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	<title>Erdinnere &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Erdinnere &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Internationales Forscherteam löst das Rätsel des Viskositätssprungs im unteren Erdmantel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/internationales-forscherteam-loest-das-raetsel-des-viskositaetssprungs-im-unteren-erdmantel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 14:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Tomoo Katsura am Bayerischen Geoinstitut (BGI) der Universität Bayreuth hat herausgefunden, weshalb Gesteine im Erdinneren in einer Tiefe zwischen 800 bis 1.200 Kilometern plötzlich eine sehr viel höhere Festigkeit haben. Eine Pressemitteilung der Universität Bayreuth. Quelle: Universität Bayreuth 6. Juli 2023. 6. Juli 2023 &#8211; Ursache [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Tomoo Katsura am Bayerischen Geoinstitut (BGI) der Universität Bayreuth hat herausgefunden, weshalb Gesteine im Erdinneren in einer Tiefe zwischen 800 bis 1.200 Kilometern plötzlich eine sehr viel höhere Festigkeit haben. Eine Pressemitteilung der Universität Bayreuth.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bayreuth 6. Juli 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">6. Juli 2023 &#8211; Ursache für diese Veränderung sind Gesteine, die mit dem Mineral Bridgmanit angereichert sind. Diese Gesteine machen den größten Teil des unteren Erdmantels unterhalb von etwa 1.000 Kilometern Tiefe aus. Diese Gesteine haben eine viel größere Korngröße als die darüber liegenden Gesteine, was zu einer hohen Festigkeit führt. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift &#8222;Nature&#8220; veröffentlicht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ViskositaetssprungimunterenErdmantelHongzhanFei2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Viskositätssprung im unteren Erdmantel. (Grafik: Hongzhan Fei)" data-rl_caption="" title="Viskositätssprung im unteren Erdmantel. (Grafik: Hongzhan Fei)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="424" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ViskositaetssprungimunterenErdmantelHongzhanFei60.jpg" alt="Viskositätssprung im unteren Erdmantel. (Grafik: Hongzhan Fei)" class="wp-image-128484" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ViskositaetssprungimunterenErdmantelHongzhanFei60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ViskositaetssprungimunterenErdmantelHongzhanFei60-300x212.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Viskositätssprung im unteren Erdmantel. (Grafik: Hongzhan Fei)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bridgmanit ist das am häufigsten vorkommende Mineral im unteren Erdmantel, der sich von einer Tiefe von 660 Kilometern bis 2.900 Kilometern erstreckt und etwa die Hälfte der gesamten Erde ausmacht. Wissenschaftler aus Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien und den USA haben herausgefunden, dass die Korngröße von Bridgmanit ab einer Tiefe von etwa 1.000 Kilometern ansteigt, da die Gesteine des unteren Erdmantels mit zunehmender Tiefe mit Bridgmanit angereichert sind. Infolgedessen nimmt die Viskosität und somit auch die Festigkeit der Gesteine deutlich zu, da die Viskosität mit der Korngröße ansteigt. Der darüber liegende flachere Teil des unteren Erdmantels, der bis in eine Tiefe von rund 1.000 Kilometern reicht, besteht aus Pyrolit. Dieses Gestein enthält neben Bridgmanit 20 Volumenprozent an anderen Mineralen. Diese anderen Minerale verhindern das Kornwachstum von Bridgmanit. In den mit Bridgmanit angereicherten Gesteinen tritt dieser Effekt nicht auf, so dass Bridgmanit dort ungehindert zu großen Körnern heranwachsen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der daraus resultierende Viskositätssprung wirkt sich auf eine Vielzahl von geophysikalischen und geochemischen Prozessen aus. &#8222;Obwohl subduzierte Platten relativ reibungslos in den unteren Erdmantel eintauchen, wird ihr Absinken im flachen Teil des unteren Erdmantels zunehmend verlangsamt. Andererseits scheint sich das Aufsteigen von heißen Teilen des Erdmantels, den sogenannten &#8218;Mantel-Plumes&#8216; oder &#8218;Mantel-Diapiren&#8216;, die in verschiedenen Gebieten der Erdoberfläche Vulkane erzeugen, oberhalb von 1.000 Kilometern zu beschleunigen. Diese Beobachtungen waren bisher schwer zu verstehen, jetzt aber können wir sie wissenschaftlich erklären&#8220;, sagt der Erstautor, Prof. Dr. Hongzhan Fei, der am Bayerischen Geoinstitut (BGI) geforscht hat und jetzt eine Professur an einer der Spitzenuniversitäten Chinas, der Zhejiang-Universität in Hangzhou, innehat. Die hochviskosen, mit Bridgmanit angereicherten Gesteine entstanden in der Frühgeschichte der Erde bei der Kristallisation eines Magmenozeans. Da sie eine so hohe Festigkeit haben, kann die Mantelkonvektion sie nicht mit anderen Bestandteilen des Mantels vermischen. Infolgedessen sind die mit Bridgmanit angereicherten Gesteine seit Milliarden von Jahren im tiefen unteren Erdmantel erhalten geblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Dr. Tomoo Katsura, Inhaber des Lehrstuhls für Struktur und Dynamik des Erdmaterials am BGI, setzt die neuen Forschungsergebnisse in Beziehung zu seismischen Beobachtungen. &#8222;Seismologen haben gezeigt, dass viele subduzierte Erdplatten in der Schicht zwischen 600 und 1.500 Kilometern Tiefe stecken bleiben. Sie haben auch gezeigt, dass Mantel-Diapire zwar vertikal aufsteigen und unterhalb einer Tiefe von 1.000 Kilometern mit seismischen Verfahren abgebildet werden können, oberhalb dieser Tiefe jedoch schwer nachweisbar sind. Unsere neue Theorie kann diese Beobachtungen erklären. Da die Viskosität mit der Tiefe zunimmt, können die Platten in Regionen, die tiefer als 1.000 Kilometer sind, nur schwer eindringen. Andererseits steigen die Mantel-Diapire in dieser Tiefe schneller auf, so dass sie dünner werden und schwer abzubilden sind&#8220;, erklärt Katsura.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Internationale Zusammenarbeit:</strong><br>Die in Nature veröffentlichte Studie entstand in enger Zusammenarbeit von Prof. Dr. Tomoo Katsura (Universität Bayreuth) und Prof. Dr. Hongzhan Fei (Universität Bayreuth und Zhejiang Universität/China) mit Dr. Nicolas Walte (Technische Universität München), Prof. Dr. Maxim Ballmer (University College London/UK), Dr. Ulrich Faul (Massachusetts Institute of Technology, Cambridge/USA) und Dr. Weiwei Cao (Extreme Conditions and Materials: Hochtemperatur und Bestrahlung (CEMHTI), Orléans/Frankreich).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Veröffentlichung:</strong><br>Hongzhan Fei et al.: Variation in bridgmanite grain size accounts for the mid-mantle viscosity jump. Nature (2023), DOI: 10.1038/s41586-023-06215-0, <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06215-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-023-06215-0</a>, pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06215-0.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-023-06215-0.pdf</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=916.msg551169#msg551169" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Erde</a></li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Geophysik: Besserer Blick ins Erdinnere</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geophysik-besserer-blick-ins-erdinnere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Apr 2022 17:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der LMU-Geophysiker Max Moorkamp hat eine Methode entwickelt, mit der die Zusammensetzung der Erde besser untersucht werden kann. Eine Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München. Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München. 29. April 2022 &#8211; Kenntnisse über den Aufbau und die Zusammensetzung der Erdkruste sind wichtig, um die Dynamik der Erde zu verstehen. So spielt etwa das Vorkommen von Flüssigkeiten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der LMU-Geophysiker Max Moorkamp hat eine Methode entwickelt, mit der die Zusammensetzung der Erde besser untersucht werden kann. Eine Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EarthQuarterCutSoylentGreenWikipedoaEarthTexturefromNASA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EarthQuarterCutSoylentGreenWikipedoaEarthTexturefromNASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>(Grafik: Soylent Green / Wikipedia &#8211; Earth Texture from NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">29. April 2022 &#8211; Kenntnisse über den Aufbau und die Zusammensetzung der Erdkruste sind wichtig, um die Dynamik der Erde zu verstehen. So spielt etwa das Vorkommen von Flüssigkeiten oder Gesteinsschmelzen bei plattentektonischen Prozessen eine große Rolle. Der größte Teil des Wissens hierzu stammt aus geophysikalischen Untersuchungen. Der Zusammenhang zwischen messbaren geophysikalischen Parametern und den tatsächlichen Verhältnissen im Erdinneren ist allerdings oft nicht eindeutig. Um dies zu verbessern, hat der LMU-Geophysiker Max Moorkamp nun eine neue Methode entwickelt: Dabei werden Daten zur Verteilung der elektrischen Leitfähigkeit und Dichte in der Erdkruste mithilfe eines aus der medizinischen Bildgebung abgeleiteten Verfahrens kombiniert und verrechnet. „Der Vorteil dabei ist, dass die Zusammenhänge zwischen den beiden Parametern Teil der Analyse sind“, sagt Moorkamp. „Für geophysikalische Anwendungen ist das völlig neu.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittels der neuen Methode konnte Moorkamp für den Westen der Vereinigten Staaten zeigen, dass bisherige Annahmen zur räumlichen Verteilung von Magma und Flüssigkeiten in diesem Gebiet möglicherweise zu vereinfacht sind. Aufgrund von Messungen zur elektrischen Leitfähigkeit gingen Forschende bisher davon aus, dass in geologisch jungen und aktiven Regionen geschmolzenes Gestein (Magma) und Flüssigkeiten weit verbreitet sind, während ältere und stabile Regionen praktisch frei davon sind. „Die neuen Ergebnisse zeigen aber ein komplexeres Bild“, sagt Moorkamp. Die elektrische Leitfähigkeit von geschmolzenem Gestein und Flüssigkeiten ist derjenigen von festen Graphiten und Sulfiden sehr ähnlich – im Gegensatz zu Schmelzen und Flüssigkeiten sind diese aber ein Zeichen alter geologischer Aktivität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moorkamp konnte mit seiner Methode erstmals zwischen beidem unterscheiden und so nachweisen, dass sogar im Umfeld des sehr aktiven Yellowstone-Gebiets fluid-dominierte Strukturen und fluid-freie Regionen mit Graphiten und Sulfiden direkt nebeneinander liegen. Der Geophysiker schließt daraus, dass im Vergleich zur aktuellen geologischen Aktivität, die geologische Geschichte – also frühere plattentektonische Prozesse – deutlich stärkere Auswirkungen auf die Lokalisierung von Fluiden hat als bislang angenommen. Dies könne möglicherweise eine Überprüfung früherer Ergebnisse nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern weltweit, erfordern. Zudem könne das Verfahren auch bei der Suche nach geothermaler Energie oder Mineralvorkommen von großer Hilfe sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation:</strong><br>Max Moorkamp: Deciphering the state of the lower crust and upper mantle with multi-physics inversion. Geophysical Research Letters 2022<br><a href="https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2021GL096336" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2021GL096336</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=916.msg531477#msg531477" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Erde</a></li></ul>
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