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	<title>Kometenschweif &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Kometenschweif &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Ein Kometenschweif bei dem Exoplaneten Gliese 436b</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2015 17:03:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Exoplanet Gliese 436b ist offenbar von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben, welche einen gigantischen Gasschweif aus Wasserstoff ausbildet. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: ESA, Hubble Space Telescope, Exoplanet.eu. Vertont von Peter Rittinger Als Exoplaneten werden in der Astronomie Planeten bezeichnet, welche nicht dem Planetensystem der Sonne angehören, sondern die vielmehr fremde Sterne umkreisen. Seit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/ein-kometenschweif-bei-dem-exoplaneten-gliese-436b/" data-wpel-link="internal">Ein Kometenschweif bei dem Exoplaneten Gliese 436b</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Exoplanet Gliese 436b ist offenbar von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben, welche einen gigantischen Gasschweif aus Wasserstoff ausbildet.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESA, Hubble Space Telescope, Exoplanet.eu. Vertont von Peter Rittinger</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-07-08-46412.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_1.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_1.gif" alt="Wikipedia (User: Zhatt)" width="260"/></a><figcaption>
Sterne und die sie umkreisenden Planeten beeinflussen sich durch ihre jeweiligen Massen gegenseitig. Dies hat zur Folge, dass &#8211; streng betrachtet &#8211; nicht etwa die Planeten einen Stern umkreisen. Vielmehr umlaufen Planeten und ihr Zentralstern ein gemeinsames 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baryzentrum" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Baryzentrum</a>
. Ein Stern, der von Planeten umkreist wird, steht also nicht &#8217;still am Himmel&#8216;, sondern er &#8218;eiert&#8216; um eben diesen gemeinsamen Schwerpunkt. Sofern ein Betrachter von der Erde aus nicht genau senkrecht auf diese Bahn schaut (wie in dieser Grafik der Fall), hat die periodische Bewegung des Sterns zur Folge, dass dieser sich abwechselnd auf den Betrachter zu und anschließend wieder vom ihm weg bewegt. Diese Bewegung macht sich durch einen 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Dopplereffekt</a>
 bemerkbar. Die Dopplerverschiebung des Lichtes ist unter anderem von der Geschwindigkeit abhängig, mit welcher der Stern sich bewegt. Je größer der Begleiter ist und je näher er sich bei seinem Stern befindet, desto schneller bewegt sich der Stern um den gemeinsamen Schwerpunkt. Das &#8218;Wackeln&#8216; des Sterns fällt sehr schwach aus, aber die Messmethoden sind inzwischen so genau, dass Astronomen die Bewegung eines Sterns auf bis zu einen Meter pro Sekunde genau ermitteln können. 
<br>
(Bild: Wikipedia (User: Zhatt))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exoplaneten</a> werden in der Astronomie Planeten bezeichnet, welche nicht dem Planetensystem der Sonne angehören, sondern die vielmehr fremde Sterne umkreisen. Seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten am 5. Oktober 1995 gelang den Astronomen der Nachweis von bisher <a class="a" href="	https://exoplanet.eu/catalog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">1.932 Exoplaneten</a>. Bei einem dieser Objekte handelt es sich um den Exoplaneten Gliese 436b. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Exoplanet Gliese 436b</strong>
<br>
Entdeckt wurde GJ 436b &#8211; so eine andere Bezeichnung für diesen Planeten &#8211; bereits im Jahr 2004 durch die US-amerikanischen Astronomen Geoffrey Marcy und Robert Paul Butler, welche hierfür die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet#Indirekte_Nachweismethoden" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Radialgeschwindigkeitsmethode</a> anwendeten. Nachfolgende Analysen ergaben, dass GJ 436b seinen in einer Entfernung von etwa 30 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild Löwe (lat. &#8222;Leo&#8220;) befindlichen Zentralstern, den <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Zwerg" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Roten Zwerg</a> Gliese 436, in einem Abstand von lediglich etwa 4,3 Millionen Kilometern umläuft. Für eine vollständige Umrundung des Sterns benötigt der Exoplanet dabei eine Zeitspanne von zwei Tagen, 15 Stunden und 27 Minuten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Des weiteren konnte mit dem Weltraumteleskop <i>Spitzer</i> im Rahmen eines <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Durchgang" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Transitereignisses</a> ermittelt werden, dass dieser Planet über einen Durchmesser von etwa 54.000 Kilometern verfügt. Seine Masse wird mit einem Wert angegeben, welcher 22 Erdmassen entspricht. Es dürfte sich bei diesem Planeten somit um einen Vertreter aus der Exoplaneten-Kategorie der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Neptune" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Hot Neptunes</a> handeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch weitere Untersuchungen konnte in den vergangenen Jahren zudem ermittelt werden, dass Gliese 436b offenbar über große Mengen an <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanet-besteht-ueberwiegend-aus-wasser/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Wasser</a> verfügt, welches hoch über der Oberfläche des Planeten Wolken aus <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/geheimnisvolle-exoplaneten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Wasserdampf</a> bildet. Dagegen scheint in der Atmosphäre dieses Exoplaneten ein ausgeprägter <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/methandefizit-bei-gliese-436b/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Methanmangel</a> zu herrschen (Raumfahrer.net berichtete jeweils). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zentralstern des Exoplaneten Gliese 436b verfügt über 40 Prozent der Sonnenmasse und erreicht lediglich rund 2,5 Prozent der Leuchtkraft des Zentralgestirns unseres Sonnensystems. Aufgrund des geringen Abstands zu seinem Stern wird GJ 436b aber dennoch so stark aufgeheizt, dass in dessen Atmosphäre Temperaturen von mehr als 500 Grad Celsius erreicht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Untersuchungen</strong>
<br>
Die Tatsache, dass es sich bei Gliese 436b um einen Transitplaneten handelt, der von der Erde aus betrachtet regelmäßig vor seinem Zentralstern vorbeizieht und dabei das von dem Stern ausgehende Licht &#8218;abdimmt&#8216;, erleichtert dessen weitere Untersuchung ungemein. Für eine entsprechende Untersuchung von Gliese 436b setzte ein von David Ehrenreich vom Observatoire de l&#8217;Université de Genève/Schweiz geleitetes Astronomenteam jetzt auch zum wiederholten Mal das Weltraumteleskop <i>Hubble</i> ein. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_2.gif" alt="TEP-Network, H. Deeg, Carrido" width="304" height="213"/><figcaption>
Ganz allgemein zu der Transitmethode zur Entdeckung und Untersuchung von Exoplaneten: Diese Lichtkurve des Sterns HD 209458 wurde in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli 2000 aufgenommen und zeigt den während der damaligen Bedeckung durch den Exoplaneten HD 209458b bedingten Verlauf der Helligkeitsabnahme und -zunahme des Zentralsterns. 
<br>
(Bild: TEP-Network, H. Deeg, Carrido)
</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_3.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI)" width="260"/></a><figcaption>
Die im Rahmen einer Transitbeobachtung durch das Weltraumteleskop Hubble gewonnenen Daten zu der Bedeckung des Zentralsterns Gliese 436 durch seinen Planeten zeigen, dass bereits zwei Stunden vor und auch noch mehrere Stunden nach der eigentlichen Bedeckung das Licht des Sterns &#8218;abgedimmt&#8216; wurde. Diese Daten lassen sich dadurch erklären, dass der den Stern bedeckende Exoplanet von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben ist und zudem einen kometenartigen Gasschweif hinter sich her zieht. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Vorbeizug vor seinem Stern benötigt der Exoplanet GJ 436b einen Zeitraum von etwa einer Stunde. Pünktlich zum Beginn und zum Ende dieses Transits sollten sich &#8211; so die Theorie &#8211; eigentlich scharf umrissene Veränderungen in der Helligkeit des Sterns registrieren lassen. Dies deckt sich auch mit den im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts gewonnenen Messergebnissen, wo im Zeitraum des Transits ein deutlich abgegrenzter Helligkeitsabfall von 0,7 Prozent registriert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein kometenartiger Schweif</strong>
<br>
Allerdings stellten die Astronomen bei der Auswertung der entsprechenden Daten des <i>Hubble Space Telescopes</i> fest, dass im Bereich des ultravioletten Lichtspektrums bereits etwa zwei Stunden vor dem Beginn des eigentlichen Planetentransits ein deutlich erkennbares Absinken der Helligkeit des Zentralsterns zu beobachten ist. Bis zum Höhepunkt der jeweiligen Verfinsterungen sinkt die Helligkeit des Sterns dann auf einen Wert von nur noch 44 Prozent des Normalwertes ab. Und auch nach dem Ende des Transits ist die Helligkeit von GJ 436 noch für mehr als drei Stunden deutlich messbar reduziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwecks der Erklärung dieses Phänomens schlagen die an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler folgenden Lösungsansatz vor: Die von Wasserstoffgas dominierte Atmosphäre des Exoplaneten Gliese 436b wird durch die Strahlung des Zentralstern so weit aufgeheizt, dass ein Teil der Planetenatmosphäre in das umgebende Weltall entweicht und dort zunächst eine ausgedehnte Gashülle ausbildet, welche das von dem Stern ausgehende ultraviolette Licht zu einem Großteil absorbiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zentralstern verfügt jedoch über zu schwache <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sternwind" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternwinde</a>, um diese aus der Planetenatmosphäre entweichenden Gase vollständig &#8218;wegzublasen&#8216;. Aufgrund der Bewegung des Planeten um seinen Stern nimmt ein Teil dieser &#8218;Wasserstoffwolke&#8216; dabei die Form eines Schweifs an und &#8218;folgt&#8216; dem Planeten auf dessen Umlaufbahn um den Stern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29062015190354_small_4.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI)" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung des Sternsystems Gliese 436. Auf seiner Bahn um den Zentralsten zieht der Exoplanet einen gewaltigen Schweif hinter sich her. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Schweif verfügt dabei laut der Beobachtungsdaten des <i>Hubble Space Telescopes</i> über eine Länge, welche etwa dem 50fachen Durchmesser des Zentralsterns entspricht. Sehr entfernt erinnert dieses Szenario an das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kometenschweif#Koma" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Aussehen eines Kometen</a>, welcher in Sonnennähe über eine Koma und einen Schweif verfügt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der Ausdehnung der Gashülle und der Länge des Schweifs vermuten die Astronomen um David Ehrenreich, dass der Exoplanet pro Sekunde rund 100 bis 1.000 Tonnen Wasserstoff an seine Umgebung abgibt. Dies ist eine im Vergleich zu der Gesamtmasse von GJ 436b allerdings immer noch äußerst geringe Menge. Selbst über einen Zeitraum von Milliarden von Jahren, so die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler, würde dies nicht ausreichen, um die Atmosphäre des Exoplaneten signifikant auszudünnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Wolke aus Wasserdampf ist schon sehr spektakulär&#8220;, so David Ehrenreich. &#8222;Aber auch wenn die derzeitige Freisetzungsrate keine Gefahr für die Planetenatmosphäre darstellt, so wissen wir doch, dass der Stern in der Vergangenheit stärker aktiv war. Dies hatte zur Folge, dass die Atmosphäre des Planeten während der ersten Jahrmilliarden Jahre seines Bestehens schneller als gegenwärtig der Fall verdampft sein muss. Insgesamt schätzen wir, dass der Planet bisher lediglich etwa 10 Prozent seiner Atmosphäre verloren hat.&#8220; Das Alter des Sternsystems Gliese 436 und des dort befindlichen Exoplaneten wird auf mindestens sechs Milliarden Jahre geschätzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliche Beobachtungen eines &#8218;kometenartigen&#8216; Schweifs in der Umgebung von Exoplaneten erfolgten bereits in der Vergangenheit bei weiteren vier Exoplaneten (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-exoplanet-mit-einem-kometenschweif/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über die entsprechende Entdeckung bei dem Planeten HD 209458 b). Allerdings wurden diese Strukturen bisher nur in der Umgebung von Exoplaneten beobachtet, welche deutlich massereicher als der Planet Gliese 436b ausfallen. Zugleich wiesen diese bei den Planeten HD 209458b, WASP-12b, 55 Cancri b und HD 189733b nachgewiesenen Schweife deutlich geringere Ausdehnungen auf. All diese Nachweise erfolgten dabei bisher ausschließlich im Bereich des ultravioletten Spektralbereichs des Lichts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Arbeit von David Ehrenreich et al. wurden am 25. Juni 2015 unter dem Titel &#8222;A giant comet-like cloud of hydrogen escaping the warm Neptune-mass exoplanet GJ 436b&#8220; in der Fachzeitschrift <i>Nature</i> publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/geheimnisvolle-exoplaneten/" data-wpel-link="internal">Geheimnisvolle Exoplaneten</a> (1. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-exoplanet-mit-einem-kometenschweif/" data-wpel-link="internal">Ein Exoplanet mit einem Kometenschweif</a> (19. Juli 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/methandefizit-bei-gliese-436b/" data-wpel-link="internal">Methandefizit bei Gliese 436b</a> (26. April 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanet-besteht-ueberwiegend-aus-wasser/" data-wpel-link="internal">Exoplanet besteht überwiegend aus Wasser</a> (17. Mai 2007)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/zwei-weitere-exoplaneten-entdeckt/" data-wpel-link="internal">Zwei weitere Exoplaneten entdeckt</a> (31. August 2004)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.975" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Exoplaneten</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seite bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/extrasolar/" data-wpel-link="internal">Exoplaneten Newsarchiv</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von David Ehrenreich et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.nature.com/articles/nature14501" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">A giant comet-like cloud of hydrogen escaping the warm Neptune-mass exoplanet GJ 436b</a> (Publikation in Nature, engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/ein-kometenschweif-bei-dem-exoplaneten-gliese-436b/" data-wpel-link="internal">Ein Kometenschweif bei dem Exoplaneten Gliese 436b</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<title>P/2013 P5 &#8211; Ein Sonderfall im Asteroidengürtel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2013 19:04:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl von ihm mehrere aus Gas und Staub bestehende Schweife ausgehen handelt es sich bei dem Objekt P/2013 P5 nicht um einen Kometen, sondern anscheinend vielmehr um einen Asteroiden. Nähere Untersuchungen ergaben, dass die Ausbildung dieser Schweife in einem direkten Zusammenhang mit dem von der Sonne ausgehenden Strahlungsdruck steht, dem P/2013 P5 ausgesetzt ist. Ein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/p-2013-p5-ein-sonderfall-im-asteroidenguertel/" data-wpel-link="internal">P/2013 P5 &#8211; Ein Sonderfall im Asteroidengürtel</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Obwohl von ihm mehrere aus Gas und Staub bestehende Schweife ausgehen handelt es sich bei dem Objekt P/2013 P5 nicht um einen Kometen, sondern anscheinend vielmehr um einen Asteroiden. Nähere Untersuchungen ergaben, dass die Ausbildung dieser Schweife in einem direkten Zusammenhang mit dem von der Sonne ausgehenden Strahlungsdruck steht, dem P/2013 P5 ausgesetzt ist.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, NASA Science, UCLA, HST.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_small_1.jpg" alt="NASA, ESA, D. Jewitt (UCLA)" width="260"/></a><figcaption>
Diese zwei Aufnahmen des HST zeigen den Asteroiden P/2013 P5 im September 2013. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, D. Jewitt (UCLA))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Eigentlich</i>, so sollte man denken, ist die Unterscheidung zwischen Kometen und Asteroiden eine recht einfache Angelegenheit&#8230;  <br><a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroid" target="_blank" data-wpel-link="external">Asteroiden</a> sind relativ unveränderliche Objekte, welche die Sonne auf lediglich leicht exzentrischen <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Keplerbahn" target="_blank" data-wpel-link="external">Keplerbahnen</a> umkreisen. Der Großteil der Asteroiden bewegt sich dabei in dem zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter angesiedelten <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroideng%C3%BCrtel" target="_blank" data-wpel-link="external">Asteroidengürtel</a> um das Zentralgestirn unseres Sonnensystems. Da die Asteroiden bereits vor Milliarden von Jahren unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung ihre leichtflüchtigen Bestandteile wie zum Beispiel Wassereis verloren haben, verändert sich das Erscheinungsbild dieser Objekte im Laufe der Zeit nur noch geringfügig. Zwar können durch Kollisionen mit kleineren Objekten gelegentlich weitere Impaktkrater auf deren Oberflächen erzeugt werden &#8211; grundlegende Veränderungen sind jedoch normalerweise nicht mehr zu erwarten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Komet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Kometen</a> handelt es sich dagegen um Objekte, welche die Sonne in der Regel auf stark elliptischen Umlaufbahnen umkreisen. Bei der Annäherung an die Sonne wird die Oberfläche dieser Himmelskörper so stark erwärmt, dass dort abgelagerte leichtflüchtige Stoffe wie gefrorenes Wassereis oder Kohlenstoffdioxid (Trockeneis) verdampfen und bei dem anschließenden Entweichen von der Oberfläche Staub und kleinere Gesteinspartikel mit sich reißen. Im Rahmen dieses Prozesses bilden Kometen nach dem Erreichen des inneren Sonnensystems zunächst eine aus Gas und Staub bestehende Koma aus, welche bei einer noch größeren Annäherung an die Sonne durch den Strahlungsdruck der Sonne und durch <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwind" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sonnenwinde</a> in Form eines Kometenschweifs vom Kern des Kometen &#8222;weggeweht&#8220; wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings befinden sich in unserem Sonnensystem einige Himmelskörper, welche diese &#8222;Ordnung&#8220; gehörig durcheinanderbringen können. Erstmals geriet diese relativ einfache Sicht der Dinge im Jahr 1996 ins Wanken. In den damals angefertigten Aufnahmen des Hauptgürtel-Asteroiden <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/133P/Elst-Pizarro" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">(7968) Elst-Pizarro</a>, welcher seitdem auch als der Komet 133P/Elst-Pizarro bezeichnet wird, war ein deutlich ausgeprägter Schweif erkennbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den professionellen Astronomen und Planetologen herrschte eine verständliche Verwirrung über den Charakter dieses Objektes. Hatte man jetzt einen im Asteroidengürtel beheimateten Kometen entdeckt? Oder vielleicht doch eher einen Asteroiden, der von seiner Oberfläche Gas und Staub in das umgebende Weltall freigibt? Die genaue Zuordnung dieser astronomischen Zwitter, von denen bisher kaum mehr als zehn bekannt sind, fällt der Fachwelt bis heute schwer. Diese &#8222;Verwirrung&#8220; wird auch im allgemeinen wissenschaftlichen Sprachgebrauch deutlich. Die Wissenschaftler sprechen sowohl von &#8222;aktiven Asteroiden&#8220; als auch von &#8222;Hauptgürtel-Kometen&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>P/2013 P5</strong> <br>Erst vor wenigen Monaten wurde im Rahmen der Himmelsdurchmusterung durch das <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pan-STARRS" target="_blank" data-wpel-link="external">Pan-STARRS-Projekt</a> mit <i>P/2013 P5</i> ein weiteres Objekt entdeckt, welches den Astronomen seitdem Rätsel aufgab. Auf den Erstaufnahmen war P/2013 P5 mit einem deutlich erkennbaren Schweif ausgestattet und erschien deshalb auf den ersten Blick zunächst wie ein aktiver Komet, welcher sich in Sonnennähe befindet. Nähere Analysen der Bahnparameter haben jedoch ergeben, dass sich die Umlaufbahn dieses Objektes komplett innerhalb des Asteroidengürtels befindet. Somit ließ sich P/2013 P5 weder den Kometen noch den Asteroiden zweifelsfrei zuordnen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_small_2.jpg" alt="NASA, ESA, Z. Levay (STScI/AURA)" width="260"/></a><figcaption>
In den Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops offenbart P/2013 P5 sechs Schweife, die ihn wie die Speichen eines Wagenrads umgeben. Während die meisten Schweife zwischen den beiden Beobachtungen blasser wurden, gewann einer der Schweife deutlich an Helligkeit. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, Z. Levay (STScI/AURA))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein von Dr. David Jewitt von der University of California/USA geleitetes internationales Wissenschaftler-Team, dem auch Forscher des in Katlenburg-Lindau beheimateten Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) angehören, hat dieses rätselhafte Objekt jetzt mit Hilfe des <i>Hubble-Weltraumteleskops</i> (kurz &#8222;HST&#8220;) eingehender untersucht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich P/2013 P5 in einer Entfernung von rund 165 Millionen Kilometern zur Erde und 315 Millionen Kilometern zur Sonne. Auf den am 10. und am 23. September 2013 angefertigten <i>HST</i>-Aufnahmen konnten die Wissenschaftler nicht nur einen, sondern insgesamt vielmehr sechs Schweife ausmachen, welche das beobachtete Objekt wie die Speichen eines Wagenrads umgeben. 
<br>
&#8222;Allein diese Anzahl spricht dagegen, dass die Schweife auf Kollisionen oder Einschläge zurückzuführen sind&#8220;, so Dr. Jessica Agarwal vom MPS. Sechs Impakte auf einem einzelnen Objekt innerhalb so kurzer Zeit seien doch eher unwahrscheinlich. Auch eine Sublimation von Eis, was auf einen Kometen hindeuten würde, kann so gut wie ausgeschlossen werden, da sich P/2013 P5 am inneren Rand des Asteroidengürtels und somit in großer Sonnennähe bewegt. Eisablagerungen dürften deshalb bereits vor langer Zeit von der Oberfläche entwichen sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielmehr gehen die Wissenschaftler nach der Auswertung ihrer Daten davon aus, dass es sich bei P/2013 P5 um einen Asteroiden handelt, der sich unter dem von der Sonne ausgehenden <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlungsdruck" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Strahlungsdruck</a> so schnell um seine Rotationsachse dreht, dass er Material ins All verliert. Da das Sonnenlicht unter verschiedenen Winkeln auf die zerklüftete Oberfläche des Asteroiden trifft, kann sich in der Gesamtsumme ein Gesamtdrehmoment ergeben, welches dessen Rotation mehr und mehr beschleunigt. Irgendwann wird dadurch die Fliehkraft am Äquator stärker als die geringe Schwerkraft des mit einem Durchmesser von etwa 480 Metern relativ kleinen und somit massearmen Körpers. Aufgrund dieser Kraftverhältnisse wird schließlich Material von der Asteroidenoberfläche &#8222;fortgeschleudert&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zwischen den Beobachtungen [durch das <i>Hubble-Weltraumteleskops</i>] lagen 13 Tage. In dieser Zeit hatte sich unser Forschungsobjekt stark verändert&#8220;, so Dr. Jessica Agarwal. Während ein Schweif fast unverändert geblieben war, hatte ein zweiter deutlich an Länge und Leuchtkraft zugenommen. Alle anderen waren dagegen mehr oder weniger verblasst. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08112013200437_small_3.jpg" alt="NASA, ESA, A. Feild (STScI/AURA)" width="260"/></a><figcaption>
Diese schematische Darstellung hebt die von P/2013 P5 ausgehenden Schweife noch einmal deutlich hervor. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, A. Feild (STScI/AURA))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Computersimulationen gelang es dem Team, genau diese Veränderungen im Detail zu rekonstruieren. Dafür berechneten die Wissenschaftler die Bahnen vieler hypothetischer Staubteilchen verschiedener Größe und verschiedenen Alters und verglichen deren Positionen mit denen der beobachteten Schweife. Im Rahmen dieser Arbeiten gelangten die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich die sechs beobachteten Schweife erst kürzlich &#8211; nämlich in etwa am 15. April, am 18. Juli, 24. Juli, 8. August, 26. August und am 4. September 2013 &#8211; gebildet haben müssen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Unsere Rechnung und die tatsächlichen Beobachtungen stimmen sehr gut überein&#8220;, so Dr. Jessica Agarwal, die für diese Berechnungen zuständig war. &#8222;Besonders ermutigend ist, dass wir die zeitliche Entwicklung zwischen den beiden Beobachtungstagen gut wiedergeben können.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der jüngste Schweif entwickelte sich demzufolge erst wenige Tage vor der ersten <i>HST</i>-Aufnahme. Er konnte in den folgenden Tagen deshalb an Helligkeit zulegen, während alle anderen &#8211; je nach der Partikelgröße der darin enthaltenen Staubteilchen &#8211; nach und nach verblassten. 
<br>
Insgesamt zeigt sich durch diese Arbeit, dass auch die im Inneren unseres Sonnesystems beherbergten Kleinkörper noch weiter und ausführlicher untersucht werden müssen. Erst durch das eingehende Studium dieser Objekte lassen sich in Zukunft belastbare Aussagen darüber tätigen, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen sich vor über 4,5 Milliarden Jahren unser Sonnensystem bildete. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Vieles spricht dafür, dass die so genannten aktiven Asteroiden keine einheitliche Gruppe bilden&#8220;, so Dr. Jessica Agarwal. Von der Oberfläche einiger Vertreter sublimiert vermutlich Eis. Dieses stammt wahrscheinlich aus dem tiefen Inneren dieser Objekte und wurde möglicherweise durch teilweise heftig verlaufende Kollisionen mit anderen Himmelskörpern freigelegt. Bei anderen aktiven Asteroiden haben Zusammenstöße eine Fontäne aus Staub erzeugt, die noch monatelang als Schweif sichtbar war. &#8222;Bei den meisten dieser Körper ist jedoch der Ursprung des Schweifs völlig unklar&#8220;, so Agarwal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse wurden am 7. November 2013 unter dem Titel &#8222;The Extraordinary Multi-Tailed Main-Belt Comet P/2013 P5&#8220; in der Fachzeitschrift &#8222;Astropysical Journal Letters&#8220; publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ist-der-asteroid-don-quixote-eigentlich-ein-komet/" data-wpel-link="internal">Ist der Asteroid Don Quixote eigentlich ein Komet?</a> (10. September 2013) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kollision-zeigt-scheila-ist-ein-asteroid/" data-wpel-link="internal">Kollision zeigt &#8211; Sheila ist ein Asteroid</a> (30. April 2011) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kleinplanet-596-scheila-ein-komet/" data-wpel-link="internal">Kleinplanet (596) Sheila ein Komet?</a> (15. Dezember 2010) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=669.375" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Erdnahe Asteroiden (NEOs)</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von David Jewitt et al:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://arxiv.org/pdf/1311.1483v1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The Extraordinary Multi-Tailed Main-Belt Comet P/2013 P5</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/p-2013-p5-ein-sonderfall-im-asteroidenguertel/" data-wpel-link="internal">P/2013 P5 &#8211; Ein Sonderfall im Asteroidengürtel</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ist der Asteroid Don Quixote eigentlich ein Komet?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ist-der-asteroid-don-quixote-eigentlich-ein-komet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2013 20:49:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid]]></category>
		<category><![CDATA[Komet]]></category>
		<category><![CDATA[Kometenschweif]]></category>
		<category><![CDATA[NEO]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beobachtungen mit dem Spitzer-Weltraumteleskop haben gezeigt, dass der erdnahe Asteroid (3552) Don Quixote im Jahr 2009 einen schwachen Schweif ausgebildet hat. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Objekt somit nicht um einen Asteroiden, sondern vielmehr um einen immer noch aktiven Kometen. Schon seit längerem wird vermutet, dass es sich bei etwa fünf Prozent der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Beobachtungen mit dem Spitzer-Weltraumteleskop haben gezeigt, dass der erdnahe Asteroid (3552) Don Quixote im Jahr 2009 einen schwachen Schweif ausgebildet hat. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Objekt somit nicht um einen Asteroiden, sondern vielmehr um einen immer noch aktiven Kometen.</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Die linke Aufnahme des Spitzer-Teleskops zeigt das Objekt Don Quixote im infraroten Lichtspkektrum. Deutlich ist eine den &#8222;Asteroiden&#8220; umgebende Koma erkennbar. In der rechten Aufnahme ist dann auch der von Don Quixote ausgehende Schweif erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schon seit längerem wird vermutet, dass es sich bei etwa fünf Prozent der derzeit etwa 10.000 bekannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdnahes_Objekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">erdnahen Objekte</a> (engl. &#8222;Near Earth Objects, kurz &#8222;NEOs&#8220;), nicht um ursprüngliche Asteroiden, sondern vielmehr um die mittlerweile inaktiven Kerne von Kometen handelt. Der vielversprechendste Kandidat für einen solchen &#8222;erloschenen&#8220; Kometen ist der am 26. September 1983 entdeckte Asteroid (3552) Don Quixote, welcher sich nicht nur auf einer für einen kurzperiodischen Kometen typischen Umlaufbahn um die Sonne bewegt, sondern der auch eine für einen Kometenkern typische niedrige <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albedo" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Albedo</a> von lediglich 0,03 aufweist. Mit einem Durchmesser von durchschnittlich etwa 18,7 Kilometern wird (3552) Don Quixote als der drittgrößte derzeit bekannte erdnahe Asteroid geführt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. August 2009 &#8211; und somit lediglich 18 Tage vor seiner dichtesten Annäherung an die Sonne während seines Umlaufs um das Zentralgestirn unseres Sonnensystems &#8211; wurde (3552) Don Quixote im Rahmen des &#8222;ExploreNEOs-Programms&#8220; mehrfach mit der Infrared Array Camera (IRAC) der Weltraumteleskops <i>Spitzer</i> in den Wellenlängenbereichen bei 3,6 und 4,5 Mikrometern abgebildet. Eine erste Auswertung der angefertigten Aufnahmen zeigte, dass der Asteroid auf einigen der Bilder deutlich heller erschien als eigentlich erwartet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufnahmen fanden zunächst keine weitere Beachtung. Erst bei einer später erfolgenden eingehenden Begutachtung offenbarten sich unerwartete Einzelheiten: Die im Bereich von 4,5 Mikrometern angefertigten Bilder zeigten, dass der Asteroid anscheinend von einer &#8222;Wolke&#8220; umgeben war. Im Bereich von 3,6 Mikrometern war diese Struktur dagegen nicht erkennbar. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU" width="300" height="233"/></a><figcaption>
In der linken Grafik erneut die deutlich erkennbare, aus Gas bestehende Koma. In der rechten Grafik wurde diese, basierend auf einem Computermodell zu Koma-Entwicklung, herausgerechnet. Übrig bleibt ein gut erkennbarer Kometenschweif, welcher von der Sonne wegweist. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch verschiedene sorgfältige Überprüfungen ihrer Daten konnten die an der Auswertung der Aufnahmen beteiligten Wissenschaftler schließlich sicherstellen, dass es sich bei der beobachteten Struktur nicht etwa um einen Abbildungsfehler der IRAC-Kamera, um Bildartefakte oder um die Einflüsse von Streulicht handelt, welches von einem nahe gelegenen Hintergrundstern ausgeht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ausschluss dieser potentiellen Fehlerquellen und weiteren Überprüfungen sind sich die Wissenschaftler sicher, dass es sich hier vielmehr um eine Struktur handelt, welche wirklich in einem direkten Zusammenhang mit dem Objekt (3552) Don Quixote steht. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um die Emissionen von Kohlendioxid, welches aufgrund der Sonnennähe und der damit verbundenen erhöhten Umgebungstemperaturen zum Beobachtungszeitpunkt von Don Quixote freigesetzt wurde. Das freigesetzte Kohlendioxid bildete dabei eine schwache Koma und sogar einen kaum erkennbaren Schweif aus. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass die Emissionen des Kohlendioxids lediglich im Wellenlängenbereich von 4,5 Mikrometern nachgewiesen werden konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die würde bedeuten, dass es sich bei dem bisher als Asteroid klassifizierten Objekt (3552) Don Quixote nicht etwa um einen mittlerweile inaktiven, sondern vielmehr um einen immer noch &#8211; wenn auch nur schwach &#8211; aktiven Kometen handelt. Laut der Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler müsste der Himmelskörper demzufolge über beträchtliche Mengen an Kohlendioxidablagerungen und sehr wahrscheinlich auch Wassereis verfügen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10092013224944_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Der von Don Quixote ausgehende Schweif im infraroten Wellenlängenbereich. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, DLR, NAU)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Entdeckung konnte nur mit dem empfindlichen Infrarot-Teleskop <i>Spitzer</i> erreicht werden. Teleskope auf der Erde reichen dafür nicht aus&#8220;, so Michael Mommert von der Northern Arizona University (NAU), welcher die entsprechende Forschungsarbeit als Doktorand am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchführte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich wie Don Quixote könnten auch weitere vermeintlich tote erdnahe Kometen noch Kohlendioxid und Wassereis mit sich tragen. &#8222;Mit den Beobachtungen im Infrarotbereich wissen wir jetzt, dass es sich lohnt, weitere Objekte im Weltraum mit dieser Methode zu untersuchen&#8220;, so der Asteroidenforscher Prof. Alan Harris vom DLR, der ebenfalls an dieser Studie beteiligt war. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse wurde am heutigen Tag auf dem <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">European Planetary Science Congress 2013</a>, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=669.360" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Erdnahe Asteroiden (NEOs)</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC 2013:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/EPSC2013-958.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Cometary Activity in Near-Earth Asteroid (3552) Don Quixote</a> (engl.)</li></ul>
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