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	<title>Juri Gagarin &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Juri Gagarin &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Rückblende: Vor 65 Jahren: Juri Gagarin und das Staatsgeheimnis in der Presse</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gagarin_65_staatsgeheimnis_presse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2026 22:01:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Mielke]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 1961 führte Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok-1 den ersten bemannten Weltraumflug durch. Quelle: Recherche, Junge Welt, Beitragsbild ist KI-generiert Der erste Flug in den Weltraum. Diese Heldentat kann auch nach 65 Jahren nicht groß genug eingeschätzt werden. Mit ihr begann die bemannte Raumfahrt. Ein Meilenstein für die gesamte Menschheit. Viel ist [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Am 12. April 1961 führte Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok-1 den ersten bemannten Weltraumflug durch.</strong></p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Recherche, Junge Welt, Beitragsbild ist KI-generiert</p>





<p>Der erste Flug in den Weltraum. Diese Heldentat kann auch nach 65 Jahren nicht groß genug eingeschätzt werden. Mit ihr begann die bemannte Raumfahrt. Ein Meilenstein für die gesamte Menschheit. Viel ist darüber bereits geschrieben worden, auch bei Raumfahrer.net. <a href="https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/" data-wpel-link="internal">(Hier geht&#8217;s zum entsprechenden Artikel.)</a></p>



<p>Wir möchten deshalb statt einer erneuten ausführlichen Würdigung der Ereignisses eine kleine, fast unbekannte Episode um dieses bedeutende Datum erzählen. Es geht um ein Staatsgeheimnis in der Presse am Tage danach&#8230;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/wostok1gross.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise" data-rl_caption="" title="Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/wostok1klein.png" alt="" class="wp-image-152047"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wostok-1-Landekapsel im Werksmuseum Energia, 2008, Bild: Andreas Weise</figcaption></figure>



<p>1961 war die Hochzeit des Kalten Krieges. Alles war geheim. Speziell die Verantwortlichen in der damaligen Sowjetunion entwickelten geradezu eine Paranoia. Keine Information, und sei sie noch so klein, durfte dem Gegner zugutekommen. Die Veröffentlichungen beschränkten sich auf das absolut minimal Notwendige. So kam es zum Beispiel dazu, das konkrete Angaben über Aussehen und Aufbau des Wostok-Raumschiffes erst 1965 veröffentlicht wurden. Bei der Trägerrakete war es erst 1967. Raumfahrer.net berichtete darüber. <a href="https://www.raumfahrer.net/rueckblende-das-gelueftete-geheimnis-der-wostok-rakete/" data-wpel-link="internal">(Hier geht&#8217;s zum entsprechenden Artikel.)</a></p>



<p>Die Folge war, dass der Mangel an gesicherten Informationen sich in Mutmaßungen und Fehlinterpretationen bis zu Verschwörungstheorien niederschlug.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_big_2.webp" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA" data-rl_caption="" title="WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="327" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2.webp" alt="" class="wp-image-152034" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2.webp 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/02112017000153_small_2-275x300.webp 275w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">WOSTOK-1-Flugprogramm / Bildquelle: NASA</figcaption></figure>



<p>Ein großes Geheimnis wurde zum Beispiel um das Landeverfahren der Wostok gemacht. Bekanntlich hatte sich Gagarin in der Endphase der Landung aus seiner Landekapsel katapultiert und war separat am Fallschirm gelandet. Notwendig war das, weil der Landestoß der Landekapsel zu groß gewesen war, so das sich der Kosmonaut ernsthaft verletzen konnte. Bremsraketen gab es dazu noch nicht. Die Verantwortlichen sahen hier aber ein Problem bei der Anerkennung des Weltraumfluges, ging man doch davon aus, dass der Kosmonaut „im Raumschiff“ hätte landen sollen. Folgerichtig berichtete Gagarin auf der Pressekonferenz am 14.04.1961, zwei Tage nach seinem Flug, er wäre „zusammen mit dem Raumschiff“ gelandet. Diese Formulierung stimmte so und ließ den gewünschten Interpretationsspielraum offen. Jeder konnte nun das herauslesen, was er wollte. Behandelt wurde der wahre Sachverhalt wie ein Staatsgeheimnis. Geschadet hat das der Heldentat von Gagarin und deren geschichtlichen Einordnung rückblickend nicht.</p>



<p>Die Verschwiegenheit über dieses Detail der Gagarin-Landung dauerte in der Sowjetunion bis Anfang der 1990er Jahre an. Dann öffneten sich die Archive und die Wahrheit kam ans Licht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass so manche westdeutsche Boulevard-Zeitung das als Sensation herausbrachten.</p>



<p>Um so verwunderter waren Raumfahrtfans in der DDR, denn dort war das Gagarin-Landeverfahren längst bekannt. Und Schuld daran war: Mielke!</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/mielke-allebuecher.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise" data-rl_caption="" title="Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="230" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/mielke-allebuecher-klein.jpg" alt="" class="wp-image-152051"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bücherauswahl von Heinz Mielke, Sammlung Andreas Weise</figcaption></figure>



<p>Nein, es ist hier nicht die Rede von Erich Mielke. Gemeint ist der Raumfahrtjournalist und Buchautor Heinz Mielke, der übrigens mit dem berüchtigten Stasi-Chef weder verwandt noch verschwägert war. Heinz Mielke war eine Raumfahrtinstitution in der DDR. Er verfasste viele deutschsprachige Bücher zum Thema. Auch muss er sehr gut vernetzt gewesen sein, wie man heute sagt. In einem seiner Hauptwerke, im Transpress-Lexikon Raumfahrt wurde alles genau beschrieben.</p>



<p>Aber kehren wir gedanklich noch einmal zum April 1961, genauer zum 13.04.1961, einen Tag nach Gagarins Weltraumflug, zurück. Die Zeitungswelt in Ost und West ist voll mit Beiträgen zu „der Sensation des Jahrhunderts“. </p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Artikel &quot;Weltraumverkehr begann&quot; von Heinz Mielke Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6" data-rl_caption="" title="Artikel &quot;Weltraumverkehr begann&quot; von Heinz Mielke Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="300" height="425" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein.jpg" alt="" class="wp-image-152044" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/Junge-Welt-13-04-61-Seite6-klein-212x300.jpg 212w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Artikel &#8222;Weltraumverkehr begann&#8220; von Heinz Mielke<br>Junge Welt vom 13.04.1961 / Seite 6</figcaption></figure>



<p>So auch die DDR-Tageszeitung Junge Welt. Und dort finden wir auf der letzten Seite die Beschreibung des kompletten Wostok -1-Landeverfahrens, inklusive Katapultierung und Fallschirmlandung von Gagarin! Das was mit großer Mühe in der Sowjetunion fast 30 Jahre verheimlicht wird, steht einen Tag nach dem Ereignis in einer DDR-Zeitung! Der Autor dieses Artikels: Heinz Mielke. Woher wusste das Mielke? Hatte er einen Informanten in sowjetischen Kreisen? Wir wissen es nicht. Es ist zu vermuten, dass Mielke die Korabel-Weltraumflüge im Vorfeld der Wostok analysiert hat. Hier wurden Hunde bei der Landung der Landekapsel in einem Container herauskatapultiert und landeten separat am Fallschirm. Da war es ein Leichtes, gedanklich den Hunde-Container gegen einen Schleudersitz mit einem Menschen auszutauschen. Die Abmessungen passten in etwa.</p>



<p>Doch warum ist diese Geschichte dann in Vergessenheit geraten? Warum intervenierte die sowjetische Seite nicht? Tja, Nachrichtenverbreitung, so wie heute per Internet, gab es noch nicht. Und die Junge Welt wurde weder in der Sowjetunion noch im westlichen Ausland gelesen.</p>



<p>Was bleibt ist eine kleine geschichtliche Anekdote von einem Staatsgeheimnis, dass am nächsten Tag in einer Zeitung zum nachlesen stand. Und keiner bemerkte das.</p>



<p><strong>Besonderer Dank gilt der Tageszeitung Junge Welt für die freundliche Unterstützung und die Genehmigung, die betreffende Seite der Ausgabe vom 13.04.1961 hier noch einmal zu veröffentlichen.</strong></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10775.msg586230#msg586230" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Wostok-Programm</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sonderschau zum 65. Jahrestag des ersten bemannten Raumfluges von Juri Gagarin in der Deutschen Raumfahrtausstellung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sonderschau-zum-65-jahrestag-des-ersten-bemannten-raumfluges-von-juri-gagarin-in-der-deutschen-raumfahrtausstellung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 22:02:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Morgenröthe-Rautenkranz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pressemitteilung der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz Anlässlich des 65. Jahrestages des historischen Fluges von Juri Gagarin gestaltet die Deutsche Raumfahrtausstellung Themenvitrinen mit einzigartigen Exponaten rund um den ersten Menschen im All. Ein Highlight der Ausstellung ist ein originaler Handschuh, den Juri Gagarin während seines Trainings getragen hat. Dieses außergewöhnliche Stück wurde freundlicherweise von der Firma Space [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Pressemitteilung der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz</strong></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Gagarin65-MR_Titel.jpg" alt=""/></figure>



<p>Anlässlich des 65. Jahrestages des historischen Fluges von Juri Gagarin gestaltet die Deutsche Raumfahrtausstellung Themenvitrinen mit einzigartigen Exponaten rund um den ersten Menschen im All.</p>



<p>Ein Highlight der Ausstellung ist ein originaler Handschuh, den Juri Gagarin während seines Trainings getragen hat. Dieses außergewöhnliche Stück wurde freundlicherweise von der Firma Space Service International aus Mittweida als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sind Original-Tageszeitungen vom 12. und 13. April 1961 zu sehen, die eindrucksvoll über das Ereignis berichteten. Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche Bücher, authentische Fotos aus dem Leben Gagarins und weitere interessante Exponate.</p>



<p>Die Sonderschau ist ab sofort während der regulären Öffnungszeiten in der Deutschen Raumfahrtausstellung zu besichtigen.</p>



<p>Zusätzlich lädt die Ausstellung am Wochenende des 11. und 12. April 2026 alle Besucherinnen und Besucher zu einer kreativen Bastelaktion ein: Es können individuelle Buttons zum Thema Juri Gagarin und Raumfahrt gestaltet werden.</p>



<p>Wir freuen uns auf viele interessierte Gäste, die mit uns gemeinsam diesen bedeutenden Meilenstein der Raumfahrtgeschichte feiern möchten.</p>



<p>Deutsche Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e. V.<br>Dr.-Sigmund-Jähn-Str. 4, 08262 Muldenhammer<br>Katrin Trommer, katrin.trommer@deutsche-raumfahrtausstellung.de<br>+49 37465 2538, +49 176 61635467</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<p><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3287.msg581275#msg581275" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Deutsche Raumfahrtausstellung</a></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Russland begeht verhalten den 90. Geburtstag von Juri Gagarin</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-begeht-verhalten-den-90-geburtstag-von-juri-gagarin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2024 09:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski 10. März 2024. Moskau, 10. März 2024 – Das offizielle Russland hat am Samstag ungewohnt verhalten den 90. Geburtstag seines großen Sohns Juri Gagarin (1934-1968) begangen. Im Gegensatz zu früher gab es keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt etwa im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/russland-begeht-verhalten-den-90-geburtstag-von-juri-gagarin/" data-wpel-link="internal">Russland begeht verhalten den 90. Geburtstag von Juri Gagarin</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Gerhard Kowalski 10. März 2024.</p>



<p>Moskau, 10. März 2024 – Das offizielle Russland hat am Samstag ungewohnt verhalten den 90. Geburtstag seines großen Sohns <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/gagarin/" data-wpel-link="internal">Juri Gagarin</a> (1934-1968) begangen. Im Gegensatz zu früher gab es keine zentrale Würdigung des ersten Kosmonauten der Welt etwa im Großen Kremlpalast in Moskau in Anwesenheit der Staatsspitze. Auch Präsident Putin hielt sich zum Thema Gagarin überraschenderweise zurück. Sein sonst übliches Grußschreiben blieb zumindest in den Medien diesmal aus. Dabei hatte er erst am 6. März der ersten Kosmonautin der Welt, Walentina Tereschkowa, zu deren 87. Geburtstag publikumswirksam gratuliert. Es darf also gerätselt werden, woran das liegt. Womöglich ist der derzeitige lamentable Zustand der einstigen Vorzeigebranche, die durch Gagarin so genial verkörpert wurde, der Grund.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a1k6.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-rl_caption="" title="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="209" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60.jpg" alt="Juri Gagarin am Waggonfenster - Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. a. Weise)" class="wp-image-137503" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963a60-300x105.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Juri Gagarin am Waggonfenster &#8211; Besuch der DDR 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)</figcaption></figure>



<p>Schon in Putins großer Rede zur Lage der Nation vom 29. Februar, in der er mit Blick auf die Präsidentenwahl vom 15. bis 17. März sein detailliertes militärisches, ökonomisches und soziales Programm für seine nächste Amtszeit darlegte, fehlte Gagarins Name. Zur Raumfahrt kündigte er lediglich an, dass man 116 Milliarden Rubel in die Entwicklung der Satellitenproduktion stecken werde. Damit berührte er einen höchst neuralgischen Punkt. Denn das Land verfügt derzeit nur über die theoretische Möglichkeit, 40 Satelliten pro Jahr zu bauen, schafft aber nicht einmal die Hälfte davon. Mit den versprochenen Milliarden soll jetzt eine Serienproduktion angekurbelt werden, so dass man international halbwegs aufschließen kann und bis 2030 wenigstens auf einen Satelliten pro Tag kommt.</p>



<p>Es gab diesmal zum Gagarin-Jubiläum aber eine besonders große Zahl kleiner und höchst vielfältiger Veranstaltungen in dem ganzen riesigen Land. Die Palette reichte dabei von einer Sonderausstellung im Moskauer Weltraummuseum, in der erstmals eine Uniform des Kosmonauten als Oberst der Sowjetarmee gezeigt wird, bis zu Festkonzerten, Filmvorführungen und einer Motorrad-Sternfahrt im Fernen Osten zu Orten, die mit dem Namen des Kosmos-Pioniers verbunden sind. Sicher nicht per Zufall ragte vom 1. bis 7. März ein „Weltjugendfestival“ im rund 1.200 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Krasnodarer Kraj an der Schwarzmeerküste heraus. Hier machten vor rund 20.000 Teilnehmern, darunter die Hälfte aus dem „befreundeten“ Ausland, auch führende russische Politiker Reklame für die Politik von Wladimir Putin.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963b1k6.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-rl_caption="" title="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinGDR1963b26.jpg" alt="Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)" class="wp-image-137505"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Juri Gagarin in Berlin 1963. (Bild: privat, ed. A. Weise)</figcaption></figure>



<p>Wenn es Gagarin vergönnt gewesen wäre, an seinem Ehrentag auf der Erde Mäuschen zu spielen, hätte er ein Déjà-vu-Erlebnis der Extraklasse. Denn er fände im russischen Raketenarsenal mit dem Mittelklasseträger Sojus und der schweren Proton zwei kosmische Arbeitspferde vor, die er noch vor seinem frühen Tod 1968 persönlich kennengelernt hat. Sie tun noch heute ihren Dienst – die Sojus im nordrussischen Plessezk, in Wostotschny im Amur-Gebiet sowie in Baikonur, das heute im unabhängigen Kasachstan, also im Ausland, liegt. Die Proton können nur hier starten wie auch die bemannten Sojus-Raumschiffe, für die es nur noch eine einzige Rampe gibt, nachdem Gagarins Startplatz dort ausrangiert worden ist und in ein Museum umgewandelt werden sollte, für das allerdings noch das Geld fehlt. Sollte also mit der amtierenden Rampe etwas Unerwartetes geschehen, ist Russlands bemannte Raumfahrt quasi enthauptet, lautet somit die traurige Botschaft für Gagarin. Beide Systeme sind nach Aussage von Raumfahrtchef Juri Borissow 2023 lediglich 19 Mal zum Einsatz gekommen. Man habe zwar „Träger, aber nichts, was man raufpacken kann“, klagte der Manager zur Begründung und verwies auf das westliche Embargo nach dem Überfall auf die Ukraine. Dadurch sei das System der kosmischen Dienstleistungen quasi zusammengebrochen, was zu desaströsen Einnahmeausfällen führte.</p>



<p>Der Ersatz für beide überalterten Systeme in Gestalt des neuen bemannten Raumschiffs Orjol plus Träger sowie des neuen Angara-Lastenesels, der in einer leichten, mittleren und schweren Variante gebaut wird, steht derzeit in Wostotschny noch nicht zur Verfügung, so dass Baikonur unbedingt zumindest bis zum Ende der russischen ISS-Beteiligung durchhalten muss. Das erste Modul der neuen nationalen Russischen Orbitalstation ROS, die die Erde auf einer Polarbahn umkreisen wird, soll erst 2027 gestartet werden. Bemannte Sojus-Raumschiffe können von Wostotschny nicht zur Internationalen Raumstation ISS aufsteigen, weil die Flugbahn unmittelbar nach dem Start über den Pazifik führt und im Fall der Fälle kein adäquates Rettungssystem verfügbar ist.</p>



<p>Angesichts der heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und speziell den USA auf der Erde kommen von den russischen Kosmonauten sicher nicht von ungefähr beschwichtigende Töne. So betonte Sergej Prokopjew, natürlich seien seine Kollegen sowie die Astronauten der anderen Länder in der ISS über die internationalen Ereignisse auf der Erde informiert. Sie zögen es aber vor, diese nicht untereinander zu diskutieren, um nicht in Streit zu geraten. „Aus politischen Gründen haben wir uns nie gestritten. Wir verstehen, dass wir darüber endlos sprechen und streiten könnten. Das Weltbild ändert sich dadurch nicht, aber die Beziehungen zwischen den Menschen. Deshalb waren wir bemüht, solche scharfen Momente zu vermeiden“, sagte er. Aus der ISS erscheine die Welt ohne Grenzen und „nicht aus politischen Gründen geteilt zu sein“.</p>



<p>Staunen würde Gagarin sicher auch darüber, dass die wahre Ursache für seinen tödlichen Absturz mit seinem Fluglehrer Wladimir Serjogin am 27. März 1968 immer noch nicht mitgeteilt wurde. Im Fernsehen wurde zwar die dicke Akte darüber schon gezeigt, das offizielle Ergebnis der Untersuchungskommission ist aber immer noch geheim. Präsident Putin wurde mit dem Problem schon mehrfach konfrontiert, darunter auch persönlich durch den ersten „Weltraumspaziergänger“ Alexej Leonow. Er lehnte aber eine diesbezügliche Entscheidung ab. So gehen also die Spekulationen weiter, zu denen auch Nikolai Sergejew und ich mit dem Buch „Gagarin – er könnte noch leben“ von 2016 beigetragen haben. Vielleicht lüften die Russen ja in zehn Jahren, zum 100. Geburtstag von Gagarin, das Geheimnis.</p>



<p><em>Gehrard Kowalski</em></p>



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		<title>Baikonur: Startplatz Nr. 1 als Museum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/baikonur-startplatz-nr-1-als-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2023 09:07:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Baikonur]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Roskosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quellen: GK Roskosmos, TASS. Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quellen: GK Roskosmos, TASS.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc60.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-rl_caption="" title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="251" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc26.jpg" alt="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startpaltz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" class="wp-image-132238"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)</figcaption></figure>



<p>Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein Museum umgestalten. Das meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS am Samstag unter Berufung auf die russische Raumfahrtbehörde. Diese habe der kasachischen Seite Anfang September vorgeschlagen, den &#8222;Gagarin-Start&#8220; aus dem Pachtvertrag herauszulösen und auf seiner Grundlage einen Museumskomplex zu schaffen, zu dem auch ausrangierte Weltraumtechnik gehören soll. Auf diese Art wolle man das historische Erbe bewahren und die touristische Attraktivität des Kosmodroms Baikonur erhöhen. Der Vorschlag werde derzeit von den zuständigen kasachischen Ministerien geprüft.</p>



<p>Der Startplatz Nr. 1, wie Gagarins Rampe offiziell heißt, ist seit dem Zerfall der UdSSR Eigenturm Kasachstans und bis 2050 für jährlich 115 Millionen Dollar an die Regierung der Russischen Föderation verpachtet. Derzeit finden von ihm keine Starts statt. Im November 2021 hatten Russland, Kasachstan und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihr Interesse bekundet, den Komplex für den Start von Sojus-2-Trägerraketen zu modernisieren. Damit verfügt Russland in Baikonur nur noch über den Startplatz Nr. 31 für bemannte Missionen, was als sehr riskant gilt. Eine technische Reserve gibt es weder hier noch auf den Kosmodromen Wostotschny und Plessezk auf dem eigenen Territorium.</p>



<p><em>Gerhard Kowalski</em></p>



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		<title>Russland begeht Tag der Raumfahrt mit Volksbelustigungen und Start einer neuen Interkontinentalrakete</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-begeht-tag-der-raumfahrt-mit-volksbelustigungen-und-start-einer-neuen-interkontinentalrakete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2023 11:07:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Tschaika]]></category>
		<category><![CDATA[Walentina Tereschkowa]]></category>
		<category><![CDATA[Wysow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auftritt Putins am Abend. Ein Beitrag vor Gerhard Kowalski. Quellen: GK Roskosmos, Verteidigungsministerium, TASS, RIA Nowosti, yandex.ru. Moskau, 12. April 2023 &#8211; Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Russland am Mittwoch den 62. Jahrestag des Raumfluges von Juri Gagarin begangen. Anfangs sah es so aus, als fänden an diesem Tag [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Auftritt Putins am Abend. Ein Beitrag vor Gerhard Kowalski. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quellen: GK Roskosmos, Verteidigungsministerium, TASS, RIA Nowosti, yandex.ru.</p>



<p>Moskau, 12. April 2023 &#8211; Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Russland am Mittwoch den 62. Jahrestag des Raumfluges von Juri Gagarin begangen. Anfangs sah es so aus, als fänden an diesem Tag nur Volksbelustigungen statt, um von dem Blutvergießen abzulenken. Allein für Moskau wurden mehr als 60 Veranstaltungen in Parks, Kinos, Klubs und Museen angekündigt &#8211; im ganzen Land sollten zudem 18 Fernsehtürme als Projektionsfläche für bunte Video-Programme dienen.<br>Für den Abend ist im Staatlichen Kremlpalast in Anwesenheit von Präsident Wladimir Putin die Premiere des ersten Spielfilms geplant, der im Weltall gedreht wurde. Er trägt den Titel &#8222;Wysow&#8220; (Herausforderung) und entstand im Oktober 2021 im russischen Segment der Internationalen Raumstation ISS.</p>



<p>Überraschend meldete in der Nacht das Verteidigungsministerium den erfolgreichen Start einer ballistischen Interkontinentalrakete der Strategischen Raketentruppen vom Staatlichen Zentralen Testgelände Kapustin Jar im Gebiet Astrachan. Der Übungsgefechtskopf habe sein Ziel im kasachischen Testgebiet Sary-Schagan mit der vorgegebenen Präzision erreicht und damit die Richtigkeit der Entscheidungen bei der Entwicklung neuer strategischer Raketenkomplexe bestätigt, hieß es in der Mitteilung zu der sicher nicht zufälligen Machtdemonstration. &#8222;Die Aufgaben des Starts wurden voll und ganz erfüllt.&#8220; Das klingt auch in dem Grußwort des Chefs des Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) &#8222;Juri Gagarin&#8220;, Maxim Charlamow, an seine Mitarbeiter an. Er versicherte ihnen ausdrücklich, dass dank ihrer Arbeit das Land derzeit seinen &#8222;Status als kosmische Großmacht bewahrt&#8220; und die &#8222;Raketen- und Raumfahrtindustrie die Grundlage des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und der Sicherheit Russlands ist&#8220;.</p>



<p>Besondere Aufmerksamkeit findet eine Ausstellung in der Staatsduma, dem Unterhaus des russischen Parlaments, unter dem Titel &#8222;Tschaika. Die Ersten im Weltraum&#8220;. Sie ist dem bevorstehenden 60. Jahrestag des Fluges von Walentina Tereschkowa mit dem Funkcode Tschaika/Möwe vom 16. Juni 1963 als erste Frau ins All gewidmet. Pikant ist dabei, dass Tereschkowa eine der 450-Duma-Abgeordneten &#8211; darunter auch vier Kosmonauten &#8211; ist, die einstimmig für den Krieg gegen die Ukraine votiert haben.</p>



<p>Der Generaldirektor der GK Roskosmos, Juri Borissow, hat den Gagarin-Jahrestag genutzt, um auf die Schlüsselaufgaben seiner Behörde bei der Entwicklung der bemannten Raumfahrt aufmerksam zu machen. In einem TASS-Interview nannte er dabei den Bau einer eigenen nationalen Raumstation und einen Mondflug. Das sogenannte Skizzenprojekt der Russischen Orbitalstation (ROS) werde bis zum Jahresende fertiggestellt, kündigte er an. Das erste Modul dafür soll 2028 gestartet werden und auch die erste Besatzung empfangen. Beim bemannten Mondprojekt müsse erst einmal das Programm für den dafür erforderlichen Bau einer superschweren Trägerrakete bestätigt werden, sagte der Manager. Dazu liefen derzeit die Abstimmungen mit den zuständigen föderalen Organen.</p>



<p>Die russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew, Dmitri Petelin und Andrej Fedjajew haben ihrerseits ihren Landsleuten Grüße aus der Internationalen Raumstation ISS geschickt und mitgeteilt, dass sie das Gagarin-Jubiläum mit einem festlichen Essen begehen werden. Zudem veröffentlichte Petelin ein neues Foto von der Gagarinschen Startrampe in Baikonur (Kasachstan).</p>



<p><em>Gerhard Kowalski</em></p>



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		<title>Russland veröffentlicht erstmals Fotos von der Absturzstelle Gagarins</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/russland-veroeffentlicht-erstmals-fotos-von-der-absturzstelle-gagarins/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 17:47:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[MIG-15UTI]]></category>
		<category><![CDATA[RGANT]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=124321</guid>

					<description><![CDATA[<p>RGANT gibt Fotos vom Ort der Katastrophe frei. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: RIA Nowosti 27. März 2023. Moskau, 27. März 2023 &#8211; Das Russische Staatliche Archiv für Wissenschaftlich-Technische Dokumentation (RGANT) hat am Montag zum 55. Jahrestag des tödlichen Absturzes von Juri Gagarin erstmals Fotos vom Ort der Katastrophe veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur RIA [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-a1c4edd6">RGANT gibt Fotos vom Ort der Katastrophe frei. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: RIA Nowosti 27. März 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK3021500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK302260.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Zwei Bücher über Gagarin. (Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p>Moskau, 27. März 2023 &#8211; Das Russische Staatliche Archiv für Wissenschaftlich-Technische Dokumentation (RGANT) hat am Montag zum 55. Jahrestag des tödlichen Absturzes von Juri Gagarin erstmals Fotos vom Ort der Katastrophe veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldet. Eines davon zeigt Teile einer zertrümmerten Tragfläche der MiG-15 UTI, mit der der erste Kosmonaut der Welt zusammen mit seinem Instrukteur Wladimir Serjogin am 27. März 1968 bei dem Dorf Nowosjolowo unweit von Kirshatj im Gebiet Wladimir aus bisher nicht geklärten Gründen abgestürzt ist. Die Agentur erinnert zudem in einem kurzen Video an den Brief, den Gagarin vor seinem historischen Flug am 12. April 1961 an seine Familie geschrieben hat. Darin betont er, dass er zwar vom Erfolg seiner Mission überzeugt sei. Sollte ihm dennoch etwas zustoßen, bitte er seine Frau Walentina, die beiden Töchter im Sinne des Kommunismus zu erziehen.</p>



<p>Gagarin, der aus Sicherheitsgründen Flugverbot hatte, hatte kurz zuvor durchgesetzt, dass er nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums Anfang 1968 an der Shukowski-Militärakademie wieder selbst ein Flugzeug steuern durfte. Diese Entscheidung war jedoch kurzfristig auf höchster Ebene zurückgenommen und ein letzter Kontrollflug mit dem Fluglehrer Serjogin angeordnet worden, der dann in der Katastrophe endete über die ein striktes Informationsverbot verhängt wurde.</p>



<p>Die letzten Recherche-Ergebnisse, die ich in meinen Gagarin-Büchern dazu dargestellt habe, besagen, dass für den Flug keine vorschriftsmäßig vorbereitete zweisitzige Maschine zur Verfügung stand. So habe Serjogin, der hinter Gagarin saß, nicht eingreifen können, als die Maschine offenbar außer Kontrolle geriet.</p>



<p><em>Gerhard Kowalski</em></p>



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</ul>
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		<item>
		<title>Geheimhaltung von Gagarin-Dokumenten aufgehoben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-von-gagarin-dokumenten-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 07:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=119758</guid>

					<description><![CDATA[<p>Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS, RIA Nowosti,&#160;Russkij Kosmos. Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: TASS, RIA Nowosti,&nbsp;Russkij Kosmos.</p>



<p>Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv des inzwischen nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau aufbewahrt werden, freigegeben worden. Die Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks sei im September auf Initiative der Raumfahrtbehörde GK Roskosmos erfolgt, berichteten Nachrichtenagenturen am Wochenende unter Berufung auf die Zeitschrift Russkij kosmos.&nbsp;</p>



<p>Zu den Dokumenten gehören ein Fragebogen Gagarins, eine ausführliche Darstellung seines Dienstes in der Sowjetarmee und seines Werdegangs in der Kosmonautenabteilung, Informationen über seine familiäre Situation sowie eine Verpflichtung des Kosmonauten, alles über das sowjetische Weltraumprogramm und Militär geheim zu halten. Letzteres Versprechen war von ihm acht Monate vor seinem Flug schriftlich abgegeben worden.</p>



<p>Ferner gibt es unter den Papieren auch &#8222;Spekulationen&#8220; verschiedener Internet-Portale, was darauf hindeuten könnte, dass die Aktensammlung offenbar bis in die Gegenwart weitergeführt wurde.&nbsp;Die historischen Dokumente stünden nunmehr&nbsp; &#8222;Forschern&#8220; zur Verfügung, heißt es.&nbsp;Die Frage, ob das auch für Journalisten gilt, bleibt offen.</p>



<p>Gerhard Kowalski</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vor 60 Jahren &#8211; „Pojechali!“ – Und los ging’s!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Apr 2021 21:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Historischer Kalender]]></category>
		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=77760</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 12.April 1961 flog zum ersten Mal in der Geschichte ein Mensch in den Kosmos. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Andreas Weise. Sechzig Jahre ist es nun her, dass der Mensch erstmals seinen Weg in den Kosmos bahnte. Was für ein Datum! Nun könnte man in Erinnerung an dieses historische Ereignis die ganze Geschichte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/" data-wpel-link="internal">Vor 60 Jahren &#8211; „Pojechali!“ – Und los ging’s!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 12.April 1961 flog zum ersten Mal in der Geschichte ein Mensch in den Kosmos.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Andreas Weise.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinInHellersdorf2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gagarin in Berlin-Hellersdorf - Künstler Victor Ash. (Bild: A. Weise)" data-rl_caption="" title="Gagarin in Berlin-Hellersdorf - Künstler Victor Ash. (Bild: A. Weise)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GagarinInHellersdorf26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gagarin in Berlin-Hellersdorf &#8211; Künstler Victor Ash.<br>(Bild: A. Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Sechzig Jahre ist es nun her, dass der Mensch erstmals seinen Weg in den Kosmos bahnte. Was für ein Datum! Nun könnte man in Erinnerung an dieses historische Ereignis die ganze Geschichte haarklein noch einmal erzählen: Juri Gagarin: Vom Bauernsohn zum Weltraumflieger. Hier im Forum gibt es bestimmt nicht Wenige, die jede Einzelheit der Geschichte, des Starts, des Fluges, der Landung und dem ganzen Rest im Detail kennen.</p>



<p>Gagarin war ein Pionier, ein sehr mutiger Mann, der genau wusste, worauf er sich da eingelassen hatte. In den letzten Jahren, speziell nach Öffnung der Archive, sind immer mehr Details ans Licht gekommen die das Gesamtbild der bis dahin streng geheimen Geschichte um Gagarin schärfer machen.</p>



<p>Doch sollte man nicht einige Schritte von dem Geschichtsbild zurücktreten und es einmal in seiner gesamten Allgemeinheit sehen, was da an jenem 12. April vor 60 Jahren geschah?</p>



<p>Beginnt die Geschichte nicht viel, viel früher, als der Mensch zum ersten Mal bewusst gen Himmel blickte und sich fragte, was dort ist? Und markiert nicht jenes Datum einen Quantensprung in der Evolution der Menschheit, nämlich in der Lage zu sein, die schützende Erde zu verlassen?</p>



<p>&#8222;Er hat uns alle ins Weltall gerufen.&#8220; Dieses Zitat bringt es auf den Punkt. Kein geringerer, als US-Astronaut Neil Armstrong hat es gesagt. Er war sich der Tatsache völlig bewusst, dass seine Leistung, als erster Mensch den Mond zu betreten, nur als Folge der Tat von Gagarin zu betrachten ist.</p>



<p>Und Gagarin war dabei nur der Protagonist. Die Geschichte hätte auch anders ablaufen können, wenn, ja wenn…. Es hätte ebenso Titow, Glenn, Shepard, Bondarenkow oder sonst wer sein können. Es hätte schon 1957, 1960 oder erst 1962 passieren können. Es hätte ein Dienstag oder auch ein Freitag sein können. Aber eins war zu aller Zeit sicher. Es war geradezu gesetzmäßig, dass dieser Tag einmal kommen würde.</p>



<p>Überlegungen in Form von „Was-wäre-wenn?“ in diversen Filmen haben offensichtlich zur Zeit Hochkonjunktur. Man denke an die TV-Serie „For All Mankind“.</p>



<p>Und wenn die Geschichte anders gelaufen wäre und der erste Mensch im Weltraum ein US-Bürger gewesen wäre? Tja dann würde zu diesem Jubiläum gewiss wie bei „50 Jahre Mondlandung“ ein wochenlanger Hype durch unsere Medien wehen.<br>Aber die Geschichte lief anders. Und die Geschichte hat es gut gemeint. Sie hat an jenem 12. April das Unternehmen glücklich enden lassen. Sie hat der Welt einen Helden gegeben, der durch sein strahlendes Lächeln, seine Bescheidenheit und seine Charakterfestigkeit zur positiven Ikone einer ganzen Epoche wurde. Alles war auf einmal möglich.</p>



<p>Und dieser Verlauf der Geschichte hat dafür gesorgt, dass die Supermacht USA aus ihrem überheblichen Denken, sie wäre die absolut führende Technologienation, herausgerissen wurde. Kennedy weckte nur wenige Tage nach Gagarins Flug die Nation aus ihrer Schockstarre mit seiner „Mond-Rede“ auf. Darauf folgend in einer bis dahin nie wieder vollbrachten ökonomischen Kraftanstrengung schafften es die USA in nur 8 Jahren und 3 Monaten den nächsten Schritt in der (Raumfahrt-)Evolution zu vollziehen. Das Betreten eines anderen Himmelskörpers. So etwas hatte es danach nie wieder gegeben. Und Schuld dran war: Gagarin! Die Begeisterung in der damaligen Zeit ist für viele, die es nicht miterlebt haben, heute nicht mehr nachvollziehbar. Heute ist man in der bemannten Raumfahrt längst zur Tagesordnung übergegangen. Die ISS kreist seit 23 Jahren um die Erde. An und in ihr arbeiten 16 Nationen friedlich miteinander. Ein Traum, nein eine Tatsache, wie man sich diese zum Beginn der bemannten Raumfahrt gewünscht hätte.</p>



<p>Aber es scheint heute, als fehle der notwendige Impuls in der bemannten Weltraumfahrt, weiter voran zu schreiten. Das nächste Zeil wäre der Mars. Seit Anfang der 60er Jahre wird gesagt, dass wir in 20 Jahren zum Mars fliegen. Koroljows Marspläne (Landeziel 1976!) waren hier bestimmt nicht die einzigen. Das aktuelle Ziel, 2024 wieder bemannt zum Mond zu fliegen verblasst irgendwie im Lichte der Meilensteine von 1957, 1961 und 1969.</p>



<p>Auch sind die Zeiten der großen Einzelhelden längst vorbei. Gagarin, Leonow, Tereschkowa, Glenn und Armstrong… das war eine andere Generation. Die neuen Helden von heute kommen aus einer ganz anderen Branche und heißen zum Beispiel Musk. Menschen, die völlig an der jeweiligen gerade aktuellen Politikleitlinie vorbei ihren Traum vom Weltraum verwirklichen und dazu offensichtlich auch die finanziellen Mittel haben. Die Weltraum-Evolution droht privatisiert zu werden. Eine Entwicklung, die ich mit großem Interesse verfolge, wenngleich ich nicht glücklich damit bin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DSC06914rc1500tw.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln. (Bild: T. Weyrauch)" data-rl_caption="" title="Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln. (Bild: T. Weyrauch)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DSC06914rc260tw.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein nachdenklich schauender Gagarin im EAC Köln.<br>(Bild: T. Weyrauch)</figcaption></figure></div>



<p>Was bleibt also von Gagarin heute? Er ist ein Symbol für den Beginn der bemannten Raumfahrt.<br>Und genau in diesem Sinne wird er gewürdigt.<br>Als Vermächtnis Gagarins steht folgendes Zitat:</p>



<p>&#8222;Облетев Землю в корабле-спутнике, я увидел, как прекрасна наша планета. Люди, будем хранить и преумножать эту красоту, а не разрушать её!&#8220;</p>



<p>&#8222;Als ich die Erde in einem Raumschiff umflog, sah ich, wie wunderschön unser Planet war. Menschen, lasst uns diese Schönheit bewahren und vervielfachen, nicht zerstören!&#8220;</p>



<p>Dem ist nichts hinzuzufügen.</p>



<p><strong>Zum Thema:</strong><br>Der MDR hat eine 5-teilige, aufwendige Dokumentation unter dem Titel „Kosmonaut Nr.1“ produziert, die im Grunde auf der älteren Dokumentation „Die Gagarin-Story“ von 2005 basiert. Dieser neue Fünfteiler ist bereits in der ARD-Mediathek zu sehen. Das gezeigte Originalfilmmaterial ist für Kenner in Qualität und Inhalt sehr interessant. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Leider hat man in einigen Details neuere Erkenntnisse und Details nicht einfließen lassen. So wird zum Beispiel behauptet, dass die Landung nur mit wenigen Kilometer Abweichung erfolgte. Das stimmt zum Beispiel so nicht. Auch wird in Bezug auf Gagarin&#8217;s Unfalltod auf eine ältere Faktenlage zurückgegriffen. Das soll aber den Gesamteindruck nicht schmälern.</p>



<p>Für Freunde des gedruckten Wortes sei hier auf die immer noch aktuelle Gagarin-Biographie „Der unbekannte Gagarin“ von Gerhard Kowalski verwiesen. Diese wurde bereits hier besprochen:<br><a href="https://www.raumfahrer.net/von-der-buchmesse-leipzig-alle-guten-dinge-sind-drei/" data-wpel-link="internal">Von der Buchmesse Leipzig: Alle guten Dinge sind Drei</a><br>Im Forum: <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13452.msg326524#msg326524" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Der unbekannte Gagarin</a></p>



<p>Für Freunde des Spielfilms sei auf den russischen Film „Gagarin: Wettlauf ins All“ verwiesen. Auch hier der entsprechende Verweis.<br><a href="https://www.raumfahrer.net/zum-80sten-der-film/" data-wpel-link="internal">Zum 80sten: Der Film</a></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10775.msg507813#msg507813" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Wostok-Programm</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vor-60-jahren-pojechali-und-los-gings/" data-wpel-link="internal">Vor 60 Jahren &#8211; „Pojechali!“ – Und los ging’s!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gagarin und &#8222;Das ungeschriebene Gesetz&#8220;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gagarin-und-das-ungeschriebene-gesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Mar 2018 20:11:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Absturz]]></category>
		<category><![CDATA[Flugunfall]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[MIG-15UTI]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=42363</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 27. März vor genau 50 Jahren kam der erste Raumfahrer der Welt, der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Unfallhergang wurde nie abschließend aufgeklärt. Vor zwei Jahren gab es dann mutmaßlich neue Erkenntnisse, die eine Neuaufnahme der Unglücksuntersuchung rechtfertigen könnten. Passiert ist bislang &#8230; nichts! Ein Beitrag von Andreas Weise. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/gagarin-und-das-ungeschriebene-gesetz/" data-wpel-link="internal">Gagarin und &#8222;Das ungeschriebene Gesetz&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 27. März vor genau 50 Jahren kam der erste Raumfahrer der Welt, der Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Unfallhergang wurde nie abschließend aufgeklärt. Vor zwei Jahren gab es dann mutmaßlich neue Erkenntnisse, die eine Neuaufnahme der Unglücksuntersuchung rechtfertigen könnten. Passiert ist bislang &#8230; nichts!</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise.</a> Quelle: Recherche.</p>



<p>Es besteht das ungeschriebene Gesetz: Ein Flugunfall ist aufzuklären. Egal, wie lange es dauert. Dabei sind die Ursachen des Unfallereignisses zu ermitteln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind dann Maßnahmen abzuleiten, damit so ein Flugunfall nie wieder passieren kann.  <br>In der Öffentlichkeit sind vor allem die großen Flugunfälle mit Passagierflugzeugen im Gedächtnis geblieben. So der Absturz eines Urlaubsfliegers der Birgenair 1996. Hier war ein technischer Defekt die Hauptunfallursache. Oder die Explosion einer Boeing 747 der Fluggesellschaft TWA vor New York, ebenfalls 1996. Ein bis dato nicht so beachtetes Phänomen der Gasbildung in halb leeren Flugzeugtanks führte später zur Umkonstruktion des Jumbojets. Beim Absturz eines Air-France-Airbus 2009 mitten über dem Atlantik handelte es sich hauptsächlich um eine Kombination aus technischem Versagen und Pilotenfehler. Neue Trainingsprogramme für Piloten waren die Folge. Manchmal kann die Aufklärung schnell erfolgen. Bei anderen Vorkommnissen wird es noch Jahre dauern, bis man weiß, was wirklich passiert ist. Es ist auch hier notwendig, zweifelsfrei Klarheit über die Ursachen zu schaffen. Ob die Ergebnisse den Beteiligten gefallen oder nicht. </p>



<p>Was für die zivile Luftfahrt gilt, sollte auch in der Militärluftfahrt üblich sein. Freilich, aus Gründen der Geheimhaltung bekommt der normale Bürger nur selten etwas von solchen Ereignissen mit. </p>



<p>Was aber, wenn es sich bei den Unfallopfern um wichtige, bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens handelt? Gar Menschen mit Weltruhm? Wird hier nicht lückenlos aufgeklärt, wird versucht zu vertuschen oder gar tot zu schweigen…dann ist das der beste Nährboden für Verschwörungstheorien aller Art. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_1.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
MiG15UTI ohne Zusatztanks im Sternenstädtchen 2017 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p>Von der breiten Öffentlichkeit heute leider nicht mehr beachtet, hat sich so ein Fall am 27. März 1968 östlich des bei Moskau gelegenen Militärflugplatzes Tschkalowski ereignet. Die Rede ist vom Tot des Oberst Juri Alexejewitsch Gagarin. Und dieser war ja nicht irgendwer! Dieser war der erste Mensch im Weltraum, war sozialistische Pop-Ikone der aufstrebenden Sowjetunion, war ein Superstar in der weltweiten Öffentlichkeit, ein strahlender Held. Und dieser Mensch, der den Weltraum bezwungen hat, verunglückt bei einem ganz banalen Übungsflug tödlich! Und er saß ja nicht allein im Flugzeug. Mit an Bord: Oberst Serjorgin, der auch ums Leben kam. Zwei Oberste in einer schon betagten, einfachen Übungsmaschine stürzen ab. Der eine ist Kosmonaut, der andere ein erfahrener Militärflieger und Fluglehrer. „Da muss doch etwas oberfaul sein!“ denkt der Leser sofort. Und richtig: Es geistern bis heute die absurdesten Geschichten zu diesem Ereignis herum. Von „Alkohol“ bis „Mord“. Von „Schicksal-Pech“ bis „Pilotenfehler“. Der Phantasieauswüchse der Verschwörungen sind keine Grenzen gesetzt. Und warum? Weil die verantwortlichen Ermittler bis heute keine abschließende Erklärung für den Flugunfall gefunden haben, bzw. finden wollten. Zu groß ist das Potential an emotionalem Sprengstoff, das sich um die Person Gagarin aufgebaut hat. Wer möchte schon zugeben, dass er hier einen Fehler begangen hat? Dabei geht es um das Ansehen höchster Entscheidungsträger und nicht zuletzt um die Ehre der ruhmreichen sowjetischen Luftstreitkräfte. </p>



<p>Aber erinnern wir uns: Ein Flugunfall ist aufzuklären! Und es war ein Unfall. Die Aufklärung ist notwendig, um die Mängel und Fehler zu verstehen, die Piloten und ihr Handeln richtig darzustellen und der Öffentlichkeit und vor allem der Familie Gagarin endlich zu sagen, was mit dem Held und Familienvater wirklich passiert ist. </p>



<p>Noch immer aber herrscht eisiges Schweigen. Keiner möchte in Russland den Teppich der Geschichte hoch heben, um zu sehen, was seiner Zeit darunter gekehrt wurde. </p>



<p>Der Autor dieser Zeilen hatte sich vor zwei Jahren in einem <a href="https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Beitrag</a> hier bereits geäußert. Um den Leser nicht zu langweilen, habe ich versucht, die im Moment vorliegenden wichtigsten Fakten noch einmal zu ordnen. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf Angaben in Kowalskis Buch „Der unbekannte Gagarin“ und die Vorgängerwerke. Natürlich wird auch Sergejews Text, herausgegeben von Kowalski: „Gagarin – Er könnte noch leben“ berücksichtigt. Es ist davon auszugehen, dass Kowalski alle öffentlich bekannten Fakten zusammen getragen, und dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht hat. Was ist also passiert? </p>



<p><strong>Die Vorgeschichte:</strong> <br>31. Dezember 1959: Gagarin hatte 265 Flugstunden auf Jak-18 (Übungs-Propellermaschine) und MiG-15bis (Düsenflugzeug) nachgewiesen. Das ist nicht viel. Für einen jungen Piloten, der noch ganz am Anfang seines Fliegerlebens stand, aber bestimmt nichts Außergewöhnliches. </p>



<p>Mit dem Eintritt in den Kosmonauten-Kader braucht und darf Gagarin nicht mehr selber ein Flugzeug steuern. Die Ausbildung sieht das nicht vor. Nach seinem Weltraumflug soll er als Person geschont werden. Wie oft er aktiv zwischen 1961 und 1967 hinter dem Steuerknüppel gesessen hat und in wie weit er selber geflogen ist, das ist nicht bekannt. Es ist aber zu vermuten, dass es nur ganz wenige Flugstunden waren. Nach dem Tode Komarows (Sojus 1) im April 1967 wird für Gagarin absolutes Flugverbot angeordnet. </p>



<p>Erst im November 1967 erhält er die Erlaubnis, wieder allein zu fliegen. Sein Vorgesetzter Kamanin interveniert dagegen. Es kommt zum Streit. Gagarin bleibt hartnäckig. Ein Kompromiss wendet den Eklat ab. Gagarin soll erst seine Diplomarbeit abschließen. Ziel: Frühjahr 1968. </p>



<p>1. März 1968: Gagarin erhält seine Flugerlaubnis zurück. Grund: Er hat sein Diplom als Ingenieur am 17. Februar 1968 erfolgreich verteidigt. Es sind somit über acht Jahre vergangen seit Gagarins Herausnahme aus dem aktiven Flugdienst. </p>



<p>9. März 1968: Gagarin feiert seinen 34. Geburtstag. </p>



<p>12. März 1968: Gagarin geht zur medizinischen Kontrolle und wird für flugtauglich befunden. Hier müsste man stutzen. Gagarin hatte sich im Oktober 1961 eine schwere Schädelverletzung zugezogen. Die Folgen konnte man in seiner linken Augenbraue sehen, die nicht ganz durch entsprechende kosmetische Operationen wieder hergestellt werden konnte. Es gibt Ärzte, die ihm die Flugtauglichkeit, besonders bei hohen G-Kräften, absprechen. Allerdings war Gagarin im aktiven Kosmonauten-Kader und sogar Double von Komarow für den Sojus-1-Flug. Spätestens hier hätte eine Flugunfähigkeit diagnostiziert werden müssen, wenn es die gab. Oder hat man Gagarin bewusst im falschen Glauben gelassen, er sei weltraum- und flugtauglich? Wollte man ihn nicht enttäuschen? Das aber wäre eine Ungeheuerlichkeit, die ich den damaligen Verantwortlichen in dieser Konsequenz nicht zutraue. Fazit für mich: Gagarin war aus damaliger Betrachtungsweise und der vorliegenden Erkenntnisse flugtauglich. Beweise wären die medizinischen Protokolle bzw. Gagarins Krankenakte, wenn sie für eine Untersuchung zugänglich wären. </p>



<p>13. März 1968: Ein Mittwoch. Gagarin unternimmt zwei Lehrflüge im Doppelsitzer mit insgesamt zwei Stunden Länge. </p>



<p>Nach Sergejew (Seite 34) fliegt Gagarin in den nächsten zwei Wochen 18 Übungsflüge auf Mig15UTI. Die Gagarin-Bekannte Marinsky bestätigt die 18 Flüge in ihrem Buch 2011 und nennt zehn Flugstunden bei vier verschiedenen Fluginstrukteuren. </p>



<p>27. März 1968: Auch ein Mittwoch, nur zwei Wochen später&#8230; Gagarin soll zwei Alleinflüge auf einem einsitzigen Jagdflugzeug MiG-17 machen. Kurz davor findet der Unglücksflug statt, bei dem er und der zweite Insasse ums Leben kommen. Fluggerät ist die MiG15UTI Nr. 612739 mit der Bordnummer 18. </p>



<p>Es stellt sich folgende Frage: Wie kann man jemanden, der acht Jahre keine Flugpraxis gehabt hat, davor auch nicht viel geflogen ist, innerhalb von nur zwei Wochen für einen Alleinflug fit machen? Ist das nicht eine sehr kurze Zeitspanne? Und es darf ja nichts schief gehen. Es ist ja Gagarin, und dem darf nichts passieren. Wieso also so wenig Zeit? Ich habe versucht, das durch erfahrene Piloten bewerten zu lassen. Auch habe ich in der Literatur einen Wert für eine mögliche Ausbildung auf MiG15UTI gefunden. Das zusammengefasste Ergebnis dieser Bewertungen ist (natürlich subjektiv), dass dieses Zwei-Wochen-Programm bei einem guten Piloten ausreichen könnte.  </p>



<p>Laut Marinsky absolviert Gagarin zehn Flugstunden (Woher wußte sie das?). Aber hatte Gagarin überhaupt die Zeit für so ein Intensivtraining? Er hatte auch andere Verpflichtungen. Liest man zu dem fraglichen Zeitraum in Kamanins Tagebüchern, bzw. in Tschertoks Memoiren nach, so erfährt man: Es ging zu dieser Zeit um den Mond, um LK, LOK und die Amerikaner. War also Gagarin nicht richtig vorbereitet auf seinen Alleinflug? Antworten darauf könnte man in den Flugbüchern von Gagarin finden. Wenn diese erhalten sind, findet man die Flugnachweise. Oder man schaut einfach in seinen Terminkalender. Der sollte im Original auf seinem Schreibtisch liegen. Der Schreibtisch ist erst vor einiger Zeit restauriert worden und jetzt Gedenkstätte.  </p>



<p>Es gibt Aussagen, dass sich Gagarin voll in die Flugausbildung hineingestürzt habe. Aus dem, was öffentlich bekannt ist, kann man nicht abschließend sagen, ob Gagarin auf seinen Alleinflug ausreichend vorbereitet worden ist. Aber ich verlasse mich da auf die dokumentierten Aussagen der Beteiligten. Daher möchte ich es annehmen. </p>



<p>Nun zum Unglückstag: Im offiziellen Untersuchungsbericht steht, die Maschine habe den Vorschriften entsprochen. Auch die Flugvorbereitung habe den Vorschriften entsprochen. Das kann so nicht stimmen. Schon Prof. Bjelozerkowski hatte in zwei Büchern 1992 und 1997 entsprechende Ungereimtheiten öffentlich gemacht. Diese passen mit den Ermittlungen von Sergejew von 2014 (der Text wurde erst 2016 herausgegeben) genau zusammen. Sergejew beruft sich dabei auf namentlich genannte Zeugen, was ihn glaubwürdig macht. Daraus ergibt sich folgendes Bild der Flugvorbereitung: </p>



<p>Gagarin soll an diesem Tag zwei Flüge mit einer MiG17 allein durchführen. Die MiG17 ist ein einsitziges Jagdflugzeug und dem Schulungsflugzeug MiG15UTI ähnlich. Für den Flugbetrieb ist für den Tag ein entsprechender Flugplan aufgestellt. Dieser sieht vor, wann wer fliegt, womit geflogen wird und wann welche Wetterdaten durch das Wetterflugzeug herein kommen. General Kamanin, Gagarins Vorgesetzter, hat am Vortag General Kusnezow überraschend befohlen, dass Gagarin vor seinen Alleinflügen noch einen letzten Kontrollflug mit einem Fluglehrer machen soll. Dafür wird der Regimentskommandeur Serjorgin verantwortlich gemacht, der Gagarin persönlich prüfen soll. Doch Serjorgin erreicht der Befehl zu spät. Er hat keinen einsatzbereiten Doppelsitzer. Was tun? Die Zeit verrinnt. Das Wetter droht sich zu verschlechtern. Der Flugplan gerät durch den nicht eingeplanten Flug durcheinander. Einem anderen Piloten den Doppelsitzer wegnehmen? </p>



<p>An dieser Stelle muss ich für mich sagen: Serjorgin trifft meiner Meinung nach die Hauptschuld am folgenden Unfall. Er hätte hier an dieser Stelle den Gagarin-Flug absagen müssen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Schließlich haben ihm zwei Generäle einen Befehl erteilt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_2.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Demontierter Zusatztank 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p>Also improvisiert Serjorgin. Es wird die zwölf Jahre alte MiG15UTI mit der Bordnummer 18 aus dem Hanger geholt und in aller Eile zum Start vorbereitet. Die Zeit drängt: Das Wetter! Die besagte Maschine hat einige Besonderheiten, die später in der Unfall-Betrachtung wichtig werden. Sie ist mit zwei Zusatztanks älterer Bauart ausgestattet. Diese sind Tropfenförmig und nicht spitz-konisch, wie eine spätere Version. Diese alte Bauform soll die Aerodynamik bei Kunstflug negativ beeinflussen. Für Gagarins Flugaufgabe also ungeeignet. Eine schnelle Demontage ist aber konstruktiv nicht so einfach. Also lässt man sie einfach an den Tragflächen dran.  </p>


<p>Bei Sergejew lesen wir, dass das Kabinendruckventil offen war. Es handelt sich hierbei um ein Verbindungsventil zwischen der Innenkabine und der Außenluft zum Druckausgleich. Wenn das Ventil geöffnet ist, dann ist die Kabine innen nicht hermetisch geschlossen. Es handelt sich bei der Maschine „18“ um eine in der Tschechoslowakei in Lizenz hergestellte MiG15UTI. Das Ventil ist nicht an der Stelle, wo es die Mechaniker vermuten würden. Also wird es übersehen – so Sergejew. Dieser Sachverhalt, sollte er so stimmen, zeugt von einer überstürzten technischen Flugvorbereitung. Sergejew misst dem offenen Ventil keine entscheidende Bedeutung zu. Aber wir kommen später noch einmal darauf zurück.</p>


<p>Zum Zeitpunkt des Unglückstages hatte die MiG bereits mehrere Generalüberholungen auf dem Buckel. Ein absoluter Schrotthaufen, könnte man meinen. Hinzu kommt die Behauptung von Sergejew, der hintere Sitz habe keinen Steuerknüppel besessen. Die Maschine sollte für Trainings-Katapultierungen umgebaut werden. Dafür benennt er entsprechende Zeugen. Unfassbar! So glaubt man im ersten Augenblick. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_3.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Steuerknüppel MiG15UTI 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p>Aber auch hier muss man genauer hinsehen. In Sergejews Text in Kapitel 8 wird die Szenerie so beschrieben: „… Nach etwa 20 Minuten hat man die UTI MiG-15 mit der Bordnummer 18 an den Start gezogen. Juri Alexejewitsch (Gagarin) kannte die Maschine, er war mit ihr mehrfach geflogen. &#8230;“ Man erinnere sich: Gagarin fliegt erst seit zwei Wochen wieder. Das bedeutet, die „18“ war im aktiven Dienst in den letzten 14 Tagen gewesen. Und zwar nehmen wir an: Vollständig als Schulflugzeug mit beiden (!) Steuerknüppeln. Also muss man den hinteren Steuerknüppel erst kurz vor dem Unglücksflug ausgebaut haben, wenn er überhaupt fehlte. So ein Ausbau kann sehr schnell erfolgen, wie man mir in einer Werkstatt auf dem Flugplatz Cottbus an einem entsprechenden Objekt erklärte. Aber warum nur den Knüppel? Die Maschine sollte als Schleudersitz-Trainer umgebaut werden. Solche Flugzeuge gab es wirklich. Dazu wurde die hintere Kabine umgebaut. Steuerknüppel und das Kabinendach wurden entfernt. Das brauchte man nicht. Der Schleudersitz-Proband saß sozusagen im Freien. Zusätzlich wurde eine aus Rohrprofilen gefertigte Umrandung angebracht. Nun mag so ein Umbau doch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aber Zeitgleich zum Steuerknüppel hätte man wenigstens auch das Kabinendach demontieren können. Warum soll also „nur“ der Knüppel gefehlt haben? </p>



<p>Anmerkung: Es gab auch eine MiG15UTI-Variante, bei welcher der Testschleudersitz in der vorderen Pilotenkanzel angebracht war und der steuernde Pilot hinten saß. Das soll aber hier nicht weiter betrachtet werden. </p>



<p>Und die Maschine war zumindest wenige Tage zuvor einsatzbereit. </p>



<p>Zurück zum Flug. Serjorgin hat den Befehl, Gagarin zu überprüfen. Dazu braucht er ihn „nur“ zu beobachten. Gagarin soll an dem Tag ohnehin allein fliegen. Also warum nicht mit einem Passagier? Ob nun mit oder ohne Steuerknüppel: Serjorgin setzt sich in die Kabine hinter Gagarin und man fliegt mit Verspätung los. Inzwischen hat sich die Wettersituation geändert. Die Wolkenschichten haben sich in der Höhe nach unten verschoben. Doch das erfahren die beiden nicht mehr.  Die ungefähre Wettersituation im Einsatzgebiet ist: Obere Wolkendecke: 4.500 bis 5.500 Meter, untere Wolkendecke 500 bis 1.500 Meter. Gagarin operiert später bei 4.200 Meter, also genau dazwischen. </p>



<p>Sieben Minuten nach dem Start ist man in der Flugzone angekommen und fliegt das vorgesehene Programm ab. Zumindest sieht es so aus. Die Maschine fliegt einen Vollkreis nach links und dann einen Vollkreis nach rechts. Die Flugbahn sieht aus wie eine liegende Acht. Es sind etwas mehr als vier Minuten vergangen. Gagarin meldet, dass die Aufgabe erfüllt sei. Keinem fällt in diesem Augenblick auf, dass das Flugprogramm 16 Minuten zu früh beendet ist. Es ist zu vermuten, dass Serjogin als erfahrener Pilot schlagartig gemerkt hat, dass mit dem Wetter und der Wolkendecke etwas nicht stimmt. Jedenfalls könnte die Situation für den unerfahrenen Gagarin zu kompliziert werden. </p>



<p>Die Erlaubnis zur Rückkehr wird erteilt. Gagarins letzte Worte sind die Bestätigung des Befehls. Dann geht die Maschine in eine 100-Grad-Rechtskurve. 40 Sekunden später ist die Maschine im Geradeausflug und geht in den Sturzflug über, fast direkt nach Süden. Die Flügel bleiben waagerecht. </p>



<p>Keine 30 Sekunden später ist die Maschine am Boden zerschellt. Die kleine MiG hat in einem Winkel von rund 35 Grad die Waldbäume abrasiert und sich dann in den Boden gebohrt. Die Trümmerspur am Boden ist fast 200 Meter lang. </p>



<p>Der ganze Flug dauerte keine dreizehn Minuten. Der Aufschlagpunkt ist ungefähr 65 Kilometer vom Startplatz entfernt in der Nähe der Ortschaft Novoselovo. </p>



<p>Was ist passiert? Das fragt sich jetzt die Untersuchungskommission. Es läuft eine gigantische Untersuchung an. Das noch so kleinste Trümmerteil wird geborgen. 95 Prozent (!) aller Teile werden gefunden. Die Untersuchungsakte füllt 29 dicke Bände. Da fällt mir sofort der fehlende hintere Steuerknüppel ein. Es lässt sich bestimmt feststellen, ob auch der hintere Steuerknüppel unter den Fundstücken gewesen ist. Das Teil ist sehr stabil und sollte den Absturz überstanden haben. Es ist davon auszugehen, dass er auch gefunden wurde. Wenn er im Flugzeug vorhanden gewesen ist. </p>



<p>Rekapitulieren wir kurz noch einmal: Die Maschine ist sehr alt aber flugfähig. Die Maschine ist mit Außentanks ausgerüstet, die für die Flugaufgabe nicht zugelassen sind (Verschlechterung der Aerodynamik). Der hintere Sitz hat vermutlich keinen Steuerknüppel. Der Flugbeobachter kann also nicht eingreifen. Die Wetterinformationen sind nicht aktuell, bzw. falsch in Bezug auf die Wolkenhöhe. Die Wolkengrenze ist niedriger, als angenommen. Der Pilot ist ein Anfänger ohne große Flugerfahrung im Instrumentenflug. Das ist eine beängstigende Mischung an Sachverhalten. </p>



<p>Unter diesen ungünstigen Ausgangspunkten sind jetzt die verschiedenen Erklärungen zu betrachten.</p>



<p>Eine Variante geht davon aus, das Flugzeug ist mit irgendetwas zusammen gestoßen, was urplötzlich auftauchte. Da ist zum Beispiel die These, ein Wetterballon wäre mit der MiG kollidiert. Angeblich gab es in dem Gebiet der Flugzone entsprechende unberechtigte Starts von Wetter-Ballons. Begründet wird das wie folgt: Laut rekonstruierten Instrumentenanzeigen war die Maschine bereits in der Flughöhe enthermetisiert. So, als wenn die Kanzel durch etwas zerstört wurde. Aber man erinnere sich: Das Kabinendruckventil war offen. Die Kabine war sowieso enthermetisiert. Der Beweis für einen Kanzelbruch verpufft. Auch konnten keine Fremdkörper, wie Trümmerteile anderer Fluggeräte oder gar Teile von Vögeln (vermuteter Vogelschlag) nachgewiesen werden. </p>



<p>Aber die Geschichte mit der enthermetisierten Kabine bzw. mit dem Kabinendruckventil ist noch nicht zu Ende. Der ehemalige Oberst der russischen Luftwaffe, Igor Kusnetzow, kam bei eigenen Untersuchungen 2010, also vor Sergejew, zu folgendem Ergebnis: Das Kabinendruckventil war undicht, die Kabine enthermetisiert. Gut, das deckt sich mit den Erkenntnissen von Sergejew. In 4.200 Meter Höhe bemerkten beide Piloten das. Darauf gingen sie in den Sinkflug, um schnell eine tiefere Luftschicht zu erreichen. Warum diese Panik? Normalerweise dürfte diese Höhe bei aufgesetzten Sauerstoffmasken kein Problem darstellen. Kusnetzow geht davon aus, dass beide Piloten keine Maske getragen haben. Dadurch könnte es zu Schwindel und Ohnmacht der Piloten gekommen sein. Die Folge wäre Kontrollverlust und Absturz. Auch hier gibt es Widerspruch durch Fachleute, aber keine abschließende Klärung. So wurde mir gesagt, dass Piloten der NVA einmal jährlich den „Aufstieg“ auf 5.000 Meter Höhe mit einer Verweildauer von 30 Minuten in der Druckkammer trainierten. Ohnmacht bei einem so vorgegeben Sturzflug wurde ausgeschlossen. Auch wurde in der NVA grundsätzlich mit Maske geflogen. Doch wie war es hier? </p>



<p>Aus meiner Sicht  könnte dem Kabinendruckventil vielleicht bei einer späteren Untersuchung eine größere Bedeutung zukommen. Wie funktioniert es, bzw. welche Aufgabe hat es?  Es regelt die Luftversorgung der Kabine. Bei der MiG15UTI sind vordere und hintere Kabine nicht voneinander hermetisch getrennt. Beim Start ist das Ventil offen. Kabinendruck und Außenluftdruck sind gleich. Bei steigender Höhe nimmt der Außendruck ab. Bei ca. 2.500 Meter Höhe fängt das Kabinendruckventil an, sich langsam zu schließen. Bei 4.000 Meter ist es dann ganz geschlossen und hält den Kabinendruck konstant, bis der Flug wieder unter diese Grenze geht. So die Theorie. Dazu gab es am Armaturenbrett eine Anzeige rechts unten. Auf dem Ventil, oder sagen wir besser Ventilautomat, gab es einen Schalter, der diesen Mechanismus außer Kraft setzte und das Ventil auf Dauer-Auf stellte, unabhängig von der Flughöhe. Sergjews Aussagen sind für mich so zu verstehen, dass das Ventil auf Dauer-Auf geschaltet war. Igor Kusnetzow geht davon aus, es war einfach kaputt. Beide Varianten führen zum selben Ergebnis: Die Kabine war enthermetisiert. Nach dem Material, das mir zugänglich war, befand sich das Ventil mit dem oben angebrachten Stellknopf rechts zwischen dem vorderen Schleudersitz (Gagarin) und der Bordwand. Die Zugänglichkeit kann ich noch nicht einschätzen. Man stelle sich jetzt die Situation vor. Die Piloten stellen plötzlich fest, die Kabine ist undicht. Der Blick sucht die Anzeige, der Blick sucht die mögliche Ursache in Gestalt des Kabinendruckventils. Die weiteren Schlussfolgerungen überlasse ich der Phantasie und der Logik der Unfallforscher. Es geht wie gesagt nur um 30 Sekunden Flug. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_4.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
Su-15 in Monino 2017 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p>Die populärste Unfall-Variante verbreitet Kosmonaut Alexej Leonow. Ein Flugzeug vom Typ Su-15 soll so nahe an Gagarins Maschine vorbei geflogen sein, dass dieses ins Trudeln geriet und abschmierte. Im Juni 2013 sagte Leonow Journalisten: Die Su-15, die vom Flugplatz Shukowski bei Moskau gestartet war, habe sich unerlaubt in Gagarins Flugzone befunden. Der Pilot der Su-15 sei in einer Wolkenschicht an der Maschine Gagarins mit hoher Geschwindigkeit in einem Abstand von nur 10 bis 15 Metern vorbeigeflogen, wodurch diese umgeworfen worden und ins Trudeln geraten sei. Gagarins Flugzeug habe sich bei einer Geschwindigkeit von 750 Stundenkilometern eineinhalbmal um die eigene Achse gedreht und sei kurz vor dem Abfangen auf der Erde aufgeschlagen. Nach Angaben von RIA Nowosti beruft sich Leonow auf einen frei gegeben Geheimbericht der Kommission, die den Absturz 1968 untersucht hat. </p>



<p>Die Variante mit dem zweiten Flugzeug ist nicht neu. Es gibt Augenzeugen, die das Flugzeug gesehen haben wollen. Nun soll es verschiedene Berichte über ungenehmigte Flugbewegungen in Gagarins Flugzone gegeben haben. Da ist von MiG-21 die Rede. Aber auch von Su-11 und Su-15. Unter Luftfahrtexperten ist das umstritten, dass ein Vorbeiflug die kleine MiG15UTI zum Absturz bringen könnte. Hinzu kommt, dass sich die Silhouetten der verschiedenen Flugzeuge sehr ähneln. Ein Laie kann sie kaum auseinander halten. Alle drei Flugzeugtypen haben aber recht unterschiedliche Leistungsdaten. In Bodennähe wäre nur eine Su-15 in der Lage, Überschall zu fliegen. Das könnte Gagarins Flugzeug gefährlich werden. Aber so viele Su-15 kann es 1968 um Moskau nicht gegeben haben. Der Flugzeugtyp war im Frühjahr 1968 relativ neu. Die Su-15 war erst ein Jahr zuvor auf der Luftparade in Domodedowo der Öffentlichkeit vorgestellt worden. </p>



<p>Der Startort der besagten Su-15, der Flugplatz Shukowski, ist übrigens etwas besonderes. Hier befindet sich nicht nur einer der längsten Landebahnen der Welt, von hier aus starteten auch unzählige Prototypen und Experimentalflugzeuge.  </p>



<p>Es sollte möglich sein, Pilot und Maschine laut Einsatz- und Flugplänen zu identifizieren. Leonow kennt angeblich den Namen des Piloten, aber er verrät ihn nicht, weil er sein Ehrenwort gegeben hat. Woran erinnert mich das gleich…? Leonow hatte es dann letztes Jahr noch einmal spannend gemacht, in dem er ankündigte, zum 60. Jahrestag von Sputnik 1  in seinem neuen Buch die ganze Wahrheit zum Tode von Gagarin zu enthüllen. Alle warteten auf Details zu der Geschichte mit der Su-15. Doch das erwies sich als Luftnummer. Ob man Leonow bewusst zurück gehalten hat?  Vielleicht war er sich der juristischen Konsequenzen nicht bewusst. Man kann es vereinfacht so sehen: Leonow behauptet, er habe Kenntnis von einem „tödlichen Unfall mit Fahrerflucht“, wobei er vorgibt, den Unfallverursacher sogar namentlich zu kennen. Das sollte doch die Staatsanwaltschaft  auf den Plan rufen, oder? Also es ist ein sehr heißes Eisen. Kein Mensch hat sich bislang auf die Suche nach dem im März 1968 auf dem Flugplatz Shukowski stationierten Su-15-Piloten gemacht, der am 27. März 1968 um 10:30 Ortszeit in der Flugzone 20 nördlich seines Flugplatzes geflogen sein soll. </p>



<p>Über mögliche andere Flugbewegungen, auch anderer Luftfahrtzeuge, zur fraglichen Unglückszeit gibt es keine verbindliche Aussage. </p>



<p>Egal. Es gibt somit offiziell keine Beweise, solange Leonows Behauptungen nur als Wichtigtuerei abgetan werden. in der Öffentlichkeit lässt man diese Geschichte aber weiter „köcheln“. Denn diese Unglücksvariante hat den Vorteil, dass es nur einen Schuldigen gibt. Den Piloten der Su. Das ist geradezu ideal, um etwas zuzudecken. Und wozu bedarf es dann noch einer neuen Untersuchung?</p>



<p>Eine weitere These des Unfallherganges besagt, dass Gagarin unbeabsichtigt in die untere Wolkenschicht geflogen ist und dabei die Orientierung verloren hat. Serjorgin als erfahrener Pilot hat nicht eingegriffen. Vielleicht, weil er keinen Steuerknüppel hatte. Bei null Sicht in den Wolken und ohne Erfahrung in der Orientierung mittels Fluginstrumente versucht Gagarin die Wolken nach unten zu durchstoßen. Diese waren aber tiefhängender, als erwartet. Es fehlte einfach die Höhe, um die Maschine abzufangen. Ein ähnlicher Unfall hat sich am 20. September 1960 bei Königswartha, Kreis Bautzen, ereignet. Der Einflug in die untere Wolkendecke war zu steil, so dass die MiG15UTI der NVA nicht mehr rechtzeitig abgefangen werden konnte. Beide Piloten kamen ums Leben.  </p>



<p>Ich bin kein Luftfahrtexperte. Ich werde mir nicht anmaßen, den Spezialisten zu erklären, was hier schief gelaufen sein könnte. Ich wollte auch hier nicht ALLE Details zusammen tragen. Mir stehen nur öffentlich zugängliche Quellen zur Verfügung. Aber der Nebel scheint sich ein wenig zu lichten. Auf Grund der Erkenntnisse, die in der Öffentlichkeit rund um den Flug an jenem verhängnisvollen Tag aufgetaucht sind, wäre es wünschenswert, wenn Fachleute sich das alles noch einmal ansehen. Zu viele Ungereimtheiten gibt es. Und dabei meine ich auch die Ereignisse vor dem Flug und nicht nur den unmittelbaren Zeitpunkt der Katastrophe. </p>



<p>Wonach man suchen müsste, liegt auf der Hand. Ein Steuerknüppel, ein Kabinendruckventil, eine Krankenakte, ein Flugplan für die anderen Flugbewegungen, einen Namen eines Su-15-Piloten, einen Terminkalender der letzten zwei Wochen, zwei Sauerstoffmasken. Es gäbe genug zu suchen. </p>



<p>Die Klärung von alle dem erscheint nicht völlig aussichtslos. </p>



<p>Auch sollte es einen prominenten Zeugen des Geschehens um den Gagarin-Flug geben. Am selben Tag, dem 27. März 1968, hatte Kosmonaut Walidimir Schatalow auf dem selben Flugplatz einen Flug mit einer MiG-17. Es ist der selbe Flugzeugtyp, mit dem Gagarin ursprünglich fliegen sollte. In Marinskys Buch lesen wir, dass er beim Briefing vor Gagarins Flug dabei war. Er sollte damit das ganze Hickhack um den Überprüfungsflug mit der MiG15UTI, Bordnummer 18, mitbekommen haben. Seine Aussage wäre somit sehr wichtig zur Aufklärung der Sachlage. Satalow wurde 1971 Nachfolger von Kamanin und schied 1992 im Range eines Generalleutnants aus der Luftwaffe aus. Er ist heute 90 Jahre. </p>



<p>All das bedeutet aber die Wiederaufnahme der Unfalluntersuchung.  </p>



<p>Traditionell ist zu einem großen Jahrestag mit der Freigabe und der Veröffentlichung von weiteren, bis dato geheimen Dokumenten zu rechnen. So ein Jahrestag wäre der 50. Todestag von Gagarin. Sergejews Aussagen sind bislang nur in Deutschland als Buch erschienen. Aber es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die unbequemen Dinge, die Sergejew zum Ausdruck gebracht hat, auch in Russland gehört worden sind. Seine Behauptung, in der hinteren Kabine der Unglücks-UTI habe sich kein Steuerknüppel befunden, zieht eine ganze Kette von Fragen hinter sich her, die die offiziellen Untersuchungsergebnisse von 1968 ins Wanken bringen können. Neben den Aussagen von vielen Zeugen fehlt nur noch der abschließende Beweis. Und dieser lagert in zugelöteten Fässern, in denen die Trümmer der MiG15UTI, Bordnummer 18, auf unbestimmte Zeit eingelagert und versiegelt wurden. </p>



<p>Doch warum das alles? Warum im Staub längst vergangener Geschichten rumwühlen? Lasst doch die Toten ruhen und stört nicht die Lebenden! </p>



<p><strong>Was stand am Anfang des Beitrages?</strong> <br>Es besteht das ungeschriebene Gesetz: Ein Flugunfall ist aufzuklären. Egal, wie lange es dauert. Dabei sind die Ursachen des Unfallereignisses zu ermitteln. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind dann Maßnahmen abzuleiten, damit so ein Flugunfall nie wieder passieren kann. </p>



<p>Ich bin überzeugt, dass es bald Bewegung in dieser Geschichte geben wird. Und dann lesen wir uns zum Update dieses Beitrages wieder. Fortsetzung dieser Geschichte in naher Zukunft also nicht ausgeschlossen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/06032018211106_small_5.jpg" alt="A. Weise" width="260"/></a><figcaption>
verwendete Quellen 
<br>
(Bild: A. Weise)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Quellen:</strong> <br>Gagarin, Er könnte noch leben; Sergejew; Machtwortverlag 2016 </p>



<p>Der unbekannte Gagarin; Kowalski; Machtwortverlag 2015 Raumfahrt Concret Heft 66; 1/2011; RC-Extra Nr. VII </p>



<p>Скрытый Космос; Kamanin; Band 3; Moskau 1999 Raketen und Menschen, Band 3, Elbe-Dnjepr-Verlag, 2001 </p>



<p><a class="a" href="http://www.gerhardkowalski.com/?p=6570" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Alexej Leonow: Gagarin starb durch „unvorsichtiges Manöver“ eines anderen Flugzeuges</a></p>



<p><a class="a" href="https://es.wikipedia.org/wiki/Yuri_Gagarin" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wikipedia: Yuri Gagarin</a></p>



<p><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20210611071620/http://www.aktuell.ru/russland/panorama/undichtes_luftventil_schuld_an_gagarins_tod_2911.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Undichtes Luftventil schuld an Gagarins Tod?</a> MiG-15; Göpfert; PPVMedien; 2016 </p>



<p>Juri Gagarin – Das Leben; Marinsky, Verlag Neues Leben 2011 <a class="a" href="http://home.snafu.de/veith/verluste25.htm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">http://home.snafu.de/veith/verluste25.htm</a></p>



<p><strong>Danksagung:</strong> <br>Mein besonderer Dank für die geduldige Beantwortung meiner Fragen und die Zusendung von Material und Informationen gilt:</p>



<p>Herrn Gerhard Kowalski </p>



<p>Herrn Dr. sc. mil. Reiner Göpfert Herrn Norbert Kalz, Flugplatzmuseum Rothenburg  </p>



<p>Flugplatzmuseum Cottbus, Werkstattbereich </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/gagarin-und-das-ungeschriebene-gesetz/" data-wpel-link="internal">Gagarin und &#8222;Das ungeschriebene Gesetz&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<item>
		<title>Berlin: (Vorab-)Einblick in „Gagarins Vermächtnis“</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/berlin-vorab-einblick-in-gagarins-vermaechtnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Sep 2017 16:51:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=9184</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 4. September 2017 findet im Foyer der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin die Eröffnung der Ausstellung „Gagarins Vermächtnis“ statt. Raumfahrer.net hatte die Möglichkeit, schon vor der Eröffnung einen Blick in die Ausstellung zu werfen. Ein Beitrag von Andreas Weise. Quelle: Ausstellungsbesuch. «&#8230;ich sah, wie wunderschön unser Planet ist. Menschen, lasst uns diese Schönheit erhalten und mehren [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 4. September 2017 findet im Foyer der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin die Eröffnung der Ausstellung „Gagarins Vermächtnis“ statt. Raumfahrer.net hatte die Möglichkeit, schon vor der Eröffnung einen Blick in die Ausstellung zu werfen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>. Quelle: Ausstellungsbesuch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/BildmotivJuliaWoitowitsch.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/BildmotivJuliaWoitowitsch260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Motiv zur Ausstellung „Gagarins Vermächtnis“<br>(Bild: Julia Woitowitsch)<br><br></figcaption></figure></div>



<p><strong>«&#8230;ich sah, wie wunderschön unser Planet ist. Menschen, lasst uns diese Schönheit erhalten und mehren und nicht zerstören.»</strong></p>



<p>Dieser Ausspruch von Juri Gagarin steht gleichzeitig symbolhaft für sein Vermächtnis. Noch sind nicht alle Bildunterschriften an den Exponaten angebracht. Noch sind nicht alle Schauvitrinen gefüllt. Aber man konnte schon einen Eindruck bekommen, was sich die Ausstellungsmacher gedacht haben.</p>



<p>Ausrichterin der Ausstellung ist die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modell an der Decke in der Ausstellung<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Man kann nicht mit hochwertigen oder überladenen Technikdetailfotos, wie sie etwa ein interessierter Raumfahrtfreak erwarten würde, rechnen. Auch handelt es sich nicht um eine reine Gagarin-Ausstellung, und schon gar nicht um eine irgendwie geartete Gagarin-Heldenverehrung.</p>



<p>Durch zahlreiche verschiedene Fotos aus unterschiedlichen Epochen versucht die Ausstellung vielmehr zum Nachdenken anzuregen. Was bedeutet uns überhaupt Raumfahrt? Dabei geht es nicht um die Faszination des technisch Machbaren. Eine Bildunterschrift bringt es auf den Punkt: „Während auf der Erde Konflikte, Terror und Hunger den Alltag bestimmen, herrschen nur 400 Kilometer über unseren Köpfen Eintracht und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ (Gemeint ist die ISS.)</p>



<p>Die Ausstellung wurde unter maßgeblicher Mitwirkung von Gerhard Kowalski gestaltet, der u.a. für die Bildunterschriften verantwortlich zeichnet und selbst Fotos beigesteuert hat.</p>



<p>Neben bekannten und weniger bekannten Pressefotos werden auch Bilder von Schülern zum Thema Kosmos gezeigt. An der Decke schwebt ein 1:1-Modell von Sputnik 1, eine Leihgabe aus dem Russischen Haus in der Friedrichstraße. Der Start von Sputnik 1 jährt sich dieses Jahr zum sechzigsten Mal.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/NowizkiuKowalski2013MR1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/NowizkiuKowalski2013MR260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Oleg Nowizki (li.) und Gerhard Kowalski (re., 2013)<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Die Ausstellung wird am Montag, den 4. September 2017 um 18:00 Uhr eröffnet. Anschließend bittet man zu einer Podiumsdiskussion. Gastgeberin Dagmar Enkelmann (Vorsitzende des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung) hat hochrangige Gäste geladen. Neben Sigmund Jähn, ISS-Kosmonaut Oleg Wiktorowitsch Nowizki und Gerhard Kowalski ist auch Eberhard Köllner angekündigt, seinerzeit mit Wiktor Gorbatko in der Ersatzmannschaft für die Raumfahrer Bykowski und Jähn.</p>



<p>Man darf sich auf einen interessanten Abend freuen.</p>



<p>Zu finden ist die Ausstellung am Franz-Mehring-Platz 1 in 10243 Berlin. Vom Fern- und S-Bahnhof „Berlin-Ostbahnhof“ und der U-Bahnstation „Weberwiese“ ist die Ausstellung gut zu Fuß zu erreichen. Die Ausstellung endet voraussichtlich am 25. September 2017.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/LuxAusstellung22b500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/LuxAusstellung22b260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Andrang bei Eröffnung der Ausstellung<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Update 4. September 2017</strong><br>Um es kurz zu machen: Es war ein rundum gelungener Abend. Über das Wochenende hatte sich in den Ausstellungsräumlichkeiten am Franz-Mehring-Platz 1 noch so einiges getan. Bildunterschriften und Texte waren ergänzt und Schauvitrinen gefüllt worden.</p>



<p>Pünktlich um 18 Uhr erscholl das Piep-Piep von Sputnik-1 aus den Lautsprechern und Dagmar Enkelmann konnte im Kreise der Anwesenden die Ausstellung eröffnen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/KöllnerWeiseFotoUweTitscher500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/KöllnerWeiseFotoUweTitscher260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eberhard Köllner (li.) und der Autor (re.)<br>(Bild: Uwe Titscher)</figcaption></figure></div>



<p>Die Räumlichkeit war gut gefüllt. Und nicht nur hart gesottene Raumfahrtfans waren zu sehen. Auch zahlreichen andere interessierte Bürger waren gekommen. Ich selbst habe mich natürlich über manches aus anderen Veranstaltungen bekanntes Gesicht gefreut. Auch die aktuelle Deutsche Raumfahrt war in Gestalt von Andreas Schütz, Pressesprecher beim DLR, anwesend.</p>



<p>Die anschließende Podiumsdiskussion wurde simultan auf Kopfhörer übersetzt. Oleg Nowitzki und Eberhard Köllner standen Dagmar Enkelmann, aber auch dem Publikum Rede und Antwort.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/NowitzkiKowalskib500.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/NowitzkiKowalskib260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Oleg Nowizki (li.) und Gerhard Kowalski (re.)<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Beinahe hätte ich jetzt Gerhard Kowalski vergessen. Der gab einige neue Informationsschnipsel zur Untersuchung von Gagarins Tod zum Besten. Dabei war wieder zu erkennen, dass sich Kowalski auf Grund seiner Kontakte und Erfahrung wie kein Zweiter in die doch sehr komplexe Materie einarbeiten konnte. Man darf gespannt sein, was die nächsten Monate bringen. Nächstes Jahr jedenfalls jährt sich Gagarins Tod zum 50. Mal.</p>



<p>Einer fehlte allerdings: Sigmund Jähn musste seine Teilnahme kurzfristig absagen. Schade, aber es wird hier gewichtige Gründe gegeben haben.</p>



<p>Die Ausstellung ist noch bis zum 25. September 2017 geöffnet. Am letzten Tag wird sie mit einer Finissage abgeschlossen. Eingeladen sind der russische Kosmonaut und ISS-Jahresmissionsflieger Michail Kornijenkow und Gerhard Kowalski. Beginn der Veranstaltung ist 18:00 Uhr.</p>
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		<title>Yuris Night 2017 in Wien – Eine Retrospektive</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/yuris-night-2017-in-wien-eine-retrospektive/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 22:07:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Naturhistorisches Museum Wien]]></category>
		<category><![CDATA[ÖWF]]></category>
		<category><![CDATA[Samantha Cristoforetti]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=8104</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Gastbeitrag von Monika Fischer und Eugen Reichl mit Fotos von Karola Riegler. Quelle: www.der-orion.com &#8211; mit freundlicher Genehmigung. Es war insgesamt schon die neunte „Yuris Night”, die der Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion” am 12. April in Wien ausrichtete. Zum zweiten Mal war sie dabei im Naturhistorischen Museum der Stadt Wien zu Gast. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/yuris-night-2017-in-wien-eine-retrospektive/" data-wpel-link="internal">Yuris Night 2017 in Wien – Eine Retrospektive</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Gastbeitrag von Monika Fischer und Eugen Reichl mit Fotos von Karola Riegler.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: www.der-orion.com &#8211; mit freundlicher Genehmigung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17nhmausgebuchtkarolariegler800.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17nhmausgebuchtkarolariegler260.jpg" alt=""/></a><figcaption>eine ausgebuchte Veranstaltung<br>(Bild: Karola Riegler)</figcaption></figure></div>



<p>Es war insgesamt schon die neunte „Yuris Night”, die der Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion” am 12. April in Wien ausrichtete. Zum zweiten Mal war sie dabei im Naturhistorischen Museum der Stadt Wien zu Gast. Yuris Night ist Teil einer weltumspannenden Veranstaltungsreihe mit – im letzten Jahr &#8211; 273 Veranstaltungen in 62 Ländern der Erde. Sie findet stets entweder genau am oder um den Jahrestag des ersten Weltraumflugs in der Geschichte der Menschheit statt: Juri Gagarins historischer Orbitalmission mit Wostok 1 vom 12. April 1961. Mit einer Zahl von 270 Besucherinnen und Besuchern war der Veranstaltungsraum des Naturhistorischen Museums bis auf den letzten Platz gefüllt, inklusive der kurzfristig noch aufgebauten Zusatzbestuhlung. Eine größere Anzahl weiterer Interessenten fand leider keinen Platz mehr. Die Moderation des Abends lag, wie in den Jahren zuvor, in den bewährten Händen von Monika Fischer vom „Verein Förderkreis Astronomie und Raumfahrt ‚Der Orion‘“. Begrüßt wurden die Weltraumbegeisterten von Dr. Franz Brandstätter dem Direktor der Mineralogisch- Petrografischen Abteilung und Kurator der Meteoritensammlung des Museums.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17weiseraumconkarolariegler800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17weiseraumconkarolariegler260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Andreas Weise<br>(Bild: Karola Riegler)</figcaption></figure></div>



<p>Als erster Redner des Abends berichtete Andreas Weise aus Berlin über eine Verschwörungstheorie, die so alt ist wie die Geschichte der bemannten Raumfahrt. Es ist die Geschichte der sowjetischen Phantom-Kosmonauten, die angeblich schon vor Gagarin in den Weltraum geflogen und dabei allesamt ums Leben gekommen sein sollen. Andreas Weise nahm sich für seinen Vortrag beispielhaft eine dieser sagenumwobenen Gestalten vor: den Testpiloten und Ingenieur Pjotr Dolgow und analysierte dessen wirkliches Schicksal (das im Übrigen kaum weniger spektakulär war, wie das von Juri Gagarin). Das Fazit (die Zuschauer hatten es nicht anders erwartet): Gagarin war tatsächlich der erste Mensch im Weltraum.</p>



<p>Aktive und „pensionierte“ Astronauten und Kosmonauten waren Thema eines Film-Projektes der „fti remixed“ (kurz für Forschung, Technologie und Innovation) Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), das Christa Bernert präsentierte. Im Rahmen des Projektes sprachen Jugendliche mit diesen Raumfahrern und gestalteten dabei kurze Filmbeiträge. Ein Ausschnitt gab einen guten Einblick in das dokumentarische Material, das dabei erarbeitet wurde. Die Zuschauer konnten sich die Filme in der Pause in voller Länge ansehen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17gudrunwannerkarolariegler800.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17gudrunwannerkarolariegler260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gudrun Wanner<br>(Bild: Karola Riegler)</figcaption></figure></div>



<p>Ein sehr junges Gebiet der Weltraumforschung präsentierte danach Dr. Gudrun Wanner vom Max Planck Institut für Gravitationsforschung Hannover. Sie sprach über Gravitationswellen, die erstmals vor einem Jahr durch die US-amerikanischen LIGO-Forschungseinrichtungen (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory) nachgewiesen werden konnten. Wanner führte ihr Publikum anschaulich und humorvoll durch dieses der Allgemeinheit wenig bekannte und doch äußerst spannende Forschungsgebiet. Sie erklärte das Ereignis der ersten Messung von Gravitationswellen und den theoretischen Hintergrund des Phänomens, das bereits von Einstein postuliert wurde. Gudrun Wanners mitreißender Vortrag löste zahlreiche Fragen im Publikum aus, die sie bis weit in die Pause hinein beantwortete.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17samanthacristoforetticreditkarolariegler800.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/06/yn17samanthacristoforetticreditkarolariegler260.jpg" alt=""/></a><figcaption>ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti (vorne) und Monika Fischer<br>(Bild: Karola Riegler)</figcaption></figure></div>



<p>Nach dieser Unterbrechung mit Schnittchen und Wein sprach Monika Fischer mit der italienischen ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti, die sechs Monate an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbrachte. Sie erzählte – übrigens in perfektem Deutsch &#8211; Anekdoten von der ISS und schilderte anschaulich und humorvoll das Leben und Arbeiten in der Schwerelosigkeit. Auch hier waren die Fragen des Publikums zu Auswahl, Ausbildung, Arbeit und Risiken der bemannten Raumfahrt schier unerschöpflich. Cristoforetti brachte ein besonderes Souvenir aus dem Weltraum mit: drei so genannte „Tiuterra Kristalle“, die der Kristall-Hersteller Swarovski im Auftrag des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) aus irdischen Gesteinsproben und einem Marsmeteoriten gefertigt hatte. Sie waren im persönlichen Gepäck der Astronautin zur ISS geflogen, hatten die sechs Monate mit ihr im All verbracht und waren danach wieder mit ihr zur Erde zurück gereist. Nun erfolgte die feierliche Rückgabe an das ÖWF. Dabei schilderte Christian Nagele, Vizepräsident Produktentwicklung bei Swarovski, die Herausforderungen der Einbindung dieser exotischen Materialien in einen Swarovski Kristall. ÖWF-Vorstandsmitglied Dr. Norbert Frischauf nahm die Kristalle sodann entgegen.</p>



<p>Wie jedes Jahr verlieh auch heuer gegen Ende der Veranstaltung das ÖWF den „Polarsternpreis” des Jahres 2017. Dieser Preis geht an Menschen, die sich um die Verbreitung von Astronomie und Raumfahrt besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde der Amateurastronom Johannes Stübler geehrt, der als Vorstand der Linzer Astronomischen Gemeinschaft „Johannes Kepler“ an der Errichtung der Kepler Sternwarte Linz wesentlich beteiligt war und als „Fellow of the Royal Astronomical Society of London” und als Botschafter und nationaler Koordinator der weltweiten Organisation „Astronomers without Borders“ seit vielen Jahren die internationale Zusammenarbeit von Astronomen fördert. Zum Ausklang des Abends öffnete das Naturhistorische Museum den Gästen exklusiv die Sonderschau „Wie alles begann“ über Urknall und Kosmische Hintergrundstrahlung und bot Vorführungen im neu errichteten digitalen Planetarium an.</p>



<p>Sollten Sie nach diesem Bericht Lust bekommen haben, die Yuris Night in Wien persönlich zu erleben (die Veranstaltung hat inzwischen auch viele deutsche Stammgäste) dann haben Sie im kommenden Jahr die nächste Gelegenheit dazu. Das Orion-Team um Maria Pflug-Hofmayr, Monika Fischer und Eugen Reichl schmiedet jedenfalls schon die Pläne für die Yuri‘s Night 2018. Das Programm und der Veranstaltungsort werden wie immer rechtzeitig auf <a href="https://www.der-orion.com" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">www.der-orion.com</a> bekannt gegeben.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14782.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Yuri&#8217;s Night &#8211; Veranstaltungen</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Zum 48. Todestag von Juri Gagarin</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2016 09:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[KGB Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[MIG-15UTI]]></category>
		<category><![CDATA[UdSSR]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=10699</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Rätselraten über die Umstände seines Todes &#8211; und ein neues Buch mit neuen Fakten Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Besuch Leipziger Buchmesse. Es gibt viele Geschichten in der Raumfahrt, die nebulös und geheimnisvoll sind. Ich befasse mich seit Jahren mit Ungereimtheiten in der Anfangsphase der bemannten Raumfahrt und bin dabei nicht auf Aliens oder [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Rätselraten über die Umstände seines Todes &#8211; und ein neues Buch mit neuen Fakten</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Besuch Leipziger Buchmesse.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Absturz1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Absturz260.jpg" alt="Erinnerungsstätte am Absturzort
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Erinnerungsstätte am Absturzort<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Es gibt viele Geschichten in der Raumfahrt, die nebulös und geheimnisvoll sind. Ich befasse mich seit Jahren mit Ungereimtheiten in der Anfangsphase der bemannten Raumfahrt und bin dabei nicht auf Aliens oder Weltverschwörungen, aber auf so manche interessante Geschichte gestoßen. Wie zum Beispiel die <a href="https://www.raumfahrer.net/die-falsche-meldung-am-richtigen-tag/" data-wpel-link="internal">eines Weltraumfluges, den es gar nicht gab</a>.</p>



<p>Wo aber der Spaß aufhört und der bittere Ernst anfängt, das sind Geschichten vom Tod. Und speziell um den Tod des ersten Menschen, der in den Weltraum geflogen ist, ranken sich heute noch teilweise die absurdesten Gerüchte. Die Rede ist vom Unfalltod des Juri Alexejewitsch Gagarin am 27. März 1968. Dieser stürzt bei einem banalen Übungsflug zusammen mit seinem Fluglehrer Oberst Wladimir Serjorgin mit einem Schulflugzeug Mig-15UTI ab. Die Umstände sind bis heute ungeklärt.</p>



<p>Und diese Unklarheit bereitet den Nährboden für so manche haarsträubende Geschichte:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Er wäre nicht tot, sondern wird in einem Sanatorium versteckt. Womöglich stand hier der Mann mit der Maske von Alexander Dumas gedanklich Pate.</li><li>Er ist den Mächtigen zu gefährlich geworden und wurde ermordet. Klingt aufregend und schaurig und hat was von einem Thriller.</li><li>Er wäre völlig betrunken geflogen. Das ist eine der böswilligsten und absurdesten Behauptungen!</li><li>Er war nicht flugtauglich, was durch die Analyse eines Fotos hinsichtlich seiner Physis belegt werden soll. Dumm nur, dass jenes Foto nachweislich Monate vor seinem Unfalltod in einem ganz anderen Flugzeugtyp aufgenommen wurde.</li></ul>



<p>Aber es gibt auch ernst zu nehmende Berichte, die nach über 45 Jahren aufklären wollen, was an jenem Vormittag des 27. März 1968 wirklich passiert ist.</p>



<p>Warum wird seit Jahrzehnten so ein Geheimnis um die wirklichen Umstände seines Todes gemacht? Der Grund ist einfach: Die seinerzeit verhängte Nachrichtensperre wirkt immer noch nach, und die Wahrheit könnte unbequem sein.</p>



<p>Ohne die sofortige Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes konnten Spekulationen über die Vertuschung von Beweisen und Fälschung von Tatsachen gedeihen. Aber warum? Ich selber war immer überzeugt, würde wirklich alles auf den berühmten Tisch kommen, ergäbe sich folgendes Bild: Eine Verkettung unglücklicher Umstände gepaart mit Schlamperei, Selbstüberschätzung und Missachtung der Sicherheitsbestimmungen. Und das man die Ikone des Sozialismus und übergroßen Superstar Gagarin nicht entsprechend beschützt hat, und sei es nur durch die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen, wie sie in der Fliegerei gefordert sind, das will keiner eingestehen. Auch will keiner zugeben, dass Gagarin ein blutiger Anfänger und unerfahrener Pilot war. Überrascht?</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MiG15UTI1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MiG15UTI260.jpg" alt="Mig-15UTI
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Mig-15UTI<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Gagarin kam 1960 als junger, frisch gebackener Pilot direkt in das Weltraumprogramm. Fliegerische Fähigkeiten waren da nicht von Nöten. Andere Qualitäten waren gefragt. Er hatte nicht einmal 300 Flugstunden bis dahin absolviert. Zum Vergleich: Die ersten US-Astronauten hatten ca. 3000 Flugstunden und teilweise Kampferfahrung mit Jets im Korea-Krieg. Sie wurden eben anders ausgewählt. Gagarins sowjetische Raumfahrtkollegen hatten 1960 auch nur wenige hundert Stunden im Cockpit aufzuweisen.</p>



<p>Während Gagarins Kollegen nach Ihrem Weltraumflug wieder in das Flugtraining einsteigen durften, hatte er Flugverbot. Man wollte seine Person als sozialistische Pop-Ikone schützen. Gagarin selber gelang es erst im November 1967 nach harten Diskussionen, die Erlaubnis zum Fliegen wieder zu erhalten. Er setzte seine Ausbildung als Pilot da fort, wo sie 1960 abgebrochen wurde. Und im Rahmen dieser Ausbildung kam es zu dem besagten tödlichen Unfall.</p>



<p>Wie ist nun der aktuelle Stand um das Rätsel jenes Flugzeugabsturzes? Der Autor Gerhard Kowalski hat in seinem Buch „<a href="https://www.raumfahrer.net/von-der-buchmesse-leipzig-alle-guten-dinge-sind-drei/" data-wpel-link="internal">Der unbekannte Gagarin</a>“ dazu die Faktenlage &#8211; per Stand März 2015 &#8211; zusammen getragen.</p>



<p><strong>Kurz zusammengefasst</strong>:<br>Es gibt den offiziellen und jetzt teilweise freigegebenen Untersuchungsbericht von 1968. Dieser geht davon aus, das Technik, Flugvorbereitung und Flugdurchführung ohne Mängel und im Rahmen der Normen waren. Der Absturz wurde durch ein unvorhersehbares plötzliches Ereignis, das jedoch nicht geklärt werden konnte, herbeigeführt. Klartext: Die Piloten hatten selbst Schuld.</p>



<p>Dann gibt es Untersuchungen und Wortmeldungen von verschiedenen Spezialisten, die ab der ersten zögerlichen Archivöffnung zu Glasnost-Zeiten ab Beginn der 1990er Jahre ein etwas differenzierteres Bild zeichnen. Es gab falsche Fluginformationen über Wetter und Flugbewegungen. Die Maschine war völlig überaltert. Sie war mit für die Flugaufgabe nicht zugelassenen Außentanks ausgerüstet. Die Kommunikation war mangelhaft. Eine konkrete Absturzursache wird aber auch hier nicht benannt.</p>



<p>Vor kurzem wurden Aussagen aus einem geheimen KGB-Bericht zugänglich gemacht. Diese KGB-Untersuchung hatte die Aufgabe zu klären, ob es sich bei Gagarins Tod um einen Anschlag, ein Tötungsdelikt oder ähnliches handelte. Also bestand ein ganz anderer Ansatz als beispielsweise zu einem Flugunfallbericht. In diesem KGB-Bericht werden erstmals Namen genannt. Wer war für was an diesem Tag verantwortlich und welche gravierenden Mängel gab es. Hier wird zwar auch nicht die konkrete Absturzursache ermittelt, aber es wird nachgewiesen, dass Gagarin und sein Fluglehrer Serjorgin ohne Not in eine Flugsituation geschickt wurden, die anschließend außer Kontrolle geraten ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Su15Monino1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Su15Monino260.jpg" alt="Su-15
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Su-15<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p>Und dann… gibt es noch General Alexej Leonow. Dieser erklärte 2013, jetzt die Wahrheit zu kennen. Eine einzelne SU-15 habe sich unberechtigt im Luftraum befunden und aus Versehen Gagarins kleine MiG-15UTI ins Trudeln und zum Absturz gebracht. Wer die riesigen Triebwerke eines Überschall-Langstreckenjägers Su-15 schon mal gesehen hat, könnte das durchaus glauben. Leonow geht aber noch weiter. Von allerhöchster Stelle sei ihm der Name des Piloten mitgeteilt worden. Dieser sei heute über 80 Jahre alt. Er habe versprechen müssen, den Namen nicht Preis zu geben.</p>



<p>Rätsel gelöst? Beweise bleibt Leonow schuldig. Die Geschichte mit dem anderen Flugzeug ist auch nicht neu. Bloß der Typ ändert sich hin und wieder. Ich könnte aber glauben, dass für den Fall, dass der Pilot des fremden Flugzeuges den Unfall alleine zu verantworten hätte, der Pilot still und heimlich für immer von der Bildfläche verschwunden wäre. Dieser tauchte aber wieder auf! Und das genau zu dem Zeitpunkt, als der Kremel eine erneute Aufnahme der Untersuchung abgelehnt hat.</p>



<p>Die Theorie vom Einzeltäter hat ja was für sich. Kein anderer trägt Verantwortung oder wird belangt. Damit brauchen andere Untersuchungsergebnisse, wie über Flugvorbereitung und den technischer Zustand, nicht mehr benannt werden, weil sie ja nichts mit der mutmaßlichen Unglücksursache zu tun haben.</p>



<p>Aber wie das so ist, wird auch hier die Diskussion nicht verstummen. Genauso wie bei einem anderen berühmten Einzeltäter, der mit einem einfachen Repetiergewehr einen US-Präsidenten erschossen haben soll.</p>



<p>Wie gesagt: So der Stand der Erkenntnis per März 2015.</p>



<p>Nun gibt es mal wieder ein neues Buch zu diesem Thema. In Russland ist das nur ein weiteres von vielen. Hier in Deutschland, wo das Thema auf nicht so großes Interesse stößt, ist es etwas Besonderes:</p>



<p><strong>Gagarin – Er könnte noch leben</strong><br>von Nikolai Sergejew, Herausgegeben von Gerhard Kowalski, gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2016.</p>



<p>Es liegen neue Erkenntnisse in Form dieses kleinen Büchleins vor. Es ist ganze 90 Seiten dünn, oder sagen wir besser, stark. Der Titel „Gagarin – Er könnte noch leben“ macht zwar eine klare Aussage, aber so richtig gefällt er mir nicht. Der Autor des Textes ist Ex-Oberst der russischen Luftstreitkräfte und heißt Nikolai Konstantinowitsch Sergejew. Er hat sich nicht mehr und nicht weniger zum Ziel gesetzt, das vermeidliche Rätsel um den Tot von Gagarin ein für alle Mal zu lösen. Nach über einem Monat(!) intensiver Recherche und von sich selber uneingeschränkt überzeugt kommt der Autor zu dem Schluss, dass er jetzt die eigentliche absolute Wahrheit über die Vorgänge herausgefunden hat.</p>



<p>Andere haben an dem Fall Jahre gesessen und nichts wesentliches zur Aufklärung beitragen können. Erinnert man sich an die Aussagen von Leonow, so haben wir nunmehr mit Sergejew schon zwei absolut wahrhaftige Wahrheitskenner. Hinzu kommt, dass der Beitrag, dem das Buch zu Grunde liegt, in einem für meinen Geschmack etwas überheblichen Schreibstiel geführt ist. Also doch nur ein Wichtigtuer?</p>



<p>Ich möchte den Leser liebevoll bitten, über all diese Unzulänglichkeiten unvoreingenommen hinweg zu sehen.</p>



<p>Die inhaltlichen Tatsachen sind: Die Informations-Quellen, die der Autor hinzuzieht, sind sämtlich namentlich benannt. Es gibt keine Unbekannten oder anonyme Hinweise oder Mutmaßungen Dritter. Das ist äußerst positiv zu bewerten, da so etwas nicht immer die Regel ist. Die Überlegungen sind schlüssig und auch für einen Laien verständlich. Unvorhergesehene höhere und nicht erklärbare Ereignisse, wie im offiziellen Untersuchungsbericht angedeutet, werden hier nicht hinzu gezogen.</p>



<p>Die vom Autor gestellten Fragen sind teilweise so banal, dass sie schon wieder erschrecken. Denn es wird einem bewusst, dass die vielen hochrangigen Spezialisten und Funktionäre, die mit der Aufklärung der Unglücksursache beauftragt waren, sie nicht offen zu stellen gewagt haben. Hatten sie Angst vor den Antworten? Oder kannten sie die Antworten und hatten Angst vor den Konsequenzen? Gab es einen Flugplan? Und wenn ja, was stand denn drin? Wer gab welche Befehle und vor allem wann? Warum musste unbedingt eine zweite Person im Flugzeug sitzen und warum war das ausgerechnet der Regimentskommandeur Wladimir Serjogin? Wieso war die „offiziell“ gestellte Flugaufgabe, für die 20 Minuten vorgesehen waren, schon nach 4 Minuten beendet? Warum waren Außentanks an der MiG15UTI angebracht?</p>



<p>Und warum hatte der hintere Platz für den Fluglehrer keinen Steuerknüppel? Der Autor lässt alle diese und andere Fragen beantworten. Schier Unglaubliches kommt an Licht. Und selbst Fachleute schütteln verwundert den Kopf. Aber all das ordnet der Autor mit nüchterner Logik zu einem ganzen Bild zusammen und kommt dann zu seinem Ergebnis. Und dieses Ergebnis, was manche „Wahrheit“ nennen würden, ist einleuchtend und für ihn abschließend.</p>



<p>Das Problem besteht nur darin, dass eine endgültige Bestätigung nicht erfolgen kann. Dazu nennt der Autor aber auch gleich die Lösung: Die Wiederaufnahme der Untersuchung und die erneute Prüfung der Überreste der abgestürzten MiG-15UTI. Diese sind in Fässern verlötet und eingelagert. In ihnen schlummert der letzte Beweis, die These zur Gewissheit zu machen. Der Autor benennt klar, wonach gesucht werden muss. Auch wird auf einleuchtende Weise erklärt, warum man sich so hartnäckig gegen eine Wiederaufnahme der Untersuchung entgegen stellt. Das Rätsel ist gelöst und der Schuldige namentlich benannt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cover21500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cover2260.jpg" alt="Buchcover
(Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Machtwortverlags)"/></a><figcaption>Buchcover<br>(Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Machtwortverlags)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Fall abgeschlossen!?</strong><br>Für den Autor steht es jedenfalls fest. Ohne speziell den Inhalt zu verraten, ist folgendes festzuhalten: Die handelnden Personen sind alle Armeeangehörige. Armeeangehörige der Sowjetischen Luftstreitkräfte – keine Zivilpersonen. Am Anfang des Verhängnises stand ein gut gemeinter Befehl. Ein Befehl von General Kamanin, Leiter der Kosmonautenausbildung und Gagarins Vorgesetzter. Aber der kannte nicht alle Umstände und so nahm die Geschichte ihren verhängnisvollen Lauf. Nun ist man in der Armee. Und den Befehl erhalten heißt ihn ausführen, koste es was es wolle. Da wird nicht diskutiert oder gesagt, dass das nicht ginge oder gar Unfug sei. Das kann der Leser vielleicht mit seinem zivilen Vorgesetzten machen, aber nicht in der Armee.</p>



<p>Also setzt General N.A. Kusnezow den Befehl von Kamanin um. Am Ende der Befehlskette steht Oberst Serjorgin. Dieser schimpft zwar wie ein Rohrspatz, weil er als Einzigster offensichtlich die Situation überblicken kann, aber Befehl ist Befehl. Also macht er nach seiner Meinung das Beste daraus und improvisiert.</p>



<p>Die Geschichte ist im Buch an manchen Stellen unübersichtlich beschrieben. Für mich kommt als Ergebnis heraus: Serjorgin hätte den Flug absagen müssen. Er trägt in der ganzen Kette zum Schluss die Verantwortung. Das hätte ihm einen gehörigen Rüffel eingebracht, er wäre vielleicht auch nicht auf Verständnis gestoßen. Doch das hätte Gagarin das Leben gerettet. Aber Serjorgin glaubt, die Situation im Griff zu haben. Hinzu kommen die äußeren Umstände. Gemeint ist das launische Wetter, was sich viel schneller verschlechtert, als erwartet. Als Serjorgin, der ja mitfliegt, das erkennt und den Flug abbrechen lässt, ist es zu spät. Gagarin selber ist in dieser Geschichte nur Spielball und kann den Verlauf nicht wesentlich beeinflussen. Er ist als unerfahrener Pilot der fliegerischen Situation nicht gewachsen, was ihm keiner zum Vorwurf machen kann. Und Serjorgin kann nicht eingreifen, da er in seiner hinteren Pilotenkabine keinen Steuerknüppel hat(!). Tragisch und eben halt dumm gelaufen.</p>



<p>Wie gesagt: Man ist nicht in einer zivilen Institution sondern in der Armee. Der Befehl ist heilig. Und so etwas, wo Gehorsam über dem sogenannten „Gesunden Menschenverstand“ steht, kann man in keinen Untersuchungsbericht schreiben. Und schon gar nicht, wenn dieser an die Partei- und Staatsführung der UdSSR geht. Es wären Köpfe gerollt. Vermutlich hätte man im Verteidigungsministerium angefangen und sich nach unten durchgearbeitet. Und das alles wegen eines banalen Trainingsfluges.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski11500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Kowalski1260.jpg" alt="Gerhard Kowalski
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Gerhard Kowalski<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Der Herausgeber</strong><br>Der Herausgeber der deutschen Ausgabe, der Journalist, Autor und Übersetzer Gerhard Kowalski, fungiert bei dieser Veröffentlichung nicht nur als Übersetzer. Wer Kowalski kennt, der weiß, dass dieser nicht einfach unkommentiert solch gravierende Behauptungen wie die Lösung des „Fall Gagarins“ weiter gibt. Da er einige der Beteiligten, speziell die Familie Gagarin, persönlich kennt, ist es für ihn kein Leichtes, das vom Autor verfasste Werk unkommentiert durch zu winken. Im Nachwort werden dazu einige prägnante Anmerkungen gemacht, die die dargelegten Erkenntnisse entsprechend einordnen und relativieren. Dabei stützt sich Kowalski auch auf die Aussagen und Anmerkungen von Menschen, die lange Jahre in Flugsicherung und Unfallermittlung gearbeitet haben und denen auch eine MiG-15UTI nicht unbekannt ist.</p>



<p><strong>Das Fazit</strong><br>Es gibt einige neue Erkenntnisse, die die Ereignisse an jenem 27. März 1968 in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ob sie die abschließende Lösung der Frage nach den genauen Umständen der Katastrophe sind, kann nicht gesagt werden. Man sollte sie aber zur Kenntnis nehmen. Daher ist die Veröffentlichung dieser Überlegungen in Form diese Büchleins richtig und notwendig.</p>



<p>Alle gesammelte Materialien und Beweise müssen in eine neuen und abschließenden (von allen politischen Rücksichtnahmen) unabhängigen Untersuchung einfließen. Das beinhaltet auch die Untersuchung der noch vorhandenen Teile des Unglücksfliegers und damit die Öffnung jener geheimnisumwitterten Fässer. Es wäre wirklich zu wünschen. Allerdings ist das eine Entscheidung, die „ganz weit oben“ in Russland getroffen werden muss.</p>



<p>Das Büchlein ist für alle historisch interessierten Raumfahrtfreunde interessant und eine ideale Ergänzung zu den bereits vorliegenden Werken über Gagarin.</p>



<p><strong>Anstelle eines Nachwortes</strong><br>In dem Büchlein wird ein Wortwechsel mit dem Mitglied der Staatlichen Kommission, dem Chefingenieur der Luftstreitkräfte (WWS) Generaloberst M. N. Mischuk, der an der Untersuchung des Unfalls von Gagarin beteiligt war, zitiert. Mischuk wird aufgefordert: „Geben Sie zu, Michail Nikitisch, dass die Kommission ohne vorherige Absprache es sich von Beginn an zur Aufgabe gemacht hat, den wahren Grund nicht zu finden.“ Die Antwort darauf ist eindeutig: „Natürlich.“</p>



<p>GAGARIN &#8211; ER KÖNNTE NOCH LEBEN<br>Erschienen im Machtwortverlag 2016<br>ISBN: 978-3-86761-145-9</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14213.msg357304#msg357304" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Buch: Gagarin &#8211; Er könnte noch leben!</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Luna / Wostok</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/luna-wostok/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Sep 2011 21:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Luna]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie brachte nicht nur die ersten Sonden zum Mond, sie startete auch den ersten Menschen ins Weltall: Die Luna&#8211; und Wostok-Raketen waren Jahre lang eines der Arbeitspferde des sowjetischen Weltraumprogramms. Ein Beitrag von Daniel Maurat. Geschichte Nach den Propaganda-Erfolgen der ersten Sputnik-Satelliten wollte man in der Sowjetunion weiter Erfolge verbuchen, um so auf dem damaligen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Sie brachte nicht nur die ersten Sonden zum Mond, sie startete auch den ersten Menschen ins Weltall: Die <em>Luna</em>&#8211; und <em>Wostok</em>-Raketen waren Jahre lang eines der Arbeitspferde des sowjetischen Weltraumprogramms.</h4>



<p class="has-text-align-right">Ein Beitrag von Daniel Maurat.</p>



<p><strong>Geschichte</strong></p>



<p>Nach den Propaganda-Erfolgen der ersten <em>Sputnik</em>-Satelliten wollte man in der Sowjetunion weiter Erfolge verbuchen, um so auf dem damaligen technologischen Schlachtfeld des Kalten Krieges weiter den USA ein Schnippchen zu schlagen. Als nächstes logisches Ziel stellten dabei eine Reihe von kleinen, unbemannten Sonden zum Mond sowie ein bemannter Flug ins Weltall dar. Doch die <em>R-7</em>, im Westen als <em>Sputnik</em> bekannt, war nicht darauf ausgelegt, weder eine Sonde zum Mond noch ein bemanntes Raumschiff zu starten. Deswegen begann man im Konstruktionsbüro <em>OKB-1</em> unter der Leitung des legendären Chefkonstrukteurs beziehungsweise später auch &#8222;Vater der sowjetischen Raumfahrt&#8220; genannten Sergeji Koroljow die Entwicklung einer Drittstufe für die <em>R-7</em>, mit der die Rakete nun in der Lage sein sollte, die gesteckten Ziele zu erfüllen. Aber eines der damals größten Probleme war die fehlende Erfahrung von Zündungen einer Rakete im Weltraum (was man sowohl in den USA als auch in der UdSSR mit einer parallelen Bündelung der Raketenstufen, wie in der <em>Atlas</em> oder der <em>R-7</em>, zu umgehen versuchte). Nichtsdestotrotz beauftragte man am 20. März 1958 Koroljows <em>OKB-1</em> mit der Entwicklung der Drittstufe. Und gerade einmal ein halbes Jahr später, am 23. September, startete die erste dieser neuen Raketen. Die Lösung des Problems der Zündung im Weltraum war so einfach wie genial: während die untere Stufe noch arbeitete, startete man bereits die Oberstufe, da noch durch den Schub der unteren Stufe ei Schub erzeugt wurde, der den Treibstoff am Boden der Oberstufe hält und so ein zuverlässiger Fluss des Treibstoff zum Triebwerk gewährleistet ist. Beide Stufen sind durch ein Gitter miteinander verbunden, das abgetrennt wird, sobald die untere Stufe ausgebrannt und die Oberstufe ihren Nominalschub erreicht hat. Darauf drücken die Abgase der Oberstufe die untere Stufe weg, welche zum Schutz einen konusförmigen Schild trägt. Diese Art von Stufentrennung wird mit der reffenden Bezeichnung &#8222;heiße Stufentrennung&#8220; bezeichnet (die auch heute in den Nachfolgern, wie etwa der <em>Sojus</em>, eingesetzt wird).</p>



<p><strong>Versionen</strong></p>



<p><strong>8K72 Luna</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/luna.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/luna_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eine Luna-Rakete beim Start der<br> Raumsonde Luna.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Die <em>Luna</em> (russ. Луна für Mond), in der Literatur auch als <em>Wostok-L</em> (russ. Восток Л) bezeichnet, sollte die ersten Raumsonden vom Typ <em>Luna</em> (daher der Name der Rakete) zum Mond bringen. Sie nutze dabei als erste Rakete die neue Oberstufe, um mit ihr die Nutzlast zum Mond zu bringen. Doch viele ihrer Starts schlugen fehl, da die neue Oberstufe noch eine Menge Kinderkrankheiten hatte, die ausgemerzt werden mussten. So kam es nur zu zwei Erfolgen und einem Teilerfolg, bei denen man die Sonden <em>Luna</em> / <em>Lunik 1-3</em> startete. <em>Luna 1</em> wurde zwar auf eine Transferbahn zum Mond geschickt, doch schlug sie nicht wegen eines Fehlers im Steuerungssystem wie geplant auf dem Mond ein, sondern flog in einem Abstand von etwa 6.000 km am Mond vorbei und wurde zur ersten Sonde die die Sonne umkreiste. Die zweite Sonde, <em>Luna 2</em>, eine Kopie von <em>Luna 1</em>, schlug dagegen erfolgreich auf dem Mond auf und verteilte verschiedene Embleme der Sowjetunion auf dem Mond. Und <em>Luna 3</em> schließlich flog am Mond vorbei und schoss die ersten, wenn auch unscharfen Fotos von der Rückseite des Erdtrabanten.</p>



<p>.</p>



<p><strong>8K72 Wostok</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Start einer Wostok-Rakete am<br> 12. April 1961. An Bord das erste<br> bemannte Raumschiff, Wostok 1,<br> mit Juri Gagarin an Bord.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Die <em>Wostok</em> (russ. Восток für Osten) war eine etwas überarbeitete Version der <em>Luna</em>, die für den Transport der gleichnamigen <em>Wostok</em>-Kapsel modifiziert wurde. Dabei wurde vor allem die Oberstufe verstärkt und man benutzte nun eine längere Nutzlastverkleidung. Sie war eigentlich nur eine Interimsversion zwischen der <em>Luna</em> und der <em>Wostok K</em>, die dann für den Start der bemannten Kapseln genutzt wurde. Sie wurde ausschließlich dazu genutzt, vier Testmodelle der neuen <em>Wostok</em>-Kapsel zu starten und zu testen und wurden als <em>Korabl-Sputnik</em> (russ. Корабл-Спутник für Schiffs-Satellit) bezeichnet. Im Westen wurden sie dagegen als <em>Sputnik</em> bezeichnet, um so den Westen nicht die Absichten der Starts zu verraten. Dabei gab es einen verheerenden Fehlschlag: der zweite Start am 28. Juli 1960 endete in einer Explosion, die von einem der Booster ausging. Dabei starben die zwei Hunde Lisischka und Chaika. Der wohl bekannteste Flug aber fand ab 19. August desselben Jahres, nur drei Wochen nach dem Fehlstart und dem Tod der Hunde, statt. An Bord waren die beiden Hunde Belka und Strelka und ihr Flug verlief zum Glück problemlos. Eine Randbemerkung dabei ist, dass Belka einige Zeit nach dem Flug Welpen zur Welt brachte und der damalige Generalsekretär der KPdSU und damit der mächtigste Mann der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, einen der Welpen, Puschinka, der Tochter von US-Präsident John F. Kennedy schenke (es heißt, dass sie auch heute noch Nachfahren dieses Welpen besitzt).</p>



<p><strong>8K72K Wostok K</strong></p>



<p>Die <em>Wostok K</em> (russ. Восток К) ist eine verbesserte und standardisierte Version der <em>Wostok</em>. Vor allem steigerte man den Schub des Oberstufen-Triebwerks, was auf Kosten der Brenndauer ging. Auch verwendete man als Basis die verbesserte Version der <em>Sputnik</em>, mit der der Satellit <em>Sputnik 3</em> gestartet wurde. Zunächst wurden wieder Testversionen der <em>Wostok</em>-Kapsel vom Typ <em>Korabl-Sputnik</em> gestartet, mit der die Kapsel für den Flug verifiziert wurde. Ihre wohl berühmtester Einsätze waren die sechs bemannten Starts mit der <em>Wostok</em>-Kapsel, allem voran der Start am 12. April 1961, bei dem die Rakete die Kapsel <em>Wostok 1</em> mit dem Kosmonauten Juri Gagarin als Besatzung zu seinem 108-minütigen historischen Flug startete. Später flogen mit der Rakete auch die Kosmonauten German Titov, Andrijan Nikolajew, Pawel Popowitsch, Waleri Bykowski und die erste Kosmonautin, Valentina Tereschkowa und wurden so zusammen mit Gagarin zu den ersten russischen Helden des Wettlaufes ins Weltall. Nach den Starts für das bemannte <em>Wostok</em>-Programm nutze man die Rakete vor allem zum Start der ersten Generation von sowjetischen Spionagesatelliten vom Typ <em>Zenit 2</em>, Grunde genommen eine <em>Wostok</em>-Kapsel mit Kamerasystemen in der Rückkehrkapsel, sowie Satelliten vom Typ <em>Elektron</em> zur Untersuchung des Van-Allen-Gürtels.</p>



<p><strong>8A92 Wostok-2</strong></p>



<p>Die <em>Wostok-2</em> (russ. Восток-2) ist gegenüber der Vorgängerversionen modernisiert worden. Vor allem wurden die Triebwerke der Booster und der Erststufe verbessert sowie das Oberstufentriebwerk im Schub und der Brenndauer gesteigert. Sie diente ausschließlich für den Start von <em>Zenit-2</em>-Spionagesatelliten, die auf den <em>Wostok</em>-Kapseln basieren. Sie war die sowjetische Antwort auf die amerikanischen Spionagesatelliten vom Typ <em>Keyhole 1-4 Corona</em>, die mit Raketen vom Typ <em>Thor Agena</em> gestartet wurden.</p>



<p><strong>8A92M Wostok-2M</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_2m.jpg" alt=""/><figcaption>Der Start einer Wostok 2M-Rakete<br> von Plessetsk.<br>(Bild: Roskosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Die <em>Wostok-2M</em> (russ. Восток-2М) ist die letzte Version der <em>Wostok</em>-Familie. Sie war nochmals eine standardisierte und verbesserte Version der <em>Wostok 2</em>. Sie startete vor allem zivile Satelliten, so etwa Wettersatelliten vom Typ <em>Meteor</em>, Erderkundungssatelliten der <em>Resurs</em>-Reihe, Satelliten der <em>Interkosmos</em>-Serie sowie das Gammastrahlen-Observatorium <em>Astrofizika</em>. Aber auch <em>SIGINT</em>-Satelliten (engl. Signals Intelligence für Signalabhörung), also Satelliten, die zum Abhören feindlicher Nachrichten dienten, vom Typ <em>Tselina-D /-O</em> starteten mit der <em>Wostok-2M</em>. Zu ihren letzen Nutzlasten zählten auch die beiden indischen Erderkundungssatelliten <em>IRS 1A / B</em> im Jahr 1991, also kurz vor dem Zusammenbruch der UdSSR.</p>



<p><strong>Technik</strong></p>



<p>Die Raketen der <em>Wostok / Luna</em>-Familie bestanden aus zwei Stufen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die vier eingesetzten <strong>Booster</strong> glichen eigentlich den Booster der <em>R-7</em>-Rakete sowie der <em>Sputnik</em> und benutzen auch die Nummerierung der früheren Versionen mit <em>Blok B, W, G, D</em> (russ. Блок Б, В, Г, Д). Sie waren je 19 m lang, hatten einen maximalen Durchmesser von 2,68 m und wogen voll betankt 43,3 t. Je nach eingesetzte Version benutzte man als Triebwerk verschiedene Abwandlungen des <em>NPO Energomash RD-107</em>-Triebwerks. Bei den frühen Trägern nutze man das <em>RD-107-8D74</em> mit einem Schub von 995,3 kN (im Vakuum) und einer Brenndauer von 120 Sekunden. Ab der <em>Wostok-2</em> nutze man das verbesserte <em>RD-107-8D74K</em>-Triebwerk mit den gleichen Spezifikationen, also einem Schub von 995,3 kN (Vakuum) bei einer Brenndauer von 120 Sekunden, wobei das Triebwerk vereinfacht wurde und so die Zuverlässigkeit verbessert wurde. Bei allen Versionen nutze man als Treibstoff <em>RP-1</em> (Kerosin) und als Oxydator <em>LOX</em> (flüssiger Sauerstoff).</li><li>Die <strong>erste Stufe</strong> (auch <em>Blok A</em>, russ. Блок А) war zum großen Teil mit der <em>R-7</em> identisch, hatte aber einen Abgasschild an der Spitze, um die eine Explosion des sich noch in der Stufe befindlichen Treibstoffes aufgrund der heißen Stufentrennung zu verhindern. Sie war dabei 28 m lang und hatte einen Durchmesser von 2,99 m. Genauso wie in den Boostern gab es zwei Varianten des benutzen <em>NPO Energomash RD-108</em>-Triebwerks. Zunächst nutze man das <em>RD-108-8D75</em>-Triebwerks mit einem Schub von 936,5 kN (Vakuum) bei einer Brenndauer von 320 Sekunden. Ab der <em>Wostok-2</em> nutze man das <em>RD-108-8D75K</em> mit einem Schub von 940,4 kN und einer Brenndauer von 305 Sekunden. Als Treibstoff nutze man, wie in den Boostern, <em>RP-1</em> und als Oxydator <em>LOX</em>.</li><li>Die <strong>zweite Stufe</strong> mit dem Namen <em>Blok E</em> (russ. Блок Е) war die erste Oberstufe der <em>R-7</em>. Sie war für ihre Zeit eine revolutionäre Konstruktion, vor allem die Zündung im Vakuum und die elegante Lösung mit der &#8222;heißen Stufentrennung&#8220;. An sich war die <em>Blok E</em> 2,84 m lang und hatte dabei einen Durchmesser von 2,56 m, was ihr ein gedrungenes Aussehen gab. Das einzelne <em>OKB Kosberg (später KBKhimAvtomatiki) RD-0105</em>-Triebwerk mit einem Schub von 49 kN bei einer Brenndauer von 440 Sekunden. Ab der <em>Wostok-K</em> nutze man als Triebwerk das verbesserte <em>KBKhimAvtomatiki RD-0109</em>-Triebwerk mit einem gesteigerten Schub von 54,9 kN bei einer reduzierten Brenndauer von 365 Sekunden. Als Treibstoffkombination nutze man das auch in den Unterstufen bewähre Kombination aus <em>RP-1</em> als Treibstoff und <em>LOX</em> als Oxydator. Eine der großen Nachteile der Stufe war aber, dass sie nicht auf Wiederzündbarkeit ausgelegt war, was die Nutzlastkapazität für höhere Umlaufbahnen schnell dramatisch sinken ließ und darüber hinaus ein Satellit nur direkt ohne Freiflugphase in den Orbit gebracht werden konnte.</li></ul>



<p><strong>Starts</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_kapsel-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_kapsel_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein originalgetreues Modell der<br> Wostok-Kapsel im<br> Technik Museum Speyer.<br>(Bild: raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Die Raketen der <em>Wostok- / Luna</em>-Familie starten insgesamt zwischen 1958 und 1991 insgesamt 167 Mal, wobei es 18 Fehlschläge und zwei Teilfehlschläge gab. Als Startrampe nutze man die schon von der <em>R-7</em> genutzten legendären Startplattform 1, nach Gagarins Flug auch <em>Gagarins Start</em> genannt, sowie später auch von der Startrampe 31 in Tjuratam, besser bekannt als Baikonur. Darüber hinaus nutze man für Starts in einen polaren Orbit den Kosmodrom <em>Plessetzk</em> in der Nähe von Archangelsk in Nordrussland. Der ersten Start fand dabei am 10. Juni 1958 statt, mit der eine Attrappe der <em>Blok E</em>-Zweitstufe mitflog, um die Booster und die Zentralstufe zu testen. Den ersten richtigen Start gab es am 23. September 1958 mit einer Sonde vom Typ <em>Luna 1</em>, wobei der Träger versagte. Der letze Start fand dabei erst am 29. August 1991 statt.</p>



<p>Dabei sieht die Statistik für die verschiedenen Träger der <em>Wostok</em>-Familie folgender Maßen aus:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Luna: 10 Starts, 7 Fehlstarts, Erstflug: 10. Juli 1958 , Letzter Flug: 16. April 1960</li><li>Wostok: 4 Starts, 1 Fehlstarts, Erstflug: 15. Mai 1960 , Letzter Flug: 1. Dezember 1960</li><li>Wostok-K: 13 Starts (6 bemannt), 2 Fehlstarts, Erstflug: 22. Dezember 1960, Letzter Flug: 10. Juli 1964</li><li>Wostok-2: 45 Starts, 5 (+2) Fehlstarts, Erstflug: 1. Juni 1962 , Letzter Flug: 12. Mai 1967</li><li>Wostok-2M: 95 Starts, 3 Fehlstarts, Erstflug: 28. August 1964 , Letzter Flug: 29. August 1991</li></ul>



<p><strong>Auswirkungen</strong></p>



<p>Die <em>Wostok</em> ebnete für eine Reihe von russischen Raketen den Weg, so etwa der <em>Molnija</em>, der <em>Wosschod</em> oder der <em>Sojus</em>. Das bei ihr zum ersten Mal eingesetzte Prinzip der heißen Stufentrennung wird auch heute noch in der <em>Sojus</em> oder der <em>Proton</em> verwendet, um einige russische Beispiele zu nennen. Aber auch anderswo, so etwa in den amerikanischen <em>Titan</em>-Raketen oder den chinesischen Raketen vom Typ <em>Langer Marsch</em>. Auch ebnete sie mit den Starts der <em>Wostok</em>-Kapseln Russlands Weg in den Weltraum und mündete in den Programmen <em>Wosschod</em> oder <em>Sojus</em>. Auch die Starts der anderen Nutzlasten waren nicht nur elementar für das Militär, sondern auch für zivile Anwendungen wie der Wettervorhersage oder auch von wissenschaftlichen Anwendungen.</p>



<p><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.russianspaceweb.com/vostok_lv.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">RussianSpaceWeb.com</a></li><li><a href="https://space.skyrocket.de/doc_lau/vostok.htm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Daten bei <em>Gunther&#8217;s Space Page</em></a></li><li><a href="https://historicspacecraft.com/Rockets_Russian.html#Luna" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">HistoricSpaceCraft.com</a></li></ul>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Projekt Wostok (Update 2017 durch Uwe Rätsch)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok-update-2017-durch-uwe-raetsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Apr 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Fallschirm]]></category>
		<category><![CDATA[Juri Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmonaut]]></category>
		<category><![CDATA[Raumschiff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor den Amerikanern einen Menschen ins All zu bringen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Alexander Höhn</a>.</p>



<p><strong>Technische Daten</strong><br>Das Wostok-Raumschiff bestand aus zwei wesentlichen Elementen: der kugelförmigen Kapsel (Durchmesser: 2,3 m, Volumen: 1,6 m³, Masse: 2,46 t) für den jeweiligen Raumfahrer inklusive der benötigten Steuerkontrollen sowie einem angrenzenden doppelkegeligen Geräteteil (Durchmesser: 2,43 m, Länge: 2,25 m, Masse: 2,27 t), welcher im wesentlichen das Bremstriebwerk samt Treibstoff beinhaltete.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_01.jpg" alt="" width="436" height="327"/><figcaption>Grafik des Wostok-Raumschiffs im Erdorbit<br>(Bild: Simon Zajc)</figcaption></figure></div>



<p>Auf die Erde zurückgeführt werden konnte nur die kugelförmige Kapsel, die zum Schutz vor der Reibungshitze beim Wiedereintritt mit einer 3 bis 11 Zentimeter dicken Asbest-Kunstharz-Verbundschicht umhüllt war. Der Gesamtkomplex hatte eine Masse von 4,73 t, im Verbund mit Block-E sogar 6,17 t. Wostok war 4,41 m lang, bzw. mit Block-E 7,35 m.</p>



<p>In der Kapselwand existierten drei mit 1,2 m Durchmesser recht große Luken, durch die der Kosmonaut einstieg, der Fallschirm herausgeschossen bzw. Gerätschaften installiert wurden. Drei kleinere Luken mit einem Durchmesser von jeweils 25 cm dienten der Erdbeobachtung und als Navigationshilfe bzw. als optisches Visier und ließen sich während des Wiedereintritts durch kleine Jalousien verschließen. Die technische und wissenschaftliche Ausrüstung der Kapsel mit einer Masse von knapp 800 kg bestand hauptsächlich aus Telemetrie- und Kommunikationssystemen, aber auch Landesensoren und dem Landefallschirm. Der Kosmonaut saß auf einer Art Schleudersitz, welcher vor der Landung herauskatapultiert wurde. Grund für diese Prozedur war der Umstand, dass man mit der kugelförmigen Kapsel nur ballistische Landungen durchführen konnte, was für den Raumfahrer Belastungen bis 10 g bedeutete und es außerdem erschwerte, die Kapsel vor dem Aufschlag genügend abzubremsen. Somit hielt man die Sicherheit des Kosmonauten für vorrangig und ließ ihn separat an einem Fallschirm landen.</p>



<p>Der Schleudersitz diente im Falle einer Havarie der Trägerrakete auf der Startrampe oder in den ersten Flugsekunden ebenfalls als Sicherheitssystem, welches den Kosmonauten aus dem direkten Gefahrenbereich hätte retten können. In der Kapsel herrschte irdische Normalatmosphäre. Von dem ursprünglichen Plan, wie die Amerikaner reinen Sauerstoff zu verwenden, sah man aufgrund der damit verbundenen Gefahren ab.</p>



<p>Der Geräteteil blieb während des Fluges zwei über Kreuz angeordnete metallene Spannbänder mit der Kapsel verbunden, welche nach Brennschluss des Triebwerks bzw. unmittelbar vor dem Wiedereintritt abgesprengt wurden. Als Triebwerk fand das Issajews TDU-1 auf Basis von Salpetersäure und einem Amintreibstoff mit einem 45 Sekunden langen Schub von 15,83 kN Verwendung. Das Manövrieren im Raum wurde von mit 2 x 16 Stickstoffdüsen verbundenen Infrarotsensoren gesichert. Zur Versorgung des Raumschiffs sowie aller Systeme inkl. Kapsel wurden außen 14 Druckgasbehälter mit Sauerstoff, Stickstoff und reiner Luft angebracht. Als primäre (und einzige) Energiequelle dienten chemische Batterien mit einer Betriebsdauer von 10 Tagen.</p>



<p><strong>Entwicklung</strong><br>Zu Beginn der sowjetischen Raumfahrt lagen die Wurzeln jedes Programms natürlich im militärisch-industriellen Komplex. Dies wussten auch die Konstrukteure, allen voran Sergei Koroljow, die mit zivilen Projekten keinerlei Chance auf eine Finanzierung oder nennenswerte staatliche Unterstützung gehabt hätten. Die Rüstungsindustrie spielte generell eine entscheidende Rolle bei der Präsenz der UdSSR im Weltall.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_02.jpg" alt="" width="273" height="388"/><figcaption>Ein frühes Wostok-Modell<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Das OKB-1, also Koroljows Konstruktionsbüro, erhielt 1956 den Auftrag einen Foto-Aufklärungssatelliten unter der Bezeichnung &#8222;Zenit&#8220; zu entwickeln. Zenit sollte mangels leistungsstarker Übertragungstechnik die geschossenen Bilder in einer kleinen Kapsel zur Erde zurückführen, um sie erst dort zu entwickeln und auszuwerten. Mit diesem Programm war bereits vor dem Start von Sputnik die Instrumentalisierung der Raumfahrt als direkte (Spionage) aber auch als indirekte (Propaganda) Waffe des Kalten Krieges beschlossene Sache.</p>



<p>Dieser Umstand bewog den damaligen Parteichef Chruschtschow, dem gesamten Raumfahrtprogramm höchste Priorität einzuräumen und dieses militärisch und technisch nutzbar zu machen, um unter allen Umständen schnellstmöglich Erfolge vorzeigen zu können. Damit rückte auch die lange vorher erwogene Möglichkeit, einen Menschen ins All zu schießen, in der Mittelpunkt aller Planungen. Koroljow erhielt schließlich im Sommer 1956 den offiziellen Auftrag zur Entwicklung eines bemannten Raumschiffes unter der Bezeichnung &#8222;Wostok&#8220; und begann dann Anfang 1958 mit intensiveren Planungen. Etwa zur gleichen Zeit verkündeten die Amerikaner stolz, dass man es schaffen werde, als erste Nation binnen weniger Monate einen Menschen ins All und wohlbehalten zurückzubringen.</p>



<p>Der Weg zu diesem Ziel war für die Sowjets weit weniger steinig als für die Amerikaner. Letztere hatten bereits im voraus massive Rückschläge in ihrem unbemannten Programm hinnehmen müssen und verfügten über keine ausreichend leistungsfähige Rakete, die eine vergleichsweise schwere bemannte Kapsel ins All hätte hieven können. Anders die Sowjets: ihnen stand die universell einsetzbare und sehr leistungsfähige Interkontinentalrakete R-7 (&#8222;Semjorka&#8220;) zur Verfügung, deren Konstruktion in wesentlichen Bereichen auf der deutschen A-4 (auch bekannt als V-2) beruhte, welche man nach Kriegsende in die Sowjetunion brachte und dort weiterentwickelte. Letztlich konnte Koroljow für das bemannte Raumschiff auch einfach auf die Zenit-Kapsel zurückgreifen.</p>



<p>In dieser Kapsel mit einem Durchmesser von 2,3 Metern ließ sich mühelos ein Kosmonaut samt Lebenserhaltungssystem unterbringen. Zu Beginn des Wostok-Programms war allerdings das letztendliche Missionsszenario mehr als unklar.</p>



<p>So erwog man anfangs, ähnlich wie es die Amerikaner dann auch verwirklichten, einen ballistischen Flug mit Hilfe einer Höhenrakete durchzuführen und somit die Erde nicht zu umkreisen. Einer der energischsten Gegner dieses Plans war letztendlich Koroljow selbst, der zwar um die relative technische Leichtigkeit eines solchen Unterfangens wusste, aber auch erkannte, dass dies kein wirklicher Raumflug war. Die Amerikaner ließen sich nur durch die Formel &#8222;schneller &#8211; höher &#8211; weiter&#8220; (zumindest in den Augen der Öffentlichkeit) schlagen, und da war eine Erdumkreisung, also ein orbitaler Flug, weitaus besser geeignet als ein kleiner ballistischer Hopser.</p>



<p>Parallel zu jenen Planungen wurde die Oberstufe Block-E für die bereits angesprochene R-7-Rakete konzipiert. Bereits 1957 qualifizierte sich die R-7 durch den erfolgreichen Sputnikstart für ihren Einsatz in der Raumfahrt. Durch die erhöhte Nutzlast war allerdings eine modifizierte Oberstufe nötig, welche die mehrere Tonnen schwere Wostok-Kapsel auf eine ausreichend hohe Bahn bringen konnte. Koroljow dachte bei Block-E noch weiter: so ließen sich mit dieser Oberstufe in Kombination mit der nun dreistufigen R-7, welche in abgewandelter Form noch heute das Rückgrat der russischen Raumfahrt bildet, alle Arten schwerer Erdsatelliten, aber auch Mond- und Planetensonden ins All bringen.</p>



<p>Dennoch konnte man die Zeit nicht aus den Augen verlieren. Mit Abschluss der Vorarbeiten im April 1958 wurde klar, dass man sich viel Zeit und Energie sparen könnte, indem man auf ein ausgefeiltes Landesystem verzichtete und stattdessen den Kosmonauten nach dem Wiedereintritt in einer bestimmten Höhe aus der Kapsel hinauskatapultieren und unabhängig von der eigentlichen Kapsel landen ließe. Im gleichen Zug mit Abschluss der Planungsphase wurde eiligst eine Kommission für bemannte Weltraumflüge unter Vorsitz von Konstantin Rudnew, seines Zeichens bereits Vorsitzender des Komitees für Verteidigungstechnologie (GKOT), gebildet, um die Anstrengungen des Wostok-Programms besser zu koordinieren und zu zentralisieren. Zu Rudnews Stellvertreter wurde Sergei Koroljow selbst berufen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_04.jpg" alt="" width="366" height="271"/><figcaption>R-7 in der Version Luna beim Start</figcaption></figure></div>



<p>Der Rat der Chefkonstrukteure der UdSSR fasste im November 1958 den Beschluss, einen bemannten Raumflug intensiv vorzubereiten und diesem als ziviles Projekt allerhöchste Priorität selbst vor vergleichbaren militärischen Plänen einzuräumen. Auch wurde hier der Beschluss gefasst, die Mission auf alle Fälle als orbitalen Flug durchzuführen. Bereits Anfang 1959 konnte man mit dem Bau der Wostok-Kapsel beginnen und war damit im Vergleich zu den Amerikanern erneut im zeitlichen und organisatorischen Vorteil. Ungünstig auf die Qualität des gesamten Projekts wirkte sich der Brauch aus, Konstruktion und Bau gleichzeitig ablaufen zu lassen. Damit wurde es kaum möglich, die Kapsel auf der Erde zu erproben und man nahm auch weitere Risiken in Kauf, um das Wettrennen ins All für sich zu entscheiden. Jedenfalls konnte man im Herbst dieses Jahres im Werk Kuibyschew (heute Samara) ein erstes &#8222;elektrisches Analog&#8220;, eine komplette Kapsel ohne Hitzeschild, fertig stellen.</p>



<p>Mit diesem Schritt wurde die maßgebliche technische Ausgestaltung des Programms abgeschlossen, und die neue Oberstufe machte die R-7 zu einer der erfolgreichsten, sichersten und zuverlässigsten Trägerraketen der Welt und einem langlebigen Arbeitspferd der sowjetischen Raumfahrt.</p>



<p>Etwa parallel mit der Fertigstellung des elektrischen Analogs begann man eine intensivere Testphase, die mit Abwurftests mit der Wostok-Kapsel begann. Im Gegensatz zu den USA konnte man viele wertvolle Monate Zeit sparen, da man aufgrund der Kugelgestalt nicht erst, wie bei den Mercury-Kapseln der NASA mit ihrer Kegelform der Fall, das Flugverhalten der Kapsel untersuchen musste. Ebenfalls wurde eine Reihe von Katapulttests durchgeführt, um die Landesequenz, neben dem Start der risikoreichste Teil der gesamten Mission, zu simulieren.</p>



<p>Die Feuertaufe bestand das Wostok-Raumschiff am 15. Mai 1960, als man eine vereinfachte unbemannte Kapsel (Wostok 1KP, &#8222;prostjeschij&#8220; = &#8222;einfach&#8220;) unter der Bezeichnung &#8222;Korabl 1&#8220; (Raumschiff 1, im Westen irreführend auch als Sputnik 4 bezeichnet) in eine annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn brachte.</p>



<p>Im Gegensatz zur späteren Variante, glich Korabl 1 eher dem Zenit-Satelliten und besaß zwei Solarpaneele, dafür aber keinerlei Lebenserhaltungs- oder Landesysteme. Auch über eine Hitzeschutzschicht für den Wiedereintritt verfügte die Kapsel noch nicht. Zur Unzufriedenheit aller Beteiligten gab es enorme Probleme mit der Sprechfunkverbindung, die man probeweise zum Raumschiff aufbaute. Am 19. Mai kam es zum Test des Bremstriebwerks TDU, womit man einen wesentlichen und sehr riskanten Teil der Mission nachstellte. Durch einen Fehler in einem Infrarotsensor orientierte sich Korabl 1 allerdings falsch, und das Triebwerk leitete nicht den Abstieg ein, sondern brachte das Raumschiff auf eine noch höhere Umlaufbahn. Später verglühten Kapsel und Geräteteil wie geplant in der Atmosphäre.</p>



<p>Einen derben Rückschlag erhielt das Programm am 28. Juli desselben Jahres, als eine vollständig ausgerüstete und mit der später eingesetzten Version annähernd identische Kapsel (Bezeichnung Wostok 1K No. 1) mit den beiden Hunden Tschaika und Lisitschka an Bord etwa 19 Sekunden nach dem Start infolge eines Triebwerksschadens in einem der Außenblöcke explodierte und rund 2.000 Meter vom Startplatz entfernt aufschlug und zerschellte. Die Hunde hatten dabei nicht die Spur einer Chance, was die Notwendigkeit eines Havarierettungssystems drastisch vor Augen führte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_03.jpg" alt="" width="345" height="344"/><figcaption>Weltraumhündin Strelka nach der Landung</figcaption></figure></div>



<p>Der Fehlstart wurde selbstverständlich nicht bekannt gegeben, stattdessen wiederholte man den Start bereits am 19. August, woraufhin die Kapsel mit der Bezeichnung Korabl 2 (Sputnik 5) mit den beiden Hunden Belka und Strelka sowie zwei Ratten und vierzig Mäuse an Bord die vorgesehene Erdumlaufbahn erreichte. Bereits am 20. August, nach rund 17 Erdorbits, landete die Kapsel sicher nahe der Ortschaft Orsk. Die an Bord befindlichen Tiere wurden wie geplant aus der Kapsel katapultiert und dabei einer Beschleunigung von bis zu 10 g ausgesetzt, überlebten aber die Strapazen und bewiesen die Einsatzfähigkeit des Verbundes R-7/Block E/Wostok. Unterdessen beobachteten auch die Amerikaner die Vortastversuche der Sowjets mit Besorgnis, schließlich ließen Ergebnisse ihres Mercury-Programms weiterhin auf sich warten.</p>



<p>Im August 1960 wurden weitere Details zu den folgenden, unbemannten Missionen klar. Es wurden verschiedene Designveränderungen, Vereinfachungen und Masseeinsparungen, aber auch Einzelheiten zum Rettungssystem und zum Raumanzug SK-1 besprochen und beschlossen. Am 19. September unterbreiteten dann verschiedene Persönlichkeiten, unter ihnen Koroljow, der Chef der Raketentruppen Nedelin, der stellvertretende Ministerpräsident Ustinow sowie der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der UdSSR Keldysch, dem ZK der KPdSU die Empfehlung, den Termin für den ersten bemannten Raumflug in den Dezember zu verlegen. Die Zustimmung von ZK und Ministerrat kam am 11. Oktober und machte den Weg für den Raumflug frei.</p>



<p>Doch damit war es nicht geschehen. Einzelne Systeme, darunter der lebenswichtige Schleudersitz, erwiesen sich als nicht funktionsfähig, bzw. wiesen Fehlfunktionen auf, welche bei einem Test des Schleudersitzes sogar das Leben eines Probanden forderten. Damit wurde ungewiss, ob sich der Termin im Dezember einhalten lassen würde.</p>



<p>Den Ausschlag für die Streichung des Fluges im Dezember gab letztendlich die &#8222;personelle Lücke&#8220;, welche eine Explosion der neu konstruierten Interkontinentalrakete R-16 aus dem OKB Jangel am 24. Oktober 1960 auf einem Startpodest des Kosmodroms Baikonur hinterließ. Rund 100 führende Raumfahrtspezialisten kamen bei dem Inferno ums Leben, unter ihnen der Chef der Raketentruppen, Marschall Nedelin, gleichzeitig einer der maßgeblichen Förderer der Raumfahrtprogramms.</p>



<p>Man entschied sich aus Sicherheitsgründen für zwei weitere unbemannte Flüge im Dezember. Den Auftakt bildete am 1. Dezember Korabl 3 (1K No. 5), bei dem unter anderem die beiden Hunde Ptscholka und Muschka an Bord waren.</p>



<p>Beim Einleiten der Rückkehr befand sich die Kapsel wegen eines Defekts im Stabilisierungssystems in einer taumelnden Bewegung. Der Schubvektor des Bremstriebwerks war deshalb nicht genau entgegen der Flugrichtung gerichtet. Obwohl das Triebwerk die vorgesehene Zeit brannte, war infolge dessen die Bremswirkung zu gering. Das an Bord des Raumschiffs befindliche Selbstzerstörungssystem war so programmiert, dass es aktiviert wurde, wenn nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach der Zündung des Bremstriebwerks die Bremsverzögerung des Wiedereintritts einsetzte. Man wollte damit verhindern, dass das Raumschiff im Ausland landet und in fremde Hände fällt. Genau das war nun der Fall, weshalb das Selbstzerstörungssystem in Aktion trat und das Raumschiff in Stücke riss.<br><em>(Quelle: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band der Sieg Koroljows, Seite 387.)</em></p>



<p>Der Termin für den bemannten Start rutschte daher weiter ins Jahr 1961.</p>



<p>Doch auch das folgende Korabl-Raumschiff (1K No. 6) stand unter keinem glücklichen Stern. Beim Start am 22. Dezember 1960 kam in der Oberstufe der Wostok-Rakete (Block E) erstmals das neue Triebwerk RO-7 zum Einsatz. Bei allen vorherigen Starts wurde noch das ältere RO-5 verwendet. Prompt kam es mit dem neuen Triebwerk zu Problemen: Es versagte, sodass nur ein ballistische Flug über eine Entfernung von 3.500 km möglich war. Die Notlandung erfolgte bei ca. minus 40 Grad Celsius in Jakutien. Wegen eines durchgebrannten Kabels war allerdings die Kabine mit den Hunden Kometa und Tschutka nicht aus der Kapsel katapultiert worden. Das erwies sich nun als Glücksfall, denn trotz des strengen Frostes blieben die Hunde dadurch am Leben und konnten nach zwei Tagen stark unterkühlt aber ansonsten unversehrt geborgen werden.<br><em>(Quellen: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band: Der Sieg Koroljows, Seiten 387/388. Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p>Auch dieser Vorfall gab zu denken, der erste bemannte Raumflug musste unter allen Umständen erfolgreich verlaufen. Der Tod eines Raumfahrers könnte dem gesamten sowjetischen Programm den Todesstoß versetzen. Um die Gefahren zu minimieren, modifizierte man die Kapsel unter der Bezeichnung 3KA erneut. So erhöhte man z.B. die Stärke des aus Asbest bestehenden Hitzeschutzschildes von 3 auf 13 cm. Ebenfalls erging der Beschluss, dass der erste Raumflug die Erde nur einmal (= 90 Minuten) anstelle der geplanten 17-mal (was einem eintägigen Flug entspräche) umrunden sollte. Unterdessen kündigten die Amerikaner ihren ersten suborbitalen Flug für den 28. April 196a an. Die Parteiführung drängte nun, den Flug unter allen Umständen vor diesem Termin durchzuführen.</p>



<p>Um einige abschließende Tests durchzuführen, fertigte man sogenannte &#8222;Space Dummies&#8220;, also menschengroße und -schwere Puppen, welche dem Wostok-System das &#8222;Space Proof&#8220;-Siegel verleihen sollten. Die Dummies trugen auch bereits die für die späteren bemannten Flüge vorgesehenen Raumanzüge des Typs SK-1. Bei dem anderthalbstündigen Flug von Korabl 4 (3KA No. 1) am 9. März 1961 lief dann auch alles wie geplant, und sowohl der an Bord befindliche Hund Tschernuschka, als auch der Dummie „Iwan Iwanowitsch“ waren nach der Landung rund 260 km nordöstlich der Stadt Kuibyschew (heute Samara) wohlauf.</p>



<p>Bei dem Start von Korabl 5 (3KA No. 2) am 25. März waren in Baikonur erstmals sechs Kosmonautenkandidaten anwesend. Auch dieser Flug mit dem Hund Swjosdotschka und dem Dummie &#8222;Iwan Iwanowitsch Nr. 2&#8220; an Bord verlief planmäßig, nur bei der Landung wurde das eigentliche Zielgebiet um rund 660 km verfehlt und die Kapsel ging rund 80 km von der Gebietshauptstadt Udmurtiens, Ishewsk, entfernt nieder.<br><em>(Quelle: Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p>Mit diesem abschließenden Tests gaben die Konstrukteure ihr &#8222;Go&#8220; und schon der nächste Flug würde Anfang April bemannt durchgeführt werden können.</p>



<p><strong>Die Kosmonautengruppe Nr. 1</strong><br>Der menschliche Faktor für einen Raumflug wurde von Koroljow zu keinem Zeitpunkt unterschätzt, und so begann man Anfang 1959 mit der akribischen Suche nach geeigneten Kandidaten und mit einer strengen Auswahlprozedur. Für die zukünftigen &#8222;Lieferanten&#8220; von Kosmonauten qualifizierten sich automatisch mehrere Extremberufe, wie z.B. Leistungssportler, U-Boot-Fahrer, Bergsteiger usw. Koroljow bevorzugte für den Job als Raumfahrer allerdings eher Jagdflieger. Für eine Rekrutierung gab es einen ganzen Kriterienkatalog, der folgende Parameter vorsah: maximal 36 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und 70 bis 72 kg schwer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_05a.jpg" alt="" width="438" height="276"/><figcaption>Kosmonautengruppe Nr. 1<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p>Unterstützt wurde die Auswahl durch die Abteilung für Weltraummedizin, welche vom Chef der sowjetischen Luftstreitkräfte, Konstantin Wershinin, einem großen Befürworter und Unterstützer der Raumfahrt, unter Leitung von Prof. Wladimir Jasdowski eingerichtet wurde. Mehr als 3.000 Piloten wurden von der &#8222;Kommission für das Thema Nr. 6&#8220;, die Tarnbezeichnungen waren aufgrund der strikten Geheimhaltung des gesamten Weltraumprogramms nötig, überprüft und bis auf 400 Mann aus der Liste gestrichen. Den Ausschlag für die Rekrutierung gab ein kritischer Blick in die Akten der Piloten. So musste man ein &#8222;reines&#8220; Verhältnis zur Partei haben, sowie eine &#8222;saubere&#8220; Biographie vorweisen können. Nur Leute mit einwandfreier Vergangenheit würden sich letztendlich so für Propagandazwecke nutzen lassen, wie man es sich seinerzeit vorstellte.</p>



<p>Die 400 Auserwählten wurden in Gruppen zu je 20 Mann aufgeteilt und im Herbst 1959 in Moskau eingehender untersucht. Die meisten von ihnen disqualifizierten sich durch Mangel an Ausdauer, sodass schließlich nur noch 30 Anwärter übrig blieben, deren Zahl im Januar 1960 nochmals auf 20 verringert wurde und schließlich als erste Kosmonautengruppe vorgestellt wurde. Bis zu jenem Zeitpunkt war allen Rekrutierten der eigentliche Zweck ihrer Auswahl verschwiegen worden, da man keinerlei Risiko eingehen wollte und man durch das Bekanntwerden der Bemühungen um baldest mögliche Erfolge die nationale Sicherheit und das internationale Prestige bedroht sah.</p>



<p>Die 20 Kandidaten begannen am 14. März 1960 eine Art Grundtraining auf dem Moskauer Zentralflughafen &#8222;M. W. Frunse&#8220;. Der Unterrichtsplan bestand hauptsächlich aus Lektionen in Physik, Himmelsmechanik, Raketentechnik und Biologie, speziell Medizin. Die Ausbildung wurde geleitet von Raumfahrttheoretikern, Raketenwissenschaftlern und Konstrukteuren vom OKB-1. Kurioserweise befanden sich unter den Ausbildern auch einige, welche später selbst in All flogen: so z.B. Makarow, Jelissejew und Feoktistow. Die praktische Ausbildung bestand aus Fallschirmspringen, Flügen mit der MiG-15 UTI (mit der 1968 Gagarin tödlich verunglückte), Parabelflügen mit einer TU-104, aber auch aus nervenzehrenden Aufenthalten in isolierten Barokammern.</p>



<p>Die Raumfahrer wurden auf Schritt und Tritt beobachtet und jeder Mangel wurde von den Ausbildern protokolliert, die psychische und physische Verfassung während des Trainigs genau verfolgt. Die Ausbildung selbst entspricht nicht mehr den heutigen Methoden, da man damals mangels Wissen über die Einflüsse der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus die Trainingseinheiten nicht &#8222;weltraumgerecht&#8220; gestalten konnte.</p>



<p>Da eine Ausweitung des gesamten bemannten Weltraumprogramms abzusehen war, veranlasste man auf Beschluss des ZK der KPdSU am 11. Januar 1960 die Gründung eines zentralen Kosmonauten-Ausbildungszentrums. Bereits im Sommer dieses Jahres war die grundlegende Infrastruktur geschaffen worden und man konnte das Training dort, weit besser vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen, aufnehmen. Das ZPK (&#8222;Zentr Podgotowki Kosmonawtow&#8220;), heute wohl eher als &#8222;Sternenstädtchen&#8220; bekannt, war von nun an das Zentrum der Bemühungen um einen bemannten Raumflug und die Trainingseinheiten wurden intensiviert, um den Kreis der möglichen Kosmonauten weiter einzugrenzen. Der erste Chef des ZPK wurde Oberst Jewgeni Karpow, die Kosmonautenausbildung leitete fortan Nikolai Kamanin, aufgrund seiner Verdienste als Pilot zu jener Zeit bereits Held der Sowjetunion.</p>



<p>Alle Arbeiten liefen planmäßig, die Ausbildung schritt voran und das Fluggerät war bereits fertig, so dass man bereits im Dezember 1960 das Zeitalter der Präsenz des Menschen im Weltall einläuten wollte. Am 31. Mai wurden sechs der 20 Kandidaten ausgewählt, am Wostok-Programm teilzunehmen. Dabei handelte es sich um Gagarin, Titow, Nikolajew, Popowitsch, Kartaschow und Warlamow. Die restlichen 14 Rekruten schieden zwar damit nicht aus dem Trainingsprogramm aus, wurden allerdings nicht speziell im Wostok-Simulator ausgebildet, was ab Juli geschah. Am 18. Juni wurden die Anwärter ins Herstellerwerk Kuibyschew gebracht, wo sie zum ersten Mal das Wostok-Raumschiff in voller Pracht sahen und von niemand Geringerem als Sergei Koroljow gezeigt bekamen.</p>



<p>Obwohl bis dahin alles planmäßig verlief, traten zu jenem Zeitpunkt mehrere unvorhersehbare Ereignisse ein, welche die Kosmonautengruppe verkleinerten, veränderten und somit die gesamte Planung durcheinander brachten. Zunächst disqualifizierte sich Anatoli Kartaschow und wurde, nachdem nach einem Zentrifugentest am 16. Juli ein Gefäßriss an der Wirbelsäule festgestellt wurde, durch den Kampfpiloten Neljubow ersetzt und erst einmal zurückgestellt. Gänzlich aus dem Raumfahrtprogramm entfernt wurde er erst am 7. April 1962, nachdem er sich für Überbelastungen als untauglich erwies.</p>



<p>Am 24. Juli 1960 verletzte sich Walentin Warlamov bei einem Badeausflug infolge eines Kopfsprungs an der Halswirbelsäule und wurde durch Waleri Bykowski ersetzt. Warlamow war fortan Ausbilder des ZPK im Fach Astronavigation.</p>



<p>Ein schwerer und auch äußerst tragischer, tödlich endender Unfall trug sich am 23. März 1961, also nur kurze Zeit vor dem Start von Gagarin, in einer Isolationskammer des ZPK zu. Kandidat Bondarenko warf einen für medizinische Untersuchungen im Rahmen eines 10-tägigen Aufenthaltes in der Isokammer mit Alkohol getränkten Wattebausch auf eine elektrische Heizplatte, welche sich sofort entzündete und aufgrund der reinen Sauerstoffatmosphäre in der hermetisch abgeriegelten Kammer sofort alles in Brand steckte. Bondarenko versuchte zunächst selbst vergeblich das Feuer zu löschen, bevor er Alarm schlug. Als der Druckausgleich mit der Kammer hergestellt werden konnte, war Bondarenko zwar am Leben, hatte aber derart starke Verbrennungen erlitten, dass er acht Stunden später starb.</p>



<p>Der Vorfall wurde wegen dem befürchteten &#8222;schädlichen&#8220; Abfärben auf das bis dahin geltende Image von den erfolgreichen sowjetischen Errungenschaften in der Raumfahrt bis 1986 totgeschwiegen. Bereits wenige Jahre später ereignete sich mit Apollo 1 eine ähnliche Katastrophe, welche ebenfalls auf die Verwendung von reinem Sauerstoff unter Niedrigdruck als Atmosphäre und auf das Fehlen einer schnell zu öffnenden Luke zurückzuführen war.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_06a.jpg" alt="" width="362" height="265"/><figcaption>Start von Wostok 1 mit Juri Alexejewitsch Gagarin.<br>(Foto: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p>Obwohl dieser Zwischenfall den Initiatoren des sowjetischen Raumfahrtprogramms zu denken gab, sah man keinen Grund, dieses zu stoppen. Symbolisch bekamen die sechs Anwärter nach ihren Prüfungen am 17. und 18. Januar den Titel &#8222;(Flieger-) Kosmonaut&#8220; verliehen, durften sich aber öffentlich nicht so nennen, da man auch die Mitglieder der Kosmonautengruppe zur Verschwiegenheit nach außen verpflichtete. Letztendlich galt es, unter den sechs Verbliebenen, denjenigen herauszusuchen, der einerseits die besten Testresultate an den Tag legte, andererseits aber auch mit Charme und Charakter für die Propagandamaschinerie verwertbar war.</p>



<p>General Kamanin gab Juri Gagarin bereits Ende März zu verstehen, dass er sich Hoffnung machen dürfe, als erster ins All zu fliegen. Gagarin zeichnete sich in allen Disziplinen dadurch aus, immer zur Leistungsspitze zu gehören und nirgendwo zu schwächeln. Gleichzeitig besaß er zwar einen starken, aber keinesfalls einen arroganten Charakter, wie es wohl z. B. bei Grigori Neljubow, dem zweiten Ersatzmann von Wostok 1, der Fall war. Dieser konnte es mental kaum verkraften, nicht der Erste gewesen zu sein und bekam auf Anordnung Kamanins keine weitere Flugnominierung. Ein nächtlicher Alkoholexzess am 4. Mai 1962 führte schließlich zu seiner Entlassung aus dem Kosmonautenkorps, einer Strafversetzung in den Fernen Osten. Das löste bei ihm Depressionen aus und führte am 18. Februar 1966 zum Selbstmord, als er sich an der Bahnstation Ippalitowka in Sibirien von einem Zug erfassen ließ und sofort starb. Auch sein Name wurde aus den Annalen der sowjetischen Raumfahrt entfernt, sein Schicksal blieb lange Zeit unbekannt.</p>



<p><strong>Flugverlauf</strong><br>Im Rahmen des Wostok-Programms wurden 6 Missionen durchgeführt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wostok 1: 12. April 1961. Juri Gagarin.<br>Start um 7.07 Uhr MEZ<br>Einmalige Erdumkreisung, Rückkehr nach 108-minütigem Flug (= 41.000 Kilometer Flugstrecke). Landung Gagarins am Fallschirm separat von der Kapsel, nahe Smelowka, 26 Kilometer südwestlich von Engels.</li><li>Wostok 2: 06. August 1961. German Titow.<br>Durchführung von 17 Erdumkreisungen (= 1d 1h 17min; 703.000 Kilometer). Erstmals Filmaufnahmen und Experimente unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Titow litt an akuter Weltraumkankheit, klagte über Übelkeit und Orientierungslosigkeit. Zeitweise Ausfall der bordeigenen Temperaturregulierung, sinken der Bordtemperatur auf 6 °C. Erfolgreiche Landung im Gebiet Krasnij Kut bei Saratow.</li><li>Wostok 3: 11. August 1962. Andrijan Nikolajew.<br>Ernsthafte Probleme gab es beim Start, als sich ein Kabelmast nicht wie geplant von der Rakete löste, sondern erst wenige Sekunden vor dem Start zur Seite schwenkte. Das hätte unter Umständen katastrophale Folgen haben können, doch zum Glück ging alles gut. 24 Stunden später startete von der gleichen Startrampe Wostok 4. Wie schon bei vorangegangenen Flügen gab es erneut Probleme mit der Klimaanlage der Kapsel. Dennoch endete der Flug mit einem neuen Dauerflugrekord. Nach 3d 22h 22min und 64 Erdorbits landete Nikolajew nahe der kasachischen Stadt Karakalinsk.</li><li>Wostok 4: 12. August 1962. Pawel Popowitsch.<br>Start nur einen Tag nach Wostok 4 von der selben Startrampe. Durchführung des ersten Gruppenfluges der Geschichte. Näherung bis auf 6,5 Kilometer, was zwar direkten Funkkontakt aber keinen Sichtkontakt ermöglichte. Nikolajew und Popowitsch schwebten erstmals frei in ihren Kabinen, keiner von beiden litt wie Titow unter der damals vollkommen unerforschten Weltraumkrankheit. Auch bei Wostok 4 bereitete die Klimaanlage Probleme. Die Landung erfolgte aufgrund eines Missverständnisses einen Tag früher als geplant, nur 7 Minuten nach Wostok 3 nahe der Ortschaft Atas, südlich von Karaganda. Popowitsch hatte bei seinem Flug 48 mal die Erde umrundet.</li><li>Wostok 5: 14. Juni 1963. Waleri Bykowski.<br>Ursprünglich war ein Dreierflug mit Komarow, Bykowski und einem weiblichen Raumfahrer geplant, was allerdings am 1. April wieder verworfen wurde. Wostok 5 war gleichzeitig eine Vorbereitung auf kommende Mondmissionen und sollte acht Tage dauern. Durch gefährliche Sonnenaktivität wurde der Start vom 11. Juni an mehrmals verschoben. Doch auch am 14. Juni fiel während des Countdowns überraschend ein Steuerkreisel aus und eine Schnur verhedderte sich unter Bykowskis Sitzschale. Beide Probleme wurden entgegen den Vorschriften und auf Bykoskis ausdrücklichen Wunsch bei laufendem Countdown behoben. Das erreichte Apogäum war letztendlich zu niedrig, um tatsächlich acht Tage im Orbit zu verweilen. Die Landung erfolgte deshalb schon am 19. Juni nach fünf Flugtagen und 81 Erdorbits, rund 540 km nordwestlich der kasachischen Stadt Karaganda.</li><li>Wostok 6: 16. Juni 1963. Walentina Tereschkowa.<br>Zwei Tage nach Bykowski brach die 26-jährige Textilarbeiterin Walentina Tereschkowa ins All auf. Während des Fluges wurde der Gruppenflug von Wostok 3 und 4 weitestgehend wiederholt, die beiden Raumschiffe näherten sich bis auf 5 Kilometer. Die offizielle Version, dass Tereschkowa die Schwerelosigkeit erstaunlich gut vertrug, ist aufgrund widersprüchlicher Berichte anzuzweifeln. Mitunter musste sie ermahnt werden, Befehle der Bodenkontrolle korrekt auszuführen. Zudem aß und trank sie nur wenig. Tereschkowa landete nach 48 Erdumrundungen knapp drei Stunden vor ihrem Kollegen Bykowski, 620 km nordöstlich von Karaganda, und damit sehr weit vom eigentlichen Zielgebiet entfernt. Der Abstand der Landeorte der beiden Kapseln lag bei rund 800 km. Am Landeort verschenkte Walentina Tereschkowa ihre nicht verbrauchten Lebensmittel an die örtliche Bevölkerung, sodass es unmöglich war, ihren realen Lebensmittelverbrauch zu bestimmen.</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/wostok_07.jpg" alt="" width="364" height="305"/><figcaption>Wostok 1-Kapsel nach der Landung</figcaption></figure></div>



<p><strong>Programmende</strong><br>Offensichtlich plante Koroljow ursprünglich noch mindestens einen weiteren Wostok-Flug für 1964. Gleichzeitig war aber allen Beteiligten klar, dass die technischen Möglichkeiten und damit auch die propagandistische Verwertbarkeit an ihre Grenzen gestoßen waren. Das geplante Nachfolgeraumschiff Sojus ließ weiter auf sich warten, so dass man verschiedene Ersatz-Missionen mit abgewandelten Wostok-Raumschiffen plante.</p>



<p>Koroljow schlug 1962 vor, aus dem Raumschiff Wostok 3KA ein manövrierfähiges &#8222;Wostok 3KA-Tsch&#8220; abzuleiten, welches mit unbemannten Zusatzmodulen gekoppelt werden konnte. Dadurch hätte man nicht nur wichtige Erfahrungen im Bereich der Kopplungstechnik gewonnen, sondern hätte gleichzeitig die erste bemannte Raumstation mit einer Masse von 15 bis 25 Tonnen aufgebaut. Denkbar wäre auch eine direkte Weiterentwicklung zu einem Mondraumschiff gewesen. Wostok 3KA-Tsch stieß leider auf wenig Gegenliebe, so dass sämtliche dahingehenden Studien und Entwürfe zwar Einzug in unbemannte Programme (Zenit) fanden, die letztendliche Verwirklichung aber zu viel Zeit und Geld in Anspruch genommen hätte.</p>



<p>Schließlich kündigten die Amerikaner 1964 den Flug ihrer &#8222;Gemini&#8220;-Raumschiffe an und Koroljow konterte mit einer schlichten Modifikation des existenten Wostok-Systems, wozu er den Schleudersitz zu Gunsten von bis zu drei Sitzschalen entfernte. Das machte unter anderem Modifikationen am System für die weiche Landung erforderlich.</p>



<p>Das neu geschaffene Raumschiff wurde auf den Namen &#8222;Woßchod&#8220; getauft, um dem Westen vorzugaukeln, man hätte ein völlig neues, revolutionäres System geschaffen. Damit endete die glorreich Wostok-Ära.</p>



<p><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li>Von Gagarin zur Raumstation Mir; S. 6ff.; Alfred Gugerell</li><li>Raumfahrt Concret 1/01 (16); S. 12f; Stefan Wotzlaw</li><li>Das Wostok-Programm; Stefan Wotzlaw</li></ul>



<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/wosschod-3kd-3kv-das-comeback-der-sowjets/" data-wpel-link="internal">Woßchod-Programm</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/das-gemini-programm/" data-wpel-link="internal">Gemini-Programm</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok-update-2017-durch-uwe-raetsch/" data-wpel-link="internal">Projekt Wostok (Update 2017 durch Uwe Rätsch)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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