des <em>Jiuquan Satellite Launch Center</em> in der nordwestchinesischen autonomen Region Innere Mongolei in der Wüste Gobi. Nach 130 Sekunden waren die vier Booster ausgebrannt und wurden von der Rakete gelöst, wobei bei T+100 Sekunden schon der voll funktionsfähige Startrettungsturm abgetrennt wurde. 130 Sekunden nach dem Start folgte die Erststufe, die restliche Nutzlastverkleidung 208 Sekunden nach dem Start. Die Zweitstufe war nach 462 Sekunden Flug ausgebrannt, wobei die Verniertriebwerke noch bis T+583 Sekunden betrieben wurden. Danach wurde die Nutzlast ausgetrennt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/DSC_0036a-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/shenzou8_launch_braun.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Start von Shenzhou 8 aus etwa<br> 1.000 Metern Entfernung<br>(Bild: Dr. Markus Braun)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die eingesetzte Rakete vom Typ Langer Marsch 2F ist die Hauptstütze des bemannten chinesischen Weltraumprogramms. Seit ihrem Erstflug im Jahr 1999 absolvierte sie neun Starts, wobei der bisher letzte am 29. September 2011 die erste chinesische Raumstation, <em>Tiangong 1</em>, ins All transportierte. Die <em>Langer Marsch 2F</em> basiert dabei auf der wenig erfolgreichen <em>Langer Marsch 2E</em>, wurde aber im Gegensatz zu ihr stark modifiziert, vor allem die Zweitstufe, die für die <em>Shenzhou</em>-Raumschiffe verstärkt wurde. Auch wurden die startkritischen Systeme, so etwa die Subsysteme der Triebwerke, redundant ausgelegt. Die größte Veränderung war eine neue Nutzlastverkleidung, die stark der der russischen <em>Sojus-FG</em>-Rakete bei bemannten Starts ähnelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gestartete Nutzlast ist das unbemannte Raumschiff <em>Shenzhou 8</em>. Die <em>Shenzhou</em>-Raumschiffe sind vergrößerte und modernisierte Versionen des russischen <em>Sojus</em>-Raumschiffes, das schon seit 1967 alle russischen Kosmonauten in den Weltraum bringt. Erstmalig ist die Shenzhou 8 mit einem Kopplungsstutzen ausgerüstet, der dem russischen androgynen <em>APAS 89</em>-Kopplungsstutzen ähnelt, der auch im amerikanischen Space Shuttle genutzt wurde. Im Gegensatz zum Original wurde das chinesische Produkt vergrößert, damit größere Elemente die Luke passieren können. Die Mission von <em>Shenzhou 8</em> besteht darin, an die vor einem Monat gestartete chinesische Raumstation <em>Tiangong 1</em> zu koppeln. Es wird der erste Versuch Chinas sein, zwei Raumschiffe miteinander zu koppeln. Dafür nutzt man auch ein eigenes Laserentfernungssystem, das in vom Prinzip her auch im europäischen <em>ATV</em> verwendet wird. Die Kopplung erfolgt ähnlich wie bei den russischen Systemen <em>Sojus</em> und <em>Progress</em>. Dieser Flug ist gleichzeitig auch eine Testmission für die nächsten zwei Flüge zur Raumstation, nämlich <em>Shenzhou 9</em> und <em>Shenzhou 10</em>. Diese beiden Flüge werden bemannt sein.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/tiangong_shenzhou.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/tiangong_shenzhou.jpg" alt="Die Raumstation Tiangong 1 (links) mit anfliegendem Shenzhou-Raumschiff (rechts).
(Bild: China Manned Space Engineering Office)"/></a><figcaption>Die Raumstation <em>Tiangong 1</em> (links) mit anfliegendem <br><em>Shenzhou</em>-Raumschiff (rechts).<br>(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel der Mission ist die chinesische Raumstation <em>Tiangong 1</em>. Sie ist eine umgebaute Version des <em>Shenzhou</em>-Raumschiffes. Man modifizierte das Service-Modul von Shenzhou für einen längeren Aufenthalt im Orbit und baute ein neues Orbitalmodul darauf. Die Raumstation an sich ist 9 m lang, hat einen Durchmesser von maximal 2,8 m und wiegt voll betankt und beladen 8,4 Tonnen. Am Service-Modul ist ein Paar von Solarzellen befestigt, welche etwas größer ist als das von Shenzhou. Das Orbitalmodul ist im Volumen in etwa vergleichbar mit dem ISS-Modul <em>Rasswjet</em>. Genauso wie <em>Shenzhou</em> besitzt es einen androgynen Kopplungsadapter, der dem <em>APAS 89</em> ähnelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">37 Minuten nach dem Start nahm die SIMBOX ihren Betrieb auf und sendete erste Telemetrie-Daten zum Boden. Von nun an werden am Tag mindestens 5 Übertragungszeiten von jeweils 15 Minuten Dauer für die Übertragung von wichtigen Informationen der Experimentierbox. Diese Daten sind wichtig für die sich am Boden befindende Kontrollbox. Eine detaillierte wissenschaftliche Auswertung der Experimente kann jedoch erst nach erfolgreicher Landung und Bergung erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage nach dem Start, am Mittwoch, dem 2. November Mitteleuropäischer Zeit, wird voraussichtlich, nach derzeitigem Kenntnisstand von Raumfahrer.net, die Kopplung von <em>Shenzhou 8</em> mit der chinesischen Raumstation <em>Tiangong 1</em> erfolgen. Davor sind aber fünf verschieden lange Orbitmanöver nötig, um die Umlaufbahnen von Raumstation und Raumschiff aneinander anzugleichen. Der exakte Zeitpunkt der Kopplung wird abhängig von dem Erfolg des Missionsverlaufs der ersten zwei Tage sein. Nach dem erfolgreichen Ankoppeln wird <em>Shenzhou 8</em> 12 Tage mit <em>Tiangong 1</em> verbunden bleiben. Danach wird <em>Shenzhou 8</em> abkoppeln und ein Wiederankopplungsmanöver durchführen und zwei weitere Tage an der Station angekoppelt bleiben. Schließlich wird <em>Shenzhou 8</em> ein letztes Mal von der Station abkoppeln und kurz danach voraussichtlich ca. 300 km entfernt von Peking via Fallschirm landen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/simbox_prelaunch.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/simbox_prelaunch.jpg" alt="SIMBOX bei den Startvorbereitungen
(Bild: DLR/EADS Astrium)"/></a><figcaption>SIMBOX bei den Startvorbereitungen<br>(Bild: DLR/EADS Astrium)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">SIMBOX ist eine Kooperation zwischen dem DLR und der chinesischen Raumfahrtagentur für bemannte Flüge (<em>CMSEO</em>). Die 34,6 kg schwere Box mit 37 Litern Volumen beherbergt 40 Experimentierkistchen, deren Größe jeweils der einer Zigarettenschachtel entspricht. Insgesamt 17 Experimente aus verschiedenen Bereichen der Biologie sollen das Wissen über das Verhalten von Zellen in der Schwerelosigkeit erweitern. Auch werden unter anderem Schnecken und Algen in einem geschlossenen Ökosystem untersucht. Mehr Informationen zu den wissenschaftlichen Zielen von SIMBOX finden Sie in unserem detaillierten <a href="https://www.raumfahrer.net/das-deutsch-chinesische-gemeinschaftsprojekt-simbox/" data-wpel-link="internal">Bericht</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Vielen Dank für die ausführlichen Infos an Dr. Markus Braun vom DLR und Florian Kohn von der Universität Hohenheim.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10317.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3485.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Chinas bemannte Raumfahrt</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10410.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kooperation mit China im Raumfahrtbereich?</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Blog der Universität Hohenheim zum Thema SIMBOX und Shenzou 8</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Bilder finden Sie in unserer <strong><a href="https://media.raumfahrer.net/index.php?/category/565" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mediengalerie</a></strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/shenzhou-8-startet-mit-simbox-ins-all/" data-wpel-link="internal">Shenzhou 8 startet mit SIMBOX ins All</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<title>Shenzhou 7</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/shenzhou-7/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Taikonauten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chinas dritter bemannter Raumflug war ein weiteres Novum für das Reich der Mitte: neben der ersten Drei-Mann-Besatzung führe man auch den ersten chinesischen Weltraumausstieg durch. Ein Beitrag von Daniel Maurat und Günther Glatzel. Quelle: China Manned Space Engineering Office. Vorgeschichte Schon kurz nach der Landung von Shenzhou 6 im Jahr 2005 war schnell klar, dass [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Chinas dritter bemannter Raumflug war ein weiteres Novum für das Reich der Mitte: neben der ersten Drei-Mann-Besatzung führe man auch den ersten chinesischen Weltraumausstieg durch.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Maurat und Günther Glatzel. Quelle: China Manned Space Engineering Office.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorgeschichte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon kurz nach der Landung von <em>Shenzhou 6</em> im Jahr 2005 war schnell klar, dass die nächste Mission einen Weltraumausstieg durchgeführt werden sollte. Auch war das Startdatum schnell festgelegt: da Peking im August 2008 die Olympischen Sommerspiele ausrichten sollte und so die Augen der ganzen Welt auf China gerichtet wären. Man begann also schnell damit, die Raumkapsel zu bauen. Eine Besonderheit der Kapsel war, dass sie, im Gegensatz zu ihren Vorgängern, kein autonom betreibbares Orbitalmodul verfügte. Ab dieser Mission sollte das Lageregelungssystem und die Solarpaneele weggelassen werden. Hinzugefügt wurde aber eine Luke, durch die das Orbitalmodul zu einer Schleuse wurde, durch die man in den Weltraum aussteigen konnte. Im September 2007 war die Kapsel fertiggestellt und wurde im Laufe der nächsten Monate ausgiebig getestet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7trainingChinaMannedSpaceEngOffice.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7trainingChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg" alt="" class="wp-image-65687"/></a><figcaption>Training für den Außenbordeinsatz im Tauchbecken des Pekinger Ausbildungszentrums.
(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Zeit wurden eine Reihe von Taikonauten für den Raumflug vorbereitet, Dazu wurde sogar im Trainingszentrum in Peking ein Tauchbecken, ähnlich denen in anderen Ausbildungszentren, etwa Houston, Moskau oder Köln, angelegt. In dieses wurde eine Attrappe des Orbitalmodules versenkt, an dem die Taikonauten üben konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>Shenzhou 7</em> sollte eine weitere Nutzlast gestartet werden: der Satellit <em>BanXing 1</em> (chin. für Begleitsatellit) wurde zunächst an der Front des Orbitalmoduls befestigt und sollte im Weltraum ausgesetzt werden. Danach sollten Raumschiff und Satellit einen Formationsflug durchführen, welcher als Test für ein Rendezvous-Manöver zwischen einem <em>Shenzhou</em>-Raumschiff und einer Raumstation zu sehen ist. Zudem sollte er Bilder vom Raumschiff im Erdorbit machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Novum für China bei dieser Mission sollte die Benutzung eines Datenübertragungssatelliten sein. Dazu startete man im August den Relaissatelliten <em>Tianlian 1</em> in einen geostationären Orbit. Dieser soll, gemeinsam mit anderen Satelliten, später auch zur Datenübertragung mit der chinesischen Raumstation <em>Tiangong</em> genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Startvorbereitungen</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7crewChinaMannedSpaceEngOffice.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="238" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7crewChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg" alt="" class="wp-image-65681"/></a><figcaption>Die Besatzung von Shenzhou 7. Von links nach rechts: Jing Haipeng, Zhai Zhigang und Liu Boming.
(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Raumschiff wurde am 10 Juli 2008 nach Jiuquan gebracht und dort einer Reihe von Tests unterzogen. Am 6. August folger der Nutzlast die Trägerrakete, die <em>Langer Marsch 2F</em>. Ihre Einzelteile wurden zum <em>VAB</em> des Startgelände <em>SLS 1</em> der <em>Launch Area 4</em> des Weltraumbahnhofes Jiuquan gebracht. Am 6. September war die Betankung des Raumschiffes abgeschlossen, kam in ihre Nutzlastverkleidung und wurde zwölf Tage später, am 18 September, auf die Rakete montiert. Zwei Tage zuvor, am 16. September wurde die Crew des Fluges verkündet. Diese war:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong>Zhai Zhigang</strong>, Kommandant (sollte den Weltraumausstieg durchführen)</li><li><strong>Liu Boming</strong>, Flugingenieur (assistierte Zhai beim Ausstieg und steig auch kurz aus)</li><li><strong>Jing Haipeng</strong>, Pilot (blieb während des Weltraumausstiegs in der Landekapsel)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab auch eine Backup-Besatzung, falls ein Mitglied der Stammbesatzung ausfallen sollte. Diese bestand aus den beiden Mitgliedern von <em>Shenzhou 6</em>, Nie Haisheng und Fei Julong, sowie aus Chen Quan als Kommandant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. September 2008 wurde die fertig montierte Rakete aus dem <em>VAB</em> zu ihrem Startturm transportiert. Dort wurde die Rakete betankt und für den Start getestet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7lauChinaMannedSpaceEngOffice.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7lauChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg" alt="" class="wp-image-65683"/></a><figcaption>Start von Shenzhou 7 am 25. September 2008 von Jiuquan.
(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Start (25. September)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa drei Stunden vor dem Start am 25. September 2008 stieg die Besatzung in ihr Raumschiff ein. Während der Wartezeit bis zum Start überprüften sie immer wieder die verschiedenen Systeme des Raumschiffes. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start wurde eine Reihe von Arbeitsplattformen zurückgefahren und an der Rakete waren nur noch Treibstoff-, Strom- und Datenleitungen. Diese wurden eine Minute vor dem Start zurückgefahren. Der Start erfolgte schließlich um 21:10.04 Uhr Ortszeit (15:10.04 MESZ). Der Start wurde dabei im Fernsehen übertragen. Nach 583 Sekunden Flug wurde das Raumschiff auf seine Umlaufbahn ausgesetzt und konnte mit seiner Mission beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraumaktivitäten</strong> (Günther Glatzel, September 2008)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tag 2 (26. September)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während im chinesischen Fernsehen häufige Sondersendungen zu Themen der Raumfahrt ausgestrahlt und die Zuschauer über alltäglich erscheinende Fragen wie das Einnehmen von Mahlzeiten in der Schwerelosigkeit informiert werden, bereiten die Raumfahrer Zhai Zhigang, Liu Boming und Jing Haipeng den geplanten Ausstieg vor. Noch am Freitag wurde mit einer zweiminütigen Zündung der Orbitaltriebwerke des Raumschiffes aus dem leicht elliptischen Orbit ein weitgehend kreisförmiger gemacht. Gegenwärtig fliegt Shenzhou 7 in etwa 343 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 42 Grad. Durch diese Inklination ist es (fast) unmöglich, das Raumschiff von Deutschland aus zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den gesamten heutigen Tag über ist die Besatzung damit beschäftigt, die beiden Raumanzüge auszupacken, zu montieren und probeweise anzulegen. Was man auf der Erde wegen der Schwerelosigkeit nicht trainieren konnte, wird jetzt nachgeholt. Dabei sollen die Taikonauten auch ein Gefühl dafür bekommen, wie sich der Anzug in der Schwerelosigkeit anlegen lässt und wie er sich anfühlt. Für morgen früh, ab 10:30 Uhr MESZ, ist der mittlerweile nur noch mit 20 Minuten Dauer angegebene Ausstieg geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der gesamten Mission werden Bahnverfolgung per Radar sowie Sprach-, Bild- und Datenkommunikation über Bodenstationen und sechs spezielle Schiffe vom Typ Yuanwang (dt. weiter Blick) sichergestellt. Außerdem befindet sich seit April der Relaissatellit Tianlian im Orbit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Zahlen und Fakten zur laufenden Shenzhou-Mission</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das an sich für maximal 5 Tage lange Flüge entworfene Raumschiff besteht aus 3 zentralen Komponenten, dem Orbitalmodul, das als Schleuse für den geplanten Ausstieg dient, dem Wiedereintrittsmodul, in dem sich die Besatzung bei Start und Landung aufhält, und dem Antriebsmodul, das die raumflugtechnischen Anlagen enthält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wissenschaftler, Ingenieure und das an der Mission beteiligte Bodenpersonal sind 8 Systembereichen zugeordnet. Diese Bereiche sind zuständig für</p>



<ul class="wp-block-list"><li>die Taikonauten,</li><li>die Weltraumanwendungen,</li><li>das bemannte Raumfahrzeug,</li><li>die Startrakete,</li><li>die Startplattform,</li><li>die Fernsteuer- und Kommunikationsanlagen,</li><li>das Landesystem und</li><li>die Weltraumlabortechnik.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der geplante Ausstieg soll 30 Minuten dauern, aber es wird fast 15 Stunden brauchen, den Raumanzug vorzubereiten und anzuziehen. Zum Programm der geplanten EVA gehört auch, eine auf der Erde 3 Kilo schwere Schmiermittelexperimentapparatur, die außen am Raumschiff montiert ist, ins Innere zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">30 verschiedene Pläne wurden für den Fall entwickelt, dass es bei der EVA zu einem Notfall kommen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 80 verschiedenen Speisevarianten können sich die Raumfahrer während der Mission stärken. Beim vorausgegangenen Flug im Jahr 2005 gab es nur 50 Varianten zur Auswahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tag 3 (27. September)</strong> (<em>Ausstieg</em>) Nachdem gestern die Raumanzüge montiert und getestet wurden, schlossen die Taikonauten Zhai Zhigang und Liu Boming heute gegen 7:30 Uhr MESZ im Schleusenmodul die Luke zum Rückkehrmodul, in dem Jing Haipeng allein verblieb. Nach Überprüfung der Dichtheit stiegen Zhai und Liu in ihre Raumanzüge. Der chinesische Anzug besitzt 10 verschiedene Lagen, um den Raumfahrer zu schützen und hat eine Masse von etwa 120 kg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen 9:30 Uhr MESZ begann das Ablassen der Luft aus dem Schleusenmodul. Es wurden Livebilder sowohl aus dem Schleusenmodul als auch aus der Rückkehrkapsel gezeigt. Die 85 cm große Luke soll gegen 10:30 Uhr MESZ geöffnet werden. Zhai soll danach etwa eine halbe Stunde außenbords arbeiten. Dabei soll er ein an der Außenseite befestigtes Experiment demontieren und in das Raumschiff mitnehmen. Liu verbleibt derweil im entkomprimierten Schleusenmodul, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Er trägt im Unterschied zu Zhai einen bewährten Raumanzug russischer Bauart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor den direkten Vorbereitungen des Ausstiegs wurde allen drei Taikonauten via Telemedizin eine gesunde physische Verfassung bescheinigt. Außerdem sicherte bzw. verstaute man alle losen Gegenstände im Schleusenmodul. Dieses wird komplett enthermetisiert. Flüssigkeiten, beispielsweise in offenen Speisebehältern, würden im luftleeren Raum sofort zu sieden beginnen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ZhaiZhigangEVAsh7cctv.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ZhaiZhigangEVAsh7cctv26.jpg" alt="" class="wp-image-65689"/></a><figcaption>Zhai Zhigang bei seiner EVA, aufgenommen von einer Kamera am Shenzhou-Raumschiff. In seiner Hand eine Flagge der Volksrepublik China.
(Bild: CCTV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ablauf:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:24 Uhr</em> Gerade wurde im CCTV gesagt, dass der Druck im Anzug 40 kPa beträgt. Das sind etwa 40% des normalen Luftdrucks auf der Erde von 101,3 kPa. Der Raumfahrer atmet demnach ein Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch mit jeweils etwa 50% Anteil. Der geringere Druck verbessert die Beweglichkeit des Anzuges. Zur Vorbereitung musste Zhai aber längere Zeit bereits dieses Gemisch atmen, um den zu viel im Blut gelösten Stickstoff aus dem Organismus zu bekommen. Andernfalls würde der Stickstoff Bläschen im Blut bilden, die Kapillaren verstopfen können, was eine lebensgefährliche Situation bedeutete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:32 Uhr</em> Zhai Zhigang meldet, dass er in guter Verfassung ist. Wichtige Lebensfunktionen der Taikonauten werden am Boden überwacht. Dazu trägt der Raumfahrer eine Reihe spezieller Sensoren. Vor drei Minuten waren kurz die Herztöne eines Taikonauten zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:34 Uhr</em> Das Kommando erfolgt: &#8222;Luke öffnen!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:39 Uhr</em> Die Luke ist offen. Mehrere kleine Gegenstände fliegen mit der entweichenden Restluft davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:42 Uhr</em> Die Luke ist arretiert. Zhai verlässt ganz langsam das Raumschiff. Der Raumanzug ist an seiner breitesten Stelle nur 2 cm schmaler als die Luke. Der 298. Ausstieg von Menschen ins All beginnt. Willkommen China!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:46 Uhr</em> Nach ein paar bedeutsamen Worten hat Zhai das Raumschiff verlassen, zwei Sicherungsleinen befestigt und hangelt sich an der Außenseite entlang. Danach geht die Bildverbindung kurzzeitig verloren. Anschließend schaut auch Liu aus der Luke und überreicht Zhai eine chinesische Flagge, die dieser mehrmals schwenkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:56 Uhr</em> Nach der Bergung eines kleinen Experimentes steigt Zhai zurück in das Raumschiff. Liu sorgt dabei dafür, dass die Versorgungsleitung nirgendwo eingeklemmt oder geknickt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:58 Uhr</em> Zhai Zhigang ist zurück im Schiff.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10:59 Uhr</em> Die Luke ist geschlossen. Der Ausstieg verlief erfolgreich. Er dauerte etwa 20 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Zhai in der geöffneten Luke &#8222;stand&#8220; sagte er sinngemäß, er fühle sich gut, er grüße alle Menschen in seinem Land und in der Welt, sein Land setze Vertrauen in ihn und er und sein Team würden die Mission erfolgreich abschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig war noch, dass Zhai beim Öffnen der Luke mehrmals ansetzen musste. Offenbar war der Innendruck noch so hoch, dass man sich ordentlich abstützen musste, um die Luke richtig öffnen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liu Boming schaute mindestens bis zur Hüfte aus der Luke heraus, so dass sicherlich auch sein Einsatz als EVA gerechnet werden wird.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7lviaBanxing1ChinaMannedSpaceEngOffice.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7lviaBanxing1ChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg" alt="" class="wp-image-65685"/></a><figcaption>Shenzhou 7, aufgenommen vom Subsatelliten Banxing 1
(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Experiment, das Zhai demontierte und Liu übergab, ist ein Materialexperiment. Die untersuchten Stoffe (Graphitschmiere) wurden etwa 40 Stunden den Temperatur- und Strahlungsbedingungen des offenen Raumes unmittelbar ausgesetzt. Die Demontage gestaltete sich einfach, da die Platine offenbar mittels Schnellverschluss gesichert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Live-Übertragung von Bildern vom Ausstieg waren zwei Kameras an der Außenseite des Raumschiffes in Betrieb. Die Funkverbindung zur Erde wurde über verschiedene Stationen sichergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wiederbefüllen des Schleusenmoduls aus speziellen Druckgasflaschen geschah in mehreren Schritten: 40 kPa, 80 kPa, 101 kPa. Vor und nach jedem Schritt wurden Dichtheitsmessungen vorgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das modifizierte Orbitalmodul besitzt im Unterschied zu dem Varianten bei Shenzhou 5 und 6 keine Solarpaneele, keine Lageregelungstriebwerke und keine Subsysteme für einen unabhängigen Flug. Stattdessen sind außen fünf Gasflaschen, zwei Kameras, Handläufe und ein Subsatellit angebracht. Und natürlich gibt es eine Luke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Subsatellit Tianniann 1 hat eine Masse von 40 kg und soll nach der EVA freigesetzt werden. Mit seiner Kamera sollen Aufnahmen des im Raum befindlichen Shenzhou-Raumschiffes angefertigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz nach dem Wiedereinstieg zeigte eine Außenkamera einen wunderschönen Sonnenuntergang.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7endChinaMannedSpaceEngOffice.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="321" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7endChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg" alt="" class="wp-image-65694" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7endChinaMannedSpaceEngOffice26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/sh7endChinaMannedSpaceEngOffice26-243x300.jpg 243w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Die Kapsel von Shenzhou 7 wieder auf der Erde. Zhai Zhigang wird gerade geholfen aus dem Raumschiff auszusteigen.
(Bild: China Manned Space Engineering Office)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Landung (28. September)</strong> (Günther Glatzel, September 2008)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abtrennen der Ausstiegsschleuse, dem erfolgreichen Bremsmanöver und der Abtrennung der Techniksektion tauchte die Kapsel in die dichten Schichten der Erdatmosphäre ein und wurde durch sie gebremst. Die umgebende Luft wurde dabei zu einem etwa 2000 °C heißes Plasma. Kühlung wird erreicht, indem eine an der Unterseite der Kapsel angebrachten Schutzschicht schmilzt und verdampft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei erheblich niedrigerer Geschwindigkeit und Höhe, etwa 10 Kilometer über dem Boden, öffneten sich dann nacheinander 3 immer größere Fallschirme, welche die weitere Abbremsung aus dem freien Fall übernahmen. Kurz vor dem Aufsetzen wurden schließlich automatisch mehrere Feststofftriebwerke gezündet, welche die Aufsetzgeschwindigkeit auf wenige Meter pro Sekunde verringerten. Zusätzlich wurde der Stoß durch Schockabsorber gemindert. Nach dem Aufsetzen, um 11:37 Uhr MESZ wurde die Verbindung zum großen Landefallschirm gelöst. Die drei Raumfahrer sind in guter Verfassung und verließen kurz vor 12:30 Uhr MESZ die auf der Seite liegende Landekapsel. Das Landegebiet wurde so gewählt, dass man in einer trockenen, menschenleeren Gegend niedergeht und auch die Gefahr der Kollision mit Strommasten oder Bäumen nicht besteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ging nach 2 Tagen, 20 Stunden und 27 Minuten der dritte chinesische Raumflug erfolgreich zu Ende. Die weiteren Pläne sehen den Start eines Zielsatelliten, der als kurzzeitig bemannbare Mini-Raumstation dienen soll vor. Nach einer unbemannten Kopplung soll dann mit Shenzhou 10 die erste Besatzung einziehen. Diesem Unternehmen sollen bis 2015 mehrere weitere folgen. Allerdings kann man bei der Entwicklung neuer Technologien nicht genau sagen, ob und wann sich die Konzepte so umsetzen lassen.</p>



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