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	<title>Fakel &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Fakel &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Telstar 19 VANTAGE im Regelbetrieb</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/telstar-19-vantage-im-regelbetrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Aug 2018 18:24:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kommunikationssatellitenbetreiber Telesat aus Ottawa in Kanada hat am 27. August 2018 mitgeteilt, dass sein jüngster Kommunikationssatellit den Regelbetrieb aufgenommen hat. Überwacht und gesteuert wird der Telstar 19 VANTAGE genannte neue Satellit von der Telesat-Tochter Telesat Brazil. Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: AMERGINT, Hughes, SpaceX, SS/L, Telesat. Telstar 19 VANTAGE kreist seit seinem Start [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der Kommunikationssatellitenbetreiber Telesat aus Ottawa in Kanada hat am 27. August 2018 mitgeteilt, dass sein jüngster Kommunikationssatellit den Regelbetrieb aufgenommen hat. Überwacht und gesteuert wird der Telstar 19 VANTAGE genannte neue Satellit von der Telesat-Tochter Telesat Brazil.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: AMERGINT, Hughes, SpaceX, SS/L, Telesat.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28082018202438_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28082018202438_small_1.jpg" alt="Space Systems/Loral (SS/L)" width="260"/></a><figcaption> Telstar 19 VANTAGE im All &#8211; Illustration.  <br> (Bild: Space Systems / Loral (SS/L)) </figcaption></figure></div>



<p>Telstar 19 VANTAGE kreist seit seinem Start von der Startrampe 40 (Space Launch Complex 40, SLC-40) der Luftwaffenbasis Cape Canaveral (Cape Canaveral Air Force Station, CCAFS) am 22. Juli 2018 um die Erde. In den Weltraum transportiert hatte ihn eine Falcon-9-Rakete von SpaceX in der Version Block 5. Der Start der Rakete mit dem Booster B1047 war um 5:50 Uhr Weltzeit (UTC) am Anfang eines eine Stunde langen Startfensters erfolgt.  <br>Die Bahn, auf der Telstar 19 VANTAGE ausgesetzt wurde, ein sogenannter subsynchroner Transferorbit, war rund 27 Grad gegen den Erdäquator geneigt und besaß einen der Erde nächstliegenden Bahnpunkt in rund 243 Kilometern Höhe sowie einen von der Erde am weitesten entfernten Bahnpunkt in rund 17.863 Höhe. </p>



<p>Das Raumfahrzeug dient jetzt der Versorgung von Empfängern auf beiden amerikanischen Kontinenten und im Bereich des Nordatlantik sowie der Karibik. Dazu ist es bei 63 Grad West im Geostationären Orbit (GEO) in durchschnittlich 35.786 Kilometern über dem Erdäquator positioniert worden, wo auch Telstar 14R alias Estrela do Sul 2 steht. Beide Satelliten sollen in der gleichen „orbitalen Box“ bei 63 Grad West ± 0,05 eingesetzt werden. </p>



<p>Primäre Bahnverfolgungs- und Kontrollstation ist diejenige von Telesat Brasilien in Belo Horizonte. Die Station in Brasilien nutzt für Telstar 19 VANTAGE unter anderem Kommunikationshardware der Marke satTRAC von AMERGINT Technologies Inc. aus Colorado Springs aus den USA. Als Backup und Ergänzung sind die Stationen Mt. Jackson im US-Bundesstaat Virginia und Allan Park in Kanada gedacht. </p>



<p>Telstar 14R ist eine Konstruktion von Space Systems / Loral (SS/L), ein Unternehmen, das mittlerweile zum Technologiekonzern Maxar, der ehemaligen MacDonald, Dettwiler and Associates Ltd., gehört. Der Satellit konnte nach seinem Start nur einen Solarzellenausleger fehlerfrei entfalten. Daher arbeitet Telstar 14R gegenüber seiner ursprünglichen Auslegung mit auf rund 60% reduzierter Kapazität und wird sich vielleicht nur 12 statt geplanter 15 Jahre lang betreiben lassen. Wegen des nicht nutzbaren Solarzellenauslegers hat Telesat Kanada im Dezember 2011 132,7 Millionen US-Dollar von einer Versicherung erhalten, hatte Loral Space and Communications seinerzeit mitgeteilt. </p>



<p>SS/L ist auch der Hersteller von Telstar 19 VANTAGE. Das neue Raumfahrzeug mit einer Startmasse von rund 7.075 Kilogramm basiert auf dem Satellitenbus 1300 und wurde in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien gebaut. Die im November 2015 bestellte Konstruktion mit einer Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren ist mit Transpondern für das K<sub>a</sub>&#8211; und das K<sub>u</sub>-Band ausgerüstet. 
<br>
Der Telesat-Kunde Hughes Network Systems LLC (Hughes) bezeichnet Telstar 19 VANTAGE im Rahmen einer auf 15 Jahre angelegten Vereinbarung über die Nutzung von K<sub>a</sub>-Band-Kapazität für Südamerika an Bord als Hughes 63 West. 
<br>
Die vollständigen K<sub>a</sub>-Band-Kapazitäten von  Telstar 19 VANTAGE für den Norden Kanadas sind in langfristigen Verträgen gebunden. Bell Canda beispielsweise versorgt über eine dedizierte Ausleuchtzone (spot beam) 25 Gemeinden in Nunavut im nördlichsten Bereich Kanadas. </p>



<p>Zum Bahnerhalt und gegebenenfalls zur Lageregelung gibt es an Bord von Telstar 19 VANTAGE vier elektrische Triebwerke. Sie sind vom Typ SPT-100 (СПД-100) von Fakel aus Russland und verwenden das Edelgas Xenon als Stützmasse. Außerdem besitzt der Satellit eine Anzahl von kleinen chemischen Triebwerken, sowie ein größeres chemisches Triebwerk, das für die großen Bahnanhebungen Richtung GEO verwendet worden war. </p>



<p>Hat Telstar 19 VANTAGE in einigen Jahren seine Arbeit getan, will man ihn in einen über dem GEO liegenden Friedhofsorbit steuern. Für das Erreichen einer Bahn mindestens 275 Kilometer über dem GEO wird bei einer Gesamtmasse des Satelliten beim Ende seines kommerziellen Einsatz von 3.031 Kilogramm eine Treibstoffmenge von zwölf Kilogramm veranschlagt. </p>



<p>Darüber hinaus vorhandene Treibstoffreste sollen anschließend für weitere Bahnanhebungen verwendet werden, bis sie so weit erschöpft sind, dass keine Verbrennung mehr erfolgt. Für dann noch vorhandene Reste von Monomethylhydrazin (MMH) und Stickstofftetroxid (N<sub>2</sub>0<sub>4</sub>) ist einfaches Ablassen vorgesehen.  <br>Telstar 19 VANTAGE ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.562 und als COSPAR-Objekt 2018-059A. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16228.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Telstar 19V auf Falcon 9 (B1047.1)</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>SpaceX bringt SES 12 ins All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/spacex-bringt-ses-12-ins-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2018 10:36:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SES 12 ist im All. Um den Kommunikationssatelliten auf die vorgesehene Bahn zu bringen, wurde die Leistungsfähigkeit der verwendeten Falcon-9-Rakete umfassend ausgenutzt. Nach dem Start kam es nicht zur gezielten Rückführung der ersten Stufe und zu keiner Landung. Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: Airbus Defence and Space, Fakel, SES, SpaceX. Um 4:45 Uhr Weltzeit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">SES 12 ist im All. Um den Kommunikationssatelliten auf die vorgesehene Bahn zu bringen, wurde die Leistungsfähigkeit der verwendeten Falcon-9-Rakete umfassend ausgenutzt. Nach dem Start kam es nicht zur gezielten Rückführung der ersten Stufe und zu keiner Landung. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: Airbus Defence and Space, Fakel, SES, SpaceX. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SES12LaunchPadspacex1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SES12LaunchPadspacex260.jpg" alt="Falcon 9 mit SES 12 auf der Startrampe
(Bild: SpaceX)"/></a><figcaption>Falcon 9 mit SES 12 auf der Startrampe<br> (Bild: SpaceX)</figcaption></figure></div>



<p>Um 4:45 Uhr Weltzeit (UTC) am 4. Juni 2018 erfolgte das Abheben der  zweistufigen Falcon-9-Rakete von SpaceX mit dem Kommunikationssatelliten SES 12 für den Kommunikationssatellitenbetreiber SES mit Sitz in Luxemburg an Bord. Der Flug, der nicht mit den für eine erfolgreiche weiche Landung notwendigen Komponenten wie Landebeine und Steuerflächen ausgestatteten, Rakete begann von der Startrampe 40 auf Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. </p>



<p>Für den transportierten Satelliten endete er mit dem Aussetzen auf der vorgesehenen Transferbahn, für die erste Stufe, den Core 1040, mit der  Zerstörung beim Aufschlag im vorausberechneten Seegebiet im Atlantik. Die erste Stufe war diejenige, auf der am 7. September 2017 ein geflügelter, wiederverwendbarer Raumflugkörper vom Typ X-37B unter dem Missionstitel OTV-5 für die US-amerikanische Luftwaffe gestartet worden  war. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/2769627spacex1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/2769627spacex260.jpg" alt="Falcon 9 mit SES 12 kurz nach dem Abheben
(Bild: SpaceX)"/></a><figcaption>Falcon 9 mit SES 12 kurz nach dem Abheben<br> (Bild: SpaceX)</figcaption></figure></div>



<p>Die Rakete mit SES 12 an Bord hatte bei Brennschluss der ersten Stufe zwei Minuten und 44 Sekunden nach dem Abheben eine Geschwindigkeit von rund 9.500 km/h erreicht. Die Stufentrennung erfolgte vier Sekunden nach dem Brennschluss der ersten Stufe. Sieben Sekunden nach der Stufentrennung begann die zweite Stufe ihre erste Brennphase. </p>



<p>Der Abwurf der Nutzlastverkleidung fand rund 32 Sekunden nach dem Start der ersten Brennphase der zweite Stufe statt. Diese Brennphase war dann acht Minuten und 25 Sekunden nach dem Abheben beendet. Es folgte eine  Freiflugphase, an deren Ende rund 26 Minuten nach dem Abheben sich die  zweite, 55 Sekunden kurze Brennphase der zweiten Stufe, anschloss. Dann wurde SES 12 rund 32 Minuten nach dem Abheben von der zweiten Stufe abgetrennt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/ArtistviewSES12CopyrightAirbus20181500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/ArtistviewSES12CopyrightAirbus2018260.jpg" alt="SES 12 im All - Illustration
(Bild: Airbus Defence and Space)"/></a><figcaption>SES 12 im All &#8211; Illustration<br> (Bild: Airbus Defence and Space)</figcaption></figure></div>



<p>Der für eine Position bei 95 Grad Ost im Geostationären Orbit (GEO) vorgesehene Satellit wurde von Airbus Defence and Space gebaut und basiert auf dem Satellitenbus E3000EOR. Seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt 15 Jahre (Treibstoff an Bord für 22 Jahre), innerhalb derer SES Nutzer im asiatisch-pazifischen Raum und im Mittleren Osten über SES 12 mit direkt ausgestrahlten  Fernsehprogrammen sowie Verbindungen für Netzwerke und  Mobilfunkanwendungen versorgen will. Insbesondere die als schnell wachsend betrachteten Märkte in Indien und Indonesien möchte SES mit SES 12 bedienen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SES12MistralbAirbusDMarques1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/SES12MistralbAirbusDMarques260.jpg" alt="SES 12 in der MISTRAL-Testkammer in Toulouse
(Bild: Airbus Defence and Space / D. Marques)"/></a><figcaption>SES 12 in der MISTRAL-Testkammer in Toulouse<br> (Bild: Airbus Defence and Space / D. Marques)</figcaption></figure></div>



<p>NSS 6, gebaut von Lockheed Martin und gestartet am 17. Dezember 2002, wird von SES 12 ersetzt – der neue Satellit war noch von New Skies Satellites (NSS) bestellt worden, bevor letzteres Unternehmen nach Übernahmen und Zusammenlegungen in SES aufging. Mit SES 8, seit dem 3. Dezember 2013 im All, soll SES 12 in Kolokation betrieben  werden. Von Zypern im Westen bis Japan im Osten, sowie von Russland im Norden bis Australien im Süden könnte der neue Satellit künftig genutzt werden. Der flexible Einsatz des Satelliten wird unter anderem durch mit einem digitalen Signalprozessor verbundene Multi-Beam-Antennen  ermöglicht. </p>



<p>Die Startmasse von SES 12 bewegte sich im Bereich von 5,4 Tonnen (5.383,85 Kilogramm laut einer Pressekonferenz vor dem Start). In einer Präsentation nannte Martin Halliwell, CTO von SES, am 25. Oktober 2017 5.470 Kilogramm als Startmasse und 4.250 Kilogramm als Leermasse des Satelliten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/080617Fakel.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/080617Fakel260.jpg" alt="Elektrisches Triebwerk von Fakel in Betrieb in einer Testkammer
(Bild: Fakel)"/></a><figcaption>Elektrisches Triebwerk von Fakel in Betrieb in einer Testkammer<br> (Bild: Fakel)</figcaption></figure></div>



<p>Um seinen Aufgaben gerecht werden zu können, ist SES 12 mit acht 120 Watt starken Transpondern für das K<sub>a</sub>&#8211; und 68 150 Watt starken Transpondern für das K<sub>u</sub>-Band ausgestattet. Für die Stromversorgung der maximal 15,1 Kilowatt benötigenden Kommunikationsnutzlast, des Satellitenbus und der elektrischen Triebwerke gibt es zwei Solarzellenausleger und Lithiumionenakkumulatorenzellen an Bord. Von den Solarzellenauslegern erwartet man eine maximale elektrische Leistung von zusammen rund 19 Kilowatt. Sie bestehen aus jeweils fünf Segmenten und geben dem  Satelliten eine Spannweite von insgesamt rund 45 Metern (42 Meter Halliwell 2017). </p>



<p>Zum Abbau der nach dem Start verbliebenen Bahnneigung gegen den  Erdäquator und dem Erreichen einer annähernden Kreisbahn auf dem Niveau  des GEO ist der Satellit mit vier elektrischen Triebwerken von Typ SPT-140D von Fakel aus Russland ausgestattet worden, die Airbus Defence and Space im Jahr 2014 bestellt hatte. Rund sechs Monate soll der Transfer des Satelliten in den GEO unter Zuhilfenahme der elektrischen Triebwerke dauern. Auch für Bahnerhalt und Manöver im GEO ist die Nutzung der elektrischen, Xenon ausstoßenden Triebwerke geplant. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/engboomsSES12webcastspacex1200.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/engboomsSES12webcastspacex260.jpg" alt="DTMA-Arm in Transportkonfiguration (etwa Bildmitte)
(Bild: Webcast SpaceX)"/></a><figcaption>DTMA-Arm in Transportkonfiguration (etwa Bildmitte)<br> (Bild: Webcast SpaceX)</figcaption></figure></div>



<p>SPT-140D-Triebwerke können mit zwei  verschiedenen Leistungsstufen eingesetzt werden. Darauf deutet das D für Dual in der Bezeichnung hin. Im Modus mit einem spezifischen Impuls von 1.770 Sekunden beträgt der Schub 290 Millinewton bei einer Spannung von 300 Volt und einem Strombedarf von 4.500 Watt, im Modus mit einem spezifischen Impuls von 2.750 s beträgt der Schub 180 mN bei 800 V und 4.800 W. </p>



<p>Die Antriebe sind auf entfaltbaren Armen montiert. Die Arme mit den  Triebwerken werden als Deployable Thruster Module Assembly (DTMA)  bezeichnet. Die ersten beiden DTMA-Flugmodelle befinden sich an Bord von Eutelsats Eutelsat 172B, der bereits im All und auf Betriebsposition im  GEO ist. SES 12 und SES 14 sind entsprechend ausgestattet. </p>



<p>Airbus Defence und Space gab mit Datum vom 4. Juni  2018 bekannt, dass SES 12 nach der Abtrennung von der zweiten Raketenstufe seine Initialisierungsphase abgeschlossen und wie geplant mit der elektrischen Orbiterhöhung (Electric Orbit Raising, EOR) begonnen habe. </p>



<p>Der Kommunikationssatellit wurde zwischenzeitlich auf einer 26 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn mit einem erdnächsten Bahnpunkt von ~ 260 und einem erdfernsten Bahnpunkt von ~ 58.400 km beobachtet. Die zweite Stufe befindet sich auf einer 25,9 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn mit einem erdnächsten Bahnpunkt von ~ 270 und einem erdfernsten Bahnpunkt von ~ 58.600 km. Von der erreichten Bahn muss der Satellit nun noch eine Geschwindigkeitsdifferenz von etwa 1.640 m/s überwinden, wenn er auf einen Geostationären Orbit gesteuert werden soll. </p>



<p>SES 12 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.488 und als COSPAR-Objekt 2018-049A. Die zweite Stufe der Falcon-9-Rakete, die den Satelliten ins All brachte, wurde katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.489 und als COSPAR-Objekt 2018-049B. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kommunikationssatellit Express-AM 8 im Regelbetrieb</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kommunikationssatellit-express-am-8-im-regelbetrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2015 14:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Fakel]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[Reschetnjow]]></category>
		<category><![CDATA[RSCC]]></category>
		<category><![CDATA[Thales Alenia Space]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Russische föderale Satellitenkommunikationsgesellschaft (Russian Satellite Communications Company, RSCC) hat am 1. Dezember 2015 Express-AM 8 vom Hersteller Reschetnjow übernommen und mit dem kommerziellen Einsatz des Raumfahrzeugs begonnen. Autor: Thomas Weyrauch. Quelle: Reschetnjow, RSCC, Saft, Thales Alenia Space Der Kommunikationssatellit Express-AM 8 &#8211; Startmasse 2.163 Kilogramm &#8211; wurde am 14. September 2015 in den Weltraum transportiert. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Russische föderale Satellitenkommunikationsgesellschaft (Russian Satellite Communications Company, RSCC) hat am 1. Dezember 2015 Express-AM 8 vom Hersteller Reschetnjow übernommen und mit dem kommerziellen Einsatz des Raumfahrzeugs begonnen.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Thomas Weyrauch</a>.   Quelle: Reschetnjow, RSCC, Saft, Thales Alenia Space</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/am8upscalerscc.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="115" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/am8upscalerscc260.jpg" alt="" class="wp-image-10224"/></a><figcaption>Express-AM 8 &#8211; Illustration
(Bild: Reschetnjow)</figcaption></figure></div>



<p>Der Kommunikationssatellit Express-AM 8 &#8211; Startmasse 2.163 Kilogramm &#8211; wurde am 14. September 2015 in den Weltraum transportiert. Am 29. September 2015 hatte der Satellit nach Einsatz seiner elektrischen Triebwerke die geplante Testposition im Geostationären Orbit (GEO) bei 80,15 Grad Ost erreicht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702141bexam8rsc.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702141bexam8rsc260.jpg" alt="" class="wp-image-10220" width="260" height="173"/></a><figcaption>
Komponenten von Express-AM 8 vor der Hochzeit &#8230;</figcaption></figure></div>



<p>Mitte Oktober 2015 gab der Hersteller des Raumfahrzeugs bekannt, dass es zwischenzeitlich im All eine Reihe Tests erfolgreich hinter sich gebracht und die Testposition verlassen habe, um die Einsatzposition bei 14 Grad West im GEO anzusteuern.</p>



<p>Mittlerweile ist das als Nachfolger für&nbsp;Express-A 4&nbsp;&#8211; seit dem 10. Juni 2002 im All &#8211; Auslegungsbetriebsdauer 7 Jahre &#8211; gedachte Raumfahrzeug an der vorgesehenen Position von 14 Grad West über dem Äquator südlich von Westafrika stationiert. Dort hat&nbsp;<a href="https://web.archive.org/web/20210624205134/http://www.iss-reshetnev.com/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Reschetnjow</a>&nbsp;Informational Satellite Systems mit Sitz in Schelesnogorsk nordöstlich von Krasnojarsk die Kommunikationsnutzlast und den raumflugtechnischen Teil des Satelliten intensiv getestet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702142bexam8rsc.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702142bexam8rsc260.jpg" alt="" class="wp-image-10222" width="260" height="390" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702142bexam8rsc260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/0702142bexam8rsc260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>&#8230; und danach
(Bilder: Reschetnjow)</figcaption></figure></div>



<p>Die Konstruktion erfolgte auf Basis des Satellitenbusses Express-1000HTB bzw. Ekspress-1000NTB. Der Satellit wurde speziell auf die Direktausstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen sowie die Bereitstellung von leistungsfähigen Internetzugängen und Kommunikationsdiensten für mobile und stationäre Nutzer ausgelegt.</p>



<p>Thales Alenia Space (<a href="https://www.thalesgroup.com/en/asia-pacific/australia/space" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">TAS</a>) steuerte die Kommunikationsnutzlast mit einer Masse von 661 Kilogramm bei. Reschetnjow hatte sie Ende 2010 bei dem französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzern bestellt. Die kombinierte Nutzlastleistung liegt bei rund 5,88 Kilowatt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ExpressAM8topviewissrsc.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="173" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ExpressAM8topviewissrsc260.jpg" alt="" class="wp-image-10228"/></a><figcaption>Express-AM 8 von oben &#8230;</figcaption></figure></div>



<p>Express-AM 8 besitzt nach Angaben seines Herstellers 42 gleichzeitig betreibbare Transponder für das C-, K<sub>u</sub>&#8211; und L-Band. Mit ihrer Hilfe will&nbsp;<a href="https://eng.rscc.ru/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">RSCC</a>&nbsp;Nutzer in Afrika, Europa, Lateinamerika, im Mittleren Osten und in Russland versorgen.</p>



<p>28 C-Band-Transponder mit einer Leistung von etwa 100 Watt sind an Bord, sie bedienen zwei Ausleuchtzonen, eine davon für Afrika, Europa und den Mittleren Osten, die andere für Lateinamerika. Drei Ausleuchtzonen können die rund 150 Watt starken K<sub>u</sub>-Band-Transponder des Satelliten für Nutzer in den Bereichen Afrika und Mittlerer Osten, Europa und Mittlerer Osten sowie Lateinamerika und dem Osten der USA ansteuern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/expressam8sideissrsc.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="173" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/expressam8sideissrsc260.jpg" alt="" class="wp-image-10226"/></a><figcaption>&#8230; und von einer Seite aus betrachtet
(Bilder: Reschetnjow)</figcaption></figure></div>



<p>Die drei L-Band-Transponder der Kommunikationsnutzlast sind der gesicherten Kommunikation russischer Regierungsstellen gewidmet.</p>



<p>Die Versorgung der Satellitensysteme mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarzellenausleger mit Galliumarsenid-Zellen von OAO NPP&nbsp;<a href="https://npp-kvant.ru/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">KVANT</a>&nbsp;aus Moskau, die bei Betriebsende noch eine Gesamtleistung von 7,6 Kilowatt zur Verfügung stellen sollen. Gegebenenfalls sichern Lithiumionen-Akkumulatorensätze mit Zellen vom Typ&nbsp;<a href="https://saft4u.saft.com/en/product/mp-vl-batteries-launchers" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Saft</a>&nbsp;VS 180 aus Frankreich den unterbrechungsfreien Betrieb der elektrischen und elektronischen Systeme an Bord.</p>



<p>Zur Lageregelung und für Manöver zum Bahnerhalt besitzt Express-AM 8 elektrische, Xenon ausstoßende Triebwerke des Typs SPT-100 bzw. SPD-100 (СПД-100) vom russischen Konstruktionsbüro Fackel bzw.&nbsp;<a href="https://fakel-russia.ru/en/productions-3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Fakel</a>&nbsp;aus Kaliningrad.</p>



<p>15 Jahre lang will RSCC den Satelliten nun nutzbringend einsetzen, eine entsprechende Auslegungsbetriebsdauer wurde nach Herstellerangaben beim Bau berücksichtigt.</p>



<p>Express-AM 8 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 40.895 und als COSPAR-Objekt 2015-048A.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13358.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Ekspress-AM8 auf Proton-M / DM-03</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/kommunikationssatellit-express-am-8-im-regelbetrieb/" data-wpel-link="internal">Kommunikationssatellit Express-AM 8 im Regelbetrieb</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Amos 5 im Abseits &#8211; Neuer Zombie im GEO</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/amos-5-im-abseits-neuer-zombie-im-geo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2015 16:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[AMOS-5]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[Fakel]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[Reschetnjow]]></category>
		<category><![CDATA[Spacecom]]></category>
		<category><![CDATA[Thales Alenia Space]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=10367</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Kommunikationssatellit Amos 5 des Betreibers Spacecom aus Israel ist vollständig ausgefallen. Dass mit dem Satellit noch einmal Verbindung aufgebaut werden kann, wird allgemein als unwahrscheinlich betrachtet. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: globes.co.il, isrealdefence.co.il, isunet.edu, jewishbusinessnews.com, Novosti Kosmonavtiki, Reschetnjow, Roskosmos, Saft, satellite-russia.ru, Spacecom, Spacenews. Am Samstag den 21. November 2015 brach gegen 4:45 Uhr [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Kommunikationssatellit Amos 5 des Betreibers Spacecom aus Israel ist vollständig ausgefallen. Dass mit dem Satellit noch einmal Verbindung aufgebaut werden kann, wird allgemein als unwahrscheinlich betrachtet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Thomas Weyrauch</a>. Quelle: globes.co.il, isrealdefence.co.il, isunet.edu, jewishbusinessnews.com, Novosti Kosmonavtiki, Reschetnjow, Roskosmos, Saft, satellite-russia.ru, Spacecom, Spacenews.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/amos5issrsc.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/amos5issrsc260.jpg" alt="" class="wp-image-10362" width="260" height="146"/></a><figcaption>Amos 5 &#8211; Illustration
(Bild: Reschetnjow)</figcaption></figure></div>



<p>Am Samstag den 21. November 2015 brach gegen 4:45 Uhr UTC die Verbindung zwischen dem zu diesem Zeitpunkt im Geostationären Orbit (GEO) bei 17 Grad Ost positionierten Raumfahrzeug und seinem Betreiber abrupt ab. Gleichzeitig kam es zur Unterbrechung der Versorgung aller via Amos 5 erreichten Empfänger, die vor allem in Afrika, aber auch in Teilen Europas und des Mittleren Ostens beheimatet sind.</p>



<p>Auf Kommandos, die anschließend auf dem Funkweg an den vor dem Start betankt rund 1.972 Kilogramm schweren Satelliten geschickt wurden, reagierte letzterer nicht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/279amos5lauspacecom.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/279amos5lauspacecom260.jpg" alt="" class="wp-image-10358" width="260" height="173"/></a><figcaption>Proton-Start in Baikonur &#8211; mit an Bord war Amos 5
(Bild: Spacecom)</figcaption></figure></div>



<p>Amos 5 kreist seit seinem Start auf einer Proton-Rakete in Baikonur am 11. Dezember 2011 um die Erde. Die Auslegungsbetriebsdauer des von Reschetnjow aus Schelesnogorsk in der Region Krasnojarsk in Russland gebauten Erdtrabanten war zunächst mit 15 Jahren angegeben (&#8222;AMOS-5 is a highly capable satellite with a 15-year active lifespan&#8220;).</p>



<p>Nach Problemen mit einer Stromversorgungseinheit an Bord des Satelliten war von einer möglicherweise um rund 11 Monate reduzierten zu erwartenden Gesamteinsatzdauer die Rede. Der Hersteller des Satelliten nannte zuletzt eine Auslegungsbetriebsdauer von 14 Jahren.</p>



<p>Den Bau von Amos 5 hatte Spaceom am 30. Juli 2008 beauftragt. Das Auftragsvolumen betrug ungerechnet rund 157 Millionen US-Dollar. Für Reschetnjow war es die erste Bestellung eines auf dem Satellitenbus Express 1000H bzw. 1000N basierenden Raumfahrzeugs.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/1321951036amos5rosc.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/1321951036amos5rosc260.jpg" alt="" class="wp-image-10360" width="260" height="390" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/1321951036amos5rosc260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/1321951036amos5rosc260-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Amos 5 2011 in Baikonur
(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Auch in anderer Hinsicht handelte es sich um eine Premiere: Zum ersten Mal kamen an Bord eines Satelliten neu entwickelte Reaktionsräder des Typs Agat-15 des russischen Herstellers Polyus aus Tomsk zum Einsatz. Als Herausforderung bei der Entwicklung der Reaktionsräder wurden die harschen Weltraumbedingungen genannt.</p>



<p>Im Gegensatz zu früheren russischen Konstruktionen besitzen auf dem Express-1000H-Bus basierende Satelliten keinen großen thermisierten Gerätebehälter mehr. Am Satelliten angebrachte und im Satelliten montierte Anlagen und Geräte müssen daher selbst an die im All herrschenden Bedingungen angepasst sein.</p>



<p>Die Kommunikationsnutzlast von Amos 5 steuerte der französisch-italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space bei. Sie umfasst 18 Transponder für das C-Band und 16 Transponder für das K<sub>u</sub>-Band. Als Leistung der Kommunikationsnutzlast nannte Reschetnjow maximal 5.600 Watt.</p>



<p>Versorgt wurden Kommunikationsnutzlast und raumflugtechnische Systeme, zu denen auch elektrische, Xenon ausstoßende Triebwerke des Typs SPT-100 bzw. SPD-100 vom russischen Konstruktionsbüro Fackel bzw. Fakel aus Kaliningrad zur Lageregelung und für Manöver zum Bahnerhalt gehörten, durch zwei Solarzellenausleger von Kvant aus Moskau. Die Ausleger besitzen jeweils drei Elemente und waren mit Galliumarsenid-Zellen versehen worden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/up021907amos5rosc.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/up021907amos5rosc260.jpg" alt="" class="wp-image-10366" width="260" height="173"/></a><figcaption>Amos 5 wird aufgerichtet &#8211; Baikonur 2011
(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Zur Stromspeicherung an Bord dienten zwei Lithiumionen-Akkumulatorensätze, die aus jeweils 40 Zellen des Typs VES180SA von Saft aus Frankreich aufgebaut sind. Ein anderer Lieferant aus Frankreich, Sodern, baute Sternensensoren für Amos 5.</p>



<p>In den Tagen nach dem Totalausfall wurde eine leichte Drift des Satelliten ermittelt. Der Satellit bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 0,002 Grad pro Tag im Bereich einer Position von 16,95 Grad Ost.</p>



<p>Ohne regelmäßig zu absolvierende Bahnerhaltungsmanöver ist ein ausgeprägtes Driften des Satelliten nicht zu verhindern. Unter anderem gibt es gravitative Einflüsse auf das Raumfahrzeug und den Strahlungsdruck der Sonne, welche den Orbit verändern werden.</p>



<p>Als sogenannter Zombie stellt Amos 5 jetzt eine reale Gefahr für andere Satelliten im GEO dar. Betreiber von aktiven Satelliten im GEO, durchschnittlich rund 35.786 Kilometer über der Erdoberfläche, müssen bei einer Annäherung eines unkontrollierten Zombies gegebenenfalls mit einem Ausweichmanöver reagieren. Für solche Manöver wird Treibstoff benötigt, und häufig bedeutet es eine gewisse Lebensdauerreduzierung für den ausweichenden Satelliten.</p>



<p>Im Interesse aller Betreiber von Satelliten im GEO und der Nutznießer der durch sie bereitgestellten Dienste kann man sich nur wünschen, dass es Spacecom &#8211; gegebenenfalls mit Unterstützung durch den Satellitenhersteller &#8211; noch einmal gelingt, Kontrolle über Amos 5 zu bekommen. Nur dann wäre es überhaupt möglich, den Satelliten unverzüglich in einen sogenannten Friedhofsorbit zu bringen, sofern es der Zustand der Bordsysteme noch zulässt.</p>



<p>Der Start von Amos 5 hatte sich verzögert, weil es im Sommer 2011 bei Tests beim Hersteller mit einer Komponente des Satelliten Probleme gegeben hatte. Welche Baugruppe oder welches Bauteil betroffen war, wurde seinerzeit nicht mitgeteilt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/up021905amos5rosc.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/up021905amos5rosc260.jpg" alt="" class="wp-image-10364" width="260" height="173"/></a><figcaption>Amos 5 zwischen Breeze-M-Oberstufe (li.) und Mitflieger Lutsch 5A (re.)
(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Nach nicht einmal zwei Jahren im All hatte Spacecom 2013 bekannt gegeben, dass eine als Energieversorgungssystem Nr. 2 bezeichnete Baugruppe an Bord von Amos 5 final versagt hat.</p>



<p>Der Ausfall am 22. Oktober 2013 führte zunächst dazu, dass ein Teil der elektrischen Triebwerke nicht mehr angesteuert werden konnte. Am 31. Oktober 2013 wurde dann mitgeteilt, dass man einen Weg gefunden habe, wie man die elektrischen Triebwerke über einen alternativen Schaltungsweg versorgen könne.</p>



<p>Eventuell hat ein Versagen des Energieversorgungssystems Nr. 1 den nun erlebten Totalausfall von Amos 5 bewirkt. Ein vollständiger Ausfall elektronischer Bordsysteme mangels Stromversorgung ist ein schlüssiges Szenario, das unter anderem den Abbruch aller Verbindungen mit dem Satelliten erklärt, und schnell dazu führt, dass der Satellit nicht mehr ordnungsgemäß im Raum &#8211; also z. B. mit Sende- und Empfangsantennen Richtung Erde &#8211; ausgerichtet ist.</p>



<p>Der Branchendienst Spacenews berichtete am 23. November 2015, dass es laut Spacecom vor dem Ausfall keine Hinweise für ein sich abzeichnendes Problem mit dem Satelliten gab.</p>



<p>Außerdem sei es laut Spacecom so, dass man bei Spacecom keine Informationen über die Natur des aufgetretenen Ereignisses habe. Dieses stehe im Übrigen sicher nicht mit dem Ausfall eines Systems zur Akkumulatorenladung im Jahr 2013 in Zusammenhang, soll Spaceom laut den Spacenews ergänzend mitgeteilt haben. Wie sich Informationsstand und Bewertung der Ausfallursache miteinander vertragen, ist nicht zu erkennen.</p>



<p>Amos 5 strahlte während seiner aktiven Dienstzeit unter anderem Dienste und Programme für Infrasat, France 24, Orange, Satelio und Vodafone sowie für eine Reihe staatlicher Institutionen aus Ländern auf dem afrikanischen Kontinent aus.</p>



<p>Spacecom musste und muss für seine Kunden alternative Satelliten zur Erfüllung seiner Verträge finden. Gleichzeitig sind Spacecoms Kunden selbst bestrebt, den Empfängern der eigenen Dienste und Programme möglichst zügig eine Alternative anbieten zu können.</p>



<p>Satelio beispielsweise hat schon am 24. November 2015 mitteilen können, dass man nach einem kurzfristig mit SES Astra erzielten Vertragsabschluss in der Lage ist, die eigenen Kunden über Astra 4A, der bei 5 Grad Ost im GEO stationiert ist, zu versorgen. In der gesamten Sub-Sahara Region Afrikas kann Satelio deshalb weiter mit Antennen mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern empfangen werden &#8211; eine entsprechend angepasste Ausrichtung vorausgesetzt.</p>



<p>Für die wegen des Satellitenversagens zu erwartenden Einnahmeausfälle erhofft sich Spacecom eine gewisse Kompensation durch Versicherungszahlungen. Bei Spacecom geht man davon aus, Anfang 2016 entsprechende Mittel zu erhalten, meldete ein Wirtschaftsinformationsdienst aus Israel.</p>



<p>Amos 5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.950 und als COSPAR -Objekt 2011-074A.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9864.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Luch 5A und Amos 5 auf Proton-M/Bris-M</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Testsatellit verliert Reaktorkühlmittel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/testsatellit-verliert-reaktorkuehlmittel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 15:51:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraummüll]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Fakel]]></category>
		<category><![CDATA[Kernenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Reaktor]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=32004</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Januar 2009 geriet der abgeschaltete ehemals sowjetische Testsatellit Kosmos 1818 in einen breiteren Fokus. Beobachter halten es für möglich, dass der Reaktorkühlkreislauf des Satelliten undicht ist und Kühlmittel in Tropfenform austritt. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: IAEA, UN, ESA, NASA, KB Arsenal, RIAN, digitalfernsehen.de, dw-world.de. Der zwischen 3.550 und 3.800 Kilogramm schwere Satellit, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Januar 2009 geriet der abgeschaltete ehemals sowjetische Testsatellit Kosmos 1818 in einen breiteren Fokus. Beobachter halten es für möglich, dass der Reaktorkühlkreislauf des Satelliten undicht ist und Kühlmittel in Tropfenform austritt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: IAEA, UN, ESA, NASA, KB Arsenal, RIAN, digitalfernsehen.de, dw-world.de.</p>



<p>Der zwischen 3.550 und 3.800 Kilogramm schwere Satellit, welcher auch als Plasma-A bezeichnet wird, wurde am 1. Februar 1987 auf einer Zyklon-2-Rakete von Baikonur aus in den Weltraum gebracht. In seiner Grundkonstruktion basiert der Satellit auf den militärischen Ozeanüberwachungssatelliten des Typs US-A, die auch als RORSAT bezeichnet werden, besitzt jedoch nicht deren Radaranlage. Wie bei den Satelliten des Typs US-A, deren Vertreter mit dem größten Bekanntheitsgrad der samt Reaktor über Kanada niedergegangene Kosmos 954 sein dürfte, besitzt Kosmos 1818 einen Atomreaktor zur Stromerzeugung während der Mission des Satelliten. Im Gegensatz zu den US-A-Satelliten, bei welchen ein Reaktor des Typs BES-5 BUK bzw. Bouk mit thermoelektischem Wandler verwendet wurde, ist in Kosmos 1818 ein Reaktor des Typs TOPAZ(-1), auch Topol genannt, mit Thermoionenwandler von der NPO Krasnaya Zvezda eingebaut. <br>Kosmos 1818, entwickelt vom Leningrader Konstruktionsbüro Arsenal, sollte nicht nur verwendet werden, um den Einsatz der neuen Reaktoranlage das erste Mal im Weltraum zu testen, es sind neben für den US-A-Satellitenbus üblichen Triebwerken auch sechs SPT-70 Plasmatriebwerke für das Manövrieren und weitere Ionentriebwerke des Konstruktionsbüros Fakel zur Lageregelung und Stabilisierung an Bord, welche mit Strom vom Reaktor versorgt wurden. Im Hinblick auf die Entwicklung eines sich am Erdmagnetfeld orientierenden Navigationssystems war eine der Aufgaben von Kosmos 1818 auch, das Erdmagnetfeld zu vermessen, wofür entsprechende Anlagen im Satelliten untergebracht wurden.</p>



<p>Die nach dem Start des Satelliten erreichte Bahn war ein 774 x 803 Kilometer Orbit (nach abweichenden Quellen 790 x 810 Kilometer) mit 65 Grad Neigung gegen den Äquator, knapp über 100 Minuten dauerte ein Umlauf. Nach Angaben der International Atomic Energy Agency (IAEA) würde es 350 Jahre dauern, bis ein Satellit, der in einen annähernd runden Orbit über 800 Kilometern gebracht wurde, wieder in die Erdatmosphäre eintritt, was genug Zeit wäre, damit die Radioaktivität der Reaktoranlage abklingen kann. Kosmos 1818 wurde nicht mit einer Einrichtung zu Abtrennung und Transport des Reaktorkerns in einen höheren Orbit ausgestattet, da die 800 Kilometer über der Erde als ausreichend betrachtet wurden. Bei einer Gesamtmasse der Reaktoranlage von 980 Kilogramm soll der Reaktor vor dem Start mit 11,5 Kilogramm Uran in Form von U-235 ausgestattet gewesen sein.</p>



<p>Zu Betriebsbeginn soll die elektrische Leistung des TOPAZ-Reaktors im Bereich von 6.000 Watt bei etwa 32 Volt gelegen haben. Innerhalb einer Lebenserwartung von 4.400 Stunden sollten immer mindestens 5.600 Watt elektrischer Leistung bereitgestellt werden können (lt. KB Arsenal 5.000 Watt elektrischer Leistung laufend über die Dauer eines Jahres). Die thermische Leistung des TOPAZ-Reaktors wird mit 150 Kilowatt angegeben. Der Reaktor des Satelliten Kosmos 1818 stellte seine Funktion nach 142 Betriebstagen ein. Ein zweiter Satellit mit TOPAZ(-1)-Reaktor, der am 10. Juli 1987 gestartete Kosmos 1867 alias Plasma-A2, hielt länger durch. Sein Reaktor funktionierte 342 Tage, also knapp ein Jahr. Bei beiden soll der Stopp des Reaktorbetriebs erfolgt sein, als der Cäsium-Vorrat für den Thermoionenwandler jeweils aufgebraucht war. Kosmos 1867 war hinsichtlich geringerem Cäsium-Verbrauch technisch verbessert.</p>



<p>Im Juli 2008, am oder vor dem 4. Juli, trat ein Ereignis ein, bei dem sich kleine Teile vom Satelliten lösten, berichtete die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA in ihren vierteljährlichen &#8222;Orbital Debris Quarterly News&#8220; von Januar 2009. Kosmos 1818 umgab sich mit einer dünnen Wolke von kleineren Objekten. Eine mögliche Ursache könnte eine Undichtigkeit des Kühlkreislaufes des Reaktors von Kosmos 1818 sein. Der TOPAZ-Reaktor verwendete wie die Reaktoren der US-A-Satelliten NaK-Kühlmittel. Das Kühlmittel aus einer eutektischen Natrium-Kalium-Legierung tritt möglicherweise je nach Energie- bzw. Wärmeeintrag, zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung, tropfenweise aus.</p>



<p>General Alexander Jakuschin von den Russischen Weltraumstreitkräften habe am 21. Januar 2009 angegeben, es bestehe keinerlei Möglichkeit einer radioaktiven Kontamination der Erdoberfläche und keine Bedrohung der Internationalen Raumstation ISS, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIAN am 29. Januar 2009. Die Bahndaten würden verfolgt und täglich aufgezeichnet, den Wiedereintritt von Kosmos 1818 in die Erdatmosphäre erwarte man im Jahr 2045. Die Trümmer-Bahndaten würden für eine im Vergleich zum eigentlichen Satelliten längere Verweildauer der kleinen Objekte sprechen.</p>



<p>Dr. Heiner Klinkrad, Leiter des Space Debris Büros bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, soll laut Angaben von digitalfernsehen.de vom 26. Januar 2009 mitgeteilt haben, Kosmos 1818 sei nach Beendigung seiner Mission wie geplant in einen Friedhofsorbit in 950 Kilometern über der Erdoberfläche gebracht und der an Bord befindliche BUK-Reaktor abgeschaltet worden. Von seiner aktuellen Umlaufbahn bis zu einem Wiedereintritt würde der Satellit einige hundert Jahre benötigen, während derer die Radioaktivität auf ein ungefährliches Niveau absinke. Der Radiosender Deutsche Welle berichtete am 26. Januar 2009, Klinkrad habe in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur DPA von einem stabilen Orbit des Satelliten in 800 Kilometern Höhe gesprochen. Selbst wenn der Satellit ins Taumeln gerate und auf die Erde stürzte, bedeutete dies keine Gefahr. Da der Reaktor vor zwanzig Jahren abgeschaltet worden sei, sollte die Radioaktivität zwischenzeitlich auf unter ein Tausendstel des ursprünglichen Wertes abgesunken sein, soll Klinkrad mitgeteilt haben. </p>



<p>Kosmos 1818 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 17369 bzw. als Objekt 1987-011A.           </p>



<p><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4178.msg74281#msg74281" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Radioaktive Raumfahrt</a></li></ul>



<p><strong>Wikipedia in Englisch zu Thermoionenwandlern:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Thermionic_converter" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Thermionic converter</a></li></ul>



<p><strong>Bahnverfolgung von Kosmos 1818:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://heavens-above.com/satinfo.aspx?lat=0&amp;lng=0&amp;alt=0&amp;loc=Unspecified&amp;TZ=CET&amp;SatID=17369" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">heavens-above.com</a></li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.n2yo.com/satellite/?s=17369" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">n2yo.com</a></li></ul>
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