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		<title>Suche nach Leben: alte Sterne im Fokus neuer Studie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 21:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Beobachtungen und ausgefeilte Methoden. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP). Quelle: AIP 10. Januar 2024. 10. Januar 2024 &#8211; Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass das Magnetfeld von Sternen ihre eigene Rotation endlos verlangsamt. Neue Beobachtungen und ausgefeilte Methoden geben nun neue und unerwartete Einblicke in die magnetischen Geheimnisse eines Sterns: [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Neue Beobachtungen und ausgefeilte Methoden. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: AIP 10. Januar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi und seinem gemessenen Magnetfeld. Die entdeckte &quot;schwache magnetische Bremsung&quot; von 51 Peg stellt eine relativ plötzliche Veränderung dar, die eine stabilere magnetische Umgebung verursacht. Die aktuelle Studie legt nahe, dass die Sonne diesen Übergang bereits vollzogen hat, was die Entwicklung von komplexerem Leben begünstigte. (Bild: AIP/J. Fohlmeister)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi und seinem gemessenen Magnetfeld. Die entdeckte &quot;schwache magnetische Bremsung&quot; von 51 Peg stellt eine relativ plötzliche Veränderung dar, die eine stabilere magnetische Umgebung verursacht. Die aktuelle Studie legt nahe, dass die Sonne diesen Übergang bereits vollzogen hat, was die Entwicklung von komplexerem Leben begünstigte. (Bild: AIP/J. Fohlmeister)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister26.jpg" alt="Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi und seinem gemessenen Magnetfeld. Die entdeckte &quot;schwache magnetische Bremsung&quot; von 51 Peg stellt eine relativ plötzliche Veränderung dar, die eine stabilere magnetische Umgebung verursacht. Die aktuelle Studie legt nahe, dass die Sonne diesen Übergang bereits vollzogen hat, was die Entwicklung von komplexerem Leben begünstigte. (Bild: AIP/J. Fohlmeister)" class="wp-image-135645" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/51pegloopsAIPJFohlmeister26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung von 51 Pegasi und seinem gemessenen Magnetfeld. Die entdeckte &#8222;schwache magnetische Bremsung&#8220; von 51 Peg stellt eine relativ plötzliche Veränderung dar, die eine stabilere magnetische Umgebung verursacht. Die aktuelle Studie legt nahe, dass die Sonne diesen Übergang bereits vollzogen hat, was die Entwicklung von komplexerem Leben begünstigte. (Bild: AIP/J. Fohlmeister)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">10. Januar 2024 &#8211; Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass das Magnetfeld von Sternen ihre eigene Rotation endlos verlangsamt. Neue Beobachtungen und ausgefeilte Methoden geben nun neue und unerwartete Einblicke in die magnetischen Geheimnisse eines Sterns: Die kosmischen Hotspots für die Suche nach außerirdischen Nachbarn könnten Planeten um Sterne, die sich in ihrer Midlife-Crisis und darüber hinaus befinden, darstellen. Aufschluss über magnetische Phänomene und bewohnbare Umgebungen gibt eine neue Studie, die die Zeitschrift Astrophysical Journal Letters veröffentlichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schweizer Astronomen Michael Mayor und Didier Queloz gaben 1995 die erste Entdeckung eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bekannt, der einen fernen, sonnenähnlichen Stern mit der Bezeichnung 51 Pegasi umkreist. Seitdem wurden über 5500 sogenannte Exoplaneten gefunden, die um andere Sterne in unserer Galaxie kreisen. 2019 erhielten die beiden Wissenschaftler für ihre Pionierarbeit gemeinsam den Nobelpreis für Physik. Diese Woche veröffentlichte ein internationales Team neue Beobachtungen von 51 Pegasi, die darauf hindeuten, dass die derzeitige magnetische Umgebung um den Stern besonders günstig für die Entwicklung von komplexem Leben sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sterne wie unsere Sonne entstehen mit hoher Eigenrotation, was ein starkes Magnetfeld verursacht, das heftig ausbrechen und ihre Planetensysteme mit geladenen Teilchen und schädlicher Strahlung bombardieren kann. Im Laufe von Jahrmilliarden verlangsamt sich die Rotation des Sterns allmählich, wenn sein Magnetfeld durch einen von seiner Oberfläche ausgehenden Wind schwächer wird – ein Prozess, der als magnetische Bremsung bezeichnet wird. Die langsamere Rotation erzeugt ein schwächeres Magnetfeld, und beide Eigenschaften nehmen gemeinsam ab, wobei sie sich gegenseitig bedingen. Bis vor kurzem ging die Astronomie davon aus, dass diese magnetische Bremsung unbegrenzt anhält, aber neue Beobachtungen haben begonnen, diese Annahme in Frage zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen die Bücher dahingehend neu schreiben, wie sich Rotation und Magnetismus in älteren Sternen wie der Sonne nach der Mitte ihrer Lebenszeit verändern“, sagt Teamleiter Travis Metcalfe, ein leitender Wissenschaftler der White Dwarf Research Corporation in Golden, Colorado, USA. „Unsere Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen für Sterne mit Planetensystemen und deren Aussichten auf die Entwicklung fortgeschrittener Zivilisationen.“ Klaus Strassmeier, Direktor am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam (AIP) und Mitautor der Studie fügt hinzu: „Das liegt daran, dass eine geschwächte magnetische Bremsung stellare Winde drosselt und verheerende, eruptive Ereignisse damit weniger wahrscheinlich macht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team aus den Vereinigten Staaten und Europa kombinierte Beobachtungen von 51 Pegasi vom Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der NASA mit hochmodernen Messungen seines Magnetfeldes durch das Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) am Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona. Obwohl der Exoplanet, der 51 Pegasi umkreist, von der Erde aus gesehen nicht vor seinem Mutterstern vorbeizieht, zeigt der Stern selbst in den TESS-Beobachtungen subtile Helligkeitsschwankungen, die zur Messung des Radius, der Masse und des Alters des Sterns verwendet werden können – eine Technik, die als Asteroseismologie bekannt ist. Unterdessen bewirkt das Magnetfeld des Sterns im Sternenlicht eine kleine Polarisation, sodass PEPSI am LBT eine magnetische Karte der Sternoberfläche erstellen kann, während sich der Stern dreht – eine Technik genannt Zeeman-Doppler-Bildgebung. Mit diesen Messungen konnte das Team die aktuelle magnetische Umgebung des Sterns bewerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Beobachtungen des NASA-Weltraumteleskops Kepler deuteten bereits darauf hin, dass die magnetische Abbremsung jenseits des Sonnenalters deutlich schwächer werden könnte, wodurch die enge Beziehung zwischen Rotation und Magnetismus bei älteren Sternen aufgehoben würde. Die Beweise für diese Veränderung waren jedoch indirekt und beruhten auf Messungen der Rotationsrate von Sternen mit einer großen Altersspanne. Es war klar, dass die Rotation irgendwann in der Nähe des Alters der Sonne (4,5 Milliarden Jahre) aufhörte, sich zu verlangsamen und dass eine geschwächte magnetische Bremsung in älteren Sternen dieses Verhalten reproduzieren könnte. Allerdings können nur direkte Messungen des Magnetfelds eines Sterns die zugrundeliegenden Ursachen ermitteln und die von Kepler beobachteten Objekte waren zu schwach für LBT-Beobachtungen. Die TESS-Mission begann 2018 mit der Sammlung von Messungen – ähnlich wie bei Kepler, jedoch für die nächstgelegenen und hellsten Sterne am Himmel, darunter 51 Pegasi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren hat das Team begonnen, mit PEPSI am LBT die Magnetfelder mehrerer TESS-Ziele zu messen und so nach und nach ein neues Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich der Magnetismus in Sternen wie der Sonne verändert, wenn sie älter werden. Die Beobachtungen ergaben, dass sich die magnetische Bremswirkung bei Sternen, die etwas jünger als die Sonne sind, plötzlich ändert. Zu diesem Zeitpunkt wird sie mehr als zehnmal schwächer und nimmt mit zunehmendem Alter der Sterne weiter ab. Das Team führt diese Veränderungen auf eine unerwartete Verschiebung der Stärke und Komplexität des Magnetfelds sowie den Einfluss dieser Verschiebung auf den Sternwind zurück. Die neu gemessenen Eigenschaften von 51 Pegasi zeigen, dass er – genau wie unsere eigene Sonne – diesen Übergang zu einer geschwächten magnetischen Bremsung bereits durchlaufen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist sehr erfreulich, dass das LBT und PEPSI eine neue Perspektive auf dieses Planetensystem aufzeigen konnten, das eine so zentrale Rolle in der Exoplanetenastronomie spielte&#8220;, sagt Klaus Strassmeier, leitender Forscher des PEPSI-Spektrographen. &#8222;Diese Forschung ist ein wichtiger Schritt auf der Suche nach Leben in unserer Galaxie&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In unserem eigenen Sonnensystem fand der Übergang des Lebens von den Ozeanen auf das Land vor mehreren hundert Millionen Jahren statt und fiel mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem die magnetische Bremswirkung der Sonne nachließ. Junge Sterne bombardieren ihre Planeten mit Strahlung und geladenen Teilchen, die der Entwicklung von komplexem Leben entgegenstehen. Ältere Sterne scheinen jedoch ein stabileres Umfeld zu bieten. Travis Metcalfe zufolge deuten die Ergebnisse des Teams darauf hin, dass die besten Orte für die Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems auf Planeten um Sterne mittleren und höheren Alters liegen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über das AIP</strong><br>Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong><br>Weakened Magnetic Braking in the Exoplanet Host Star 51 Peg<br>Travis S. Metcalfe, Klaus G. Strassmeier, Ilya V. Ilyin, Derek Buzasi, Oleg Kochukhov, Thomas R. Ayres, Sarbani Basu, Ashley Chontos, Adam J. Finley, Victor See, Keivan G. Stassun, Jennifer L. van Saders, Aldo G. Sepulveda, and George R. Ricker<br>The Astrophysical Journal Letters, Vol. 960, Issue 1, p. L6<br>DOI: 10.3847/2041-8213/ad0a95<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ad0a95" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ad0a95</a><br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ad0a95/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ad0a95/pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg557680#msg557680" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6938.msg557729#msg557729" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Sternentwicklung</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kalium in Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kalium-in-atmosphaere-eines-exoplaneten-entdeckt-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2019 11:36:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[PEPSI]]></category>
		<category><![CDATA[Spektroskopie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Team von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung von AIP-Doktorand Engin Keles entdeckte das chemische Element Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten erstmals mit hochauflösender Spektroskopie und mit überzeugend starkem Signal. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP). Quelle: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). 4. September 2019 &#8211; Das Potsdam Echelle Polarimetric and [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Team von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung von AIP-Doktorand Engin Keles entdeckte das chemische Element Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten erstmals mit hochauflösender Spektroskopie und mit überzeugend starkem Signal. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11092019133642_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/11092019133642_small_1.jpg" alt="AIP/Kristin Riebe " width="260"/></a><figcaption>
Künstlerische Darstellung eines heißen Jupiters (rechts) und seines kühlen Heimatsterns. 
<br>
(Bild: AIP/Kristin Riebe )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">4. September 2019 &#8211; Das Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) am Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona wurde zur Untersuchung der Atmosphäre auf dem jupiterähnlichen Exoplaneten HD189733b verwendet.           Die chemischen Elemente Natrium und Kalium werden schon seit den frühesten theoretischen Vorhersagen vor 20 Jahren vor allem in der Atmosphäre von „heißen Jupitern“ erwartet, einige tausend Kelvin heißen Gasplaneten, die eng um ferne Sterne kreisen. Während Natrium schon früh auch in hochauflösenden Messungen gefunden werden konnte, war dies bei Kalium nicht der Fall, was der Atmosphärenchemie und -physik einige Rätsel aufgab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Elemente können entdeckt werden, wenn man das Lichtspektrums des Heimatsterns analysiert, während der Planet von der Erde aus gesehen vor ihm vorbeizieht. Die unterschiedlichen Elemente hinterlassen im Lichtspektrum spezifische Absorptionssignale, dunkle Linien, die auf die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre Rückschlüsse ziehen lassen. Wolken in der Atmosphäre der heißen Jupiter können diese Absorptionssignale jedoch stark abschwächen und damit den Nachweis der entsprechenden Elemente erschweren. Selbst für den bisher am besten untersuchten heißen Jupiter HD189733b gab es bisher nur sehr vage und ungenaue Kenntnisse zur Kaliumabsorption in der Atmosphäre. Der 64 Lichtjahre entfernte, in etwa jupitergroße Exoplanet, umkreist seinen Heimatstern – ein Zwergstern mit 0,8 Sonnenmassen – 30 mal näher als die Erde die Sonne und braucht dafür nur 53 Stunden. Erst mit der großen Lichtsammelfläche der zwei 8,4-Meter-Spiegel am LBT und den hohen spektralen Auflösungsmöglichkeiten von PEPSI gelang es nun zum ersten Mal, Kalium in den atmosphärischen Schichten über den Wolken definitiv nachzuweisen. Mit den neuen Messungen können Forscherinnen und Forscher nun die Absorptionssignale von Kalium und Natrium vergleichen und damit mehr über Kondensations- und Ionisationsprozesse in diesen Exoplanetenatmosphären erfahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hierfür am LBT angewendete Technik heißt Transmissionsspektroskopie. Dazu ist es erforderlich, dass der Exoplanet vor seinem Heimatstern vorbeizieht. „Wir haben eine Zeitreihe von Lichtspektren während des Vorbeizugs des Planeten vor seinem Stern aufgenommen und die Absorptionstiefe verglichen“, erklärt der Hauptautor der Studie, Engin Keles, AIP-Doktorand in der Gruppe Sternphysik und Exoplaneten. „Während des Transits entdeckten wir dann die Kaliumsignatur, die vor und nach dem Transit wie erwartet verschwand, was darauf hindeutet, dass die planetarische Atmosphäre die Absorption verursacht.“ Untersuchungen anderer Teams zielten bereits darauf ab, Kalium auf demselben Exoplaneten zu entdecken, jedoch wurde entweder nichts gefunden oder das Gefundene war zu schwach, um statistisch bedeutsam zu sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher gab es keinen signifikanten Nachweis von Kalium in hochauflösenden Beobachtungen von Exoplaneten. „Unsere Beobachtungen haben den Durchbruch geschafft“, betont Projekt-Mitverantwortlicher Dr. Matthias Mallonn, dem PEPSI-Projektleiter Prof. Klaus Strassmeier zustimmt: „PEPSI ist für diese Aufgabe gut geeignet, da es auf Grund seiner hohen spektralen Auflösung mehr Photonen pro Pixel aus sehr schmalen Spektrallinien sammeln kann als jede andere Teleskop-Spektrograph-Kombination.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sowohl als Spektrograph als auch als Polarimeter hat PEPSI bereits bedeutende Beiträge zur Sternphysik geleistet“, ergänzt Christian Veillet, Direktor des LBT-Observatoriums. „Dieser starke Nachweis von Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten etabliert PEPSI als erstaunliches Werkzeug zur Charakterisierung von Exoplaneten und als einzigartige Bereicherung für die Mitglieder der LBT-Gemeinschaft.“ Das Team, bestehend aus Kolleginnen und Kollegen aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, Italien und den USA, präsentiert seine Ergebnisse nun in der Zeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Veröffentlichung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Engin Keles, Matthias Mallonn, Carolina von Essen, Thorsten A. Carroll, Xanthippi Alexoudi, Lorenzo Pino, Ilya Ilyin, Katja Poppenhäger, Daniel Kitzmann, Valerio Nascimbeni, Jake D. Turner, Klaus G. Strassmeier (2019), MNRAS <a class="a" href="https://academic.oup.com/mnrasl/article/489/1/L37/5548780?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The potassium absorption on HD189733b and HD209458b</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg460666#msg460666" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kalium in Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kalium-in-atmosphaere-eines-exoplaneten-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2019 08:56:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[AIP]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplaneten]]></category>
		<category><![CDATA[HD189733b]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[Transitmethode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Team von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung von AIP-Doktorand Engin Keles entdeckte das chemische Element Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten erstmals mit hochauflösender Spektroskopie und mit überzeugend starkem Signal. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP). Quelle: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Das Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) am [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein Team von Astronominnen und Astronomen unter der Leitung von AIP-Doktorand Engin Keles entdeckte das chemische Element Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten erstmals mit hochauflösender Spektroskopie und mit überzeugend starkem Signal. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP). </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Quelle: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/blueplanetredstarAIPKRiebe1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/blueplanetredstarAIPKRiebe260.jpg" alt="Künstlerische Darstellung eines heißen Jupiters (rechts) und seines kühlen Heimatsterns.
(Bild: AIP/Kristin Riebe)" width="260" height="173"/></a><figcaption> Künstlerische Darstellung eines heißen Jupiters (rechts) und seines kühlen Heimatsterns. <br>(Bild: AIP/Kristin Riebe)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) am Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona wurde zur Untersuchung der Atmosphäre auf dem jupiterähnlichen Exoplaneten HD189733b verwendet. Die chemischen Elemente Natrium und Kalium werden schon seit den frühesten theoretischen Vorhersagen vor 20 Jahren vor allem in der Atmosphäre von „heißen Jupitern“ erwartet, einige tausend Kelvin heißen Gasplaneten, die eng um ferne Sterne kreisen. Während Natrium schon früh auch in hochauflösenden Messungen gefunden werden konnte, war dies bei Kalium nicht der Fall, was der Atmosphärenchemie und -physik einige Rätsel aufgab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Elemente können entdeckt werden, wenn man das Lichtspektrums des Heimatsterns analysiert, während der Planet von der Erde aus gesehen vor ihm vorbeizieht. Die unterschiedlichen Elemente hinterlassen im Lichtspektrum spezifische Absorptionssignale, dunkle Linien, die auf die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre Rückschlüsse ziehen lassen. Wolken in der Atmosphäre der heißen Jupiter können diese Absorptionssignale jedoch stark abschwächen und damit den Nachweis der entsprechenden Elemente erschweren. Selbst für den bisher am besten untersuchten heißen Jupiter HD189733b gab es bisher nur sehr vage und ungenaue Kenntnisse zur Kaliumabsorption in der Atmosphäre. Der 64 Lichtjahre entfernte, in etwa jupitergroße Exoplanet, umkreist seinen Heimatstern – ein Zwergstern mit 0,8  Sonnenmassen – 30 mal näher als die Erde die Sonne und braucht dafür nur 53 Stunden. Erst mit der großen Lichtsammelfläche der zwei 8,4-Meter-Spiegel am LBT und den hohen spektralen Auflösungsmöglichkeiten von PEPSI gelang es nun zum ersten Mal, Kalium in den atmosphärischen Schichten über den Wolken definitiv nachzuweisen. Mit den neuen Messungen können Forscherinnen und Forscher nun die Absorptionssignale von Kalium und Natrium vergleichen und damit mehr über Kondensations- und Ionisationsprozesse in diesen Exoplanetenatmosphären erfahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hierfür am LBT angewendete Technik heißt Transmissionsspektroskopie. Dazu ist es erforderlich, dass der Exoplanet vor seinem Heimatstern vorbeizieht. „Wir haben eine Zeitreihe von Lichtspektren während des Vorbeizugs des Planeten vor seinem Stern aufgenommen und die Absorptionstiefe verglichen“, erklärt der Hauptautor der Studie, Engin Keles, AIP-Doktorand in der Gruppe Sternphysik und Exoplaneten. „Während des Transits entdeckten wir dann die Kaliumsignatur, die vor und nach dem Transit wie erwartet verschwand, was darauf hindeutet, dass die planetarische Atmosphäre die Absorption verursacht.“ Untersuchungen anderer Teams zielten bereits darauf ab, Kalium auf demselben Exoplaneten zu entdecken, jedoch wurde entweder nichts gefunden oder das Gefundene war zu schwach, um statistisch bedeutsam zu sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher gab es keinen signifikanten Nachweis von Kalium in hochauflösenden Beobachtungen von Exoplaneten. „Unsere Beobachtungen haben den Durchbruch geschafft“, betont Projekt-Mitverantwortlicher Dr. Matthias Mallonn, dem PEPSI-Projektleiter Prof. Klaus Strassmeier zustimmt: „PEPSI ist für diese Aufgabe gut geeignet, da es auf Grund seiner hohen spektralen Auflösung mehr Photonen pro Pixel aus sehr schmalen Spektrallinien sammeln kann als jede andere Teleskop-Spektrograph-Kombination.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sowohl als  Spektrograph als auch als Polarimeter hat PEPSI bereits bedeutende Beiträge zur Sternphysik geleistet“, ergänzt Christian Veillet, Direktor des LBT-Observatoriums. „Dieser starke Nachweis von Kalium in der Atmosphäre eines Exoplaneten etabliert PEPSI als erstaunliches Werkzeug zur Charakterisierung von Exoplaneten und als einzigartige Bereicherung für die Mitglieder der LBT-Gemeinschaft.“ Das Team, bestehend aus Kolleginnen und Kollegen aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, Italien und den USA, präsentiert seine Ergebnisse nun in der Zeitschrift  Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Veröffentlichung:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Engin  Keles, Matthias Mallonn, Carolina von Essen, Thorsten A. Carroll,  Xanthippi Alexoudi, Lorenzo Pino, Ilya Ilyin, Katja Poppenhäger, Daniel  Kitzmann, Valerio Nascimbeni, Jake D. Turner, Klaus G. Strassmeier (2019), MNRAS <a href="https://academic.oup.com/mnrasl/article/489/1/L37/5548780?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The potassium absorption on HD189733b and HD209458b</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg460666#msg460666" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Vulkan Loki Patera auf dem Jupitermond Io</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-vulkan-loki-patera-auf-dem-jupitermond-io/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 May 2015 17:31:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[JUICE]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Galileo]]></category>
		<category><![CDATA[Io]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 1]]></category>
		<category><![CDATA[Voyager 2]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einem internationalen Astronomenteam, dem auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Radioastronomie in Bonn und für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es erstmals gelungen, den auf dem Jupitermond Io befindlichen Vulkan Loki Patera von der Erde aus in einer hohen Auflösung abzubilden und zu untersuchen. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einem internationalen Astronomenteam, dem auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Radioastronomie in Bonn und für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es erstmals gelungen, den auf dem Jupitermond Io befindlichen Vulkan Loki Patera von der Erde aus in einer hohen Auflösung abzubilden und zu untersuchen. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Large Binocular Telescope Observatory.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Auf dieser am 28. Juni 1997 von der Raumsonde Galileo angefertigten Aufnahme sind zwei vulkanische Eruptionen auf dem Jupitermond Io erkennbar. Die links am Horizont sichtbare Eruption geht von dem Vulkan Pillan Patera aus und erreicht eine Höhe von 140 Kilometern über der Mondoberfläche. Die zweite Eruption (vergrößert dargestellt auf dem unteren Bildausschnitt) erstreckt sich bis in eine Höhe von etwa 75 Kilometern und geht von dem Vulkan 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus_(Vulkan)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Prometheus Patera</a>
 aus. Aus einer Entfernung von etwa 600.000 Kilometern erreichte das Kamerasystem der Raumsonde eine Auflösung von etwa sechs Kilometern. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Io, der innerste und drittgrößte der vier bereits im Januar 1610 entdeckten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Galileische_Monde" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Galileischen Monde</a> des Planeten Jupiter, ist mit einem Durchmesser von 3.643,2 Kilometern nur wenig größer als der 3.476 Kilometer durchmessende Mond der Erde und stellt trotzdem das mit Abstand geologisch aktivste Objekt im gesamten bisher bekannten Sonnensystem dar. Erste Detailaufnahmen von der Io-Oberfläche fertigten im Jahr 1979 die beiden Raumsonden <i>Voyager 1</i> und <i>Voyager 2</i> an. Der Großteil des Wissens über den Mond Io stammt jedoch von dem Orbiter <i>Galileo</i>, welcher das Jupitersystem im Jahr 1995 erreichte und der in den folgenden acht Jahren unter anderem auch mehrere dichte Vorbeiflüge an Io absolvierte. 
<br>
<strong>Die Oberfläche des Jupitermondes Io</strong>
<br>
Die überwiegend mit Ablagerungen von Schwefel und Schwefeldioxid bedeckte Oberfläche von Io ist sehr eben und weist in der Regel Höhenunterschiede von lediglich etwa einem Kilometer auf. Vereinzelt erheben sich dort allerdings auch bis zu neun Kilometer hohe Berge, welche vermutlich <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tektonik" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">tektonischen</a> Ursprungs sind. Die markantesten Oberflächenstrukturen bilden jedoch mehrere hundert <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caldera_(Krater)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Calderen</a>, welche über Durchmesser von bis zu mehr als 200 Kilometern verfügen. Im Rahmen der dort erfolgenden vulkanischen Eruptionen wird Material mit Geschwindigkeiten von etwa einem Kilometer pro Sekunde ausgestoßen, welches aufgrund der geringen Schwerkraft des Mondes eine Höhe von mehr als 300 Kilometern erreichen kann. Letztendlich fällt das Material jedoch wieder zurück auf die Oberfläche und bildet dort mehrere Kilometer mächtige Ablagerungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkanismus_auf_dem_Jupitermond_Io" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Vulkanismus auf Io</a> wurde bereits im Jahr 1979 mittels der Aufnahmen der Raumsonde <i>Voyager 1</i> nachgewiesen, was seinerzeit für großes Aufsehen sorgte, da dies zugleich der erste direkt erfolgte Nachweis eines in der Gegenwart stattfindenden aktiven Vulkanismus auf einem fremden Himmelskörper war. Das Auftreten dieser Eruptionen variiert allerdings sehr stark. Bereits über einen Zeitraum von nur vier Monaten, welcher zwischen der Ankunft der beiden <i>Voyager</i>-Sonden verging, konnte festgestellt werden, dass Eruptionen in bestimmten Bereichen der Oberfläche zum Erliegen gekommen waren, während sich im gleichen Zeitraum an anderen Stellen neue Ausbruchstellen öffneten. Die Ablagerungen rund um die Calderen hatten sich in diesem Zeitraum bereits ebenfalls deutlich verändert. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_2.jpg" alt="LBT Research Team" width="260"/></a><figcaption>
Eine interferometrische Aufnahme des Jupitermonds Io, erstellt mit dem LBT am 24. Dezember 2013 (links) im Vergleich zu einer auf der Grundlage von Aufnahmen von verschiedenen Weltraummissionen der NASA (Voyager 1,  Voyager 2 und Galileo) erstellten Grafik. Der Lavasee des Vulkans Loki ist auf dem LBT-Bild in dunkelroten Farben zu erkennen. Die restlichen Kreise markieren die Positionen von weiteren Vulkanen auf der Oberfläche von Io. 
<br>
(Bild: LBT Research Team)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Vergleich mit den rund 20 Jahre später angefertigten Aufnahmen der Raumsonde <i>Galileo</i> ist erkennbar, dass diese permanent erfolgenden Vulkanausbrüche die Oberfläche von Io durch Ablagerungen von ausgeworfenem Material ständig verändern. Io weist dadurch bedingt die jüngste Oberfläche im gesamten Sonnensystem auf. Ihr Alter wird von den Planetologen auf lediglich etwa 10 Millionen Jahre geschätzt. Daher sind auf der Oberfläche dieses Mondes auch kaum <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Impaktkrater" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Impaktkrater</a> zu erkennen, da diese durch die fortlaufenden planetologischen Prozesse innerhalb kurzer Zeit &#8218;eingeebnet&#8216; werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Vulkan Loki Patera</strong>
<br>
Der größte der Vulkane auf dem Mond Io wurde &#8211; benannt nach dem nordischen Gott des Feuers &#8211; mit dem Namen <a class="a" href="https://planetarynames.wr.usgs.gov/Feature/3459" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Loki Patera</a> belegt. Hierbei handelt es sich um eine flache vulkanische Vertiefung, in welcher die dichte Lavakruste, die sich auf der Oberfläche eines ausgedehnten Lavasees bildet, in regelmäßigen Abständen in diesem See versinkt. Dies führt zu einem regelmäßig zu beobachtenden Anstieg der Wärmestrahlung aus dieser Region. Mit einem Durchmesser von rund 226 Kilometern erschien dieser Vulkan bisher aber als eine viel zu kleine Struktur, um aus einer Entfernung von mindestens 600 Millionen Kilometern &#8211; dies entspricht dem Minimalabstand zwischen dem Jupiter und unserem Heimatplaneten &#8211; Details mittels von im optischen oder im infraroten Licht arbeitenden Beobachtungsinstrumenten von der Erde aus abzubilden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_3.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Ene mit der LMIRcam des LBTO angefertigte und unbearbeitete RAW-Aufnahme des Mondes Io. Deutlich hebt sich hier der Vulkan Loki Patera von seiner Umgebung ab. Die &#8217;senkrechten Linien&#8216; zeigen weitere, allerdings deutlich schwächer aktive vulkanische Regionen. Erst durch entsprechende Bildbearbeitungen werden auch hier Details sichtbar. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 24. Dezember 2013 ist es jedoch einem internationalen Team von Astronomen, dem auch mehrere Mitarbeiter der Max-Planck-Institute für Radioastronomie (MPIfR) und für Astronomie (MPIA) in Bonn und Heidelberg angehörten, gelungen, den Vulkan Loki von der Erde aus mit einer sehr hoher räumlichen Auflösung im Detail sichtbar zu machen und dabei im nahen Infrarotbereich des Lichtspektrums auch einen gerade erfolgenden Ausbruch des Vulkans zu dokumentieren. Auf den entsprechenden Aufnahmen des Jupitermondes erscheint Loki Patera als ein auffälliger heller Fleck. Diese Färbung wird durch das Entweichen einer intensiven Wärmestrahlung hervorgerufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Large Binocular Telescope</strong>
<br>
Für ihre Studie nutzten die daran beteiligten Astronomen das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Binocular_Telescope" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Large Binocular Telescope</a> (abgekürzt &#8222;LBT&#8220;) auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona. Dieses Teleskop wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen aus den USA, Italien und Deutschland betrieben. Das LBT besteht aus zwei Hauptspiegeln mit einer Öffnung von jeweils 8,4 Metern, welche in einem Abstand von sechs Metern zueinander auf einer gemeinsamen Montierung befestigt sind. Kombiniert erreichen die beiden Optiken die gleiche Lichtsammelleistung wie ein einzelnes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 11,8 Metern. Das von den beiden Einzelspiegeln aufgefangene Licht kann interferometrisch überlagert werden, wodurch eine sehr hohe Auflösung erreicht wird, welche der optische Auflösung eines 22,8-Meter-Spiegels entspricht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir überlagern das von den zwei sehr großen Einzelspiegeln empfangene Licht in kohärenter Weise derart, dass die Spiegel zu einem virtuellen Riesenteleskop verbunden werden&#8220;, so Albert Conrad von der University of Arizona, der Erstautor der entsprechenden Veröffentlichung und am <i>Large Binocular Telescope Observatory</i> (abgekürzt <i>LBTO</i>) tätiger Wissenschaftler. &#8222;Auf diese Weise konnten wir zum ersten Mal die unterschiedlichen Helligkeiten im Bereich des Kratersees von Loki vermessen, welche von verschiedenen Regionen ausgehen.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_4.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Durch die interferometrischen Beobachtungen des LBTO ergeben sich Ansichten des Jupitermondes Io, welche eine zuvor unerreichte Detailgenauigkeit aufweisen. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für Phil Hinz, dem Leiter des <i>Large Binocular Telescope Interferometer</i>-Projekts (abgekürzt <i>LBTI</i>) vom Steward-Observatorium der University of Arizona, ist dieses Resultat das Ergebnis einer fast 15 Jahre andauernden Entwicklungsarbeit. Der Astronom betont zudem, dass die Beobachtung von Io nur eine der einzigartigen Möglichkeiten des <i>LBTI</i> darstellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir haben das <i>LBTI</i> entwickelt, um Aufnahmen mit einer extrem hohen Auflösung zu erhalten, aber auch dafür, um Staub und sehr lichtschwache Planeten um nahe gelegene Sterne zu entdecken. Auch die kürzlich erfolgten Beobachtungen der Sterne Eta Corvus und HR 8799 [<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/direkt-abgebildet-vier-exoplaneten-auf-einen-streich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>] sind großartige Beispiele für das Potential, das in diesem System steckt.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angefertigt wurden die Io-Aufnahmen mit einem Instrument names LMIRcam. Hierbei handelt es sich um eine im Infrarotbereich von drei bis fünf Mikrometern Wellenlänge arbeitende Kamera, welche im Rahmen einer Doktorarbeit von Jarron Leisenring an der University of Virginia entwickelt wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Beobachtungen stellen für mich und das ganze Team einen Meilenstein dar. Mit der interferometrischen Kombination der Spiegel haben wir jetzt den entscheidenden Schritt unternommen, um das volle Potential des LBT auszuschöpfen und eine Fülle von neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten anzusteuern&#8220;, so Dr. Leisenring, der mittlerweile als Instrumentwissenschaftler für die Infrarotkamera NIRCam für das zukünftige <i>James-Webb-Weltraumteleskop</i> am Steward-Observatorium tätig ist. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_5.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory, NASA" width="260"/></a><figcaption>
Eine Interferometeraufnahme des LBT von dem Lavasee des Vulkans Loki Patera (orange) wurde hier mit einer entsprechenden Nahaufnahme von einer der Voyager-Raumsonden überlagert (grau). Durch eine ausfühliche Auswertung der LBT-Daten konnten die Astronomen selbst feinste Details des hierbei dokumentierten Ausbruchs des Vulkans herausfiltern. Die Wärmestrahlung geht demzufolge von zwei Bereichen in der Caldera des Vulkans aus. Diese Struktur erscheint auf der im sichtbaren Lichtbereich angefertigten Aufnahme der Raumsonde als dunkles, hufeisenförmiges Gebilde. Bei diesem Material handelt es sich um erstarrte, silikathaltige Lava. Die heißen und somit hell erscheinenden Flecken befinden sich im südlichen Bereich der Caldera. Der hellere Fleck dürfte eine Region darstellen, wo aktuell frische, heiße Lava zu Tage tritt. Der dunklere Fleck zeigt dagegen wohl einen Bereich, wo sich bereits abkühlende Lava befindet. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory, NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine Aufnahme mit höchster Auflösung zu erzielen musste jedoch zunächst eine große Zahl von LMIRcam-Rohbildern verarbeitet werden. &#8222;Die aufgenommenen Rohbilder sind von Interferenzmustern überzogen und haben dadurch eine nur begrenzte Bildschärfe&#8220;, so Professor Gerd Weigelt vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. &#8222;Mit modernen interferometrischen Bildrekonstruktionsmethoden, sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dekonvolution" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Entfaltungsmethoden</a>, ist es uns jedoch möglich, eine wirklich spektakuläre Bildauflösung zu erreichen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es ist sehr wichtig, unterschiedlichen Bildverarbeitungsmethoden zu entwickeln und anzuwenden, damit auch feinste Bilddetails mit hoher Zuverlässigkeit rekonstruiert werden können&#8220;, ergänzt Mario Bertero, Professor für Informationswissenschaften an der Universität von Genua in Italien. Dabei gelang es den an der Untersuchung des Jupitermondes beteiligten Wissenschaftler Daten zu gewinnen, durch deren Auswertung sich auch neue Einblicke in den auf Io aktiven Vulkanismus ergeben könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Erkenntnisse</strong>
<br>
&#8222;Während wir vorher bereits über die Jahre hinweg immer wieder ein helles Aufblitzen von Loki sahen, zeigen diese phantastischen Aufnahmen des <i>LBTI</i> jetzt erstmals, dass dieses Aufleuchten jeweils gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen auftritt&#8220;, so Imke de Pater, Professorin an der University of California in Berkeley/USA. &#8222;Dies ist ein starkes Indiz darauf, dass es sich bei der abgebildeten hufeisenförmigen Struktur &#8211; wie schon bereits in der Vergangenheit angenommen wurde &#8211; höchstwahrscheinlich um einen aktiven Lavasee mit einem variablen Aussehen handelt.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem Vulkan Loki sind auf den mit dem LBT erstellten Aufnahmen von Io noch 15 weitere, allerdings deutlich schwächere Ausbruchsstellen erkennbar. Zwei dieser beobachteten Eruptionszonen waren den Wissenschaftlern zuvor unbekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zwei der vulkanischen Strukturen auf Io treten an neuen aktiven Plätzen auf&#8220;, erklärt die Doktorandin Katherine de Kleer von der University of California. &#8222;Sie befinden sich in einem Gebiet namens <a class="a" href="https://planetarynames.wr.usgs.gov/Feature/1265" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Colchis Regio</a>, wo erst wenige Monate zuvor eine enorme Eruption stattgefunden hat. Bei diesen jetzt neu entdeckten Strukturen könnte es sich durchaus um die Nachwehen dieser Eruption handeln. Die hohe Genauigkeit des <i>LBTI</i> ermöglicht es uns, die Restaktivität in dieser Region in verschiedenen Bereichen getrennt darzustellen. Hierbei könnte es sich um Lavaflüsse handeln.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die Untersuchung dieser sehr dynamischen vulkanischen Aktivität auf Io, welche die Oberfläche ständig verändert, gibt uns auch Hinweise auf den Aufbau und die innere Struktur dieses Mondes&#8220;, so Chick Woodward von der University of Minnesota, ein weiterer der an dieser Studie beteiligten Wissenschaftler. &#8222;Hierdurch bereiten wir auch den Weg für zukünftige NASA-Missionen wie den <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Io_Volcano_Observer" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external"><i>Io Volcano Observer</i></a>.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die elliptische Umlaufbahn von Io um seinen Planeten, welcher in einem Abstand von durchschnittlich lediglich 421.800 Kilometern um den Jupiter verläuft, wirken extrem starke Gezeitenkräfte auf Io ein. Dabei wird das Innere des Mondes regelrecht &#8218;durchgeknetet&#8216;. Diese extrem starke Gezeitenkräfte sind mit dem Quetschen einer reifen Orange vergleichbar, wobei der Fruchtsaft durch Risse in der Schale herausgedrückt wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_6.gif" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09052015193108_small_6.gif" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption> Die in diesem Bericht geschilderten Untersuchungen des Mondes Io erfolgten bereits am 24. Dezember 2013. Aber auch in der Folgezeit beobachtete das beteiligte Team diesen Jupitermond regelmäßig, um die gewonnenen Beobachtungsdaten zu überprüfen und zu ergänzen. Die hier gezeigte Videosequenz wurde dabei erst am 7. März 2015 angefertigt und zeigt, wie der im Hintergrund befindliche Mond Io von dem sich im Vordergrund bewegenden Mond Europa bedeckt wird. Der helle Fleck auf der linken Seite des Mondes Io zeigt den Vulkan Loki Patera. Bei dem &#8218;Fleck&#8216; am rechten Rand von Io handelt es sich dagegen um den Vulkan  <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pele_Patera" target="_blank" data-wpel-link="external">Pele Patera</a> . Der bedeckende Mond Europa erscheint in diese Sequenz extrem dunkel, was dadurch bedingt ist, dass dessen Oberfläche von einer dichten Schicht aus nur minimal wärmerereflektierenden Wassereis bedeckt ist. Ein allgemeiner Hinweis: Die Beobachtung von derartigen gegenseitigen Bedeckungen wird nicht nur von professionell tätigen Astronomen verfolgt, sondern ist zudem auch ein beliebtes Beobachtungsziel für Amateurastronomen.   <br> (Bild: Large Binocular Telescope Observatory) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Christian Veillet, der Direktor des <i>LBTO</i> ist von den Aufnahmen begeistert und richtet seinen Blick zugleich in die Zukunft, wo den Astronomen in einigen Jahren noch größere und leistungsfähigere Teleskope zur Verfügung stehen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das einzigartige binokulare Design des LBT zeigt jetzt seine Fähigkeit zur Auflösung von Strukturen, die ansonsten nur ein Einzelteleskop der 23-Meter-Klasse erreichen könnte. Die jetzt veröffentlichten spektakulären Resultate des Jupitermondes Io sind eine Anerkennung für viele Mitarbeiter, die an das LBT-Konzept geglaubt und viele Jahre harter Arbeit in seine Realisierung investiert haben. Obwohl es noch eine Menge Arbeit bedeutet, die Kombination der beiden Optiken zu einem interferometrisch arbeitenden Teleskop noch weiter zu perfektionieren, können wir jetzt bereits feststellen, dass das Large Binocular Telescope einen Wegbereiter für die nächste Generation von Riesenteleskopen darstellt, die erst in frühestens einem Jahrzehnt ihren Betrieb aufnehmen werden.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Untersuchung des Vulkans Loki Patera auf dem Jupitermond Io wurden von Albert Conrad et al. am 30. April 2015 unter dem Titel &#8222;Spatially Resolved M-band Emission from Io&#8217;s Lok Patera-Fizeau Imaging at the 22.8 m LBT&#8220; in der Fachzeitschrift <i>The Astronomical Journal</i> publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derartige erdgebundene Beobachtungen stellen neben Beobachtungen durch die in Erdnähe befindlichen Weltraumteleskope bis auf weiteres die einzige Möglichkeit dar, den Jupitermond Io eingehender zu untersuchen. Zwar wird bereits am 4. Juli 2016 die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde <i>Juno</i> in eine Umlaufbahn um den größten Planeten unseres Sonnensystems eintreten. Diese ist jedoch mit keinem leistungsstarken Kamerasystem ausgestattet und wird sich im Rahmen der geplanten einjährigen Untersuchung des Jupiters in erster Linie auf dessen inneren Aufbau sowie auf die Atmosphäre und das Magnetfeld konzentrieren. Untersuchungen der Jupitermonde werden dabei nicht erfolgen. Und auch die von der europäischen Weltraumagentur ESA mit einem derzeitigen Startdatum im Juni 2022 geplante Jupitersonde <i>JUICE</i> wird nach dem Erreichen ihrer Umlaufbahn um den Gasriesen im Januar 2030 in den folgenden 3,5 Jahren den Mond Io nach dem derzeitigen Planungsstand wohl leider eher &#8217;stiefmütterlich&#8216; behandeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/vulkane-auf-jupitermond-io-neu-kartiert/" data-wpel-link="internal">Vulkane auf Io neu kartiert</a> (10. Juni 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/dreifache-sonnenfinsternis-auf-jupiter/" data-wpel-link="internal">Dreifache Sonnenfinsternis auf Jupiter</a> (6. November 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/achtung-io-staub/" data-wpel-link="internal">Achtung! Io Staub</a> (16. September 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/jupiter-mond-io-ist-heisser-als-man-dachte/" data-wpel-link="internal">Jupitermond Io ist heißer als man dachte</a> (12. Juni 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/gigantischer-vulkanausbruch-auf-jupitermond-io/" data-wpel-link="internal">Gigantischer Vulkanausbruch auf Jupitermond Io</a> (19. November 2002)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=677.60" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Jupitermonde</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von Albert Conrad et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://iopscience.iop.org/article/10.1088/0004-6256/149/5/175/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spatially Resolved M-band Emission from Io&#8217;s Lok Patera-Fizeau Imaging at the 22.8 m LBT</a> (Volltext, engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-vulkan-loki-patera-auf-dem-jupitermond-io/" data-wpel-link="internal">Der Vulkan Loki Patera auf dem Jupitermond Io</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Direkt abgebildet: Vier Exoplaneten auf einen Streich</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/direkt-abgebildet-vier-exoplaneten-auf-einen-streich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 15:57:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplanet]]></category>
		<category><![CDATA[HST]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[Max-Planck-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[MPI]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einem internationalen Astronomenteam, dem auch mehrere Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es gelungen, die vier den Stern HR 8799 umgebenden Exoplaneten direkt abzubilden. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie, Large Binocular Telescope Observatory. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einem internationalen Astronomenteam, dem auch mehrere Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg angehören, ist es gelungen, die vier den Stern HR 8799 umgebenden Exoplaneten direkt abzubilden. Hierfür nutzten die Wissenschaftler das Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie, Large Binocular Telescope Observatory.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_small_1.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Das Large Binocular Telescope befindet sich auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona. Mit diesem Instrument gelang im Oktober 2013 die direkte Abbildung eines kompletten, aus vier Exoplaneten bestehenden Planetensystems, welches den Stern HR 8799 umgibt. Ein zuvor vermuteter fünfter Planet konnte dagegen nicht bestätigt werden. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exoplaneten</a> werden in der Astronomie Planeten bezeichnet, welche nicht dem Planetensystem der Sonne angehören, sondern die vielmehr fremde Sterne umkreisen. Mittlerweile gelang den Astronomen der Nachweis von <a class="a" href="	https://exoplanet.eu/catalog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">1.919 Exoplaneten</a>. Allerdings konnte der Großteil dieser Planeten dabei nur durch verschiedene <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet#Indirekte_Nachweismethoden" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">indirekte Methoden</a> nachgewiesen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exoplanet#Direkte_Beobachtung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">direkte Abbildung</a> von Exoplaneten stellt dagegen eine große Herausforderung dar, da sich diese Planeten zum einen sehr nahe an ihrem viele Lichtjahre entfernt gelegenen Mutterstern befinden und zum anderen auch noch sehr viel lichtschwächer als der jeweilige Zentralstern sind. In einer normalen Aufnahme überstrahlt das Licht eines Zentralsterns deshalb das schwache Leuchten eines den Stern umkreisenden Planeten selbst unter den optimalsten Beobachtungsbedingungen. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnten bisher auch lediglich <a class="a" href="https://exoplanet.eu/catalog/?f=%22imaging%22+IN+detection" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">54 Exoplaneten</a> in 50 verschiedenen Sternsystemen durch direkte Abbildungen nachgewiesen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt ist es jedoch einem internationalen Team von Astronomen, dem auch sechs Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) in Heidelberg angehören, gelungen, mit einer neuen Aufnahme gleich ein komplettes Exoplanetensystem abzubilden. Für ihre Studie nutzten die daran beteiligten Astronomen das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Large_Binocular_Telescope" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Large Binocular Telescope</a> (abgekürzt &#8222;LBT&#8220;) auf dem Mount Graham im US-Bundesstaat Arizona. Das LBT besteht aus zwei Hauptspiegeln mit einer Öffnung von jeweils 8,4 Metern, welche auf einer gemeinsamen Montierung befestigt sind. Kombiniert erreichen die beiden Optiken die gleiche Lichtsammelleistung wie ein einzelnes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 11,8 Metern. Zudem erreicht es in dieser Konfiguration die optische Auflösung eines 22,8-Meter-Spiegels. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_small_2.jpg" alt="A.-L. Maire, Large Binocular Telescope Observatory" width="260"/></a><figcaption>
Das Planetensystem des Sterns HR 8799: Links der Planet HR 8799 b. Auf der rechten Seite befinden sich &#8211; von oben nach unten angeordnet &#8211; die Planeten c, e und d. Der Zentralstern ist in dieser IR-Aufnahme mittels einer Maske weitgehend ausgeblendet. 
<br>
(Bild: A.-L. Maire, Large Binocular Telescope Observatory)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Sternsystem HR 8799</strong>
<br>
Bei den von den Astronomen beobachteten Planeten handelt es sich um vier jupiterähnliche Gasriesen, welche den etwa 130 Lichtjahre von unserem Sonnensystem im Sternbild Pegasus gelegenen Stern HR 8799 &#8211; auch bekannt unter der Bezeichnung V342 Pegasi &#8211; umkreisen. Diese Exoplaneten wurden bereits in den Jahren 2008 (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/erstmals-direktaufnahmen-von-exoplaneten-gelungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>) und 2010 durch fotografische Abbildungen entdeckt. Ebenfalls im Jahr 2010 gelang es den Astronomen dabei sogar, das Spektrum von einem dieser Planeten &#8211; dem Exoplaneten <a class="a" href="https://exoplanet.eu/catalog/hr_8799_b/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">HR 8799 b</a> &#8211; zu analysieren (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplaneten-spektrum-zeigt-ueberraschendes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete ebenfalls</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bereits im Oktober 2013 mit dem LBT durchgeführten, aber erst kürzlich vollständig ausgewerteten Beobachtungen erfolgten im Wellenlängenbereich des infraroten Lichts. In diesem Bereich des Lichtspektrums erscheinen die beobachteten Exoplaneten relativ zu ihrem Zentralstern vergleichsweise hell. Durch die dabei angefertigten Aufnahmen konnte die gegenwärtige Position der vier Planeten ermittelt werden. In Kombination mit früheren Beobachtungsdaten gelang es so, die Umlaufbahnen dieser Planeten über einen längeren Zeitraum hinweg zu verfolgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bahn des innersten und zuletzt entdeckten Planeten <a class="a" href="https://exoplanet.eu/catalog/hr_8799_e/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">HR 8799 e</a> konnte so über einen Zeitraum von vier Jahren verfolgt werden. Bei den drei äußeren Planeten war dies sogar über einen noch deutlich längeren Zeitraum möglich, da diese Exoplaneten sich nachträglich in Aufnahmen nachweisen ließen, welche bereits im Jahr 1998 mit dem Weltraumteleskop <i>Hubble</i> angefertigt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswertung dieser Beobachtungsdaten bestätigte die bereits vorher bestehende Annahme, dass im Fall des den Stern HR 8799 umgebenden Planetensystems sogenannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnresonanz" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Bahnresonanzen</a> vorliegen. Während eines vollständigen, etwa 164.250 Tage andauernden Umlaufs des äußersten Planeten um sein Zentralgestirn vollenden die näher an diesem Stern umkreisenden Planeten laut dieser Studie jeweils zwei, vier beziehungsweise acht komplette Umläufe. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07052015175716_small_3.jpg" alt="Large Binocular Telescope Observatory (Enrico Sacchetti)" width="260"/></a><figcaption>
Das Large Binocular Telescope besteht aus zwei Hauptspiegeln mit einer Öffnung von jeweils 8,4 Metern, welche auf einer gemeinsamen Montierung befestigt sind. Im kombinierten Einsatz erreichen diese beiden Optiken die gleiche Lichtsammelleistung wie ein einzelnes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 11,8 Metern. Zudem erreicht das LBT die optische Auflösung eines 22,8-Meter-Spiegels. 
<br>
(Bild: Large Binocular Telescope Observatory (Enrico Sacchetti))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere theoretische Modelle über die Bahnmechaniken im Bereich des Planetensystems von HR 8799 sagten die Existenz eines weiteren Planeten voraus, welcher sich zwischen dem Stern und dem innersten dieser vier Planeten bewegt und der den Stern dabei entweder 16 oder 24 mal so häufig umläuft wie der äußerste Planet. Die Existenz dieses hypothetischen Planeten konnte jedoch durch die Beobachtungen mit dem Large Binocular Telescope, welches auch Bilddaten aus der unmittelbaren Umgebung des Sterns lieferte, nicht bestätigt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Arbeit von A.-L. Maire et al. wurden bereits am 20. April 2015 unter dem Titel &#8222;The LEECH Exoplanet Imaging Survey. Further constraints on the planet architecture of the HR 8799 system&#8220; in der Fachzeitschrift <i>Astronomy &amp; Astrophysics</i> publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neues-teleskop-projekt-beginnt-mit-exoplaneten-suche/" data-wpel-link="internal">Neues Teleskop-Projekt beginnt mit Exoplaneten-Suche</a> (16. Januar 2015)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanetensuche-first-light-fuer-sphere/" data-wpel-link="internal">Exoplanetensuche &#8211; First Light für SPHERE</a> (9. Juni 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exoplanet-gu-psc-b-durch-direkte-abbildung-entdeckt/" data-wpel-link="internal">Exoplanet GU Psc b durch direkte Abbildung entdeckt</a> (22. Mai 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-methode-zur-untersuchung-von-exoplaneten/" data-wpel-link="internal">Neue Methode zur Untersuchung von Exoplaneten</a> (10. Februar 2010)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.975" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Exoplaneten</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=645.120" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Direkt beobachtete Exoplaneten</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seite bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/extrasolar/" data-wpel-link="internal">Exoplaneten Newsarchiv</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von A.-L. Maire et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2015/04/aa25185-14/aa25185-14.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The LEECH Exoplanet Imaging Survey. Further constraints on the planet architecture of the HR 8799 system</a> (Volltext, engl.)</li></ul>
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		<item>
		<title>Superteleskope, nächste Generation</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/superteleskope-naechste-generation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2004 16:12:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Genesis]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Lagrange-Punkt L2]]></category>
		<category><![CDATA[LBT]]></category>
		<category><![CDATA[Observatorium]]></category>
		<category><![CDATA[SOHO]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=29463</guid>

					<description><![CDATA[<p>Diesen Monat geht in Arizona ein Teleskop mit Doppelspiegel in Betrieb. 2011 soll das gigantische James Webb-Weltraumteleskop starten. Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: SpaceRef. Sowohl erdgebundene als auch im Weltraum stationierte Teleskope der nächsten Generation sollen schwerpunktmäßig nach zwei Typen von Objekten spähen, die die Astronomen besonders interessieren: Extrasolare Planeten um Sterne in der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/superteleskope-naechste-generation/" data-wpel-link="internal">Superteleskope, nächste Generation</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Diesen Monat geht in Arizona ein Teleskop mit Doppelspiegel in Betrieb.  2011 soll das gigantische James Webb-Weltraumteleskop starten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: SpaceRef.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl erdgebundene als auch im Weltraum stationierte Teleskope der nächsten Generation sollen schwerpunktmäßig nach zwei Typen von Objekten spähen, die die Astronomen besonders interessieren: Extrasolare Planeten um Sterne in der &#8222;näheren Umgebung&#8220; sowie Sterne am Rande des Universums, deren Licht noch fast vom Beginn der Zeit stammt. In beiden Kategorien stoßen die heute verfügbaren Teleskope an ihre Grenzen, sind also im einen Fall zu lichtschwach oder können im anderen Fall das Licht nicht fein genug auflösen. Neue vielversprechende Techniken sollen mit diesen Problemen fertig werden.  <br>Zwei Beispiele:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Large Binocular Telescope (LBT)</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102004181203_small_1.jpg" alt="None" width="354" height="198"/><figcaption>
Das Spiegelsystem des LBT (Grafik: LBT Corp.)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das LBT geht bereits diesen Monat in Betrieb. Es wurde auf dem Mount Graham in Arizona/USA errichtet und ist derzeit das technisch fortgeschrittenste erdgebundene Teleskop der Welt. Die Kosten beliefen sich auf 120 Millionen Dollar. Wie der Name schon andeutet, besitzt es nicht nur einen Spiegel, sondern gleich <i>zwei</i> 8,4 Meter große Spiegel in Honeycomb-Verbundbauweise, die nahe beieinander auf einem gemeinsamen Rahmen montiert sind. Dank der Honeycomb-Technik, die durch die exzellenten mechanischen Eigenschaften von Honigwaben in Bienenstöcken inspiriert wurde, sind die Spiegel steifer und dabei doch leichter als herkömmliche Spiegel aus massivem Glas und können zusammen mehr Licht sammeln als jedes existierende einzelne Teleskop.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102004181203_small_2.jpg" alt="None" width="361" height="271"/><figcaption>
Die geöffnete Kuppel des LBT (Bild: LBT Corp.)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als weitere Innovation ist das Teleskop mit einer adaptiven Optik ausgerüstet, die mit Hilfe von Sekundärspiegeln computergesteuert in Echtzeit die Wellenlängenverzerrungen und Bildunschärfen korrigiert, die durch die Turbulenzen der Erdatmosphäre verursacht werden. Noch schärfere Bilder können gewonnen werden, wenn das Licht der beiden Hauptspiegel im so genannten &#8222;interferometrischen Abbildungsmodus&#8220; miteinander kombiniert wird. Die hiermit erzielten Bilder von lichtschwachen Himmelsobjekten sollen zehnmal schärfer sein als jene des Hubble-Weltraumteleskops. <br>Das LBT ist ein Kooperationsprojekt von zahlreichen astronomischen und akademischen Institutionen in den Vereinigten Staaten und Europa. Den sicher größten technisch/wissenschaftlichen </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102004181203_small_3.jpg" alt="None" width="354" height="647"/><figcaption>
Polieren eines Primärspiegels (Bild: LBT Corp.)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Beitrag liefert die Universität von Arizona: Die innovativen Spiegel des Teleskops wurden vom Mirror Laboratory des Steward-Observatoriums der Universität gefertigt und poliert, das bereits Pionierarbeit in der Entwicklung riesiger und doch leichter Spiegel für die neue Generation von optischen und Infrarot-Teleskopen leistete. Das Mirror Lab hat den ersten Spiegel bereits fertig gestellt und poliert gerade den zweiten Spiegel mit einer Genauigkeit von 30 Nanometern, das ist 3000 mal so dünn wie ein menschliches Haar.  <br>Das Steward-Observatorium baut in Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA auch das &#8222;LBT Interferometer&#8220;, ein Instrument, das noch nie dagewesene Abbildungsfähigkeiten im Infrarotbereich zur Verfügung stellen soll. Ferner soll dieses Instrument es in seinem &#8222;Nullierungs&#8220;-Modus ermöglichen, extrasolare Planeten oder Staubscheiben direkt sichtbar zu machen, indem das Licht ihrer Heimatsterne, das an sich millionenmal heller ist und die Planeten somit bei weitem überstrahlt, durch die getrennten Bilder von den beiden Hauptspiegeln zu Null reduziert wird und nur das schwache Reflexionslicht der Planeten übrig lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus finanziert die Universität das Projekt zu 25%. Weitere Partner:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; LBT Beteiligungsgesellschaft/Deutschland (25 Prozent)</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Istituto Nazionale di Astrofisica/Italien (25 Prozent)</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Universität von Ohio/USA (12,5 Prozent)</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; Research Corporation/USA (12,5 Prozent)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>James Webb Space Telescope (JWST)</strong> <br>Das für ein Weltraumteleskop gigantische JWST ist der Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops und befindet sich derzeit in der Entwicklung. Der Start ist für August 2011 geplant. Es wird etwa die dreifache Größe des Hubble-Teleskops haben. Sein Hauptspiegel wird etwa doppelt so groß sein. Zwar können die Spiegel von erdgebundenen Teleskopen noch größer sein und somit im Prinzip auch mehr Licht sammeln, doch durch den einzigartigen Vorteil, nicht durch die Erdatmosphäre behindert zu werden, sind die Bilder von Weltraumteleskopen von vornherein schärfer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102004181203_small_4.jpg" alt="None" width="361" height="289"/><figcaption>
Das James Webb Space Telescope (Grafik: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der größten Herausforderungen bei der Konstruktion des JWST ist es, das (beim Start) 8 m große Teleskop in einer Rakete von nur 5 m Durchmesser unterzubringen. JWST-Ingenieure  haben dies schon scherzhaft mit der Konstruktion eines Flaschenschiffs verglichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Schlüsselkomponente des Teleskops wird von Kanada beigesteuert: Wie neulich bekannt gegeben wurde, erhielt die Canadian Space Agency (CSA) einen 5-Millionen-Dollar-Vertrag für das Design des Feinführungssensors, in Partnerschaft mit den Firmen EMS in Ottawa und COM DEV in Cambridge/Ontario. Northrup Grumman in Los Angeles baut das Teleskop unter Überwachung der NASA für geschätzte Kosten von 1,5 Milliarden Dollar. (Zum Vergleich: Die heftig diskutierte unbemannte Mission allein zur <i>Reparatur</i> des alternden Hubble-Teleskops liegt finanziell in ähnlichen Dimensionen.) </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Dieses bedeutende neue Observatorium wird dort weitermachen, wo Hubble, Spitzer und andere Teleskope an ihre Grenzen stoßen&#8220;, sagte Dr. Virendra Jha, Vizepräsident der CSA für Wissenschaft, Technologien und Programme. &#8222;Es wird von Teams in Kanada, den USA und Europa konstruiert. Das James-Webb-Teleskop wird neue Fenster zu den ersten Sternen und Quasaren des frühen Universums öffnen, wie auch zu entstehenden Sternen und Planeten in nahen Galaxien.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Feinführungssensor ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Teleskops. Er soll die Positionen von sehr schwach leuchtenden Sternen mit extrem hoher Präzision messen, um die erhoffte hohe Qualität der Bilder zu gewährleisten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die europäische ESA beteiligt sich an Konstruktion und Bau des JWST, indem sie wesentliche Teile des <i>Mid Infrared Instrument</i> (MIRI) beisteuert. Das MIRI ist eines von vier Hauptinstrumenten des JWST.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wiewohl das JWST ein Mehrzweckteleskop sein wird, stellt die Beobachtung des frühen Universums im Infrarotbereich (also Wärmestrahlung) einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Mission dar. Zur Erzielung optimaler Ergebnisse ist es daher erforderlich, die Instrumente <i>möglichst kalt</i> zu halten. Dazu wird das JWST über einen aus fünf Schichten bestehenden Sonnenschild verfügen, der fast so groß sein wird wie ein Tennisplatz (siehe Bild). Er soll die Instrumente bei einer Temperatur von 37 Kelvin halten und es so dem Teleskop ermöglichen, selbst lichtschwächste, rotverschobene Signale aus den frühesten Phasen des Universums zu entdecken. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stationierung im zweiten Lagrange-Punkt</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Lagrange_very_massive260x200.jpg" alt="None" width="348" height="268"/><figcaption>
Zweiter Lagrange-Punkt (Grafik: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als Hubble wird das James-Webb-Teleskop nicht im Erdorbit stationiert, sondern im sogenannten Zweiten Lagrange-Punkt (L2), d.h. in einem Sonnenorbit, der aber nur ca. 1,5 Millionen Kilometer weiter ist als der Sonnenorbit der Erde &#8211; das ist ungefähr die vierfache Entfernung des Mondes von der Erde. Da sich am L2 die Kräfte von Erde und Sonne auf das JWST gegenseitig aufheben, braucht das Teleskop weder einen Erdorbit noch ständige Lagekorrekturen, um in der Nähe der Erde zu bleiben, sondern kann permanent im Erdschatten stehen und dort sowohl von Sonnenstrahlung als auch von Erd-Reflexionslicht ungestört bleiben.  <br>Ein besserer Platz für Weltraumteleskope ist kaum denkbar, und so werden sich im nächsten Jahrzehnt außer JWST auch noch weitere Weltraumteleskope an dieser Stelle im Raum tummeln, wie etwa die geplanten ESA-Missionen <i>Darwin</i> und <i>Herschel</i>. Im übrigen gibt es fünf Lagrange-Punkte, und insbesondere der L1, der <i>diesseits</i> der Erde, also zur Sonne hin gewandt liegt, war und ist bereits ein beliebter Aufenthaltsort für Raumsonden, die sich für die Sonne interessieren, nämlich für das Sonnenobservatorium <i>SOHO</i> und den Sonnenwindsammler <i>Genesis</i>. <br>Für das JWST ist eine Betriebsdauer von fünf bis zehn Jahren geplant. Die Stationierung in vierfacher Mondentfernung bedingt allerdings eine extreme Zuverlässigkeit der Technik, denn Reparaturmissionen wie damals beim Hubble sind beim JWST kaum vorstellbar, seien sie nun bemannt oder unbemannt.</p>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph"><font size="1">James E. Webb (1906-1992) war der zweite Chef der NASA, in der Zeit von 1961 bis 1968, als die amerikanische Weltraumbehörde ihren größten Triumph vorbereitete und ihren bis heute legendären Ruf begründete.</font></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Webseiten:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.lbto.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">LBT-Homepage, zahlreiche Infos, Fotos und Webcam (englisch)</a></li><li><a rel="noopener noreferrer follow" href="https://science.nasa.gov/mission/webb/" target="_blank" data-wpel-link="external">JWST-Homepage der NASA (englisch)</a></li><li><a rel="noopener noreferrer follow" href="https://sci.esa.int/web/jwst" target="_blank" data-wpel-link="external">JWST-Homepage der ESA (englisch)</a></li></ul>
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