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	<title>Messungen &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Messungen &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Rosetta sucht nach einem Signal vom Lander Philae</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 21:11:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Batterie]]></category>
		<category><![CDATA[CIVA]]></category>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den Kometenlander fortgesetzt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.   Quelle: DLR</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_big-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_a-1.jpg" alt="Die Landeprozedur von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen OSIRIS-Kamera dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae - so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten - konnte bei dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch 'prallte' Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses 'Steigfluges' erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite 'Landung' erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste 'Freiflug' erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten 'Weiterfluges'. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem 'Kopf' des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung des ehemals ebenfalls als potentielle Landeregion ausgewählten Bereiches &quot;B&quot; liegen dürfte.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Die Landeprozedur von Philae wurde mit der<br> an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen <br><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> dokumentiert. Dabei konnte diese<br> Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das<br> Landegestell von Philae &#8211; so die Auswertung<br> der entsprechenden Telemetriedaten &#8211; konnte bei<br> dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der<br> kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch &#8218;prallte&#8216;<br> Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg<br> zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von<br> 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche<br> des Kometen auf. Im Rahmen dieses &#8218;Steigfluges<br>&#8218; erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis<br> zu einem Kilometer über der Oberfläche und<br> legte dabei einer horizontale Distanz von bis<br> zu einem Kilometer zurück, bevor nach <br>110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte. <br>Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben<br> von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste<br> &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa<br> drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal<br> nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz<br> rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum<br> Beginn des ersten &#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo<br> Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte<br> bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt <br>jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem &#8218;Kopf&#8216;<br> des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung <br>des ehemals ebenfalls als potentielle <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-fuenf-landeplatzkandidaten-fuer-philae/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Landeregion ausgewählten Bereiches “B“</a> liegen dürfte.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 12. November 2014 wurde dabei ein weiterer Höhepunkt dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: Der von der Raumsonde <em>Rosetta</em> mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> wurde von <em>Rosetta</em> abgetrennt und erreichte um 16:35 MEZ die Oberfläche des Kometen 67P (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Köln</a>). Dort kam er schließlich nach einer <a href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">dreifachen Landung</a> an einem ungeplanten Standort zum Stehen, welcher aufgrund der dort gegebenen schlechten Beleuchtungsverhältnisse &#8211; die Sonne erreichte den Lander an diesem Standort pro &#8218;Kometentag&#8216; für lediglich etwa eine Stunde &#8211; keine Möglichkeit bot, seine Energiereserven in einem ausreichenden Umfang zu erneuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus einer auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Batterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warten auf ein erneutes Lebenszeichen von <em>Philae</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die Mission von <em>Philae</em> jedoch keineswegs zwingend beendet. Aufgrund der zunehmenden Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des jetzigen Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen immer mehr. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der Lander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwacht und sich reaktiviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<em>Philae</em> erhält zurzeit ungefähr doppelt so viel Sonnenenergie wie im November vergangenen Jahres&#8220;, so der für den Betrieb des Kometenlanders zuständige Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Immerhin ist der Komet derzeit &#8217;nur&#8216; noch rund 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. &#8222;Wahrscheinlich wird es trotzdem noch zu kalt für den Lander sein, um aufzuwachen &#8211; aber ein Versuch ist es wert. Die Chancen steigen mit jedem Tag.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb wird am kommenden Donnerstag, dem 12. März um 05:00 MEZ erstmals die Kommunikationseinheit des <em>Rosetta</em>-Orbiters aktiviert, um den Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Lander durchzuführen. Allerdings, so die Mitarbeiter der Mission, sollten die damit verknüpften Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden, denn es wäre schon sehr viel Glück im Spiel, wenn bereits direkt am 12. März wirklich ein Signal von dem Lander zu empfangen wäre. Eine deutlich realistischere Wahrscheinlichkeit ergibt sich dagegen erst in einigen Monaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sowohl Temperatur- als auch Energiewerte sind entscheidend</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit der Kometenlander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwachen kann müssen nämlich zunächst zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst muss im Inneren des Landers ein Temperaturwert erreicht werden, welcher oberhalb von minus 45 Grad Celsius liegt. Neben einer mehrschichtigen Thermalisolierung (engl. &#8222;Multi Layer Insulation&#8220;) ist <em>Philae</em> zu diesem Zweck mit einem elektrischen Heizsystem ausgerüstet, welches seit dem Übertritt in den derzeitigen Schlafmodus den Großteil der zur Verfügung stehenden Energiereserven beanspruchte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_a.jpg" alt="Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort immer noch nicht ermittelt werden konnte. Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet von Philae. Der Lander würde aus dieser Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera<br> am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die <br>eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche<br> Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort<br> immer noch nicht ermittelt werden konnte. <br>Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung <br>von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet<br> von Philae. Der Lander würde aus dieser <br>Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<em>Philae</em> ist so konstruiert, dass er seit dem November 2014 jedes bisschen Sonnenenergie dafür nutzt, sich aufzuheizen&#8220;, so Dr. Koen Geurts vom DLR.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu diesem zwingend erforderlichen Temperaturwert muss der Lander über seine für die Energiegewinnung zuständigen Solarzellen mit mindestens 5,5 Watt Energie versorgt werden, damit er aufwachen kann. Sobald der Lander feststellt, dass er mit mehr als diesen 5,5 Watt Energie versorgt wird und seine Innentemperatur über den besagten minus 45 Grad Celsius liegt, beendet <em>Philae</em> den derzeitigen Schlafmodus automatisch, heizt sich weiter auf und versucht zudem zusätzlich, seine Batterie zu laden. Bisher fiel die Sonneneinstrahlung an dem mit dem Namen &#8222;Abydos&#8220; belegten finalen Landeplatz zu gering aus, um diesen erforderlichen Mindestwerte zu überschreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal aufgewacht, schaltet <em>Philae</em> alle 30 Minuten den Empfänger seines Kommunikationssystems ein und versucht dabei ein Signal von dem Kometenorbiter <em>Rosetta</em> zu empfangen. Diese Aktivierung des Kommunikationssystems kann der Lander bereits bei einem noch sehr niedrigen Energiestand durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass er wach ist&#8220;, erläutert Koen Geurts diese zunächst nur passiv erfolgende Prozedur der Kontaktaufnahme. &#8222;Um uns eine Antwort zu schicken, muss <em>Philae</em> nämlich auch seinen Sender einschalten &#8211; und dafür benötigt er zusätzliche Energie.&#8220; Es könnte also durchaus der Fall eintreten, dass der Lander zwar in 500 Millionen Kilometern Entfernung zu Erde bereits aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist, seine Energiereserven aber noch nicht ausreichen, um sein Kontrollteam auf der Erde darüber in Kenntnis zu setzen. Insgesamt benötigt der Lander 19 Watt, damit er in Betrieb gehen und zudem eine aktive Kommunikation aufnehmen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist geplant, dass <em>Rosetta</em> zunächst bis zum 20. März versuchen wird, einen Kontakt mit <em>Philae</em> herzustellen. Diese Versuche einer Kontaktaufnahme werden dabei zu Zeitpunkten erfolgen, an denen sich <em>Rosetta</em> mehr oder weniger direkt über dem vermuteten Standort des Landers befindet. Zum gleichen Zeitpunkt muss die Kometenoberfläche dabei zudem von der Sonne beleuchtet werden. Denn nur dann &#8217;steht&#8216; <em>Philae</em> direkt im Sonnenlicht und wird über seine Solarpaneele direkt mit Energie versorgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Sollten wir bis zum 20. März keinen Kontakt zu <em>Philae</em> aufbauen können, werden wir dies bei der nächsten Gelegenheit wiederholen&#8220;, so Dr. Stephan Ulamec. Die jetzt beginnenden Versuche einer Kontaktaufnahme gehen allerdings von einem optimistisch veranschlagten Szenario aus. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass der Lander erst in den kommenden Monaten über genügend Energie verfügen wird, um auf eine &#8218;Anfrage&#8216; des Orbiters zu reagieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_a.jpg" alt="Diese Aufnahme fertigte die an Bord des Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme fertigte die an Bord des<br> Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am<br> 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist<br> einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blind Commanding</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher konnte der exakte Ort, an dem <em>Philae</em> letztendlich auf der Oberfläche von 67P zum stehen kam, trotz aller Bemühungen noch nicht identifiziert werden. Aus diesem Grund arbeitet das <em>Philae</em>-Operations-Team des DLR derzeit mit den Informationen, welche ihnen die Aufnahmen der CIVA- und der ROLIS-Kamera des Landers sowie die Erfahrungswerte bezüglich der Solarenergie aus dem November 2014 bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir gehen aber davon aus, dass die Solarpaneele von Philae durch etwas abgeschattet werden, was wir auf den bisherigen Bildern nicht sehen können&#8220;, so Dr. Koen Geurts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als erstes sollen deshalb immer wieder neue Kommandos an den Lander gesendet werden, welche das Heizen optimieren und den so eingesparten Energieaufwand für die Kommunikation zur Erde zur Verfügung stellen sollen. Selbst wenn <em>Philae</em> noch nicht genügend Energie zur Verfügung hat, um auf die Kontaktrufe des Orbiter zu antworten, könnte der Lander diese Kommandos empfangen und in die Praxis umsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Prozedur wird auch als &#8222;Blindes Kommandieren&#8220; bezeichnet und wurde zuvor an einem Bodenmodell des Landers, welches sich an dem für den Betrieb von <em>Philae</em> zuständigen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.dlr.de/de/rb/forschung-betrieb/infrastruktur/lander-kontrollzentrum-lcc" target="_blank" data-wpel-link="external">Kontrollzentrum</a> &#8211; dem DLR-Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln &#8211; befindet, ausführlich getestet. Aber auch für den Fall, dass die aufladbare Batterie von <em>Philae</em> die jetzt bereits mehrere Monate andauernde Kältephase nicht unbeschadet überstanden hat, wappnen sich die an der Mission beteiligten Ingenieure und Wissenschaftler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir arbeiten gerade daran, dass wir mit dem Lander und den Instrumenten dann zumindest während der Kometentage und somit bei direkter Sonnenbestrahlung arbeiten können&#8220;, so Dr. Koen Geurts weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Telemetriedaten diktieren die weitere Vorgehensweise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wenn <em>Philae</em> nicht nur aufwacht, sondern auch aktiv senden kann, wird der Kometenlander aktuelle Telemetriedaten zur Erde übermitteln, welche den beteiligten Ingenieuren einen Überblick über den gegenwärtigen &#8218;Gesundheitszustand&#8216; des Landers bieten werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_a.jpg" alt="Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet.
(Bild: ESA, ATG medialab)"/></a><figcaption>Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit<br> <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a> ausgestattet.<br>(Bild: ESA, ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Diese Daten werden wir dann auswerten: Wie geht es der aufladbaren Batterie? Funktioniert noch alles am Lander? Welche Temperatur herrscht? Wieviel Energie erhält er?&#8220;, so Koen Geurts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abhängig von diesen Ergebnissen sind auch die weiteren wissenschaftliche Arbeiten, welche dann von <em>Philae</em> noch ausgeführt werden können. Kann die Batterie keine oder nur wenig Energie speichern, so bestimmt die während eines Kometentages zu gewinnende Sonnenenergie, ob man eventuell eine &#8218;abgespeckte&#8216; Version an Messungen durchführen kann. Zurzeit gehen die Wissenschaftler davon aus, dass <em>Philae</em> gegenwärtig während eines Kometentages etwa 1,3 Stunden lang direkt von der Sonne beleuchtet und somit auch mit Energie versorgt wird. Lädt die Batterie hingegen über einen längeren Zeitraum pro Kometentag &#8211; insgesamt dauert ein kompletter Tag-/Nachtzyklus auf 67P 12,4 Stunden &#8211; auf, dann könnte auch während der &#8218;Kometennacht&#8216; gearbeitet werden. In einem solchen Fall könnten beispielsweise auch Langzeitmessungen durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GOCE-Mission vor dem Ende</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/goce-mission-vor-dem-ende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2013 21:13:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[GOCE]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitationsfeld]]></category>
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		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
		<category><![CDATA[Missionsende]]></category>
		<category><![CDATA[Xenon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Voraussichtlich Mitte Oktober wird das Ende der GOCE-Mission eingeläutet. Mangels Treibstoff kann der ESA-Satellit nicht mehr auf seiner Umlaufbahn gehalten werden und wird innerhalb von drei Wochen in der Erdatmosphäre größtenteils verglühen. Wann und wo wird sich erst kurz vor dem Wiedereintritt herauskristallisieren. Der Abgang ist im Gegensatz zu den präzisen Arbeitsergebnissen des Satelliten bei [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Voraussichtlich Mitte Oktober wird das Ende der GOCE-Mission eingeläutet. Mangels Treibstoff kann der ESA-Satellit nicht mehr auf seiner Umlaufbahn gehalten werden und wird innerhalb von drei Wochen in der Erdatmosphäre größtenteils verglühen. Wann und wo wird sich erst kurz vor dem Wiedereintritt herauskristallisieren. Der Abgang ist im Gegensatz zu den präzisen Arbeitsergebnissen des Satelliten bei der Messung irdischer Gravitationsabweichungen alles andere als ein gelungenes Beispiel für einen kontrollierten Absturz.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Roland Rischer. Quelle: ESA, DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/25092013231345_small_1.jpg" alt="ESA, AOES Medialab" width="260"/><figcaption>
Wegen der aerodynamischen Zugeständnisse an die Form auch als der Rennwagen unter den Satelliten bezeichnet &#8211; künstlerische Impression von GOCE  
<br>
(Bild: ESA, AOES Medialab)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es von im Weltraum positionierten Satelliten nur selten Aufnahmen gibt, werden viele Raumfahrt-Enthusiasten bedauern. Satelliten und Sonden haben oft eine filigrane Ästhetik, die mit Bildern aus der Startvorbereitungsphase am Boden kaum zu vermitteln ist. Die volle Pracht entfalten sie erst im Weltraum, richtig ausgeleuchtet vor dem Hintergrund der Erde oder sonstigen Himmelskörpern, wenn alle Solarflügel, Reflektoren und Gitterstrukturen ausgefahren sind und die Arbeit beginnt. Zu jenen Satelliten, die man gerne mal in Aktion gesehen hätte, gehört sicherlich auch GOCE (Abkürzung für Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer). In niedriger Umlaufbahn über der Erde, mit bautechnischen Zugeständnissen an die hier nicht ganz zu vernachlässigende äußert dünne Restatmosphäre und angetrieben von einem Ionentriebwerk, wirkt der Forschungssatellit auf künstlerischen Impressionen wie ein aus einem Science Fiction-Film entsprungenes Raumschiff im Anflug auf die Erde.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen solchen Anflug wird es aber nicht geben. Es wird nach Lage der Dinge noch nicht einmal einen halbwegs kontrollierten Absturz geben. Dem 2009 gestarteten GOCE wird voraussichtlich Mitte Oktober 2013 der Treibstoff ausgehen. Die ursprünglich vorgesehene Missionsdauer von 20 Monaten hat sich damit mehr als verdoppelt. Ohne Treibstoff kann der Satellit nicht mehr die Bremswirkung der Gasmoleküle im gegenwärtigen Arbeitsorbit in rund 230 Kilometer Höhe kompensieren. Für den Antrieb hat GOCE ein Ionen-Triebwerk an Bord, das mit Xenon arbeitet. Etwa Mitte Oktober dürfte der letzte Rest von ursprünglich 40 Kilogramm Xenon verbraucht sein. Der Satellit wird zunächst langsam seinen Orbit verlassen, mit zunehmenden Reibungswiderstand aber immer schneller sinken. Die ESA rechnet etwa drei Wochen nach dem Aus des Triebwerks mit dem Absturz.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">GOCE wird zwar zum größten Teil in der Erdatmosphäre verglühen, einige Teile können jedoch die Oberfläche erreichen. Das können durchaus 25 Prozent der Satelliten-Masse von etwas über 1.000 Kilogramm sein. Wann und wo die Reste von GOCE niedergehen, kann die ESA gegenwärtig nicht voraussagen. Das wird erst kurz vor dem Wiedereintritt mit akzeptabler Fehlertoleranz möglich sein. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung von Menschen niedrig ist, sind die nationalen Raumfahrtbehörden weltweit inzwischen über das Inter-Agency Space Debris Coordination Committee in die Beobachtung von GOCE eingebunden. Die ESA behält über ihr Space Debris Office die Federführung bei der Erstellung von  Wiedereintrittsprognosen und Risikoabschätzungen für die betroffenen Regionen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt zu hoffen, dass das offensichtlich kaum kontrollierbare Ende von GOCE eine unspektakuläre Randnotiz in der Geschichte dieser Erfolgsmission bleibt. Der Satellit hat nicht nur ein detailgenaues Bild vom Schwerefeld der Erde geliefert. Erstmals wurde die Oberflächenzirkulation der Weltmeere mit einem einheitlichen Ansatz analysiert. Das aus GOCE-Daten errechnete Geoid, ein an eine Kartoffel erinnerndes Schwereabbild der Erde, dient unter anderem als hypothetischer Meeresspiegel im Ruhezustand. Dadurch wurden erstmals Meeresspiegeländerungen beispielsweise im Mittelmeer und vor Australien vergleichbar.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit: </strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4207.135#lastPost" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">GOCE mit Rockot</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Die Verteilung von Wasserstoff im Gale-Krater</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-verteilung-von-wasserstoff-im-gale-krater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 13:20:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Gale-Krater]]></category>
		<category><![CDATA[Marsrover]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserstoff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die bisherigen Messungen des DAN-Instrumentes an Bord des Marsrovers Curiosity zeigen, dass sich im Untergrund des Gale-Kraters anscheinend weniger wasserstoffhaltige Minerale befinden als ursprünglich vermutet. Deren horizontale und vertikale Verteilung ist zudem stark von der Zusammensetzung des Untergrundes abhängig. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2013. Bei einem der zehn wissenschaftlichen Instrumenten, mit denen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die bisherigen Messungen des DAN-Instrumentes an Bord des Marsrovers Curiosity zeigen, dass sich im Untergrund des Gale-Kraters anscheinend weniger wasserstoffhaltige Minerale befinden als ursprünglich vermutet. Deren horizontale und vertikale Verteilung ist zudem stark von der Zusammensetzung des Untergrundes abhängig.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: EPSC 2013.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Auf dem Weg von Curiosity konnte das DAN-Instrument die Wasserstoffverteilung in Untergrund ermitteln. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem der <a href="https://www.raumfahrer.net/die-instrumente-des-marsrovers-curiosity/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a>, mit denen der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover <i>Curiosity</i> seit dem 6. August 2012 die Oberfläche unseres Nachbarplaneten erforscht, handelt es sich um das <a href="https://www.raumfahrer.net/das-dynamic-albedo-of-neutrons/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">&#8222;Dynamic Albedo of Neutrons&#8220;-Instrument</a> (kurz &#8222;DAN&#8220;). Die Aufgabe dieses Instrument besteht darin, die Menge und die Verteilung der im Marsboden befindlichen wasserstoffhaltigen Minerale zu ermitteln. Zu diesem Zwecks &#8222;beschießt&#8220; das Instrument die Oberfläche unseres Nachbarplaneten im Rahmen einer aktiv durchzuführenden Messung mit Neutronen und ermittelt anschließend das energetische Profil der von der Oberfläche zurückgestreuten Teilchen. Im passiven Modus misst das Instrument dagegen die Reflektionen der kosmischen Strahlung, welche den gleichen Effekt auf die oberste Schicht der Marsoberfläche ausübt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch einen regelmäßig erfolgenden Einsatz kann das DAN auf diese Weise auf der von dem Rover befahrenen Strecke die Veränderungen in der Menge und in der vertikalen Verteilung von Wasserstoff bis zu einer Tiefe von maximal einem Meter unter der Oberfläche mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 Prozent bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu früheren Zeitpunkten erfolgte Messungen mit dem HEND-Spektrometer an Bord des Marsorbiters <i>Mars Odyssey</i> &#8211; dieses Instrument ist vom Aufbau und von der Funktionsweise her mit dem DAN vergleichbar, führt seine Messungen jedoch aus einer Höhe von etwa 300 Kilometern über der Marsoberfläche durch &#8211; führten zu dem Schluss, dass sich im Untergrund des Gale-Kraters etwa vier bis sechs Prozent Wasser befinden sollten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Phase der <i>Curiosity</i>-Mission führte das DAN-Instrument in regelmäßigen räumlichen Abständen sowohl im aktiven Modus als auch im passiven Modus mehrere tausend Messungen durch. Die bisher ausgewerteten Daten des DAN zeigen, dass der bisher passierte Bereich der Marsoberfläche zumindest bis zu einer Tiefe von etwa einem Meter deutlich &#8222;trockener&#8220; ausfällt als erwartet. Abhängig von den passierten Bereichen liegt der Anteil an Wasserstoff laut den bisher ausgewerteten Daten bei lediglich einem bis hin zu etwa drei Prozent. Im Durchschnitt liegt der gemessene Wasseranteil bei 2,3 Prozent, in den obersten Zentimetern des Bodens sogar bei lediglich 1,3 Prozent. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Die deutlich erkennbaren Variationen im Wasserstoffgehalt des Untergrundes treten zeitweise innerhalb weniger Meter auf und sind anscheinend durch die unterschiedliche Zusammensetzung des Untergrundes (felsiges Oberflächenmaterial vs. lockerer Sand) begründet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Diskrepanz, so die beteiligten Wissenschaftler, könnte daraus resultieren, dass das HEND-Spektrometer an Bord von <i>Mars Odyssey</i> seine Daten nur in einem relativ großen Areal mit einer Abmessung von 300 x 300 Kilometern sammeln kann und somit keine effiziente Auflösung einzelner, räumlich relativ eng begrenzter Oberflächenbereiche erreicht. Im Gegensatz zu <i>Curiositys</i> DAN-Instrument beschreiben die Ergebnisse des HEND die Wasserstoffverteilung innerhalb mehrerer Tausend Quadratkilometer. Der Rover <i>Curiosity</i> hat dagegen bisher nur einen Bereich der Marsoberfläche durchquert, welcher über eine Ausdehnung von wenigen hundert Metern verfügt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei liefern die Messdaten des DAN den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern allerdings interessante Einblicke in den Untergrund unseres Nachbarplaneten, denn bei den Messungen von <i>Curiosity</i> zeigen sich neben den horizontal variierenden Mengenanteilen auch deutliche Unterschiede in der vertikalen Verteilung des Wasserstoffs. Hieraus lassen sich unter anderem auch Rückschlüsse über die unterschiedliche mineralogische Zusammensetzung der obersten Schicht der Marsoberfläche ziehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg von der Landestelle des Rovers zur Region &#8222;Yellowknife Bay&#8220; konnten verschiedene Bodenschichten mit unterschiedlichen Wasserstoffkonzentrationen ermittelt werden. In einigen Bereichen der passierten Oberfläche &#8211; speziell in der Umgebung der Landezone &#8211; tritt ein erhöhter Wasserstoffanteil direkt unterhalb der Oberfläche auf. In anderen Bereichen konnte Wasserstoff dagegen erst ab einer Tiefe unterhalb von 50 Zentimetern in nennenswerten Mengen nachgewiesen werden. Diese unterschiedliche Verteilung, so die bisherige Interpretation der beteiligten Wissenschaftler, könnte in der Zusammensetzung der obersten Schicht der Marsoberfläche begründet liegen, welche an manchen Stellen mehr, an anderen Orten dagegen weniger Lockermaterial beherbergt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders deutlich zeigte sich dies erstmals Anfang Oktober 2012. Mit dem Erreichen der Region <a href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-ist-bereit-fuer-die-ersten-probenentnahmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">&#8222;Glenelg&#8220;</a> geriet der Rover in eine Zone, in der die Marsoberfläche offensichtlich andere Eigenschaften aufweist. Diese Veränderungen machten sich unter anderem durch eine erhöhte thermische Trägheit bemerkbar, welche offenbar durch eine unterschiedlich bedingte Zusammensetzung und Struktur der Marsoberfläche bedingt ist. Nach dem Überschreiten dieser &#8222;Grenzlinie&#8220; bei Glenelg detektierte ein anderes Instrument des Rovers, die Wetterstation <a href="https://www.raumfahrer.net/die-wetterstation-rems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">REMS</a>, deutlich erkennbare Veränderungen in der Oberflächentemperatur, welche sich nicht ausschließlich durch plötzlich veränderte meteorologische Umweltbedingungen erklären lässt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute" width="260"/></a><figcaption>
Das DAN-Instrument führt regelmäßig Messungen durch, mit denen die Menge und Verteilung von Wasserstoff in Untergrund ermittelt wird. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Russian Space Research Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Veränderung der Bodenzusammensetzung wird dabei durch weitere Messungen des DAN bestätigt, welches ab hier wieder erhöhte Wasserstoffkonzentrationen in der obersten Bodenschicht nachweisen konnte. Nach dem Erreichen der Region &#8222;Yellowknife Bay&#8220;, deren Oberfläche durch an der Oberfläche zutage tretende Gesteinsaufschlüsse dominiert wird, verlagerte sich die wasserhaltige Schicht dann wieder mehr in den Untergrund. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allgemein kann somit gesagt werden, dass der bisher untersuchte Untergrund des Gale-Kraters weniger wasserhaltige Minerale enthält als bisher angenommen. Deren Verteilung in der obersten Bodenschicht ist offenbar stark von der Zusammensetzung und Struktur des Bodens abhängig. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kann dabei nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Konzentration von Wasserstoff in anderen Bereichen des Kraters, welche noch im Rahmen der zukünftigen Mission untersucht werden müssen, nochmals signifikant verändert. Weitere, stetig erfolgende Messungen des DAN-Instrumentes sind nötig, um letztendlich eine wissenschaftlich belastbare Aussage über die großflächige Verteilung von Wasserstoff im Untergrund des Gale-Kraters tätigen zu können. Eventuell könnten sich dabei im weiteren Missionsverlauf auch noch höhere Wasserstoffkonzentrationen zeigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz dargestellten Ergebnisse des DAN-Instrumentes wurden am heutigen Tag auf dem <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">European Planetary Science Congress 2013</a>, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die aktuelle Situation</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12092013152028_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum)" width="260"/></a><figcaption>
Die von Curiosity während der letzten Tage zurückgelegte Strecke. Der Rover befindet sich derzeit nur noch wenige Meter vom &#8222;Waypoint-1&#8220; (&#8222;Darwin&#8220;) entfernt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der letzten Tage hat der Marsrover <i>Curiosity</i> auf seiner Fahrt in Richtung des Fußes des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Berges Aeolis Mons weitere Fortschritte erzielt. Auf der vorgesehenen Route zum Rand des Aeolis Mons wurden von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern insgesamt fünf Punkte &#8211; die sogenannten &#8222;Waypoints&#8220; &#8211; ausgewählt, an denen der Rover jeweils mehrtägige Stopps für ausführlichere wissenschaftliche Untersuchungen einlegen soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am Dienstag gelangte <i>Curiosity</i> durch eine Fahrt über rund 75 in die unmittelbare Nähe des ersten diesen Wegpunkte (<a href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-immer-noch-kein-methan-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Jetzt wird der Rover zunächst eine für eingehendere Analysen optimale Position einnehmen und anschließend mit seiner mehrtägigen Untersuchung der hier befindlichen Gesteinsaufschlüsse beginnen. Dabei werden sich die an der Mission beteiligten Wissenschaftler unter anderen auf <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Klasten" target="_blank" data-wpel-link="external">Klasten</a> und <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konglomerat_(Gestein)" target="_blank" data-wpel-link="external">Konglomerate</a> konzentrieren, welche durch fließendes Wasser in diesen Bereich des Gale-Kraters transportiert wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum heutigen Tag, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Sol&#8220;</a> 392 seiner Mission, hat der Marsrover <i>Curiosity</i> eine Distanz von rund 2.800 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. Seit dem Erreichen des Mars haben die Kamerasysteme von <i>Curiosity</i> 81.948 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer <a class="a" href="https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cinstrument_sort+asc%2Csample_type_sort+asc%2C+date_taken+desc&amp;per_page=50&amp;page=0&amp;mission=msl" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite des JPL</a> einsehbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11246.2610" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Curiosity</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EPSC 2013:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/EPSC2013-283.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The water bulk distribution along MSL Curiosity traverse measured by DAN instrument</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/oral_program/13849" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Science Laboratory (Oral Program)</a> (engl.)</li><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/poster_program/13849" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Science Laboratory (Poster Program)</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-verteilung-von-wasserstoff-im-gale-krater/" data-wpel-link="internal">Die Verteilung von Wasserstoff im Gale-Krater</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Strahlenbelastung bei Flügen zum Mars ist vertretbar</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/strahlenbelastung-bei-fluegen-zum-mars-ist-vertretbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2013 16:23:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
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		<category><![CDATA[Kosmische Strahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Marsflug]]></category>
		<category><![CDATA[Marsrover]]></category>
		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Strahlenbelastung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=36538</guid>

					<description><![CDATA[<p>Um zukünftig Astronauten zum Mars schicken zu können, ist es notwendig, die Strahlungswerte zu kennen, welche dabei innerhalb des Raumschiffes auftreten. Jetzt wurden die Messwerte eines Strahlungsdetektors an Bord des Marsrovers Curiosity ausgewertet, welcher entsprechende Messungen durchführte. Die Daten zeigen, dass bemannte Marsmissionen prinzipiell durchführbar sind. Die Strahlungsbelastung bei einem bemannten Flug zum Mars liegt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Um zukünftig Astronauten zum Mars schicken zu können, ist es notwendig, die Strahlungswerte zu kennen, welche dabei innerhalb des Raumschiffes auftreten. Jetzt wurden die Messwerte eines Strahlungsdetektors an Bord des Marsrovers Curiosity ausgewertet, welcher entsprechende Messungen durchführte. Die Daten zeigen, dass bemannte Marsmissionen prinzipiell durchführbar sind. Die Strahlungsbelastung bei einem bemannten Flug zum Mars liegt knapp im Bereich der akzeptablen Grenzwerte und entspricht in etwa der normalen, lebenslangen Belastung auf der Erde.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: Christian-Albrechts-Universität Kiel, DLR, JPL, Science.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, SwRI" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Verschiedene Arten kosmischer Strahlung gefährden die Gesundheit von Astronauten sowohl im freien Weltraum als auch auf der Oberfläche des Mars. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptziel der Mission des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrovers <i>Curiosity</i> besteht darin, zu erforschen, ob auf dem Mars einstmals &#8222;lebensfreundliche&#8220; Bedingungen herrschten, welche theoretisch die Entstehung von mikrobiologischen Lebensformen ermöglicht haben könnten und ob es eventuell sogar denkbar ist, dass die derzeit auf dem Mars vorherrschenden Umweltbedingungen auch noch in der Gegenwart die Existenz solcher Lebensformen ermöglichen könnten. Bei einem der 10 dabei zum Einsatz kommenden wissenschaftlichen Instrumente des Rovers handelt es sich um den Strahlungsdetektor RAD. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabe dieses unter anderem an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel entwickelten Instrumentes besteht darin, die auf dem Mars auftretenden Strahlungswerte zu ermitteln. Im Gegensatz zur Erde verfügt der Mars über kein relevantes Magnetfeld. Dies hat zur Folge, dass die aus dem Weltall einfallende Strahlung die ungeschützte Planetenoberfläche nahezu vollständig erreicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Strahlung besteht zum einen aus der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmische_Strahlung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">galaktischen kosmischen Strahlung</a> (GCR), welche ihren Ursprung außerhalb unseres Sonnensystems hat und zum Beispiel durch Sternexplosionen &#8211; sogenannte Supernovas &#8211; freigesetzt wird. Zum anderen besteht sie aus der solaren Strahlung, welche bei bestimmten physikalischen Prozessen auf der Sonne freigesetzt wird. Diese <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwind" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sonnenwinde</a> sind auf der Erde unter anderem für die Entstehung der Polarlichter verantwortlich. Des weiteren beinhaltet die den Mars treffende Strahlung eine sekundäre Strahlungskomponente, welche durch eine Wechselwirkung der galaktischen Strahlung und der solaren Strahlung mit der Marsatmosphäre und der Oberfläche des Planeten entsteht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="300" height="215"/></a><figcaption>
Auf dem Weg zum Mars konnte das RAD-Instrument insgesamt fünf größere Strahlungs-Events nachweisen, welche durch Sonneneruptionen verursacht wurden. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Messungen auf dem Weg zum Mars</strong> <br>Allerdings begann das RAD-Instrument nicht erst nach der erfolgreichen Landung des Rovers auf dem Mars mit seiner Arbeit. Der Strahlendetektor nahm den Betrieb vielmehr bereits kurz nach dem Start am 6. Dezember 2011 auf und war das einzige Instrument an Bord von <i>Curiosity</i>, welches bereits während des Fluges zum Mars wissenschaftliche Daten lieferte. Hierbei wurden bis zum 14. Juli 2012 alle 24 Stunden wissenschaftliche Daten des Instruments an das in Pasadena/Kalifornien befindliche Kontrollzentrum der Mission übermittelt. Die dabei gewonnenen Messresultate werden Auswirkungen auf die für die Zukunft geplanten Marsmissionen haben, bei denen dann auch Menschen die Oberfläche des Roten Planeten betreten werden.  <br> Welche Strahlenbelastung wird die Besatzung eines Raumschiffs bei einem Flug zum Mars voraussichtlich ausgesetzt sein und welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese Strahlendosis möglichst gering zu halten? Diese Fragen hoffen die Wissenschaftler mit den Daten des RAD-Instrumentes beantworten zu können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das RAD ist [in der Missionsphase des Fluges zum Mars] vergleichbar mit einem Stellvertreter für einen Astronauten in einem Raumschiff auf dem Weg zum Mars&#8220;, so die Erklärung von Dr. Donald Hassler vom Southwest Research Institute (SwRI) in Boulder im US-Bundesstaat Colorado, dem für das RAD-Instrument hauptverantwortlichen Wissenschaftler. &#8222;Das Gerät befindet sich tief im Inneren der Raumsonde, vergleichbar mit der Position eines Astronauten bei einer bemannten Mission. Zu sehen, wie die Raumsonde das Strahlungsfeld beeinflusst, wird uns wichtige Informationen darüber liefern, wie man ein Raumschiff für eine zukünftige Reise zum Mars am besten konstruieren muss.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am gestrigen Tag gab die NASA im Rahmen einer Pressekonferenz erste Ergebnisse der Strahlungsmessungen durch das RAD-Instrument bekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Zum ersten Mal konnte damit die Strahlung im Inneren einer Raumsonde im interplanetaren Raum zwischen Erde und Mars gemessen werden&#8220;, so Dr. Günther Reitz, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). &#8222;Bisher hatten wir nur Modellrechnungen. Nun haben wir echte Daten, welcher Strahlungsdosis ein Astronaut bei seiner Reise zum Mars ausgesetzt wäre.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Messungen zeigten, dass das Instrument &#8211; und somit ein Astronaut &#8211; auf dem Weg zum Mars <i>jeden Tag</i> im Durchschnitt einer Strahlungsdosis von 1,8 Millisievert ausgesetzt wurde. Unter der schützenden Hülle der Erdatmosphäre  beträgt die <i>jährliche</i> Strahlendosis durch kosmische Strahlung dagegen lediglich 0,3 Millisievert. Zusätzlich zu der permanenten galaktischen Strahlung zeichnete das Gerät während der interplanetaren Reise auch die Strahlung von fünf Sonnenstürmen auf. Diese Stürme erwiesen sich als ein Glücksfall für die beteiligten Wissenschaftler, welche somit bereits in der Flugphase zum Mars ein breites Strahlungsspektrum erfassen konnten und dadurch auch wertvolle Daten über den Einfluss von Sonnenstürmen auf die Strahlenexposition erhielten. &#8222;Wir freuen uns über jeden solaren Sturm, denn der bringt noch zusätzlich Würze in die Suppe&#8220;, so Dr. Günther Reitz. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, SwRI" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Auf einer Marsmission wären die beteiligten Astronauten einer deutlich höheren Strahlung ausgesetzt als bei einem sechsmonatigen Aufenthalt auf der im niedrigen Erdorbit befindlichen Internationalen Raumstation ISS. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, SwRI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erkenntnisse für eine bemannte Langzeitmission zum Mars</strong> <br>Im Rahmen ihrer Studien berechneten die beteiligten Wissenschaftler von der NASA, dem SwRI, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Christian-Albrechts-Universität in Kiel  (CAU) die Gesamtstrahlenbelastung, welcher ein Astronaut auf einer 360 Tage dauernden Hin- und Rückreise zum Mars ausgesetzt sein würde. Diese beträgt &#8211; eine vergleichbare Reisedauer, Raumschiffabschirmung und Sonnenaktivität vorausgesetzt &#8211; ungefähr 0,66 Sievert. Eine Strahlendosis von einem Sievert geht nach heutigen Erkenntnissen mit einem um fünf Prozent erhöhten Risiko für eine tödliche Krebserkrankung einher. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Damit liegt die Belastung noch unter der Grenze von ungefähr 0,8 Sievert, der Astronauten in ihrer gesamten Laufbahn ausgesetzt sein dürfen. Bemannte Missionen sind also machbar, jedoch nicht unkritisch&#8220;, so Professor Robert Wimmer-Schweingruber von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, dessen Arbeitsgruppe das Messgerät baute. &#8222;Diese Strahlungsdosis ist vergleichbar mit einer <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Computertomographie#Strahlenexposition" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Ganzkörper-CT</a>, welche alle fünf oder sechs Tage wiederholt wird&#8220;, ergänzt Cary Zeitlin vom SwRI. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ermittelten 1,8 Millisievert pro Tag ergeben sich hauptsächlich durch die permanent vorhandene hochenergetische galaktische Teilchenstrahlung. Die von der Sonne ausgehende Strahlung war dagegen während des Fluges von <i>Curiosity</i> zu Mars für lediglich etwa drei bis fünf Prozent der gemessenen Strahlenwerte verantwortlich. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Sonne während des 253 Tage dauernden Fluges zum Mars eine relativ geringe Aktivität zeigte. Bei einer bemannten Marsmission müsste zudem noch die Zeit berücksichtigt werden, welche die Astronauten auf der Marsoberfläche verbringen und während der sie ebenfalls einer erhöhten Strahlungsdosis ausgesetzt sein werden. Aber auch über diese Werte liefert das RAD-Instrument weitere Daten. Seit der Landung von <i>Curiosity</i> ist das Strahlungsmessgerät fast rund um die Uhr in Betrieb und ermittelt in regelmäßigen Abständen entsprechende Daten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Strahlungsbelastung bei einem bemannten Flug zum Mars liegt somit nahe an den allgemein akzeptierten Grenzwerten der Raumfahrtorganisationen und entspricht in etwa der durchschnittlichen Belastung, welcher ein Mensch während seines gesamten Lebens auf der Erde ausgesetzt ist. &#8222;Die von uns gemessene Strahlenbelastung liegt an der Grenze zu dem, was bei der NASA und anderen Weltraumbehörden als die Obergrenze für ein akzeptables Risiko für Raumfahrer angesehen wird. Diese Grenzen sind jedoch abhängig von unserem Verständnis von dem mit der Exposition von kosmischen Strahlen verbundenen Gesundheitsrisiko. Und dieses Verständnis ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer noch ziemlich begrenzt&#8220;, so Cary Zeitlin. Vor der Durchführung einer  bemannten Marsmission ist deshalb in erster Linie zunächst einmal noch ein besseres Verständnis des gesundheitlichen Risikos nötig, welches mit derart hohen Belastungen verbunden ist. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31052013182312_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, JSC" width="300" height="225"/></a><figcaption>
Ein Raumschiff, welches in der Zukunft Astronauten zum Mars befördert, muss über eine ausreichende Abschirmung gegenüber der kosmischen Strahlung verfügen. Die derzeit hierfür vorgesehene 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orion_(Raumschiff)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Orion</a>
 soll entsprechend konstruiert werden. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, JSC)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig davon, so die allgemeine Einschätzung, müsste ein Raumschiff, welches Astronauten zum Mars transportiert, über eine entsprechende Abschirmung gegen die kosmische Strahlung verfügen. Nur so kann die Strahlenbelastung auf einen Wert gesenkt werden, welcher das gesundheitliche Risiko zukünftiger Marsbesucher minimiert. Aufgrund der Daten des RAD-Instrumentes können entsprechende Schutzmaßnahmen bei der Konstruktion des Raumschiffes, welches Menschen zum Mars transportieren wird, berücksichtigt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse der Strahlungsmessungen durch das RAD-Instrument wurden am heutigen Tag von Cary Zeitlin et al. unter dem Titel &#8222;Measurements of Energetic Particle Radiation in Transit to Mars on the Mars Science Laboratory&#8220; in der Fachzeitschrift &#8222;Science&#8220; publiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist als Partner der NASA an der <i>Curiosity</i>-Mission beteiligt. Es förderte die Entwicklung der Sensoreinheit des RAD-Instruments an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR in Köln. Die Entwicklung der Sensoren erfolgte in enger Kooperation mit der in München ansässigen Firma Kayser-Threde. Die Entwicklung wurde zudem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Die finanzielle Gesamtsumme des Kieler Projektes beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Für die Entwicklung der Elektronikeinheit des RAD war dagegen das SwRI verantwortlich. Der Betrieb des Instruments erfolgt durch ein internationales  Wissenschaftler-Team, an dem Mitarbeiter des DLR, der CAU und des SwRI beteiligt sind. 
<br>
Bis zum heutigen Tag, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Sol&#8220;</a> 291 seiner Mission, hat der Marsrover <i>Curiosity</i> eine Distanz von etwa 740 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. In diesem Zeitraum haben die Kamerasysteme des Rovers bisher 55.197 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer <a class="a" href="https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cinstrument_sort+asc%2Csample_type_sort+asc%2C+date_taken+desc&amp;per_page=50&amp;page=0&amp;mission=msl" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite des JPL</a> einsehbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11246.2250" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Curiosity</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von Cary Zeitlin et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.1235989" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Measurements of Energetic Particle Radiation in Transit to Mars on the Mars Science Laboratory</a> (Abstract, engl.)</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Entfernung der Großen Magellanwolke exakt bestimmt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/entfernung-der-grossen-magellanwolke-exakt-bestimmt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 14:56:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Entfernung]]></category>
		<category><![CDATA[Große Magellansche Wolke]]></category>
		<category><![CDATA[LMC]]></category>
		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach fast einem Jahrzehnt sorgfältiger Beobachtungen konnte ein internationales Astronomenteam die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke, einer der nächsten Nachbargalaxien unserer Milchstraße, so präzise wie nie zuvor bestimmen. Diese neue Entfernungsbestimmung verbessert auch das astronomische Wissen über die derzeitige Expansionsrate des Universums und ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Verständnis der Natur der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach fast einem Jahrzehnt sorgfältiger Beobachtungen konnte ein internationales Astronomenteam die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke, einer der nächsten Nachbargalaxien unserer Milchstraße, so präzise wie nie zuvor bestimmen. Diese neue Entfernungsbestimmung verbessert auch das astronomische Wissen über die derzeitige Expansionsrate des Universums und ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Verständnis der Natur der Dunklen Energie, welche diese Ausdehnung wahrscheinlich noch weiter beschleunigt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESO, Nature.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_small_1.jpg" alt="ESO, IAU, Sky&amp;Telescope" width="300" height="300"/></a><figcaption>
Die Große Magellansche Wolke befindet sich im Grenzgebiet der beiden Sternbilder Schwertfisch (Dorado) und Tafelberg (Mensa) am südlichen Sternhimmel. 
<br>
(Bild: ESO, IAU, Sky&amp;Telescope)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In der unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft zu unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, befinden sich zahlreiche Zwerggalaxien, welche die deutlich größere und entsprechend massereichere Heimatgalaxie dabei teilweise umrunden. Bei einer dieser Galaxien handelt es sich um die &#8222;Große Magellansche Wolke&#8220;, welche auch unter der englischen Bezeichnung &#8222;Large Magellanic Cloud&#8220; (LMC) bekannt ist. Mit einer visuellen Helligkeit von 0,9 <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinbare_Helligkeit" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">mag</a> kann sie bereits mit dem bloßen Auge beobachtet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings muss sich der interessierte Betrachter dazu auf der südlichen Erdhalbkugel befinden, denn nur von dort aus können die beiden Sternbilder Schwertfisch und Tafelberg beobachtet werden. Die Große Magellansche Wolke befindet sich im Grenzbereich zwischen diesen beiden Sternbildern. Erstmals schriftlich erwähnt wurde sie im Jahr 964 von dem persischen Astronomen Al Sufi in dessen &#8222;Buch der Fixsterne&#8220;. Der erste Europäer, welcher die Wolke beschrieb, war der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan, der die LMC während seiner in den Jahren 1519 bis 1521 erfolgten Weltumseglung beobachten konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Große Magellansche Wolke erweckt auch in der Gegenwart immer noch das Interesse der Astronomen. So hat zum Beispiel während des vergangenen Jahrhunderts die Bestimmung der genauen Entfernung der LMC eine Schlüsselrolle in der extragalaktischen Astronomie eingenommen. Die dabei erreichten Messresultate unterlagen allerdings einem relativ hohen Unsicherheitsfaktor, was zur Folge hatte, dass der Wert der Entfernung zwischen dieser irregulären Zwerggalaxie und unserer Galaxie mit etwa 143.000 bis 166.000 Lichtjahren angegeben wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Entfernungsbestimmung im Universum</strong>
<br>
Für die Bestimmung der Entfernungen von weit weg liegenden Objekten im Universum zu unserer Galaxie ermitteln Astronomen zunächst die Entfernungen zu relativ nahegelegenen Objekten, welche über eine bekannte Leuchtkraft verfügen. Diese <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Standardkerze" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Standardkerzen</a> werden anschließend verwendet, um die Abstände zu noch weiter entfernten Objekten im Universum zu bestimmen. Da weiter entfernte Objekte des gleichen Typs lichtschwächer erscheinen als näher gelegene, können Astronomen durch die Messung der beobachteten Helligkeit ihre Entfernung ableiten. Beispiele für solche Standardkerzen sind unter anderem Supernovae vom <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Supernova#Thermonukleare_Supernovae_vom_Typ_Ia" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Typ Ia</a> und eine besondere Klasse der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ver%C3%A4nderlicher_Stern" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Veränderlichen Sterne</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cepheiden" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Cepheiden</a> handelt es sich um helle, instabile Sterne, welche pulsieren und daher periodisch ihre Helligkeit verändern. Zwischen der Pulsationsdauer und der Leuchtkraft existiert ein eindeutiger Zusammenhang. Cepheiden mit einer kurzen Pulsationsdauer sind weniger leuchtkräftig als solche mit einer langen Pulsationsdauer. Diese Perioden-Leuchtkraft-Beziehung der Cepheiden ermöglicht ihre Verwendung als Standardkerzen, um die Entfernung zu nahegelegenen Galaxien zu bestimmen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_small_2.jpg" alt="ESO, L. Calçada" width="300" height="188"/></a><figcaption>
Diese künstlerische Darstellung zeigt ein bedeckungsveränderliches Doppelsternsystem. Während ihres gegenseitigen Umlaufs sieht man die beiden Sterne von der Erde aus vor dem jeweils anderen vorbeiziehen. Während der Bedeckung verringert sich dabei die Gesamthelligkeit. Über den Lichtwechsel können Astronomen zusammen mit weiteren Eigenschaften des Systems die Entfernungen von Bedeckungsveränderlichen sehr präzise bestimmen. 
<br>
(Bild: ESO, L. Calçada)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Helligkeitsverlust hängt dabei in bekannter Weise von der Distanz der Lichtquelle ab. Je weiter sich deren Heimatgalaxie von unserem System entfernt befindet, desto lichtschwächer erscheinen diese Cepheidensterne dem irdischen Beobachter. Die Schwierigkeit bei diesem Verfahren liegt in der genauen Kalibrierung der Entfernungsskala. Hierzu werden üblicherweise besonders nahegelegene Exemplare dieses Sternentyps noch mit zusätzliche Messmethoden vermessen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamte Kette der kosmischen Entfernungsskala ist allerdings nur so präzise wie ihr schwächstes Glied. Bis vor kurzem ist es den Astronomen zum Beispiel nicht möglich gewesen, die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke exakt zu bestimmen. Da die in dieser Zwerggalaxie beheimateten Sterne jedoch dazu verwendet werden, um die Entfernungen zu noch weiter entfernten Galaxien festzulegen, ist ihre exakte Entfernung von sehr großer Bedeutung für die Astronomie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach fast einem Jahrzehnt intensiver Arbeit konnte ein internationales Astronomenteam jetzt mittels der sorgfältigen Analysen der Beobachtungen einer seltenen Klasse von Doppelsternen einen präzisen Wert für die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke zur Milchstraße ermitteln. Für ihre Forschungen beobachteten die Astronomen eng beieinander stehende Doppelsterne &#8211; sogenannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bedeckungsver%C3%A4nderlicher_Stern" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">bedeckungssveränderliche Sterne</a>. Während ihres gegenseitigen Umlaufs kann beobachtet werden, wie die Sterne jeweils vor ihrem Partner vorbeiziehen. Von der Erde aus betrachtet nimmt im Rahmen dieser gegenseitigen Bedeckungen die Gesamthelligkeit des Systems in periodischen Zyklen ab und dann wieder zu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der exakte Verlauf der Helligkeitsveränderungen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Durch eine sorgfältige Messung der Helligkeitskurve bei einer gleichzeitig erfolgenden Bestimmung der Umlaufgeschwindigkeit können die Größe der Sterne, deren Masse und weitere Informationen über ihre Umlaufbahnen ermittelt werden. Kombiniert man diese Informationen mit der Gesamthelligkeit und den Spektren der Sterne, welche in nahinfraroten Wellenlängenbereichen des Lichts bestimmt werden, so lässt sich die Entfernung dieser Bedeckungsveränderlichen sehr genau berechnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>163.000 Lichtjahre</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09032013155613_small_3.jpg" alt="ESO, R. Gendler" width="300" height="246"/></a><figcaption>
Eine Aufnahme der Großen Magellanschen Wolke. Die Positionen von acht seltenen kühlen Bedeckungsveränderlichen sind hier mit Kreuzen markiert (die Sterne selber sind zu lichtschwach, um im Bild direkt erkennbar zu sein). Über den Lichtwechsel können Astronomen zusammen mit weiteren Eigenschaften der jeweiligen Systeme die Entfernungen von Bedeckungsveränderlichen sehr präzise bestimmen. Eine lange Zeitreihe von Beobachtungen seltener kühler Bedeckungsveränderlicher hat nun zur bislang besten Bestimmung der Entfernung der Großen Magellanschen Wolke geführt. 
<br>
(Bild: ESO, R. Gendler)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Resultate dieser Arbeit befindet sich die Große Magellansche Wolke demzufolge in einer Entfernung von 163.000 Lichtjahren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ich freue mich sehr, dass uns das gelungen ist&#8220;, so Wolfgang Gieren von der Universidad de Concepción in Chile, einer der Leiter des internationalen Teams. &#8222;Einhundert Jahre lang haben Astronomen versucht, die Entfernung zur Großen Magellanschen Wolke so genau wie möglich zu messen. Es hat sich als unglaublich schwer herausgestellt. Jetzt haben wir dieses Problem endlich lösen können, und das mit einem Ergebnis, das auf zwei Prozent genau ist.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die für die Untersuchung verwendete Methode kam zwar bereits zuvor zum Einsatz, hatte allerdings immer nur relativ &#8222;heiße&#8220; Sterne zum Ziel. Hierbei konnten jedoch aufgrund von Unsicherheiten bezüglich der physikalischen Natur dieser Sterne viele der benötigten Parameter nur annähernd bestimmt werden, so dass die Astronomen mit vielen nicht eindeutig bekannten Faktoren arbeiten mussten, was wiederrum zur Folge hatte, dass die Werte für die dabei ermittelte Entfernung relativ unpräzise ausfielen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich konnten die Astronomen jedoch erstmals acht extrem seltene bedeckungsveränderliche Doppelsysteme identifizieren, bei denen es sich bei beiden Sternen um relativ kühle Rote Riesen handelt. Diese Sterne wurden bei der Durchmusterung der rund 35 Millionen Sterne der Großen Magellanschen Wolke durch das <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/OGLE" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OGLE-Projekt</a> entdeckt und in der Folgezeit sorgfältig untersucht. Diese Doppelsternsysteme liefern besonders genaue Entfernungswerte, was eine Bestimmung der Entfernung mit einem Unsicherheitsfaktor von nur noch zwei Prozent ermöglicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihre Untersuchungen nutzten die beteiligten Astronomen unter anderen auch mehrere Instrumente der Europäischen Südsternwarte (ESO) in den chilenischen Anden. &#8222;Die ESO hat genau die Teleskope und Instrumente, die man für dieses Projekt benötigt: Den HARPS-Spektrografen für hochpräzise Radialgeschwindigkeitsmessungen auch schwacher Sterne und SOFI für Helligkeitsmessungen im Infraroten&#8220;, so Grzegorz Pietrzyński von der Universidad de Concepción in Chile und dem polnischen Obserwatorium Astronomiczne Uniwersytetu Warszawskiego. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noch besseren Aussagen über die kosmischen Entfernungen</strong>
<br>
Diese deutliche Verbesserung der Entfernungsangabe, frühere Messungen wiesen einen Fehlerwert von bis zu zehn Prozent auf, führt auch zu genaueren Entfernungswerten für die in der LMC beheimateten Cepheidensterne. Darauf basierend können zukünftig auch präzisere Aussagen über die Entfernungen von noch weiter entfernt gelegenen Galaxien getätigt werden. Dies wiederum hat Auswirkungen auf die Bestimmung der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hubble-Konstante" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Hubble-Konstante</a>, mit welcher die derzeitige Expansionsrate des Universums ermittelt wird. Die Hubble-Konstante wiederum ist die Grundlage für die Durchmusterung des Universums bis hin zu den fernsten Galaxien, welche mit den heutigen Teleskopen zu beobachten sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jetzt bekannte präzise Entfernung der Großen Magellanschen Wolke reduziert damit auch die Ungenauigkeit der derzeitigen Messungen kosmologischer Entfernungen. Dies wiederum könnte Auswirkungen auf die Erforschung der bisher nur hypothetisch angenommenen <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkle_Energie" target="_blank" data-wpel-link="external">dunklen Energie</a> haben, mit der die beobachtete beschleunigte <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Expansion_des_Universums" target="_blank" data-wpel-link="external">Expansion des Universums</a> allgemein erklärt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier kurz vorgestellten Ergebnisse von Grzegorz Pietrzyński et al. wurden am 7. März 2013 unter dem Titel &#8222;An eclipsing binary distance to the Large Magellanic Cloud accurate to 2 per cent&#8220; in der Fachzeitschrift Nature publiziert. &#8222;Wir arbeiten daran, die Methode weiter zu verbessern und hoffen so, innerhalb weniger Jahre auf eine Unsicherheit von nur noch einem Prozent für die Entfernung der Großen Magellanschen Wolke zu kommen. Das hätte nicht nur weitreichende Auswirkungen für die Kosmologie, sondern für viele Bereiche der Astronomie&#8220;, so Dariusz Graczyk, der Zweitautor des Nature-Artikels. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=452.15" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Magellansche Wolken</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel von Grzegorz Pietrzyński et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso1311/eso1311a.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">An eclipsing binary distance to the Large Magellanic Cloud accurate to 2 per cent</a> (engl.)</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erste GOCE-Daten veröffentlicht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erste-goce-daten-veroeffentlicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 15:26:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeobachtungssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=33276</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die ersten Daten des GOCE-Satelliten der ESA wurden heute online veröffentlicht und können auf der Earth Observatory-Website heruntergeladen werden. GOCE befindet sich seit März vorigen Jahres im Erdorbit und misst die Gravitation in noch nie dagewesener Präzision. Ein Beitrag von Thomas Hofstätter. Quelle: ESA. Vertont von Peter Rittinger. Die Daten werden in Form eines Geoids [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die ersten Daten des GOCE-Satelliten der ESA wurden heute online veröffentlicht und können auf der Earth Observatory-Website heruntergeladen werden. GOCE befindet sich seit März vorigen Jahres im Erdorbit und misst die Gravitation in noch nie dagewesener Präzision.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Hofstätter. Quelle: ESA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2010-06-17-39450.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062010172652_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062010172652_small_1.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Künstlerische Darstellung des GOCE-Satelliten. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Daten werden in Form eines Geoids dargestellt und können für verschiedenste Bereiche angewandter Wissenschaft verwendet werden. Die Bearbeitung der Rohdaten bis zu den downloadfähigen Anwenderdaten gestaltet sich relativ kompliziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Von GOCE werden die Daten an die Basisstationen im schwedischen Kiruna und im norwegischen Svalbard gesandt. Von dort gelangen sie unmittelbar zum European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt und werden zum European Space Research Institute (ESRIN) im italienischen Frascati weitergeleitet. Dort erfolgt die Bearbeitung der Daten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein „Vorprodukt“ der Bearbeitungen sind die Level-1b-Daten, die ab sofort kostenlos für nicht-kommerzielle Verwendung zur Verfügung stehen. Derzeit sind Daten vom 1. bis zum 30. November 2009 verfügbar. In den nächsten Wochen werden weitere folgen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062010172652_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09062010172652_small_2.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Geoid zur Darstellung der Daten von GOCE. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Später werden die Messergebnisse durch die High-level Processing Facility (HPF) zu Level-2-Daten verarbeitet. Daran nehmen gehören zahlreiche Universitäten teil. Die Daten werden schließlich beim Living Planet Symposium im norwegischen Bergen vom 28. Juni bis zum 2. Juli veröffentlicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Living Planet Symposium der ESA werden zwei ganze Tage im Zeichen von GOCE stehen. Wissenschaftler hoffen dabei auf ein großes Comming-Out des Satelliten. Zu den Veranstaltungen zählen auch zahlreiche Vorträge über die Arbeitsmethode GOCEs. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Websites:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.esa.int/Applications/Observing_the_Earth/FutureEO/GOCE/ESA_makes_first_GOCE_dataset_available" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ESA Release</a></li><li><a class="a" href="https://earth.esa.int/eogateway/missions/goce" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Datenbank für GOCE</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4207.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">GOCE mit Rockot </a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/erste-goce-daten-veroeffentlicht/" data-wpel-link="internal">Erste GOCE-Daten veröffentlicht</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Gravity Probe-B bestätigt Einstein</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gravity-probe-b-bestaetigt-einstein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Apr 2007 07:39:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Relativitätstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl die Auswertung der Sondendaten eines der komplexesten Weltraum-Experimente der Geschichte noch bis Ende des Jahres andauern wird: Erste Ergebnisse weisen auf einen Erfolg der Mission hin. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: SpaceflightNow, NASA. Vertont von Karl Urban. Gravity Probe B (GP-B) startete am 20. April 2004 mit einem anspruchsvollen Auftrag. Die Sonde sollte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Obwohl die Auswertung der Sondendaten eines der komplexesten Weltraum-Experimente der Geschichte noch bis Ende des Jahres andauern wird: Erste Ergebnisse weisen auf einen Erfolg der Mission hin.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban.</a> Quelle: SpaceflightNow, NASA. Vertont von Karl Urban.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2007-04-18-48007.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042007093934_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/><figcaption>
Die 
<i>Delta II</i>
-Rakete startet mit 
<i>GP-B</i>
 am 20. April 2004. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Gravity Probe B</i> (GP-B) <a href="https://www.raumfahrer.net/gravity-probe-b-gestartet/" data-wpel-link="internal">startete</a> am 20. April 2004 mit einem anspruchsvollen Auftrag. Die Sonde sollte zwei Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) Albert Einsteins verifizieren, wonach massereiche Körper wie die Erde die Raumzeit verzerren. Diese Vorhersage Einsteins zu beweisen, erforderte einen Satelliten mit extrem feiner Messtechnik auf einer absolut fest definierten Umlaufbahn &#8211; der Start erfolgte daher auf die Sekunde genau. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Aufgabe von GP-B</strong> <br>Die einzige Aufgabe von GP-B war es, mit Hilfe von vier Tischtennisball-großen, schnell rotierenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kreiselinstrument" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gyroskopen</a> genau zwei Effekte zu beobachten, die von der ART vorhergesagt wurden. Zum einen sollte gemessen werden, wie die Erdmasse die lokale Raumzeit verformt. Zum anderen sollte sie zeigen, inwieweit auch die die Erde umgebende Raumzeit von der Erdmasse beeinflusst wird. Die ART besagt nun, dass die Gyroskope innerhalb eines Jahres um 6,606 Bogensekunden (oder 0,0018 Grad) innerhalb der Ebene der Satellitenbahn verschoben sein müssten. Der zweite Effekt ist sogar noch deutlich schwächer: Die lokale Raumzeit im nahen Erdorbit dürfte eine Abweichung um nur 0,039 Bogensekunden (0,000011 Grad) hervorrufen &#8211; das entspricht einem menschlichen Haar, das aus einer Entfernung von 520 Metern gesehen wird. Drei Jahre nach dem Start ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Nach ersten <a href="https://www.raumfahrer.net/gravity-probe-b-erste-erfolgreiche-tests/" data-wpel-link="internal">Kalibrierungen</a> begannen im <a href="https://www.raumfahrer.net/gravity-probe-b-beginnt-arbeit/" data-wpel-link="internal">August 2004</a> &#8211; drei Monate nach dem Start &#8211; die Messungen. Auf einer Tagung der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS) in Jacksonville, Florida, stellte Professor Francis Everitt am vergangenen Wochenende die ersten Ergebnisse der Sonde vor. Everitt ist <i>Principal Investigator</i> der Mission. Die finalen Daten werden voraussichtlich im Dezember 2007 veröffentlicht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042007093934_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042007093934_small_2.jpg" alt="Bildquelle" width="260"/></a><figcaption>
GP-B  und die Raumzeit, die durch die Erdmasse minimal verzerrt wird in einer Modelldarstellung 
<br>
(Bild: Bildquelle)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erste Ergebnisse</strong> <br>Obwohl die vorliegenden Aussagen Everitts noch nicht das endgültige Missionsergebnis widerspiegeln, klingen sie doch ausgesprochen zufriedenstellend. So konnte der erste Effekt mit einem Fehler kleiner als ein Prozent gemessen werden &#8211; im Sinne Einsteins. Allerdings ist der zweite Effekt rund 170 mal schwächer, so dass dessen einwandfreie Messung die Wissenschaftler noch vor eine Herausforderung stellt. Die Messtechnik von GP-B hat zwar eine ausreichende Auflösung, um diesen Effekt nachzuweisen &#8211; jedoch müssen äußere Faktoren (wie eigene Einflüsse der Sensoren) noch aus den aufgezeichneten Daten herausgerechnet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir gehen davon aus, dass noch rund acht Monate Arbeit vor uns stehen, in denen wir die Daten ausgiebig analysieren werden, um die maximale Genauigkeit zu erreichen. Da wir bereits eine Verbesserung der Genauigkeit von 0,1 auf 0,05 Bogensekunden Abweichung pro Jahr erreicht haben, gehen wir davon aus, den Schritt auf die benötigten 0,005 Bogensekunden gehen zu können&#8220;, sagt William Bencze, GP-B Programmmanager. &#8222;Das Analysieren der gesammelten Daten hat etwas von einer archäologischen Ausgrabung. Ein Wissenschaftler beginnt mit einem Bulldozer, arbeitet mit einem Spaten weiter und schließlich verwendet er eine Zahnbürste, um den Staub von der Schatztruhe zu wischen. Wir packen gerade die Zahnbürsten aus.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Auswertung der bisher gesammelten Daten machten die Wissenschaftler zwei Entdeckungen. So haben elektrostatische Ablagerungen auf der Oberfläche der Kreiselmotoren und deren Gehäusen für Abweichungen in zwei Drehparametern der Gyroskope gesorgt, die nichts mit der ART zu tun haben. Obwohl die Dicken dieser Schichten extrem gering sind, haben sie die Bewegung der Kreisel signifikant beeinflusst. Diese Effekte müssen nun möglichst minimiert werden. Beide Entdeckungen mussten nach ihrer Feststellung ausgiebig analysiert, im Computer modelliert und mit experimentellen Daten verglichen werden, bevor sie als Fehlerquelle aus den wissenschaftlichen Daten herausgerechnet werden können. Diese Arbeiten haben die Forscher bereits mehr als ein Jahr lang beschäftigt und dauern noch an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit von GP-B wird also fortgesetzt und auch wenn die Mission offiziell Ende des Jahres abgeschlossen ist: Die Auswertung der Daten wird die Wissenschaftler sicher noch einige Zeit auf Trab halten. Dies ist jedoch gemessen an der gesamten Missionszeit kein Problem: Immerhin ist GP-B das am längsten laufende physikalische Forschungsprojekt der NASA. Im Jahr 1959 begonnen, wurde es ab 1964 von ihr finanziert und kostete bis heute 760 Millionen US-Dollar, die vor allem für die Entwicklung der hochtechnischen Messgeräte an Bord der Sonde aufgewendet werden mussten.  
</p>
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		<item>
		<title>Zu schnell rotierende Schwarze Löcher?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zu-schnell-rotierende-schwarze-loecher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Nov 2006 10:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kalifornien]]></category>
		<category><![CDATA[Messungen]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[Rotation]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Team von Astrophysikern entdeckte ein Schwarzes Loch, dass sich verblüffend schnell dreht &#8211; es stößt dabei an die bisher angenommenen Grenzwerte. Ein Beitrag von Karl Urban und Maria Steinrück. Quelle: SpaceflightNow. Vertont von Siegfried Krug. Schwarze Löcher gehören zu den exotischsten astronomischen Objekten. Sie sind eigentlich ehemalige, sehr massereiche Sterne, die ihr Leben in einer Supernova [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/zu-schnell-rotierende-schwarze-loecher/" data-wpel-link="internal">Zu schnell rotierende Schwarze Löcher?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Team von Astrophysikern entdeckte ein Schwarzes Loch, dass sich verblüffend schnell dreht &#8211; es stößt dabei an die bisher angenommenen Grenzwerte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Maria Steinrück</a>. Quelle: SpaceflightNow. Vertont von Siegfried Krug.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2006-11-30-60765.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Schwarze Löcher</a> gehören zu den exotischsten astronomischen Objekten. Sie sind eigentlich ehemalige, sehr massereiche Sterne, die ihr Leben in einer Supernova ausgehaucht haben. Ihre Restmasse ist noch so groß, dass ab einer kritischen Grenze &#8211; dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ereignishorizont" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ereignishorizont</a> &#8211; weder Materie noch elektromagnetische Strahlung (also auch Licht) entkommen kann. Ihre direkte Beobachtung ist daher auch nicht möglich. Jedoch sind die Auswirkungen auf den umgebenden Raum oft ein guter Indikator, die Eigenschaften eines Schwarzen Lochs zu erkunden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Daten des <i>Rossi X-ray Timing Explorer</i>-Satelliten konnten Forscher des <i>Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics</i> (CfA) die genaue Rotationsgeschwindigkeit dreier Schwarzer Löcher messen. Unter den Ergebnissen stießen die Astrophysiker auf eine Überraschung: Der Mikroquasar GRS1915+105 dreht sich 950 mal pro Sekunde um sich selbst. &#8211; Damit erreicht er die bisher angenommene Grenze für die Rotationsgeschwindigkeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Leiter des internationalen Forscherteams, der Astronom Jeffrey McClintock vom CfA, erklärt die Relevanz des Ergebnisses: &#8222;In der Astronomie lässt sich ein Schwarzes Loch über nur zwei Eigenschaften beschreiben und das sind seine Masse und die Geschwindigkeit, mit der es rotiert. Wir kennen kaum etwas anderes, das so einfach funktioniert, mit Ausnahme von Elementarteilchen wie Elektronen oder Quarks.&#8220; Allerdings war es bisher problematisch, die Eigenrotation Schwarzer Löcher zu bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gravitation eines Schwarzen Loches ist so hoch, dass es in seiner Rotationsbewegung den umgebenden Raum dehnt, ähnlich einer schweren Kugel, die auf einem Gummituch liegt. Das untersuchte Objekt <i>GRS 1915</i> gehört zu den massivsten der 20 Schwarzen Löcher, deren Masse heute bekannt ist. Es ist etwa 14 mal schwerer als unsere Sonne. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27112006111700_small_1.jpg" alt="NASA/CXC/M.Weiss " width="260"/><figcaption>
Das Bild zeigt zwei Schwarze Löcher, wobei das rechte schneller rotiert. Die umgebende Akkretionsscheibe aus heißem Gas, was zum Zentrum her immer mehr beschleunigt wird, ist rechts deutlich kleiner und reicht dichter an das Zentrum der Scheibe heran. 
<br>
(Bild: NASA/CXC/M.Weiss )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das hier abgebildete Objekt lässt sich gut untersuchen, da es sich um ein binäres Röntgenstrahlen-System handelt. Hier umkreist ein sonnenähnlicher Stern ein Schwarzes Loch, das unablässig Gas von seinem Nachbarn abzieht. Dabei wird das beschleunigte und sich in einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akkretion_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Akkretions</a>-Scheibe sammelnde Gas so heiß, dass es hochenergetische Strahlung abgibt. Das Spektrum dieser Strahlung gab dem Team im aktuellen Fall die nötigen Informationen zur Bestimmung der Rotation des Schwarzen Lochs.  <br>Auch wenn die Ursachen der extrem schnell rotierenden Schwarzen Löcher noch nicht wirklich verstanden wurden, sind die Messwerte für die Astrophysik von großer Wichtigkeit. Unter anderem helfen sie dabei, die Entstehung von <i><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gammablitz" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gamma Ray Bursts</a></i> zu verstehen. Diese Ausbrüche extrem energiereicher Gammastrahlung, die regelmäßig für kurze Augenblicke irgendwo im Universum aufleuchten, sind ein weiteres aktives Forschungsfeld. Ein Modell des theoretischen Astrophysikers Stan Woosley von der Universität Kalifornien erklärt sie mit dem Kollaps extrem massereicher Sterne. Dieses Modell geht davon aus, dass Schwarze Löcher mit einer sehr hohen Eigenrotation existieren müssten. Dies scheint also der Fall zu sein.  </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/zu-schnell-rotierende-schwarze-loecher/" data-wpel-link="internal">Zu schnell rotierende Schwarze Löcher?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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