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	<title>H-II &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>H-II &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>TRMM nach 17 Jahren bei Wiedereintritt zerstört</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/trmm-nach-17-jahren-bei-wiedereintritt-zerstoert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2015 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ceres]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeobachtungssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[H-II]]></category>
		<category><![CDATA[JAXA]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedereintritt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der US-amerikanisch-japanische Erdbeobachtungssatellit TRMM wurde am 15. Juni 2015 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört. Nach Angaben der US-amerikanischen Weltraumüberwachung kam das Ende für TRMM über dem südlichen Bereich des Indischen Ozeans. Quelle: JAXA, NASA, WMO. TRMM steht für Tropical Rainfall Measuring Mission, dementsprechend war der Satellit insbesondere für die Aufzeichnung von Daten über Regenereignisse [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der US-amerikanisch-japanische Erdbeobachtungssatellit TRMM wurde am 15. Juni 2015 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört. Nach Angaben der US-amerikanischen Weltraumüberwachung kam das Ende für TRMM über dem südlichen Bereich des Indischen Ozeans.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: JAXA, NASA, WMO.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_1.jpg" alt="JAXA" width="267" height="150"/></a><figcaption>
 
<br>
</figcaption></figure></div>



<p>TRMM steht für Tropical Rainfall Measuring Mission, dementsprechend war der Satellit insbesondere für die Aufzeichnung von Daten über Regenereignisse in den Tropenregionen unseres Planeten gedacht. </p>



<p>Es handelte sich um ein gemeinsames Projekt der US-amerikanischen Luft und Raumfahrtagentur (National Aeronautics and Space Administration, NASA) und der japanischen Weltraumforschungsagentur (Japan Aerospace Exploration Agency, JAXA) bzw. deren Vorgängerin, der nationalen Weltraumentwicklungsagentur (National Space Development Agency, NASDA).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_2.jpg" alt="JAXA" width="263" height="174"/></a><figcaption>
HII-6F-Start am 27. November 1997 
<br>
(Bilder: NASA/JAXA)
</figcaption></figure></div>



<p>Der vom Goddard-Weltraumflugzentrum (Goddard Space Flight Center, GSFC) der NASA mit Komponenten und Instrumenten aus den USA und Japan gebaute, beim Start rund 3,62 Tonnen schwere Satellit war am 27. November 1997 auf der H-II-Rakete mit der Bezeichnung 6F zusammen mit dem rund 2,9 Tonnen schweren Dockingexperiment ETS 7 vom Startkomplex Yoshinobu 1 (Y1) im japanischen Tanegashima aus in den Weltraum gelangt. </p>



<p>14 Minuten und 12 Sekunden nach dem um 21:27 Uhr UTC erfolgten Abheben war die Trennung von der Oberstufe der Rakete erfolgt, TRMM hat die Erde anschließend solo auf einer rund 35 Grad gegen den Äquator geneigten Bahn in Höhen zwischen ~ 360 und 380 Kilometern umkreist. Nach der Ausbildung des vorgesehen Arbeitsorbits war TRMM in rund 350 Kilometern Höhe unterwegs, wo er für einen Erdumlauf 91,3 Minuten benötigt hat.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_3.jpg" alt="NASA GSFC" width="260"/></a><figcaption>
In Bau befindlicher TRMM beim GSFC 
<br>
(Bild: NASA GSFC)
</figcaption></figure></div>



<p>Ab dem 1. September 1998 waren nach einer umfangreichen Test- und Inbetriebnahmephase alle von den Instrumenten des Satelliten zu liefernden Produkte verfügbar, und der Satellit mit einer Auslegungsbetriebsdauer von drei Jahren und zwei Monaten war in der Lage, die vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen. Würde der an Bord befindliche Treibstoff später auf eine Menge von 58 Kilogramm abgesunken sein, hätten Vorbereitungen für einen kontrollierten Wiedereintritt begonnen werden sollen.</p>



<p>Das Breitbandradiometer an Bord, als CERES für Clouds and the Earth’s Radiant Energy System bezeichnet, war dann leider bereits rund 9 Monate nach dem Start ausgefallen. Das 57 Kilogramm schwere Instrument hatte die Aufgabe, die Energie in den obersten Regionen der Atmosphäre zu bestimmen und zusätzlich Daten zur Abschätzung von Energie innerhalb der Atmosphäre und an der Erdoberfläche zu liefern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_4.jpg" alt="NASA GSFC" width="260"/></a><figcaption>
TRMM im GSFC, unter der grossen weissen Verkleidung das PR 
<br>
(Bild: NASA GSFC)
</figcaption></figure></div>



<p>Die Primärmission von TRMM war zum 31. Januar 2001 abgeschlossen worden. Der Zustand des Raumfahrzeugs hatte es dann erlaubt, umfangreiche zusätzliche Messkampagnen abzuwickeln. Nach sorgfältiger Untersuchung der Situation hatte man entschieden, die Flughöhe des Satelliten nicht in Vorbereitung eines Wiedereintritts abzusenken, sondern sie in einen Bereich mit geringerem atmosphärischen Restwiderstand anzuheben. Im August 2001 hatte die Umlaufbahn von TRMM von rund 350 auf 402,5 Kilometer über der Erde angehoben werden können, was dann einer fortgesetzten länger anhaltenden Nutzung des Satelliten zu Gute gekommen ist.</p>



<p>Auf dem angehobenen Orbit mit einer Periode von 92,4 Minuten war es schwieriger, den Erdhorizont durch das im Infraroten arbeitende Earth Sensor Assembly (ESA) als Orientierung zur Lageregelung zu verwenden, weshalb ab dann ein alternatives Regime zur Lageregelung eingesetzt worden ist, das sich neben den Daten des digitalen Sonnensensors (Digital Sun Sensor, DSS) auf Daten des TAM für Three Axis Magnetometer genannten Magnetometers verließ.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_5.jpg" alt="" width="260"/></a><figcaption>
 
<br>
</figcaption></figure></div>



<p>Zur Kontrolle der Genauigkeit und Wirksamkeit der Lageregelung konnten erstmals auch Daten einer Radaranlage mit einer Masse von 465 Kilogramm Bord, des für das wissenschaftliche Programm des Satelliten verwendeten Precipitation Radar (PR) aus Japan, genutzt werden. PR hat über die gesamte Lebensdauer von TRMM wertvolle Informationen geliefert. Die Anlage hat zuvor ungekannte dreidimensionale Blicke in tropische Wirbelstürme und solche in einem Gürtel in Äquatornähe erlaubt. Dem US-amerikanischen nationalen Hurrikan-Zentrum erlaubte das Radar Vorhersagen zur Entwicklung der Intensität der Stürme. </p>



<p>Nach der Erledigung vieler zusätzlicher Messaufgaben und der Lieferung umfangreicher wertvoller Daten &#8211; unter anderem unter Nutzung der US-amerikanischen Bahnverfolgungs- und Relaissatelliten der TDRS-Serie &#8211; wurde PR am 1. April und die übrige wissenschaftliche Instrumentierung von TRMM                                                       am 8. April 2015 abgeschaltet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_6.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
TRMM &#8211; Illustrationen
<br>
(Bilder: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Der Satellit näherte sich mittlerweile zügig geringeren Flughöhen, in welchen er immer stärker abgebremst wurde. Bereits im Juli 2014 war der Treibstoff bis auf ein für nötige Ausweichmanöver sicherheitshalber zurückgehaltenes Quantum zur Neige gegangen, und der Abstieg des Satelliten hatte begonnen.</p>



<p>Der Verlust an Bahnhöhe vollzog sich zügiger als Mitte 2014 erwartet. Im April 2015 ging man von einem Wiedereintritt Mitte Juni 2015 &#8211; rund ein Jahr früher als 2014 gedacht &#8211; aus. Diese Prognose hat sich zwischenzeitlich bestätigt. Am 15. Juni 2015 hörte TRMM auf zu existieren. Als Zeitpunkt für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nennt die NASA unter Bezugnahme auf Informationen der US-amerikanischen militärischen Weltraumüberwachung 11:55 Uhr EDT (15:55 Uhr UTC).</p>



<p>Man geht davon aus, dass die meisten Bestandteile von TRMM den Wiedereintritt über dem Süden des Indischen Ozeans nicht überstanden haben. Die NASA meldete, dass 96 Prozent der Satellitenmasse die Erdoberfläche nicht erreichen konnten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20062015100036_small_7.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
vermutlicher Ort des Wiedereintritts 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Es besteht allerdings eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Überreste von Bauteilen aus Titan und rostfreiem Stahl den Sturz bis zur Erdoberfläche überstanden. Als Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil des Satelliten eine Person treffen würde, gab die NASA rund 1 zu 4.200 an.</p>



<p>Die Startmasse des Satelliten betrug ~3.620 Kilogramm, unbetankt wog er ~2.730 Kilogramm. An Bord des Satelliten waren beim Start 890 Kilogramm Treibstoff (Hydrazin). Der größte Durchmesser des ~5,1 Meter hohen Satelliten betrug ~3,7 Meter. Die beiden Solarzellenausleger gaben dem Satelliten im All eine Spannweite von ~14,6 Metern.</p>



<p>TRMM ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 25.063 und als COSPAR-Objekt 1997-074A.</p>



<p><strong>Weitere Informationen zu TRMM (in Englisch):</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://svs.gsfc.nasa.gov/11154" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA &#8211; TRMM at 15: The Reign of Rain</a></li><li><a class="a" href="https://www.eorc.jaxa.jp/TRMM/index_e.htm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">JAXA &#8211; Presentation materials of the TRMM Symposium Feb. 19, 2015</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raumfahrt-Statistik 2013</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumfahrt-statistik-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Dec 2013 14:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Zenit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei 78 erfolgreichen Starts gelangten im zurück liegenden Jahr insgesamt 203 Satelliten in Erdumlaufbahnen. Je zwei Raumfahrzeuge machten sich auf den Weg zum Mond bzw. zum Nachbarplaneten Mars, ein Weltraumteleskop ist unterwegs zum Lagrangepunkt 2 des Sonne-Erde-Systems. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Raumfahrer.net. Insgesamt wurden 78 Raketen erfolgreich mit ihren Nutzlasten, und dies waren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bei 78 erfolgreichen Starts gelangten im zurück liegenden Jahr insgesamt 203 Satelliten in Erdumlaufbahnen. Je zwei Raumfahrzeuge machten sich auf den Weg zum Mond bzw. zum Nachbarplaneten Mars, ein Weltraumteleskop ist unterwegs zum Lagrangepunkt 2 des Sonne-Erde-Systems.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Raumfahrer.net.</p>



<p>Insgesamt wurden 78 Raketen erfolgreich mit ihren Nutzlasten, und dies waren bis zu 33 in einem Ritt, gestartet. Es gab aber auch vier Fehlschläge. Russland hat 33 Raketen gestartet, aber auch zwei Fehlstarts mit dem jeweiligen Totalverlust der Nutzlast zu verzeichnen. Dabei gelangten 30 russische Nutzlasten neben einer Vielzahl weiterer Satelliten für andere Staaten und Organisationen in Erdumlaufbahnen. 
<br>
Die USA haben 19 erfolgreiche Starts zu verzeichnen und stellen mit 85 Satelliten bzw. Raumsonden sowie 4 Beteiligungen an weiteren Projekten das Gros der Nutzlasten. Danach folgt China mit 14 erfolgreichen Starts und 17 eigenen Nutzlasten bei einem Fehlschlag. 5 Raketenstarts hat Europa ohne Russland (Arianespace) zu verzeichnen, jeweils drei Indien und Japan sowie einen Südkorea. Ein iranischer Satellit erreichte hingegen keine Erdumlaufbahn. </p>



<p>Die Nutzlasten sind neben Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten für zivile oder militärische Zwecke auch unbemannte Frachter und bemannte Raumschiffe, die zum größten Teil die Internationale Raumstation anflogen und eine Vielzahl an Kleinsatelliten von 127 Gramm bis einige Kilogramm, die bei mehreren Missionen en masse ins All transportiert wurden. So trug am 20. November eine Minotaur 1 30 Nutzlasten in erdnahe Umlaufbahnen, einen Tag später eine Dnjepr 34 Satelliten und am 3. Dezember eine Atlas 5 immerhin 13. </p>



<p>Die ISS wurde insgesamt von 12 Raumschiffen angeflogen, 4 davon waren bemannte Sojus. Hinzu kamen 4 Progress-Frachter sowie jeweils ein ATV, HTV, Dragon und Cygnus. Das chinesische Raumschiff Shenzhou 10 hingegen flog die Mini-Station Tiangong 1 an. Demnach starteten 2013 15 Menschen ins All. </p>



<p>Die weiteren Nutzlasten wurden für Großbritannien (7 + 2 Beteiligungen), die ESA (7), Deutschland (6), Indien (5), Japan (5), Kanada (4 + 1 Beteiligung), Südkorea (3 + 2 Beteiligungen), die Niederlande (3), Argentinien (2 + 2 Beteiligungen), Spanien(2), Dänemark (2), Vietnam (2), Equador (2), Luxemburg (2), Peru (2), Eutelsat (2) und Inmarsat (2) ins All transportiert. Mit jeweils einem Satelliten bzw. der Beteiligung an einem Projekt gehen Estland, Aserbaischan, Österreich und die ASRA (1+1), Mexiko, die Türkei, Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate, Polen, Italien, Norwegen, Südafrika, Bolivien, Pakistan, die Ukraine, Singapur sowie Australien und Quatar in die Annalen der Raumfahrtgeschichte ein. </p>



<p>Der leichteste Raumflugkörper dürfte dabei mit 127 g der peruanische Sub-sub-Satellit Pocket-PUCP sein, der aus PUCP-Sat 1 ausgestoßen wurde, nachdem dieser seinerseits aus Unisat 5 entlassen worden war. Die schwerste Nutzlast dürfte mit etwa 17 t der US-amerikanische Aufklärungssatellit NROL 65 gewesen sein. </p>



<p>163 Nutzlasten gelangten in niedrige Erdumlaufbahnen (LEO = Low Earth Orbit), 26 in die Geostationäre Bahn (GEO), &#8230; </p>



<p>Insgesamt kamen 25 verschiedene Raketentypen zum Einsatz, wobei einige schwer unterscheidbare Untertypen verwendet wurden. Die Sojus-Varianten, die auf der R7 aufbauen starteten 15 Mal, chinesische Langer Marsch (2,3 oder 4) 14 Mal, einmal mit vorzeitiger Triebwerksabschaltung der Oberstufe, die Proton hatte 10 Einsätze, einer davon endete in einer Explosion. Die Atlas 5 bringt es auf 8 Starts, Rokot/Strela auf 5, Ariane 5 auf 4, Delta 4, PSLV und Falcon 9 auf jeweils 3. Zwei Starts absolvierten Antares, H-2, Dnjepr und Zenit, wobei letztere einen Fehlschlag verzeichnete. Mit jeweils einem erfolgreichen Start schreiben sich Minotaur 1, Pegasus, Minotaur 5, Naro, Kuaizhou, Vega, Epsilon und die Sojus 2.1W in die Startliste ein. Die Safir 1 absolvierte einen (Fehl-)Start, bei dem die Nutzlast nicht in eine Erdumlaufbahn gelangte. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/raumfahrt-statistik-2013/" data-wpel-link="internal">Raumfahrt-Statistik 2013</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>H-II &#8211; Technische Daten</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/h-ii-technische-daten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[H-II]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=76044</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hier die technischen Daten aller Versionen der&#160;H-II. H-II Stufen 2 Höhe 49 m Durchmesser 4,07 m Startschub 3.962 kN Startmasse 260 t Max. Nutzlast 10.060 kg (LEO); 3.800 kg (GTO); Erster Start 3. Februar 1994 Letzter Start 21. Januar 1998 Treibstoff HTPB (Booster); LH2/LOX (2. Stufe) Triebwerke Booster: 2x Nissan Heavy Industries SRB-EM 1. Stufe: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/h-ii-technische-daten/" data-wpel-link="internal">H-II &#8211; Technische Daten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Hier die technischen Daten aller Versionen der&nbsp;<em>H-II</em>.</h4>



<p><strong>H-II</strong></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Stufen</strong></td><td><em>2</em></td></tr><tr><td><strong>Höhe</strong></td><td><em>49 m</em></td></tr><tr><td><strong>Durchmesser</strong></td><td><em>4,07 m</em></td></tr><tr><td><strong>Startschub</strong></td><td><em>3.962 kN</em></td></tr><tr><td><strong>Startmasse</strong></td><td><em>260 t</em></td></tr><tr><td><strong>Max. Nutzlast</strong></td><td><em>10.060 kg (LEO); 3.800 kg (GTO);</em></td></tr><tr><td><strong>Erster Start</strong></td><td><em>3. Februar 1994</em></td></tr><tr><td><strong>Letzter Start</strong></td><td><em>21. Januar 1998</em></td></tr><tr><td><strong>Treibstoff</strong></td><td><em>HTPB (Booster); LH<sub>2</sub>/LOX (2. Stufe)</em></td></tr><tr><td><strong>Triebwerke</strong></td><td><em>Booster: 2x Nissan Heavy Industries SRB-EM<br><br>1. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-7<br><br>2. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-5A</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p><strong>H-II+</strong></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Stufen</strong></td><td><em>2</em></td></tr><tr><td><strong>Höhe</strong></td><td><em>51,50 m</em></td></tr><tr><td><strong>Durchmesser</strong></td><td><em>4,07 m</em></td></tr><tr><td><strong>Startschub</strong></td><td><em>3.962 kN</em></td></tr><tr><td><strong>Startmasse</strong></td><td><em>271,6 t</em></td></tr><tr><td><strong>Max. Nutzlast</strong></td><td><em>3.930 kg (GTO);</em></td></tr><tr><td><strong>Erster Start</strong></td><td><em>18. März 1995</em></td></tr><tr><td><strong>Letzter Start</strong></td><td><em>18. März 1995</em></td></tr><tr><td><strong>Treibstoff</strong></td><td><em>HTPB (Booster); LH<sub>2</sub>/LOX (2. Stufe)</em></td></tr><tr><td><strong>Triebwerke</strong></td><td><em>Booster: 2x Nissan Heavy Industries SRB-EM<br><br>Booster: 2x Nissan Heavy Industries SSB<br><br>1. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-7<br><br>2. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-5A</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p><strong>H-IIS</strong></p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Stufen</strong></td><td><em>2</em></td></tr><tr><td><strong>Höhe</strong></td><td><em>49,80 m</em></td></tr><tr><td><strong>Durchmesser</strong></td><td><em>4,07 m</em></td></tr><tr><td><strong>Startschub</strong></td><td><em>3.962 kN</em></td></tr><tr><td><strong>Startmasse</strong></td><td><em>274 t</em></td></tr><tr><td><strong>Max. Nutzlast</strong></td><td><em>4.000 kg (GTO);</em></td></tr><tr><td><strong>Erster Start</strong></td><td><em>15. November 1999</em></td></tr><tr><td><strong>Letzter Start</strong></td><td><em>15. November 1999</em></td></tr><tr><td><strong>Treibstoff</strong></td><td><em>HTPB (Booster); LH<sub>2</sub>/LOX (2. Stufe)</em></td></tr><tr><td><strong>Triebwerke</strong></td><td><em>Booster: 2x Nissan Heavy Industries SRB-EM<br><br>1. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-7<br><br>2. Stufe: 1x Mitsubishi Heavy Industries LE-5B</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/h-ii/" data-wpel-link="internal">H-II</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/h-ii-startliste/" data-wpel-link="internal">H-II &#8211; Startliste</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/h-ii-technische-daten/" data-wpel-link="internal">H-II &#8211; Technische Daten</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>H-II &#8211; Startliste</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/h-ii-startliste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[H-II]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier eine Liste aller Starts der&#160;H-II. Datum Version Nutzlast Status 03.02.1994 H-II VEP, OREX Erfolg 28.08.1994 H-II ETS 6 Erfolg,&#160;Apogäumsmotor des Satelliten versagte 18.03.1995 H-II+ SFU 1, GMS 5 Erfolg 17.08.1996 H-II ADEOS 1, JAS 2 Erfolg 27.11.1997 H-II TRMM, ETS-7-Chaser / ETS-7-Target Erfolg 21.01.1998 H-II COMETS Teilfehlschlag, vorzeitiger Brennschluss der Zweitstufe 15.11.1999 H-IIS MTSat [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Hier eine Liste aller Starts der&nbsp;<em>H-II</em>.</h4>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td><strong>Datum</strong></td><td><strong>Version</strong></td><td><strong>Nutzlast</strong></td><td><strong>Status</strong></td></tr><tr><td>03.02.1994</td><td>H-II</td><td>VEP, OREX</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>28.08.1994</td><td>H-II</td><td>ETS 6</td><td>Erfolg,&nbsp;<em>Apogäumsmotor des Satelliten versagte</em></td></tr><tr><td>18.03.1995</td><td>H-II+</td><td>SFU 1, GMS 5</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>17.08.1996</td><td>H-II</td><td>ADEOS 1, JAS 2</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>27.11.1997</td><td>H-II</td><td>TRMM, ETS-7-Chaser / ETS-7-Target</td><td>Erfolg</td></tr><tr><td>21.01.1998</td><td>H-II</td><td>COMETS</td><td><em>Teilfehlschlag, vorzeitiger Brennschluss der Zweitstufe</em></td></tr><tr><td>15.11.1999</td><td>H-IIS</td><td>MTSat 1</td><td><em>Fehlschlag, Versagen der 1. Stufe</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



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			</item>
		<item>
		<title>H-II</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/h-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Feststoffbooster]]></category>
		<category><![CDATA[H-II]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[JAXA]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzlast]]></category>
		<category><![CDATA[Trägerrakete]]></category>
		<category><![CDATA[Treibstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Triebwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie sollte eigentlich Japan zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Ariane machen, doch wurde sie zu einem der größten Desaster für Japans Raumfahrt: die H-II ebnete mit ihrem Versagen aber auch den Weg für die neue Generation von japanischen Raketen. Autor: Daniel Maurat. Geschichte Die Geschichte der H-II begann mit der Entscheidung, sich vom Gebrauch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sie sollte eigentlich Japan zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Ariane machen, doch wurde sie zu einem der größten Desaster für Japans Raumfahrt: die H-II ebnete mit ihrem Versagen aber auch den Weg für die neue Generation von japanischen Raketen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: Daniel Maurat.</p>



<p><strong>Geschichte</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/h2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/h2.jpg" alt=""/></a><figcaption>Start der zweiten <em>H-II</em> mit dem Satelliten <em>ETS 6</em> an Bord.<br>(Bild: NASDA)</figcaption></figure></div>



<p>Die Geschichte der <em>H-II</em> begann mit der Entscheidung, sich vom Gebrauch von ausländischer Technologie, vor allem von US-Technologie, abzuwenden. Bisher waren nämlich alle flüssigbetriebenen Raketen Japans auf Basis der amerikanischen <em>Delta</em> entwickelt worden oder waren einfach in Lizenz gebaute <em>Deltas</em>.</p>



<p>Die <em>H-II</em> beruht auf dem gleichen Konzept, dass auch in der <em>Ariane 5</em> oder dem <em>Space Shuttle</em> Einsatz fand: zwei große Feststoffbooster bringen den meisten Startschub auf, während ein kleineres Triebwerk mit Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoff die Zentralstufe antreiben. Dazu mussten zwar viele neue Komponente, die etwa das Triebwerk der Erststufe oder die Feststoffbooster, neu entwickelt werden, während man andere, die das Triebwerk der Zweitstufe, schon von älteren Entwicklungen wie der <em>H-I</em> nutzte.</p>



<p>Doch von Anfang an zeigte sich, dass diese Rakete es nicht leicht haben würde. Vor allem das neue Haupttriebwerk war sehr teuer in der Entwicklung. Von den ungefähr 1,725 Mrd. € an Entwicklungskosten gingen alleine 600 Mio. € auf das Konto des neuen, sehr komplizierten Triebwerks. Auch sollte sie in etwa die Leistung der <em>Ariane 44LP</em>, dem damaligen Standartträger für Kommunikationssatelliten, erreichen, obwohl sie nur etwas mehr als die Hälfte als diese wiegen sollte. Dies und mehrere andere Faktoren machten von Anfang an die <em>H-II</em> sehr teuer und schon im Voraus wurde klar, dass sie keine Konkurrenz zur <em>Ariane 4</em> sein konnte.</p>



<p><strong>Technik</strong></p>



<p>Die <em>H-II</em> verfolgte ein ähnliches Konzept wie die <em>Ariane 5</em> oder das Space Shuttle. Man nutzte zwei schwere Feststoffbooster zum Start, eine kryogene Erststufe und eine kryogene Zweitstufe:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <strong>Booster</strong> waren die schwersten und schubstärksten Booster, die bis dahin in Japan gebaut wurden. Ein so genannter <em>SRB-EM</em>-Booster von <em>Nissan Heavy Industries</em> (der gleichen Firma, die auch die Raketen der <em>Lambda</em>&#8211; und <em>My</em>-Serie startete, bestand aus vier Segmenten, wie die <em>SRB</em>s des Space Shuttles. Insgesamt war ein Booster 23,36 m, hatte einen Durchmesser von 1,81 m und wog voll betankt 70,4 t. Ein Booster lieferte hierbei für 94 Sekunden einen Schub von 1.559 kN. Als Treibstoff nutze man den üblichen Festtreibstoff HTPB.</li><li>Zur Verstärkung gab es auch kleinere Booster, die so genannten <strong>SSB</strong>s. Diese waren eigentlich nichts anderes als Booster vom Typ <em>Castor IV AXL</em>, die in einer abgewandelten Version schon auf der <em>Delta</em> eingesetzt wurden. Ein <em>SSB</em> war dabei 9,50 m lang, hatte einen Durchmesser von 74 cm und wogen voll betankt 10,1 t. Jeder einzelne Boostermotor von <em>Nissan Heavy Industries</em> mit der Bezeichnung <em>SRB-735</em> erreichte dabei einen Schub von 607,2 kN bei einer Brenndauer von 31 Sekunden. Als Treibstoff nutze man den Festtreibstoff <em>HTPB</em>. Sie wurden aber nicht beim Start gezündet, sondern erst in dern Luft.</li><li>Die <strong>erste Stufe</strong> war wohl die komplizierteste Entwicklung für die <em>H-II</em>. Die Stufe wurde von <em>Mitsubishi Heavy Industries</em> gebaut. Sie war 34,30 m lang, hatte einen Durchmesser von 4,07 m und wog voll betankt 98,1 t. Das einzelne <em>Mitsubishi Heavy Industries LE-7</em>-Triebwerk lieferte einen Schub von 844 kN auf Meereshöhe und hatte eine Brenndauer von 349 Sekunden. Betrieben wurde es mit flüssigem Wasserstoff (<em>LH<sub>2</sub></em>) und flüssigem Sauerstoff (<em>LOX</em>), die wohl energiereichste Treibstoffkombination. Das <em>LE-7</em> war eines der kompliziertesten Triebwerke, die je entwickelt wurden. Es arbeitete nach dem Hauptstromverfahren, bei dem der Treibstoff, der zum Antrieb der Turbopumpe genutzt wird, wieder in die Brennkammer hinzu geführt wird, was den Brennkammerdruck und damit auch den Schub und die Effizienz steigert. Sonst wurde dieses Verfahren nur noch im <em>RS-25</em>-Triebwerk, auch als <em>SSME</em> bekannt, im Space Shuttle sowie im <em>RD-170</em> und seinen Untervarianten für die <em>Zenit</em>, der <em>Atlas V</em> oder der <em>Angara</em></li><li>Die <strong>Zweitstufe</strong> beruhte auf einem verbesserten Zweitstufentriebwerk der <em>H-I</em>. An sich war die von <em>Mitsubishi Heavy Industries</em> gebaute Stufe 11 m lang, hatte einen Durchmesser von 4,07 m und wog voll betankt 16,7 t. Das einzelne <em>LE-5A</em>-Triebwerk lieferte einen Schub von 121,9 kN bei einer Brenndauer von 510 Sekunden. Wie bei der Erststufe nutze man als Treibstoffe <em>LH<sub>2</sub></em> und <em>LOX</em>. Beim letzten Flug nutze man aber eine neu entwickelte Oberstufe, die man für die <em>H-IIA</em> vorsah. Ihre Beschreibung finden sie im dazugehörigen Artikel.</li></ul>



<p>Es gab folgende Kombinationen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die <strong>H-II</strong> war die Grundversion der Rakete. Sie besaß keine zusätzlichen Booster. Sie war die am meisten genutzte Version, wobei sie auch einen Fehlstart zu verzeichnen hatte.</li><li>Die <strong>H-II+</strong> besaß zusätzlich zwei <em>SSB</em>s zur Startunterstützung. Zwar war zunächst eine Version mit vier <em>SSB</em>s geplant, doch wurde sie nicht umgesetzt. Sie startete nur ein Mal.</li><li>Die <strong>H-IIS</strong> war eine <em>H-II</em> mit der Oberstufe der <em>H-IIA</em>. Sie sollte dazu genutzt werden, die neue Oberstufe zu testen, doch schlug der Start fehl.</li></ul>



<p><strong>Starts</strong></p>



<p>Die <em>H-II</em> startete zwischen 1994 und 1999 insgesamt sieben Mal, wobei es einen partiellen und einen totalen Fehlschlag gab. Am 21. Januar 1998 versage die zweite Stufe schon nach 44 Sekunden Brenndauer, wobei der Kommunikationssatellit <em>COMETS / Kakehashi</em> nicht seinen Orbit erreichen konnte. Und am 15. November 1999 versagte die erste Stufe, wodurch die Rakete nicht mal in den Weltraum kam. Bei diesem Start nutze man schon die neue Oberstufe der <em>H-IIA</em>, weswegen der Fehlschlag noch schmerzhafter war. Alle Starts fanden vom <em>Tanegashima Space Center</em> aus statt, genauer gesagt von dem neuen <em>Yoshinobu Launch Complex</em> in der <em>Osaki Range</em> des Weltraumbahnhofs. Diese wurde später auch von ihren Nachfolgern genutzt, nämlich der <em>H-IIA</em> und der <em>H-IIB</em>.</p>



<p><strong>Das Ende</strong></p>



<p>Die <em>H-II</em> war ein kommerzielles Desaster. Ein einziger Start kostete etwa 200 Mio. $, wohingegen man für einen Start mit der gleich starken <em>Ariane 44LP</em> nur etwa 90 Mio. $. Deswegen kam es nie dazu, dass ausländische Nutzlasten auf der <em>H-II</em> starteten. Sogar japanische Nutzlasten, die sonst immer auf japanischen Raketen starteten, wurden eher mit Raketen vom Typ <em>Ariane</em> und <em>Atlas</em> gestartet, was zeigte, dass selbst für die Japaner, die sonst sehr national gesinnt sind, die <em>H-II</em> zu teuer war. Ein Hauptgrund für die exorbitant hohen Preise war vor allem der komplizierte Konstruktion, was man bei den Nachfolgern verbessern wollte. Darüber hinaus konnte man nur in zwei kurzen Zeitfenstern von Tanegashima starten, da die Fischer, die in der Region fischen, dies durchgesetzt haben. Sie argumentieren damit, dass zum einem sie bei der Sperrung des Überflugkorridors dort nicht fischen könnten, was ihren Profit senken könnte, und zum anderen, dass die Fische vom Lärm des Starts gestört werden. Damit standen von vorn herein nur wenige Starts pro Jahr an. So bereitete das Scheitern der <em>H-II</em> den Weg für die heutigen Träger vom Typ <em>H-IIA</em> und <em>H-IIB</em>.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Bemannte Raumfahrt in Japan</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/bemannte-raumfahrt-in-japan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronauten]]></category>
		<category><![CDATA[H-II]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[JAXA]]></category>
		<category><![CDATA[JEM]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Besonders medienwirksam präsentiert sich auch in Japan die bemannte Raumfahrt. International hat sich die Bedeutung der bemannten Raumfahrt seit der erfolgreichen Mondlandung der Apollo Mission 1969 entscheidend verändert. Autor: Markus Rösken Das Bild vom Mensch im All hat sich als realisierbar aber letztendlich wenig sinnvoll erwiesen und brachte auch die bemannte Raumfahrt zur Frage nach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="besonders-medienwirksam-prasentiert-sich-auch-in-japan-die-bemannte-raumfahrt-international-hat-sich-die-bedeutung-der-bemannten-raumfahrt-seit-der-erfolgreichen-mondlandung-der-apollo-mission-1969-entscheidend-verandert--dbc7ceed-1aa9-46c2-a003-b09cead00762">Besonders medienwirksam präsentiert sich auch in Japan die bemannte Raumfahrt. International hat sich die Bedeutung der bemannten Raumfahrt seit der erfolgreichen Mondlandung der Apollo Mission 1969 entscheidend verändert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Markus Rösken</a></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large advgb-dyn-34b51db2"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jap_astronaut_gr.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jap_astronaut.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Astronaut Takao Doi auf der ersten EVA eines Japaners, an Bord von STS-87 im November 1997<br>(Bild: JAXA / NASA)</figcaption></figure>



<p>Das Bild vom Mensch im All hat sich als realisierbar aber letztendlich wenig sinnvoll erwiesen und brachte auch die bemannte Raumfahrt zur Frage nach einem praktikablen Wert. Nach dem propagandistischen Wettlauf der Reise zum Mond stand nun die Frage nach einer praktischen Nutzung dieser technologischen Fähigkeit im Zentrum. Die in den 60er und 70er Jahren aufgekommene Euphorie hinsichtlich bemannter Expeditionen der Menschheit zu fremden Welten und einer stetigen Kolonisation des Alls ist Science Fiction geblieben und die teuren Ausflüge der späten Apollo-Missionen wurden schnell aufgegeben. Stattdessen spezialisierte sich vor allem Russland auf Raumstationen wie Saljut und später die Mir, mit denen man Möglichkeiten und Grenzen des Menschen im All erforschte und so einen großen Beitrag zu heutigen Programmen wie der ISS lieferte. Auch die öffentliche Wahrnehmung hat sich stark verändert. Waren die Astronauten der Mercury-, Gemini- und Apolloreihe der 50er und 60er Jahre noch mediale Helden, so ist das heutige Bild des Raumfahrers beinahe vollständig hinter die Faszination der Technik getreten <a href="/bemannte-raumfahrt-in-japan/" data-wpel-link="internal">1</a>. Dennoch spielt der Mensch im All wieder eine wichtigere Rolle, da für ein Laienpublikum die bemannte Raumfahrt einen höheren Identifikationsgrad hat, als eine rein technische Erschließung des Weltalls.</p>



<p>Die Jaxa und ihre Vorläuferorganisationen hatten sich immer schwer getan mit der bemannten Raumfahrt und es dauerte trotz einer beeindruckenden Infrastruktur bis ins Jahr 1992, bis der erste japanische Astronaut als Mitglied einer wissenschaftlichen Mission ins All flog. Im Gegensatz zum sowjetischen und amerikanischen Raumfahrtprogramm der 50er und 60er Jahre, die direkt auf die bemannte Raumfahrt hinarbeiteten, waren die japanischen Vorstöße eher wissenschaftlicher Natur und weniger an propagandistischen als an wissenschaftlich-praktischen Zielen orientiert, wodurch die bemannte Raumfahrt ins Hintertreffen geriet. Zudem bestand vor allem bei der NASDA eine enge Zusammenarbeit mit der NASA, wodurch eine eigene, auf bemannte Raumfahrt ausgerichtete Trägerrakete nicht notwendig erschien, da die wenigen japanischen Astronauten Gelegenheit bekamen, an amerikanischen Flügen teilzunehmen. Tachikawa, der Direktor der JAXA, bemängelt das Fehlen eines eigenen bemannten Weltraumprogramms jedoch häufig. Die Jaxa fürchtet um ihren technischen Vorsprung, vor allem, da China am 15. Oktober 2003 mit Shenzhou 5 bereits aus eigener Kraft ein bemannter Raumflug gelang und weiterhin ehrgeizig an zukünftigen bemannten Programmen arbeitet wie beispielsweise eine geplante Extra Vehicular Activity (EVA) und sogar bereits laut über eine Mondstation nachdenkt.</p>



<p>Für die Jaxa gehört zu den wichtigsten Projekten der Gegenwart die Beteiligung an der International Space Station (ISS). Dazu gehören neben dem Japanese Experiment Module (JEM), das im Sommer 2008 gestartet werden soll, auch die Ausweitung der Raketenflotte, der Bau eines H-2 Transfer Vehicles (HTV) und der Einstieg in die bemannte Raumfahrt. Um am internationalen Standard vollkommen anknüpfen zu können, müssen auch die Trägerraketen modernisiert werden. Die nächste Generation der H-II-Familie ist die noch in der Entwicklung stehende H-II-B. Sie ist vor allem als Antwort auf die noch immer steigenden Anforderungen an die Nutzlastkapazität gedacht und im Prinzip eine größere und leistungsfähigere Version der H-II-A. Hauptsächliche technische Veränderungen zum Vorläufermodell sind eine Erweiterung des Durchmessers von 4 auf 5,2 Meter und die standardisierte Einbindung von vier statt wie bisher zwei Hilfsboostern, was die Nutzlastkapazität enorm erhöht. Im Vergleich zur H-II-A wird sie in der Lage sein, acht statt sechs Tonnen Nutzlast in einen geostationären Orbit zu transportieren und außerdem das eigens für die ISS konzipierte HTV mit einem Gesamtgewicht von mehr als 16 Tonnen zu transportieren. Weiterhin ist es durch die H-II-B möglich mehr als einen Satelliten gleichzeitig zu starten, was insgesamt die Startkosten senkt und zu einer höheren Flexibilität führt, da je nach Anforderung die H-II-A oder H-II-B genutzt werden kann. Gleichzeitig ist die H-II-B noch immer in der Lage die bisherige Startrampe auf Tanegashima zu nutzen, wodurch keine Erweiterung des Raumhafens <a href="https://global.jaxa.jp/projects/rockets/h2b/index.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">nötig wird</a>. Neben der erhöhten Tragkraft spielt die Rakete auch eine Rolle in den Bemühungen Japans um ein autonomes bemanntes Raumfahrtprogramm. Hier ist die Situation auch bei den Führungsmächten USA und Russland teilweise prekär. Die Space-Shuttle-Flotte hat durch die beiden Katastrophen des Challenger- und Columbiaunglücks von 1986 und 2003 schwere Rückschläge erlitten. Immer wieder mussten aus Sicherheitsgründen Starts verschoben oder gestrichen werden, wodurch sich der Bau der ISS verlangsamte und die Zeitpläne für „Gastmodule“, wie das japanische JEM und das europäische Columbus-Modul durcheinander gerieten.</p>



<p>Das JEM besteht aus vier unterschiedlichen Einrichtungen: Dem etwa 11 Meter langen Pressurized Module (PM), dem Experiment Logistic Module, einer Außenplattform Exposed Facility (EF) und dem Roboterarm Japanese Experiment Module Remote Manipulator System (JEMRMS). Aus wissenschaftlicher Sicht kommt das Modul zu spät, um noch einen großen Datengewinn daraus zu ziehen. Viele Experimente in der Schwerelosigkeit sind schon von Russland und den USA abgeschlossen worden und die alternde ISS bietet nun nur noch wenige innovative Forschungsmöglichkeiten an. Dennoch ist die Plattform als erstes bemanntes japanisches Modul wichtig für zukünftige Missionen, nur eben seiner Zeit bereits hinterher.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large advgb-dyn-fad3be3e"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mori_gr.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mori.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der japanische Astronaut Môri Mamoru auf einer Space Shuttle-Mission der Endeavour im September 1992<br>(Bild: JAXA / NASA)</figcaption></figure>



<p>Momentan besteht das Astronautencorps der Jaxa aus acht Personen, Môri Mamoru, Mukai Chiaki, Doi Takao, Wakata Kôichi, Noguchi Sôichi, Furukawa Satoshi, Hoshide Akihiko und Sumino Naoko, von denen fünf bereits im All waren und die anderen drei sich noch im Training befinden. Dies ist nicht viel im Gegensatz zu den Hunderten von amerikanischen und russischen Raumfahrern mit insgesamt vielen tausend Tagen Flugerfahrung. Allerdings ist die Idee der bemannten Raumfahrt in Japan bereits seit den 80er Jahren präsent. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten konkreten Pläne für ein externes Modul für eine Raumstation entwickelt, die heute beinahe genauso realisiert wurden, wie man sich das damals vorgestellt hatte. Heute ist es schwer zu sagen, wie sich die japanische Raumfahrt in den nächsten Jahren entwickeln wird, und ob es zu eigenen bemannten Raumschiffen kommen wird oder nicht. Von Seiten der Jaxa sind solche Ambitionen vorhanden, und mit dem Bau der H-II-B auch bereits eingeleitet, doch politisch lassen sich die Pläne nur schwer in ein vollständiges Programm nach Maßstäben der Supermächte umsetzten. Die bemannte Raumfahrt wäre ein neues, kostspieliges Unterfangen, das sich nur schwer vertreten lässt. In einer Pressemitteilung zur Gründung der Jaxa heißt es:</p>



<p>&#8222;<em>When we established JAXA, supporters of a domestic manned space transportation establishment were unfortunately not able to convince JAXA to pursue that field of development. It was obvious that emotional reasoning, such as, &#8222;It is historically inevitable to make a human space flight,&#8220; or, &#8222;Japan can not be left behind China, who is planning a manned space flight,&#8220; was not persuasive enough to justify spending such an enormous amount of our budget.</em>&#8222;</p>



<p>Momentan lässt sich noch kein echter Wandel in dieser Politik feststellen, obwohl China seine Pläne eines bemannten Flugs bereits in die Tat umgesetzt hat. Japanische Astronauten schließen sich ausschließlich den amerikanischen Ausbildungsprogrammen an und müssen jahrelang auf eine Flugchance warten. Allerdings ist der „halbe Weg“, ein eigenes Astronautencorps zu besitzen, dafür aber keine geeigneten Trägerraketen bereitzustellen, für die Jaxa immer noch besser als überhaupt nichts in dieser Richtung zu unternehmen, da somit zumindest auf ein Minimum an Erfahrung zurückgegriffen werden kann.</p>



<p>Was die Beteiligung an der ISS angeht, so spielt Japan, genau wie Europa, eine eher untergeordnete Rolle. Der Start der Module hat sich durch Schwierigkeiten seitens der in die Jahre gekommenen Space Shuttles der Nasa um Jahre verzögert. Der erste von drei Starts des JEM Moduls ist allerdings erst für das Jahr 2008 geplant.</p>



<p><strong>Literatur</strong><br>[1] Vergleiche dazu Klerkx, 2004: S.5: „Here was a boy who had the makings of an astronaut, who clearly loved space. In my mind here was nothing to keep him from blasting straight from the first grade to the dazzling horizon of my own youthful aspirations. High on the possibilities I envisioned for him, I asked him what he wanted to do when he grew up. “Maybe computers” was his reply. Dismayed, I asked him about being an astronaut. He pursed his lips and shook his head. Unlike me at the age of six, he had a very clear concept of what astronauts do these days: “They fly up in the shuttle and fix stuff.”.”</p>



<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/die-neue-japanische-raumfahrtagentur-jaxa/" data-wpel-link="internal">Die neue japanische Raumfahrtagentur JAXA</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/interview-mit-dem-jaxa-chef/" data-wpel-link="internal">Interview mit dem JAXA-Chef</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://global.jaxa.jp/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">JAXA (engl.)</a></li></ul>
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