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	<title>Meteor &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Meteor &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Meteor, Meteorit und Meteoroid: Leuchtphänomen am Abendhimmel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2026 19:18:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Abend des 8. März 2026 wurde kurz vor 19 Uhr in vielen Regionen in Deutschland eine Feuerkugel gesichtet. Meteoroide verglühen meistens in der Atmosphäre, gelegentlich erreichen Bruchstücke die Erdoberfläche. Dann spricht man von Meteoriten. Funde von Meteoriten haben einen hohen wissenschaftlichen Wert. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR. Quelle: DLR [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/meteor-meteorit-und-meteoroid-leuchtphaenomen-am-abendhimmel/" data-wpel-link="internal">Meteor, Meteorit und Meteoroid: Leuchtphänomen am Abendhimmel</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am Abend des 8. März 2026 wurde kurz vor 19 Uhr in vielen Regionen in Deutschland eine Feuerkugel gesichtet. Meteoroide verglühen meistens in der Atmosphäre, gelegentlich erreichen Bruchstücke die Erdoberfläche. Dann spricht man von Meteoriten. Funde von Meteoriten haben einen hohen wissenschaftlichen Wert. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/meteor-meteorit-meteorid-leuchtphaenomen-am-abendhimmel" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"> DLR / Pressemitteilungen</a>, 9. März 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leuchtphänomen, das am Sonntag, 8. März 2026, kurz vor 19 Uhr Mitteleuropäische Zeit im Nordwesten und Westen Deutschlands am Nachthimmel gesichtet wurde, war ein Meteor. Planetengeologe Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläutert das Phänomen: „Ein Meteor ist die Leuchtspur eines kleinen Gesteinskörpers, der mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringt. Durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 230.000 Kilometer pro Stunde heizen sich diese kleinen Gesteinskörper, die auch Meteoroide genannt werden, stark auf. Meistens verglühen sie in der Atmosphäre.“</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/image-1920-9996038fcfaf3d87c5a1593b5d512d83.jpeg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Lichtstreifen am Nachthimmel (Symbolbild) Ein Meteoroid kann einen Meteor auslösen und dann als Meteorit auf die Erde fallen: Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit Leuchterscheinungen in der Atmosphäre und nennt sie Meteore. Sie entstehen, wenn kleinste Teilchen – sogenannte Meteoroide – mit der Atmosphäre kollidieren und durch die Reibungshitze verglühen. Dabei werden Moleküle entlang der Flugbahn des Meteoroiden ionisiert und zum Leuchten angeregt – für Sekundenbruchteile ist eine helle Spur am Himmel sichtbar. Verglüht ein größerer Meteoroid nicht vollständig in der Atmosphäre und erreicht als Festkörper die Erdoberfläche, wird er Meteorit genannt. Credit: ESO/M. Zamani" data-rl_caption="" title="Lichtstreifen am Nachthimmel (Symbolbild) Ein Meteoroid kann einen Meteor auslösen und dann als Meteorit auf die Erde fallen: Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit Leuchterscheinungen in der Atmosphäre und nennt sie Meteore. Sie entstehen, wenn kleinste Teilchen – sogenannte Meteoroide – mit der Atmosphäre kollidieren und durch die Reibungshitze verglühen. Dabei werden Moleküle entlang der Flugbahn des Meteoroiden ionisiert und zum Leuchten angeregt – für Sekundenbruchteile ist eine helle Spur am Himmel sichtbar. Verglüht ein größerer Meteoroid nicht vollständig in der Atmosphäre und erreicht als Festkörper die Erdoberfläche, wird er Meteorit genannt. Credit: ESO/M. Zamani" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/image-1920-9996038fcfaf3d87c5a1593b5d512d83-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-151131" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/image-1920-9996038fcfaf3d87c5a1593b5d512d83-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/image-1920-9996038fcfaf3d87c5a1593b5d512d83-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em><mark>Lichtstreifen am Nachthimmel (Symbolbild)</mark><br>Ein Meteoroid kann einen Meteor auslösen und dann als Meteorit auf die Erde fallen: Die Wissenschaft beschäftigt sich schon lange mit Leuchterscheinungen in der Atmosphäre und nennt sie Meteore. Sie entstehen, wenn kleinste Teilchen – sogenannte Meteoroide – mit der Atmosphäre kollidieren und durch die Reibungshitze verglühen. Dabei werden Moleküle entlang der Flugbahn des Meteoroiden ionisiert und zum Leuchten angeregt – für Sekundenbruchteile ist eine helle Spur am Himmel sichtbar. Verglüht ein größerer Meteoroid nicht vollständig in der Atmosphäre und erreicht als Festkörper die Erdoberfläche, wird er Meteorit genannt.<br><mark>Credit: <a href="https://mahdizamani.com/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESO/M. Zamani</a></mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leuchtspur wird bei kleinen Meteoren als Sternschnuppe bezeichnet. Sie entsteht, weil die Luft des Eindringkanals zu einem hell glühenden Plasma erhitzt wird. Meteoroide verglühen in der Hochatmosphäre in 110 bis 60 Kilometern Höhe. Bei größeren Objekten – etwa ab Basketballgröße – verglühen die Meteoroide nicht vollständig. Das Leuchtphänomen ist dann auch stärker und man spricht von Feuerkugeln oder Boliden. Das ist das, was am Abend des 8. März 2026 beobachtet wurde. Der Meteoroid zerplatzt, weil die Luft vor ihm zusammengepresst wird und Druck ausübt. Der Knall ist auf der Erde zu hören. Die Feuerkugel endet in etwa 50 Kilometer Höhe und Fragmente des zerborstenen Meteoroiden fallen als Meteorite mit Geschwindigkeiten von 150 bis 200 Kilometer pro Stunde oder mehr auf die Erde. Ab einem Durchmesser von einem Meter sprechen die Astronomen von Asteroiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie oft passiert das?</strong><br>Ulrich Köhler vom DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin erklärt: „Meteoroiden in Form von Sternschnuppen sehen wir im Jahr sehr oft, beispielsweise beim Meteorschwarm der Perseiden im Hochsommer. Dann können bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute auftreten. Täglich dringen mehr als zehn Tonnen Meteoroiden in die Atmosphäre ein. Fast alles davon verglüht in der Hochatmosphäre. Von größeren Meteoroiden fallen nur sehr selten Meteoriten auf die Erdoberfläche. Die meisten Meteorite, die auf die Erde fallen, stürzen unbemerkt in die Ozeane der Erde. Ein- bis zweimal im Jahrzehnt fallen Bruchstücke von Meteoroiden – Meteorite – zu Boden, auch auf das deutsche Bundesgebiet. Nicht immer können diese Meteorite geborgen werden. Nach dem Zerplatzen und dem Ende der Feuerkugel fallen die Bruchstücke in einem sogenannten Dunkelflug aus rund 50 Kilometer Höhe auf Parabelbahnen zur Erde. Manchmal gelingt es, den Punkt einzugrenzen, an dem die Fragmente auf die Erde fallen.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.youtube.com/shorts/iAwzG5F3Tyc?t=82&amp;feature=share&amp;cbrd=1&amp;ucbcb=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="225" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Video-DLR.jpg" alt="" class="wp-image-151134" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Video-DLR.jpg 225w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/03/Video-DLR-169x300.jpg 169w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em><mark>Video: Meteoriteneinschlag auf der Erde – Proben aus dem Sonnensystem</mark><br>Was ist ein Meteor und was sind Meteoriten? Was geschieht bei ihrem Eintritt in die Erdatmosphäre? Womit muss man rechnen, wenn ein Meteoriteneinschlag auf der Erde auftritt? Welche Informationen liefern Meteoriten der Forschung? Ulrich Köhler vom DLR-Institut für Weltraumforschung liefert Informationen zum Thema Meteoriteneinschlag auf der Erde.<br><mark>Credit: © <a href="https://www.dlr.de/de/service/impressum" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR. Alle Rechte vorbehalten</a></mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woher kommen Meteoroiden, Meteore und Meteoriten?</strong><br>Ulrich Köhler: „Bei Meteoriten handelt es sich um Bruchstücke von Asteroiden. Das sind Himmelskörper, die bei der Entstehung der Planeten des Sonnensystems übriggeblieben sind. Sie umkreisen die Sonne zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Werden sie auf ihrer Bahn um die Sonne durch Schwerkrafteinflüsse gestört oder ihre Bahn ändert sich durch Kollisionen untereinander, können sie ins innere Sonnensystem vordringen. Kreuzt sich ihre Bahn dann mit der der Erde, kann es passieren, dass sie in die Erdatmosphäre eindringen und einen Meteor oder – wenn es größere Körper sind – eine Feuerkugel bilden. Fragmente können als Meteorite die Erdoberfläche erreichen. Meteorite sind oft viereinhalb Milliarden Jahre alt. Es gibt zahlreiche Sammlungen von Meteoriten in den Museen der Welt. In Deutschland befindet sich die größte Meteoritensammlung im Museum für Naturkunde Berlin.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Woran erkenne ich einen Meteoriten?</strong><br>Ulrich Köhler: „Einen Meteoriten zweifelsfrei zu identifizieren, ist nicht ganz einfach. Ein erster Hinweis für einen Meteoriten ist, wenn das Fundstück eine hohe Dichte aufweist, also für seine Größe ungewöhnlich schwer, kompakt und massiv zu sein scheint. Ist das der Fall, kann man als nächstes mit einem Magneten untersuchen, ob der Stein den Magneten anzieht. Meteoriten haben meist eine matte Oberfläche, glänzen selten wie Metall. Die Kruste von Meteoriten ist meist schwarz oder braun. Sie zeigt Anzeichen von erstarrter Schmelze, die durch den Flug durch die Atmosphäre entsteht. Meteoroiden erhitzen sich so stark, dass die Oberfläche anschmilzt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sind Meteorite gefährlich?</strong><br>Ulrich Köhler: „Meteorite sind weder giftig noch geht von ihnen radioaktive Strahlung aus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich einen Meteoriten finde? Darf ich ihn anfassen?</strong><br>Ulrich Köhler: „Sollte es sich tatsächlich um einen ‚frisch‘ gefallenen Meteoriten handeln, fassen Sie ihn bitte nicht an. Die Säure des Schweißes auf unserer Haut kann zu chemischen Reaktionen mit den Stoffen auf der unmittelbaren Oberfläche des ‚frischen‘ Meteoriten führen und so das wissenschaftliche Ergebnis der Untersuchung des Meteoriten beeinflussen. Meteoriten sind von hohem wissenschaftlichem Wert, wie sie Einblicke in die früheste Zeit unseres Sonnensystems ermöglichen. Beim vermeintlichen Fund eines Meteoriten kontaktiert man am besten eine Forschungseinrichtung wie das DLR. Übrigens, wer einen Meteoriten findet, darf ihn behalten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterführende Links</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://www.dlr.de/de/wr/aktuelles/meldeadresse-meteoriten" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Meldeadresse für Meteoriten-Fundstücke</a></li>



<li><a href="https://www.dlr.de/de/wr" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DLR-Institut für Weltraumforschung</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=747.msg584629#msg584629" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Meteoriten &amp; Co &#8211; Boten aus dem Weltall.</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Klimaveränderung im Frühmittelalter durch Vulkanausbrüche auf Island ausgelöst</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/klimaveraenderung-im-fruehmittelalter-durch-vulkanausbrueche-auf-island-ausgeloest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Apr 2024 17:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eisberge am Bosporus und ein gefrorenes Schwarzes Meer: Wie Vulkanausbrüche auf Island das europäische Klima im Frühmittelalter beeinflussten und zu starken winterlichen Abkühlungsanomalien führten, zeigt eine internationale Studie der Universität Bern mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 22. April 2024. 22. April 2024 &#8211; Es war [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Eisberge am Bosporus und ein gefrorenes Schwarzes Meer: Wie Vulkanausbrüche auf Island das europäische Klima im Frühmittelalter beeinflussten und zu starken winterlichen Abkühlungsanomalien führten, zeigt eine internationale Studie der Universität Bern mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 22. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20240422UniBEOAWVulkaneJohannesPreiserKapellerOeAWKI.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rekonstruktion des mittelalterlichen Konstantinopel. Das Meer rund um die Stadt war im Winter 763/764 zugefroren. Aufgrund von Vulkanausbrüchen auf Island war das Klima kälter geworden. (Bild: Johannes Preiser-Kapeller/ÖAW, erstellt mithilfe von KI)" data-rl_caption="" title="Rekonstruktion des mittelalterlichen Konstantinopel. Das Meer rund um die Stadt war im Winter 763/764 zugefroren. Aufgrund von Vulkanausbrüchen auf Island war das Klima kälter geworden. (Bild: Johannes Preiser-Kapeller/ÖAW, erstellt mithilfe von KI)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20240422UniBEOAWVulkaneJohannesPreiserKapellerOeAWKI26.jpg" alt="Rekonstruktion des mittelalterlichen Konstantinopel. Das Meer rund um die Stadt war im Winter 763/764 zugefroren. Aufgrund von Vulkanausbrüchen auf Island war das Klima kälter geworden. (Bild: Johannes Preiser-Kapeller/ÖAW, erstellt mithilfe von KI)" class="wp-image-139428"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Rekonstruktion des mittelalterlichen Konstantinopel. Das Meer rund um die Stadt war im Winter 763/764 zugefroren. Aufgrund von Vulkanausbrüchen auf Island war das Klima kälter geworden. (Bild: Johannes Preiser-Kapeller/ÖAW, erstellt mithilfe von KI)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">22. April 2024 &#8211; Es war einer der kältesten Winter, den die Region je erlebt hat: Im Jahr 763 froren weite Teile des Schwarzen Meeres zu und am Boporus wurden Eisberge gesichtet. Von diesem ungewöhnlichen Wetterphänomen im Winter 763/764 berichteten zeitgenössische Historiker in ihren Aufzeichnungen aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Eine internationale, interdisziplinäre Studie der Universität Bern mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zeigt, dass diese extreme Kälteperiode im Frühmittelalter durch Vulkanausbrüche auf Island ausgelöst wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisherige Schätzungen des Einflusses von Vulkanausbrüchen auf das globale Klima in der Zeit zwischen 700 und 1000 n. Chr. gingen von einer vulkanischen Ruhephase aus. Eine Annahme, die jedoch im Widerspruch zu den geologischen Befunden aus Island und Sulfatkonzentrationen in Eisbohrkernen in Grönland steht, die Forscher:innen jetzt in dem im renommierten Nature-Portfolio herausgegebenen Fachjournal Communications Earth and Environment veröffentlichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schwefelwolken ziehen über Europa</strong><br>Die neue Studie nutzt Analysen von sogenannter Kryptotephra (mit blossem Auge nicht sichtbare Spuren von Vulkanasche), hochauflösende Schwefelisotopenanalysen und andere chemische Indikatoren für vulkanische Eruptionen von zahlreichen Eiskernen aus Grönland, um die vulkanische Aktivität und die Konzentration klimawirksamer Schwefelaerosole im Zeitraum von 700 bis 1000 n. Chr. zu ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ergebnis: Eine längere Episode vulkanischer Schwefeldioxid-Emissionen zwischen 751 und 940 n. Chr. wurde vor allem von Eruptionen auf Island dominiert. «Bisher wurden Vulkanausbrüche als ein kurzlebiger, zufälliger Klimaantrieb interpretiert, wirksam während maximal 1 bis 3 Jahren», erläutern Imogen Gabriel und Michael Sigl, die Hauptautor:innen der Studie von der Universität Bern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frühmittelalterliche Serie von Eruptionen wird in der Studie als «Icelandic Active Period bezeichnet. Sie begann mit Ausbrüchen des Vulkans Katla zwischen 751 und 763, die teils bis in die Stratosphäre reichten und mit starken winterlichen Abkühlungsanomalien in ganz Europa zusammenfielen. Diese Kältezeiten können aufgrund von Isotopendaten aus Tropfsteinhöhlen (wie der Spannagelhöhle in den Zillertaler Alpen) sowie mit historischen Quellen von Irland bis zum Mittelmeer rekonstruiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strafe Gottes</strong><br>Wie sich diese historischen Klimaveränderungen auf die frühmittelalterliche Gesellschaft auswirkte, schildert der an der Studie beteiligte Byzanzforscher Johannes Preiser-Kapeller vom Institut für Mittelalterforschung der ÖAW: «In den historischen Quellen wird nicht nur beschrieben, dass es sehr kalt war, sondern, dass die extremen Temperaturen Tiere sterben und Feldfrüchte erfrieren ließen. Die Menschen litten nicht nur unmittelbar Not, sondern waren auf verschiedenen Ebenen tief erschüttert», berichtet der ÖAW-Forscher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich im März 764 auch noch ein Meteorschauer – ein beeindruckendes astronomisches Phänomen, das den Himmel erleuchten lässt – ereignete, dachten viele Menschen, das Ende der Welt sei gekommen. Diese Krisenzeit schlug sich auch auf die politische Wetterlage nieder. Für das damalige Byzantinische Reich, zu dem Preiser-Kapeller forscht, war es eine Zeit innerer Konflikte, die als «Bilderstreit» in die Geschichte einging. Preiser-Kapeller: «Man stritt darum, wie man das Göttliche richtig verehrt. Aus Sicht eines Bilderverehrers war der Kaiser schuld, weil er verbot, die Heiligen angemessen zu verehren. Die Krise wurde also politisch instrumentalisiert und als Strafe Gottes interpretiert.»</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vulkane bei Klimamodellen bisher zu wenig berücksichtigt</strong><br>Was der interdisziplinäre Ansatz der Studie auch illustriert: den bedeutenden Beitrag anhaltender vulkanischer Sulfatemissionen zur vorindustriellen atmosphärischen Aerosolbelastung, der in bisherigen Schätzungen zur Rekonstruktion des Klimas nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Und er unterstreicht die Notwendigkeit weiterer interdisziplinärer Forschung, um mit diesen Phänomenen verbundene Klimarückkopplungen in Vergangenheit und Gegenwart besser zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikationsangaben:</strong><br>“Decadal-to-centennial increases of volcanic aerosols from Iceland challenge the concept of a Medieval Quiet Period”, Imogen Gabriel, Gill Plunkett, Peter Abbott, Melanie Behrens, Andrea Burke, Nathan Chellman, Eliza Cook, Dominik Fleitmann, Maria Hörhold, William Hutchison, Joseph McConnell, Bergrún Óladóttir, Johannes Preiser-Kapeller, Jakub Sliwinski, Patrick Sugden, Birthe Twarloh, and Michael Sigl, Nature Commun Earth Environ, 2024<br>DOI: doi.org/10.1038/s43247-024-01350-6<br><a href="https://www.nature.com/articles/s43247-024-01350-6" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s43247-024-01350-6</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s43247-024-01350-6.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s43247-024-01350-6.pdf</a></p>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=762.msg561436#msg561436" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Klimawandel</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kühlungsborner Atmosphärenforscher planen Raketenstart</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kuehlungsborner-atmosphaerenforscher-planen-raketenstart/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2023 21:18:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Förderung für zwei Forschungsprojekte / Internationale Kooperationen. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik e.V. an der Universität Rostock. Quelle: Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik e.V. an der Universität Rostock 4. Januar 2023. 4. Januar 2023 &#8211; Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik startet mit voller Kraft ins neue Jahr: Gleich zwei Projekte konnten die Forschenden der Abteilung Optische Sondierung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/kuehlungsborner-atmosphaerenforscher-planen-raketenstart/" data-wpel-link="internal">Kühlungsborner Atmosphärenforscher planen Raketenstart</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Förderung für zwei Forschungsprojekte / Internationale Kooperationen. Eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik e.V. an der Universität Rostock.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik e.V. an der Universität Rostock 4. Januar 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BoriStrelnikovGerdBaumgartenimRaketenlaborIAP.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Wissenschaftler Dr. Boris Strelnikov und Dr. Gerd Baumgarten aus der Abteilung Optische Sondierung werkeln im Raketenlabor des IAP. (Bild: IAP)" data-rl_caption="" title="Die Wissenschaftler Dr. Boris Strelnikov und Dr. Gerd Baumgarten aus der Abteilung Optische Sondierung werkeln im Raketenlabor des IAP. (Bild: IAP)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/BoriStrelnikovGerdBaumgartenimRaketenlaborIAP26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Wissenschaftler Dr. Boris Strelnikov und Dr. Gerd Baumgarten aus der Abteilung Optische Sondierung werkeln im Raketenlabor des IAP. (Bild: IAP)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">4. Januar 2023 &#8211; Das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik startet mit voller Kraft ins neue Jahr: Gleich zwei Projekte konnten die Forschenden der Abteilung Optische Sondierung an Land ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Kürzel DEFINE („Density Field in the MLT“) bereitet das Kühlungsborner Institut in Kooperation mit Partnern aus Norwegen und Schweden in den kommenden Monaten einen Raketenstart vor. Ziel ist es, Parameter in der Mesosphäre und der unteren Thermosphäre zu messen und Aussagen zur Strahlungsbilanz zu treffen. Die Rakete soll im Jahr 2025 aus dem norwegischen Andøya starten. Das Projekt DEFINE wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit 3 Millionen Euro gefördert. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Greifswald arbeitet das Institut zudem an einer neuartigen Lidar-Methode, um Staubpartikel von Meteoren in der mittleren Atmosphäre zu beobachten. Dafür stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem Kühlungsborner Institut 300.000 Euro bereit. Starttermin für dieses Forschungsprojekt ist im Juni 2023.</p>



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