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	<title>Heliosphäre &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Switchback: Magnetfeldumkehr in der Sonnenkorona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2022 10:37:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Raumsonde Solar Orbiter hat einen solaren Switchback in der Sonnenkorona beobachtet. Eine neue Studie gibt nun Hinweise auf seine Entstehung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. September 2022. 12. September 2022 &#8211; Während des bisher engsten Vorbeiflugs der ESA-Raumsonde Solar Orbiter an der Sonne im Frühjahr dieses Jahres wurde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Raumsonde Solar Orbiter hat einen solaren Switchback in der Sonnenkorona beobachtet. Eine neue Studie gibt nun Hinweise auf seine Entstehung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. September 2022.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps1209202ESANASASolOEUIMetisTeamsDTellonietal2022.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))" data-rl_caption="" title="Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps1209202ESANASASolOEUIMetisTeamsDTellonietal202260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">12. September 2022 &#8211; Während des bisher engsten Vorbeiflugs der ESA-Raumsonde Solar Orbiter an der Sonne im Frühjahr dieses Jahres wurde der Koronograph Metis Zeuge eines kuriosen Schauspiels in der Korona: einer S-förmigen, einige hunderttausend Kilometer großen Plasmastruktur, die sich mit hoher Geschwindigkeit von der Sonne wegbewegt. Eine Forschergruppe, zu denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen zählen, halten dies für die Aufnahme eines so genannten „Switchbacks“. Das Phänomen ist seit Jahrzehnten aus Sonnenwindmessungen bekannt, wo es sich als kurzzeitige Umkehr des Magnetfeldes zeigt. Die Messdaten von Solar Orbiter und neue Modellrechnungen ermöglichen es nun erstmals, dem Ursprung des Phänomens bis hinunter in die untere Korona nachzuspüren. Wie das Team heute in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal Letters“ berichtet, lösen dort Umstrukturierungen im solaren Magnetfeld die Switchbacks aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Magnetfeld der Sonne macht sich nicht nur in ihrer unmittelbaren Umgebung bemerkbar. Der Sonnenwind, der stetige Strom geladener Teilchen von der Sonne, trägt es weit in den Weltraum hinaus und erzeugt so die Heliosphäre, den magnetischen Einflussbereich der Sonne. Plötzliche, lokal auftretende Umkehrungen des Magnetfeldes sind dabei offenbar keine Seltenheit. In großer Nähe zur Sonne ist das Phänomen der NASA-Raumsonde Parker Solar Probe in den vergangenen Jahren häufig begegnet. Auch die deutsch-amerikanischen Zwillingssonden Helios I und II sowie die NASA-Sonde Ulysses fingen in den 70er und 90er Jahren in deutlich größerem Abstand zur Sonne vereinzelt entsprechende Messdaten ein. Die so gennannten Switchbacks dauern höchstens einige Stunden an, haben eine S-förmige Gestalt und gehen oftmals mit Beschleunigungen des Sonnenwindes einher. Ihr Ursprung blieb jedoch bisher weitestgehend unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Messungen von Solar Orbiter, die heute veröffentlicht werden, bringen neue Erkenntnisse – auch weil sich die Beobachtungen der ESA-Sonde fundamental von denen ihrer sonnenforschenden Vorgänger unterscheiden. Bei den bisherigen Begegnungen mit Switchbacks handelte es sich um in situ-Messungen: Die Raumsonden durchflogen den Sonnenwind und zeichneten die Stärke und Richtung des Magnetfeldes am eigenen Standort auf. Solar Orbiter hingegen ist auch mit Teleskopen und Kameras ausgerüstet und kann so das Phänomen in seiner Gesamtheit abbilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Langgestreckte, gebogene Plasmastruktur</strong><br>Dies gelang dem Solar Orbiter-Koronograph Metis am 25. März dieses Jahres, einen Tag bevor die Raumsonde ihren bisher sonnennächsten Punkt erreichte. Weniger als 48 Millionen Kilometer trennten Solar Orbiter zu diesem Zeitpunkt von der Sonne. Der Koronograph deckt die helle Sonnenscheibe sowie die innere Atmosphäre der Sonne ab und macht so Vorgänge in der deutlich lichtschwächeren äußeren Atmosphäre sichtbar. Am MPS wurden die Kameras des Instrumentes entwickelt und gebaut.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps12092022Zanketal2020.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))" data-rl_caption="" title="Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps12092022Zanketal202060.jpg" alt=""/></a><figcaption>Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den jetzt veröffentlichten Aufnahmen ist eine langestreckte, S-förmig gebogene Plasmastruktur zu erkennen, die zunächst in einer Höhe von 2,6 Sonnenradien oberhalb der Sonnenoberfläche auftritt. Mit einer Geschwindigkeit von mindestens 290.000 Kilometern pro Stunde bewegt sie sich radial von der Sonne weg, wobei sich ein kleiner Teil der Struktur in entgegengesetzter Richtung auszubreiten scheint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die große Stärke von Solar Orbiter ist, dass die Raumsonde mit Instrumenten ausgerüstet ist, die gleichzeitig in unterschiedliche Schichten der Sonne schauen können“, erklärt Dr. Luca Teriaca vom MPS, Co-Principal Investigator von Metis und Ko-Autor der aktuellen Studie. „So konnten wir den Switchback erstmals bis zu seinem Ursprung verfolgen“, fügt er hinzu. Denn auch der Extreme Ultraviolet-Imager (EUI) von Solar Orbiter war am 25. März eingeschaltet. Das Instrument, zu dem das MPS eines von drei Teleskopen beigesteuert hat, fängt die extrem kurzwellige ultraviolette Strahlung aus der inneren Korona ein. Sein Sichtfeld liegt somit deutlich näher an der Oberfläche der Sonne als das von Metis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EUI-Aufnahmen vom 25. März zeigen unterhalb des Switchbacks ein wahres Feuerwerk heller Plasmabögen, die sich von der Sonnenoberfläche bis in die innere Korona erstrecken. Wie auch hier treten solche koronalen Bögen häufig in Zusammenhang mit aktiven Regionen, Gebieten starker Magnetfeldstärke an der Oberfläche der Sonne, auf. Das Plasma strömt dort entlang der gebogenen, geschlossenen Feldlinien des Sonnenmagnetfeldes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Umbauarbeiten im Magnetfeld</strong><br>Um zu verstehen, wie die Beobachtungen von EUI und Metis zusammenpassen, hat das Team umfangreiche magnetohydrodynamische Modellrechnungen durchgeführt. Auf diese Weise konnten die Forscherinnen und Forscher sowohl die Architektur des solaren Magnetfeldes zum Zeitpunkt des Switchbacks berechnen, als auch die Entwicklung und Ausbreitung der kuriosen Struktur selbst nachvollziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Berechnungen deuten darauf hin, dass sich Switchbacks dort bilden, wo sich das Magnetfeld oberhalb einer aktiven Region neu formiert“, so MPS-Wissenschaftlerin und Ko-Autorin Dr. Regina Aznar Cuadrado. In direkter Nachbarschaft zu den geschlossenen Magnetfeldlinien fand das Team offene Feldlinien, die weit ins All reichen. Dort, wo beide Arten von Magnetfeldlinien interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um; die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung im Plasma freigesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Switchbacks gehen oftmals mit einem lokalen Anstieg der Sonnenwindgeschwindigkeit einher“, ordnet MPS-Wissenschaftler und Ko-Autor Prof. Dr. Hardi Peter die neuen Ergebnisse ein. „Die aktuelle Studie kann deshalb möglicherweise helfen zu verstehen, wie der Sonnenwind ins All beschleunigt wird“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von der Korona bis in die Heliosphäre</strong><br>Das Team hofft nun darauf, das Solar Orbiter in den kommenden Monaten Zeuge weiterer Switchbacks wird. Im Idealfall breitet sich die Plasmastörung dann in Richtung der Raumsonde aus und erreicht sie schließlich. Auf diese Weise könnten nicht nur Solar Orbiter’s Teleskope, sondern auch die in situ-Instrumente Messdaten einfangen – und das Phänomen erstmals von seinem Entstehungsort bis in die Heliosphäre nachverfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Daniele Telloni et al.: Observation of magnetic Switchback in the Solar Corona, The Astrophysical Journal Letters, Vol. 936, Nr. 2, dx.doi.org/10.3847/2041-8213/ac8104,<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104</a>,<br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104/pdf</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg537829#msg537829" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<item>
		<title>ESA: Die Sonne, wie Sie sie noch nie gesehen haben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/__trashed-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 14:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Starke Eruptionen, atemberaubende Ausblicke auf die Pole der Sonne und ein kurioser Solarer Igel gehören zu den spektakulären Bildern, Filmen und Daten, die Solar Orbiter von seiner ersten Annäherung an die Sonne geliefert hat. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA 18. Mai 2022. 18. Mai 2022 &#8211; Obwohl die Analyse des neuen Datensatzes [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Starke Eruptionen, atemberaubende Ausblicke auf die Pole der Sonne und ein kurioser Solarer Igel gehören zu den spektakulären Bildern, Filmen und Daten, die Solar Orbiter von seiner ersten Annäherung an die Sonne geliefert hat. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA 18. Mai 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">18. Mai 2022 &#8211; Obwohl die Analyse des neuen Datensatzes gerade erst begonnen hat, ist bereits jetzt klar, dass die von der ESA geleitete Mission die außergewöhnlichsten Einblicke in das magnetische Verhalten der Sonne liefert und auf die Art und Weise, wie die Sonne das Weltraumwetter beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Annäherung von Solar Orbiter an die Sonne, das sogenannte Perihel, fand am 26. März 2022 statt. Die Sonde befand sich innerhalb der Umlaufbahn des Merkurs, etwa ein Drittel so weit von der Sonne entfernt wie die Erde, und ihr Hitzeschild erreichte etwa 500 °C. Diese Hitze wurde jedoch mit einer innovativen Technologie abgeleitet, um die Sicherheit und den Betrieb des Raumfahrzeugs zu gewährleisten.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205044ARENESANASASolarOrbiterEUITeam.mp4"></video><figcaption><em>Die Sonne im Perihelion. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI Team)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Solar Orbiter ist mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, von denen neun von den ESA-Mitgliedstaaten und eines von der NASA geleitet werden. Bei einigen handelt es sich um Fernerkundungsinstrumente, wie Kameras, die die Sonne beobachten, während andere Instrumente die Bedingungen in der Umgebung der Raumsonde überwachen und es den Wissenschaftlern ermöglichen, den Zusammenhang zwischen dem, was sie auf der Sonne sehen, und dem, was Solar Orbiter an seinem Standort im Sonnenwind in Millionen von Kilometern Entfernung „fühlt“, herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher die Raumsonde der Sonne kommt, desto feinere Details können die Fernerkundungsinstrumente erkennen. Und wie es der Zufall will, hat die Sonde mehrere Sonneneruptionen und sogar einen auf die Erde gerichteten koronalen Massenauswurf aufgenommen und damit einen Vorgeschmack auf die Weltraumwettervorhersage in Echtzeit gegeben &#8211; ein Unterfangen, das angesichts der Bedrohung, die das Weltraumwetter für Technologie und Astronauten darstellt, immer wichtiger wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Solare Igel stellt sich vor</strong><br>&#8222;Die Bilder sind wirklich atemberaubend”, sagt David Berghmans vom Königlichen Observatorium von Belgien und leitender Forscher des EUI-Instruments (Extreme Ultraviolet Imager), das hochauflösende Bilder der unteren Schichten der Sonnenatmosphäre, der sogenannten Sonnenkorona, aufnimmt. In dieser Region findet der Großteil der Sonnenaktivität statt, die das Weltraumwetter bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabe des EUI-Teams besteht nun darin, zu verstehen, was sie sehen. Dies ist keine leichte Aufgabe, da Solar Orbiter so viel Aktivität auf der Sonne im kleinen Maßstab aufdeckt. Wenn die Wissenschaftler*innen ein Merkmal oder ein Ereignis entdeckt haben, das sie nicht auf Anhieb erkennen können, müssen sie frühere Sonnenbeobachtungen anderer Weltraummissionen durchforsten, um herauszufinden, ob etwas Ähnliches schon einmal gesehen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Selbst wenn Solar Obiter morgen aufhören würde, Daten zu erfassen, wäre ich noch jahrelang damit beschäftigt, all diese Dinge herauszufinden”, sagt David Berghmans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonders auffälliges Merkmal wurde während dieses Periheliums beobachtet. Bis jetzt hat er den Spitznamen „Hedgehog (Igel)“ erhalten. Er erstreckt sich 25.000 Kilometer quer über die Sonne und hat eine Vielzahl von Spitzen aus heißem und kälterem Gas, die sich in alle Richtungen erstrecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Punkte verbinden</strong><br>Das wichtigste wissenschaftliche Ziel von Solar Orbiter ist die Erforschung der Verbindung zwischen der Sonne und der Heliosphäre. Die Heliosphäre ist die große „Blase” des Weltraums, die sich über die Planeten unseres Sonnensystems hinaus erstreckt. Sie ist mit elektrisch geladenen Teilchen gefüllt, von denen die meisten von der Sonne ausgestoßen wurden und den Sonnenwind bilden. Es sind die Bewegungen dieser Teilchen und die damit verbundenen solaren Magnetfelder, die das Weltraumwetter erzeugen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JoiningdotsofenergparticleeventESANASASolarOrbiterEPDEUIRPWTIXTeams2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JoiningdotsofenergparticleeventESANASASolarOrbiterEPDEUIRPWTIXTeams60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Punkte eines energetischen Teilchenereignisses zusammenfügen &#8211; Infografik. (Grafik: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EPD, EUI, RPW &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Auswirkungen der Sonne auf die Heliosphäre zu erfassen, müssen die Ergebnisse der In-situ-Instrumente, die die Partikel und Magnetfelder aufzeichnen, die über die Raumsonde hinwegfliegen, zu den Ereignissen auf oder nahe der sichtbaren Oberfläche der Sonne zurückverfolgt werden, die von den Fernerkundungsinstrumenten erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine leichte Aufgabe, da die magnetische Umgebung der Sonne sehr komplex ist, aber je näher die Raumsonde an die Sonne herankommt, desto weniger kompliziert ist es, die Teilchenereignisse entlang der „Autobahnen” der Magnetfeldlinien zur Sonne zurückzuverfolgen. Das erste Perihel war ein wichtiger Test dafür, und die bisherigen Ergebnisse sehen sehr vielversprechend aus.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarflarefromthelimbESANASASolarOrbiterEUISTIXTeams.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarflarefromthelimbESANASASolarOrbiterEUISTIXTeams260.gif" alt=""/></a><figcaption>Sonneneruption. (Bilder: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. März 2022, einige Tage vor dem Perihel, fegte eine Wolke energetischer Teilchen über die Raumsonde hinweg. Es wurde mit dem Energetic Particle Detector (EPD, Energetischer Partikeldetektor) nachgewiesen. Es ist bezeichnend, dass die energiereichsten von ihnen zuerst ankamen, gefolgt von denen mit immer niedrigeren Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das deutet darauf hin, dass die Partikel nicht in der Nähe der Raumsonde erzeugt werden”, sagt Javier Rodríguez-Pacheco von der Universität Alcalá, Spanien, und Leiter des EPD. Stattdessen wurden sie in der Sonnenatmosphäre, näher an der Sonnenoberfläche, erzeugt. Bei der Durchquerung des Raums zogen die schnelleren Teilchen den Langsameren voraus, wie Läufer bei einem Sprint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag sah das Radio and Plasma Waves (RPW)-Experiment sie kommen, indem es die starke charakteristische Schwingung von Radiofrequenzen auffing, die erzeugt wird, wenn beschleunigte Teilchen &#8211; meist Elektronen &#8211; entlang der Magnetfeldlinien der Sonne nach außen wandern. RPW entdeckte dann Schwingungen, die als Langmuir-Wellen bekannt sind. „Sie sind ein Zeichen dafür, dass die energiereichen Elektronen bei der Raumsonde angekommen sind”, sagt Milan Maksimovic, LESIA, Observatoire de Paris, Frankreich und RPW PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den Fernerkundungsinstrumenten sahen sowohl EUI als auch das Röntgenspektrometer/Teleskop (STIX) Ereignisse auf der Sonne, die für die Freisetzung der Teilchen verantwortlich gewesen sein könnten. Während die Teilchen, die nach außen in den Weltraum strömen, diejenigen sind, die EPD und RPW entdeckt haben, ist es wichtig, daran zu denken, dass andere Teilchen von dem Ereignis nach unten wandern und auf die unteren Schichten der Sonnenatmosphäre treffen können. Hier kommt STIX ins Spiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während das EUI-Instrument das ultraviolette Licht sieht, das am Ort des Flares in der Sonnenatmosphäre freigesetzt wird, sieht STIX die Röntgenstrahlung, die entsteht, wenn die durch den Flare beschleunigten Elektronen mit den Atomkernen in den unteren Schichten der Sonnenatmosphäre wechselwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie genau diese Beobachtungen zusammenhängen, müssen die Teams nun untersuchen. Die Zusammensetzung der vom EPD entdeckten Teilchen deutet darauf hin, dass sie wahrscheinlich eher durch einen koronalen Schock als durch eine impulsive Eruption beschleunigt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es könnte sein, dass sie mehrere Beschleunigungsstellen haben”, sagt Samuel Krucker, FHNW, Schweiz, und leitender Wissenschaftler für STIX.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Solarflare2MarchESANASASolarOrbiterEUISTIXTeamssm.gif" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Solarflare2MarchESANASASolarOrbiterEUISTIXTeamssm260.gif" alt=""/></a><figcaption>Sonneneruption am 2. März 2022. (Bilder: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass das Magnetometer-Instrument (MAG) zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Werte anzeigte. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich. Die anfängliche Eruption von Teilchen, die als koronaler Massenauswurf (CME) bekannt ist, trägt ein starkes Magnetfeld, das MAG leicht registrieren kann, aber energetische Teilchen aus dem Ereignis reisen viel schneller als der CME und können schnell große Volumina des Raums füllen und daher von Solar Orbiter entdeckt werden. „Aber wenn der CME die Raumsonde verfehlt, wird MAG keine Signatur sehen”, sagt Tim Horbury, Imperial College, UK, und MAG PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Magnetfeld betrifft, so beginnt alles an der sichtbaren Oberfläche der Sonne, der so genannten Photosphäre. An dieser Stelle bricht das intern erzeugte Magnetfeld in den Raum aus. Um zu wissen, wie das aussieht, trägt Solar Orbiter das Instrument Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI). So kann man die magnetische Nord- und Südpolarität der Photosphäre sowie die Wellen auf der Sonnenoberfläche erkennen, die von seismischen Wellen verursacht werden, die sich durch das Innere der Sonne bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir liefern die Magnetfeldmessungen an der Oberfläche der Sonne. Dieses Feld dehnt sich dann aus, geht in die Korona über und treibt im Grunde all das Funkeln und die Aktivitäten an, die man dort oben sieht”, sagt Sami Solanki vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, Deutschland, und der PI des PHI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Instrument, das Spectral Imaging of the Coronal Environment (SPICE), zeichnet die Zusammensetzung der Korona auf. Diese „Häufigkeitskarten” können mit den Inhalten des Sonnenwindes verglichen werden, die das Instrument Solar Wind Analyser (SWA) ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Damit können wir die Entwicklung der Zusammensetzung des Sonnenwindes von der Sonne bis zur Raumsonde verfolgen, was uns Aufschluss über die Mechanismen gibt, die für die Beschleunigung des Sonnenwindes verantwortlich sind”, sagt Frédéric Auchère, Leiter von SPICE, Institut d&#8217;Astrophysique Spatiale, Frankreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorhersage des Weltraumwetters</strong><br>Durch die Kombination der Daten aller Instrumente wird das Wissenschaftsteam in der Lage sein, die Geschichte der Sonnenaktivität von der Oberfläche der Sonne bis hin zum Solar Orbiter und darüber hinaus zu erzählen. Und genau dieses Wissen wird den Weg für ein zukünftiges System ebnen, das die Weltraumwetterbedingungen auf der Erde in Echtzeit vorhersagen kann. Im Vorfeld des Perihels bekam Solar Orbiter sogar einen Vorgeschmack darauf, wie ein solches System funktionieren könnte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TrackingspaceweatherESAetal2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TrackingspaceweatherESAetal60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Weltraumwetter verfolgen &#8211; Infografik. (Grafik:<br>Central Sun image: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI team; corona imagery: SOHO (ESA &amp; NASA); Solar Orbiter data: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/MAG &amp; SWA Teams; Wind data: NASA/GSFC/Wind Aurora: J Bant Sexson IV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Raumschiff flog stromaufwärts zur Erde. Diese einzigartige Perspektive bedeutete, dass sie die Bedingungen des Sonnenwindes beobachtete, der einige Stunden später auf die Erde treffen würde. Da die Sonde in direktem Kontakt mit der Erde stand und ihre Signale mit Lichtgeschwindigkeit übertragen wurden, trafen die Daten innerhalb weniger Minuten auf dem Boden ein und konnten analysiert werden. Wie es der Zufall wollte, wurden zu dieser Zeit mehrere CMEs entdeckt, von denen einige direkt auf die Erde zuflogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. März 2022 fegte ein CME über die Raumsonde hinweg. Anhand der Daten von MAG konnte das Team vorhersagen, wann er die Erde treffen würde. Die Ankündigung dieser Nachricht in den sozialen Medien ermöglichte es den Himmelsbeobachtern, sich auf das Polarlicht vorzubereiten, das etwa 18 Stunden später zur vorhergesagten Zeit eintraf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erfahrung gab Solar Orbiter einen Vorgeschmack darauf, wie es ist, das Weltraumwetter auf der Erde in Echtzeit vorherzusagen. Ein solches Vorhaben wird immer wichtiger, da das Weltraumwetter eine Gefahr für die Technologie, Astronautinnen und Astronauten darstellt.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205053ARENESANASASolarOrbiterEUIMetisandSoloHITeams.mp4"></video><figcaption><em>Fantastische Sonnenenergie. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI, Metis and SoloHI Teams)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA plant derzeit eine Mission mit dem Namen ESA Vigil, die auf einer Seite der Sonne stationiert sein wird und den Bereich des Weltraums bis zur Erde beobachten soll. Ihre Aufgabe wird es sein, CMEs abzubilden, die durch diese Region reisen, insbesondere solche, die auf unseren Planeten zusteuern. Während des Periheliums wurde Solar Orbiter so positioniert, dass seine Instrumente Metis und SoloHI genau diese Art von Bildern und Daten liefern konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Metis nimmt Bilder der Korona von 1,7–3 Sonnenradien auf. Indem er die helle Sonnenscheibe ausblendet, sieht er die schwächere Korona. „Es liefert dieselben Details wie die bodengestützte Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis, aber anstelle von ein paar Minuten kann Metis kontinuierlich beobachten”, sagt Marco Romoli von der Universität Florenz, Italien, und PI für Metis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SoloHI zeichnet Bilder des Sonnenlichts auf, das von den Elektronen im Sonnenwind gestreut wird. Eine bestimmte Eruption am 31. März schaffte es in die X-Klasse, die energiereichsten bekannten Sonneneruptionen. Die Daten sind noch nicht ausgewertet worden, da ein Großteil der Daten noch auf der Sonde verbleibt und heruntergeladen werden muss. Jetzt, da Solar Orbiter weiter von der Erde entfernt ist, hat sich die Datenübertragungsrate verlangsamt, und die Forscher müssen sich gedulden – aber sie sind mehr als bereit, mit ihrer Analyse zu beginnen, wenn die Daten ankommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind immer an den großen Ereignissen interessiert, weil sie die stärksten Reaktionen und die interessanteste Physik hervorrufen, weil man die Extreme betrachtet”, sagt Robin Colaninno, U.S. Naval Research Laboratory, Washington DC, und SoloHI PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kürze</strong><br>Es besteht kein Zweifel daran, dass die Instrumententeams nun eine Menge Arbeit vor sich haben. Das Perihel war ein großer Erfolg und hat eine große Menge an außergewöhnlichen Daten hervorgebracht. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Schon jetzt rast die Sonde durch den Weltraum, um sich für ihren nächsten – etwas näheren – Perihelvorbeiflug am 13. Oktober 2022 in der 0,29-fachen Entfernung Erde-Sonne aufzustellen. Davor, am 4. September 2022, wird er seinen dritten Vorbeiflug an der Venus machen.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205047ARENESANASASolarOrbiterEUITeam.mp4"></video><figcaption><em>Zur Sonne und zurück. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI Team)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Solar Orbiter hat bereits die ersten Bilder von den weitgehend unerforschten Polarregionen der Sonne aufgenommen, aber es wird noch viel mehr kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Februar 2025 wird Solar Orbiter zum vierten Mal der Venus begegnen. Dadurch erhöht sich die Neigung der Umlaufbahn der Sonde auf etwa 17 Grad. Mit dem fünften Venusvorbeiflug am 24. Dezember 2026 wird sich dieser Winkel noch weiter auf 24 Grad erhöhen, was den Beginn der „High-Latitude“-Mission markieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Phase wird Solar Orbiter die Polarregionen der Sonne so direkt wie nie zuvor sehen. Solche Sichtlinienbeobachtungen sind der Schlüssel zur Entschlüsselung der komplexen magnetischen Umgebung an den Polen, die wiederum das Geheimnis des 11-Jahres-Zyklus der zunehmenden und abnehmenden Aktivität der Sonne bergen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von der Qualität der Daten unseres ersten Perihels begeistert”, sagt Daniel Müller, ESA-Projektwissenschaftler für Solar Orbiter, „Es ist kaum zu glauben, dass dies erst der Anfang der Mission ist. Wir werden in der Tat sehr beschäftigt sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Solar Orbiter</strong><br>Solar Orbiter ist eine Weltraummission in internationaler Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Perihelien fanden am 15. Juni 2020 (0,52 AE), 10. Februar 2021 (0,49 AE) und 12. September 2021 (0,59 AE) statt. Das Perihel vom 26. März 2022 bei 0,32 AE gilt als das erste einer Reihe von nahen Perihelien. Der nächste, am 13. Oktober 2022, wird bei 0,29 AE liegen. Es gibt 2–3 Perihelien pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg532493#msg532493" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>IBEX: An der Grenze menschgemachter Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ibex-an-der-grenze-menschgemachter-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Heliosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[IBEX]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Start der NASA-Mission IBEX markiert ein neues Kapitel in der Erforschung der Grenze unseres Sonnensystems. Die Sonde wird eine Region untersuchen, über die wir bisher nur sehr wenig wissen. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: NASA. Am 16. Dezember 2004 dringt die 27 Jahre zuvor gestartete Raumsonde Voyager 1 in die Randbereiche der Heliosphäre [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Start der NASA-Mission IBEX markiert ein neues Kapitel in der Erforschung der Grenze unseres Sonnensystems. Die Sonde wird eine Region untersuchen, über die wir bisher nur sehr wenig wissen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ibex_01_gr.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung der etwa Busreifen-großen IBEX-Sonde (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung der etwa Busreifen-großen IBEX-Sonde (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ibex_01.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung der etwa Busreifen-großen IBEX-Sonde<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Dezember 2004 <a href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-ein-kosmischer-grenzgaenger/" data-wpel-link="internal">dringt</a> die 27 Jahre zuvor gestartete Raumsonde <em>Voyager 1</em> in die Randbereiche der Heliosphäre vor. Trotz weiterer Daten der Schwestersonde <em>Voyager 2</em>, welche die selbe Schwelle im August 2007 überquert, fehlt der Wissenschaft weiter das große Bild der Grenzregion unseres Sonnensystems. Denn wie die Schockwelle zwischen Sonnenwind und interstellarem Teilchenstrom wirklich aussieht und welchen zeitlichen Schwankungen sie unterworfen ist, ist völlig ungeklärt. Der <em>Interstellar Boundary Explorer</em> (IBEX) der NASA soll das ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonne schleudert ständig einen dichten Strom geladener Teilchen ins Planetensystem, der jedoch nur wenig mit irdischen Orkanen gemein hat. In jeder Sekunde verliert unser Stern rund eine Million Tonnen Masse, die als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwind" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sonnenwind</a> mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 400 Kilometern pro Sekunde in das Sonnensystem vordringen. Diese erzeugen eine Blase aus solarer Materie mit einer scharfen Bugwelle und einem längeren Schweif, die wir als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heliosph%C3%A4re" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Heliosphäre</a> bezeichnen. In wachsendem Abstand zur Sonne nimmt ihre Dichte immer weiter ab, bis der Teilchenstrom schließlich beginnt, mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Interstellare_Materie" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">interstellaren Materie</a> zu interagieren: Auf seiner Bahn um das Zentrum der Milchstraße bewegt sich das Sonnensystem durch einen Teil des interstellaren Raums, der aus einem dünnen Materiegemisch besteht. Hier tummeln sich Staub, Überreste von Supernovae, Teilchen aus dem Wind anderer Sterne und Atome, die direkt nach dem Urknall entstanden. Am Rande der Heliosphäre werden zuerst die Sonnenwindteilchen abgebremst und erreichen am <em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Termination_Shock" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Termination Shock</a></em> Unterschallgeschwindigkeit, was zu einem Aufheizen und veränderten Magnetfeldern führt. In der Heliopause kommen beide Teilchenströme zum Stillstand. Auf der anderen Seite beginnt der beeinflusste Bereich des interstellaren Mediums mit dem Bow Shock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die <em>Voyager</em>-Sonden mehrere Punkte des <em>Termination Shock</em> erkunden konnten, reicht ihr Instrumentarium nicht für großräumigere Untersuchungen dieser Region aus. <em>Voyager 2</em> passierte die Schwelle innerhalb von mehreren Tagen gleich fünfmal und in einem Abstand von rund 84 Astronomischen Einheiten (AE), während <em>Voyager 1</em> bei der Passage der Grenze noch 94 AE von der Sonne entfernt war. Das heißt, dass die Grenzregion des Sonnensystems starken <a href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-erwartet-schockwelle/" data-wpel-link="internal">Schwankungen</a> unterliegt, die vermutlich mit den Aktivitätszyklen der Sonne zusammenhängen und nicht nur im Jahres-, sondern auch im Tagesrhythmus variieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ibex_03.jpg" alt=""/><figcaption>Die Voyager-Sonden konnten knapp mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrem Start den Übertritt des <em>Termination Shock</em> zur Erde melden.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">IBEX ist die erste Mission, die eine globale Karte der Grenze unseres Sonnensystems erstellen soll. Die unbetankt nur 107 Kilogramm schwere Sonde wurde am 19. Oktober von Bord eines Frachtflugzeugs aus rund 12 Kilometern Höhe mit einer Pegasus XL-Trägerrakete gestartet. Die auch im Budget leichtgewichtige 165 Millionen US-Dollar-Mission gehört zum <em>Small Explorer</em>-Programm der NASA und soll Vorkommen und Dichte neutral geladener Atome in der Grenzregion aufzeichnen. Die Messungen werden während der zwei Jahre dauernden Mission zu einer Karte des <em>Termination Shock</em> zusammengeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Erdorbit lässt sich die Grenze der Heliosphäre nur mit Hilfe von <em><a href="http://astronauticsnow.com/ENA/index.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">energetic neutral atoms</a></em> (ENAs) nachvollziehen. Treffen energetische geladene Teilchen des Sonnenwindes mit den neutralen interstellaren Atomen zusammen, kommt es zu einem Ladungsaustausch. Das nun neutrale Teilchen verlässt daraufhin als ENA den Ort des Geschehens auf einer gerade Flugbahn, da es anders als Ionen nicht mehr durch äußere Magnetfelder beeinflusst werden kann. Misst man nun Masse und Energie der ENAs aus einer definierten Richtung, sind direkte Rückschlüsse auf die Interaktionen in ihrem Entstehungsgebiet möglich.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ibex_02.jpg" alt=""/><figcaption>Die Voyager-Sonden konnten knapp mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrem Start den Übertritt des <em>Termination Shock</em> zur Erde melden.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fliegengewicht IBEX kann seine wissenschaftliche Aufgabe mit nur zwei Instrumenten erfüllen. <em>IBEX-Hi</em> und <em>IBEX-Lo</em> sollen die neutralen Atome aufnehmen, diese zur besseren Bestimmung ionisieren und schließlich in festgelegten Energiebereichen identifizieren und zählen. Ein Kollimator wird das Sichtfeld der Instrumente eingrenzen, um einzelne Raumregionen genau beproben zu können. Die Messungen kann IBEX &#8211; ein klarer Vorteil gegenüber den <em>Voyager</em>-Veteranen &#8211; bequem von zu Hause aus vornehmen: Die Sonde wird in eine stark exzentrische Erdumlaufbahn geschossen, auf der sie 5.000 bis 300.000 Kilometer von der Erde entfernt. Das ist wichtig, da die Magnetosphäre des Planeten sonst genaue Messungen behindern kann. Der Perigäum innerhalb des Einflussbereichs des Erdmagnetfelds soll zur Übertragung der Daten an die Bodenstation genutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel der IBEX-Mission ist ein besseres Verständnis der Grenze unseres Sonnensystems, die rund 100 AE oder 15 Milliarden Kilometer von uns entfernt liegt. Erst kürzlich wurde sie erstmalig von aktiven Raumsonden durchquert, die bereits vor Jahrzehnten die Erde verließen. Mit indirekten Messmethoden gelingt es IBEX, die Region von der Erde aus zu vermessen. Die Grenze wird nicht nur durch Schwankungen in der Sonnenaktivität ständig verschoben, sondern auch durch externe Einflüsse wie explodierende Sterne, deren Strahlungseinflüsse auch das Leben auf der Erde beeinflussen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/nasa-forschungssatellit-ibex-steht-vor-dem-start/" data-wpel-link="internal">NASA-Forschungssatellit IBEX steht vor dem Start</a> (Meldung vom 07.10.2008</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/voyager-2-misst-asymmetrische-heliosphaere/" data-wpel-link="internal">Voyager 2 misst asymmetrische Heliosphäre</a> (Meldung vom 28.05.2006</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-erwartet-schockwelle/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 erwartet Schockwelle</a> (Meldung vom 20.07.2004</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/voyager-1-ein-kosmischer-grenzgaenger/" data-wpel-link="internal">Voyager 1 &#8211; ein kosmischer Grenzgänger</a> (Meldung vom 18.11.2003</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://science.nasa.gov/mission/ibex/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA: IBEX-Missionsprofil</a> (engl.)</li><li><s><a href="https://www.ibex.swri.edu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">IBEX Missions-Webseite</a> (engl.)</s></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskussion zu diesem Artikel</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4119.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4119.msg223540#msg223540" target="_blank" rel="noopener">IBEX (Interstellar Boundary Explorer) alias Explorer 91 auf Pegasus XL</a></a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NASA-Forschungssatellit IBEX steht vor dem Start</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/nasa-forschungssatellit-ibex-steht-vor-dem-start/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 17:44:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Feststoffmotor]]></category>
		<category><![CDATA[Heliosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[IBEX]]></category>
		<category><![CDATA[Kwajalein]]></category>
		<category><![CDATA[Lockheed L-1011]]></category>
		<category><![CDATA[Luftstart]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Pegasus-XL]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<category><![CDATA[STAR-27]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=31648</guid>

					<description><![CDATA[<p>IBEX (Interstellar Boundary Explorer), das erste Raumfahrzeug der NASA, das die Interaktion von Sonnenwind und interstellarem Medium hinsichtlich der Entstehung von Neutralteilchen umfassend beobachten soll, steht kurz vor dem Start. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. Am 19. Oktober 2008 soll IBEX´ zweijährige Mission mit dem Start auf einer Pegasus-XL-Rakete, die von einem auf [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">IBEX (Interstellar Boundary Explorer), das erste Raumfahrzeug der NASA, das die Interaktion von Sonnenwind und interstellarem Medium hinsichtlich der Entstehung von Neutralteilchen umfassend beobachten soll, steht kurz vor dem Start.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_small_1.jpg" alt="Orbital" width="260"/></a><figcaption>
IBEX (Courtesy of Orbital Sciences Corporation) 
<br>
(Bild: Orbital)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Oktober 2008 soll IBEX´ zweijährige Mission mit dem Start auf einer Pegasus-XL-Rakete, die von einem auf dem Kwajalein-Atoll gestarteten Trägerflugzeug abgeworfen wird, beginnen. Das Startfenster liegt zwischen 18:58 und 19:06 Uhr UTC (20:58 Uhr bis 21:06 Uhr MESZ).</p>



<p class="wp-block-paragraph">IBEX sitzt bereits auf der Rakete, die Nutzlastverkleidung wurde am 1. Oktober montiert. Laut Plan sollte die vollständige Rakete mit Nutzlast am gestrigen 6. Oktober unter dem L-1011-Trägerflugzeug befestigt worden sein. Nach diesen Operationen in Vandenberg in den Vereinigten Staaten soll das L-1011-Trägerflugzeug am 10. Oktober nach Hawaii aufbrechen und nach einem Zwischenstopp dort am 11. Oktober auf dem Kwajalein-Atoll eintreffen. IBEX alias Explorer 91 basiert auf dem Microstar-2-Bus von Orbital.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Apogäumsmotor STAR-27 für IBEX 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pegasus-XL (Hersteller ebenfalls Orbital) bringt IBEX am Starttag in einen niedrigen Erdorbit in 200 Kilometern über der Erdoberfläche. Anschließend wird IBEX sich eines STAR-27-Feststoffmotors des Herstellers ATK bedienen, um die maximale Höhe des Zielorbits zu erreichen. Dieser Orbit soll ein Apogäum von circa 236.000 Kilometern haben, was etwa 80% der Erde-Mond-Entfernung entspricht. Der Feststoffmotor wird abgeworfen, wenn er ausgebrannt ist. Ein Hydrazin-Antrieb an Bord des Satelliten sorgt dann dafür, dass das Perigäum auf 7.000 Kilometer angehoben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Feststoffmotor und Treibstoffen wiegt IBEX 462 Kilogramm, ohne den Feststoffmotor 107 Kilogramm. Das gänzlich unbetankte Raumfahrzeug wiegt 80 Kilogramm, die wissenschaftliche Nutzlast 29 Kilogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Nutzlast des über die Zentralstruktur etwa 58 x 96 Zentimeter messenden Satelliten werden 16 Watt Leistung benötigt, die mögliche Gesamtleistung der Solarzellen des Satelliten beträgt 116 Watt. Damit können unter anderem die beiden Detektoren betrieben werden, die ENAs (Energetic Neutral Atoms &#8211; Neutralteilchen) außerhalb des Wirkungsbereiches des Erdmagnetfeldes einfangen sollen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07102008194429_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
IBEX und Pegasus XL 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neutralteilchen entstehen, wenn von der Sonne abgestrahlte, sich auf Grund ihrer Ladung entlang der Feldlinien magnetischer Felder bewegende Protonen auf Atome im Raum treffen und dabei durch den Übergang von Elektronen zu neutralen Wasserstoffatomen werden. Die so entstandenen Neutralteilchen oder ENAs bewegen sich nun linear, sie unterliegen auf Grund ihrer neutralen Ladung keiner Ablenkung durch Magnetfelder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da man die ENA-Strahlung messen möchte, die durch Interaktion von Protonen der Sonne mit der Hintergrundstrahlung im Grenzbereich unseres Sonnensystems zum interstellaren Raum entsteht, ist es notwendig, das Erdmagnetfeld zu verlassen, da dort ebenfalls ENAs entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufzeichnug der Neutralteilchenverteilung ermöglicht es, Abbildungen der Struktur der äußeren Regionen der Heliosphäre zu erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach bereits sechs Monaten ab Beginn der Messungen sollen zum ersten Mal alle Himmelsregionen durchsucht worden sein. So wird es möglich sein, im Rahmen der zunächst auf zwei Jahre angesetzten Mission zusätzliche Beobachtungen durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterreichende Informationen</strong> lassen sich der Diskussion im Forum entnehmen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4119.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">IBEX (Interstellar Boundary Explorer)</a>
</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Weiterlesen in Englisch:</strong></p>



<ul>
<li><a href="https://science.nasa.gov/mission/ibex/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">nasa.gov/ibex</a><br>
<li><a href="https://ibex.princeton.edu/graphics" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ibex.princeton.edu/graphics</a><br>
<li><a href="http://astronauticsnow.com/ENA/index.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">astronauticsnow.com/ENA/index.html</a><br>
</li></li></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/nasa-forschungssatellit-ibex-steht-vor-dem-start/" data-wpel-link="internal">NASA-Forschungssatellit IBEX steht vor dem Start</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ulysses: Sonnenwind so schwach wie nie</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ulysses-sonnenwind-so-schwach-wie-nie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 21:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Heliosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<category><![CDATA[Ulysses]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumwetter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach fast achtzehn Jahren oder dem Vierfachen der ursprünglichen Lebenserwartung und der dritten Umrundung der Sonne über deren Pole liefert die Sonde Ulysses, ein europäisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt, noch immer interessante wissenschaftliche Daten. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA. Jüngste Daten von der am 6. Oktober 1990 nach dem Aussetzen aus der Ladebucht des Shuttles Discovery [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach fast achtzehn Jahren oder dem Vierfachen der ursprünglichen Lebenserwartung und der dritten Umrundung der Sonne über deren Pole liefert die Sonde Ulysses, ein europäisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt, noch immer interessante wissenschaftliche Daten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_small_1.jpg" alt="ESA" width="327" height="264"/></a><figcaption>
Die Sonde im Test bei ESTEC 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Jüngste Daten von der am  6. Oktober 1990 nach dem Aussetzen aus der Ladebucht des Shuttles Discovery (Flug STS-41) gestarteten Sonde zeigen, dass der Ausstoß von Sonnenwind durch die Sonne auf den geringsten Wert seit der Aufnahme akkurater Messungen zu Beginn des Raumfahrzeitalters überhaupt gesunken ist, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA am 23. September 2008 mit.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_small_2.jpg" alt="Bildquelle" width="260"/></a><figcaption>
Missionslogo STS-41
<br>
(Bild: ESA/NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonnenwind dehnt sich über unser Sonnensystem aus, reicht bis über die Bahnen der äußeren Planeten hinaus und hat in Summe etwa blasenförmige Gestalt. Er besteht aus einem Strom geladener Teilchen, die von den oberen Schichten der Sonnenatmosphäre in den Raum geschleudert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf alle Planeten unseres Sonnensystems hat der Sonnenwind Auswirkungen, so ist er beispielsweise für das Auftreten von Polarlichtern, Defekte von Raumfahrzeugen und Ausfälle von Energieversorgungs- und Kommunikationsnetzen auf der Erde verantwortlich. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_small_3.jpg" alt="ESA" width="316" height="208"/></a><figcaption>
So verließ Ulysses die Bahnebene der Planeten. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Ausbreitungsbereich wird auch gleichgesetzt mit dem Raumbereich unseres Sonnensystems. Dort, wo der Sonnenwind endet bzw. abgebremst wird, ist die Grenze unseres Sonnensystems im All.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Grenze, die als Heliopause bezeichnet wird, umgibt unser Sonnensystem, die Heliospäre da, wo der Sonnenwind gerade nicht mehr stärker ist als die Strahlung, der Wind von den anderen Sternen. Ein signifikanter Anteil der kosmischen Strahlung aus unserer Galaxie kann nicht bis in unser Sonnensystem eindringen. Ein besonders schwacher Sonnenwind bedeutet, dass ein größerer Teil der Strahlung von außerhalb bis in unser Sonnensystem vordringen kann. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_small_4.jpg" alt="ESA" width="309" height="246"/></a><figcaption>
Die dritten Umkreisung der Sonne über die Pole 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonde Ulysses wurde entworfen, die Heliosphäre und insbesondere die Sonne und deren Wirken auf das umgebende System zu untersuchen. Dafür wurde sie nach dem Start und mittels eines Flybys am Planeten Jupiter aus der Bahnebene der Planeten heraus und in eine Umlaufbahn um die Sonne über deren Pole gesteuert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24092008234519_small_5.jpg" alt="ESA" width="309" height="159"/></a><figcaption>
Sonnenwind gemessen bei drei Umrundungen 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p>2007 startete Ulysses ihre dritte Messkampagne mit der Aufzeichnung von Daten über Sonnenwind und Magenetfeld der Sonne, beginnend über dem Südpol bis über den Nordpol der Sonne hinaus. Eine wesentliche Veränderung der Geschwindigkeit des Sonnenwinds wurde nicht gemessen, aber Dichte und Stahlungsdruck waren deutlich geringer. Im Vergleich zu früheren Messungen wurden eine um zwanzig Prozent niedriger Kraft des Sonnenwinds und um sechsunddreißig Prozent niedrigere Feldstärken in der Nähe der Sonde festgestellt.</p>
<p>Gewöhnlich wechseln sich bei der Sonne Perioden mit geringer und mit stärkerer Aktivität regelmäßig ab. Im Augenblick befindet sich die Sonne in einer Periode geringerer Aktivität, die bereits deutlich länger andauert, als irgendwer erwartet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Untersuchung der nun eindringenden kosmischen Strahlung verspricht man sich Erkenntnisse, die beim Bau von unbemannten interplanetaren Raumfahrzeugen und bei der Findung neuer Dosisbeschränkungen für Raumfahrer, die sich in niedrigen Erdumlaufbahnen aufhalten, berücksichtigt werden können.</p>
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		<title>Voyager 2 misst asymmetrische Heliosphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/voyager-2-misst-asymmetrische-heliosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2006 14:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Heliosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenwind]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut den Daten der beiden mittlerweile 28 Jahre alten Voyager-Raumsonden hat die äußerste Grenze des Sonnensystems eine Art &#8222;Beule&#8220; in ihrer nördlichen Hälfte. Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: NASA/Space.com. Definiert wird die Grenze des Sonnensystems durch den Sonnenwind: Von der Sonne ausgehend, breitet er sich zunächst mit sehr hoher Geschwindigkeit ungehindert im Sonnensystem aus, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Laut den Daten der beiden mittlerweile 28 Jahre alten Voyager-Raumsonden hat die äußerste Grenze des Sonnensystems eine Art &#8222;Beule&#8220; in ihrer nördlichen Hälfte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: NASA/Space.com.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_small_1.jpg" alt="NASA/Walt Feimer" width="398" height="269"/><figcaption>
Künstlerische Darstellung der Heliosphäre und der Voyager-Sonden. 
<br>
(Illustration: NASA/Walt Feimer)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Definiert wird die Grenze des Sonnensystems durch den Sonnenwind: Von der Sonne ausgehend, breitet er sich zunächst mit sehr hoher Geschwindigkeit ungehindert im Sonnensystem aus, verliert dabei nur allmählich an Geschwindigkeit. Dann, schon jenseits der Bahn des Pluto, sinkt an der so genannten &#8222;Termination shock&#8220;-Grenze seine Geschwindigkeit rapide, denn dort beginnen die Sonnenwindteilchen auf andere geladene Partikel aus dem interstellaren Raum zu treffen und sich mit ihnen zu vermischen. Jenseits der Vermischungszone (&#8222;Heliosheath&#8220;) gewinnt dann das interstellare Gas die Oberhand über den Sonnenwind und beendet damit die Heliosphäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt kann man sich das Sonnensystem wie einen Kometen vorstellen, der sich durch einen &#8222;Sternenwind&#8220; aus geladenen Partikeln bewegt und dabei einen Schweif hinter sich her zieht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_small_2.jpg" alt="Bildquelle" width="250" height="208"/></a><figcaption>
Die bogenförmige Struktur stellt die Termination-shock-Grenze des Sterns &#8222;LL Orionis&#8220; dar, aufgenommen mit 
<i>Hubble</i>
 1995. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Voyager 1</i>, die 34 Grad nördlich fliegt, bemerkte vor knapp drei Jahren das allmähliche Nahen der &#8222;Termination shock&#8220;-Grenze daran, dass ihr Partikeldetektor mehr und mehr Teilchen wahrnahm, die sich nicht vom Sonnensystem weg, sondern <i>zu ihm hin</i> bewegten. Dies geschah, als die Sonde sich in einer Entfernung von 85 AE von der Sonne befand (1 Astronomische Einheit = 150 Mio. Kilometer, die Entfernung Sonne-Erde), also etwa 12,8 Mrd. Kilometer. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Voyager 2</i> hingegen, die 26 Grad südlich fliegt und etwas langsamer als <i>Voyager 1</i> ist, meldet dieses Phänomen bereits jetzt, in einer Entferung von nur 76 AE = 11,4 Mrd. Kilometern von der Sonne, und damit eigentlich zu früh. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir schließen daraus, dass die Termination-shock-Grenze an der Stelle, wo <i>Voyager 2</i> ist, um einiges näher an der Sonne sein muss als dort, wo <i>Voyager 1</i> ist&#8220;, sagte Edward Stone vom JPL der NASA, der an dem Projekt seit seinen Anfängen mitgearbeitet hat und heute leitender Projektwissenschaftler des allerdings nur noch recht kleinen Teams ist.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_small_3.jpg" alt="NASA/JPL" width="250" height="146"/></a><figcaption>
<i>Voyager 2</i>
 flog nahe am Uranus-Mond Miranda vorbei und enthüllte dessen komplexe Oberfläche aus verschiedenartigsten Geländeformen, mit riesigen Steilklippen und klaffenden Spalten. 
<br>
(Bild: NASA/JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler glauben, dass die beobachteten Diskrepanzen durch ein bisher unbekanntes interstellares Magnetfeld verursacht werden könnten, das die südliche Hälfte der Heliosphäre nach innen drückt und die nördliche Hälfte nach außen wölbt. <i>Voyager 2</i> wird die exakte südliche Position der &#8222;Termination shock&#8220;-Grenze herausfinden, wenn sie sie irgendwann vor Ende nächsten Jahres kreuzt. Dann werden die Wissenschaftler auch eine bessere Vorstellung davon gewinnen, wie stark das magnetische Feld außerhalb der Heliosphäre ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem meldete <i>Voyager 2</i>, dass die &#8222;Termination shock&#8220;-Grenze im Süden eine Quelle von Ionen niedriger Energie ist, ebenso wie es ihre Schwestersonde aus dem Norden meldete. Entgegen früheren Vorhersagen fand allerdings keine der beiden Voyagersonden eine Quelle von anomaler kosmischer Strahlung höherer Energie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28052006161839_small_4.jpg" alt="NASA" width="250" height="200"/><figcaption>
<i>Voyager-2</i>
-Aufnahme von Neptun. 
<br>
(Bild: NASA/JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Voyagers wurden bereits 1977 gestartet, besuchten im Laufe der 1980er und 1990er Jahre alle äußeren Riesenplaneten und bereiteten den Weg für Missionen wie <i>Galileo</i> sowie <i>Cassini</i> und <i>New Horizons</i>, die heutzutage für Furore sorgen. Beide Sonden funken noch immer täglich die Messwerte ihrer Instrumente zur Erde und dürften dank plutoniumgestützter Energieversorgung noch bis 2020 funktionsfähig bleiben.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/voyager-2-misst-asymmetrische-heliosphaere/" data-wpel-link="internal">Voyager 2 misst asymmetrische Heliosphäre</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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