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		<title>Vulkaninsel Island ist Testumgebung für NASA-Mission VERITAS zur Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vulkaninsel-island-ist-testumgebung-fuer-nasa-mission-veritas-zur-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2023 21:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 10. August 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR26.jpg" alt="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" class="wp-image-129847"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS. Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">10. August 2023 &#8211; VERITAS ist eine NASA-Mission, die den Planeten Venus umkreisen wird und dabei Daten aus Infrarotspektroskopie, Radarbildern, Topografie und Interferometrie sammeln soll. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist dabei ein wichtiger Partner. Derzeit findet als Vorbereitung für die Venusmission, die für das nächste Jahrzehnt geplant ist, in Island eine Feldkampagne statt. Dort kommt der hochentwickelte flugzeuggestützte F-SAR-Radarsensor des DLR zum Einsatz, um solche Arten von Lavaströmen zu untersuchen und zu charakterisieren, die auch auf der Venus zu erwarten sind. Gleichzeitig setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR am Boden einen Prototypen des Venus Emissivity Mapper (VEM) ein, um die spektralen Eigenschaften im nahen Infrarot zu erfassen. Die Feldkampagne in Island ist eine gemeinsame Expedition des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, des DLR und eines internationalen Wissenschaftsteams. VERITAS steht für „Venus Emissivity, Radio science, InSAR, Topography, And Spectroscopy“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vulkanische Island ist eine hervorragende Testumgebung für wissenschaftliche Experimente, die zur Vorbereitung zukünftiger Missionen zum Erdnachbarn Venus durchgeführt werden sollen. „Die Charakterisierung und Messung von Ausmaß und Art der vulkanischen und tektonischen Vorgänge auf der Venus sind der Schlüssel zum Verständnis der Evolution von festen Planetenoberflächen und Gesteinsplaneten im Allgemeinen”, sagt Dr. Sue Smrekar, Principal Investigator des JPL für VERITAS. Es war die Magellan-Mission der NASA in den 1990er Jahren, die einen ersten detaillierten „Blick“ auf eine Venusoberfläche ermöglichte, die von Wolken aus Schwefelsäure eingehüllt war.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR26.jpg" alt="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" class="wp-image-129853"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR. Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die globalen topographischen Karten auf der Basis von Radarmessungen der Magellan-Mission enthüllten damals einen Planeten, dessen Oberfläche während der letzten 500 Millionen Jahre durch Vulkantätigkeit fast vollständig neu gestaltet wurde. Nach Magellan standen noch viele Fragen im Raum. Und aus der Auswertung der Magellan-Daten ergaben sich weitere Fragen: Weshalb haben Erde und Venus, die in Bezug auf Größe und Masse fast gleich sind, in ihrer 4,5 Milliarden Jahre dauernden Entwicklung völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen? Was hat sich während der vier Milliarden Jahre vor der letzten globalen Neugestaltung der Oberfläche zugetragen? Und gibt es letztlich noch aktive Vulkane? Diese Fragen sind die Motivation für neue Missionen zur weiteren Erforschung der Venus in den 2030er Jahren – und schon heute für die missionsvorbereitenden Aktivitäten auf Island.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Radar – ein Weg, die Oberfläche der Venus in hoher Auflösung zu sehen </strong><br>Das DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme setzt in Island sein F-SAR-Radarsystem ein, um Radarbilder vom Flugzeug aus aufzunehmen und Daten zu gewinnen, die jenen ähneln, die bei späteren Radarmissionen zur Venus (etwa VERITAS der NASA oder EnVision der Europäischen Raumfahrtagentur ESA) erwartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daten des Radarsystems F-SAR des DLR werden verwendet, um Oberflächeneigenschaften der Lavaströme abzuschätzen und Algorithmen sowie Methoden zu testen, die für die Erfüllung der Mission VERITAS erforderlich sind. „Unser Forschungsflugzeug vom Typ Dornier 228-212, das in einer Höhe von 6.000 Metern über dem Boden operiert, nimmt Radardaten auf mehreren Frequenzbändern gleichzeitig auf, ähnlich denen, die bei VERITAS sowie EnVision auf der Venus zur Anwendung kommen werden und auch bei Magellan in den 1990ern verwendet wurden”, erklärt Ralf Horn vom Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme im DLR.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR26.jpg" alt="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" class="wp-image-129851"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur. Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus führen die VERITAS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Island Bodenmessungen durch und sammeln Gesteinsproben von verschiedenen Arten erstarrter Lava für Laboranalysen. Diese werden später dazu dienen, die Radardaten der Venusmissionen besser interpretieren zu können. Die Daten werden in zwei Messgebieten erhoben, sowohl aus der Luft also auch auf dem Boden. Das erste Messgebiet liegt auf der Halbinsel Reykjanes, auf der sich auch der zuletzt aktive Vulkan Litli-Hrútur befindet. Das zweite Messgebiet liegt im Holuhraun-Gebiet in der Nähe des Vulkans Askja, wo eine Fläche, die noch größer ist als die Insel Sylt mit knapp 100 Quadratkilometern. Holuhraun ist 2014/15 durch einen außerordentlich langen und massereichen Vulkanausbruch entstanden. „Die Flexibilität des DLR-Radarsystems F-SAR zur Erfassung interferometrischer und polarimetrischer Daten wird für die Entwicklung von Algorithmen zur Untersuchung des Planeten Venus von unschätzbarem Wert sein”, betont Dr. Scott Hensley von JPL, Project Scientist für VERITAS und Instrument Project Scientist für EnVision.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus Emissivity Mapper (VEM) </strong><br>Dr. Solmaz Adeli vom DLR-Institut für Planetenforschung leitet das Team, das während der Island-Kampagne vulkanische Oberflächen spektroskopisch untersucht. „Das wird für uns bei der Charakterisierung der mineralogischen Zusammensetzung und des Ursprungs der wichtigen geologischen Terrains auf der Planetenoberfläche der Venus eine enorme Hilfe sein, wenn der Venus Emissivity Mapper (VEM) während der Missionsphase ‚echte‘ Venusdaten aus dem Orbit liefert”, sagt sie. VEM ist eine vom DLR für die Missionen VERITAS der NASA und EnVision der ESA bereitgestellte Spektralkamera, die im nahen Infrarot aufzeichnet. Es ist das erste Instrument, das speziell zum Kartieren der Gesteinsarten und der Mineralogie an der Oberfläche der Venus von der Umlaufbahn aus entwickelt wurde. „Die globale Kartierung der Mineralogie der Venus und die Entschlüsselung ihrer vulkanischen Geschichte und der Veränderung des Planeten über die Zeit ist eines der Hauptziele der Missionen VERITAS und EnVision”, erklärt Adeli weiter.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO26.jpg" alt="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" class="wp-image-129849" style="width:345px;height:182px" width="345" height="182"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht von Island aus dem Weltraum
Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Team verwendet den V-EMulator, einen Prototypen der Nahinfrarot-Multispektralkamera VEM, die an Bord von VERITAS mitfliegen wird. Es werden Lavaströme klassifiziert, die von sehr frischem Gelände bis hin zu Gebieten reichen, die im Lauf der Geschichte verändert wurden. „Sehr frisch“ bedeutet für die Forschenden auf Island, dass sie heiße, geschmolzene Lava messen können, Lava, die zwischen dem 10. Juli und Anfang August dieses Jahres aus dem Vulkan Litli-Hrútur ausströmte und momentan abkühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team wird auch Proben erstarrter Lava sammeln, die in das Planetary Spectroscopy Laboratory (PSL) am DLR-Standort Berlin gebracht werden. Dort wird bei Temperaturen wie auf der Venus in einer Simulationskammer ihr Emissionsgrad in unterschiedlichen Wellenlängen analysiert werden. Die spektralen Eigenschaften eines Gesteins bei „normalen“, also auf der Erde vorherrschenden Temperaturen unterscheiden sich von den Werten bei hohen Temperaturen wie auf der Venus. Um die Daten entsprechend interpretieren zu können, ist wichtig, dass man genau versteht, was gemessen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es sehr wahrscheinlich ist, dass noch aktive Vulkane auf der Venus existieren, nutzt eine andere Gruppe im VERITAS-Team die bei der Feldkampagne gewonnenen Daten, um die angenommene vulkanische Aktivität auf dem Erdnachbarn besser zu verstehen. „Wir untersuchen das Infrarotsignal aktiver Ausbrüche und suchen nach neuen Lavaströmen”, sagt Nils Müller, Gastwissenschaftler der Freien Universität Berlin am DLR-Institut für Planetenforschung. Die Dyngjusandur-Wüste (eine kalte Sandwüste) und zwei durch Erdspalten ausgetretene Lavaströme – Holuhraun und Thorvaldshraun – sind hervorragende Analogien auf Island, um die Studien vorzubereiten. Diese jüngsten Lavaströme sind groß genug, um auch dann nachweisbar zu sein, wenn sie auf der Venus auftreten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweiwöchige Feldkampagne in Island, die mit Unterstützung der Universität von Island und der Europlanet-Gesellschaft durchgeführt wird, begann am 31. Juli 2023. Das erste untersuchte Gelände ist das abgelegene Vulkangebiet Holuhraun in der Nähe des berühmten Vulkans Askja, der an den größten Gletscher Europas angrenzt, den Vatnajökull. Eingehend untersucht werden mehrere ausgewählte Standorte, die vorab mit Daten der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X charakterisiert wurden. Gegenwärtig begibt sich das Team auf die Halbinsel Reykjanes, um den jungen Laven des Litli-Hrútur-Vulkans so nahe wie möglich zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13527.msg552452#msg552452" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen</a></li>
</ul>
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		<title>DLR: Radarmessungen für effiziente Agrarwirtschaft</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/dlr-radarmessungen-fuer-effiziente-agrarwirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2022 11:06:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammen mit dem italienischen Forschungspartner IREA führt das DLR zwei Radar-Messkampagnen über dem Gebiet der Tavoliere-Ebene durch. Die Forschenden entwickeln neue Radartechnologien zur Messung von Bodenfeuchte, die dabei helfen sollen für eine effizientere Wasserwirtschaft zu sorgen. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR 7. Juni 2022. 7. Juni 2022 &#8211; [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Zusammen mit dem italienischen Forschungspartner IREA führt das DLR zwei Radar-Messkampagnen über dem Gebiet der Tavoliere-Ebene durch. Die Forschenden entwickeln neue Radartechnologien zur Messung von Bodenfeuchte, die dabei helfen sollen für eine effizientere Wasserwirtschaft zu sorgen. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 7. Juni 2022.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DO228mitFSARRadarDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DO228mitFSARRadarDLRCCBYNCND3060.jpg" alt=""/></a><figcaption>Forschungsflugzeug Dornier DO228 mit F-SAR Radarsensor an Bord. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">7. Juni 2022 &#8211; Dürre und Trockenperioden bedrohen zunehmend den Ackerbau. In Europa betrifft das insbesondere die Mittelmeer-Region mit ihren bedeutenden Obst-, Gemüse- und Getreideflächen. Um angesichts des globalen Klimawandels Ernten weiterhin zu sichern, muss die Wasserversorgung angepasst werden. Ein wichtiger Faktor ist die Bodenfeuchte. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) testet neue Radartechnologien, die es ermöglichen sollen, die Feuchtigkeitsverteilung in Pflanzen und den obersten Bodenschichten abzubilden, um gezielt Maßnahmen einleiten zu können. Gemeinsam mit dem italienischen Institut für Elektromagnetische Umweltsensorik IREA haben die Forschenden im April 2022 die erste von zwei mehrtägigen Testkampagnen in Italien durchgeführt. Die zweite Kampagne findet vom 14. bis 17. Juni 2022 statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erhobenen Daten dienen dazu, Verfahren zur Ableitung des Informationsprodukts &#8222;Bodenfeuchte&#8220; in Hinblick auf aktuelle wie zukünftige europäische Radarsatellitenmissionen anzuwenden und zu testen. Die Verteilung der Bodenfeuchte in der abgebildeten Region wird in Form einer Karte geografisch dargestellt. Die Ergebnisse der Messkampagnen sind insbesondere für die Radarsatellitenmission Tandem-L von Bedeutung, die zukünftig die Bodenfeuchte neben anderen Klimavariablen global in den Blick nehmen könnte.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TestgebietFoggiaDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TestgebietFoggiaDLRCCBYNCND3060.jpg" alt=""/></a><figcaption>Luftaufnahme des Testgebiets bei Foggia. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kritischer Wasserhaushalt: Testgebiet Tavoliere</strong><br>Als Testgebiet nutzt das Team landwirtschaftliche Flächen in der Tavoliere-Ebene: Das Gebiet ist für seinen kritischen Wasserhaushalt bekannt und erstreckt sich über etwa 4.000 Quadratkilometer. Die Tavoliere ist begrenzt durch den Gargano Nationalpark im Norden, den Daunia-Bergen im Westen, und der Adria. Während der Gargano und die Daunia-Berge klimatisch feuchtere Gebiete sind, herrscht im Bereich des Tavoliere das typische, halbtrockene Mittelmeerklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 450 Millimeter. Der Boden wird hauptsächlich als Ackerland genutzt. Die wichtigsten saisonalen Anbauprodukte sind Hartweizen, Tomaten, Pferdebohnen, Spargel, Kichererbsen und Artischocken. Um die Wasserversorgung zu sichern, ist es für die Wasserwirtschaft unabdingbar, detaillierte Kenntnisse über vorhandene oberirdische Gewässer und die Feuchtigkeitsverteilung zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flugzeug-Radarmessungen mit F-SAR</strong><br>Im April führte das deutsch-italienische Forschungsteam an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Messungen des Wassergehalts in der Vegetation und der oberen Bodenschicht durch. Zeitgleich überflog es die Flächen mit dem F-SAR-System des DLR. In vier langen Flügen erstellte das Radarsystem an Bord des DLR-Forschungsflugzeugs Dornier DO228 simultan Aufnahmen in den Frequenzbereichen C- und L-Band, was eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglicht. Aus den Radardaten wird die Verteilung der Feuchte in Vegetation und Boden abgeleitet sowie deren Veränderungen über einen bis zu 30-stündigen Zeitraum verfolgt. Eine Bewertung der Qualität der Radarmessergebnisse erfolgt durch Vergleich mit den &#8222;in-situ&#8220; Messungen am Boden, unter Verwendung einer aktuellen Landnutzungskarte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der ersten Messkampagne. Die Messungen konnten bei guten Bedingungen durchgeführt werden. Probeweise prozessierte SAR-Daten zeigen eine gute Qualität. Wir erhoffen uns für die zweite Messkampagne einen ebenso guten Verlauf&#8220;, sagt Projektleiter Ralf Horn vom DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/apulienhterralDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/apulienhterralDLRCCBYNCND3060.jpg" alt=""/></a><figcaption>L-Band-Radarbild des Testgebiets bei Foggia. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden wählten unterschiedliche Agrarflächen für die Bodenmessungen aus, darunter auch ein brachliegendes Feld. Künstliche Bewässerung wurde nach einem bestimmten Zeitplan gezielt eingesetzt, um eine Abtrocknung im Zeitverlauf beobachten zu können. Im Juni werden die Messungen wiederholt, um unter anderem dabei zu helfen jahreszeitlich bedingte Veränderungen der Bodenfeuchte festzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Simulation zukünftiger Satellitenradarkonzepte</strong><br>Radarsensoren auf einem Flugzeug liefern vergleichbare Daten wie Systeme an Bord von Satelliten. Das F-SAR-Instrument an Bord der Dornier DO228 wurde insbesondere dafür entwickelt, die Datenqualität zukünftiger Satellitenradare zu simulieren. So nahm das DLR-Team bei ihren Messflügen Bildserien in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus auf. Diese multi-temporalen, über zwei Stunden langen Radarbildfolgen werden so verarbeitet, dass zum Schluss Radarbilder entstehen, wie sie ein Hydroterra-Satellit künftig aus dem All erzeugen würde. Im Rahmen einer laufenden ESA-finanzierten Studie soll nun untersucht werden, mit welcher Qualität sich Informationen über die sich ändernde Feuchte in Vegetation und Boden aus den simulierten Hydroterra-Bildern extrahieren lassen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/tandemlsatsinspaceartDLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/tandemlsatsinspaceartDLRCCBYNCND3060.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung der Tandem-L-Satelliten im Orbit. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tandem-L: Globales Umweltbeobachtungssystem für morgen</strong><br>Die aktuelle Messkampagne steht in enger Verbindung mit Tandem-L, einem Vorschlag des DLR für eine hochinnovative satellitengestützte Radarmission zur Umweltbeobachtung. Eine Konstellation aus zwei L-Band Radarsatelliten soll Daten mit einer bisher nicht erreichten Qualität und Auflösung liefern. Eine Vielzahl dynamischer Prozesse in Bio-, Geo-, Kryo- und Hydrosphäre würden erfasst werden. Speziell im Bereich der Hydrosphäre wäre eine regelmäßige feinskalige Messung der oberflächennahen Bodenfeuchte zur Erforschung des weltweiten Wasserkreislaufs möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tandem-L könnte im Wochenrhythmus eine aktuelle Abbildung der gesamten Landmasse der Erde in 3D liefern und dabei gleichzeitig mehrere für die Klimamodellierung relevante Parameter messen. So würde die Radarmission maßgeblich zum besseren Verständnis von Prozessen dienen, die heute als Treiber der globalen Klimaänderung gesehen werden. Die gewonnenen Informationen sollen Politik und Gesellschaft befähigen, auf lokaler, regionaler wie auch globaler Ebene die bestmöglichen Handlungsentscheidungen zu treffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über die Partner</strong><br>IREA, das italienische Institut für elektromagnetische Umweltsensorik, ist Teil des italienischen Nationalen Forschungsrats CNR, in dem es sich im Bereich „Earth System Science and Environmental Technology“ engagiert. IREA wurde bei den Bodenmessungen durch CREA, dem Rat für landwirtschaftliche Forschung und Wirtschaft, unterstützt. Der Forschungsrat unterhält in der Tavoliere-Ebene bei Foggia zwei Versuchsfarmen mit angegliederten landwirtschaftlichen Testflächen. So sind dort unter anderem Wetterstationen und Zusatzdaten zu Bodenbedeckung und Bodentextur verfügbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Messflüge ist das DLR-Forschungsflugzeug DO228 D-CFFU im Einsatz. Die Dornier wird überwiegend zur Fernerkundung eingesetzt und von der DLR-Einrichtung Flugexperimente in Oberpfaffenhofen betrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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