<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>DDR &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<atom:link href="https://www.raumfahrer.net/tag/ddr/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 Apr 2024 19:11:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cropped-R-Logo-neu-o-512-32x32.png</url>
	<title>DDR &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>FAU: Bereit für die Forschung im virtuellen Observatorium</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fau-bereit-fuer-die-forschung-im-virtuellen-observatorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2022 17:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenhimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[AIP]]></category>
		<category><![CDATA[APPLAUSE]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[DFG]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[FAU]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoplatte]]></category>
		<category><![CDATA[HD49798]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Schwarzschild-Observatorium]]></category>
		<category><![CDATA[Sternwarte Bamberg]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Hamburg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=112932</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lauter kleine Punkte, ein Muster ist nicht zu erkennen: Was für Laien lediglich weißgraue Fotos mit versprengten Krümeln sind, lässt Astronomenherzen höherschlagen. Die Rede ist von historischen Fotoplatten, die den Sternenhimmel als Negativ zeigen. Zusammen mit dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam sowie den Universitäten Hamburg und Tartu (Estland) haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/fau-bereit-fuer-die-forschung-im-virtuellen-observatorium/" data-wpel-link="internal">FAU: Bereit für die Forschung im virtuellen Observatorium</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Lauter kleine Punkte, ein Muster ist nicht zu erkennen: Was für Laien lediglich weißgraue Fotos mit versprengten Krümeln sind, lässt Astronomenherzen höherschlagen. Die Rede ist von historischen Fotoplatten, die den Sternenhimmel als Negativ zeigen. Zusammen mit dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam sowie den Universitäten Hamburg und Tartu (Estland) haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) die astronomischen Aufnahmen digitalisiert und online veröffentlicht – nach zehn Jahren wurde das Projekt dank der finanziellen Unterstützung durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nun erfolgreich abgeschlossen. Eine Pressemitteilung der FAU.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) 4. Juli 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PlejadenFAUAPPLAUSE.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eines der ersten, noch experimentellen Foto-Negative der Dr.-Remeis-Sternwarte: Die Plejaden, landläufig bekannt als Siebengestirn, aufgenommen am 30. September 1913 auf einer 12 mal 12 Zentimeter großen Fotoplatte. Die Astronomen nutzen grundsätzlich für ihre Himmelskartierungen Negative, daher erscheinen die Himmelsobjekte als schwarze Punkte. (Bild : FAU/APPLAUSE)" data-rl_caption="" title="Eines der ersten, noch experimentellen Foto-Negative der Dr.-Remeis-Sternwarte: Die Plejaden, landläufig bekannt als Siebengestirn, aufgenommen am 30. September 1913 auf einer 12 mal 12 Zentimeter großen Fotoplatte. Die Astronomen nutzen grundsätzlich für ihre Himmelskartierungen Negative, daher erscheinen die Himmelsobjekte als schwarze Punkte. (Bild : FAU/APPLAUSE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PlejadenFAUAPPLAUSE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eines der ersten, noch experimentellen Foto-Negative der Dr.-Remeis-Sternwarte: Die Plejaden, landläufig bekannt als Siebengestirn, aufgenommen am 30. September 1913 auf einer 12 mal 12 Zentimeter großen Fotoplatte. Die Astronomen nutzen grundsätzlich für ihre Himmelskartierungen Negative, daher erscheinen die Himmelsobjekte als schwarze Punkte. (Bild: FAU/APPLAUSE)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">4. Juli 2022 &#8211; Auch wenn die ältesten Aufnahmen „nur“ 129 Jahre alt sind – im Vergleich zu Maßstäben, die ansonsten in der Astronomie gelten, wahrlich ein winziger Augenblick –, sind sie von historischem Wert und bergen sie wissenschaftliche Schätze. Denn nur mit solchen Aufnahmen können heutige Astronominnen und Astronomen gleich über mehrere Jahrzehnte hinweg untersuchen, wie sich Sterne bewegen oder wie sich ihre Helligkeit verändert. So lassen sich neue Forschungsfragen beantworten und Abermillionen Sterne genauer und objektiver in Augenschein nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In mehreren Schritten hat das Forschungsteam seit 2012 in der Datenbank APPLAUSE – kurz für Archives of Photographic Plates for Astronomical USE – die Aufnahmen aus den Archiven der Partnerinstitute aus den Jahren 1893 bis 1998 digitalisiert und in einem Katalog mit Details zur Aufnahme wie Datum, Himmelsabschnitt und Aufnahmeort erfasst. Darüber hinaus entwickelte der Forschungsverbund eine Software, die künstliche Intelligenz nutzt, um Fehler auf den Platten wie Kratzer oder Staub zu beseitigen und die Aufnahmen zu kalibrieren und damit erst wissenschaftlich vergleichbar zu machen. Weltweit stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nunmehr 4,5 Milliarden Messungen von Himmels-Lichtquellen für ihre Forschung zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Insgesamt über 94.000 Fotoplatten digitalisiert</strong><br>Einen bedeutenden Anteil der insgesamt 94.090 erfassten Fotoplatten sind die rund 40.000 Aufnahmen der Dr. Karl-Remeis-Sternwarte Bamberg – Astronomisches Institut der FAU. Denn darunter finden sich Fotografien, die fränkische Forscherinnen und Forscher zwischen 1963 und 1976 an Observatorien auf der Südhalbkugel aufgenommen haben. Diese zeigen den Südhimmel – weltweit eine Besonderheit, da in dieser Zeit kein einziges weiteres astronomisches Projekt diesen Teil des Firmaments dokumentierte. Neu hinzugekommen sind seit der letzten Veröffentlichung vor vier Jahren nun noch die Fotoplatten, die zwischen 1912 und 1968 in Bamberg entstanden sind und den Nordhimmel zeigen. Diese 17.600 Aufnahmen stellen die wichtigste Ergänzung im jetzt finalen Daten-Update dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das ist nicht alles: Dank einer wissenschaftlichen Konferenz in Bamberg wurden weitere Sternwarten auf das Projekt aufmerksam. Wie zum Beispiel die Thüringer Landessternwarte Tautenburg. Sie stellte dem Forschungsverbund das Archiv des Karl-Schwarzschild-Observatoriums – die ehemalige Sternwarte der Akademie der Wissenschaften der DDR – aus den Jahren 1960 bis 1998 zur Verfügung. Oder das astronomische Observatorium des Vatikanstaats in Castel Gandolfo, deren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich ebenfalls meldeten, um ihr Archiv in die Datenbank einpflegen zu lassen und so der weltweiten Forschungsgemeinde zu öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Erkenntnisse dank langfristiger Aufnahmen</strong><br>Doch welche Erkenntnisse lassen sich aus den historischen Fotoplatten heute noch gewinnen? Die Bamberger Sternwarte hatte mit ihren Durchmusterungen des Nord- und Südhimmels im vergangenen Jahrhundert zum Ziel, Sterne zu untersuchen, deren Helligkeit schwankt. Bei manchen Objekten ist ihre physikalische Beschaffenheit nicht bekannt, also aus welchen Gasen sie genau bestehen. So ist der Stern „HD49798“ ein besonders interessantes Beispiel. Seine unstetigen Lichtschwankungen wurden in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren auf den Bamberger Fotoplatten registriert, konnten aber erst im vergangenen Jahr ausgewertet werden. Sie zeigen nämlich, dass der Stern in den Jahren 1964/65 immer heller leuchtete, um danach bis 1974 wieder schwächer zu leuchten. Hinzu kamen schnelle Lichtveränderungen innerhalb weniger Tage. Im Jahr 1999 wurde durch Satellitenmessungen schließlich entdeckt, dass von dem Stern Röntgenstrahlung ausgeht. Heute ist die Annahme, dass sie von einem unsichtbaren, sehr kompakten Begleiter, möglicherweise einem Neutronenstern, herrührt. Die langfristigen Helligkeitsvariationen waren bisher nicht bekannt, weil keine Messungen über einen so langen Zeitraum – zehn Jahre – existierten. Die historischen Daten der Fotoplatten liefern also bedeutende Hinweise für die Astronomie, die in den kommenden Jahren von Forscherinnen und Forschern noch auszuwerten sind. Das Sternenduo ist übrigens weiterhin einzigartig, denn bislang wurde keine andere Konstellation dieser Art im Weltall entdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zugang zu den publizierten Daten von APPLAUSE:</strong> <a href="https://www.plate-archive.org/cms/home/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.plate-archive.org/cms/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul>
<li><strong><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=5421.msg536508#msg536508" rel="noreferrer noopener" aria-label="(öffnet in neuem Tab)" target="_blank" data-wpel-link="internal">Geschichte der Astronomie/ Historisches</a></strong></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/fau-bereit-fuer-die-forschung-im-virtuellen-observatorium/" data-wpel-link="internal">FAU: Bereit für die Forschung im virtuellen Observatorium</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An Stelle eines Nachrufs</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/an-stelle-eines-nachrufs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Oct 2019 19:53:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[MKF-6]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42988</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es ist nun schon einige Tage her, dass die Nachricht kam: Sigmund Jähn ist tot. Unfassbar! Es kam so plötzlich und unerwartet für manche. Ich persönlich brauchte erst einige Tage, um zu realisieren, was das bedeutet. Der große kleine Mann, der nie im Vordergrund stehen wollte, der Vater und Großvater aller deutschen Raumfahrer (Zitat Astronaut [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/an-stelle-eines-nachrufs/" data-wpel-link="internal">An Stelle eines Nachrufs</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Es ist nun schon einige Tage her, dass die Nachricht kam: Sigmund Jähn ist tot. Unfassbar! Es kam so plötzlich und unerwartet für manche. Ich persönlich brauchte erst einige Tage, um zu realisieren, was das bedeutet. Der große kleine Mann, der nie im Vordergrund stehen wollte, der Vater und Großvater aller deutschen Raumfahrer (Zitat Astronaut Reinhold Ewald) ist nicht mehr.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Andreas Weise, Raumfahrer Net, Raumcon, DLR, Deutsche Raumfahrtausstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Nachruf zu schreiben habe ich versucht, konnte es aber nicht. Wo soll man anfangen? Was soll man berichten? In den letzten Wochen wurde breit in den Medien über ihn berichtet. Viel mehr als jemals zuvor. Und das deutschlandweit! Eine Aufmerksamkeit, die er nie zuvor erfahren hat. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_small_1.jpg" alt="DLR" width="260"/></a><figcaption>
Sigmund Jähn vor seinem historischen Raumflug 
<br>
(Bild: DLR)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wovon soll man erzählen? Jähn hat viele bemerkenswerte Lebensetappen gehabt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er stammt aus einfachen Verhältnissen, lernt Buchdrucker. Fliegen will er. Dafür geht er zu den Luftstreitkräften der DDR. Er tut das auch in der Überzeugung, seinem Land, dieser DDR, einen Dienst zu tun. Als junger Flugzeugführer muss er sich bei einem Tiefflug aus seiner Maschine katapultieren. Eine sehr gefährliche, lebensgefährliche Situation. Später wird er selber Flugunfälle, besondere Vorkommnisse, untersuchen. Dann die Auswahl als Kosmonautenkandidat. Unzählige Male ist dieser Werdegang geschildert worden. Er selber meint dazu, dass er nur Glück gehabt habe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Weltraumflug macht Jähn über Nacht berühmt, zur öffentlichen Figur und zum Spielball der Propaganda. Doch er bleibt bodenständig. Auch wenn ihm der ganze Rummel nicht passt, er spielt seine Rolle bis zu Letzt. Er fühlt sich diesem Land, seiner Heimat, verpflichtet. Für viele war und ist er heute noch ein Held. Er selber sieht sich immer nur als Figur in der Geschichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jähn promoviert auf dem Gebiet der kosmischen Fernerkundung. Er setzt das konsequent um, was er mit der Fernerkundungskamera MKF-6 wissenschaftlich auf seinem Raumflug begonnen hat.1982 lernt er Hermann Oberth kennen und ist ihm in Freundschaft verbunden. Auch Ulf Merbold gehört schon frühzeitig zu Jähns Freundeskreis. Niemand kann zu diesem Zeitpunkt ahnen, wie wichtig und wegweisend dieser Kontakt einmal wird. Dann die Wende, der Zusammenbruch der DDR. Jähn, inzwischen Generalmajor, ist plötzlich nicht nur sein Land, sondern auch seine Arbeit und seinen Broterwerb los. Sein neues Land zeigt sich äußerst kleinlich, wenn es um die Anerkennung seiner Arbeitsleistung oder andere Dinge geht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in der Raumfahrt erinnert man sich an Jähn. Er wird als freier Mitarbeiter im MIR-Programm die deutschen, sowie weitere europäische Astronauten auf ihrem Weg durch die Ausbildung im Sternenstädtchen unterstützen. Er ist der ideale Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums. So sagt es auch Frau Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_small_2.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Sigmund Jähn im Mai 2019 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Abschnitt aus Jähns Leben wird von den Medien meistens nur nebenbei erwähnt. Für alle, die dabei waren, ist dieses Wirken Jähns umso bedeutungsvoller. Und Jähn macht das, was er immer gemacht hat. Er dient seinem, jetzt größeren, Land. Wie immer bescheiden und im Hintergrund. Und dafür sollte ihm der Dank des geeinigten Deutschland gebühren. Zu seinem 40. Flugjubiläum 2018 kommen dann auch folgerichtig viele, viele Weggefährten, darunter viele deutschen Astronauten &#8211; inkl. Alexander Gerst per Liveschaltung von der ISS. Raumfahrer.net berichtete. Es lohnt sich, diesen Artikel noch einmal hervorzuholen und rückblickend durchzulesen. Ich freue mich sehr, dass Sigmund Jähn diese sehr persönliche Ehrung erleben durfte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Längst Rentner ist der nun 82-jährige unentwegt unterwegs. Er wird mit Einladungen überhäuft. Nur wenige Tage vor seinem Tode ist er anlässlich solch einer Einladung in Rostock. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Familie kommt dabei bestimmt viel zu kurz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt ist die Erinnerung. Viele Mitglieder des Raumcon-Forums konnten ihm persönlich begegnen. Ob bei den verschiedensten Raumfahrtveranstaltungen, den nicht enden wollenden Autogrammstunden oder in geselliger Runde. Ob bei wissenschaftlichen Konferenzen, populärwissenschaftlichen Tagungen, Veranstaltungen mit Kindern oder einfach nur bei Treffen mit  Vereinen oder Freunden: Stets war man von seiner Ruhe und Liebenswürdigkeit beeindruckt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102019215344_small_3.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Kondulenzbuch im Roten Rathaus Berlin 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir zollen Herrn Dr. Sigmund Jähn Respekt, Anerkennung und Dank für seine Lebensleistung. <br>   Er wird uns sehr fehlen.  </strong>
<br>
Raumfahrer Net e.V. und Mitglieder des Forums Raumcon haben kondoliert.<strong>Wir werden ihn nicht vergessen. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Falle Jähn habe ich da sehr konkrete, praxisbezogene Vorstellungen, was man tun sollte: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen gilt es, Orte im öffentlichen Raum, die seinen Namen tragen, „zu schützen“. Ja, so etwas gibt es. Vandalismus greift schnell um sich. Ach, Einrichtungen, die Jähns Namen tragen, sind jetzt besonders gefordert. Ich bin mir sehr sicher, dass diese sein Andenken bewahren werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonderes Augenmerk verdient die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz im Geburtsort von Jähn. Was von den Verantwortlichen in langer DDR-Vorzeit einmal als Jähn-Museum gedacht war, hat sich zu DER Deutschen Raumfahrtausstellung entwickelt. Oder wie Astronaut Reinhold Ewald sagte: Es ist das Wohnzimmer aller deutschen Raumfahrer. Jähn hat diese Idee immer nach besten Kräften unterstützt, in Morgenröthe-Rautenkranz die gesamtdeutsche Raumfahrt darzustellen. Und den Machern ist es über die Jahre auch sehr gut gelungen. Die Deutsche Raumfahrtausstellung verdient jetzt besonders unsere Unterstützung. Nicht nur, weil sie das Andenken an Jähn wachhalten wird, sondern weil hier auch ein Stück Lebenswerk von ihm bewahrt werden muss. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gibt es noch die unsägliche Geschichte mit der Sojus-29-Kapsel im Militärhistorischen Museum Dresden (MHM). Hier gilt es, die nicht nachvollziehbare und beschämende Ausstellungssituation der Kapsel (an der Decke hängend) zu beenden und die Sojus-29 dem interessierten Publikum wieder direkt zugänglich zu machen. So seltsam das klingen mag, aber vielleicht ist es in späterer Zeit möglich, die Kapsel von der Decke zu holen, wenn man sich nicht mehr der vermeintlichen Peinlichkeit gegenüber einer lebenden Personen aussetzen muss. Ohne Druck auf die Verantwortlichen wird hier allerdings nichts passieren. Also muss man an dieser Sache dran bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu guter Letzt würde ich mich sehr freuen, wenn das DLR mit einer großen Geste zur Erinnerung beitragen würde. Ich schlage vor: Ein Gebäude oder eine Institution am DLR-Standort in Köln, die sich speziell mit der bemannten Raumfahrt und/oder der internationalen Zusammenarbeit beschäftigt, soll Jähns Namen tragen. Nicht in Berlin, Dresden, Neustrelitz, Rostock… sondern in Köln. Köln deshalb, weil damit Kund getan wird, dass Jähn für die bemannte Raumfahrt in Gesamtdeutschland steht. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15596.msg461278#msg461278" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn</a> </li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/an-stelle-eines-nachrufs/" data-wpel-link="internal">An Stelle eines Nachrufs</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sigmund Jähn starb am 21. September 2019.</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-starb-am-21-september-2019/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2019 13:53:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Interkosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://h117294.web171.dogado.net/?p=3355</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sigmund Jähn starb am 21. September 2019. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Sigmund Jähn, einer prägenden Persönlichkeit der deutschen Raumfahrt. Er starb am 21. September 2019 im Alter von 82 Jahren. Jähn war ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und&#160;verlieh als erster Deutscher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-starb-am-21-september-2019/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn starb am 21. September 2019.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sigmund Jähn starb am 21. September 2019. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Sigmund Jähn, einer prägenden Persönlichkeit der deutschen Raumfahrt. Er starb am 21. September 2019  im Alter von 82 Jahren. Jähn war ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und&nbsp;verlieh als erster Deutscher im All nicht nur der  nationalen Raumfahrt Symbolcharakter. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SigmundJaehnViaESADLR15.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SigmundJaehnViaESADLR26.jpg" alt="Sigmund Jähn
(Bild: DLR via ESA)"/></a><figcaption>Sigmund Jähn<br> (Bild: DLR via ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. August 1978 flog der damalige DDR-Bürger im Rahmen des Interkosmos-Programms der Sowjetunion an Bord der Sojus 31 zur russischen Raumstation Saljut 6. Jähn startete als Forschungskosmonaut an Bord der Sojus 31 mit seinem Kommandanten, dem Veteranen Valeri  Bykovsky. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ausbildung als Raumfahrer</strong><br>Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland geboren. Bis 1951 besuchte er die Schule in seiner Heimatstadt, danach machte er bis 1954 eine Ausbildung zum Buchdrucker in Klingenthal. Im Anschluss arbeitete er für kurze Zeit als  Pionierjugendleiter an einer Schule in Hammerbrücke. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1955 trat Jähn in die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee (LSK) ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und wurde 1956 Offiziersschüler an der Fliegerschule der Luftwaffe in Kamenz und ab Mai 1957 in Bautzen. 1958, nach zweijähriger Ausbildung, begann Jähn als Pilot in einer LSK-Jagdstaffel. Von 1961 bis 1963 war er stellvertretender Kommandant für politische Arbeit und ab 1965 Leiter der Lufttaktik und des Luftkampfes. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1966 wurde er von den LSK zum Studium an der Yuri Gagarin Air Force  Academy in Monino bei Moskau entsandt. Er schloss 1970 sein Studium der Militärwissenschaften ab. Von 1970 bis 1976 war er in der Verwaltung der DDR-Luftwaffe tätig, wo er für die Pilotenausbildung und Flugsicherheit zuständig war. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJaehnVBykovskiESA15.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJaehnVBykovskiESA26.jpg" alt="Sigmund Jähn und sein sowjetischer Kommandant Valery Bykovski
(Bild: ESA)"/></a><figcaption>Sigmund Jähn und sein sowjetischer Kommandant Valery Bykovski<br> (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Juli 1976 bot die Sowjetunion Kosmonautenflüge in die am Interkosmos-Programm teilnehmenden Länder an. Dabei handelte es sich um Sojus-Missionen zur Raumstation Saljut 6. Am 10. November 1976 schickte die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) vier Kandidaten in das Kosmonauten-Trainingszentrum in Star City bei Moskau, darunter Jähn.               </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 25. November 1976 wurde Jähn zusammen mit seinem zukünftigen Ersatzmann Eberhard Köllner für das Kosmonautentraining ausgewählt. Ab dem 4. Dezember absolvierten beide Kandidaten die Grundausbildung und ab  Januar 1977 die Weiterbildung bei den ihnen zugewiesenen russischen Kommandeuren. Vom 22. August 1977 bis 9. August 1978 fand eine missionsspezifische Ausbildung statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Botschafter der Weltraumforschung</strong><br>Nach seinem Raumflug übernahm Jähn die Leitung des neu geschaffenen Raumfahrt-Trainingszentrums der Luftwaffe in Eggersdorf bei Strausberg und hielt diese Position bis zur Wiedervereinigung Deutschlands. Am 2. Oktober 1990 wurde die DDR-Luftwaffe aufgelöst und Jähn mit dem Rang eines Generalmajors entlassen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach arbeitete er als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gagarin Cosmonaut Training Center bei Moskau und ab 1993 auch für die ESA im Auftrag des Europäischen Astronautenzentrums in Köln. Hier betreute er die deutschen und europäischen Astronauten bei der Vorbereitung der Missionen Mir-92 (Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald), Euromir-94 (Ulf Merbold und Pedro Duque), Euromir-96 (Thomas Reiter und Christer Fuglesang) und Mir-97 (Reinhold Ewald und Hans Schlegel). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jähn war bis zu seiner Pensionierung 2002 als ESA-Berater in Star City (im Sternenstädtchen) tätig. Seitdem war er ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und nahm an Veranstaltungen, Vorträgen und Foren in ganz Europa teil. Er spielte auch eine Schlüsselrolle bei  der Gründung der internationalen Association of Space Explorers (ASE). Als Gründungsmitglied war er 1985 mehrere Jahre Mitglied des Vorstandes. Asteroid 17737 wurde 2001 zu seinen Ehren benannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15596.msg461278#msg461278" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-starb-am-21-september-2019/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn starb am 21. September 2019.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zum Jahrestag des 1. bemannten deutschen Raumflugs</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zum-jahrestag-des-1-bemannten-deutschen-raumflugs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Sep 2018 22:31:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[MKF-6]]></category>
		<category><![CDATA[Salut 6]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus 29]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus 31]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://h117294.web171.dogado.net/?p=3398</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zum 40. Jahrestag des Beginns der bemannten Weltraumfahrt in Deutschland 1978-2018: Ein Rückblick auf die Aktivitäten zum Jubiläum und einige Quergedanken dazu&#8230; Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Veranstaltungsbesuch. Wenn ich an Sigmund Jähn denke, bekenne ich offen: Ich verehre diesen Mann. Ganz früher hätte ich gesagt: Ich bin ein Fan von ihm. Aber das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/zum-jahrestag-des-1-bemannten-deutschen-raumflugs/" data-wpel-link="internal">Zum Jahrestag des 1. bemannten deutschen Raumflugs</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Zum 40. Jahrestag des Beginns der bemannten Weltraumfahrt in Deutschland 1978-2018: Ein Rückblick auf die Aktivitäten zum Jubiläum und einige Quergedanken dazu&#8230;</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich an Sigmund Jähn denke, bekenne ich offen: Ich verehre diesen Mann. Ganz früher hätte ich gesagt: Ich bin ein Fan von ihm. Aber das trifft heute nicht mehr den Kern. Dieser Mann ist ein Stück meiner  Jugend. Er ist personifizierte Geschichte, mindestens für mich. Er ist  ein Vorbild, damals und heute. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40Jähn800.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40Jähn260.jpg" alt="Sigmund Jähn 2018
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Sigmund Jähn 2018<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nun  sitze ich an meinem Schreibtisch und grübele, was ich als Nachlese zu seinem 40. Flugjubiläum schreiben soll. Viele Zeitungen haben sich im Vorfeld zu diesem Ereignis mit Jähn befasst. Soll ich meinen Beitrag bei Raumfahrer Net zu seinem 80. Geburtstag hervor holen und einfach noch mal „neu aufwärmen“? Da ist aus meiner Sicht fast alles gesagt. Wird das Sigmund Jähn gerecht? Geht es eigentlich nur um ihn? Oder ist das vielleicht am Thema vorbei? Wie heißt das Thema überhaupt? Sollte man das Ganze nicht einmal aus einer anderen Perspektive betrachten? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich werde keine erneute Abhandlung über seinen Weltraumflug und sein Leben schreiben. Das haben andere schon zur Genüge getan und bestimmt auch besser als ich es je könnte. Ich werde versuchen, einige Randgedanken zu Papier zu bringen, die sonst nicht so viel Beachtung finden. Auf geht’s! </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Presse</strong><br>Berichterstattung ist heute im Informations-Zeitalter sehr kurzlebig. Kaum jemand hat noch die Zeit, ein Thema detailliert zu  recherchieren und auszuarbeiten. Meistens wird nur an der Oberfläche gekratzt. Und trotzdem: Die Berichterstattung war zum Jubiläum von Jähns Flug diesmal sehr ausgiebig. Fast alle wichtigen überregionalen Zeitungen (sofern ich das abschätzen kann) brachten etwas. Das war nicht immer so.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40presse1000.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40presse260.jpg" alt="Publikationen zum Raumflug Sigmund Jähns und der deutschen bemannten Raumfahrt
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Publikationen zum Raumflug Sigmund Jähns und der deutschen bemannten Raumfahrt<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bandbreite reichte von der Verklärung als „Ost-Held“ und  Identifikationsfigur für die ehemaligen DDR-Bürger bis hin zur  intellektuellen Auseinandersetzung in unserer heutigen Zeit. Das  Boulevardblatt Super-Illu brachte sogar eine Sonderausgabe heraus,  nachdem schon im Mai eine Titelstory erschienen war. Dabei versuchte man entgegen manchen Befürchtungen tatsächlich, Inhalt zu bringen, und Jähn nicht nur als Ostidentifikationsfigur zwischen Sandmann, Achim Menzel und Spreewaldgurken anzusiedeln. Nein, hier war ich positiv überrascht. Andere Blätter brachten die in Raumfahrtfreundeskreisen längst bekannten Anekdoten. Hoch interessant fand ich den Beitrag im Wochenmagazin DIE  ZEIT „Warum ist dieser Mann kein Held?“. Ja, warum eigentlich nicht?  Leider konnte man den Beitrag nur online, bzw. in der Ost-Ausgabe lesen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermisst habe ich bei allen Beiträgen die Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Ereignis. 40 Jahre bemannte Raumfahrt in Deutschland. Was waren die wissenschaftlichen Ziele? Was wurde erforscht? Welche Ergebnisse konnten später genutzt werden? Wie ging es mit der bemannten Raumfahrt in Deutschland weiter?  Welche Projekte gab es in den letzten 40 Jahren? Was ist mit den  deutschen Frauen im Weltraum? Wie geht es aktuell weiter? All das wurde nicht angesprochen. Man konzentrierte sich ausschließlich auf die Person Jähn. Man hätte das Thema eben auch weiter fassen können. Das hätte aber auch mehr Mühe gemacht, sich mit dem Gesamt-Thema auseinander zu setzten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Politik</strong><br>Jähns Flug vor 40 Jahren war ein politisches Ereignis.  Zweifellos haben sich die politischen Verhältnisse seit damals grundlegend geändert. Man könnte also versuchen, die Politik heraus zu lassen. Das ist aber leider so nicht ganz möglich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der politische Wille dokumentiert sich meistens durch  die entsprechend agierenden Personen. So war es für den ehemaligen  Bundespräsidenten Johannes Rau kein Problem und fast selbstverständlich, zum 25. Flugjubiläum nach Morgenröthe-Rautenkranz zu reisen, um dort seine Glückwünsche zu überbringen. Geschickt verband Rau das mit genau so herzlichen Wünschen an Ulf Merbold, der im selben Jahr sein 20. Flugjubiläum hatte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Berlin, genauer im Land Berlin, weiß man Jähn zu schätzen. Jähn und Bykowski sind seit 1978 Ehrenbürger der Stadt. Auf der Webseite des  Abgeordnetenhauses heißt es dazu: <br>Bei der Vereinigung der Ost- und Westberliner Ehrenbürgerlisten wurden sie wegen der „großen nationalen und internationalen Anerkennung“ ihrer wissenschaftlichen Leistungen übernommen. Zudem wurden damit „zwei noch  lebende Persönlichkeiten als Ehrenbürger Berlins“ berücksichtigt, „die insbesondere den Berlinern der östlichen Stadtbezirke und darüber hinaus den neuen Bundesländern nachhaltig im Bewusstsein sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin ist für Deutschland manchmal wie ein Spiegel. Ich habe einen großen Teil meines Lebens im Nord-Osten von Berlin gelebt. Jeder Ost-Berliner hatte damals den Rummel und das laute Tam-Tam um den Flug direkt miterlebt. Im Westteil war das ganz anders. Fast Grabesruhe zu dem Thema. Eine gleichaltrige Kollegin von mir wohnte damals im Nord-Westen, circa 1.000 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt. Und trotzdem waren da Welten dazwischen. Sie wusste von nichts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute lässt Berlins regierender Bürgermeister es sich nicht nehmen, seinem Ehrenbürger zum 80. Geburtstag zu gratulieren und ein Essen auszurichten. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40Raumfahrtausstellung1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40Raumfahrtausstellung600.jpg" alt="Die Deutsche Raumfahrtausstellung
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption> Die Deutsche Raumfahrtausstellung <br>(Bild: A. Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Sachsen weiß Ministerpräsident Kretschmer ebenfalls um die Bedeutung des gebürtigen (sächsischen) Vogtländers. Im Magazin Raumfahrt Concret schrieb er ein Grußwort. Hoch anzurechnen ist, dass Kretschmer an den Feierlichkeiten in Morgenröthe-Rautenkranz  teilnahm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erwähnen möchte ich, dass im Sächsischen Amt für Statistik in Kamenz eine Büste von Jähn öffentlich aufgestellt ist. Wie mir die Pressestelle mitteilte, handelt es sich dabei um eine Leihgabe des Militärhistorischen Museums Berlin-Gatow. Eine weitere Büste befindet sich in Kamenz auf einem öffentlichen Platz und gehört der Stadt Kamenz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „ersten“ Büsten von Jähn und Bykowski, aufgestellt 1978 im damals extra errichtetet Hain der Kosmonauten an der  Archenholdsternwarte in Berlin, wurden nach der Wende demontiert, um sie vor Vandalismus zu schützen. Sie sind zusammen mit anderen Kunstwerken in Brandenburg fachmännisch archiviert. Ich glaube nicht, dass die beiden Herren jemals über eine Wiederaufstellung dieser Werke erfreut wären. Der Schöpfer, der Bildhauer Rommel, hatte mir einmal am Telefon erzählt, unter welchem zeitlichem Druck die Plastiken entstanden sind, und dass man ihnen das auch ansieht. Anmerkung: Der „Gagarin“ aus dem Hain der Kosmonauten steht heute perfekt restauriert im Raumflugplanetarium Cottbus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Jähn offensichtlich nicht überall uneingeschränkte Freunde hat. Der Raumfahrtjournalist Kowalski stocherte offensichtlich in einem Wespennest, als er bei Bundeskanzlerin Merkel zu Jähn anfragte: Er wollte von Merkel eine Einschätzung der Person Jähn im geeinten Deutschland bekommen. Auch fragte er, warum der 80. Geburtstag vergessen wurde und ob das mit seiner ostdeutschen Herkunft zu tun hätte, bzw. wie man mit dem Flugjubiläum umzugehen gedenke. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kanzlerin ließ Kowalski durch eine Mitarbeiterin mitteilen, dass die  ostdeutsche Herkunft Jähns bei der Entscheidung keine Rolle gespielt  habe, ihm nicht zu gratulieren. Auf Kowalskis Rückfrage, woran es denn  sonst gelegen habe, bekam er keine Antwort. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist zu hinterfragen, ob das alles mit dem neuen Traditionserlass der Bundeswehr in Zusammenhang steht. Man könnte auch vermuten, dass man hier in vorauseilendem Gehorsam einer mutmaßlichen  „Verherrlichung der DDR“  nicht das Wort reden wollte. Und dann wäre ja noch das Verhältnis zu Russland, bzw. zur Sowjetunion. </p>



<p class="wp-block-paragraph"> Natürlich wäre der Flug nicht durch die Unterstützung der Sowjetunion möglich gewesen, die die gesamte technische Basis inklusive der Ausbildung und der Kosmonauten-Kollegen  bereitstellte, und natürlich davon auch profitierte. Wer Jähn ehrt, muss auch Bykowski ehren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich hatte die Sowjetunion ein explizites Interesse, den ersten Deutschen ins All zu befördern. Es herrschte eine Propagandaschlacht im Kalten Krieg. Dass die DDR sich diesen Flug aber auch teuer erkauen musste durch die Bereitstellung von wissenschaftlich-technischen Ressourcen und Höchstleistungen, wird meist unterschlagen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC02691mkf2015mr1000.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC02691mkf2015mr260.jpg" alt="MKF-6 in Morgenröthe-Rautenkranz 2015
(Bild: T. Weyrauch)"/></a><figcaption> MKF-6 in Morgenröthe-Rautenkranz 2015 <br>(Bild: T. Weyrauch)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die MKF-6-Kamera beispielsweise muss ein großes Minus-Geschäft für die DDR gewesen sein, da sie nicht international vermarktet werden durfte. Aber das interessiert heute keinen. Es ist längst vergangene Geschichte. Übrigens enthüllte Jähn auf einer Veranstaltung der Leipnitz-Sozietät unlängst, dass die DDR sich einen zweiten Weltraumflug von der Sowjetunion hätte kaufen können. Dieses Vorhaben scheiterte am Geld. Rund 7 Millionen US-Dollar hätten gezahlt werden müssen, was die DDR  damals nicht konnte. Frage: Wie Teuer ist heute ein Sitz in der Sojus eigentlich…?  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch zurück zur Politik. Es sind die feinen, subtilen Signale, bei denen man nicht genau weiß, wie man sie deuten soll… oder ob man da etwas heraus liest, was vielleicht gar nicht vorhanden ist. Es sind die nicht gesagten Worte, das Schweigen und das wie zufällig Übergehen, das nicht machen, was nur vermuten lässt, wohin die politische Sichtweise gesteuert werden soll, ohne das es jemand ausspricht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So könnte es auch ein einfaches Versehen gewesen sein, das Kanzlerin  Merkel beim Start von Alexander Gerst bei der Aufzählung und Dank an die ISS-Partner ausgerechnet Russland „vergaß“. Ein Schelm, wer böses dabei  denkt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne Russland gäbe es heute zwar keine ISS, aber Russland ist zur Zeit „nicht gerade in“. Und die ehemalige DDR reduziert sich in der geschichtlichen Betrachtung mancher auf die Verbrechen der Stasi und brutalste Unterdrückung. Folgerichtig passt eine Würdigung Jähns Raumflug da nicht hinein. Insbesondere für die, die Jähn persönlich kennen und die mit ihm gearbeitet haben, ist das alles unverständlich.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Staaten sterben, sterben zuerst ihre Helden“, schrieb die DIE ZEIT. Recht hat sie. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das DLR</strong><br>Beim genauen hinsehen muss man sagen: Das DLR hatte und hat aus meiner Sicht immer versucht, den Flug Jähns und seine Person in der geschichtlichen Reflexion korrekt einzuordnen. Beispielhaft dafür war die Gestaltung des Ausstellungsstandes des DLR auf der Luft-und  Raumfahrtausstellung MAKS 2017 bei Moskau. Dort wurden auf einem großen Zeitstrahl die bemannten Raumfahrtaktivitäten Deutschlands dargestellt. Und dieser begann wie selbstverständlich im August 1978. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ehemalige DLR- und jetzige ESA-Chef Wörner wusste immer ganz genau, was er an Jähn hatte und hat, wie Jähn durch sein Wirken als Verbindungsmann im Sternenstädtchen so manchen Stein vor  angehenden westeuropäischen Kosmonauten aus dem Weg räumte. Dieses Wirken Jähns für Deutschland und Europa beim russischen Raumfahrtpartner wird heute noch hoch geschätzt von all denen, die dabei waren und es selber erlebten. 2014 zum ersten Start von Alexander Gerst wird Jähn, längst Pensionär, nach Baikonur mitgenommen. Man kann nur vermuten, dass dies auch als Zeichen für den russischen Partner gedacht war, sich die  Zusammenarbeit im Weltraum trotz tagespolitischer und weltpolitischer Streitereien nicht ganz kaputt machen zu lassen. Man erinnere sich: Russland hatte sich gerade die Krim einverleibt und eine Sanktionswelle jagte die andere. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu seinem 80. Geburtstag wurde Jähn im Februar 2017 von der DLR-Chefin Pascale Ehrenfreud beim DLR in Köln beglückwünscht und seine Verdienste gewürdigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">2018 geht es nicht  (nur) um Jähn, sondern um die Erstleistung, den ersten Deutschen in den Weltraum gebracht zu haben. Folgerichtig titelte das DLR-Magazin in einem Beitrag: „Unser Gagarin heißt Jähn“. Eine plakative, aber richtige Aussage! Hut ab vor dem Mut des DLR, so etwas zu bekennen! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Betrachtung dessen, was am 25. und 26.  August 2018 in Morgenröthe-Rautenkranz ablief, ist vor diesem Hintergrund zu bewerten. In Morgenröthe-Rautenkranz fand die zentrale  Festveranstaltung zum 40. Jahrestag des Ersten Deutschen im All statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Morgenröthe-Rautenkranz 25./26. August 2018</strong><br>Es  sind die Momente, die Ereignisse, die Veranstaltungen, bei denen man erst nach Tagen so richtig realisiert, was abgelaufen ist, was man  erlebt hat, erleben durfte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Reflexion ist für mich zu sagen: Die Veranstaltung „Deutsche im All –  Es begann 1978“ war das Beste, was die Mitarbeiter, Freunde,  Unterstützer und alle anderen helfenden Hände auf die Beine gestellt  haben. Allein die Wahl des Veranstaltungstitels zeugte von Weitsicht. Der Bogen sollte von Anfang an über Jähn hinaus gespannt sein. Dazu  wurde auch Danke der ESA, dem DLR, dem Land Sachsen und vielen anderen gesagt. Die Organisation war perfekt und wurde konsequent durchgezogen. Der Eintritt war nur für geladene und angemeldete Gäste. Das war zwingend notwendig, um den Sicherheitsauflagen genüge zu tun. Denn auf einen ungebremsten Ansturm wären die Räumlichkeiten nicht ausgelegt gewesen. Für die, die keinen Stuhl im Innenraum hatten, wurde die Veranstaltung nach draußen auf eine zweite riesigen Multimedia-Leinwand übertragen. Die Video- und Tontechnik funktionierte. Die Satellitenübertragung stand. Die Zuwegungen waren durch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gesichert. Und sogar die Abfahrt vom Parkplatz war perfekt ausgeschildert. Man hatte sich selbst übertroffen. Auch das Wetter spielte mit. Es war nicht zu heiß und nicht zu kalt. Sogar die fast traditionelle „Schlacht“ zur Autogrammstunde lief geordnet ab. Aber das hier Beschriebene bildete ja nur die Rahmenhandlung um das eigentliche Ereignis. Laut Angaben des Veranstalters waren ungefähr 200 Gäste im Saal und circa 4.000 im Außenbereich, um das Ereignis zu verfolgen. Wie kam es dazu? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das DLR muss irgendwann vor der Frage  gestanden haben: Wie gehen wir mit dem 40. Flugjubiläum von Sigmund Jähn um? Es handelt sich ja schließlich um den Beginn der bemannten Raumfahrt in Deutschland. Und dann gab es vermutlich noch die Frage, wie geht die Bundespolitik in Berlin damit um? Die Bundespolitik hatte ja  entsprechende Signale gesetzt, die eher auf ein Stillschweigen und  Aussitzen zum Ereignis hinaus liefen. Was also tun? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich wäre zu diesem Anlass eine  Festveranstaltung im Herzen der Deutschen Raumfahrt beim DLR in Köln angebracht gewesen. Ich sehe es richtig vor mir: Ein Geigenquartett hätte ernste Musik gespielt. Jemand aus der Politik hätte eine mehr oder weniger bedeutsame  Rede gehalten. Alle wären total steif und offiziell gewesen. Anschließend hätte es Smalltalk am kalten Büffet gegeben. Wer weiß, wer alles gekommen wäre, bzw. wer nicht. Und die Hauptperson, um  die es eigentlich ging, hätte sich vielleicht nicht wohl gefühlt. In  dieser Zwickmühle muss man auf die Idee gekommen sein, das Ganze vom „Großen Festsaal“ ins „Wohnzimmer“ zu verlagern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bezeichnung „Wohnzimmer“ stammt übrigens von Astronaut Reinhold Ewald, der die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz liebevoll als „Wohnzimmer der deutschen  Astronauten“ bezeichnet hatte. Damit wurden mehrere Fliegen mit einer einzigen Klappe erschlagen. Zunächst war man aus dem Sichtkreis der Bundespolitik hinter die Vogtländischen Berge abgetaucht. Das DLR musste keine steife, offizielle Festveranstaltung ausrichten. Die Deutsche Raumfahrtausstellung trat nun als Ausrichter auf. Die Morgenröther ihrerseits fühlten sich geehrt und in der Wahrnehmung als der zentrale Punkt, wo Deutsche Raumfahrtgeschichte nicht nur ausgestellt, sondern manchmal auch ein wenig fortgeschrieben wird, bestätigt. Und das in ihrer Bedeutung unabhängig von der etwas verkehrstechnisch nicht optimalen Anbindung! Das DLR revanchierte sich mit einer tatkräftigen  Unterstützung. Wer was im Einzelnen „gesponsert“ hat, ob DLR, ESA etc. ist dabei egal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig war, es war alles da und funktionierte. Während der Veranstaltung konnte man in den Augen von DLR-Pressesprecher Andreas Schütz nur Freude sehen. So zumindest mein Eindruck. Die Wahl des Ortes hatte auch den Effekt, dass nur die kamen, die auch wirklich kommen wollten. Ohne Ausnahme war es für alle Gäste keine „Pflicht“ sondern eine „Kür“, anwesend zu sein. Am Rande der Veranstaltung konnte ich mich zum Beispiel mit Volker Schmid vom DLR aus Bonn (ISS-Horizons-Mission) unterhalten. Der gestand, dass  er unbedingt mal nach Morgenröthe-Rautenkranz kommen wollte, um das alles selbst zu sehen. Andere hochrangige Gäste, wie ESA-Chef Wörner, waren schon fast von selbst gesetzt. Wörner hatte schon als DLR-Chef die Raumfahrtausstellung und die dort stattfindenden Aktivitäten seit Jahren tatkräftig unterstützt. Die derzeitige DLR-Chefin befand sich auf einer Auslandsreise, wie mir Andreas Schütz verriet, und konnte somit der Veranstaltung nur mittels Grußbotschaft indirekt beiwohnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"> Hinzu kam, dass neun Raumfahrer anwesend waren, sechs deutsche, zwei russische und ein tschechischer. Die Landespolitik Sachsens wurde von keinem geringeren, als Ministerpräsident Kretschmer vertreten, was als Anerkennung und große Ehre empfunden wurde. Die Russische Botschaft hatte einen Vertreter gesandt, der die Glückwünsche von Roskosmos überbrachte. Alles in allem ein großes Aufgebot. Es gab Grüße aus dem Sternenstädtchen. Ein Schulfreund Jähns erzählte etwas aus dem gemeinsamen Lebensabschnitt. Alle anwesenden deutschen Raumfahrer überbrachten Jähn in sehr  persönlichen Worten ihre Glückwünsche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Luftrettung Bad Saarow taufte ihren Hubschrauber auf den Namen Sigmund Jähn und der Preis Deutscher Raumfahrtvereine „<a href="https://www.raumfahrer.net/and-the-winner-is-ein-deutscher-raumfahrtpreis/" data-wpel-link="internal">Silberner Meridian</a>“  wurde verliehen. Prof. Marek vom Entwicklerteam der  MKF-6 war im Publikum zu sehen. Bei Ihm hatte Jähn auf dem Gebiet der Fernerkundung promoviert.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefreut  habe ich mich über die Teilnahme von Eberhard Köllner. Für Ihn muss das nicht immer einfach gewesen sein. An den Ersten erinnert man sich immer. An das Double eher weniger. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Anwesenden im Saal war die Veranstaltung fast wie ein Klassentreffen. Viele kannten sich und waren erfreut, einander wieder  einmal zu treffen. Das alles gab der Veranstaltung von Anfang an eine  gewisse Wärme. Man war unter (Raumfahrt-)Freunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhepunkt war zweifellos die Live-Schaltung zur ISS zu Alexander Gerst. Ein großer logistischer Aufwand, der hier betrieben wurde. Es ist müßig, alle Beiträge während der Veranstaltung nun noch einmal zu rekapitulieren. Inzwischen kann man, mit etwas Suchen, das  auch im Netz als Video finden. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40DeutscheRaumfahrer1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40DeutscheRaumfahrer600.jpg" alt="Raumfahrer aus Deutschland
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Raumfahrer aus Deutschland<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich bleiben drei Bilder haften:<br>Zum einen das  Bild, als alle anwesenden deutschen Raumfahrer mit Jähn zum Gruppenfoto  auf der Bühne stehen. Ewald hatte es knapp formuliert bei der Live-Schaltung zu Gerst: Jähn ist der Vater und Großvater aller deutschen Raumfahrer. Eine größere Anerkennung konnte es von dieser Seite nicht geben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40WörnerKapsel1000.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40WörnerKapsel260.jpg" alt="Jan Wörner weist auf Verbleib des Sojus-29-Landeapparats hin
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Jan Wörner weist auf Verbleib des Sojus-29-Landeapparats hin<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das zweite für mich wichtige Bild stammt aus Wörners Vortrag. Fast wie  nebenbei zeigte Wörner einen Zeitungsausschnitt aus dem Berliner Kurier  mit der Überschrift: „Sigmund Jähn – Das Militär hält seine Raumkapsel gefangen“, um gleich danach zu sagen, dass diese Kapsel eigentlich nach Rautenkranz gehöre. Der Applaus brandete auf. Natürlich wird Wörner nicht in der Lage sein, die Kapsel mal so nebenbei nach  Morgenröthe-Rautenkranz zu holen, was wieder von einigen Optimisten gehofft wurde. Allerdings hat er sich öffentlich geäußert. Der „Konflikt“, oder besser, die Diskussion über den Umgang mit Jähns Rückkehrkapsel ist ja fast so alt wie das Militärhistorische Museum Dresden in seiner jetzigen Form selber. Aber es ging noch weiter. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40GerstKapsel1000.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40GerstKapsel1260.jpg" alt="Alexander Gerst zeigt Sojus-29-Modell in der ISS
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Alexander Gerst zeigt Sojus-29-Modell in der ISS<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Denn das dritte Bild zeigt Alexander Gerst in der ISS mit einem Modell  der Kapsel Sojus 29. Alles kann nur als Signal verstanden werden, die  Angelegenheit mit der an der Decke aufgehängten „29“ im  Militärhistorischen Museum in Dresden nicht als endgültig zu betrachten. Eine tolle Aktion und Dank an die Akteure. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt nur noch anzumerken, dass die Veranstaltung für die  eigentliche Hauptperson bestimmt eine einzige riesige Freude gewesen sein muss. Mein Eindruck: Manche Träne der Rührung war trotz großer Bemühungen nicht zu unterdrücken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Sigmund! Ich wünsche Dir alles Gute Glück und Gesundheit! Auf ein baldiges  Wiedersehen in Morgenröthe-Rautenkranz, oder anderswo. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fanfaren sind nun verklungen. Die Reden  gehalten. Es kehrt wieder Ruhe ein. Es war eine würdige Veranstaltung. Wer sich also in Ruhe der Person Jähn etwas nähern will, dem empfehle  ich…  nein, nicht das Super-Illu-Sonderheft. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40BücherJähn1500.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SJ40BücherJähn260.jpg" alt="Bücher zu und über Sigmund Jähn
(Bild: A. Weise)"/></a><figcaption>Bücher zu und über Sigmund Jähn<br> (Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Büchermarkt gibt es die autorisierte Biografie von Horst  Hoffmann „Sigmund Jähn &#8211; Rückblick ins All“. Wer Glück hat, kann davon noch ein Exemplar der Erstauflage unter dem Titel „Sigmund Jähn &#8211; Der  fliegende Vogtländer“ antiquarisch ergattern. Diese ist um einige Seiten stärker. Ergänzend dazu gibt es das Buch „Die Deutschen im Weltraum –  Zur Geschichte der Kosmosforschung in der DDR“, ebenfalls von Hoffmann. Leider auch nur noch antiquarisch. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachtrag: Die „29“, die Bundeswehr und das Museum in Dresden</strong><br>Vielleicht verstehen einige Leser die Andeutungen von Wörner und Gerst in Richtung Militärhistorisches Museum Dresden (MHM) nicht. Wieso ist es zu dieser Disharmonie und dem scheinbar unlösbaren  Problem gekommen? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu muss man fragen: Was hat denn die Bundeswehr mit dem ersten Deutschen im All zu tun? Genau genommen gar nichts! Und Jähn als ehemaliger Kampfpilot war nie in der Bundesluftwaffe. Aber die hat sein „technisches“ Erbe  angetreten. Und hier liegt ein Problem. Jähn wurde Ende 1990 mit der Wiedervereinigung sang und klanglos aus dem Armeedienst entlassen. Um es  plakativ zu sagen: Es gab keinen großen Zapfenstreich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. September 1990, also fünf Tage vor der  Deutschen Einheit, erhielt der damalige Generalmajor der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der DDR einen entsprechenden Brief aus dem von Rainer Eppelmann (CDU) geleiteten Ministerium für Abrüstung und Verteidigung der DDR. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es lohnt  sich hier, aus dem Schreiben zu zitieren: „Den Tag Ihrer Entlassung aus dem aktiven Dienst in den Reihen der Nationalen Volksarmee möchte ich zum Anlass nehmen, Ihnen für Ihre gewissenhafte militärische Pflichterfüllung sehr herzlich zu danken. In 35 Jahren des Dienstes in den bewaffneten Organen der Deutschen Demokratischen Republik haben Sie in der festen Überzeugung, damit vor allem dem Volk und dem Frieden zu dienen, erfolgreich und mit hoher Bereitschaft alle Ihnen gestellten Aufgaben erfüllt und so zum Schutz des friedlichen Lebens der Bürger unseres Landes beigetragen. Ihr von hoher Ehrlichkeit und Engagement geprägtes Eintreten für die Erhaltung des Friedens und die Vermeidung weiterer Gefährdung dieser Welt sowie Ihre Tätigkeit zur Wissenschaftlichen Erschließung der Ergebnisse des Weltraumfluges brachten Ihnen eine hohe internationale Anerkennung und die Zuneigung unserer Menschen ein.“ (Quelle: Rückblick aus dem All, Seite 220). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entlassung war auf den 2. Oktober terminiert. Das Schreiben war gezeichnet vom damaligen Staatssekretär Werner F. Ablaß. Und dieser war damals und später nicht irgendwer. Er saß am Kabinetttisch der letzten DDR-Regierung. Ablaß leitete später von 1990 bis 1996 die Außenstelle des Bundesministeriums für Verteidigung in Strausberg, war 1997 bis 2011 Beauftragter für Sonderaufgaben im Bereich der Bundeswehr in den neuen Ländern und anschließend Berater der  Bundeswehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Jähn selber wollte die Bundeswehr nichts zu tun haben. Sein „materielles Erbe“ hat sie aber angenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundeswehr ist nun Besitzer von einigen sehr bedeutenden Exponaten vom damaligen Raumflug, die heute Diskussionsstoff bieten. Und Schuld daran ist… die ehemalige Führung der DDR! 1981 wurde die Landekapsel  Sojus 29 und andere Exponate, mit der der erste Deutsche aus dem All zurückgekehrt war, als Staatsgeschenk an die DDR übergeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der damaligen politischen Richtung folgend, wurde alles dem Militärmuseum der DDR in Dresden anvertraut, wo eine  entsprechende Sonder-Dauer-Ausstellung existierte. Obwohl man immer den friedlichen und zivilen Charakter des Raumfluges betonte, konnten die Verantwortlichen in letzter Konsequenz offensichtlich nicht über ihren Schatten springen. So kam die „zivile“ Landekapsel, mit der ein sowjetischer Oberst und ein Oberstleutnant der NVA geflogen waren, folgerichtig in ein Militärmuseum. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätten die Verantwortlichen mehr politisches Fingerspitzengefühl und Weitsicht bewiesen, so wäre alles in das Museum für Deutsche Geschichte Berlin (Ost) oder in das Verkehrsmuseum Dresden gegangen. Aber wer dachte damals schon daran?! Mit der Übernahme des Armeemuseums Dresden als Dienststelle der Bundeswehr hatte diese nun ein Problem. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundeswehr hatte nun etwas, womit sie inhaltlich nichts anfangen kann. In den „wilden 90er Jahren“ wurde die  Sonder-Ausstellung geschlossen. Einige Exponate gingen auf Reisen. So landete der Original-Raumanzug von Jähn im Haus der Deutschen Geschichte in Bonn, wo er heute an zentraler Stelle zu besichtigen ist. Einige  Exponate gingen als Leihgaben an Museen und Ausstellungen. Die Kapsel Sojus 29 war einige Zeit im Deutschen Museum München ausgestellt, wo sie auch liebevoll gepflegt wurde. Dort wusste man ganz genau, was man da hatte. Zwischenzeitlich musste die Kapsel für eine überstürzte Präsentation auf der ILA Ende der 90er her halten, wo sie sich die große Schramme am roten Boden zuzog. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Neueröffnung des Militärhistorischen Museums Dresden (MHM) 2011 hängt die Kapsel als eine Art Kunstobjekt in der oberen Ecke des sogenannten Libeskind-Keil, unerreichbar für den Besucher. Obwohl das Objekt vom damaligen Museumsleiter Oberst Rog als „Leitobjekt“  bezeichnet wurde, hat man den Eindruck, man möchte es lieber verstecken, um nicht darüber reden zu müssen. Der „Rote Fleck an der Decke zu  Dresden“ ist für einige Zeitgenossen zum Symbol dafür geworden, wie die Bundeswehr mit diesem Stück Geschichte umgeht. Auf meine Frage vor Ort, ob man Herrn Dr. Jähn mal angefragt hätte, um den Kreideschriftzug, die Unterschrift, auf der Kapsel zu erneuern, erntete ich nur Achselzucken. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC05668s29mhm1000.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC05668s29mhm260.jpg" alt="Sojus-29-Landeapparat an der Decke des MHM 2013
(Bild: T. Weyrauch)"/></a><figcaption>Sojus-29-Landeapparat an der Decke des MHM 2013<br> (Bild: T. Weyrauch)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem deutet vieles darauf hin, dass die Bundeswehr mit diesem Erbe nicht glücklich ist und sich damit sehr schwer tut. Bestrebungen, das MHM dazu zu bewegen, das Objekt an andere Museen oder Ausstellungen zu verleihen, blieben bislang erfolglos. Das Deutsche Museum in München hätte sich bestimmt über eine  Leihgabe sehr gefreut, da man das Objekt schon kannte. Letzter bekannter Ausleihversuch wurde durch die Deutsche Raumfahrtaustellung in Morgenröthe-Rautenkranz unternommen. Ohne Erfolg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im MHM kam man auch nicht auf die Idee, die Kapsel dieses Jahr wenigstens für ein paar Tage für das Publikum von der Decke  zu holen. Auf eine entsprechende Anfrage, ob man angesichts des  Flugjubiläums etwas plane, erhielt ich keine Antwort. Aber vielleicht  wollte man das ganz bewusst nicht. Dem neuen Traditionserlass der  Bundeswehr von 2018 folgend wäre der ehemalige Generalmajor Jähn nicht traditionswürdig. Und somit folglich auch das drum herum. Wenn man jetzt Jähns Entlassungsschreiben noch einmal liest, erscheint das alles mehr als unverständlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestimmt wird es wieder einen neuen Anlauf geben, das MHM dazu zu bewegen, die „29“  wenigsten wirklich auf den Boden zu bringen. Schön wäre es. Die Kapsel verkörpert nicht nur ein Stück deutscher (Raumfahrt-)Geschichte, sie ist auch wichtig zur Begeisterung junger Menschen für Naturwissenschaften und Technik. Denn sie verkörpert den Beginn der bemannten Raumfahrt in Deutschland. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fortsetzung folgt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen / Begleitmaterial:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-wird-80/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn wird 80!</a> (10. Februar 2017)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sojus-29-zwischenhalt-am-boden/" data-wpel-link="internal">Sojus 29: Zwischenhalt am Boden</a> (21. Februar 2016)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All (25. Jahrestag)</a> (25. August 2003)</li><li><a href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=15914" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Eine würdige Ehrung – Wissenschaftliche Konferenz der Leibniz-Sozietät und das Leibniz-Instituts zum 40. Jahrestag des Jähn-Fluges</a> (19. Mai 2018)</li><li><a href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=15795" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ILA Berlin 2018 eröffnet –  DLR einer der größten Aussteller</a> (25. April 2018)</li><li><a href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=16015" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Bundeskanzlerin Merkel wünscht Gerst einen guten Start und vergisst Russland als ISS-Partner</a> (3. Juni 2018)</li><li><a href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=15714" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Die
 Bundesregierung und der erste Deutsche im All – Eine persönliche 
Anmerkung zum Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt am 12. April</a> (12. April 2018)</li><li><a href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=15651" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gerhard Kowalski &#8211; In eigener Sache</a> (29. März 2018)</li><li><a href="https://www.parlament-berlin.de/Das-Haus/Berliner-Ehrenbuerger/sigmund-jahn" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Berliner Ehrenbürger Sigmund Jähn</a></li><li><a href="https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2018-08/sigmund-jaehn-astronaut-held-erinnerung-deutsche-einheit" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sigmund Jähn: Warum ist dieser Mann kein Held?</a> (22. August 2018)</li><li><a href="https://web.archive.org/web/20220117044331/https://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/dlr_magazin_157/DLRmagazin-157_DE.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">pdf: Unser Gagarin heißt Jähn – DLR-Magazin Nr.157, Seite 52</a> (April 2018)</li><li><a href="https://web.archive.org/web/20220128074741/https://www.drf-luftrettung.de/de/leben/aktuelles/sigmund-jaehn-uebernimmt-schirmherrschaft-fuer-christoph-49" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sigmund Jähn übernimmt Schirmherrschaft für „Christoph 49“</a> (29. August 2018)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bildergalerien bei Raumfahrer Net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://media.raumfahrer.net/index.php?/category/394" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">40 Jahre Flug Sigmund Jähn &#8211; Morgenröthe Rautenkranz </a></li><li><a href="https://media.raumfahrer.net/index.php?/category/971" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Sojus 29</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=15596.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission des Sigmund Jähn (Sojus 31, Sojus 29, Saljut 6 EP-4) </a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10446.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Landekapsel Sojus-29 in Dresden</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/zum-jahrestag-des-1-bemannten-deutschen-raumflugs/" data-wpel-link="internal">Zum Jahrestag des 1. bemannten deutschen Raumflugs</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>100 mal Raumfahrt konkret betrachtet!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/100-mal-raumfahrt-konkret-betrachtet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Feb 2018 23:13:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt Concret]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42346</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das deutschsprachige Raumfahrtmagazin Raumfahrt Concret feiert in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag und bringt dazu die 100. Ausgabe heraus. Grund genug für Raumfahrer Net zu gratulieren. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Interview. Dazu trafen Mitte Januar Steve Münker und Andreas Weise in Berlin zwei Macher von Raumfahrt Concret. Ute Habricht und Chefredakteur Uwe Schmaling [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/100-mal-raumfahrt-konkret-betrachtet/" data-wpel-link="internal">100 mal Raumfahrt konkret betrachtet!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das deutschsprachige Raumfahrtmagazin Raumfahrt Concret feiert in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag und bringt dazu die 100. Ausgabe heraus. Grund genug für Raumfahrer Net zu gratulieren.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>. Quelle: Interview.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05022018001304_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05022018001304_small_1.jpg" alt="Steve Münker" width="260"/></a><figcaption>
Uwe Schmaling und Andreas Weise in Berlin 
<br>
(Bild: Steve Münker)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu trafen Mitte Januar Steve Münker und Andreas Weise in Berlin zwei Macher von Raumfahrt Concret. Ute Habricht und Chefredakteur Uwe Schmaling waren in Berlin zu Recherchen raumfahrtpolitischer Fragen unterwegs. Die Zeitschrift Raumfahrt Concret selber ist in Neubrandenburg (Land Mecklenburg-Vorpommern) ansässig. Schmaling wurde die aktuelle Raumfahrer Net-Tasse überreicht mit dem Wunsch, er möge jeden Morgen beim Frühstück an uns denken. Dieser bemerkte, das würde er auch so machen. In gelockerter Atmosphäre gab er uns anschließend ein Interview, das wir im Folgenden leicht gekürzt wiedergeben wollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Zunächst etwas zur Verfahrensweise: Wir bleiben auch hier beim DU? <br><strong>RC</strong>: Natürlich! Wir ziehen ja als Freunde der Raumfahrt am selben Strang. <br><strong>RN</strong>: Zu Eurem Geburtstag und zur 100. Ausgabe von Raumfahrt Concret hatten wir Euch schon gratuliert. Ihr seid jetzt 20 Jahre alt, aber die Geschichte der Zeitschrift geht eigentlich schon früher los…  <br><strong>RC</strong>: Das ist richtig. 1979 haben wir in der damaligen DDR ein Informationsblatt zur Raumfahrt heraus gegeben, genauer zur Astronomie und Raumfahrt. Dieses wurde 1981 in Raumfahrt informativ umbenannt. 1984 wurde die Schrift durch die Führung der SED verboten. Die Neuauflage starteten wir 1997 zunächst mit dem Titel Raumfahrt Controvers. Aber nach einem Jahr merkten wir schnell, dass dieser Name nicht passte. Wir verstehen uns ja nicht als kontrovers zur Raumfahrt, sondern als Förderer der Raumfahrt. Wir haben uns dann in Raumfahrt Concret umbenannt. Dabei ist im Namen das „C“ erhalten geblieben. Aber bitte nicht mit „e“ am Schluss, denn sonst würde es „Beton“ heißen. Und das wollen wir ja auch nicht. Also das ist die Geschichte unserer etwas eigentümlichen Schreibweise.  <br><strong>RN</strong>: Wieso wurde eigentlich die Zeitschrift damals 1984 verboten? Eigentlich sollte man gegen die Verbreitung von Wissen nichts haben. Wo war da die Subversion? <br><strong>RC</strong>: Für ganz junge und für westliche Raumfahrtfreunde ist das nicht ganz einfach zu verstehen. Insofern ist die Frage nicht dumm. Es gab nur einen einzigen Grund: Wir haben zu westlich berichtet. Wir waren ein Dorn in den Augen von manchem Politiker. Ich muss aber auch sagen, wir haben es auch austesten wollen, wie weit wir gehen können. Hinzu kam, dass zur westlichen Raumfahrt viel mehr Informationen vorlagen, als zur sowjetischen. Dort war alles so geheim. So haben wir über die amerikanische Raumfahrt immer ein Schrittchen mehr und mehr berichtet, bis jemand gesagt hat: So, jetzt reicht‘s! Da war es dann zu spät. Wir hatten die letzte Ausgabe vor dem Verbot im Juni 1984 getitelt „Lenin und die Raumfahrt“. Das war natürlich auch etwas sarkastisch gemeint, aber Lenin hatte tatsächlich in seinen Werken Beiträge zur philosophischen Raumfahrt gemacht. Und die haben wir akribisch heraus gearbeitet. Es hatte aber dann zum Schluss doch nichts mehr genützt. Verwirkt ist verwirkt. Einmal entschieden ist entschieden. Aus! 1990 sind wir dann nach der sog. Wende sogar rehabilitiert worden. Aber das half dann auch nichts. Es lag dann alles brach. In der DDR brauchten wir uns um nichts zu kümmern. Papier und Druckkapazität wurde per Kontingent zugeteilt. Das Geld hat der Kulturbund gegeben.  <br>Danach war dann alles anders. Es war plötzlich Marktwirtschaft. Und dann hat es bis 1997 gedauert, bis wir dann mit Hilfe des ehemaligen Bundesforschungsministers Dr. Paul Krüger wieder einen neuen Anlauf nehmen konnten. Er hat uns zum Start von Raumfahrt Concret, und ein paar Jahre schon früher auch zur Neuauflage der Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg, geholfen. Auch die gab es schon früher. Jetzt war alles mit Geld verbunden. Wir brauchten Sponsoren. Dr. Krüger war bekannt und konnte so manche Tür öffnen. Er hat uns wirklich sehr geholfen. Und das sind eben heute noch unsere beiden Highlights: Die Tage der Raumfahrt und Raumfahrt Concret.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Ihr wart immer in Neubrandenburg ansässig? <br><strong>RC</strong>: Nicht ganz. Zu DDR-Zeiten war das geteilt. Die anfangs erwähnte Schrift Astronomie und Raumfahrt wurde vom Kulturbund in Neubrandenburg und der Urania in Magdeburg herausgegeben. Erst mit Raumfahrt Concret ging das dann komplett nach Neubrandenburg über. <br><strong>RN</strong>: Und wie ist Eure Leserschaft verteilt. Konzentriert die sich mehr im Osten? <br><strong>RC</strong>: Nein! Im Gegenteil. Wir werden gelesen in den Hochburgen der Raumfahrt und Raumfahrtforschung in Deutschland, in Bayern, Bremen, Baden-Württemberg und eher weniger im Osten. Also die größte Leserzahl ist im Westen Deutschlands. <br><strong>RN</strong>: Welche Bedeutung hat heutzutage noch ein Printmedium? Nachrichten werden doch schneller über das Internet abgebildet. <br><strong>RC</strong>: Naja. Nun gut, man kann online mehr fluchen! Das ist schneller gemacht und getan. Schwer haben es natürlich aktuelle Printmedien, wie Tageszeitungen zum Beispiel. Wenn man mit Kollegen spricht, gibt es hier einen dramatischen Rückgang der Abonnenten. Wir sehen nach wie vor ein Printmedium als etwas Physisches an. Was man spürt, wenn man es in der Hand hält. Ich bin überzeugt, dass es immer Menschen geben wird, die an Stelle des Laptops lieber ein Blatt Papier in den Händen halten wollen. Hinzu kommt, dass vom Handwerklichen eine besondere Sorgfalt geboten ist. In entsprechenden Blogs wird natürlich auch recherchiert und sorgfältig geschrieben, aber …</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05022018001304_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05022018001304_small_2.jpg" alt="Andreas Weise" width="260"/></a><figcaption>
Stammtisch-Wimpel und RC-Jubiläumsausgabe 
<br>
(Bild: Andreas Weise)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: … die Entertaste ist schnell gedrückt. <br><strong>RC</strong>: Genau! Die Entertaste ist schnell gedrückt. Und wir können dann einen Fehler nicht so schnell korrigieren. Übrigens möchte ich hier einem Vorurteil entgegen wirken: Unser Leserkreis ist nicht ausschließlich 60+. Unserer Leser sind zwischen 20 und 80 Jahre. Also gut gemischt. Das freut uns, dass auch junge Leser nicht nur zum Online-Medium gehen, sondern auch Interesse an Papier zeigen. <br><strong>RN</strong>: Zur 100. Ausgabe habt Ihr Euer Layout umgestellt? <br><strong>RC</strong>: Ja. Das haben wir zur 50. Ausgabe gemacht und nun zur 100. Also alle 50 Ausgaben ein Wechsel und ein neues Gesicht. (Lachen) <br><strong>RN</strong>: Ihr habt ja auch das Glück einen tollen Grafiker in Euren Reihen zu haben: Dietmar Röttler. <br><strong>RC</strong>: Ja natürlich: Ein absolutes Kleinod, bildlich gesprochen. Das kann ich nicht oft genug unterschreiben. Es gibt eine richtige Fangemeinde. Wir wünschen ihm viel Gesundheit und dass er noch lange tätig sein kann. Wenn das Talent einmal erlischt, dann sieht es recht düster aus. <br><strong>RN</strong>: Euren Internet-Auftritt habt Ihr auch überarbeitet. <br><strong>RC</strong>: Ja. Die Seite ist aber sehr spartanisch gehalten. Sie zeigt, dass wir präsent sind. Wir wollen auch kein paralleles Online-Produkt schaffen. Dafür gibt es u.a. Raumfahrer Net. Ihr seht es ja selber, dass wir ganz selten aktuelle Meldungen dort haben. Und wenn, dann sind es Veranstaltungshinweise oder interne Sachen, wie zum Beispiel der Tag der Raumfahrt. Wir nutzen unsere Seite als Vertriebsweg und Online-Shop. <br><strong>RN</strong>: Eine Magazin für Luft- und Raumfahrt sucht zur Zeit mit ganzseitiger Anzeige Redaktionsmitarbeiter. Habt Ihr Nachwuchsprobleme? <br><strong>RC</strong>: Unsere Philosophie ist von Anfang an etwas anders. Wir schreiben die Artikel nicht selber. Wir lassen die Beiträge von Leuten schreiben, die tatsächlich in der ersten Reihe tätig sind. Hinzu kommen in Ausnahmefällen einige sehr kompetente und talentierte Personen aus anderen Bereichen, die wir uns aber schon ganz genau vorher ansehen. Einige sind auch bei <a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumcon</a> aktiv und umgekehrt. Aber wie gesagt: Wir machen es nicht selbst. Wir wählen aus, stellen zusammen und machen das Produkt fertig. Aber als Autor sind wir nicht vorrangig tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN</strong>: Ich hatte im letzten RC-Heft etwas von der „Silbernen Erdsichel“ gelesen …. <br><strong>RC</strong>: „Der silberne Erdkreis“. Ja, das ist eine Idee. Das ist ein Vorschlag. Gewissermaßen in die Raumfahrtfan-Runde. Es geht darum, die Raumfahrt mehr in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Und da wäre das ein Punkt. Es handelt sich dabei um einen Preis, der jährlich an Menschen verliehen wird, die sich um den Gedanken der Raumfahrt verdient gemacht haben. Wir denken dabei an drei Kategorien: Professionelle, Amateure und Jugendliche. Wir selber können das nicht stemmen. Man benötigt dazu jemanden, der die Federführung hat und nicht zuletzt Sponsoren. Man könnte die Leser von Printmedien oder die Onlinenutzer eines Netzwerkes befragen. Das wäre ähnlich einer Sportlerumfrage. Es ist, wie gesagt, erst einmal eine Idee, ein Vorschlag. Wie das alles konkret aussehen könnte, darüber muss man sprechen. <br><strong>RN</strong>: Zum Schluss: Was werdet Ihr 2018 machen? <br><strong>RC</strong>: Wir werden etwas über Juri Gagarin bringen. Da jährt sich sein Todestag zum 50. mal dieses Jahr. Ansonsten Apollo 8 .… Ach, eigentlich möchte ich noch nichts verraten. Wir werden sehen. Es wird die 34. Raumfahrttage geben. Und zwar vom 23. bis 25. November in Neubrandenburg. Eingebettet sind sie in die Nordischen Wochen der Raumfahrt und Weltraumforschung. Am 4. Oktober, dem Starttag von Sputnik 1, werden wir dazu an dem historisch, aber auch ambivalenzträchtigen Ort Peenemünde beginnen. Geplant ist auch ein Raumfahrttag im Otto-Lilienthal-Museum Anklam. In Neubrandenburg werden wir dann zum Finale wieder hochkarätige Gäste haben. <br><strong>RN</strong>: Man darf gespannt sein? <br><strong>RC</strong>: Ja, man darf gespannt sein.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/100-mal-raumfahrt-konkret-betrachtet/" data-wpel-link="internal">100 mal Raumfahrt konkret betrachtet!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sigmund Jähn: Der erste Deutsche im All wird 75</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all-wird-75/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 20:31:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Interkosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://h117294.web171.dogado.net/?p=3055</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als am 26. August 1978 das Raumschiff Sojus 31 vom Kosmodrom Baikonur startete, avancierte ein DDR-Bürger wider Willen zum Mega-Star: Sigmund Jähn. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Wer den 189stündigen Raumflug vom 26. August bis zum 3. September 1978 mitverfolgen konnte, wird die Anteilnahme, die Wogen der Begeisterung wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all-wird-75/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn: Der erste Deutsche im All wird 75</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Als am 26. August 1978 das Raumschiff Sojus 31 vom Kosmodrom Baikonur startete, avancierte ein DDR-Bürger wider Willen zum Mega-Star: Sigmund Jähn. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer den 189stündigen Raumflug vom 26. August bis zum 3. September 1978  mitverfolgen konnte, wird die Anteilnahme, die Wogen der Begeisterung wie gestern empfinden. Der erste Deutsche im All! Nun wird er 75 und blickt auf ein spannendes und erfülltes Leben zurück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/Sigmund_Jaehn_pillars_dlr_1000.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/Sigmund_Jaehn_pillars_dlr_260.jpg" alt="Sigmund Jähn (Bild: DLR via ESA)"/></a><figcaption>Sigmund Jähn (Bild: DLR via ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Entwicklungsweg unterstrich eine normale, wenngleich nicht alltägliche DDR-Karriere: Als Sohn eines Sägewerkarbeiters und einer  Näherin wurde Sigmund am 13. Februar 1937 im vogtländischen Rautenkranz geboren. Der bodenständige Jähn wollte ursprünglich Lokomotivführer oder Förster werden, erlernte aber dann den Beruf eines Buchdruckers, ging 1955 als Freiwilliger zur Offiziersschule, wurde Flugzeugführer (1958), Leiter eines Jagdfliegergeschwaders (1963), absolvierte die sowjetische Militärakademie in Monino bei Moskau (1966 bis 1970) und nahm ab 1970 verschiedene verantwortliche Dienststellungen bei den Luftstreitkräften der ehemaligen DDR ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Jagdflieger zum Kosmonauten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kam der fliegende Vogtländer zur Raumfahrt? Im Juli 1976 unterbreitete die Sowjetunion den im Interkosmos-Programm beteiligten sozialistischen Ländern den Vorschlag,  an bemannten Flügen zur Raumstation Saljut teilzunehmen. Zwei Monate danach wurde beschlossen, die bemannten Interkosmos-Missionen zwischen 1978 bis 1983 zu realisieren. Die teilnehmenden Partnerländer sollten  durch anspruchsvolle nationale wissenschaftliche Experimente sowie durch  hochwertige Bordgeräte die Ausstattung der sowjetischen Saljut-Station  vervollkommnen. Unmittelbar nach dem Beschluss begann in der DDR die Suche nach geeigneten Kandidaten. Wichtige Auswahlkriterien waren: Ausbildung zum Jagdflieger, uneingeschränkte Flugtauglichkeit sowie das Beherrschen der russischen Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Institut für Luftfahrtmedizin in Königsbrück bei Dresden erfolgte die  Auslese der Kandidaten für den Raumflug, bis schließlich vier übrig blieben: Rolf Berger, Eberhard Golbs, Sigmund Jähn und Eberhard Köllner. Im nahe Moskau gelegenen Sternenstädtchen führten dann im Kosmonautenausbildungszentrum „Juri Gagarin“ sowjetische Spezialisten zwei Wochen intensive Tests und Untersuchungen mit den Kandidaten durch. In die entscheidende nächste Auswahlrunde kamen Sigmund Jähn und Eberhard Köllner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 6. Dezember 1976 begann die fast 20monatige Ausbildung zum Kosmonauten. Zusammen mit ihrem jeweiligen sowjetischen Kommandanten bildeten Jähn und Köllner zwei Mannschaften, die die Ausbildung gleichberechtigt absolvierten: Waleri Bykowski mit Sigmund Jähn sowie Wiktor Gorbatko mit Eberhard Köllner. Damit war zugleich klar, dass die Entscheidung zum Flug nicht zwischen Einzelpersonen sondern zwischen zwei Mannschaften getroffen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stunde der Wahrheit schlug einen Tag vor dem Start. Am Abend des 25.  August 1978 verkündete die Staatliche Kommission die Flug- und  Ersatzbesatzungen für den Flug von Sojus 31. Am nächsten Tag wird Sigmund Jähn als weltweit 90. Raumfahrer, Interkosmonaut Nummer Drei sowie als erster Deutscher im All in die Annalen der Geschichte eingehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem Flug wurde er mit Ehrungen und Auszeichnungen überhäuft und musste für die Politik als „Vorzeige-DDR-Bürger“ herhalten, eine Rolle, die ihm gar nicht lag. Er erfüllte auch diese Aufgabe mit Charme und Bescheidenheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine zweite Karriere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zusammenbruch der DDR wurde der „staatsnahe&#8220; Jähn 1990 entlassen, was seinen weiteren Berufsweg jedoch nur kurz unterbrochen hat. Westeuropa, allen voran die ESA, wollten mit Russland enger kooperieren und westeuropäische Astronauten zur MIR-Station schicken. Da war ein Erfahrungsträger wie Sigmund Jähn zur Unterstützung der Astronautenausbildung gefragt. So konnte er seine Kompetenz als Dolmetscher, Ausbilder und Berater für die Flüge mit deutschen und  europäischen Raumfahrern einbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Neuen&#8220; durchliefen alle  die „Schule Jähn“. Schnell avancierte er zu einem von Ost und West gleichermaßen anerkannten und unentbehrlichen Vermittler, zu einem  geschätzten „Mann für alle Fälle&#8220; bei allen nur denkbaren Weltraum-Fragen. Mit Dankbarkeit erinnert sich auch der Astronaut und heutige ESA-Direktor für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter, an die Zusammenarbeit: „In all dieser Hektik gab es eine Konstante, einen ruhenden Pol, in der Brandung: Sigmund. Mit seinem  ruhigen, ausgeglichenen Wesen hat er es immer wieder geschafft, die erhitzten Gemüter zu kühlen und alle zu einer einvernehmlichen, zweckmäßigen und praktikablen Lösung zu bewegen. Seine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den russischen Partnern hat oft das Unmögliche möglich gemacht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute hat der Vorreiter der bemannten deutschen Raumfahrt nicht nur in dem neuen Deutschland, sondern auch in dem zusammenwachsenden Europa einen festen Platz gefunden. Aus dem DDR-Bürger Sigmund Jähn ist eine in Ost und West anerkannte Institution für Raumfahrt und Menschlichkeit geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 1. März 2002 befindet sich Sigmund Jähn offiziell „im Ruhestand“.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all-wird-75/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn: Der erste Deutsche im All wird 75</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückkehr nach Sachsen für Jähn&#8217;s Landekapsel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rueckkehr-nach-sachsen-fuer-jaehns-landekapsel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 18:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[MHM]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus 29]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=123924</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die ereignisreiche Reise einer Raumfahrtkapsel geht zu Ende. Eine Pressemitteilung des Deutschen Museums. Quelle: Deutsches Museum 26. November 2007. (München, 26. November 2007) Nur noch bis Ende des Jahres ist ein wertvolles Unikat der bemannten Raumfahrt im Deutschen Museum zu bestaunen: die russische Sojus-Raumkapsel, mit der Sigmund Jähn 1978 als erster Deutscher im Weltraum war. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rueckkehr-nach-sachsen-fuer-jaehns-landekapsel/" data-wpel-link="internal">Rückkehr nach Sachsen für Jähn&#8217;s Landekapsel</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die ereignisreiche Reise einer Raumfahrtkapsel geht zu Ende. Eine Pressemitteilung des Deutschen Museums.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Deutsches Museum 26. November 2007.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sojus29DeutschesMuseum11.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="SOJUS-29, russische Raumkapsel, 1978. Mit dieser Raumkapsel kehrte Sigmund Jähn zusammen mit seinem russischen Kollegen Valeri Bykovsky am 3. Sept. 1978 von der Raumstation SALJUT-6 zurück. Sigmund Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. (Leihgabe des Militärhistorischen Museums Dresden). (Bild: Deutsches Museum)" data-rl_caption="" title="SOJUS-29, russische Raumkapsel, 1978. Mit dieser Raumkapsel kehrte Sigmund Jähn zusammen mit seinem russischen Kollegen Valeri Bykovsky am 3. Sept. 1978 von der Raumstation SALJUT-6 zurück. Sigmund Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. (Leihgabe des Militärhistorischen Museums Dresden). (Bild: Deutsches Museum)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Sojus29DeutschesMuseum26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">SOJUS-29, russische Raumkapsel, 1978. Mit dieser Raumkapsel kehrte Sigmund Jähn zusammen mit seinem russischen Kollegen Valeri Bykovsky am 3. Sept. 1978 von der Raumstation SALJUT-6 zurück. Sigmund Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. (Leihgabe des Militärhistorischen Museums Dresden). (Bild: Deutsches Museum)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">(München, 26. November 2007) Nur noch bis Ende des Jahres ist ein wertvolles Unikat der bemannten Raumfahrt im Deutschen Museum zu bestaunen: die russische Sojus-Raumkapsel, mit der Sigmund Jähn 1978 als erster Deutscher im Weltraum war. Zusammen mit ihrem über 1000 m² großen Landefallschirm ist sie seit vielen Jahren als Leihgabe des Dresdener Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in der Luft- und Raumfahrthalle des Deutschen Museum ausgestellt. Im Januar kehrt die Raumkapsel zurück nach Sachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die russische Raumkapsel hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Drei Monate war sie an der russischen Raumstation Saljut 6 angedockt und legte in dieser Zeit ca. 50 Mio. Flugkilometer in der Erdumlaufbahn zurück. Am 3. Sept. 1978 trat sie mit einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h und den beiden Kosmonauten Jähn und dem Russen Bykowski an Bord in die Erdatmosphäre ein. Bei dem feurigen Wiedereintritt schmolz die Hitzeschutzschicht und hinterließ die heute noch sichtbaren Brandspuren. Die damalige UdSSR schenkte die Rückkehrkapsel nach dem erfolgreichen Raumflug der befreundeten DDR. Dort wurde sie viele Jahre im Armeemuseum der DDR in Dresden ausgestellt. Zwischenzeitlich fand das Exponat im Deutschen Museum für viele Jahre einen würdigen Platz direkt neben dem Raumlabor Spacelab, wo sie von vielen Millionen Besuchern bestaunt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Dresden soll die Raumkapsel zunächst restauriert werden. Zur Eröffnung des neuen Leitmuseums der Bundeswehr wird die Raumkapsel des ersten Deutschen im Weltraum nach den Plänen des Architekten Daniel Liebeskind einen besonderen Platz inmitten der Militärtechnik finden.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/rueckkehr-nach-sachsen-fuer-jaehns-landekapsel/" data-wpel-link="internal">Rückkehr nach Sachsen für Jähn&#8217;s Landekapsel</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2003 11:43:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Salut 6]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://h117294.web171.dogado.net/?p=1779</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor 25 Jahren, am 26. August 1978, flog der DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All. Ein Beitrag von meiklampmann. Quelle: ESA. Nach der Wende bereitete er im Auftrag der ESA und des DLR europäische sowie deutsche Raumfahrer zu Missionen mit russischen Raumschiffen zur den MIR- und ISS-Stationen vor. Der Held wider Willen avancierte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vor 25 Jahren, am 26. August 1978, flog der DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von meiklampmann. Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Wende bereitete er im Auftrag der ESA und des DLR europäische  sowie deutsche Raumfahrer zu Missionen mit russischen Raumschiffen zur  den MIR- und ISS-Stationen vor. Der Held wider Willen avancierte zum Nestor der deutschen bemannten Raumfahrt.   <br><br>Als vor 25 Jahren Sojus 31 startete, avancierte ein DDR-Bürger wider Willen zum  Mega-Star: Sigmund Jähn. Wer den 189stündigen Raumflug vom 26. August  bis zum 3. September 1978 mitverfolgen konnte, wird die Anteilnahme, die Wogen der Begeisterung wie gestern empfinden. Der erste Deutsche im All! Jähns Entwicklungsweg unterstrich eine normale, wenngleich nicht alltägliche DDR-Karriere: Kind einer Arbeiterfamilie, Buchdrucker, als  Freiwilliger zu den &#8222;bewaffneten Organen&#8220;, Offiziersschule, Flugzeugführer, Leiter eines Jagdfliegergeschwaders, sowjetische Militärakademie, verantwortliche Dienststellung in den Luftstreitkräften der DDR. &nbsp;   &nbsp;<br><br><strong>Sigmund Jähn: Der Mann aus dem Volke</strong><br>Dann die Wende. Der &#8222;staatsnahe&#8220; Jähn wurde aus der Armee entlassen  und seine Teilinvalidität von einem Bundeswehrarzt aus unbekannten Gründen aberkannt. Bei der &#8222;weichen&#8220; Landung seines Raumschiffes am 3. September 1978 hatte er sich eine bleibende Rückenverletzung zugezogen, als sich die Sojus-Kapsel dreimal überschlug. Dies war, genau wie seine glänzende Doktorarbeit zur Geofernerkundung zu DDR-Zeiten geheim. Aber auch Neider versuchten mit nachweislich frei erfundenen Behauptungen sein Leben schwer zu machen. Das tat seiner Sympathie jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil. Trotz des kosmischen Höhenfluges und irdischer Wirren ist er stets geblieben, was er war, ein liebenswürdiger, geradliniger, einfacher Mensch aus dem Volke ohne Star-Allüren, der die Gabe des Entzückens, die Freude an den vielen kleinen und schönen Dingen des Lebens nicht vergessen hat. Also ein &#8222;ganz normaler Mensch&#8220;, ehrlich und bescheiden. Das schätzt auch die Öffentlichkeit an ihm.  <br><br>Andererseits hat er, der Öffentlichkeitsarbeiter, zugleich ein ambivalentes Verhältnis zur Öffentlichkeit. Er leidet noch heute darunter, dass er sich nicht vehementer gegen die Vereinnahmung durch die DDR-Führung gewehrt hat. Ehrungen scheint er nur wahrzunehmen, wenn sie nicht zu umgehen sind. Wenn es nach ihm ginge, sollten (seine) Jahrestage nicht begangen werden. Angst vor weiterer Vereinnahmung, Bescheidenheit oder vielleicht beides?   <br><br><strong>Schnittstelle zwischen Erde und Weltraum</strong><br>Nach der Wende ist seine Kompetenz als Dolmetscher, Ausbilder und Berater für die Flüge mit deutschen und europäischen Raumfahrern zur russischen Raumstation MIR sowie zur Internationalen Raumstation ISS  gefragt. Dem im Vogtland geborenen zweiten Deutschen im All, Ulf  Merbold, ist es zu verdanken, dass der Vogtländer Jähn im ureigensten Metier schnell gesamtdeutschen Anschluss findet. Die Bundesrepublik war gerade dabei, den ersten Raumflug mit Russland vorzubereiten. Jähn sollte die diversen Aktivitäten rund um die Auswahl im Auftrag des heutigen Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR unterstützen. Im  November 1990 flog er mit Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald &#8211; von Frankfurt am Main &#8211; in sein 30 km nordöstlich Moskau gelegenes vertrautes Sternenstädtchen. Die gemeinsame Arbeit führte  systemübergreifend schnell und unkompliziert alle Seiten zusammen.  <br><br>Als die Europäische Weltraumorganisation ESA 1993 die Zusammenarbeit mit Russland in der bemannten Raumfahrt begann, wollte sie auf seine Erfahrungen nicht verzichten. Fortan pendelte Sigmund nicht nur zwischen Russland, Kasachstan und Deutschland umher. Die &#8222;Neuen&#8220; durchlaufen alle die Schule Jähn. Die ersten ESA-Astronauten, die im Sternenstädtchen die Ausbildung aufnehmen, waren Ulf Merbold, Pedro  Duque (Spanien), Thomas Reiter und Christer Fuglesang (Schweden). Schnell avanciert er zu einem von Ost und West gleichermaßen anerkannten und unentbehrlichen Vermittler, zu einem geschätzten &#8222;Mann für alle  Fälle&#8220; bei allen nur denkbaren Weltraum-Fragen. Sein Office im  Sternenstädtchen wird zur Schnittstelle zwischen Europa, Erde und Kosmos. Nahezu alle Sojus-Besatzungen begleitet er in der einen oder  anderen Weise auf ihren Flug ins All.   <br><br><strong>Institution für Raumfahrt und Menschlichkeit</strong><br>Heute hat der Nestor der bemannten deutschen Raumfahrt nicht nur in dem neuen Deutschland, sondern auch in dem zusammenwachsenden Europa  einen festen Platz gefunden. Sigmund Jähn, der weltweit 90. Raumfahrer,  gehörte zu den Mitbegründern der internationalen Vereinigung der  Weltraumfahrer ASE, die das Podium für einen weltweiten Erfahrungsaustausch einer kleinen, doch gewichtigen Gruppe darstellt. Und aus dem DDR-Bürger Sigmund Jähn ist eine in Ost und West anerkannte Institution für Raumfahrt und Menschlichkeit geworden. 1998 zeichnete ihn Bundespräsident Roman Herzog aus, erhielt er den &#8222;gesamtdeutschen Ritterschlag&#8220;. Am 30. August wird Bundespräsident Johannes Rau ihn in einem Staatsakt in Markneukirchen ehren.   <br><br>Auch Raumfahrer kommen in die Jahre. Man mag es kaum glauben, aber Sigmund ist bereits  seit 2002 in Rente. Doch wer &#8222;Sig&#8220;, wie ihn die Vogtländer nennen, kennt, weiß auch, dass er seiner Raumfahrt treu bleiben wird. In Morgenröthe-Rautenkranz, seinem Geburtsort, wird das Jubiläum mit einer  Festwoche begangen. Alle deutschen Raumfahrer &#8211; und nicht nur sie &#8211; werden ihn, den Helden wider Willen, hochleben lassen. Danach werden wir &#8222;Sig&#8220; bestimmt immer wieder irgendwo auf diesem Planeten erleben, wenn er sich für die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt einsetzt.    <br><br><strong>INTERKOSMOS &#8211; Raumflug UdSSR/DDR</strong><br><strong>Start:</strong> 26.8.1978, 17.51 Uhr mit Sojus 31 vom Kosmodrom Baikonur  <br><strong>Besatzung:</strong> Waleri Bykowski, Sigmund Jähn  <br><strong>Reserve-Crew:</strong> Wiktor Gorbatko, Eberhard Köllner  <br><strong>Kopplung an Salut 6:</strong> 27.8.1978, 19.30 Uhr  <br><strong>Experimente:</strong> Fernerkundung (MKF-6M, Biosphäre, Polarisation,  Polarlicht), Materialwissenschaften (Berolina), wissenschaftlich-technische Experimente (Beschleunigung, Reporter), Medizin (Sprache, Befragung, Audio, Zeit, Freizeit, Geschmack), Biologie  (Gewebekultur, Bakterienwachstum, Vernetzung, Stoffwechsel)  <br><strong>Abkopplung von Salut 6:</strong> 3.9.1978, 11.20 Uhr  <br><strong>Landung:</strong> 3.9.1978, 14.40 Uhr mit Sojus 29 in der kasachischen Steppe, 140 km südöstlich der Stadt Dscheskasgan  <br><strong>Flugdauer:</strong> 188 h 49 min 4 s  (Zeitangaben: Moskauer Zeit)    </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sigmund-jaehn-der-erste-deutsche-im-all/" data-wpel-link="internal">Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
