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		<title>EU-Weltraummissionen zur Validierung neuer Technologien und Innovationen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2023 21:33:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Heute wurden drei neue Missionen zur Orbit-Demonstration- und -Validierung (IOD/IOV) mit dem Flug VV23 der europäischen Trägerrakete Vega vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ gestartet. Eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission. Quelle: Europäische Kommission 9. Oktober 2023. 9. Oktober 2023 &#8211; Bei den drei Missionen werden mit sechs Satelliten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Heute wurden drei neue Missionen zur Orbit-Demonstration- und -Validierung (IOD/IOV) mit dem Flug VV23 der europäischen Trägerrakete Vega vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ gestartet. Eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Europäische Kommission 9. Oktober 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VegaVV23liftoffESACNESArianespace2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Vega-Start zur Mission VV23. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)" data-rl_caption="" title="Vega-Start zur Mission VV23. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/VegaVV23liftoffESACNESArianespace26.jpg" alt="Vega-Start zur Mission VV23. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)" class="wp-image-132277"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Vega-Start zur Mission VV23. (Bild: ESA/CNES/Arianespace)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">9. Oktober 2023 &#8211; Bei den drei Missionen werden mit sechs Satelliten und neun Experimenten Technologien dank einer Vielzahl von Anwendungen erprobt werden können, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem IOD/IOV-Programm der Europäischen Union können Experimente in der Umlaufbahn durchgeführt werden und für wissenschaftliche, gemeinnützige oder kommerzielle Zwecke im Weltraum (Validierung in realer Umgebung) erprobt werden. Die Erprobung in der Umlaufbahn ist der letzte Schritt, der zu durchlaufen ist, bevor die Technologien auf den Markt gebracht werden können. Die Europäische Union nutzt die IOD/IOV-Missionen dafür, die Lücke zwischen der Entwicklung einer Technologie und ihrer Vermarktung zu schließen und wird dabei von der Europäischen Weltraumorganisation unterstützt. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit, die europäische Weltraumindustrie durch Innovationen wettbewerbsfähiger zu machen und die wissenschaftliche Exzellenz in Europa voranzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der CubeSat-Missionen SYNDEO-1 und SYNDEO-2 werden sieben IOD/IOV-Experimente gebündelt. Die ESTCube-2-Mission und die ANSER-Mission werden dagegen mithilfe einsatzbereiter Satelliten für die Demonstration im Orbit durchgeführt werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ESTCube2EMcompatestUofTartuKarinPaiKristoAllaje2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="ESTCube-2 im Test. (Bild: University of Tartu / Karin Pai / Kristo Allaje)" data-rl_caption="" title="ESTCube-2 im Test. (Bild: University of Tartu / Karin Pai / Kristo Allaje)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ESTCube2EMcompatestUofTartuKarinPaiKristoAllaje26.jpg" alt="ESTCube-2 im Test. (Bild: University of Tartu / Karin Pai / Kristo Allaje)" class="wp-image-132275"/></a><figcaption class="wp-element-caption">ESTCube-2 im Test. (Bild: University of Tartu / Karin Pai / Kristo Allaje)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt werden im Rahmen dieses Vega-Flugs Teilnehmer aus sechs europäischen Ländern IOD/IOV-Dienste nutzen können.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>SYNDEO-1 und SYNDEO-2</strong>: Die EU organisiert erstmals im Rahmen von „Horizont&nbsp;2020“ gebündelt sieben Experimente zu verschiedenen einschlägigen Themen wie Weltraumwissenschaft, Technologie, Antrieb und Weltraumverkehrsmanagement. Die Missionen werden vom niederländischen Unternehmen ISISpace durchgeführt; die Nutzlasten wurden von Universitäten und KMU aus Belgien, Spanien, Frankreich und Tschechien hergestellt.</li>



<li><strong>ESTCube-2</strong>: Diese Mission wurde von einer Gruppe von Studierenden der Weltraumwissenschaften an der Universität Tartu (Estland) entwickelt: Der 3U-CubeSat dient zur Demonstration der Plasmabremstechnologie für die Entfernung von Satelliten aus der Umlaufbahn und als Plattform für im fernen Weltraum bei künftigen Missionen eingesetzte Minisatelliten, die mit einem elektrischen Sonnensegel betrieben werden.</li>



<li><strong>ANSER</strong>: Vom spanischen Institut INTA (Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial) entwickelte Mission, um die Qualität der Wasserreserven der Iberischen Halbinsel mit spektrometrischen Techniken zu untersuchen und zu überwachen. Dabei wird ein Cluster von 3X3U Cube-Sats in einer Formation in die erdnahe Umlaufbahn gebracht werden.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Das gesamte Raumfahrt-Ökosystem wird letztlich durch das IOD/IOV-Programm der Kommission unterstützt, wovon Universitäten und Forschungszentren bis hin zu KMU und Satellitenherstellern profitieren. Das IOD/IOV-Programm stützt sich auf europäische Startlösungen und fördert damit einen autonomen Zugang zum Weltraum. Es leistet einen entscheidenden Beitrag zur Initiative „CASSINI“ der Kommission, mit der die rasche Entwicklung von Neueinsteigern in der Weltraumwirtschaft gefördert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrund</strong><br>Für das IOD/IOV-Programm der Kommission wurde 2018 im Rahmen von „Horizont 2020“ der erste Aufruf zur Interessenbekundung veröffentlicht. Mehr als 50 Vorschläge wurden von verschiedenen europäischen Teilnehmern – von KMU bis hin zu großen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen – eingereicht. Bei den ausgewählten Anwendungen handelt es sich um technologische Innovationen für Erdbeobachtung, Ortung, Navigation und Zeitgebung, Satellitenkommunikation und Weltraumwissenschaft. Im September 2020 ist das erste ausgewählte IOD/IOV-Experiment „UPMSat-2“ an Bord der Trägerrakete Vega erfolgreich angelaufen. Die drei neuen Missionen, die im Oktober 2023 eingeleitet wurden, gehören zu den ausgewählten Projekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit laufen parallel zwei Aufrufe zur Interessenbekundung für Experimente, die für IOD/IOV-Maßnahmen in Betracht kommen würden, die die Bündelung und gegebenenfalls den Start von Diensten und Operationen abdecken. Bewerbungen können für Folgendes eingereicht werden: 1) IOD/IOV-Experimente, die eine Bündelung erfordern und 2) einsatzbereite IOD/IOV-Satelliten. Weitere Informationen sind <a href="https://defence-industry-space.ec.europa.eu/eu-space/research-development-and-innovation/orbit-demonstration-and-validation-iodiov_en" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier abrufbar</a>.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/yndeo1andyndeo2CubeSatISISPACE2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="SYNDEO-1 und SYNDEO-2. (Bild: ISISPACE)" data-rl_caption="" title="SYNDEO-1 und SYNDEO-2. (Bild: ISISPACE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="461" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/yndeo1andyndeo2CubeSatISISPACE26.jpg" alt="SYNDEO-1 und SYNDEO-2. (Bild: ISISPACE)" class="wp-image-132279" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/yndeo1andyndeo2CubeSatISISPACE26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/yndeo1andyndeo2CubeSatISISPACE26-169x300.jpg 169w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">SYNDEO-1 und SYNDEO-2. (Bild: ISISPACE)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Technologien, die mit SYNDEO-1-CubeSat erprobt werden müssen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Miniatursternsensor zur Lageregelung: Damit soll in der Umlaufbahn ein hochpräziser und kostengünstiger Miniatursternsensor zur Lageregelung getestet werden – Solar MEMS Technologies S.L. (KMU – Spanien).</li>



<li>Demonstration eines hochpräzisen CubeSats als Lage- und Bahnregelungssystem: Damit soll ein hochpräziser und kompakter CubeSat als Lage- und Bahnregelungssystem (ADCS) mit neuartigen Sternsensoren und Reaktionsrädern validiert werden — KU Leuven (Universität – Belgien).</li>



<li>Demonstration eines CubeSat-Sternsensors mit einer Genauigkeit im Bogensekundenbereich: Validierung eines Sternsensors, einschließlich eines neuartigen Sternsensoralgorithmus, neuartiger Kalibriermethoden im Orbit und Validierung der Platten zur Streulichtreduzierung und des optomechanischen Designs — KU Leuven (Universität – Belgien).</li>



<li>RADIOX steht für „RADiation effects during In Orbit Flight eXperiment“ (Strahlungseffekte während des Flugexperiments in der Umlaufbahn): Zielt auf die experimentelle Überprüfung eines neuartigen Strahlungssensors ab. Der Strahlungssensor basiert auf einem elektronischen Speicher, in dem durch energetische Partikel verursachte Fehler überwacht werden. Die Strahlungsintensität wird durch die Messung der Anzahl der Fehler im Speicher ermittelt – KU Leuven (Universität – Belgien).</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Technologien, die mit <strong>SYNDEO-2-CubeSat</strong> erprobt werden müssen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Spacepix Radiation Monitor (SXRM): Validierung und Qualifizierung des vollständig entwickelten Strahlendetektors in der Umlaufbahn auf der Grundlage von SpacePix ASIC in der Weltraumumgebung mittels eines Prototyps des Detektors zur Strahlenverfolgung in Originalgröße auf dem Strahlungsfeld im Orbit (Messung des Flusses von Elektronen, Protonen und schweren Ionen) – Esc Aerospace s.r.o (KMU – Tschechien).</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Charakterisierung von Niederfrequenzgeräuschen im Orbit mit Blick auf das magnetische Messsystem für LISA: Mit der IOD soll ein Teil des magnetischen Diagnosesystems für LISA, insbesondere der Magnetsensor und die damit verbundenen elektronischen Lärmminderungstechniken bei Frequenzen unterhalb des Millihertz-Bereichs, validiert werden — Universidad de Cádiz (Universität – Spanien).</li>



<li>Demonstration von Plasma Jet Pack 0-30 W im Orbit: Das geplante Experiment besteht aus der IOD eines elektrischen Triebwerks (PJP Plasma-Jet Pack), wobei Metall (Wolfram) als Brennstoff verwendet und durch eine Magnetspule verstärkt wird. Das Triebwerk soll bei kleinen Satelliten (15-30&nbsp;kg) zum Einsatz kommen – COMAT (KMU – Frankreich).</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen:</strong><br><a href="https://defence-industry-space.ec.europa.eu/system/files/2023-10/IOD%20IOV%20launch%20-%20VV23%20-%20Oct.%202023%20_%20Factsheet%20%28EN%29_0.pdf" data-type="link" data-id="https://defence-industry-space.ec.europa.eu/system/files/2023-10/IOD%20IOV%20launch%20-%20VV23%20-%20Oct.%202023%20_%20Factsheet%20%28EN%29_0.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Factsheet</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19757.msg554755#msg554755" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Triton + weitere Sats auf Vega (VV23)</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fahren bei minimaler Schwerkraft: Ein Rover für den Marsmond Phobos</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/fahren-bei-minimaler-schwerkraft-ein-rover-fuer-den-marsmond-phobos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2022 16:07:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Auslieferung: Das DLR stellt die Carbonstruktur samt Aufricht- und Fortbewegungssystem des MMX-Rovers fertig. Ebenso werden zwei wissenschaftliche Instrumente, ein Radiometer und ein Raman-Spektrometer sowie das Verbindungs- und Separationssystem zum Mutterschiff durch das DLR bereitgestellt. Der Rover soll im Rahmen der japanischen Mission MMX voraussichtlich 2027 auf Phobos landen und dort rund 100 Tage aktiv sein. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading" id="auslieferung-das-dlr-stellt-die-carbonstruktur-samt-aufricht-und-fortbewegungssystem-des-mmxrovers-fertig-ebenso-werden-zwei-wissenschaftliche-instrumente-ein-radiometer-und-ein-ramanspektrometer-sowie-das-verbindungs-und-separationssystem-zum-mutterschiff-durch-das-dlr-bereitgestellt-der-rover-soll-im-rahmen-der-japanischen-mission-mmx-voraussichtlich-2027-auf-phobos-landen-und-dort-rund-100-tage-aktiv-sein-eine-pressemitteilung-des-deutschen-zentrums-fur-luft-und-raumfahrt-dlr--2228d3b1-2244-4cfe-a558-d1277637bdad">Auslieferung: Das DLR stellt die Carbonstruktur samt Aufricht- und Fortbewegungssystem des MMX-Rovers fertig. Ebenso werden zwei wissenschaftliche Instrumente, ein Radiometer und ein Raman-Spektrometer sowie das Verbindungs- und Separationssystem zum Mutterschiff durch das DLR bereitgestellt. Der Rover soll im Rahmen der japanischen Mission MMX voraussichtlich 2027 auf Phobos landen und dort rund 100 Tage aktiv sein. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 11. November 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/auslieferung-am-dlr-standort-bremen-dlr.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Auslieferung am DLR-Standort Bremen. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Auslieferung am DLR-Standort Bremen. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/auslieferung-am-dlr-standort-bremen-dlr-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Auslieferung am DLR-Standort Bremen. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">11. November 2022 &#8211; Die Entstehung der beiden Marsmonde Phobos und Deimos ist bisher ungeklärt. Um dieses Rätsel zu entschlüsseln, startet voraussichtlich 2024 die Mission Martian Moons eXploration (MMX) der japanischen Raumfahrtagentur JAXA zu den beiden Monden. Mit an Bord wird ein deutsch-französischer Rover sein, der die Oberfläche des rund 27 Kilometer großen Phobos detailliert erkunden wird. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat nun einen wesentlichen Teil des Rovers am Standort Bremen integriert und fertiggestellt. Die in Zusammenarbeit mehrerer DLR-Institute entstandene Carbonstruktur samt Aufricht- und Fortbewegungssystem ist in dieser Woche von Bremen nach Toulouse an die französische Raumfahrtagentur CNES geliefert worden. Dort erfolgt bis zum Sommer 2023 die Fertigstellung mit dem Einbau aller Instrumente und Subsysteme. Dort erhält der MMX-Rover auch sein Radiometer miniRAD sowie sein Spektrometer RAX. Beide Instrumente wurden am DLR in Berlin gebaut und bereits zuvor nach Toulouse geschickt.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/carbonstruktur-des-mmx-rovers-mit-aufricht-und-fortbewegungssystem-dlr.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Carbonstruktur des MMX-Rovers mit Aufricht- und Fortbewegungssystem. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Carbonstruktur des MMX-Rovers mit Aufricht- und Fortbewegungssystem. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/carbonstruktur-des-mmx-rovers-mit-aufricht-und-fortbewegungssystem-dlr-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Carbonstruktur des MMX-Rovers mit Aufricht- und Fortbewegungssystem. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit dem MMX-Rover betreten wir technisches Neuland, denn noch nie ist ein Erkundungsfahrzeug mit Rädern auf einem kleinen Himmelskörper gefahren, der nur über rund ein Tausendstel der Erdanziehungskraft verfügt“, sagt Dr. Markus Grebenstein vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen, der die DLR-Projektleitung für den MMX-Rover innehat. „Da der Rover im freien Fall aus dem Raumfahrzeug auf Phobos gelangt, wird er bei der Landung unbeschadet mehrere „Purzelbäume“ schlagen und in unvorhersagbarer Lage zum Liegen kommen. Aus dieser Situation heraus muss er sich autonom mithilfe des Antriebssystems aufrichten und anschließend seine Sonnensegel entfalten. Erst dann ist der Rover fahrbereit und überlebensfähig“, so Grebenstein weiter. „Fahren wird er schließlich ganz behutsam mit nur einigen Millimetern pro Sekunde, um trotz der geringen Schwerkraft mit seinen speziellen Rädern den Bodenkontakt zu halten“, ergänzt Dr. Stefan Barthelmes vom DLR-Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik in Oberpfaffenhofen. Am Robotik und Mechatronik Zentrum des DLR in Oberpfaffenhofen wurde das Aufricht- und Fortbewegungssystem entwickelt und gebaut. Die besonders leichte Carbonstruktur hat das DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik beigesteuert.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/integration-des-mmx-rovers-dlr.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Integration des MMX-Rovers. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Integration des MMX-Rovers. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/integration-des-mmx-rovers-dlr-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Integration des MMX-Rovers. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Porosität und Zusammensetzung der Oberfläche messen</strong><br>Der nur 25 Kilogramm leichte MMX-Rover wird, angekommen bei Phobos, von der MMX-Muttersonde abgetrennt und etwa 50 Meter hinab zur Mondoberfläche fallen. Dies wurde in ersten Falltests am Bremer DLR-Institut für Raumfahrtsysteme bereits erprobt, wo nun auch die Integration erfolgte. Auf Phobos hat der Rover rund 100 Tage Zeit, die physikalischen und mineralogischen Eigenschaften der Oberfläche zu erkunden. Dabei kommen die beiden DLR-Instrumente miniRAD und RAX aus Berlin zum Einsatz. Das Radiometer miniRAD des DLR-Instituts für Planetenforschung wird mittels Infrarotmessungen die Oberflächentemperatur bestimmen. Zudem ermöglicht es Rückschlüsse auf die Porosität des Oberflächenmaterials, um diese mit Asteroiden- und Kometenproben zu vergleichen. Das Raman-Spektrometer RAX (RAman spectroscopy for MMX) ist eine Entwicklung unter Führung des DLR-Instituts für Optische Sensorsysteme mit Beteiligung der JAXA und der spanischen Raumfahrtagentur INTA. RAX wird entlang der Roverstrecke die mineralogische Zusammensetzung der Phobos-Oberfläche ermitteln. Die Minerale eines Himmelskörpers stehen eng mit seiner Entstehung und Geschichte im Zusammenhang und Vergleiche mit Messungen anderer Rover auf dem Mars helfen den Wissenschaftlern, das Mars-System mit seinen Monden besser zu verstehen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bereit-fuer-den-versand-dlr.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bereit für den Versand. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Bereit für den Versand. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bereit-fuer-den-versand-dlr-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bereit für den Versand. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den beiden DLR-Instrumenten werden in den nächsten Monaten bei der CNES in Toulouse auch zwei Radkameras montiert, die Räder und Untergrund im Blick behalten und dabei wissenschaftliche Daten zum Aufbau der Phobos- Oberfläche sammeln, sowie zwei Navigationskameras integriert. Zudem bauen die Ingenieurteams die Solarpanele, das Energiesystem, das Funksystem für den Kontakt zur Erde, sowie den Bordcomputer in den Rover ein. Dann stehen umfangreiche Tests des vollständigen Rovers an hinsichtlich seiner Funktionen sowie seiner Beständigkeit gegenüber den Vibrationen des Raketenstarts und der extremen Temperaturschwankungen von mehr als 200 Grad Celsius auf Phobos. Die Tests unter Weltraumbedingungen wird der MMX-Rover zusammen mit dem Verbindungs- und Separationssystem zum Mutterschiff, genannt „MECSS“ (Mechanical and Electrical Connection and Support System) absolvieren. Dieser Adapter wird ebenfalls vom DLR bereitgestellt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/marsmond-phobos-ESADLRFUBerlin.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Marsmond Phobos. (Bild: ESA/DLR/FU Berlin)" data-rl_caption="" title="Marsmond Phobos. (Bild: ESA/DLR/FU Berlin)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/marsmond-phobos-ESADLRFUBerlin-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Marsmond Phobos. (Bild: ESA/DLR/FU Berlin)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Stück Marsmond zur Erde bringen</strong><br>Die MMX-Raumsonde besteht insgesamt aus drei Modulen. Das Explorationsmodul verfügt über Landebeine, Probennehmer und einige Instrumenten sowie den mitgeführten MMX-Rover. An das Explorationsmodul schließt sich das Return-Modul mit der Kapsel zur Probenrückführung an, gefolgt von einem Antriebsmodul mit den Treibstofftanks und Raketentriebwerken. Der Start der japanischen Raumsonde ist derzeit für 2024 mit einer H-3-Rakete vom japanischen Weltraumbahnhof in Tanegashima geplant. Ungefähr ein Jahr nach dem Verlassen der Erde wird die Sonde dann 2025 in eine Umlaufbahn um den Mars eintreten, um Phobos und Deimos zu beobachten. Anschließend wird sie in einen Quasi-Orbit um den Marsmond Phobos einschwenken, dort wissenschaftliche Daten sammeln, den mitgeführten MMX-Rover absetzen und Proben von der Mondoberfläche nehmen. Nach der Probenentnahme kehrt das Raumfahrzeug mit dem auf Phobos gesammelten Material zur Erde zurück. Die <a href="https://www.raumfahrer.net/dlr-erste-tests-zur-landung-des-mmx-rovers/" data-wpel-link="internal">Landung des MMX-Rovers</a> auf Phobos ist für 2027 geplant und die Rückkehr zur Erde mit den Proben im Jahre 2029. Die Messungen und Bilder des Rovers auf der Phobos-Oberfläche werden auch als Referenz für die Orbiter-Instrumente dienen und helfen, die Landung des Explorationsmoduls für die Probennahme vorzubereiten.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/das-raman-spektrometer-rax-DLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Raman-Spektrometer RAX. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-rl_caption="" title="Das Raman-Spektrometer RAX. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/das-raman-spektrometer-rax-DLRCCBYNCND30-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Raman-Spektrometer RAX. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woher kamen „Furcht“ und „Schrecken“?</strong><br>Phobos und Deimos (zu Deutsch: Furcht und Schrecken), in der griechischen Mythologie die Begleiter des Kriegsgottes Ares, der in der römischen Antike seine Entsprechung im Kriegsgott Mars hatte, begleiten als kleine Monde den Planeten Mars. Entdeckt wurden sie 1877 vom amerikanischen Astronomen Asaph Hall. Aufgrund ihrer geringen Größe (Phobos 27 Kilometer, Deimos 15 Kilometer) sind beide Monde unregelmäßig geformt und erinnern mit ihrer Gestalt eher an Asteroiden. So besagt eine Theorie, dass der Mars die beiden, womöglich im Asteroidengürtel entstandenen Körper in der Vergangenheit „einfing“. Allerdings sind damit die sehr engen und fast kreisrunden Bahnen beider Monde in der Äquatorebene des Planeten nur schwer zu erklären. Diese wären besser nachvollziehbar, wenn Phobos und Deimos Überbleibsel eines riesigen Meteoriteneinschlags auf dem Mars wären. MMX soll dieses schon lang diskutierte Rätsel der Planetenforschung lösen. Die Entstehung des Mars-Systems ist zudem ein Schlüssel, um die Prozesse der Planetenbildung im Sonnensystem insgesamt besser zu verstehen. In jedem Fall dürften Spuren von Gesteinen des Mars auf der Oberfläche von Phobos zu finden sein, die als Auswurfsmaterial späterer Asteroideneinschläge auf Phobos landeten. Damit könnte dann mit den Proben von Phobos auch Material vom Mars in der Rückkehrkapsel zur Erde und damit in irdische Labore gelangen.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/das-radiometer-minirad-DLRCCBYNCND30.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das Radiometer miniRAD. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-rl_caption="" title="Das Radiometer miniRAD. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/das-radiometer-minirad-DLRCCBYNCND30-26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Radiometer miniRAD. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MMX – Martian Moons eXploration</strong><br>MMX ist eine Mission der japanischen Weltraumorganisation JAXA mit Beiträgen von NASA, ESA, der französischen Raumfahrtagentur CNES und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). <a href="https://www.raumfahrer.net/iac-2018-jaxa-cnes-dlr-wollen-marsmonde-erforschen/" data-wpel-link="internal">CNES und DLR</a> steuern zusammen einen 25 Kilogramm schweren Rover bei. Der deutsch-französische MMX-Rover wird unter gemeinsamer Leitung der beiden Partner entworfen und gebaut. Das DLR übernimmt dabei insbesondere die Entwicklung des Rover-Fahrwerks samt Carbonstruktur sowie des gesamten Aufricht- und Fortbewegungssystems. Zudem steuert das DLR das Verbindungs- und Separationssysten zur Muttersonde bei und stellt ein Raman-Spektrometer sowie ein Radiometer als wissenschaftliche Experimente. Diese werden die Oberflächenzusammensetzung und -beschaffenheit auf Phobos messen. Die CNES leistet wesentliche Beiträge mit Kamerasystemen zur räumlichen Orientierung und Erkundung auf der Oberfläche sowie zur Untersuchung der mechanischen Bodeneigenschaften. Darüber hinaus entwickelt die CNES das zentrale Service-Modul des Rovers inklusive des Onboard-Computers sowie des Energie- und Kommunikationssystems. Nach dem Start der MMX-Mission wird der Rover von Kontrollzentren der CNES in Toulouse (Frankreich) und des DLR in Köln betrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitens des DLR sind unter der Leitung des Instituts für Robotik und Mechatronik zudem die Institute für Systemdynamik und Regelungstechnik, für Faserverbundleichtbau und Adaptronik, für Raumfahrtsysteme, für Optische Sensorsysteme, für Planetenforschung, für Softwaretechnologie sowie das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission MMX steht in der Tradition einer bereits langjährigen erfolgreichen Kooperation der Partner JAXA, CNES und DLR. Sie knüpft an die Vorgängermission Hayabusa2 an, bei der die JAXA eine Raumsonde zum Asteroiden Ryugu schickte mit dem deutsch-französischen Lander MASCOT an Bord. Am 3. Oktober 2018 landete MASCOT auf Ryugu und sendete spektakuläre Bilder einer faszinierenden zerklüfteten Landschaft aus Geröll und Steinen. Hayabusa2 nahm Proben von Ryugu und brachte diese am 6. Dezember 2020 zurück zur Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14363.msg540570#msg540570" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MMX Phobos Sample Return (JAXA)</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=884.msg540263#msg540263" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsmonde Phobos und Deimos</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3365.msg540264#msg540264" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">DLR</a></li>
</ul>
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