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	<title>Grönland &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Grönland &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>GFZ: Mehr Erdbeben durch Klimawandel</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gfz-mehr-erdbeben-durch-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2024 17:04:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der menschengemachte Klimawandel wird weltweit zu mehr und teils sogar stärkeren Erdbeben führen. Das prognostizieren Forschende des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam und der University of Southern California in einer heute erschienenen Studie im Fachmagazin Seismological Research Letters. Eine Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ. Quelle: GFZ 29. Mai 2024. 29. Mai 2024 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der menschengemachte Klimawandel wird weltweit zu mehr und teils sogar stärkeren Erdbeben führen. Das prognostizieren Forschende des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Potsdam und der University of Southern California in einer heute erschienenen Studie im Fachmagazin Seismological Research Letters. Eine Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: GFZ 29. Mai 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">29. Mai 2024 &#8211; Als Ursache für zahlreichere und stärkere Erdbeben sehen die Forschenden den mit dem Klimawandel fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels weltweit, der in der Fachwelt unstrittig ist und jährlich vom Weltklimarat IPCC prognostiziert wird, sowie die zunehmende Stärke von extremen Wetterereignissen wie Stürmen. Beides erhöht den mechanischen Druck im Gefüge tektonischer Platten und führt zu Änderungen in den seismischen Zyklen – mit steigender Erdbebengefahr insbesondere in den Küstenregionen der Welt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/San_Francisco_earthquake_USGov-PD_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="San Francisco nach dem Erdbeben von 1906. (Bild: USGov-PD via Wikipedia)" data-rl_caption="" title="San Francisco nach dem Erdbeben von 1906. (Bild: USGov-PD via Wikipedia)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="116" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/San_Francisco_earthquake_USGov-PD_60.jpg" alt="San Francisco nach dem Erdbeben von 1906. (Bild: USGov-PD via Wikipedia)" class="wp-image-141028" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/San_Francisco_earthquake_USGov-PD_60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/San_Francisco_earthquake_USGov-PD_60-300x58.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">San Francisco nach dem Erdbeben von 1906. (Bild: USGov-PD via Wikipedia)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrund: Entstehung von Erdbeben</strong><br>Erdbeben entstehen durch das plötzliche, ruckartige Verschieben von Gesteinsmassen im Untergrund. Dabei wird Energie in Form seismischer Wellen freigesetzt, die sich vorher durch die großräumige kontinuierliche Verschiebung und gleichzeitigem Verhaken der Erdplatten über lange Zeiträume aufgestaut hat. Dieser Ladeprozess schreitet solange fort, bis die Festigkeit des Gesteins überschritten wird und das Gestein an irgendeiner Stelle nachgibt, bricht und rutscht. Danach startet der Ladeprozess von neuem und bildet so einen wiederkehrenden Kreislauf von laden und entladen auf sogenannten tektonischen Störungen. Man nennt dies einen seismischen Zyklus. Je nach den geologischen Randbedingungen kann er Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte lang sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einfluss des menschengemachten Klimawandels</strong><br>Durch den menschengemachten Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Atmosphäre schmilzt das Festlandeis, im Wesentlichen in der Antarktis und auf Grönland. In der Folge steigt weltweit der Meeresspiegel und dieser Prozess beschleunigt sich ständig. Betrug die Rate zwischen 1901 und 1990 noch 1,4 Millimeter pro Jahr, waren es zwischen 1970 und 2015 schon 2,1 und zwischen 2006 und 2015 bis zu 3,6. Gegenüber dem Zeitraum 1986 bis 2000 wird der Meeresspiegel dem IPCC-Bericht 2023 zufolge im Jahr 2100 im Mittel zwischen 0,43 und 0,84 Meter steigen. Bei Abschmelzen allen Landeises sagen Expert:innen langfristig sogar einen Anstieg um etwa 70 Meter voraus. Ob es zu diesem Extrem-Szenario kommen wird, hängt wesentlich von der Einhaltung der Klimaziele und damit der weiteren Emission von Treibhausgasen ab. Fest steht: Auch bei strikter Reduktion werden die oben beschriebenen Effekte noch Jahrhunderte andauern. Hinzu kommt eine wachsende Häufigkeit von Extremwetterereignissen, insbesondere von starken Stürmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Steigendes Erdbebenrisiko</strong><br>Diese Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf das Erdbebenrisiko. Denn ein höherer Meeresspiegel bedeutet eine größere Last auf dem Untergrund, die dort zu Drucksteigerungen führt. Das beeinflusst die Erdbebenzyklen an allen von Meerwasser bedeckten und küstennahen Orten der Welt und führt dort zu einem höheren Erdbebenrisiko. Ähnliche Druckänderungen werden auch durch zunehmend stärkere Extremwetterereignisse wie Stürme hervorgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Marco Bohnhoff, Leiter der GFZ-Sektion 4.2 „Geomechanik und Wissenschaftliches Bohren“ und Hauptautor der Studie, erläutert: „Bereits Meeresspiegelschwankungen von nur wenigen Dezimetern reichen aus, um Erdbeben auszulösen. Das können wir aus einer Vielzahl von Beobachtungen ableiten, zum einen von menschengemachten, meist harmlosen kleineren Erdbeben, die bei Wasserinjektionen zur Öl-, Gas-, oder Erdwärmeförderung auftreten, aber auch durch Seismizitätsschwankungen, die unter Stauseen und durch Ebbe und Flut verursacht werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Problemregionen: die Küsten der Welt</strong><br>Die stärkere seismische Gefährdung aufgrund des Klimawandels ist besonders in den Küstenbereichen problematisch. Dort liegen viele kritische Bruchzonen sowie auch Subduktionszonen, bei denen eine Erdplatte unter die die andere taucht. Und dort leben bereits heute 40 Prozent der Weltbevölkerung, zumeist in stark wachsenden Mega-Cities. Bekannte gefährdete Regionen sind zum Beispiel San Francisco und Los Angeles, Istanbul und Tokio-Yokohama, insbesondere aber auch viele wachsende Millionenstädte in Entwicklungsländern. Nicht überall ist die Gefährdungslage gut bekannt, weil die seismischen Zyklen teils länger sind als die Siedlungsgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bohnhoff: „Problematisch ist, dass es weltweit eine große Anzahl von Störungen gibt, die kurz vor dem Ende ihres seismischen Zyklus‘ stehen. Bei diesen reichen dann kleine zusätzliche Spannungen, um quasi die natürliche seismische Uhr vorzustellen und das Gestein bereits früher zum Versagen zu bringen. Dies geschieht durch steigende Meeresspiegel oder auch stärkere Stürme. Nach unseren Berechnungen wird das dann insbesondere küstennahe Bereiche und damit auch Städte und Infrastruktur treffen.“ Allerdings ist heute noch nicht vollständig bekannt, wo überall kritische Störungen liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Patricia Martínez-Garzón, Arbeitsgruppenleiterin am GFZ und Mitautorin der Studie ergänzt: „Zudem können dann diese Erdbeben auch Sekundäreffekte wie etwa Hangrutschungen und Bodeninstabilitäten durch sogenannte Verflüssigung weicher Böden bewirken und damit die menschengemachten Georisiken zusätzlich verstärken. Diese Thematik klimawandelbedingt auftretender Erdbeben sollte in der nächsten Generation seismischer Gefährdungskarten Berücksichtigung finden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterer Forschungsbedarf</strong><br>Wie sich diese Effekte in den unterschiedlichen Erdbebenzonen der Welt konkret auswirken werden, ist allerdings vielfach noch unzureichend erforscht und von vielfältigen Faktoren abhängig. Dazu gehören die Geometrie der Verwerfungen, die lokalen tektonischen und Druck-Bedingungen sowie die Eigenschaften des Gesteins wie Permeabilität, Festigkeit und Rissausbreitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie macht daher auch Vorschläge zu einer besseren quantitativen Erfassung der zu erwartenden seismischen Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs oder durch Extremwetterereignisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Yehuda Ben-Zion von der University of Southern California in Los Angeles und Ko-Autor der Studie sagt dazu: „Wir planen, gezielt Bereiche starker Abschmelzung etwa auf Grönland oder einzelne Gletscher mikroseismisch zu überwachen, um dann Analogien zur skandinavischen Landmasse ziehen zu können, um die Prognosen zu verbessern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Skandinavien hat der Prozess des Abschmelzens von Landeismassen seit der letzten Eiszeit schon stattgefunden. Dies hat dort auch zu – teils sehr starken – Erdbeben geführt. Allerdings ohne, dass es dort Millionenstädte oder kritische Infrastruktur gab, im Gegensatz zu den in der Zukunft betroffenen, besiedelten Küstenbereichen weltweit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ausblick: Menschengemachten Temperaturanstieg mindern und Erdbebenüberwachung und -vorsorge verbessern</strong><br>Nach Ansicht der Forschenden verstärkt das aus dem menschengemachten Klimawandel resultierende wachsende seismische Risiko, das zu den bereits bekannten direkteren Gefahren und Risiken der globalen Erwärmung hinzukommt, die Notwendigkeit, den anthropogenen globalen Temperaturanstieg zu mindern und in eine verbesserte Erdbebenüberwachung und eine widerstandsfähigere Infrastruktur zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bohnhoff: „Die Klimaauswirkungen auf kaskadierende Erdbebengefahren, einschließlich ausgelöster Erdrutsche, Tsunamis und Verflüssigung, sollten bei der Entwicklung von Plänen zur Minderung des Erdbebenrisikos berücksichtigt werden.“ Dies sei besonders wichtig für Küstenregionen, einschließlich Megastädte und kritischer Infrastrukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation:</strong><br>Marco Bohnhoff, Patricia Martínez‐Garzón, Yehuda Ben‐Zion; Global Warming Will Increase Earthquake Hazards through Rising Sea Levels and Cascading Effects. Seismological Research Letters2024; doi: 10.1785/0220240100<br><a href="https://pubs.geoscienceworld.org/ssa/srl/article-abstract/doi/10.1785/0220240100/644474/Global-Warming-Will-Increase-Earthquake-Hazards" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hhttps://pubs.geoscienceworld.org/ssa/srl/article-abstract/doi/10.1785/0220240100/644474/Global-Warming-Will-Increase-Earthquake-Hazards</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=762.msg562630#msg562630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Klimawandel</a></li>
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		<title>Gesamtwasserspeicher: Bilanz 2023 für Deutschland</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gesamtwasserspeicher-bilanz-2023-fuer-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2024 18:34:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Datensatz des Satellitenduos GRACE-Follow-On ausgewertet &#8211; Neue Daten zum Wasserhaushalt 2023. Eine Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ. Quelle: GFZ 21. März 2024. 21. März 2024 &#8211; Am 22. März ist der Welttag des Wassers. Vermeintlich allgegenwärtig, ist Wasser längst in weiten Teilen der Welt zur kostbaren und knappen Ressource geworden. Der Klimawandel [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Datensatz des Satellitenduos GRACE-Follow-On ausgewertet &#8211; Neue Daten zum Wasserhaushalt 2023. Eine Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: GFZ 21. März 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb1duerredeutschlandmeansince2018GFZ2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wasserdefizit Jahresbilanz 2023 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland – nach Monaten für das Jahr 2023 und als GIF in der Zusammenschau. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-rl_caption="" title="Wasserdefizit Jahresbilanz 2023 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland – nach Monaten für das Jahr 2023 und als GIF in der Zusammenschau. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb1duerredeutschlandmeansince2018GFZ26.jpg" alt="Wasserdefizit Jahresbilanz 2023 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland – nach Monaten für das Jahr 2023 und als GIF in der Zusammenschau. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" class="wp-image-138014"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wasserdefizit Jahresbilanz 2023. Mittleres Wasserdefizit in Deutschland – nach Monaten für das Jahr 2023 und als GIF in der Zusammenschau. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">21. März 2024 &#8211; Am 22. März ist der Welttag des Wassers. Vermeintlich allgegenwärtig, ist Wasser längst in weiten Teilen der Welt zur kostbaren und knappen Ressource geworden. Der Klimawandel hat die Situation vielerorts verschärft. Auch Deutschland hat in den vergangenen fünf Jahren drastische Dürren erlebt. Für das Jahr 2023 haben jetzt Forschende um Eva Börgens und Christoph Dahle vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ den soeben komplettierten aktuellsten Datensatz des Satellitenduos <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/grace-fo/" data-wpel-link="internal">GRACE-Follow-On</a> ausgewertet, der auf Basis von Schwerefeldmessungen genaue Einblicke in die Wasserbilanz der Erde ermöglicht. Sie zeigen, dass sich der Gesamtwasserspeicher in Deutschland im Jahr 2023 zwar etwas erholt hat, dass im Vergleich zum langjährigen Mittel aber immer noch rund 10 Milliarden Tonnen fehlen. Zum Vergleich: Der Bodensee fasst in etwa 48 Milliarden Tonnen Wasser. Für Europa ist gegenüber dem Mittelwert seit Beginn der Messungen im Jahr 2002 ein Rückgang des Gesamtwasserspeichers um rund 100 Milliarden Tonnen zu verzeichnen. Daraus lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch kein eindeutiger Trend ableiten.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb2duerrecentraleuropemeansince2018GFZ2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dürre Deutschland - mittleres Wasserdefizit seit 2018 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland über alle Monate seit 2018. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-rl_caption="" title="Dürre Deutschland - mittleres Wasserdefizit seit 2018 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland über alle Monate seit 2018. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb2duerrecentraleuropemeansince2018GFZ26.jpg" alt="Dürre Deutschland - mittleres Wasserdefizit seit 2018 Mittleres Wasserdefizit in Deutschland über alle Monate seit 2018. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" class="wp-image-138016"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dürre Deutschland &#8211; mittleres Wasserdefizit seit 2018 Mittleres. Wasserdefizit in Deutschland über alle Monate seit 2018. Referenzwert ist für jeden Monat der Durchschnitt über alle jeweiligen Monate seit Beginn der GRACE-Messungen 2002. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte terrestrische Gesamtwasserspeicher TWS (von engl. Terrestrial Water Storage) setzt sich zusammen aus den Wasserkreislaufkomponenten Eis (also Gletscher), Schnee, Bodenfeuchte, Grundwasser sowie dem Oberflächenwasser in Flüssen, Seen und künstlichen Reservoiren. TWS ist eine wichtige Messgröße für die Umwelt- und Klimaforschung. Sie gehört mittlerweile offiziell zu den 54 „Essenziellen Klimavariablen“, die entscheidend zur Charakterisierung des Erdklimas beitragen und wichtige Basis für die Arbeit des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) sind. Der TWS wird von der deutsch-amerikanischen GRACE-FO-Mission zur Verfügung gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit liefern die Schwerefeldmissionen nicht nur wertvolle Daten zum Wasser auf und unter der Erdoberfläche, sondern auch zur Massenbilanz der großen Inlandeisschilde über Grönland und der Antarktis. Der Trend ist hier dramatisch: Jahr für Jahr verliert Grönland rund 224 Milliarden Tonnen an Eis und die Antarktis, die ungleich kälter ist, 138 Milliarden Tonnen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb3twstimeseriesdeutschlandohnejahressignalGFZ2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Zeitreihe Deutschland seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Deutschland von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-rl_caption="" title="Zeitreihe Deutschland seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Deutschland von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb3twstimeseriesdeutschlandohnejahressignalGFZ26.jpg" alt="Zeitreihe Deutschland seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Deutschland von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" class="wp-image-138018"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Zeitreihe Deutschland seit 2002 (ohne Jahressignal). Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Deutschland von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neues Informationsportal des GFZ zur globalen Wasserspeicherung</strong><br>Diese und weitere aktuelle sowie hintergründige Informationen zu den GRACE-Satellitenmissionen, ihrem Messprinzip und der Datenauswertung, aber auch zu Forschungsprojekten sowie Animationen und Karten finden Sie in dem neuen Informationsportal <a href="https://www.globalwaterstorage.info/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">globalwaterstorage.info</a>, das das GFZ eingerichtet hat. Beispielsweise findet sich hier eine animierte Zeitreihe, die eindrücklich zeigt, wie Europas Gesamtwasserspeicher seit 2002 immer kleiner geworden ist. Faktenblätter und Themendossiers ergänzen das Angebot, das sich insbesondere an Vertreter:innen der Medien und politische Entscheidungsträger:innen, aber auch an die breite interessierte Öffentlichkeit richtet.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb4twstimeserieseuropeohnejahressignalGFZ2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Zeitreihe Europa seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Europa von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-rl_caption="" title="Zeitreihe Europa seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Europa von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Abb4twstimeserieseuropeohnejahressignalGFZ26.jpg" alt="Zeitreihe Europa seit 2002 (ohne Jahressignal) Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Europa von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)" class="wp-image-138021"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Zeitreihe Europa seit 2002 (ohne Jahressignal). Zeitreihe über die Abweichung der Wassermassen in Europa von den Monatsdurchschnittswerten seit Beginn der Messungen 2002. Zu sehen ist die leichte Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2023, die über die normalen jahreszeitlichen Schwankungen (feuchte Winter) hinaus geht. (Quelle: Eva Börgens, Christoph Dahle)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schwerefeldmission wird fortgesetzt und auch künftig wichtige Wasser- und Klimadaten liefern</strong><br>Seit 2002 liefern die Tandem-Satelliten der GRACE- bzw. seit 2018 der nachfolgenden GRACE-FO-Mission wichtige Daten für die Klimabeobachtung: GRACE steht für Gravity Recovery and Climate Experiment, übersetzt: Schwerkraftermittlungs- und Klimaexperiment. Sie ist eine gemeinsame Mission der NASA, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR sowie des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ mit weiteren Forschungs- und Industriepartnern. Die Satelliten ermöglichen die kontinuierliche Überwachung des Schwerefelds der Erde. Auf Basis von dessen winzigen Änderungen können zeitliche und räumliche Veränderungen im globalen Wasser- und Eishaushalt ermittelt werden – und damit auch der Einfluss, den der Klimawandel darauf hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die an den GRACE-Missionen beteiligten Forschungseinrichtungen in den USA und Deutschland, die Industriepartner sowie die Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich geeinigt, die Mission fortzusetzen: Voraussichtlich 2028 wird GRACE-C starten und auch weiterhin das Schwerefeld der Erde vermessen. Damit ist sichergestellt, dass die Vermessung des Wasserkreislaufs der Erde über eine Zeitspanne von wenigstens rund 30 Jahren erfolgen kann – ein Zeitraum, der als Klimaperiode gilt.</p>


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		<title>DESY: Auf der Jagd nach kosmischen Teilchen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/desy-auf-der-jagd-nach-kosmischen-teilchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[DESY]]></category>
		<category><![CDATA[FAU]]></category>
		<category><![CDATA[Grönland]]></category>
		<category><![CDATA[Neutrino]]></category>
		<category><![CDATA[Neutrinoteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Radioantennen in Grönland auf der Jagd nach kosmischen Teilchen. Pionier-Projekt lauscht im Eis auf Neutrinos aus dem Weltall. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY &#8211; ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. Quelle: DESY. Im grönländischen Eis lauscht künftig eine weltweit einzigartige Anlage nach extrem schwer fassbaren Teilchen aus dem Weltall: Das Pionier-Projekt „Radio Neutrino Observatory Greenland&#8220; [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Mit Radioantennen in Grönland auf der Jagd nach kosmischen Teilchen. Pionier-Projekt lauscht im Eis auf Neutrinos aus dem Weltall. Eine Pressemeldung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY &#8211; ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DESY.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG8762RNOGCDeaconu2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die erste Station des Radio-Neutrino-Observatoriums auf dem grönländischen Eis. Die roten Fahnen markieren unterirdische Antennen, die von Solarmodulen (dunkle Rechtecke) mit Strom versorgt werden. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-rl_caption="" title="Die erste Station des Radio-Neutrino-Observatoriums auf dem grönländischen Eis. Die roten Fahnen markieren unterirdische Antennen, die von Solarmodulen (dunkle Rechtecke) mit Strom versorgt werden. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG8762RNOGCDeaconu26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die erste Station des Radio-Neutrino-Observatoriums auf dem grönländischen Eis. Die roten Fahnen markieren unterirdische Antennen, die von Solarmodulen (dunkle Rechtecke) mit Strom versorgt werden.<br>(Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im grönländischen Eis lauscht künftig eine weltweit einzigartige Anlage nach extrem schwer fassbaren Teilchen aus dem Weltall: Das Pionier-Projekt „Radio Neutrino Observatory Greenland&#8220; (RNO-G) verwendet eine neue Messmethode, um sehr energiereiche kosmische Neutrinos mit Radioantennen nachzuweisen. An der Forschungsstation Summit Station haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts jetzt die ersten Antennenstationen im Eis installiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Neutrinos sind ultraleichte und extrem scheue Elementarteilchen&#8220;, erläutert DESY-Physikerin Anna Nelles, die das Projekt mit initiiert hat. „Die Teilchen entstehen in rauen Mengen im All, vor allem bei energiereichen Prozessen wie kosmischen Teilchenbeschleunigern. Sie sind aber kaum nachweisbar, weil sie so gut wie nie mit Materie reagieren. Allein von der Sonne durchqueren pro Sekunde rund 60 Milliarden Neutrinos unbemerkt jeden fingernagelgroßen Fleck auf der Erde.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ultraleichten Elementarteilchen werden manchmal auch als Geisterteilchen bezeichnet, denn sie fliegen problemlos durch Wände, die Erde und ganze Sterne. „Diese Eigenschaft macht sie interessant für die Astrophysik, weil sich mit ihnen beispielsweise auch ins Innere explodierender Sonnen oder in verschmelzende Neutronensterne blicken lässt, woher kein Licht zu uns gelangen kann&#8220;, berichtet Nelles, die auch Professorin an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg ist. „Zudem lassen sich mit Neutrinos natürliche kosmische Teilchenbeschleuniger aufspüren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur extrem selten wechselwirkt ein Neutrino jedoch mit der durchquerten Materie, wenn es – zum Beispiel im grönländischen Eisschild – zufällig auf ein Atom stößt. Bei einer solchen seltenen Kollision entsteht eine Lawine von Folgeteilchen, von denen viele im Gegensatz zum Neutrino elektrisch geladen sind. Diese geladenen Folgeteilchen erzeugen Radiowellen, die von den Antennen aufgefangen werden können.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG20210625RNOGCDeaconu2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Forschungslabor Summit Station liegt mitten auf dem grönländischen Eisschild. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-rl_caption="" title="Das Forschungslabor Summit Station liegt mitten auf dem grönländischen Eisschild. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG20210625RNOGCDeaconu26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Forschungslabor Summit Station liegt mitten auf dem grönländischen Eisschild.<br>(Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Vorteil von Radiowellen ist, dass Eis für sie ziemlich durchsichtig ist&#8220;, erläutert DESY-Physiker Christoph Welling, der zurzeit Teil des Projektteams auf Grönland ist. „Das heißt, wir können Radiosignale über Distanzen von einigen Kilometern detektieren.&#8220; Je höher die Reichweite, desto größer das Volumen im Eis, das sich überwachen lässt, und desto größer die Chance, eine der seltenen Neutrinokollisionen aufzuspüren. „RNO-G wird der erste Radio-Neutrinodetektor im großen Maßstab sein&#8220;, sagt Welling. Zuvor hatten kleinere Versuche bereits gezeigt, dass der Nachweis kosmischer Teilchen über Radiowellen grundsätzlich möglich ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt 35 Antennenstationen sollen mit einem Abstand von je 1,25 Kilometern rund um die Summit Station auf dem mächtigen grönländischen Eisschild installiert werden. Trotzdem kann es Monate oder sogar Jahre dauern, bis der Detektor anschlägt. „In der Neutrinoforschung braucht man Geduld&#8220;, erläutert Nelles. „Hochenergetische Neutrinos lassen sich ungemein selten auffangen. Aber wenn man eines erwischt, dann ist der Informationsgehalt unglaublich.&#8220; Die Forscherinnen und Forscher denken dabei auch schon an den nächsten Schritt, denn der nächste Radio-Neutrinodetektor soll später buchstäblich am anderen Ende der Welt aufgebaut werden und das Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol ergänzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort hat ein internationales Konsortium, zu dem auch DESY gehört, rund 5000 empfindliche optische Messgeräte kilometertief ins ewige Eis eingeschmolzen. Diese Photomultiplier spähen nach einem schwachen bläulichen Flackern, das ebenfalls von den energiereichen Folgeteilchen einer seltenen Neutrinokollision erzeugt wird, wenn diese durchs unterirdische Eis rasen. Auf diese Weise sind IceCube bereits spektakuläre Beobachtungen von Neutrinos gelungen, die beispielsweise aus dem Umfeld eines gigantischen Schwarzen Lochs oder von einem zerrissenen Stern stammten. Die Leuchtsignale der unterirdischen Folgeteilchen lassen sich im Eis nicht so weit verfolgen wie die Radiowellen. Dafür schlagen die Photomultiplier bereits bei niedrigeren Energien der kosmischen Neutrinos an.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG42552048RNOGCDeaconu2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="DESY-Physiker Christoph Welling (l) und DESY-Physikerin Ilse Plaisier (r) mit einer der Radioantennen auf Grönland. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-rl_caption="" title="DESY-Physiker Christoph Welling (l) und DESY-Physikerin Ilse Plaisier (r) mit einer der Radioantennen auf Grönland. (Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IMG42552048RNOGCDeaconu26.jpg" alt=""/></a><figcaption>DESY-Physiker Christoph Welling (l) und DESY-Physikerin Ilse Plaisier (r) mit einer der Radioantennen auf Grönland.<br>(Bild: RNO-G, Cosmin Deaconu)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Je höher die Energie, desto seltener werden die Neutrinos. Das heißt, man braucht größere Detektoren&#8220;, erläutert DESY-Forscherin Ilse Plaisier aus dem Installationsteam auf Grönland. „Die beiden Systeme ergänzen sich ideal: Das optische IceCube-Detektorgitter misst etwa bis zu einer Neutrinoenergie von einer Billiarde Elektronenvolt, das Radio-Antennenfeld wird ab rund zehn Billiarden bis zu hundert Trillionen Elektronenvolt empfindlich sein.&#8220; Das Elektronenvolt ist eine in der Teilchenphysik weit verbreitete Einheit der Energie. Hundert Trillionen Elektronenvolt entsprechen etwa der Energie eines kräftig geschlagenen Squashballs mit 130 Kilometern pro Stunde – aber im Fall eines Neutrinos konzentriert in einem einzelnen subatomaren Teilchen, das Trillionen Trillionen Mal leichter ist als ein Squashball.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Installationsarbeiten für das Pionier-Projekt laufen in der ersten Phase noch bis Mitte August und waren in Pandemie-Zeiten eine besondere logistische Herausforderung: Die Teams mussten vor der Anreise zur Summit Station an verschiedenen Orten mehrere Wochen in Quarantäne verbringen, um ein Einschleppen des Coronavirus zu vermeiden. RNO-G wird mindestens fünf Jahre auf dem grönländischen Eis stehen bleiben. Die Stationen funktionieren autonom mit Solarzellen und sind per Mobilfunk untereinander vernetzt. Auf Grundlage dieses Betriebs soll dann der Neutrinodetektor IceCube am Südpol im Rahmen des Ausbaus zu Generation 2 (IceCube-Gen2) mit Radioantennen erweitert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Nachweis von Radiosignalen von hochenergetischen Neutrinos ist ein sehr vielversprechender Weg, den zugänglichen Energiebereich deutlich zu vergrößern und damit das neue Fenster zum Kosmos noch weiter zu öffnen&#8220;, betont DESYs Direktor für Astroteilchenphysik, Christian Stegmann. „Wir gehen diesen Weg über erste Testaufbauten auf Grönland, um dann auch Radioantennen am Südpol als Teil von IceCube-Gen2 zu installieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dem Pionier-Projekt sind mehr als ein Dutzend Partner beteiligt, darunter die University of Chicago, die Vrije Universiteit Brussel, die Penn State University, die University of Wisconsin-Madison und DESY.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong><br>RNO-G-Homepage: <a href="https://radio.uchicago.edu" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://radio.uchicago.edu</a><br>IceCube-Gen2: <a href="https://www.icecube-gen2.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.icecube-gen2.de</a></p>



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		<title>ESA: Eisschilde schmelzen sehr schnell</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/esa-eisschilde-schmelzen-sehr-schnell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 08:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Antarktis]]></category>
		<category><![CDATA[Copernicus]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Grönland]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Sentinel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eisschilde schmelzen so schnell wie im „schlimmsten Klimaszenario“ vorhergesagt. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht bestätigt, dass die Eisschilde in Grönland und der Antarktis, deren Massenverlustraten rapide angestiegen sind, den schlimmsten Szenarien des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaveränderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) für den Anstieg [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Eisschilde schmelzen so schnell wie im „schlimmsten Klimaszenario“ vorhergesagt. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/09/EinflussAntarktisIMBIE2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/09/EinflussAntarktisIMBIE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Einfluss der Antarktis und Grönlands auf die Veränderung des Meeresspiegels.<br>(Bild: IMBIE)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein kürzlich veröffentlichter <a href="https://www.ipcc.ch/assessment-report/ar5/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Bericht</a> bestätigt, dass die Eisschilde in Grönland und der Antarktis, deren Massenverlustraten rapide angestiegen sind, den schlimmsten Szenarien des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaveränderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) für den Anstieg des Meeresspiegels entsprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in der Fachzeitschrift <a href="https://www.nature.com/articles/s41558-020-0893-y" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Climate Change</a> veröffentlichte Studie, vergleicht aus Satellitenbeobachtungen abgeleitete Ergebnisse der Eisschild-Massenbilanz mit Prognosen aus Klimamodellen. Die Ergebnisse stammen von einem internationalen Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der University of Leeds (Großbritannien) und dem Danish Meteorological Institute (DMI), die ebenso an dem derzeit laufenden Ice Sheet Mass Balance Inter-comparison Exercise (IMBIE) mitwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">IMBIE ist ein internationales gemeinsames Forschungsprojekt zahlreicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das von der ESA und der NASA kofinanziert wird. Es wurde 2011 als gemeinschaftliche Initiative gestartet, mit dem Ziel, Unsicherheiten verschiedener satellitenbasierter Vermessungen der Eisschild-Massenbilanz zu reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eisschilde werden seit Beginn der 1990er systematisch überwacht. Zwischen 1992 und 2017 haben Grönland und die Antarktis insgesamt 6,4 Billionen Tonnen Eis verloren – wodurch die globalen Meeresspiegel um 17,8 Millimeter angestiegen sind. Wenn das Eis weiter in diesem Ausmaß schmilzt, werden die Eisschilde die Meeresspiegel voraussichtlich um weitere 17 Zentimeter ansteigen lassen, wodurch bis zum Ende des Jahrhunderts weitere 16 Millionen Menschen in Küstenregionen von Überschwemmungen gefährdet sein werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tom Slater, Hauptautor der Studie und Klimaforscher am Centre for Polar Observation and Modelling an der University of Leeds, sagt: „Satelliten sind das einzige Mittel, mit dem wir diese riesigen, abgelegenen Gebiete routinemäßig überwachen können, deshalb sind sie unabdingbar. Ohne ihre Messungen könnten wir die bestehenden Eisschild-Modelle nicht validieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Von Satelliten gesammelte Beobachtungsdaten verraten uns nicht nur, wie viel Eis schmilzt, sondern helfen uns auch dabei, herauszufinden und zu analysieren, welche Teile der Antarktis und Grönlands Eis verlieren und durch welche Prozesse dieser Verlust stattfindet – beides ist wesentlich, damit wir die Eisschildmodelle verbessern können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">IMBIE nutzt Daten verschiedener Satellitenmissionen, um die Veränderungen des Volumens, des Flusses und der Masse der Eisschilde zu überwachen – darunter die der ESA-Satelliten ERS-1, ERS-2, Envisat und CryoSat sowie der Copernicus-Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/sentinel-1a-erster-baustein-im-copernicus-programm/" data-wpel-link="internal">Sentinel-1</a> der EU.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruth Mottram, Mitautorin der Studie und Klimawissenschaftlerin im DMI, fügt hinzu: „Satellitendaten von ESA-Missionen haben in den vergangenen drei Jahrzehnten viele unserer Fortschritte bei der Untersuchung der Entwicklung der Eisschilde unterstützt. Die Radaraltimeter der ESA-Satellitenfamilie ERS-1, ERS-2, Envisat und CryoSat stellen seit den frühen 1990er Jahren langfristige, kontinuierliche Aufzeichnungen der Eisschild-Veränderungen zur Verfügung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marcus Engdahl von der ESA sagt: „Die von Satelliten gesammelten Beobachtungsdaten zeigen uns, dass die Eisschilde überraschend schnell auf Umweltveränderungen reagieren. Es ist unerlässlich, dass Wissenschaftler auch Zugang zu den Daten zukünftiger Satellitenmissionen haben, die Polarregionen beobachten. Hierzu gehören beispielsweise die wichtigen Copernicus-Kandidatenmissionen CRISTAL, ROSE-L und CIMR.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">IMBIE wird durch das ESA-Programm EO Science for Society und die ESA-Klimawandelinitiative CCI unterstützt. Letztere generiert genaue und langzeitige von Satelliten gesammelte Datensätze für 21 essenzielle Klimavariablen, um die Entwicklungen auf der Erde zu charakterisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=762.msg488746#msg488746" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Klimawandel</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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