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	<title>NAC &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>NAC &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 207</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2014 17:09:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nur einen Tag nach dem zehnjährigen Jubiläum des Eintritts in eine Saturnumlaufbahn wird die Raumsonde Cassini am 2. Juli 2014 mit dem 207. Umlauf um den Ringplaneten beginnen. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet ein für den 20. Juli 2014 vorgesehener naher Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Hierbei sollen diesmal speziell Daten über [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nur einen Tag nach dem zehnjährigen Jubiläum des Eintritts in eine Saturnumlaufbahn wird die Raumsonde Cassini am 2. Juli 2014 mit dem 207. Umlauf um den Ringplaneten beginnen. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet ein für den 20. Juli 2014 vorgesehener naher Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Hierbei sollen diesmal speziell Daten über die Zusammensetzung der dichten Atmosphäre dieses Mondes gesammelt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Am 23. Januar 2014 erfasste die NAC-Kamera den lediglich etwa 30 Kilometer durchmessenden Saturnmond Atlas kurz nachdem dieser aus dem Schatten des Planeten austrat. Die Aufnahme wurde aus einer Entfernung von rund 2,6 Millionen Kilometern angefertigt und verfügt über eine Auflösung von etwa 16 Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Flugdauer von fast sieben Jahren und einer bis dahin zurückgelegten Distanz von nahezu 3,5 Milliarden Kilometern trat die Raumsonde <i>Cassini</i> am 1. Juli 2004 in eine Umlaufbahn um den Saturn ein. In den folgenden zehn Jahren hat die Raumsonde den Planeten mittlerweile 206 mal umkreist und dabei weitere mehr als drei Milliarden Kilometer zurückgelegt. Am morgigen Tag, dem 2. Juli 2014, wird <i>Cassini</i> um 08:52 MESZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 2,92 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren 207. Umlauf um den Ringplaneten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während dieses 32 Tage andauernden Umlaufs, dessen offizielle Bezeichnung &#8222;Rev 206&#8220; lautet, insgesamt 54 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt allerdings ein für den 20. Juli vorgesehener Vorbeiflug an dem größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar.  <br> <strong>Wetterbeobachtungen auf Titan und Saturn</strong> <br> Der Titan wird dann auch lediglich eine Stunde nach dem Beginn des neuen Orbits das erste Ziel für die ISS-Kamera darstellen. Aus einer Distanz von 3,89 Millionen Kilometern soll dabei die Atmosphäre über der nördlichen Titan-Hemisphäre abgebildet werden. Durch die Dokumentation von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen lassen sich zum Beispiel Aussagen über die gegenwärtig in der dichten Titanatmosphäre vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. In Kombination mit früheren und zukünftigen Beobachtungen dieser langfristig angelegten &#8218;Sturmbeobachtungskampagne&#8216; lässt sich durch derartige Aufnahmen die allgemeine &#8218;Großwetterlage&#8216; auf dem Titan dokumentieren, welche sich aufgrund der Bewegung des Saturn um die Sonne und der dabei auftretenden Jahreszeiten in einem etwa 30 Jahre dauernden Rhythmus kontinuierlich verändert (<a href="https://www.raumfahrer.net/titan-atmosphaerische-wellen-fuehren-zu-niederschlaegen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Mit der gleichen Zielsetzung ist ebenfalls noch für den 2. Juli eine Beobachtung der Saturnatmosphäre angesetzt. Vergleichbare Saturn-Beobachtungen aus größeren Entfernungen sollen dann bis zum 2. August insgesamt 14 mal wiederholt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diverse Monde&#8230;</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_2.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
 Der G-Ring des Saturn und der darin eingebettete Mond Aegaeon. Alle drei Aufnahmen entstanden innerhalb von zehn Minuten und bilden den G-Ring im sichtbaren Lichtbereich (links), im roten Wellenlängenbereich (Mitte) sowie im nahen Infrarotbereich (rechts) ab. Die Belichtungszeit betrug jeweils 46 Sekunden, weshalb die Sterne im Bildhintergrund als längliche Strichspuren erscheinen.
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. Juli steht ein Teilbereich des G-Ringes des Saturn auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera. Dieser anscheinend hauptsächlich aus feinen Staubpartikeln bestehende Ring wird aus Material gespeist, welches durch die Einschläge von Mikrometeoriten von der Oberfläche des erst im Jahr 2008 auf <i>Cassini</i>-Aufnahmen entdeckten und lediglich rund 600 Meter durchmessenden Mondes Aegaeon stammt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend soll der lediglich etwa 1,8 Kilometer durchmessende Mond Anthe und ein in der unmittelbaren Umgebung verlaufender &#8222;Ringbogen&#8220; fotografisch dokumentiert werden. Diese ringähnliche Struktur bildet keinen geschlossenen Ring, sondern erstreckt sich über mehrere tausend Kilometer vor und hinter diesem Mond. Sehr wahrscheinlich wird dieser nur sehr lichtschwache Teil-Ring ebenfalls durch Staubpartikel und Eis gebildet, welches durch die kontinuierlich erfolgenden Einschläge von Mikrometeoriten auf die Oberfläche des Mondes Anthe in das umgebende Weltall befördert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den 7. und 8. Juli wird die ISS-Kamera damit verbringen, um über einen Zeitraum von 24 Stunden den kleinen, äußeren Saturnmond Kiviuq mehrfach aus einer Distanz von rund 14,9 Millionen Kilometern abzubilden. In Kombination mit den bereits zu früheren Zeitpunkten gewonnenen Beobachtungsdaten soll hierdurch die Ausrichtung von dessen Rotationsachse ermittelt werden. Außerdem sollen die neu anzufertigenden Aufnahmen, welche allerdings keine Oberflächendetails enthüllen werden, dazu dienen, die Form und Gestalt dieses lediglich rund 16 Kilometer durchmessenden Mondes zu bestimmen. Des weiteren soll mit den geplanten Aufnahmen auch die Farbe von dessen Oberfläche bestimmt werden, was wiederum Rückschlüsse über deren chemische und mineralogische Zusammensetzung ermöglicht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Mond Tethys, aufgenommen von der NAC-Kamera am 16. Mai 2013 aus einer Entfernung von 1,1 Millionen Kilometern. Bei dem Krater an der Tag-Nacht-Grenze handelt es sich um den 245 Kilometer durchmessenden Melanthius-Krater. Direkt darüber befindet sich der Krater Dolius und oben links der etwa 150 Kilometer durchmessende Krater Penelope. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für den 13. Juli sind erneut diverse sogenannte &#8222;astrometrische Beobachtungen&#8220; von mehreren der kleineren, inneren Saturnmonde vorgesehen. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. Weitere astrometrische Beobachtungen werden am 25. Juli erfolgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor stehen jedoch am 14. Juli die Monde Tethys und Rhea auf dem Beobachtungsprogramm. Auf den vorgesehenen Aufnahmen wird zu sehen sein, wie verschiedene kleinere Monde vor diesen 1.065 beziehungsweise 1.530 Kilometer durchmessenden Monden vorbeiziehen. Auch aus diesen Aufnahmen lassen sich astrometrische Informationen ableiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8230; und Ringe</strong>
<br>
Weitere Beobachtungen an diesem Tag werden dagegen das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Aus den gewonnenen Aufnahmen soll unter anderem eine kurze Videosequenz des D-Ringes erstellt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Juli wird die ISS-Kamera Teilbereiche des äußeren A-Ringes des Saturn abbilden. Hierbei sollen unter anderem zum wiederholten Mal sogenannte &#8222;Propellerstrukturen&#8220; dokumentiert werden. Bei diesen lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine &#8222;Hohlräume&#8220; innerhalb des Ringsystems, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden &#8211; so genannten Moonlets &#8211; verursacht werden. Durch die anzufertigenden Aufnahmen des A-Ringes sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Eine am 19. Oktober 2013 erstellte Aufnahme der Saturnringe. Im Bereich des B-Ringes sind in der vergrößerten Version (Klick auf die Lupe) verschiedene Speichenformationen erkennbar. Aus einer Distanz von 1,9 Millionen Kilometern erreichte die NAC-Kamera eine Auflösung von 115 Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei weiteren Beobachtungen der Saturnringe wird in den folgenden Stunden neben der ISS-Kamera auch eines der Spektrometer der Raumsonde, das Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS), eingesetzt. Das VIMS wird am 16., 17. und 25. Juli zudem auch drei <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Okkultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternbedeckungen</a> dokumentieren. Hierbei werden die Sterne <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wega" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Wega</a> und R Lyrae &#8211; beide im Sternbild Leier (lateinischer Name Lyra) gelegen &#8211; sowie <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/L2_Puppis" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">L2 Puppis</a> (Achterdeck des Schiffs) von Teilen des Ringsystems bedeckt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die sich dabei ergebenden Helligkeitsschwankungen in den Lichtkurven der Sterne erhoffen sich die an der Kampagne beteiligten Wissenschaftler Aufschlüsse über den Aufbau, die Materialdichte und die Struktur der Ringbereiche, welche die Sterne bei diesen Okkultationen bedecken. Außerdem, so die Wissenschaftler, können hierbei eventuelle Veränderungen in der Ringstruktur registriert werden, welche erst kürzlich durch das Gravitationsfeld des Saturn oder durch <a href="https://www.raumfahrer.net/meteoroidenimpakte-im-saturn-ringsystem-beobachtet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">&#8218;Einschläge&#8216; von Meteoroiden</a> verursacht wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die am 17. und 18. Juli zu gewinnenden Aufnahmen des B-Ringes und der im äußeren A-Ring gelegenen Encke-Teilung sollen ebenfalls zu kurzen Videosequenzen zusammengefügt werden. Am 18. Juli wird <i>Cassini</i> schließlich um 07:26 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 207, erreichen und den Ringplaneten dabei in einer Entfernung von 839.900 Kilometern passieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Titan-Vorbeiflug T-103</strong>
<br>
Zwei Tage später, am 20. Juli 2014, steht dann der Höhepunkt dieses 207. Umlaufs der Raumsonde <i>Cassini</i> um den Saturn an. Um 12:41 MESZ wird die Raumsonde den größten der Saturnmonde im Rahmen eines zielgerichteten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 5,6 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von 5.103,2 Kilometern passieren. Die mit diesem 104. Vorbeiflug am Titan &#8211; das Manöver trägt die Bezeichnung &#8222;T-103&#8220; &#8211; assoziierten Beobachtungen beginnen bereits mehrere Stunden vor der dichtesten Annäherung mit diversen Fotoaufnahmen durch die ISS-Kamera, welche dabei zunächst mit verschiedenen Spektralfiltern die südliche Titanhemisphäre abbilden wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="846" height="282"/></a><figcaption>
Der Titan ist von einer dichten Atmosphäre umgeben, welche im Bereich des sichtbaren Lichts keinen Blick auf dessen Oberfläche zulässt (Aufnahme links). Durch die Verwendung verschiedener Filtersysteme kann diese Atmosphäre jedoch &#8222;durchdrungen&#8220; werden. Die hier gezeigte linke Aufnahme gibt den Mond in den Farben wieder, wie sie auch ein im Saturnsystem befindlicher menschlicher Betrachter wahrnehmen würde. Die mittlere Aufnahme wurde im nahen Infrarotbereich bei 938 Nanometern erstellt und ermöglicht einen Blick auf verschiedene Oberflächenstrukturen. Bei der rechten Aufnahme handelt es sich um ein Falschfarbenkomposit. Zwei Infrarotaufnahmen (erstellt bei 938 und 889 Nanometern) wurden hierzu mit einer im sichtbaren Lichtbereich erstellten Aufnahme kombiniert. Alle verwendeten Aufnahmen wurden am 16. April 2005 mit der WAC-Kamera aus Entfernungen zwischen 173.000 bis 168.200 Kilometern angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützt wird das Kamerasystem hierbei durch ein weiteres Instrument &#8211; das Composite Infrared Spectrometer (CIRS). Das Ziel der im mittleren Infrarotbereich durchzuführenden CIRS-Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt auf der Oberfläche und in der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln und &#8211; in Kombination mit den zu früheren Zeitpunkten gewonnenen Daten &#8211; zu einem Temperaturprofil zusammenzufügen. Durch dieses Profil sollen letztendlich die Temperaturveränderungen dokumentiert werden, welche sich durch den gegenwärtig erfolgenden Wechsel der Jahreszeiten &#8211; auf der nördlichen Titanhemisphäre geht der Frühling gerade in den Sommer über &#8211; ergeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zunehmender Annäherung an den Mond wird die ISS-Kamera ein globales Mosaik der zu diesem Zeitpunkt sichtbaren Titanoberfläche anfertigen. Die entsprechenden Aufnahmen sollen dabei eine Auflösung von etwa 1,5 Kilometern pro Pixel erreichen. Des weiteren soll erneut das VIMS eingesetzt werden, um ebenfalls die Atmosphäre und die Oberfläche des Titan zu dokumentieren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_6.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Titan wurde am 26. Januar 2014 von der NAC-Kamera aus einer Entfernung von 2,4 Millionen Kilometern angefertigt. Durch die Verwendung eines Nah-Infrarotfilters (zentriert auf 889 Nanometer) wird ein Wolkenband sichtbar, welches den Nordpol des Titan umgibt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls noch während der Annäherungsphase kommt ein weiteres Spektrometer, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), zum Einsatz. Dieses Instrument soll dokumentieren, wie der Stern <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Achernar" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Achernar</a>, der Hauptstern des Sternbildes Eridanus, langsam von der ausgedehnten Atmosphäre des Titan verdeckt wird. Das UVIS wird durch die Beobachtung dieser Okkultation in der Lage sein, ein hochaufgelöstes Profil der Verteilung von Kohlenwasserstoffverbindungen und Staubschichten in der Titanatmosphäre zu erstellen und Informationen über die vorherrschenden Temperaturen und Druckverhältnisse bis hinunter zu einer Höhe von etwa 200 Kilometern über der Oberfläche zu liefern. Die geringe Geschwindigkeit, mit der die Titanatmosphäre von <i>Cassini</i> aus betrachtet vor dem Stern vorbeizieht, wird dabei eine hohe Auflösung und Qualität der zu gewinnenden Daten gewährleisten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Phase der dichtesten Annäherung sollen diese Messungen wiederholt werden. Allerdings wird es sich bei dem Stern, der dabei von dem Titan bedeckt wird, nicht um einen viele Lichtjahre entfernten &#8218;Fixstern&#8216;, sondern um das Zentralgestirn unseres Sonnensystems handeln. Noch vor dem Beginn dieser &#8218;Sonnenbedeckung&#8216; sollen die Bereiche der Titanatmosphäre, welche dann das Sonnenlicht &#8218;dimmen&#8216; werden, zu Vergleichszwecken mit den im fernen und im extremen Ultraviolettbereich arbeitenden Kanälen des UVIS abgetastet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an diese Messungen werden zwecks des Studiums der Titanatmosphäre weitere Messungen durch das UVIS erfolgen. Außerdem wird die ISS-Kamera bis zum 22. Juli den Titan mehrfach aus unterschiedlichen Entfernungen abbilden und dabei weitere Daten über die Wolkenbewegungen über der nördlichen Hemisphäre sammeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erneut Ringe und Monde</strong>
<br>
Am 25. Juli wird die ISS-Kamera eine radiale Erfassung der Saturnringe durchführen. Durch die Verwendung verschiedener Filter kann das Ringsystem dabei im Farbe wiedergegeben werden. Im Vergleich zu entsprechenden früheren Aufnahmen werden die Ringe dabei aufgrund der zu diesem Zeitpunkt gegebenen hohen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> der Raumsonde von 48 Grad aus einer &#8218;größeren Höhe&#8216; erkennbar sein. Trotz der großen Entfernung zu den Ringen werden die Aufnahmen zudem über eine höhere Auflösung verfügen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01072014190951_small_7.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Im Zentrum dieser Aufnahme des Saturnmondes Dione ist der teilweise im Schatten liegende, rund 350 Kilometer durchmessende Evander-Krater erkennbar. Das Foto wurde am 22. August 2013 mit der NAC-Kamera aus einer Entfernung von 1,4 Millionen Kilometern angefertigt. Die Auflösung beträgt etwa acht Kilometer pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. und 28. Juli steht der kleine, äußere Mond Ijiraq auf dem Beobachtungsprogramm. Außer dessen Durchmesser von etwa 12 Kilometern, den Daten seiner Umlaufbahn und seiner mittleren Dichte von etwa 2,3 Gramm pro Kubikzentimeter ist über diesen erst im Herbst 2000 entdeckten Mond bisher nur sehr wenig bekannt. Durch die Beobachtungskampagne, welche aus einer Entfernung von etwa 11,2 Millionen Kilometern erfolgen wird, sollen anhand der Variationen in der sich aus diesen Beobachtungen ergebenden Lichtkurven Informationen über die Position von dessen Polen, die Ausrichtung der Rotationsachse und die Dauer der Rotationsperiode gewonnen werden. Ebenfalls noch am 28. Juli und dann nochmals am 2. August wird sich die ISS-Kamera erneut auf den Titan richten und dort befindliche Wolkenformationen dokumentieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. August 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> schließlich um 08:57 MESZ in einer Entfernung von rund 2,9 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 207. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 208 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie der Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 21. August 2014 in einer Entfernung von dann lediglich 964 Kilometern erneut passiert werden soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll <i>Cassini</i> den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.240" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.570" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Internetseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20220121074330/http://ciclops.org/index.php?js=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CICLOPS</a> (engl.)</li></ul>
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		<item>
		<title>Raumsonde Cassini beginnt den Saturnumlauf Nummer 205</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-beginnt-den-saturnumlauf-nummer-205/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2014 07:53:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
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		<category><![CDATA[Dione]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 205. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich in erster Linie erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet jedoch ein für den 17. Mai vorgesehener Vorbeiflug der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 205. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich in erster Linie erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet jedoch ein für den 17. Mai vorgesehener Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Im Rahmen des Vorbeifluges soll mit dem RadioSubSystem der Raumsonde die Struktur der Atmosphäre dieses Mondes näher analysiert werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Prometheus, der mit einem Durchmesser von etwa 86 Kilometern elftgrößte Mond des Saturn, umkreist seinen Planeten innerhalb der Roche-Teilung und fungiert dabei als sogenannter 
<a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4fermond" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schäfermond</a>
 für den F-Ring. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am heutigen Tag, dem 27. April 2014, wird die Raumsonde <i>Cassini</i> um 15:47 MESZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 3,38 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 205. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell weist die Flugbahn von <i>Cassini</i> eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> von 40,7 Grad auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während des jetzt beginnenden, diesmal 32 Tage andauernden Umlaufs, dessen offizielle Bezeichnung &#8222;Rev 204&#8220; lautet, insgesamt 39 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt allerdings ein für den 17. Mai 2014 vorgesehener gesteuerter Vorbeiflug an dem größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar. 
<br>
<strong>Verschiedene Monde aus der Ferne</strong>
<br>
Der Titan wird auch lediglich fünf Stunden nach dem Beginn des neuen Orbits das erste Ziel für die ISS-Kamera darstellen. Aus einer Distanz von 4,46 Millionen Kilometern soll dabei die Atmosphäre über der nördlichen Titan-Hemisphäre abgebildet werden. Durch die Dokumentation von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. In Kombination mit früheren und zukünftigen Beobachtungen lässt sich dadurch auch die &#8222;Großwetterlage&#8220; auf dem Titan dokumentieren, welche sich aufgrund der Bewegung des Saturn um die Sonne in einem etwa 30 Jahre dauernden Rhythmus kontinuierlich verändert (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/titan-atmosphaerische-wellen-fuehren-zu-niederschlaegen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an diese Kampagne werden diverse sogenannte &#8222;astrometrische Beobachtungen&#8220; von mehreren der kleineren, inneren Saturnmonde durchgeführt. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. Weitere astrometrische Beobachtungskampagnen sind für den 3. und 7. Mai vorgesehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Im Zentrum dieser Aufnahme der ISS-Kamera befindet sich der Saturnmond Anthe. Im Bereich von dessen Umlaufbahn ist ein feiner Ringbogen erkennbar, welcher durch Material von der Oberfläche des Mondes gespeist wird. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Saturn und das Ringsystem</strong>
<br>
Auch der Saturn wird in den folgenden Tagen mehrfach das &#8222;Ziel&#8220; der ISS-Kamera sein. Auch hierbei sollen &#8211; wie zuvor bereits beim Titan &#8211; auffällige Strukturen in der Atmosphäre dokumentiert werden, welche Aufschlüsse über das dortige aktuelle Wettergeschehen liefern werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai steht dann der  lediglich etwa 1,8 Kilometer durchmessende Mond Anthe und ein in der unmittelbaren Umgebung verlaufender &#8222;Ringbogen&#8220; auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera. Diese ringähnliche Struktur bildet keinen geschlossenen Ring, sondern erstreckt sich über mehrere tausend Kilometer vor und hinter diesem Mond. Sehr wahrscheinlich wird dieser nur sehr lichtschwache Teil-Ring durch Staubpartikel und Eis gespeist, welches durch die kontinuierlich erfolgenden Einschläge von Mikrometeoriten auf die Oberfläche des Mondes Anthe in das umgebende Weltall befördert wird. Weitere Beobachtungen werden sich auf die feinen Ringstrukturen des inneren D-Ringes konzentrieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tethys, Enceladus und Periapsis</strong>
<br>
Am 11. Mai gilt das Interesse der an der <i>Cassini</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler den beiden Monden Tethys und Enceladus. Neben der ISS-Kamera soll hierbei eines der Spektrometer der Raumsonde, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), dazu eingesetzt werden, um aus größeren Entfernungen von jeweils rund 1,6 Millionen Kilometern Helligkeitsvariationen auf den Oberflächen dieser beiden Monde zu untersuchen. 
<br>
Am 15. Mai wird <i>Cassini</i> um 13:30 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 205 erreichen und den Ringplaneten in einer Entfernung von  686.290 Kilometern passieren. Bei dieser Gelegenheit sollen die ISS-Kamera und das UVIS-Spektrometer eventuell zu diesem Zeitpunkt über der Südpolregion des Saturn auftretende Polarlichter abbilden und untersuchen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Von der Raumsonde Cassini ausgestrahlte Radiosignale werden beim Durchdringen der Atmosphäre und der Ringe des Saturn beziehungsweise der Titanatmosphäre leicht verändert. Diese minimal veränderten Radiosignale werden von den Stationen des DSN auf der Erde empfangen. Durch die Auswertung der Signale ergeben sich Informationen über die Temperatur, die Dichte und die Zusammensetzung der durchdrungenen Objekte. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Titan-Vorbeiflug T-101</strong>
<br>
Am 17. Mai 2014 steht dann der Höhepunkt dieses 205. Umlaufs der Raumsonde <i>Cassini</i> um den Saturn an. Um 18:12 MESZ wird die Raumsonde den größten der Saturnmonde im Rahmen eines gerichteten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 5,7 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von diesmal 2.994 Kilometern passieren. Die mit diesem 102. Vorbeiflug am Titan &#8211; das Manöver trägt die Bezeichnung &#8222;T-101&#8220; &#8211; assoziierten Beobachtungen beginnen bereits mehrere Stunden zuvor mit Fotoaufnahmen durch die ISS-Kamera, welche dabei mit verschiedenen Spektralfiltern die südliche Titanhemisphäre abbilden wird. Unterstützt wird das Kamerasystem dabei durch ein weiteres Instrument &#8211; das Composite Infrared Spectrometer (CIRS). Das Ziel der CIRS-Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt in der Stratosphäre der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls noch während der Anflugsphase an den Titan sollen die Instrumente der Raumsonde eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Okkultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternbedeckung</a> dokumentieren. Hierbei wird der im Sternbild &#8222;Großer Bär&#8220; gelegenen Stern Eta Ursae Majoris von dem Titan bedeckt. Duch den sich dabei ergebenden Abfall in der Lichtkurve des Sterns erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Daten über die Verteilung von Kohlenwasserstoffverbindungen sowie über die Dichte der Staubschichten in den oberen Bereichen der Titanatmosphäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der wissenschaftliche Schwerpunkt dieses Vorbeifluges wird allerdings während der zwei Stunden vor und nach der dichtesten Annäherung durch den Einsatz des &#8222;Radio Science Subsystems&#8220; (kurz &#8222;RSS&#8220;) der Raumsonde <i>Cassini</i> dominiert. Dieses Instrument besteht aus drei Sende-Empfangsanlagen, welche unter anderem die Veränderungen von Radiowellen messen können, sobald diese Signale die Atmosphäre des Titan (beziehungsweise bei alternativen Messkampagnen das Ringsystem des Saturn oder die dichte Saturnatmosphäre) durchdringen. Je nach Frequenzband werden die ausgestrahlten Radiosignale durch <i>Cassini</i> selbst oder durch die Empfangsanlagen des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (DSN) der NASA empfangen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Bereich des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/S-Band#Mikrowellenbereich" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">S-Bandes</a> sendet <i>Cassini</i> dazu eine hochstabile Trägerwelle in Richtung des DSN, ohne selbst Signale zu empfangen. Hierfür wird der Sender der Kommunikationsanlage der Raumsonde verwendet, welcher die Trägerwelle mit einer Sendeleistung von zehn Watt abstrahlt. Analog wird auch im X-Band gesendet, wobei auch vom DSN abgestrahlte Signale empfangen und ausgewertet werden können. Für Messungen bei Frequenzen von 32.028 MHz und 34.316 MHz (Ka-Band) verwendet das RSS einen eigenen Transmitter, welcher speziell für die Erfordernisse des Instruments konstruiert wurde. Dieser kann sowohl Signale zum DSN senden als auch empfangen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Saturnmond Enceladus &#8211; aufgenommen am 18. Januar 2013 durch die NAC-Kamera aus einer Distanz von rund 777.000 Kilometern. Deutlich erkennbar sind hier die Jets aus Wasserdampf und Eispartikeln, welche von den in der Südpolregion dieses Mondes befindlichen &#8222;Tigerstreifen&#8220; &#8211; einer geologisch aktiven Region &#8211; ausgehen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Auswertung der im Rahmen dieser Kampagne ausgestrahlten Radiosignale wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler die Temperatur, die Dichte und die Zusammensetzung der oberen Schichten der Titanatmosphäre ermitteln. Des weiteren soll ein vertikales Profil der Ionendichte in der Ionosphäre des Titan gewonnen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich soll im Rahmen dieses Vorbeifluges zudem ein sogenanntes &#8222;bistastisches Messverfahren&#8220; zum Einsatz kommen. Von  der Raumsonde auszustrahlende Radiowellen werden dabei von der Oberfläche des Titan reflektiert und anschließend von den Empfangsstationen des DSN auf der Erde empfangen. Das Experiment dient dazu, um Aussagen über die physikalischen Eigenschaften der Titanoberfläche &#8211; besteht diese aus feste Material oder ist sie eventuell von einer Flüssigkeit überzogen und wie &#8222;eben&#8220; oder &#8222;rau&#8220; fällt der untersuchte Oberflächenbereich aus &#8211; zu tätigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die RSS-Kampagne sollen CIRS, UVIS und ISS weitere Daten über die Temperatur, die Struktur und den Aufbau der Titanatmosphäre sammeln. Auch in den folgenden Tagen wird vordergründig der Titan das Untersuchungsziel der verschiedenen abbildenden Instrumente der Raumsonde darstellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Mai 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> schließlich um 10:37 MESZ in einer Entfernung von rund 3,1 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 205. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 206 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie der Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 18. Juni 2014 in einer Entfernung von dann 3.658 Kilometern erneut passiert werden soll. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27042014095323_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Mit einem Durchmesser von etwa 1.123 Kilometern handelt es sich bei dem Mond Dione um einen der größeren &#8222;Trabanten&#8220; des Saturn. Die hier gezeigte Aufnahme wurde am 10. September 2013 mit der NAC-Kamera aus einer Entfernung von etwa 892.000 Kilometern angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll <i>Cassini</i> den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.225" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.570" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Internetseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20220121074330/http://ciclops.org/index.php?js=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CICLOPS</a> (engl.)</li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-raumsonde-cassini-und-der-saturnorbit-nummer-204/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2014 18:06:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[CIRS]]></category>
		<category><![CDATA[NAC]]></category>
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		<category><![CDATA[UVIS]]></category>
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		<category><![CDATA[WAC]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38397</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 204. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 35 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet jedoch ein am 7. April erfolgender dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 204. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 35 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet jedoch ein am 7. April erfolgender dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Im Rahmen des Vorbeifluges soll in erster Linie dessen Atmosphäre untersucht werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Titan fertigte die NAC-Kamera von Cassini am 28. August 2013 aus einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Kilometern an. Am rechten unteren Rand der Mo0ndscheibe ist ein über der Südpolregion des Titan befindlicher Wolkenwirbel erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. März 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> um 19:02 MEZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 2,96 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 204. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell weist die Flugbahn von <i>Cassini</i> eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> von 45,5 Grad auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während dieses 35 Tage andauernden Umlaufs, dessen offizielle Bezeichnung &#8222;Rev 203&#8220; lautet, insgesamt 44 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt allerdings ein für den 7. April 2014 vorgesehener gesteuerter Vorbeiflug am größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar. 
<br>
<strong>Titan und Saturn aus der Ferne</strong>
<br>
Die ersten Beobachtungen der ISS-Kamera während dieses neuen Orbits werden dann am 26. März auch den Titan zum Ziel haben. Aus Entfernungen von 3,96 Millionen Kilometern soll dabei die Atmosphäre des Mondes abgebildet werden. Durch die Dokumentation von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in den Atmosphären des Titan lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. In Kombination mit früheren und zukünftigen Beobachtungen lässt sich dadurch auch die &#8222;Großwetterlage&#8220; auf dem Titan dokumentieren, welche sich aufgrund der Bewegung des Saturn um die Sonne in einem etwa 30 Jahre dauernden Rhythmus kontinuierlich verändert (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/titan-atmosphaerische-wellen-fuehren-zu-niederschlaegen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme der nicht von der Sonne beleuchteten Hemisphäre des Saturn fertigte die WAC-Kamera am 20. September 2013 aus einer Entfernung von 2,3 Millionen Kilometern an. Auch die Ringe präsentieren hier ihre zu dem Aufnahmezeitpunkt nicht von der Sonne beleuchteten &#8222;Unterseiten&#8220;. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den folgenden 11 Tagen werden die Kameras der Raumsonde dazu eingesetzt, um den Titan sowie den Saturn aus größeren Entfernungen abzubilden. Neben der Dokumentation des dortigen aktuellen Wettergeschehens richtet sich das Interesse der an der Mission beteiligten Wissenschaftler dabei auf die Zusammensetzung der jeweiligen Atmosphären. Ergänzt werden diese Beobachtungen durch Messungen mit verschiedenen Spektrometern, welche dabei zum Beispiel nach Anzeichen für Polarlichter in der Saturnatmosphäre Ausschau halten sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Titan-Vorbeiflug T-100</strong>
<br>
Am 7. April 2014 steht dann der Höhepunkt dieses 204. Umlaufs der Raumsonde <i>Cassini</i> um den Saturn an. Um 15:41 MESZ wird die Raumsonde den größten der Saturnmonde im Rahmen eines gerichteten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 5,9 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von lediglich 963 Kilometern passieren. Die mit diesem 101. Vorbeiflug am Titan &#8211; das Manöver trägt die Bezeichnung &#8222;T-100&#8220; &#8211; assoziierten Beobachtungen beginnen bereits mehrere Stunden zuvor mit Fotoaufnahmen durch die ISS-Kamera, welche dabei mit verschiedenen Spektralfiltern die Nordpolregion und die dem Saturn abgewandte nördliche Titanhemisphäre abbilden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel hierzu soll eines der Spektrometer des Saturnorbiters, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), dazu genutzt werden, um diverse Scans durchzuführen. Das Ziel dieser Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt in der Stratosphäre der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln. Mit fortschreitender Annäherung an den Saturnmond soll das CIRS durch weitere Abtastungen, welche im mittleren Infrarotbereich erfolgen, zudem die Verteilung von Aerosolen und verschiedener chemischer Verbindungen in den oberen Schichten der Titanatmosphäre bestimmen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Ein Blick auf die Südhemisphäre des Titan, erstellt am 14. Juli 2013 durch die NAC-Kamera. Der von der Sonne beleuchtete Rand eines direkt über dem Südpol des Titan gelegenen Wolkenwirbels zeichnet sich hier deutlich erkennbar gegenüber den in Dunkelheit gelegenen Bereichen der angrenzenden Atmosphäre ab. Daraus schlussfolgern die an der Cassini-Mission beteiligten Wissenschaftler, dass sich dieser Wirbel deutlich weiter in die Höhe erstreckt als die umgebenden Atmosphärenschichten. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa 90 Minuten vor der dichtesten Annäherung an den Titan wird ein weiteres Instrument, das Visual and Infrared Spectrometer (VIMS), zum Einsatz kommen und in Zusammenarbeit mit der ISS-Kamera dokumentieren, wie der Stern <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antares" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Antares</a>, der rötlich leuchtende Hauptstern des Sternbildes Skorpion, erst von der ausgedehnten Atmosphäre des Titan und schließlich von dem Mond selbst verdeckt wird. Durch die Beobachtung dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Okkultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternbedeckung</a> und des dabei erfolgenden Helligkeitsabfalls in der Lichtkurve von Antares erhoffen sich die an dieser Beobachtungskampagne beteiligten Wissenschaftler weitere Aufschlüsse über den Aufbau und die Struktur der oberen Atmosphärenschichten des Titan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Phase der dichtesten Annäherung von <i>Cassini</i> an den Mond wird ein weiteres Instrument die wissenschaftlichen Aktivitäten dominieren. Das Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS) soll dabei durch direkte Messungen die chemische Zusammensetzung der obersten Atmosphärenschicht ermitteln. Außerdem sollen Veränderungen der Titan-Ionosphäre registriert werden, welche sich durch örtliche und tageszeitliche Unterschiede sowie durch eine eventuelle Interaktion der Titanatmosphäre mit der Magnetosphäre des Saturn und durch Strahlungseinflüsse der Sonne ergeben. Neben der Wärmestrahlung der Sonne soll dabei in erster Linie der Einfluss des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwind" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sonnenwindes</a> auf den Titan untersucht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der dichtesten Annäherung wird neben dem CIRS ein weiteres Spektrometer, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), aktiv sein, um weitere Daten über die Struktur, Temperatur und Zusammensetzung der Titanatmosphäre zu gewinnen. Beide Instrumente sollen hierbei speziell die Südpolregion des Titan untersuchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Periapsis, Uranus, Ringe</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Zwischen dem Saturn und dem hellen C-Ring befindet sich der relativ dunkle und sehr staubreiche D-Ring, welcher in dieser am 21. Oktober 2013 mit der NAC-Kamera aus einer Distanz von etwa 2,4 Millionen Kilometern angefertigten Aufnahme leicht zu übersehen ist. Nach dem jetzigen Planungsstand wird die Raumsonde Cassini in den Monaten vor dem Ende der Mission im Jahr 2017 ihre letzten Umläufe um den Saturn zwischen diesem Ring und der obersten Schicht der Saturnatmosphäre durchführen. Ebenfalls in dieser Aufnahme erkennbar sind 12 Hintergrundsterne. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. April wird <i>Cassini</i> um 18:06 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 204 erreichen und den Ringplaneten in einer Entfernung von etwa 686.000 Kilometern passieren. Unmittelbar danach wollen die Wissenschaftler versuchen, eventuell im Bereich des Saturn-Südpols auftretende Polarlichter zu beobachten. Neben der ISS-Kamera wird dazu erneut das VIMS-Spektrometer genutzt. Am 11. April wird die ISS-Kamera zudem den Planeten Uranus abbilden, welcher sich zu diesem Zeitpunkt von <i>Cassini</i> aus betrachtet unmittelbar neben dem F-Ring des Saturn befindet und der auf den geplanten Aufnahmen als kleiner, bläulich leuchtender Punkt zu erkennen sein wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am darauf folgenden wird die ISS-Kamera Teilbereiche des äußeren A-Ringes des Saturn abbilden. Hierbei sollen unter anderem zum wiederholten Mal sogenannte &#8222;Propellerstrukturen&#8220; dokumentiert werden. Bei diesen lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine &#8222;Hohlräume&#8220; innerhalb des Ringsystems, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden &#8211; so genannten Moonlets &#8211; verursacht werden. Durch die anzufertigenden Aufnahmen des A-Ringes sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April soll die Kamera dann verschiedene Teilbereiche des F-Ringes des Saturn abbilden. Bei dieser Beobachtungssequenz gilt das wissenschaftliche Interesse speziell den diversen Verästelungen der gewundenen Einzelringe sowie deren Interaktion mit den in der Nähe befindlichen Monden. Frühere Beobachtungen führten zu dem Schluss, dass vor allem gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora die Struktur des F-Ringes gestalten. Speziell die gravitativen Einflüsse dieser beiden als Schäfermonde fungierenden Monde sind für die Ausbildung der beobachteten Wellenstrukturen des F-Ringes verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Monde des Saturn</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014190638_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Schatten des Saturn verdeckt einen Teil des Ringsystems. Unmittelbar rechts der Bildmitte sind mehrere Speichenstrukturen erkennbar, welche sich im B-Ring befinden. Diese Strukturen wurden erstmals auf den Aufnahmen der Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 ausgemacht, welche den Saturn bereits Anfang der 1980er Jahre passierten. Es handelt sich hierbei um lediglich vorübergehend auftretende Erscheinungen, welche sich innerhalb von wenigen Stunden ausbilden und dann wieder auflösen. Die Planetenforscher sind sich mittlerweile weitgehend sicher, dass diese Speichenstrukturen durch elektrisch aufgeladenen Staub verursacht werden, welcher durch Abstoßungskräfte vorübergehend aus dem B-Ring herausgedrückt wird. Es wird vermutet, dass die Speichen ein saisonales Phänome darstellen und sich nur in bestimmten Zeiträumen während eines knapp 30 Jahre andauernden Saturnjahres bilden. Mit dem Fortschreiten der Jahreszeiten und dem Einsetzen des Sommers auf der nördlichen Planetenhemisphäre sollten sie dann nicht mehr auftreten. Eher unscheinbar ist dagegen auf dieser Aufnahme der immerhin rund 397 Kilometer durchmessende Mond Mimas, welcher am rechten unteren Bildrand erkennbar ist. Diese Aufnahme wurde am 22. Oktober 2013 mit der WAC-Kamera angefertigt. Die Entfernung zum Saturn betrug dabei 2,6 Millionen Kilometer. 
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(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am selben Tag wird sich das Interesse der Wissenschaftler wieder auf die Monde des Saturn richten, wobei zunächst einer der kleinen, äußeren Saturnmonde auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera steht. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn und seinem Durchmesser von lediglich rund sechs Kilometern ist über den erst im Jahr 2005 entdeckten Mond Fornjot bisher nur sehr wenig bekannt. Die ISS-Kamera soll Fornjot über einen Zeitraum von 36 Stunden aus einer Distanz von rund 19,5 Millionen Kilometern wiederholt abbilden. Anhand der Variationen in der sich bei dieser Beobachtungssequenz ergebenden Lichtkurve und einem Abgleich mit früheren Beobachtungen sollen die Helligkeitsvariationen auf dessen Oberfläche und die sich daraus ergebende Rotationsperiode dieses Mondes bestimmt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den 18. April sind erneut diverse sogenannte &#8222;astrometrische Beobachtungen&#8220; von mehreren der kleineren, inneren Saturnmonde vorgesehen. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der äußere Mond Kiviuq, welcher am 19. April lediglich etwa 10,8 Millionen Kilometer von dem Saturnorbiter entfernt sein wird, soll mehrfach mit der ISS-Kamera abgebildet werden. In Kombination mit den bereits zu früheren Zeitpunkten gewonnenen Daten soll die Ausrichtung von dessen Rotationsachse ermittelt werden. Außerdem sollen die neu anzufertigenden Aufnahmen, welche allerdings keine Oberflächendetails enthüllen werden, dazu dienen, die Form und Gestalt dieses lediglich rund 16 Kilometer durchmessenden Mondes zu bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. April 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> schließlich um 15:47 MESZ in einer Entfernung von rund 3,4 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 204. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 205 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie der Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 17. Mai 2014 in einer Entfernung von 2.994 Kilometern erneut passiert werden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll <i>Cassini</i> den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-nummer-203/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 203</a> (20. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-202-beginnt/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 202 beginnt</a> (18. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-beginnt-den-saturnumlauf-nummer-201/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini beginnt den Saturnumlauf Nummer 201</a> (17. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-aufnahmen-vom-nordpol-hexagon-des-saturn/" data-wpel-link="internal">Neue Aufnahmen vom Nordpol-Hexagon des Saturn</a> (7. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/cassini-ein-beeindruckender-blick-auf-den-saturn/" data-wpel-link="internal">Cassini: Ein beeindruckender Blick auf den Saturn</a> (12. November 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.225" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.555" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Internetseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20220121074330/http://ciclops.org/index.php?js=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CICLOPS</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-raumsonde-cassini-und-der-saturnorbit-nummer-204/" data-wpel-link="internal">Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 203</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-nummer-203/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2014 15:39:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[DSN]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[NAC]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Planetenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
		<category><![CDATA[Titan]]></category>
		<category><![CDATA[UVIS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 203. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses in wenigen Stunden beginnenden Orbits bildet ein am 6. März erfolgender Vorbeiflug der Raumsonde an [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-nummer-203/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 203</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 203. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses in wenigen Stunden beginnenden Orbits bildet ein am 6. März erfolgender Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Dieser soll genutzt werden, um Einzelheiten über den inneren Aufbau dieses Mondes in Erfahrung zu bringen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme zeigt den etwa 119 x 87 x 61 Kilometer großen Saturnmond Prometheus, welcher den Saturn in einer Entfernung von 79.112 Kilometern zur obersten Wolkenschicht des Ringplaneten innerhalb der Roche-Teilung des F-Ringes umkreist. Für einen vollständigen Umlauf benötigt dieser Mond lediglich 14 Stunden, 42 Minuten und 42 Sekunden. Aus einer Entfernung von etwa einer Million Kilometern erreichte die NAC-Kamera am 10. September 2013 eine Auflösung von rund sechs Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Februar 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> um 17:45 MEZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 2,84 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 203. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell weist die Flugbahn von <i>Cassini</i> eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> von 48,1 Grad auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während dieses 32 Tage andauernden Umlaufs &#8211; dieser trägt die Bezeichnung &#8222;Rev 202&#8220; &#8211; insgesamt 32 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt allerdings ein für den 6. März 2014 vorgesehener gesteuerter Vorbeiflug am größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar. 
<br>
<strong>Mondbeobachtungen</strong>
<br>
Die ersten Beobachtungen der ISS-Kamera während dieses neuen Orbits, welche am 22. und 24. Februar erfolgen sollen, werden dann auch den Titan zum Ziel haben. Aus Entfernungen von mehr als drei Millionen Kilometern soll dabei die Atmosphäre des Mondes abgebildet werden. Durch die Dokumentation von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in den Atmosphären des Titan lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. In Kombination mit früheren und zukünftigen Beobachtungen lässt sich dadurch auch die &#8222;Großwetterlage&#8220; auf dem Titan dokumentieren, welche sich aufgrund der Bewegung des Saturn um die Sonne in einem etwa 30 Jahre dauernden Rhythmus kontinuierlich verändert (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/titan-atmosphaerische-wellen-fuehren-zu-niederschlaegen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am 24. Februar soll sich die ISS-Kamera auf den kleinen, äußeren Saturnmond Kiviuq richten. Mittels der aus einer Entfernung von rund 8,06 Millionen Kilometern angefertigten Aufnahmen &#8211; hierbei handelt es sich um eine der dichtesten Annäherungen an diesen Saturnmond während der gesamten <i>Cassini</i>-Mission &#8211; soll die Ausrichtung von dessen Rotationsachse und die Position des Nordpols bestimmt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Die diversen Verästelungen und die gewundene Einzelringe des F-Ringes des Saturn werden durch gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora erzeugt. Die hier gezeigte Aufnahme wurde am 25. Dezember 2012 mit der NAC-Kamera im sichtbaren Bereich des Lichts erstellt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für den 26. Februar sind diverse sogenannte astrometrische Beobachtungen vorgesehen. Hierbei sollen mehrere der kleineren, inneren Saturnmonde abgebildet werden. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. Eine weitere Astrometrie-Kampagne soll am 28. Februar durchgeführt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls an diesem Tag wird sich die ISS-Kamera auf den Saturn richten und dessen Atmosphäre abbilden. Die entsprechenden WAC-Aufnahmen sind Bestandteil einer langfristig ausgelegten &#8222;Sturmbeobachtungskampagne&#8220; und sollen erneut aktuelle Daten über das dortige Wettergeschehen liefern. Vergleichbar mit den Beobachtungen der Titan-Atmosphäre lassen sich auch hier Aussagen über die gegenwärtig in der Saturnatmosphäre vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. Bis zum 28. Februar sind insgesamt drei weitere vergleichbare Beobachtungen vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. März soll die ISS-Kamera dann verschiedene Teilbereiche des F-Ringes des Saturn abbilden. Bei dieser Beobachtungssequenz gilt das wissenschaftliche Interesse speziell den diversen Verästelungen der gewundenen Einzelringe sowie deren Interaktion mit den in der Nähe befindlichen Monden. Frühere Beobachtungen führten zu dem Schluss, dass vor allem gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora die Struktur des F-Ringes gestalten. Speziell die gravitativen Einflüsse dieser beiden als Schäfermonde fungierenden Monde sind für die Ausbildung der beobachteten Wellenstrukturen des F-Ringes verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Titan-Vorbeiflug T-99</strong>
<br>
Am 6. März 2014 steht dann der Höhepunkt des 203. Umlaufs der Raumsonde <i>Cassini</i> um den Saturn an. Um 17:27 MEZ wird die Raumsonde den größten der Saturnmonde im Rahmen eines gerichteten Vorbeifluges in einer Entfernung von 1.500 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 5,8 Kilometern pro Sekunde passieren. Die mit diesem 100. Vorbeiflug am Titan &#8211; das Manöver trägt die Bezeichnung &#8222;T-99&#8220; &#8211; assoziierten Beobachtungen beginnen mit Fotoaufnahmen durch die ISS-Kamera, welche dabei mit verschiedenen Spektralfiltern ein globales Mosaikbild des Titan erstellen wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Die vier Meter durchmessende Hauptantenne der Raumsonde muss während der RSS-Messungen direkt auf die Erde ausgerichtet sein. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der wissenschaftliche Schwerpunkt dieses Vorbeifluges wird allerdings durch den Einsatz des &#8222;Radio Science Subsystem&#8220; (kurz &#8222;RSS&#8220;) der Raumsonde <i>Cassini</i> dominiert. Während des Vorbeifluges an dem Mond wird die Raumsonde durch von Titan ausgehende gravitative Einflüsse zwar minimal, aber doch deutlich spürbar von der vorgesehenen Flugbahn abgelenkt werden. Diese Abweichung macht sich durch eine geringfügig veränderte Laufzeit der Radiosignale, welche <i>Cassini</i> während des Vorbeifluges konstant zur Erde aussenden wird, bemerkbar. Hierzu sendet <i>Cassini</i> im Bereich des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/S-Band#Mikrowellenbereich" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">S-Bandes</a> eine hochstabile Trägerwelle in Richtung Erde aus, ohne selbst Signale zu empfangen. Hierfür wird der Sender der Kommunikationsanlage der Raumsonde verwendet, welcher die Trägerwelle mit einer Sendeleistung von zehn Watt abstrahlt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Auswertung dieser auf dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Doppler-Effekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Doppler-Effekt</a> basierenden Daten lässt sich nicht nur die Masse von Titan und die sich daraus ergebende mittlere Dichte näher bestimmen. Vielmehr können hierdurch auch Aussagen über den inneren Aufbau dieses Mondes getätigt werden. Speziell erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler durch das RSS-Experiment weitere Erkenntnisse über einen eventuell existierenden unterirdischen Ozean sowie über Heterogenitäten und Massekonzentrationen innerhalb der Lithosphäre des Titan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die über einen Zeitraum von 24 Stunden durchzuführende RSS-Kampagne wird etwa 12 Stunden vor der dichtesten Annäherung an den Titan beginnen. Während der erfolgenden RSS-Messungen muss die vier Meter durchmessende Hauptantenne der Raumsonde exakt auf die Erde ausgerichtet sein. Nur so können die von <i>Cassini</i> abgesetzten Radiosignale von den Empfangsstationen des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (DSN) der NASA mit einer ausreichenden Präzision empfangen werden. Da die wissenschaftlichen Instrumente starr auf einer Instrumentenplattform montiert sind, ist es somit während der Hauptphase dieses Vorbeifluges nicht möglich, Aufnahmen des Mondes durch die ISS-Kamera zu gewinnen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_4.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Sternbedeckungen werden dazu genutzt, um die Dichte der einzelnen Saturnringe eingehender zu untersuchen. Die hier gezeigte Bedeckung von Antares, dem hellsten Stern im Sternbild Skorpion, dokumentierte die NAC-Kamera am 3. Januar 2008 aus einer Entfernung von 541.000 Kilometern zum Saturn. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abschluss der RSS-Messungen soll neben der ISS-Kamera zudem ein weiteres Instrument des Saturnorbiters, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), dazu genutzt werden, um diverse Scans des Titan durchzuführen. Das Ziel dieser Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt in der Stratosphäre der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln. Zudem sollen durch Abtastungen, welche im mittleren Infrarotbereich erfolgen, die Verteilung von Aerosolen und verschiedener chemischer Verbindungen in den oberen Schichten der Titanatmosphäre bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Periapsis und Untersuchung des Ringsystems</strong>
<br>
Am 8. März wird <i>Cassini</i> um 20:26 MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 203 erreichen und den Planeten in einer Entfernung von etwa 800.000 Kilometern passieren. Nur wenige Stunden zuvor stehen zwei <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Okkultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternbedeckungen</a> auf dem Beobachtungsprogramm von <i>Cassini</i>, wobei neben der ISS-Kamera auch ein weiteres Spektrometer der Raumsonde, das Visual and Infrared Spectrometer (VIMS), zum Einsatz kommen wird. 
<br>
Bei diesen beiden Okkultationen werden die im Sternbild Leier (lateinischer Name Lyra) gelegenen Sterne <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wega" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Wega</a> und R Lyrae von Teilen des Ringsystems des Saturn bedeckt. Durch die sich dabei ergebenden Helligkeitsschwankungen in den Lichtkurven der beiden Sterne erhoffen sich die an der Kampagne beteiligten Wissenschaftler Aufschlüsse über den Aufbau, die Materialdichte und die Struktur der Ringbereiche, welche die Sterne bei dieser Okkultation bedecken. Außerdem, so die Wissenschaftler, können hierbei eventuelle Veränderungen in der Ringstruktur registriert werden, welche durch das Gravitationsfeld des Saturn oder durch erst kürzlich erfolgte <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/meteoroidenimpakte-im-saturn-ringsystem-beobachtet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">&#8222;Einschläge&#8220; von Meteoroiden</a> verursacht wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Anschluss an diese Beobachtungen wird sich das Interesse zunächst weiter auf das Ringsystem konzentrieren. Dabei soll die WAC-Kamera ein Mosaik des gesamten Ringsystems erstellen. Die NAC-Kamera wird sich dagegen auf die Bereiche konzentrieren, wo der Schattenwurf des Saturn die Ringe verdunkelt. Anschließend wird die ISS-Kamera Teile des äußeren A-Ringes abbilden. Hierbei sollen unter anderem zum wiederholten Mal sogenannte &#8222;Propellerstrukturen&#8220; dokumentiert werden. Bei diesen lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine &#8222;Hohlräume&#8220; innerhalb des Ringsystems, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden &#8211; so genannten Moonlets &#8211; verursacht werden (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mini-jets-im-f-ring-des-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Durch die anzufertigenden Aufnahmen des A-Ringes sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese am 18.August 2013 mit der WAC-Kamera angefertigte Aufnahme zeigt das Ringsystem des Saturn im nahen Infrarot. Die Entfernung zwischen der Raumsonde und dem Saturn betrug dabei rund 1,1 Millionen Kilometer. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. März wird das ISS-Kamerateam schließlich im Rahmen einer zehn Stunden andauernden Beobachtungskampagne versuchen, den am weitesten vom Saturn entfernt gelegenen, extrem lichtschwachen und erst im Jahr 2009 auf Aufnahmen des Weltraumteleskops <i>Spitzer</i> entdeckten <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/riesiger-geisterring-um-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Phoebe-Ring</a> abzubilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Beobachtungen in den folgenden Tagen werden dann primär die Atmosphäre des Saturn zum Ziel haben. Durch den Einsatz der Instrumente CIRS und VIMS sowie des Ultraviolet Imaging Spectrometers (UVIS) soll die Struktur der oberen Atmosphärenschichten analysiert werden. Außerdem soll versucht werden, eventuell gerade über der Südpolregion des Planeten aktive Polarlichter nachzuweisen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. und 15. März steht zudem einer der kleinen, äußeren Saturnmonde auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn und seinem Durchmesser von lediglich rund sechs Kilometern ist über den erst im Jahr 2005 entdeckten Mond Fornjot bisher nur sehr wenig bekannt. Die ISS-Kamera soll Fornjot über einen Zeitraum von 36 Stunden aus einer Distanz von rund 18,8 Millionen Kilometern wiederholt abbilden. Anhand der Variationen in der sich bei dieser Beobachtungssequenz ergebenden Lichtkurve und einem Abgleich mit früheren Beobachtungen sollen die Helligkeitsvariationen auf dessen Oberfläche und die sich daraus ergebende Rotationsperiode dieses Mondes bestimmt werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20022014163911_small_6.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Immer wieder beeindruckend: Das Nordpol-Hexagon auf dem Saturn (mehr zu diesem direkt über dem Nordpol des Saturn gelegenen Wirbelsturmgebiet in einem 
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-aufnahmen-vom-nordpol-hexagon-des-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">früheren Artikel</a>
). Die hier gezeigte Aufnahme wurde am 23. November 2013 mit der WAC-Kamera der Raumsonde Cassini angefertigt. Aus einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Kilometern liegt die Auflösung bei 150 Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. März 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> schließlich um 19:02 MEZ in einer Entfernung von rund drei Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 203. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 204 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie verschiedener Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 7. April 2014 in einer Entfernung von dann lediglich 963 Kilometern erneut passiert werden wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll <i>Cassini</i> den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-202-beginnt/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 202 beginnt</a> (18. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-beginnt-den-saturnumlauf-nummer-201/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini beginnt den Saturnumlauf Nummer 201</a> (17. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-aufnahmen-vom-nordpol-hexagon-des-saturn/" data-wpel-link="internal">Neue Aufnahmen vom Nordpol-Hexagon des Saturn</a> (7. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/cassini-ein-beeindruckender-blick-auf-den-saturn/" data-wpel-link="internal">Cassini: Ein beeindruckender Blick auf den Saturn</a> (12. November 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.225" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.555" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Internetseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20220121074330/http://ciclops.org/index.php?js=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CICLOPS</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-nummer-203/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf Nummer 203</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf 202 beginnt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-202-beginnt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jan 2014 12:06:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[NAC]]></category>
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		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
		<category><![CDATA[Titan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am morgigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 202. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses in wenigen Stunden beginnenden Orbits bildet ein für den 2. Februar geplanter dichter Vorbeiflug der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturnumlauf-202-beginnt/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturnumlauf 202 beginnt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am morgigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 202. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 32 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses in wenigen Stunden beginnenden Orbits bildet ein für den 2. Februar geplanter dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Immer wieder beeindruckend: Das Nordpol-Hexagon auf dem Saturn (mehr zu diesem direkt über dem Nordpol des Saturn gelegenen Wirbelsturmgebiet in einem 
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-aufnahmen-vom-nordpol-hexagon-des-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">früheren Artikel</a>
). Die hier gezeigte Aufnahme wurde am 23. Juli 2013 mit der WAC-Kamera der Raumsonde Cassini angefertigt. Aus einer Entfernung von etwa 950.000 Kilometern liegt die Auflösung bei 57 Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Januar 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> um 11:10 MEZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 2,72 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 202. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell weist die Flugbahn von <i>Cassini</i> eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> von 50,1 Grad auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während des diesmal 32 Tage andauernden Umlaufs &#8211; dieser trägt die Bezeichnung &#8222;Rev 201&#8220; &#8211; insgesamt 51 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt jedoch ein für den 2. Februar 2014 vorgesehener gesteuerter Vorbeiflug am größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar. 
<br>
Die ersten Beobachtungen der ISS-Kamera werden bereits am 20. Januar erfolgen und den Saturn zum Ziel haben. Mittels der dabei geplanten Abbildungen der Saturnatmosphäre durch die WAC-Kamera, welche Bestandteil einer langfristig ausgelegten &#8222;Sturmbeobachtungskampagne&#8220; sind, sollen erneut aktuelle Daten über das dortige Wettergeschehen gesammelt werden. Durch die Beobachtung von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in den Atmosphären des Saturn lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. Bis zum 19. Februar sind insgesamt 19 weitere vergleichbare Beobachtungen vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der B-Ring des Saturn</strong>
<br>
Unmittelbar nach der Beendigung der ersten Sturmbeobachtungskampagne ist <i>Cassini</i> so im Raum positioniert, dass die ISS-Kamera direkt auf den B-Ring des Saturn zeigt. Aus den Aufnahmen der Kamera wollen die beteiligten Wissenschaftler kurze Videosequenzen erstellen, auf denen die im B-Ring angeordneten Speichenformationen erkennbar sind. Diese Strukturen wurden erstmals auf den Aufnahmen der Raumsonden <i>Voyager 1</i> und <i>Voyager 2</i> ausgemacht, welche den Saturn bereits Anfang der 1980er Jahre passierten. Diese auf Fotoaufnahme in hellen Farben erkennbaren Speichen sind im Durchschnitt lediglich etwa 100 Kilometer breit und erstrecken sich radial über eine Strecke von bis zu 20.000 Kilometer in das Ringsystem hinein. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_2.gif" alt="NASA, JPL, Space Science Institute, Animation: Mike Malaska" width="260"/><figcaption>
Diese Speichenformationen im B-Ring des Saturn wurden im September 2009 durch die Raumsonde Cassini abgebildet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute, Animation: Mike Malaska)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen &#8222;Speichen&#8220; handelt es sich um vorübergehend auftretende Erscheinungen, welche sich üblicherweise innerhalb von wenigen Stunden ausbilden und dann wieder auflösen. Die Planetenforscher sind sich mittlerweile nahezu sicher, dass diese Speichenstrukturen durch elektrisch aufgeladene Staubpartikel verursacht werden, welcher durch elektrischen Abstoßungskräfte vorübergehend aus dem B-Ring herausgedrückt werden. Es wird vermutet, dass die Speichen ein saisonales Phänome darstellen, welche sich nur zu bestimmten Zeiten während eines knapp 30 Jahre andauernden Saturnjahres bilden. Mit dem weiteren Fortschreiten der Jahreszeiten auf dem Saturn und dem Einsetzen des Sommers auf der nördlichen Planetenhemisphäre, so die Prognose der Wissenschaftler, sollten sie dann nicht mehr auftreten. Bis zur Vollendung des jetzt beginnenden Saturnumlaufs sind vier weitere solcher Beobachtungssequenzen vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mondbeobachtungen und eine Sternbedeckung</strong>
<br>
Am 22. Januar steht eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Okkultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sternbedeckung</a> auf dem Beobachtungsprogramm von <i>Cassini</i>, wobei neben der ISS-Kamera auch eines der Spektrometer der Raumsonde, das Visual and Infrared Spectrometer (VIMS), zum Einsatz kommen wird. Bei dieser Okkultation wird der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Halbregelm%C3%A4%C3%9Fig_ver%C3%A4nderlicher_Stern" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">halbregelmäßig veränderliche</a> Riesenstern <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/L2_Puppis" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">L2 Puppis</a> von Teilen des Ringsystems des Saturn bedeckt. Durch die sich dabei ergebenden Helligkeitsschwankungen in der Lichtkurve von L2 Puppis erhoffen sich die an der Kampagne beteiligten Wissenschaftler Aufschlüsse über den Aufbau, die Materialdichte und die Struktur der Ringbereiche, welche den Stern bei dieser Okkultation bedecken. Außerdem, so die Wissenschaftler, können hierbei eventuelle Veränderungen in der Ringstruktur registriert werden, welche durch das Gravitationsfeld des Saturn oder durch erst kürzlich erfolgte <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/meteoroidenimpakte-im-saturn-ringsystem-beobachtet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">&#8222;Einschläge&#8220; von Meteoroiden</a> verursacht wurden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der etwa 179 Kilometer durchmessende Mond Janus ist einer der kleineren, inneren Monde des Saturn. Für einen Umlauf um den Planeten benötigt Janus etwa 16 Stunden und 40 Minuten. Die hier gezeigte Aufnahme von Janus wurde am 10. September 2013 angefertigt. Aus einer Entfernung von rund einer Million Kilometern erreichte die NAC-Kamera dabei eine Auflösung von etwa sechs Kilometern pro Pixel. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am darauffolgenden Tag sollen erneut mehrere der kleineren, inneren Saturnmonde im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren. Vier weitere Astrometrie-Kampagnen sollen zwischen dem 26. Januar und dem 18. Februar durchgeführt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. und 27. Januar wird die ISS-Kamera mehrfach die Saturnmonde Titan und Aegaeon &#8211; letzterer wird als eine der Materialquellen für den G-Ring des Saturn angesehen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neu-entdeckter-kleiner-mond-quelle-fuer-saturns-g-ring/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>) &#8211; abbilden. Für den 29. Januar vorgesehene Kameraaufnahmen werden Teilbereiche des F-Ringes des Saturn zum Ziel haben. Bei dieser Beobachtungssequenz gilt das wissenschaftliche Interesse speziell den diversen Verästelungen der gewundenen Einzelringe sowie deren Interaktion mit den in der Nähe befindlichen Monden. Vorherige Beobachtungen führten zu dem Schluss, dass in erster Linie gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora die Struktur und Form des F-Ringes gestalten. Speziell die gravitativen Einflüsse dieser beiden als <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4fermond" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schäfermonde</a> fungierenden Monde sind für die Ausbildung der beobachteten Wellenstrukturen des F-Ringes verantwortlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Titan-Vorbeiflug T-98</strong>
<br>
Am 2. Februar steht schließlich der Höhepunkt dieses 202. Umlaufs der Raumsonde <i>Cassini</i> um den Saturn an. Um 20:13 MEZ wird die Raumsonde den Saturnmond Titan im Rahmen eines gerichteten Vorbeifluges in einer Entfernung von 1.235 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 5,9 Kilometern pro Sekunde passieren. Die mit diesem 99. Vorbeiflug am Titan &#8211; das Manöver trägt die Bezeichnung &#8222;T-98&#8220; &#8211; assoziierten Beobachtungen beginnen bereits rund 36 Stunden früher. Hierbei wird die ISS-Kamera vier Wolkenbeobachtungskampagnen durchführen, mit denen &#8211; vergleichbar mit den &#8222;Sturmbeobachtungskampagnen&#8220; beim Saturn &#8211; aktuelle Daten über das gegenwärtige Wettergeschehen in der Titanatmosphäre gesammelt werden sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab den Morgenstunden des 2. Februar soll neben der ISS-Kamera zunächst ein weiteres Instrument des Saturnorbiters, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), dazu genutzt werden, um diverse Scans von der Nachtseite des Titan durchzuführen. Das Ziel dieser Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt in der Stratosphäre der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln. Mit fortschreitender Annäherung an den Saturnmond soll das CIRS durch Abtastungen, welche im mittleren Infrarotbereich erfolgen, zudem die Verteilung von Aerosolen und verschiedener chemischer Verbindungen in den oberen Schichten der Titanatmosphäre bestimmen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Auf RADAR-Aufnahmen, welche am 20. Juni 2011 während des Titan-Vorbeifluges &#8222;T-77&#8220; erstellt wurden, wurde ein zuvor nicht bekannter Krater auf der Titanoberfläche entdeckt (
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/cassini-entdeckt-weiteren-krater-auf-titan/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>
). 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, ASI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Phase der dichtesten Annäherung an des Titan wird schließlich das RADAR-Instrument von <i>Cassini</i> über einen Zeitraum von 12 Stunden die Beobachtungsabläufe dominieren. Durch <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scatterometrie" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Scatterometrie-</a> und <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radiometrie" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Radiometriemessungen</a> soll das RADAR weite Bereiche der in diesem Zeitraum zugänglichen Titanoberfläche abtasten und dadurch weitere Daten über die Gestalt und die Zusammensetzung der Oberfläche sammeln. Durch Beobachtungen im <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Synthetic_Aperture_Radar" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Synthetic Aperture Radar</a>-Modus sollen zudem gezielt verschiedene Oberflächenformationen wie das Dünenfeld Shangri La, die Dilmun-Region oder der Selk-Krater in hoher Auflösung abgebildet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige der so gewonnenen Daten, welche die Region um den mit Kohlenwasserstoffverbindungen gefüllten See <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/titansee-ontario-lacus-aehnelt-der-etosha-pfanne/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Ontario Lacus</a> wiedergeben, sollen mit zukünftigen RADAR-Bildern kombiniert werden und die dortige Landschaft in Stereobildern wiedergeben. Das hierfür benötigte Daten-Set soll während des nächsten Vorbeifluges am Titan &#8211; das entsprechende Manöver &#8222;T-99&#8220; erfolgt am 6. März 2014 &#8211; angefertigt werden. Etwa sechs Stunden nach der dichtesten Annäherung wird wieder das CIRS-Spektrometer aktiviert, um weitere Daten über die Temperatur und Zusammensetzung der Titanatmosphäre zu sammeln. Im Gegensatz zu den Scans während der Annäherungsphase wird hierbei allerdings die Südpolregion des Titan das Zielgebiet der Messungen sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Periapsis</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_5.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute, Cornell University" width="260"/></a><figcaption>
Diese propellerähnliche Struktur innerhalb des A-Ringes des Saturn wurde am 5. Juni 2012 mit der ISS-Kamera abgebildet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute, Cornell University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. Februar wird <i>Cassini</i> um 19:12 MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 202 erreichen und den Planeten in einer Entfernung von etwa 920.000 Kilometern passieren. Etwa vier Stunden später wird die ISS-Kamera Teile des A-Ringes abbilden. Hierbei sollen unter anderem zum wiederholten Mal sogenannte &#8222;Propellerstrukturen&#8220; dokumentiert werden. Bei diesen lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine &#8222;Hohlräume&#8220; innerhalb des Ringsystems, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden &#8211; so genannten Moonlets &#8211; verursacht werden (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mini-jets-im-f-ring-des-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Durch die anzufertigenden Aufnahmen des A-Ringes sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den darauf folgenden Tagen wird sich die Raumsonde in erster Linie auf die Ringe des Saturn konzentrieren. In Zusammenarbeit mit dem VIMS-Spektrometer wird die ISS-Kamera dabei unter anderem den Schattenwurf des Saturn auf dessen Hauptringe dokumentieren sowie Teilbereiche der Ringe &#8222;A&#8220;, &#8222;D&#8220; und &#8222;F&#8220; unter unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen abbilden. Weitere Beobachtungen werden die Roche-Teilung zum Ziel haben, welche den A-Ring von dem F-Ring trennt. Zudem soll ebenfalls am 4. Februar eine weitere Sternbedeckung beobachtet werden. Hierbei wird der Stern <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gamma_Eridani" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Gamma Eridani</a> von den Ringen bedeckt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Februar 2014 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> schließlich um 17:45 MEZ in einer Entfernung von rund 2,9 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 202. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 203 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie verschiedener Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 6. März 2014 in einer Entfernung von rund 1.500 Kilometern passiert werden wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18012014130633_small_6.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="1038" height="124"/></a><figcaption>
Das Ringsystem des Saturn setzt sich aus mehr als 100.000 einzelnen Ringen zusammen, welche durch scharf umrissene Lücken voneinander abgegrenzt sind. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll <i>Cassini</i> den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-beginnt-den-saturnumlauf-nummer-201/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini beginnt den Saturnumlauf Nummer 201</a> (17. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/neue-aufnahmen-vom-nordpol-hexagon-des-saturn/" data-wpel-link="internal">Neue Aufnahmen vom Nordpol-Hexagon des Saturn</a> (7. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/cassini-ein-beeindruckender-blick-auf-den-saturn/" data-wpel-link="internal">Cassini: Ein beeindruckender Blick auf den Saturn</a> (12. November 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-der-saturn-umlauf-nummer-200/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Der Saturn-Umlauf Nummer 200</a> (6. November 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/cassini-ein-portraet-der-nordhemisphaere-des-saturn/" data-wpel-link="internal">Cassini: Ein Porträt der Nordhemisphäre des Saturn</a> (31. Oktober 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-ein-blick-auf-die-seen-des-titan/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini: Ein Blick auf die Seen des Titan</a> (27. Oktober 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/sonnenaktivitaet-beeinflusst-die-atmosphaere-des-titan/" data-wpel-link="internal">Sonnenaktivität beeinflusst die Atmosphäre des Titan</a> (18. Oktober 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/raumsonde-cassini-entdeckt-propen-in-titan-atmosphaere/" data-wpel-link="internal">Raumsonde Cassini entdeckt Propen in Titan-Atmosphäre</a> (4. Oktober 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.225" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.555" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Internetseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://web.archive.org/web/20220121074330/http://ciclops.org/index.php?js=1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CICLOPS</a> (engl.)</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LRO liefert Aufnahmen von Chang`e 3</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lro-liefert-aufnahmen-von-change-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jan 2014 15:31:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[LADEE]]></category>
		<category><![CDATA[LRO]]></category>
		<category><![CDATA[LROC]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Mondforschung]]></category>
		<category><![CDATA[NAC]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der letzten Woche gelang es dem US-amerikanischen Mondorbiter Lunar Reconnaissance Orbiter den chinesischen Mondlander Chang`e 3 und dessen Rover Yutu abzubilden. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JPL. Am 14. Dezember 2013 landete die chinesische Raumsonde Chang`e 3 im nördlichen Bereich des Mare Imbrium auf dem Mond (Raumfahrer.net berichtete). An diesem Tag waren auch [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In der letzten Woche gelang es dem US-amerikanischen Mondorbiter Lunar Reconnaissance Orbiter den chinesischen Mondlander Chang`e 3 und dessen Rover Yutu abzubilden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02012014163115_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02012014163115_small_1.jpg" alt="NASA, GSFC, Arizona State University" width="260"/></a><figcaption>
Chang`e 3 (großer Pfeil) und der Rover Yutu am 25. Dezember 2013 auf dem Mond. Die Aufnahme zeigt einen 576 Meter breiten Ausschnitt der Mondoberfläche. Norden befindet sich oben. 
<br>
(Bild: NASA, GSFC, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Dezember 2013 landete die chinesische Raumsonde <i>Chang`e 3</i> im nördlichen Bereich des Mare Imbrium auf dem Mond (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/landeplatz-von-change-3-identifiziert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). An diesem Tag waren auch die Instrumente des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Mondorbiters <i>LADEE</i> auf den Mond ausgerichtet. Durch vergleichende Messungen unmittelbar vor und nach der Landung von <i>Chang`e 3</i> versuchten die an der <i>LADEE</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler Mondstaub zu detektieren, der durch den Landevorgang in die Höhe befördert wurde und der somit zu einer zeitweilig veränderten Zusammensetzung des extrem dünnen Mondatmosphäre führte. Allerdings waren diese Bemühungen leider erfolglos (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ladee-keine-anzeichen-fuer-change-3-landung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Mondorbiter, der ebenfalls von der NASA betriebene und mit einer hochauflösenden Kamera zur Abbildung der Mondoberfläche ausgestattete <i>Lunar Reconnaissance Orbiter</i> (kurz &#8222;<i>LRO</i>&#8222;) konnte die Landung an diesem Tag dagegen nicht direkt verfolgen, da sich das Landegebiet der chinesischen Mondsonde zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Sichtfeldes des <i>LRO</i> befand. Zehn Tage später, am 24. Dezember 2013, gestaltete sich die Situation dagegen anders. Innerhalb von 36 Stunden &#8211; dies entspricht 19 <i>LRO</i>-Umläufen um den Mond &#8211; konnte die <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://lroc.im-ldi.com/about/specs" target="_blank" data-wpel-link="external">LROC-Kamera</a> insgesamt sechs Aufnahmen von der Landezone anfertigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das am höchsten aufgelöste Foto konnte dabei am 25. Dezember um 04:52:49 MEZ angefertigt werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der <i>LRO</i> fast genau senkrecht über <i>Chang`e 3</i>. Aus einer Überflughöhe von etwa 150 Kilometern erreichte die Narrow Angle Camera ( kurz &#8222;NAC&#8220;) eine Auflösung von rund  150 Zentimetern pro Pixel und konnte damit sowohl die eigentliche Mondsonde als auch den ebenfalls zur Mondoberfläche transportierten Rover <i>Yutu</i> abbilden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02012014163115_big_2.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02012014163115_small_2.jpg" alt="NASA, GSFC, Arizona State University" width="260"/></a><figcaption>
Die Landestelle vor und nach der Landung von Chang`e 3. In einer Animation dieser beiden Aufnahmen (klick auf die Lupe) sind der Lander und der Rover deutlich erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, GSFC, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rover <i>Yutu</i> (zu deutsch &#8222;Jadehase&#8220;) verfügt über eine Länge von ebenfalls etwa 150 Zentimetern. Die erfolgreiche Abbildung des Rovers hat zwei Gründe. Zum einen befinden sich an den Seiten von <i>Yutu</i> zwei Solarpaneele, welche das Licht der Sonne sehr effizient reflektieren. Zum anderen führte der niedrige Stand der Sonne über dem Horizont zu einem relativ langen Schattenwurf. Aus diesen Gründen nimmt <i>Yutu</i> in den aktuellen Aufnahmen eine Fläche von etwa zwei Pixeln ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Vergleich mit einer vorher angefertigten Aufnahme der gleichen Region konnten die Koordinaten der Landestelle punktgenau festgelegt werden. <i>Chang`e 3</i> befindet sich demzufolge bei 44,1214 Grad nördlicher Breite und 340,4884 östlicher Länge. Dieser Bereich der Mondoberfläche befindet sich 2.640 Meter unterhalb der durchschnittlichen Höhe der Mondoberfläche. Etwa 60 Meter weiter westlich befindet sich ein etwa 450 Meter durchmessender, rund 40 Meter tiefer und bisher unbenannter Impaktkrater. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier befindliche Oberfläche des Mondes wird von vulkanischen Ablagerungen dominiert. Vorherige spektroskopische Analysen dieser Region führten zu dem Schluss, dass das Gelände, in dem sich <i>Chang`e 3</i>befindet, über ein Alter von etwa drei Milliarden Jahren verfügt. Etwa zehn Kilometer weiter nördlich befindet sich eine Region, deren Alter auf etwa 3,5 Milliarden Jahre geschätzt wird. 
<br>
<strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/change-und-yutu-im-ruhemodus/" data-wpel-link="internal">Change und Yutu im Ruhemodus</a> (25. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ladee-keine-anzeichen-fuer-change-3-landung/" data-wpel-link="internal">LADEE: Keine Anzeichen für Chang`e 3-Landung</a> (22. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/landeplatz-von-change-3-identifiziert/" data-wpel-link="internal">Landeplatz von Chang`e 3 identifiziert</a> (17. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/yutu-ist-unterwegs/" data-wpel-link="internal">Yutu ist unterwegs</a> (14. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/change-3-ist-gelandet/" data-wpel-link="internal">Chang`e 3 ist gelandet</a> (14. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/change-3-orbitabsenkung-erfolgreich/" data-wpel-link="internal">Chang`e 3: Orbitabsenkung erfolgreich</a> (10. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wissenschaftliche-ausruestung-von-change-3/" data-wpel-link="internal">Wissenschaftliche Ausrüstung von Chang`e 3</a> (3. Dezember 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10699.705" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Chang`e 3 &#8211; Lunar Lander</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=924.420" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mond</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Cassinis Saturnorbit Nummer 164</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cassinis-saturnorbit-nummer-164/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 21:55:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Enceladus]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[NAC]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Rhea]]></category>
		<category><![CDATA[VIMS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34753</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am heutigen 19. März 2012 begann der mittlerweile 164. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Der Schwerpunkt der während des 18 Tage dauernden Umlaufs vorgesehenen wissenschaftlichen Studien liegt in der Untersuchung verschiedener Saturnmonde. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society. Am heutigen 19. März 2012 hat die Raumsonde Cassini auf [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am heutigen 19. März 2012 begann der mittlerweile 164. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Der Schwerpunkt der während des 18 Tage dauernden Umlaufs vorgesehenen wissenschaftlichen Studien liegt in der Untersuchung verschiedener Saturnmonde.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_1.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der momentane Verlauf der Flugbahn von Cassini ermöglicht es, die Kanten der Saturnringe abzubilden und die vertikale Ausdehnung der Ringe zu ermitteln. Diese Aufnahme des Saturn wurde am 25. Februar 2011 aus einer Entfernung von 2,2 Millionen Kilometern angefertigt. Durch die Verwendung verschiedener Filter wird der Planet dabei in Echtfarben wiedergegeben. Gut erkennbar ist das Sturmgebiet über der nördlichen Planetenhemisphäre. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am heutigen 19. März 2012 hat die Raumsonde <i>Cassini</i> auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 00:55 MEZ erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn, erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich <i>Cassini</i> in einer Entfernung von rund 2,37 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und begann damit zugleich ihren mittlerweile 164. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich bis zum 22. Mai 2012 auch weiterhin auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen der größeren Saturnmonde verläuft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese gegenwärtige äquatoriale Flugbahn der Raumsonde &#8211; während des jetzigen Orbits beträgt die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> lediglich 0,4 Grad &#8211; ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern unter anderem, die Kanten der Saturnringe abzubilden. Durch die Auswertung der entsprechenden Aufnahmen ist es zum Beispiel möglich, deren vertikale Ausdehnung zu ermitteln. Außerdem ergibt sich bei diesem Verlauf der Umlaufbahn die Möglichkeit, sich im Rahmen eines einzigen Orbits unter günstigen Umständen gleich mehreren Saturnmonden ohne weitere Kurskorrekturen zu nähern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits die vorherigen Umläufe wird auch der jetzt begonnene Orbit, er trägt die Bezeichnung &#8222;Rev 163&#8220;, von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt werden, um den Ringplaneten und dessen größere, innere Monde mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende <a class="a" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/cassini/cassini_nacwac.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ISS-Kameraexperiment</a>, einem von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während des 18 Tage dauernden Orbits insgesamt 38 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Ein großer Teil dieser Beobachtungen wird dabei erneut das gewaltige Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wissenschaftler-untersuchen-sturmgebiet-auf-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>), mittlerweile aber immer mehr an Stärke verliert. Außerdem sind verschiedene Beobachtungen der Monde Enceladus, Janus und Dione vorgesehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_2.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Mondes Enceladus wurde am 20. Februar 2012 aus einer Entfernung von rund 134.000 Kilometern mit der NAC-Kamera von Cassini angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISS-Kamera nahm ihren wissenschaftlichen Betrieb während des jetzigen Orbits bereits am heutigen Tag auf. Das Ziel der heutigen Beobachtung war die nördliche Saturnhemisphäre und das dort befindliche Sturmgebiet. Bis zum 3. April sind insgesamt 16 solcher jeweils nur wenige Minuten andauernde Beobachtungssequenzen vorgesehen, mit denen die aktuelle Ausdehnung und Entwicklung des Sturmgebietes dokumentiert werden soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am heutigen Tag wurden zudem mehrere der kleineren inneren Saturnmonde im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wissenschaftliche Ziel der angefertigten Aufnahmen der Monde Calypso, Helene, Methone, Anthe, Epimetheus und Pandora besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen wurden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden konnten. Weitere astrometrische Beobachtungskampagnen sind für den 23. und 24. März sowie für den 3. April vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. März wird der größte Begleiter des Saturn, der 5.150 Kilometer durchmessende Mond Titan, in den Fokus der ISS-Kamera rücken. Das Ziel der Beobachtung, welche aus einer Entfernung von etwa 1,32 Millionen Kilometern erfolgen wird, besteht in der Dokumentation der oberen Atmosphärenschichten des Titan und der eventuell zu diesem Zeitpunkt dort befindlichen Wolkenstrukturen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_3.jpg" alt="Wikipedia" width="260"/></a><figcaption>
An den Lagrangepunkten L1 bis L5 heben sich die Gravitationskräfte benachbarter Himmelskörper und die Zentrifugalkraft der Bewegung gegenseitig auf. Nur die Punkte L4 und L5 sind jedoch stabil genug, um kleinere Objekte dauerhaft zu binden. 
<br>
(Bild: Wikipedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. März wird <i>Cassini</i> die Suche nach weiteren bisher noch nicht entdeckten Saturnmonden fortsetzen. Zu diesem Zweck soll die ISS-Kamera an diesem Tag die Region um den <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lagrange-Punkte" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Lagrange-Punkt</a> L4 des Mondes Titan abbilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An den fünf Lagrangepunkten heben sich die Gravitationskräfte benachbarter Himmelskörper und die Zentrifugalkraft der Bewegung gegenseitig auf. Dadurch entstehen an diesen Punkten Zonen mit einem niedrigen Gravitationspotenzial. Drei der Lagrange-Punkte, nämlich L1, L2 und L3, sind dabei relativ instabil, so dass bereits geringe gravitative Wechselwirkungen zu einem Entweichen von eventuell dort befindlichen Objekten führen können. Die Punkte L4 und L5, welche sich 60 Grad vor beziehungsweise hinter dem Himmelskörper befinden, sind dagegen stabil, so dass sich dort kleinere Objekte sammeln und anschließend über einen nahezu unbegrenzt langen Zeitraum aufhalten können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mondsystem des Saturn befindet sich so zum Beispiel der kleine Mond Telesto in der L4-Region des größeren Mondes Tethys, während der Mond Calypso sich in der Region von dessen L5-Punkt befindet. Der L5-Punkt von Dione wird dagegen von dem Mond Polydeuces eingenommen. Die geplante Beobachtung des Lagrange-Punktes L4 bei Titan dient der Suche nach einem oder mehreren eventuell dort befindlichen und bisher noch unentdeckten weiteren Begleiter des Ringplaneten. Am 26. März soll mit der gleichen Zielsetzung auch der Lagrange-Punkt L5 des Titan abgebildet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. März wird <i>Cassini</i> um 23:32 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während des 164. Orbits, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich die Raumsonde 135.950 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden. Bereits wenige Stunden zuvor erfolgt ein dichter Vorbeiflug an dem Saturnmond Enceladus, welcher um 20:30 MESZ in einer Entfernung von lediglich 74 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 7,5 Kilometern pro Sekunde passiert werden wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_4.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute, DLR" width="260"/></a><figcaption>
Der Saturnmond Enceladus: In der Großaufnahme ist am unteren Bildrand dessen Südpolregion mit den dort befindlichen &#8222;Tigerstreifen&#8220; erkennbar. Diese geologisch aktive Region stellt den Ausgangspunkt für die Jets aus Wasserdampf und Eispartikeln dar, welche aus den dort befindlichen Kryovulkanen entweichen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute, DLR)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Annäherungsphase soll die ISS-Kamera aktiviert werden, um die südliche Hemisphäre des Mondes aus Entfernungen von 335.000 Kilometern bis hin zu 113.500 Kilometern abzubilden. Die Kamera soll hierbei speziell dazu eingesetzt werden, um die von der Südpolregion ausgehenden Fontänen aus Gas und feinen Wassereiskristallen abzubilden. Neben der Suche nach weiteren <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plume_(Atmosph%C3%A4re)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Plumes</a> soll dabei eine eventuell veränderte Aktivität der bisher bekannten Auswurfzonen untersucht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an diese Beobachtungssequenz soll ein weiteres wissenschaftliches Instrument von <i>Cassini</i>, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), die zu diesem Zeitpunkt nicht von der Sonne beleuchtete Nachtseite des Mondes im mittleren und fernen Infrarotbereich abbilden und Temperaturvariationen auf der Mondoberfläche analysieren. Während der zwei Stunden um die dichteste Annäherung an Enceladus soll schließlich ein weiteres Spektrometer, das Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS), dazu eingesetzt werden, um die Zusammensetzung der von der Südpolregion ausgehenden Plumes zu untersuchen. 
<br>
Die Flugbahn der Raumsonde wird während des Vorbeifluges entlang der Region &#8222;Baghdad Sulcus&#8220;, einem der vier <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/enceladus-quellen-der-eisgeysire-gefunden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">&#8222;Tigerstreifen&#8220;</a> im Bereich der Südpolregion &#8211; den Austrittsregionen der Enceladus-Geysire &#8211; erfolgen. Durch den Flugverlauf wird es dem INMS-Spektrometer möglich sein, die einzelnen im Bereich des Baghdad Sulcus gelegene Auswurfzonen aufzulösen und dabei im Detail zu untersuchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Abflugphase der Raumsonde soll schließlich erneut die ISS-Kamera auf den Mond ausgerichtet werden und ein aus mehreren Einzelaufnahmen bestehendes Mosaik der Mondoberfläche aufnehmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am gleichen Tag wird sich <i>Cassini</i> um 23:34 MESZ dem kleineren, lediglich rund 179 Kilometer durchmessenden Saturnmond Janus im Rahmen eines nicht zielgerichteten Vorbeifluges bis auf eine Entfernung von 43.851 Kilometern nähern. Für diesen Vorbeiflug sind insgesamt 29 Aufnahmen der NAC-Kamera vorgesehen, welche hierbei verschiedene der zur Verfügung stehenden Filtersysteme einsetzen wird. Am 28. März erfolgt zudem um 07:07 MESZ ein ebenfalls nicht zielgerichteter Vorbeiflug an dem Mond Dione. Aus einer Entfernung von rund 44.000 Kilometern soll die ISS-Kamera auch hier ein aus diversen Einzelaufnahmen bestehendes Oberflächenmosaik erstellen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_5.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der Mond Rhea wurde zuletzt am 10. März 2012 von der Raumsonde Cassini abgebildet. Diese Aufnahme entstand aus einer Entfernung von rund 42.000 Kilometern. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die folgenden Tage sind zudem verschiedene Beobachtungssequenzen vorgesehen, welche speziell die Monde Titan und Rhea zum Ziel haben sollen. Neben diesen beiden größten Monden des Saturn werden bei diesen Gelegenheiten auch verschiedene weitere Saturnmonde in den Aufnahmebereich der Kamera gelangen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. April soll die ISS-Kamera schließlich auf den Mond Thrymr ausgerichtet werden, um diesen aus einer Entfernung von rund 10,3 Millionen Kilometern über einen Zeitraum von neun Stunden mehrfach abzubilden. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn, seinem Durchmesser von etwa 5,6 Kilometern und seiner im Vergleich zu den anderen kleinen Monden relativ hohen mittleren Dichte von 2,3 Gramm pro Kubikzentimeter, welche auf eine Zusammensetzung aus Wassereis mit einem hohen Anteil an Silikatgestein hindeutet, ist über diesem erst im Jahr 2000 entdeckten Saturnmond bisher nur sehr wenig bekannt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand der Variationen in der sich bei der Beobachtung ergebenden Lichtkurve und dem Abgleich mit vorherigen Beobachtungen sollen dessen Helligkeitsvariationen und die sich daraus ergebende Rotationsperiode näher bestimmt werden. Diese Beobachtung ist ein Bestandteil einer langfristig angelegten Kampagne, in deren Verlauf mehrere der kleinen, äußeren Saturnmonde unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung abgebildet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der großen Distanz zwischen den Monden und der Raumsonde kann <i>Cassini</i> bei derartigen Beobachtungen neben den Rotationsgeschwindigkeiten der Monde wertvolle Daten über deren Ausdehnung, die sich daraus ergebende Gestalt und die Neigung der Rotationsachsen gewinnen. Entsprechende Ergebnisse wurden Anfang Oktober 2011 auf dem <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">EPSC-DPS Joint Meeting 2011</a>, einem internationalen Planetologen-Kongress, im französischen Nantes <a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC-DPS2011/EPSC-DPS2011-1452.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">präsentiert</a>. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/19032012225520_small_6.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
 Der G-Ring des Saturn. Auf diesen drei Aufnahmen, welche am 27. Oktober 2008 angefertigt wurden, wurde der Mond Aegaeon entdeckt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für den 5. April ist eine Beobachtung des G-Ringes des Saturn vorgesehen, welcher bei dieser Gelegenheit durch die ISS-Kamera und das Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) abgebildet werden soll. <i>Cassini</i> wird nur wenige Stunden später um 21:17 MESZ in einer Entfernung von rund 2,4 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und diesen 164. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 165 wird am 14. April ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Enceladus erfolgen. Enceladus wird dabei erneut in einer Distanz von lediglich rund 74 Kilometern überfolgen werden. Außerdem erfolgt am 15. April in einer Entfernung von etwas über 9.000 Kilometern ein nicht gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Tethys. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. </p>



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			</item>
		<item>
		<title>Cassinis Saturnorbit Nummer 162</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cassinis-saturnorbit-nummer-162/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 16:53:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Dione]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
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		<category><![CDATA[Titan]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34705</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor wenigen Stunden begann der mittlerweile 162. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Den Höhepunkt dieses erneut 24 Tage dauernden Umlaufs bildet ein am 19. Februar 2012 erfolgender naher Vorbeiflug an dem Saturnmond Titan. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society. Am heutigen 9. Februar 2012 hat die Raumsonde Cassini [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Vor wenigen Stunden begann der mittlerweile 162. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Den Höhepunkt dieses erneut 24 Tage dauernden Umlaufs bildet ein am 19. Februar 2012 erfolgender naher Vorbeiflug an dem Saturnmond Titan.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="1036" height="259"/></a><figcaption>
Diese zwei Mosaikaufnahmen zeigen die Entwicklung des Sturms auf der nördlichen Saturnhemisphäre im Februar 2011. Die jedem Mosaik zugrunde liegenden jeweils 84 Einzelaufnahmen wurden in einem Abstand von 11 Stunden aufgenommen. Selbst in diesem geringen Zeitabstand sind sehr gut einzelne Veränderungen innerhalb des Sturmgebietes erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am heutigen 9. Februar 2012 hat die Raumsonde <i>Cassini</i> auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 13:16 MEZ erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn, erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befand sich <i>Cassini</i> in einer Entfernung von rund 2,84 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und begann damit zugleich ihren mittlerweile 162. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich auch in den kommenden drei Monaten weiterhin auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen mehrerer größerer Saturnmonde verläuft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese äquatoriale Flugbahn der Raumsonde &#8211; während des jetzigen Orbits beträgt die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> lediglich 1,4 Grad &#8211; ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern unter anderem, die Kanten der Saturnringe abzubilden. Durch die Auswertung dieser Bilder ist es zum Beispiel möglich, deren vertikale Ausdehnung zu ermitteln. Zudem ist aus dieser Perspektive ein Blick auf die Wolkenschichten in der Saturnatmosphäre gegeben, welcher nur minimal durch das Ringsystem des Planeten oder einen von den Ringen auf den Saturn geworfenen Schatten beeinträchtigt ist. Außerdem ergibt sich bei diesem Verlauf der Umlaufbahn die Möglichkeit, sich im Rahmen eines einzigen Orbits unter günstigen Umständen gleich mehreren Saturnmonden zu nähern, deren Bahnen ebenfalls in der Äquatorebene des Saturn verlaufen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme der NAC-Kamera entstand am 12. Dezember 2011 während eines gesteuerten Vorbeifluges am Saturnmond Dione. Neben Dione sind vor dem Ringsystem die kleineren und weiter entfernten Monde Epimetheus und Polydeuces zu sehen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits die vorherigen Umläufe wird auch der jetzt begonnene Orbit, er trägt die Bezeichnung &#8222;Rev 161&#8220;, von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt werden, um den Ringplaneten und den größten seiner 62 bisher bekannten Monde, den etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende <a class="a" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/cassini/cassini_nacwac.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ISS-Kameraexperiment</a>, einem von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während des 24 Tage dauernden Orbits insgesamt 42 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Ein großer Teil dieser Beobachtungen wird dabei erneut das gewaltige Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wissenschaftler-untersuchen-sturmgebiet-auf-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Den Höhepunkt des gegenwärtigen Orbits bildet ein am 19. Februar 2012 erfolgender gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ISS-Kamera wird ihre Arbeit am 11. Februar aufnehmen und dabei zuerst die nördliche Saturnhemisphäre und das dortige Sturmgebiet abbilden. Im Rahmen dieser Beobachtungssequenz soll die Kamera weitere Daten über die gegenwärtige Ausdehnung des während der letzten Monate immer mehr an Stärke verlierenden Sturmgebietes sowie über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windgeschwindigkeiten und -richtungen sammeln. Bis zum 25. Februar sind insgesamt 16 dieser Sturmbeobachtungssequenzen geplant. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am 11. Februar sollen zudem mehrere der kleineren inneren Monde im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
In dieser Aufnahme ist der Saturnmond Tethys erkennbar, welcher sich unterhalb des als lediglich als dünne Linie sichtbaren Ringsystems befindet. Die WAC-Kamera fertigte das Bild am 7. Dezember 2011 aus einer Entfernung von 1,8 Millionen Kilometern an. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde Epimetheus, Prometheus, Methone und Polydeuces besteht darin, die bisher verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen werden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden können. Eine zweite astrometrische Beobachtungskampagne wird sich am 14. Februar auf die Monde Janus, Anthe, Telesto, Polydeuces und Prometheus konzentrieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Februar steht außerdem der Saturnmond Titan auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera. Aus einer Entfernung von etwa 2,89 Millionen Kilometern sollen die Bereiche &#8222;Fenzal-Aztlan&#8220; und &#8222;Xanadu&#8220; &#8211; hierbei handelt es sich um ausgedehnte Dünenfelder auf der Oberfläche des Mondes &#8211; abgebildet werden. Allerdings steht bei dieser &#8222;Titan Monitoring Campaign&#8220; nicht die Beobachtung der Titan-Oberfläche, sondern vielmehr dessen dichte Atmosphäre im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Die für diesen Tag vorgesehenen Beobachtungen dienen vielmehr der Abbildung von Wolkenstrukturen und der daraus abzuleitenden Erforschung der meteorologischen Bedingungen in der Atmosphäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 15. Februar soll schließlich der E-Ring des Saturn näher untersucht werden. Anhand der vorgesehenen Aufnahmen soll dessen exakte Ausrichtung im Bezug auf die Äquatorebene des Saturn ermittelt werden. Außerdem erhoffen sich die an der <i>Cassini</i>-Mission beteiligten Wissenschaftler weitere Erkenntnisse darüber, inwieweit die feinen Staubpartikel, aus denen sich der E-Rings zusammensetzt, durch den von der Sonne ausgehenden Strahlungsdruck oder durch das Magnetfeld des Saturn beeinflusst werden. 
<br>
Am 19. Februar erfolgt schließlich der dritte von insgesamt neun für das Jahr 2012 vorgesehenen gesteuerten, dichten Vorbeiflügen an dem größten Saturnmond, dem Titan. Bei diesem als &#8222;T-82&#8220; bezeichneten Manöver handelt es sich um den mittlerweile 83. Vorbeiflug der Raumsonde am Titan. Zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung wird sich <i>Cassini</i> um 09:43 MEZ in einer Entfernung von 3.803 Kilometern zur Mondoberfläche befinden. Die Überfluggeschwindigkeit wird 5,8 Kilometer pro Sekunde betragen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/09022012175302_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Die oberen Atmosphärenschichten des Titan erscheinen in dieser am 11. September 2011 durch die NAC-Kamera aus einer Entfernung von rund 134.000 Kilometern angefertigten Aufnahme in bläulichen Farbtönen. Tiefer gelegene Schichten werden dagegen orange dargestellt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits während der Anflugphase wird eines der an Bord von <i>Cassini</i> befindlichen Spektrometer, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), auf den Titan ausgerichtet werden und den Mond anschließend während des gesamten Flybys im Blickfeld behalten. In Zusammenarbeit mit der ISS-Kamera sollen dabei verschiedene Regionen des Mondes abgebildet und spektrografisch untersucht werden. Neben der Bestimmung der aktuellen Temperaturen dienen diese Beobachtungen auch der Untersuchung der Titanatmosphäre. So soll unter anderem die Konzentration von Aerosolen in den verschiedenen Atmosphärenschichten ermittelt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Februar wird <i>Cassini</i> um 06:23 MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn, während ihres 162. Orbits erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich <i>Cassini</i> 134.680 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden. Bereits einen Tag zuvor soll die ISS-Kamera dazu eingesetzt werden, um im Zusammenarbeit mit dem UVIS-Spektrometer nach Polarlichtern zu suchen, welche sich zum Beobachtungszeitpunkt eventuell über der Südpolregion des Saturn befinden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Beobachtungssequenzen der ISS-Kamera dienen hauptsächlich der erneuten Beobachtung des Titan und eines weiteren Saturn-Mondes. Bei der für den 24. Februar vorgesehenen Abbildungssequenz soll die Südpolregion von Enceladus in den Fokus der Kamera rücken. Die Aufnahmen sollen genutzt werden, um die von der Südpolregion ausgehenden Fontänen aus Gas und feinen Wassereiskristallen abzubilden. Neben der Suche nach weiteren <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plume_(Atmosph%C3%A4re)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Plumes</a> soll dabei eine eventuell veränderte Aktivität der bisher bekannten Auswurfzonen untersucht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Cassini</i> wird schließlich am 1.März 2012 um 13:16 MEZ in einer Entfernung von rund 2,4 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und diesen 162. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 163 wird am 9. März ein nicht gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Enceladus erfolgen. Enceladus wird dabei in einer Distanz von lediglich 9.176 Kilometern überfolgen werden. Außerdem wird sich das Augenmerk von <i>Cassini</i> auch während des Orbits Nummer 163 erneut auf den Saturn richten, welcher dabei aus unterschiedlichen Entfernungen mit den verschiedenen Instrumenten untersucht werden soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=786.180" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Saturn</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=704.120" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Saturnmond Titan</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4189.390" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumsonde CASSINI</a></li></ul>



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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cassinis Saturnorbit Nummer 161</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cassinis-saturnorbit-nummer-161/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 14:15:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid]]></category>
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		<category><![CDATA[NAC]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Titan]]></category>
		<category><![CDATA[UVIS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34647</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am morgigen 16. Januar 2012 beginnt die Raumsonde Cassini ihren mittlerweile 161. Umlauf um den Planeten Saturn. Den Höhepunkt dieses 24 Tage dauernden Umlaufs bildet ein am 30. Januar 2012 erfolgender Vorbeiflug an dem Saturnmond Titan. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society. Am morgigen 16. Januar 2012 wird die Raumsonde Cassini [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am morgigen 16. Januar 2012 beginnt die Raumsonde Cassini ihren mittlerweile 161. Umlauf um den Planeten Saturn. Den Höhepunkt dieses 24 Tage dauernden Umlaufs bildet ein am 30. Januar 2012 erfolgender Vorbeiflug an dem Saturnmond Titan.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_1.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Der momentane Verlauf der Flugbahn von Cassini ermöglicht es, die Kanten der Saturnringe abzubilden und die vertikale Ausdehnung der Ringe zu ermitteln. Diese Aufnahme des Saturn wurde am 25. Februar 2011 aus einer Entfernung von 2,2 Millionen Kilometern angefertigt. Durch die Verwendung verschiedener Filter wird der Planet dabei in Echtfarben wiedergegeben. Gut erkennbar ist das Sturmgebiet über der nördlichen Planetenhemisphäre. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am morgigen 16. Januar 2012 wird die Raumsonde <i>Cassini</i> auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 16:47 MEZ erneut die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apsis_(Astronomie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apoapsis</a>, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich <i>Cassini</i> in einer Entfernung von rund 2,9 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 161. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich auch in den kommenden vier Monaten weiterhin auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen mehrerer größerer Saturnmonde verläuft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese äquatoriale Flugbahn der Raumsonde &#8211; während des in wenigen Stunden beginnenden Orbits beträgt die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> lediglich 1,6 Grad &#8211; ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern unter anderem, die Kanten der Saturnringe abzubilden. Durch die Auswertung dieser Bilder ist es somit zum Beispiel möglich, deren vertikale Ausdehnung zu bestimmen. Zudem ist aus dieser Perspektive ein Blick auf die Wolkenschichten in der Saturnatmosphäre gegeben, welcher nur minimal durch das Ringsystem des Planeten oder einen von den Ringen auf den Saturn geworfenen Schatten beeinträchtigt ist. Außerdem ergibt sich bei dieser Bahn die Möglichkeit, sich im Rahmen eines einzigen Orbits gleich mehreren Saturnmonden zu nähern, deren Bahnen ebenfalls in der Äquatorebene liegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits die vorherigen Umläufe wird auch der jetzt beginnende Orbit, er trägt die Bezeichnung &#8222;Rev 160&#8220;, von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt werden, den Ringplaneten und den größten seiner 62 bisher bekannten Monde, den etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan sind die für die <i>Cassini</i>-Mission verantwortlichen Techniker und Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien damit beschäftigt, ein kürzlich aufgetretenes Problem mit dem Kommunikationssystem der Raumsonde näher zu untersuchen. Ende Dezember 2011 konnte während eines Kommunikationsfensters kein Signal von <i>Cassini</i> empfangen werden. Offenbar ist ein im Haupt-Kommunikationssystem verwendeter hochstabiler Frequenzoszillator ausgefallen. Das verfügbare Backup-System gewährleistet allerdings eine stabile Kommunikationverbindung zur Erde. Über die genaue Ursache des Ausfalls ist bisher nichts bekannt. Allerdings, so das JPL, könnte das zunehmende Alter der Raumsonde eine Rolle spielen. Nach entsprechenden Tests wollen die verantwortlichen Missionsmanager Ende Januar entscheiden, ob das Hauptsystem erneut aktiviert werden kann. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="1032" height="258"/></a><figcaption>
Diese zwei Mosaikaufnahmen zeigen die Entwicklung des Sturms auf der nördlichen Saturnhemisphäre am 26. Februar 2011. Die jedem Mosaik zugrunde liegenden jeweils 84 Einzelaufnahmen wurden in einem Abstand von 11 Stunden aufgenommen. Selbst in diesem geringen Zeitabstand sind sehr gut einzelne Veränderungen innerhalb des Sturmgebietes erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte dies nicht möglich sein, so hätte der Ausfall negative Auswirkungen auf zukünftige Radio-Science-Experimente. Durch die Verfolgung und anschließende Analyse der Ausbreitung von Radiowellen durch die dichten Atmosphären des Saturn und des Mondes Titan und durch das Ringsystem können Rückschlüsse über die dort vorherrschenden Dichten und Materialverteilungen gewonnen werden. Eine weitere Einsatzmöglichkeit stellt die Untersuchung des inneren Aufbaus der größeren Monde durch das Radio-Science-Subsystem (RSS) dar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während eines Vorbeifluges an einem Mond wird die Raumsonde durch die von diesem ausgehenden gravitativen Einflüsse minimal von der vorgesehenen Flugbahn abgelenkt. Diese Abweichungen machen sich in einem von <i>Cassini</i> ausgestrahlten Radiosignal durch eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dopplereffekt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Dopplerverschiebung</a> bemerkbar. Durch die RSS-Messungen können Informationen über die innere Struktur der Monde wie zum Beispiel eventuell existierende Heterogenitäten und Massekonzentrationen gewonnen werden. Ein dauerhafter Ausfall des hochstabilen Frequenzoszillators würde zu deutlich schlechteren RSS-Daten führen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Fotoserie zeigt die Entwicklung des Sturmgebietes über der nördlichen Saturnhemisphäre zwischen dem 5. Dezember 2010 und dem 12. August 2011. Durch die Verwendung verschiedener Farbfilter wird der Saturn dabei nahezu in Echtfarben dargestellt. In der Aufnahme vom 25. Februar ist zudem der Mond Rhea erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende <a class="a" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/cassini/cassini_nacwac.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ISS-Kameraexperiment</a>, einem von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von <i>Cassini</i>, sind während des 24 Tage dauernden Orbits insgesamt 60 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Ein großer Teil dieser Beobachtungen wird dabei erneut das gewaltige Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wissenschaftler-untersuchen-sturmgebiet-auf-saturn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Den Höhepunkt des gegenwärtigen Orbits bildet ein am 30. Januar 2012 erfolgender gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten ISS-Kampagnen sollen einen Tag nach dem Beginn des neuen Umlaufs starten und werden die nördliche Saturnhemisphäre und das dortige Sturmgebiet zum Ziel haben. Hierbei sollen durch die Kameraaufnahmen weitere Daten über die gegenwärtige Ausdehnung des während der letzten Monate immer mehr an Stärke verlierenden Sturmgebietes sowie über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windgeschwindigkeiten und -richtungen gesammelt werden. Bis zum 8. Februar sind insgesamt 33 dieser Sturmbeobachtungssequenzen vorgesehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am 17. Januar steht zudem der Saturnmond Titan und dessen dichte Atmosphäre auf dem Beobachtungsprogramm der Kamera. Aus einer Entfernung von etwa 3,94 Millionen Kilometern soll der Bereich der Fenzal-Aztlan-Region abgebildet werden. Auch bei dieser &#8222;Titan Monitoring Campaign&#8220;, welche am 18. und 20. Januar fortgesetzt wird, steht die Beobachtung von Wolkenstrukturen und die Erforschung der meteorologischen Bedingungen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in den folgenden Tagen wird sich die ISS-Kamera fast ausschließlich auf den Saturn und den Titan konzentrieren, wobei dieses Instrument teilweise zusammen mit anderen Analyseinstrumenten der Raumsonde eingesetzt werden soll. Am 23. Januar wird so zum Beispiel eines der an Bord von <i>Cassini</i> befindlichen Spektrometer, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), für einen Zeitraum von 22 Stunden auf den Saturn ausgerichtet werden und dabei die Verteilung von Aerosolen in dessen verschiedenen Atmosphärenschichten ermitteln. Die ISS-Kamera soll diese Messungen mit begleitenden Fotoaufnahmen unterstützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abschluss dieser Beobachtungskampagne wird sich die ISS-Kamera auf den Mond Siarnaq ausrichten und diesen über einen Zeitraum von 12 Stunden mehrfach abbilden. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn, seinem Durchmesser von etwa 40 Kilometern und seiner im Vergleich zu den anderen kleinen Monden relativ hohen mittleren Dichte von 2,5 Gramm pro Kubikzentimeter, welche auf eine Zusammensetzung aus Wassereis mit einem hohen Anteil an Silikatgestein hindeutet, ist über diesem erst im Jahr 2000 entdeckten Saturnmond bisher nur sehr wenig bekannt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_4.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahmen von Blitzen in der Saturnatmosphäre fertigte die NAC-Kamera der Raumsonde Cassini am 30. November 2009 aus einer Entfernung von etwa 2,6 Millionen Kilometern an. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand der Variationen in der sich bei der Beobachtung am 24. Januar ergebenden Lichtkurve und dem Abgleich mit vorherigen Beobachtungen sollen dessen Helligkeitsvariationen und die sich daraus ergebende Rotationsperiode näher bestimmt werden. Diese Beobachtung ist ein Bestandteil einer langfristig angelegten Kampagne, in deren Verlauf mehrere der kleinen, äußeren Saturnmonde unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung abgebildet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der großen Distanz zwischen den Monden und der Raumsonde kann <i>Cassini</i> bei derartigen Beobachtungen neben den Rotationsgeschwindigkeiten der Monde wertvolle Daten über deren Ausdehnung, die sich daraus ergebende Gestalt und die Neigung der Rotationsachsen gewinnen. Entsprechende Ergebnisse wurden Anfang Oktober 2011 auf dem <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-dps-kongress-2011-in-nantes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">EPSC-DPS Joint Meeting 2011</a>, einem internationalen Planetologen-Kongress, im französischen Nantes <a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC-DPS2011/EPSC-DPS2011-1452.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">präsentiert</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. Januar wird <i>Cassini</i> um 19:30 MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn, während ihres 161. Orbits erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich <i>Cassini</i> 206.310 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden. Während der Passage des Saturn ist eine durch die ISS-Kamera begleitete Beobachtung des Ringplaneten durch das Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) vorgesehen. Neben der Temperaturbestimmung dienen diese Messungen der Suche nach Blitzen in der Saturnatmosphäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage nach dem Passieren der Periapsis erfolgt schließlich der zweite von insgesamt neun für das Jahr 2012 vorgesehenen gesteuerten, dichten Vorbeiflügen an diesem größten Saturnmond. Dieser als &#8222;T-81&#8220; bezeichnete Vorbeiflug, es handelt sich hierbei um den mittlerweile 82. Vorbeiflug der Raumsonde am Titan, wird allerdings in einer für einen gesteuerten Vorbeiflug relativ großen Entfernung stattfinden. Zum Zeitpunkt der größten Annäherung wird sich <i>Cassini</i> am 30. Januar um 14:40 MEZ in einer Entfernung von 31.131 Kilometern zur Mondoberfläche befinden. Die Überfluggeschwindigkeit wird 5,4 Kilometer pro Sekunde betragen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, ASI" width="260"/></a><figcaption>
Diese RADAR-Aufnahme des Ontario Lacus wurde am 12. Januar 2010 angefertigt. Neben verschiedenen Flusssystemen sind bis zu einem Kilometer hohe Berge zu erkennen. 
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(Bild: NASA, JPL-Caltech, ASI)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Anflugphase werden das CIRS und ein weiteres Spektrometer, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), auf den Mond gerichtet sein und dessen zu diesem Zeitpunkt nicht von der Sonne beleuchtete Nachtseite im UV- und Infrarotbereich untersuchen. Zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung werden dann allerdings die ISS-Kamera und das VIMS &#8222;übernehmen&#8220;. Beide Instrumente werden dabei im Rahmen einer etwa fünf Stunden andauernden Kampagne speziell auf die Region Ontario Lacus ausgerichtet sein. Hierbei handelt es sich um einen in der Südpolregion des Titan gelegenen See aus flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen &#8211; speziell Ethan und Methan (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/see-auf-titan-chemisch-analysiert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ontario Lacus verfügt über eine Fläche von etwa 15.000 Quadratkilometern. Im Vergleich mit irdischen Gewässern ähnlicher Ausdehnung scheint Ontario Lacus allerdings auffallend seicht auszufallen. Verschiedene Abtastungen mit dem RADAR-Instrument an Bord von <i>Cassini</i>, welche im Juli 2009 und im Januar 2010 erfolgten, ergaben eine durchschnittliche Tiefe des Sees von nur 0,4 bis 3,2 Metern bei einer Maximaltiefe von 2,9 bis 7,4 Metern. Dies führt zu einem geschätzten Volumen von nur 7 bis 50 Kubikkilometern, weniger als ein Dreißigstel des in Nordamerika gelegenen Ontariosees &#8211; dem Namensgeber des Ontario Lacus. Jegliche zu den Messzeitpunkten auf dem Ontario Lacus vorhandenen Wellen erreichten des Weiteren höchstens eine Höhe von einen Millimeter. Dies deutet entweder auf das Fehlen von nennenswerten Winden oder auf eine relativ dickflüssige Zusammensetzung der flüssigen Kohlenwasserstoffe im See hin. 
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Der Vorbeiflug &#8222;T-81&#8220; stellt die letzte Möglichkeit für <i>Cassini</i> dar, den Ontario Lacus mit den an Bord befindlichen optischen Instrumenten abzubilden, da sich die südliche Hemisphäre des Titan aufgrund des Wechsels der Jahreszeiten &#8211; Winter auf der Südhalbkugel, Sommer im Norden &#8211; während der nächsten Jahre in einer der irdischen Polarnacht vergleichbaren Phase befinden und dabei nicht von der Sonne beleuchtet sein wird. Deshalb wollen die Wissenschaftler diesen Vorbeiflug auch dazu nutzen, um nach weiteren, bisher noch nicht entdeckten Seen in dieser Region Ausschau zu halten. Nach dem Abschluss der Beobachtung des Ontario Lacus werden erneut das CIRS und das UVIS aktiviert und diesmal, unterstützt durch die ISS-Kamera, die Tagseite des Titan abbilden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15012012151545_small_6.jpg" alt="NASA, JPL, Space Science Institute" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme des Titan wurde am 2. Januar 2012 während des Titan-Vorbeifluges T-80 aus einer Entfernung von rund 30.000 Kilometern angefertigt. Anfänglich wurde der in dem Bild erkennbare helle Streifen als ein sogenannter &#8222;Cosmic Ray&#8220; interpretiert. Ein geladenes Teilchen der kosmischen Strahlung hätte demzufolge seine deutlich sichtbare Spur in der Bildaufnahme hinterlassen. Nach einer ersten Analyse des Bildes erwägt das Cassini Imaging Team jetzt allerdings auch die Möglichkeit, dass hier eventuell der Eintritt eines Meteors in die Titan-Atmosphäre beobachtet wurde. 
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(Bild: NASA, JPL, Space Science Institute)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abschluss des Titan-Vorbeifluges wird die ISS-Kamera den Mond jedoch auch weiterhin im Auge behalten und zwischen dem 1. und dem 4. Februar mehrere Aufnahmen anfertigen, welche der Beobachtung des Wolkenzuges in der Titanatmosphäre dienen. Neben der Wolkenverteilung sollen dabei auch die vorherrschenden Windrichtungen und Geschwindigkeiten ermittelt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss des 161. Orbits von <i>Cassini</i> um den Saturn stehen ab dem 6. Februar die kleineren inneren Monde auf dem Arbeitsprogramm der ISS-Kamera, welche im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden sollen. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen von deren jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde Janus, Polydeuces, Epimetheus, Telesto und Prometheus bestand darin, die bisher verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen werden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Cassini</i> wird schließlich am 9. Februar 2012 um 13:16 MEZ in einer Entfernung von rund 2,9 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und den 161. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 162 wird am 19. Februar ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan erfolgen. Dieser wird dabei in einer Höhe von 3.803 Kilometern überfolgen werden. Außerdem wird sich das Augenmerk von <i>Cassini</i> während des Orbits Nummer 162 erneut auf den Saturn richten, welcher dabei aus unterschiedlichen Entfernungen mit den verschiedenen Instrumenten untersucht werden soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission <i>Cassini-Huygens</i> ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



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