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	<title>ESA-Budget &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>ESA-Budget &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Weichenstellung für Europas Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/weichenstellung-fuer-europas-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 22:51:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane 6]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Budget]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weniger Geld trotz neuem Mitgliedsland &#8211; Die ESA Ministerratskonferenz hat heute ihre Ergebnisse in einer Pressekonferenz verkündet. „Es war eine Konferenz der kurzen Nächte und der harten Verhandlungen”, sagt Peter Hintze, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt. Frankreich und Deutschland waren mit unterschiedlichen Konzepten in die Verhandlungen gegangen und nur einer der beiden [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Weniger Geld trotz neuem Mitgliedsland &#8211; Die ESA Ministerratskonferenz hat heute ihre Ergebnisse in einer Pressekonferenz verkündet. „Es war eine Konferenz der kurzen Nächte und der harten Verhandlungen”, sagt Peter Hintze, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt. Frankreich und Deutschland waren mit unterschiedlichen Konzepten in die Verhandlungen gegangen und nur einer der beiden konnte sich schließlich durchsetzen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: astirn.de, ESA, DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112012235111_small_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/21112012235111_small_1.jpg" alt="ESA" width="482" height="295"/></a><figcaption>
Die Pressekonferenz der ESA-Konferenz in kompletter Länge 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage lang diskutierten die Mitgliedsländer der ESA unter Führung der aktuellen ESA-Präsidentschaft Schweiz und Luxemburg im Kongresszentrum &#8222;Mostra d&#8217;Oltremare&#8220; im italienischen Neapel. Es ging um nichts anderes als die Zukunft der europäischen Raumfahrt und deren Budget für die nächsten drei Jahre. Bereits im Vorfeld hat Deutschland seine geplante Mondmission aus dem Programm gestrichen um seine Verhandlungsposition zu stärken. Der Plan ging offenbar voll auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Budget</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfänglich ist die ESA-Führung mit der Forderung von 12 Milliarden Euro in die Verhandlungen gegangen. Doch in Zeiten knapper Kassen steht am Ende nur ein Budget von 10,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese verteilen sich vor Allem auf die vier großen Mitgliedsländer unter denen eines überraschte. Mit 1,2 Milliarden Euro und einer Einmalzahlung von 20 Millionen Euro befördert sich Großbritannien aufs Podium und zahlt die drittmeisten Beiträge. Deutschland mit 2,6 Milliarden Euro und Frankreich mit 2,3 Milliarden Euro stellen weiterhin die größten Mittel zur Verfügung. Auf Platz vier verdrängt wurde Italien mit 1,1 Milliarden Euro. Neu aufgenommen in die ESA wurde Polen als weiteres Mitgliedsland. Das Wissenschaftsbudget darunter wird eingefroren. Das bedeutet, dass es keinen Inflationsausgleich geben wird und nominell die Zahlungen sinken werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ariane V ME oder Ariane 6</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema mit der größten Sprengkraft war sicherlich das europäische Trägerprogramm. Frankreich positionierte sich bereits im Vorfeld klar und setzte sich für eine komplette Neuentwicklung namens Ariane 6 ein. In ersten Entwürfen ist die massive Nutzung von Feststoffantrieben auffällig. Dessen Entwicklungs-KnowHow befindet sich vor allem in Frankreich. Deutschland dagegen hat größtes Interesse an einer Weiterentwicklung der Ariane zur Ariane V ME (Midlife Evolution). Dabei soll primär eine neue Oberstufe zum Einsatz kommen, deren Triebwerk Vinci bereits in Lampholdshausen getestet wird. Die Wiederzündbarkeit und größere Leistungsfähigkeit ermöglicht flexiblere Orbiteinschüsse und mehr Nutzlast. Auch die Kosten pro Nutzlast sollen damit gesenkt werden können</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier setzte sich Deutschland mit seiner Haltung maßgeblich durch und sichert damit bei EADS Astrium in Bremen und dem Triebwerkstest-Standort Lampholdhausen Arbeitsplätze. Erststart der verbesserten Ariane V ME soll zwischen 2017 und 2018 sein. Trotzdem konnte Frankreich sein Gesicht wahren, denn die Entwicklung der Ariane 6 wurde nicht gestrichen, sondern bleibt als spätere Option erhalten. Dabei sollen Synergien zwischen der verbesserten Ariane V ME und dem Ariane-6-Konzept genutzt werden um Entwicklungskosten besser zu verteilen. So werden Teile der neuen Oberstufe, insbesondere das Vinci-Triebwerk, später auch bei der Ariane 6 zum Tragen kommen. Bei der nächsten ESA-Ministerratskonferenz wird das Thema sicher wieder auftauchen. Ob das Ziel, die Nutzlastkosten der Ariane V mit der erweiterten ME-Version deutlich zu senken, erreicht werden kann, wird erst die Zukunft zeigen. Erst vor kurzem äußerte sich SpaceX-Gründer Elon Musk zum Thema und attestierte der Ariane V keine Chancen auf dem zukünftigen Markt. Darauf angesprochen entgegnete ESA-Chef Jean-Jaques Dordain, dass für die Kunden neben dem Preis, der ja mit der ME-Version sinken soll, auch Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit eine Rolle spielen. Beides Dinge, die SpaceX erst beweisen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Internationale Raumstation ISS</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher hat Europa die Betriebskosten seines Raumlabors Columbus mit den Transportfähigkeiten seines Frachters ATV bezahlt. Das Programm läuft allerdings mit dem fünften und letzten Start 2014 aus. Da das ISS-Programm einstimmig bis 2020 verlängert wurde, fallen für die verbleibende Zeit weitere Betriebskosten in Höhe von 450 Millionen Euro an, das sogenannte Barter-Element. Die Summe könnte die ESA entweder bar an die NASA überweisen oder eine entsprechende Gegenleistung in Sachwerten erbringen, wie schon mit dem ATV getan. An zusätzlichen Versorgungsflügen hat die NASA jedoch kein Interesse. Allerdings bot man der ESA an, das Service-Modul für das künftige NASA-Raumschiff Orion zu entwickeln, welches auf der US-amerikanischen Schwerlastrakete SLS gestartet werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das wurde dann auch als Programm verabschiedet. Damit die Finanzierbarkeit hier gewährleistet werden kann, sprang Großbritannien in die Lücke und gewährte eine Einmalzahlung von 20 Millionen Euro. Von der Entwicklung profitiert wiederum auch Deutschland, speziell Astrium am Standort Bremen. Dort hat man bereits erste Designstudien dazu veröffentlicht. Die Mehrzahl der Komponenten können aus dem Service-Modul des ATV wiederverwendet werden, was die Entwicklungskosten im Rahmen halten soll. Durch die nun erhebliche Beteiligung Großbritanniens wird es aber natürlich in diese Richtung eine stärkere Zusammenarbeit geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überraschenderweise beteiligt sich Großbritannien auch ab sofort am Wissenschaftsbetrieb der ISS mit weiteren 15 Millionen Euro. Dem englischen Astronauten Timothy Peake steht damit ein Aufenthalt auf der ISS prinzipiell offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die europäische Marsmission</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Russland und die ESA konnten einen Kooperationsvertrag für ExoMars aushandeln, der auf der Konferenz präsentiert wurde. Demnach stellt Russland zwei Proton-Raketen für den Start der beiden Sonden im Jahr 2016 und 2018 bereit die ungefähr einen Gegenwert von 200 Millionen Euro haben. Zudem wird sich Russland auch bei wissenschaftlichen Experimenten auf dem Orbiter und dem Landemodul beteiligen. Der geplante Rover kommt dabei aus Europa. Die NASA wird damit nach ihrem Ausstieg zum Juniorpartner degradiert, dessen Rolle Sie aber trotzdem wahrnehmen möchte. Trotzdem ist die Mission noch nicht in trockenen Tüchern. Es fehlen noch ca. 100 Millionen Euro, die man sich vielleicht bei der &#8222;Juice&#8220; Mission borgen will, die erst 2022 starten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EU und ESA</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld gab es einige Überlegungen über das Verhältnis von der EU zur ESA. Eine Idee sah vor, die ESA als Abteilung der EU zu etablieren. Problematisch hierbei wäre das Verfahren mit ESA-Mitgliedsstaaten, die selber nicht EU-Mitglied sind, wie beispielsweise die Schweiz. Hier sprach man sich auf der Konferenz stark für die Unabhängigkeit der ESA aus, steht aber selbst der EU für Projekte zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Entscheidungen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beschlossen wurde auf der Konferenz auch die nächste Generation der MetOp-Wettersatelliten, welche von Eumetsat betrieben werden. Deutschland beteiligt sich hier mit 27% an den Kosten, um die Wettervorhersagen in Zukunft weiter zu verbessern. Prognosen der Wetterdienste werden dann für einen Zeitraum bis zu neun Tagen möglich sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis 2017 investieren die ESA-Staaten rund 3,8 Milliarden Euro in das Wissenschaftsprogramm. Darunter fallen künftige Raumsonden wie die Astrometrie-Mission Gaia (Start 2013), die Technologie-Mission LISA Pathfinder (2014) und in Kooperation mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA die Merkur-Mission Bepi Colombo (2015). Deutschland bleibt hier größter Beitragszahler mit 19,8 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das &#8222;space situational awareness&#8220;-Programm der ESA welches mit Radaranlagen den Orbit nach gefährlichem Weltraumschrott absuchen soll, bekommt vorerst nur wenig finanzielle Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst die nächsten Jahre werden zeigen, ob das zur Verfügung stehende Geld für alle Projekte reichen wird. Positiv ist auf jeden Fall, dass sich alle Mitgliedsstaaten doch relativ schnell einigen konnten. Denn im Vorfeld wurde von einigen Seiten bereits über das Scheitern der Konferenz spekuliert. Dazu ist es, obwohl man über das Ergebnis sicherlich diskutieren kann, zum Glück nicht gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10725.new#new" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zur Konferenz</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESA in der Wirtschaftskrise</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esa-in-der-wirtschaftskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 08:14:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Budget]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=33274</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bei der ESA wird man in den nächsten zwei Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Zwar werden noch keine Missionen verschoben oder annulliert, aber es ist mit empfindlichen Einsparungen in den Jahre 2011 und 2012 zu rechnen. Dieses Jahr wird es noch keine größeren Probleme mit dem Budget geben. Ein Beitrag von Thomas Hofstätter. Quelle: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bei der ESA wird man in den nächsten zwei Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Zwar werden noch keine Missionen verschoben oder annulliert, aber es ist mit empfindlichen Einsparungen in den Jahre 2011 und 2012 zu rechnen. Dieses Jahr wird es noch keine größeren Probleme mit dem Budget geben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Hofstätter. Quelle: Spaceflight Now.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für 2010 und 2011 wird das Budget 3,35 Milliarden Euro betragen, die Ausgaben werden allerdings steigen. Trotz der finanziellen Eiszeit, die auf die ESA zukommt, soll es aber nicht zu Kürzungen oder Streichungen kommen. Besonders wichtig ist die zweite Hälfte des Jahres, wenn die 18 Mitgliedsstaaten ihr Budget evaluieren. 
<br>
Zu diesem Zeitpunkt kann es zu Verzögerungen kommen da die Mitgliedsstaaten mit massiver Verschuldung zu kämpfen haben. Bis jetzt gibt es aber noch keine konkreten Erklärungen der Mitgliedsstaaten, die Ausgaben zu senken. Frankreich hat sogar angekündigt, 12% mehr in die ESA zu investieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste Opfer der Budgetplanung könnte die dritte Generation der Meteosat-Satelliten werden. Das Projekt soll diesen Sommer bestätigt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Websites:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://spaceflightnow.com/news/n1006/08esaspending/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Spaceflight Now Release</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESA-Ministerrat entscheidet über Raumfahrtzukunft</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esa-ministerrat-entscheidet-ueber-raumfahrtzukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 21:13:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Französisch-Guayana]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstation]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Satellitennavigationssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumflughafen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=31676</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vom 25. bis zum 26. November 2008 tagte der Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation, das oberste Gremium der ESA, in Den Haag. Die ESA ist eine eigenständige Organisation, die allerdings vor allem über den Europäischen Weltraumrat enge Verbindungen mit der EU unterhält. Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: DLR/ESA. Die von den zuständigen Ministern der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vom 25. bis zum 26. November 2008 tagte der Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation, das oberste Gremium der ESA, in Den Haag. Die ESA ist  eine eigenständige Organisation, die allerdings vor allem über den Europäischen Weltraumrat enge Verbindungen mit der EU unterhält.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: DLR/ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26112008221317_small_1.jpg" alt="ESA" width="365" height="202"/><figcaption>
Die ESA-Minister am Konferenztisch 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den zuständigen Ministern der 18 Mitgliedstaaten sowie dem assoziierten Mitgliedsland Kanada gefassten Beschlüsse stellen einen wichtigen Schritt dar, um die ESA mit den notwendigen Mitteln auszustatten, sich den globalen Herausforderungen zu stellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Anbetracht der Bedeutung der Raumfahrt und ihrer Wichtigkeit für die Unabhängigkeit, die Sicherheit und den Wohlstand Europas haben die Minister vier Entschließungen formuliert und angenommen: </p>



<ul>
<li>die Rolle der Raumfahrt bei der Verwirklichung der globalen Ziele Europas, die die politischen und programmatischen Höhepunke der Ratstagung auf Ministerebene zusammenfasst.      
  <li>das Mittelvolumen der obligatorischen Tätigkeiten der Organisation für ihre weltraumwissenschaftlichen Programme und grundlegenden Tätigkeiten im Zeitraum 2009&#8211;2013 festzusetzen.      
  <li>Erneuerung des Beitrags der ESA-Mitgliedstaaten zu den laufenden Kosten des Raumfahrtzentrums Guayana, Europas Raumflughafen im südamerikanischen Französisch-Guayana.      
  <li>die weitere Entwicklung der Organisation, die von der Finanzmanagementreform über das Beschlussfassungsverfahren und die Industrie- und Beschaffungspolitik bis hin zur weiteren Entwicklung der Standortinfrastruktur reicht.      
</li></li></li></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt wurden von den Mitgliedsstaaten Programme im Wert von gut 10 Milliarden Euro beschlossen. Davon zeichnet die Bundesrepublik Deutschland allein für die kommenden Jahre insgesamt 2,7 Milliarden Euro und bleibt damit die größte Raumfahrtnation im europäischen Verbund. Bereits 2008 war Deutschland mit 603 Millionen Euro stärkster ESA-Partner und trägt auch in Zukunft rund ein Viertel aller Beiträge. 
<br>
Weitere Punkte des jetzt beschlossenen Programms sind unter anderen die Gewährleistung des autonomen Zugangs zum All mit wettbewerbsfähigen Trägersystemen, die dritte Generation des Wettersatelliten Meteosat und die zukünftige Nutzung der internationalen Raumstation ISS. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Europa wird in Zukunft mit drei Trägern einen autonomen Zugang zum All haben. Hierdurch kann Europa ungehindert und unabhängig von anderen Raumfahrtnationen das All in so wichtigen Bereichen wie der Erdbeobachtung, Meteorologie, Aufklärung, Kommunikation und Navigation nutzen. Als Kernziele der Weiterentwicklung der Ariane 5 soll zum einen die Nutzlastkapazität um etwa 1,5 Tonnen gesteigert werden, um mittelfristig Doppelstarts für die kommerzielle Vermarktung des Trägers garantieren zu können. Zum anderen soll das System durch eine wiederzündbare, kryogene Oberstufe aus Deutschland flexibler werden, um unterschiedliche Zielorbits zu erreichen. Die ESA unterstützt zudem die künftigen Starts der russischen Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumstartplatz Kourou sowie den Einsatz der Trägerrakete Vega für Lasten bis zu 1.500 Kilogramm ab 2009. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Wetterbeobachtung beschloss der Ministerrat die dritte Generation des europäischen Satellitensystems <i>Meteosat</i> (MTG, Meteosat Third Generation), die in den Jahren 2009 bis 2020 verwirklicht werden soll. MTG besteht aus sechs geostationären Satelliten. Sie setzen die Datenreihe der bisherigen Generationen mit besserer zeitlicher, räumlicher und spektraler Auflösung fort. Zudem wird die Unwetterwarnung durch die Beobachtung von Blitzen erweitert und die Verteilung von Temperaturen, Feuchtigkeit und Winden dreidimensional erfasst. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26112008221317_small_2.jpg" alt="NASA" width="308" height="240"/><figcaption>
Europäisches Frachtraumschiff ATV 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA bekräftigte nochmals, die ISS auch künftig zu nutzen. Der Start des europäischen Labors <i>Columbus</i> und die erfolgreiche Mission des <i>Automatischen Transfer Vehicle</i> (ATV) haben die hervorragende Kompetenz Europas auf diesem Gebiet der Raumfahrt weltweit sichtbar gemacht. Im Rahmen des ESA-Programms für den Betrieb der Raumstation von 2008 bis 2012 sind rund 562 Millionen Euro festgeschrieben. Finanziert wird hiermit der Betrieb von <i>Columbus</i>, Bau, Start und Betrieb der künftigen ATVs, Integration und Betrieb von Nutzlasten sowie Ausbildung und Unterstützung der europäischen Astronauten. 
<br>
Weiterhin beschlossen die Minister eine Studie zur Fortentwicklung des ATV für den sicheren Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sowie eine Studie für eine robotische Landemission auf dem Mond. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten für die europäische Mars-Mission ExoMars waren von ursprünglich geplanten 593 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro angestiegen. Für das Programm wurde eine Neukonzipierung bei maximal einer Milliarde Euro beschlossen. Der Start ist für das Jahr 2016 vorgesehen. ExoMars soll die Marsoberfläche nach Spuren von Leben untersuchen und die geophysikalischen Eigenschaften des Planeten erkunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dieser Tagung haben die Minister der ESA-Mitgliedstaaten die Gelegenheit genutzt, um auf den jüngsten Erfolgen und Errungenschaften Europas in der Raumfahrt aufzubauen. Es wurde aber auch über die Finanzierung des Programms zur Weiterentwicklung des Globalen Navigationssatellitensystems Galileo verhandelt, sowie über die Finanzierung der Inangriffnahme eines Programms zur Erfassung der Weltraumlage, mit dem Informationen zum Schutz der europäischen Weltraumsysteme gegen Weltraummüll und gegen die Einflüsse ungünstigen Weltraumwetters bereitgestellt werden sollen. </p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neues zur ESA-Ministerratskonferenz</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neues-zur-esa-ministerratskonferenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 20:11:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane 5]]></category>
		<category><![CDATA[ATV]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Vega]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Informationen zu den aktuellen Budgetplanungen im Vorfeld der ESA-Ministerratskonferenz, wo die Weichen für die Zukunft der europäischen Raumfahrt gestellt werden. Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: Vortrag der DGLR Stuttgart. Die nächste ESA-Ministerratskonferenz soll am 25./26. November 2008 in Den Haag stattfinden. Dabei entscheiden die Mitgliedsstaaten der ESA, wie viel Geld für welches Projekt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Neue Informationen zu den aktuellen Budgetplanungen im Vorfeld der ESA-Ministerratskonferenz, wo die Weichen für die Zukunft der europäischen Raumfahrt gestellt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: Vortrag der DGLR Stuttgart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste ESA-Ministerratskonferenz soll am 25./26. November 2008 in Den Haag stattfinden. Dabei entscheiden die Mitgliedsstaaten der ESA, wie viel Geld für welches Projekt in den nächsten drei Jahren ausgegeben werden soll. Für dieses Jahr hatte der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain ursprünglich ein Programm im Wert von 12,5 Milliarden Euro vorgesehen. Jedoch ist dieses Optional-Programm &#8211; dass heißt die Mitgliedsstaaten beteiligen sich auf freiwilliger Basis &#8211; inzwischen auf einen Betrag von 7,161 Milliarden Euro zusammengeschrumpft. Darüber hinaus gibt es ein Pflichtprogramm im Wert von 3,177 Milliarden Euro, das sich aus dem allgemeinen ESA-Haushalt und dem Wissenschaftsprogramm zusammen setzt.
<br>
In einem Vortrag der DGLR Stuttgart stellte Dipl.-Ing. Jörg Feustel-Büechl, ehemaliger Direktor der ESA, heute Nachmittag den aktuellen Stand der Budgetplanung vor:</p>



<p><table>
<tr>
<td><strong>Projekt</strong> </td>
<td><strong>Millionen Euro</strong> </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Trägerraketen</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>CSG Finanzierung (2009-2013) &#8211; Kourou  </td>
<td>391  </td>
</tr>
<tr>
<td>ARTA (2011-2013) &#8211; Ariane 5 Qualitätssicherung  </td>
<td>585  </td>
</tr>
<tr>
<td>Ariane 5 balanced measures &#8211; Finanzkrise  </td>
<td>tbd  </td>
</tr>
<tr>
<td>post ECA &#8211; neue kryogene Oberstufe  </td>
<td>340  </td>
</tr>
<tr>
<td>FLPP 2.2 &#8211; zukünftiges Trägersystem  </td>
<td>200  </td>
</tr>
<tr>
<td>VEGA  </td>
<td>50  </td>
</tr>
<tr>
<td>VERTA &#8211; VEGA Finanzierungshilfe  </td>
<td>120  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Satellitenprogramme</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>GMES Segment 2  </td>
<td>793  </td>
</tr>
<tr>
<td>MeteoSat Third Generation  </td>
<td>826  </td>
</tr>
<tr>
<td>Climate Change Initiative  </td>
<td>70  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>ISS</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>ISS Exploitation Periode 3 &#8211; davon 2/3 Transportkosten (z.B. ATV etc..)  </td>
<td>1678  </td>
</tr>
<tr>
<td>ELIPS Periode 3 &#8211; Forschung auf der ISS  </td>
<td>220  </td>
</tr>
<tr>
<td>Transportsystem für ISS und Exploration (inklusive ATV-Evolution)  </td>
<td>90  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Exploration</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>Erweiterung ExoMars  </td>
<td>340  </td>
</tr>
<tr>
<td>Mars Robotic Exploration (Vorbereitung)  </td>
<td>20  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Telekommunikation</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>ARTES Programme &#8211; z.B. IRIS, IAP, SmallGEO   </td>
<td>915  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong><u>Summe Optionalprogramm</u></strong></td>
<td><strong><u>7161</u></strong></td>
</tr>
<tr>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Wissenschaftsprogramm</strong> </td>
<td>2214,9  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Allgemeiner Haushalt</strong> </td>
<td>961,8  </td>
</tr>
<tr>
<td><strong><u>Summe Pflichtprogramm</u></strong></td>
<td><strong><u>3177</u></strong></td>
</tr>
<tr>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Sonstige Vorschläge</strong> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr>
<td>Space Situation Awareness (Weltraummüll etc..)  </td>
<td>45  </td>
</tr>
<tr>
<td>European GNSS Evolution, Periode 2  </td>
<td>78,1  </td>
</tr>
<tr>
<td>General Support Technology Programme  </td>
<td>400  </td>
</tr>
</table>
<br>
Anhand der aktuellen Budgetplanungen ist ersichtlich, dass ein besonderer Schwerpunkt auf die Sicherung des unabhängigen Zugangs zum All gelegt wird. Die Wettbewerbsfähigkeit der Ariane 5 soll erhalten werden, außerdem investiert man in eine neue kryogene Oberstufe und die neue europäische Trägerrakete VEGA, die Ende 2009/Anfang 2010 zum ersten Mal starten soll. Darüber hinaus führt man weitere Arbeiten zu einem Ariane-5-Nachfolger im Rahmen des FLPP (Future Launcher Preparatory Programme) durch. Schlecht sieht es dagegen für eine Weiterentwicklung des ATV aus, das in diesem Jahr ein so erfolgreiches Debut feierte. Lediglich 90 Millionen Euro sehen die aktuellen Planungen vor und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Gelder weiter gekürzt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der letzten ESA-Ministerratskonferenz ist die ExoMars-Mission sehr viel ambitionierter und damit auch teurer geworden, weshalb neue Geldmittel bewilligt werden müssen. Ob genügend Gelder aufgetrieben werden können, ist jedoch fraglich. David Southwood, der ESA-Wissenschaftsdirektor, möchte daher eine Kooperation mit den Amerikanern oder den Russen eingehen, um die Kosten für die ESA zu senken. Dennoch muss selbst in dem Fall einer Kooperation die ESA mindestens eine Millarde Euro aufbringen. Mit den bereits bewilligten 650 Millionen Euro von 2005 und den geplanten 340 Millionen Euro würde man auf ca. eine Milliarde kommen. Dann bleibt noch die Frage, ob die Summe auf der ESA-Ministerratskonferenz auch abgesegnet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen können im entsprechenden Forumsthread zur ESA-Ministerratskonferenz gefunden werden. </p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cosmic Visions 2020</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cosmic-visions-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Kometen]]></category>
		<category><![CDATA[Mondorbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Observatorium]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In dem Programm Cosmic Visions 2020 hat die europäische Raumfahrtagentur ESA die geplanten Forschungsmissionen für das kommende Jahrzehnt festgelegt. Autor: Michael Stein. Vertont von Dominik Mayer. Der ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood hat auf der Sitzung des &#8222;Ausschuss für Weltraumwissenschaft&#8220; der europäischen Weltraumagentur am 22./23.&#160;Mai 2002 in Norwegen das neue Wissenschaftsprogramm für die nächsten zehn Jahre vorgestellt. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In dem Programm <em>Cosmic Visions 2020</em> hat die europäische Raumfahrtagentur ESA die geplanten Forschungsmissionen für das kommende Jahrzehnt festgelegt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Michael Stein</a>. Vertont von Dominik Mayer.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2003-01-12-22079.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cv2020_01.jpg" alt=""/><figcaption>ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood bei der Pressekonferenz am 27.&nbsp;Mai im ESA-Hauptsitz in Paris.<br>(Foto: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood hat auf der Sitzung des &#8222;Ausschuss für Weltraumwissenschaft&#8220; der europäischen Weltraumagentur am 22./23.&nbsp;Mai 2002 in Norwegen das neue Wissenschaftsprogramm für die nächsten zehn Jahre vorgestellt. Die Überarbeitung des Wissenschaftsprogramms war notwendig geworden, da auf der ESA-Ministerratssitzung in Edinburgh im November 2001 weniger finanzielle Mittel bewilligt worden sind, als bei der Verabschiedung des letzten derartigen Programms im Oktober 2000 veranschlagt worden ist. Das neue Wissenschaftsprogramm ist nun von der ESA unter der Bezeichnung <em>Cosmic Visions 2020</em> veröffentlicht worden.<br>&nbsp;<br>Die geplanten Forschungsmissionen sind in so genannten &#8222;Produktionsgruppen&#8220; zusammengefasst worden, die sich ihrerseits drei verschiedenen Kategorien zuordnen lassen: <em>Astrophysik</em>, <em>Erforschung des Sonnensystems</em> sowie <em>Missionen für physikalische Grundlagenforschung</em>. Die Einteilung der Missionen in verschiedene Produktionsgruppen ist nicht nur eine Strukturierung der Missionen nach wissenschaftlicher Ausrichtung, sondern hat auch ganz konkrete technologische und finanzielle Auswirkungen. So sollen beispielsweise die Raumsonden für sämtliche Forschungsmissionen einer Produktionsgruppe unter Ausnutzung größtmöglicher Synergieeffekte von gemeinsamen Ingenieurteams geplant und gebaut werden, um die Kosten jeder einzelnen Mission so gering wie möglich zu halten.<br>&nbsp;<br>Die Missionen der Kategorie <em><strong>Astrophysik</strong></em> sind in folgende Gruppen unterteilt:<br>&nbsp;<br><strong>&#8211;&nbsp;Gruppe&nbsp;1:</strong> Die Missionen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/XMM-Newton" target="_blank" data-wpel-link="external">XMM-Newton (Start: 1999)</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/category/integral/" data-wpel-link="internal">INTEGRAL (Oktober 2002)</a> sind Röntgen- bzw. Gammastrahlenobservatorien zur Beobachtung des Universums im Bereich der so genannten &#8222;harten&#8220; Strahlung;<br>&nbsp;<br><strong>&#8211;&nbsp;Gruppe&nbsp;2:</strong> <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Herschel" target="_blank" data-wpel-link="external">Herschel (ca. 2007)</a> soll die Infrarot- und Mikrowellenstrahlung erforschen, <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Planck" target="_blank" data-wpel-link="external">Planck (ca. 2007)</a> die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung und <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Eddington_overview" target="_blank" data-wpel-link="external">Eddington (ca. 2008)</a> schließlich der Suche nach extra-solaren Planeten dienen;<br>&nbsp;<br><strong>&#8211;&nbsp;Gruppe&nbsp;3:</strong> Die Mission <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Gaia" target="_blank" data-wpel-link="external">GAIA (ca. 2012)</a> soll eine hochgenaue Kartierung der Galaxien mit bis dahin unerreichter Präzision vornehmen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cv2020_02.jpg" alt="" width="333" height="191"/><figcaption>Der Mars-Lander <em>Beagle&nbsp;2</em> nach der Landung auf dem &#8222;Roten Planeten&#8220; im Dezember 2003.<br>(Grafik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Kategorie <em><strong>Erforschung des Sonnensystems</strong></em> zählen folgende Missionen:<br> <br><strong>&#8211; Gruppe 1:</strong> Die Mission <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Die_Rosetta-Kometenmission_im_Ueberblick" target="_blank" data-wpel-link="external">Rosetta (2004)</a> wird ein Rendevouz mit einem noch zu bestimmenden Kometen durchführen und einen Lander auf dem Kometenkern absetzen, während <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Mars_Express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Express</a> den Mars mit Hilfe eines Orbiters sowie des Mars-Landers <a href="https://www.raumfahrer.net/der-mars-lander-beagle-2/" data-wpel-link="internal">Beagle 2</a> weiter erforschen wird. Nach langem Hin und Her ist mittlerweile auch die Durchführung der zwischenzeitlich schon aus dem Programm gestrichenen Forschungsmission <a href="https://www.cosmos.esa.int/web/venus-express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Venus Express</a> sichergestellt, die bei dem Schwesterplaneten unserer Erde vor allem den Aufbau und die Prozesse in der Venusatmosphäre näher untersuchen soll;<br> <br><strong>&#8211; Gruppe 2:</strong> Zu dieser Gruppe zählen die Mission <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/SMART-1" target="_blank" data-wpel-link="external">SMART-1 (2003)</a> zum Mond zur Erprobung verschiedener neuer Technologien (incl. eines Ionen-Antriebs), die Merkur-Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/der-merkur-orbiter-bepicolombo/" data-wpel-link="internal">BepiColombo (ca. 2011)</a> sowie ein noch unbenannter <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter" target="_blank" data-wpel-link="external">Sonnenorbiter (ca. 2012)</a> als Nachfolger der sehr erfolgreichen Sonnensonden <em>SOHO</em> und <em>Ulysses</em>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cv2020_03.jpg" alt="" width="301" height="213"/><figcaption>Die Raumsonde <em>Rosetta</em> beim Anflug auf den Zielkometen.<br>(Grafik: Astrium)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kategorie mit <strong><em>Missionen für die physikalische Grundlagenforschung</em></strong> umfasst nur eine Produktionsgruppe, zur der die Missionen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://einstein.stanford.edu/STEP/" target="_blank" data-wpel-link="external">STEP (2005)</a> zum Nachweis des &#8222;Wesens der Masse und der Grundlagen der Mechanik&#8220; (eine Gemeinschaftsmission mit der NASA), <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://sci.esa.int/web/lisa-pathfinder/-/28489-esa-closing-in-on-earth-like-planets-and-gravitational-waves" target="_blank" data-wpel-link="external">SMART-2 (2006)</a> &#8211; eine weitere Technologieerprobungsmission &#8211; sowie die gemeinsam mit der NASA geplante Mission <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://sci.esa.int/web/lisa" target="_blank" data-wpel-link="external">LISA (2011)</a> zum Nachweis von Gravitationswellen gehören.<br>&nbsp;<br>Über die hier genannten Vorhaben hinaus sieht das revidierte Wissenschaftsprogramm der ESA weiterhin eine Beteiligung am Gemeinschaftsprojekt mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA zur Entwicklung und dem späteren Betrieb des <a href="https://www.raumfahrer.net/next-generation-space-telescope/" data-wpel-link="internal">James Webb Space Telescope (2010)</a> vor, das die Nachfolge des Weltraumteleskops <a href="https://www.raumfahrer.net/category/hubble/" data-wpel-link="internal">Hubble</a> antreten soll.<br>&nbsp;<br>Das Forschungsprogramm <em>Cosmic Visions 2020</em> setzt die erfolgreiche Anwendung neuer, kostensparender Management-, Arbeits- und Kooperationsmethoden voraus, damit die hier aufgezählten Missionen umgesetzt werden können. Insbesondere für die mittel- und langfristig geplanten Projekte jedoch bietet auch das neue ESA-Forschungsprogramm keine endgültige Gewähr für ihre Umsetzung, denn die steht und fällt letztendlich mit der finanziellen Ausstattung der europäischen Weltraumagentur durch ihre Mitgliedsstaaten.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/cosmic-visions-2020/" data-wpel-link="internal">Cosmic Visions 2020</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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