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	<title>NFS PlanetS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>NFS PlanetS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Universität Bern: Wie Pluto zu seinem Herzen kam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2024 12:39:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Team von Astrophysikerinnen und Astrophysikern unter der Leitung der Universität Bern und Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS hat das Rätsel gelöst, wie Pluto zu einer riesigen herzförmigen Struktur auf seiner Oberfläche gekommen ist. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 15. April 2024. 15. April 2024 &#8211; Das Forschungsteam ist das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Team von Astrophysikerinnen und Astrophysikern unter der Leitung der Universität Bern und Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS hat das Rätsel gelöst, wie Pluto zu einer riesigen herzförmigen Struktur auf seiner Oberfläche gekommen ist. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 15. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1a20240415UniversitaetBernThibautRoger.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" data-rl_caption="" title="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1a20240415UniversitaetBernThibautRoger26.jpg" alt="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" class="wp-image-138273"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">15. April 2024 &#8211; Das Forschungsteam ist das erste, dem es gelungen ist, die ungewöhnliche Form mit numerischen Simulationen zu reproduzieren und sie auf einen riesigen und langsamen Einschlag aus einem schrägem Winkel zurückzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit die Kameras der NASA-Mission New Horizons im Jahr 2015 eine grosse herzförmige Struktur auf der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto entdeckt haben, gibt dieses «Herz» Astrophysikerinnen und Astrophysikern aufgrund seiner einzigartigen Form, seiner geologischen Zusammensetzung und seiner Höhe Rätsel auf. Ein Team von Forschenden der Universität Bern, darunter mehrere Mitglieder des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS, und der University of Arizona in Tucson, hat mit numerischen Simulationen die Entstehung von Sputnik Planitia, dem westlichen, tropfenförmigen Teil von Plutos «Herz»-Oberfläche, untersucht. Ihren Untersuchungen zufolge wurde Plutos frühe Geschichte durch ein drastisches, plötzliches Ereignis geprägt, aus dem Sputnik Planitia hervorging: eine Kollision mit einem planetarischen Körper mit einem Durchmesser von etwa 700 Kilometern, was von Ost nach West ungefähr zweimal der Grösse der Schweiz entspricht. Die Ergebnisse des Teams, die soeben in Nature Astronomy veröffentlicht wurden, deuten auch darauf hin, dass die innere Struktur von Pluto anders ist als bisher angenommen, was darauf hindeutet, dass es keinen unterirdischen Ozean gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein geteiltes Herz</strong><br>Das «Herz», auch bekannt als Tombaugh Regio, erregte sofort nach seiner Entdeckung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Es weckte aber auch sofort das Interesse von Forschenden, weil es mit einem Material mit hohem Rückstrahlvermögen bedeckt ist, das mehr Licht reflektiert als seine Umgebung, wodurch seine weissere Farbe entsteht. Das «Herz» besteht jedoch nicht aus einem einzelnen Element. Der westliche Teil wird Sputnik Planitia genannt und umfasst eine Fläche von 1.200 mal 2.000 Kilometer, was einem Viertel der Fläche Europas oder der Vereinigten Staaten entspricht. Auffallend ist jedoch, dass diese Region drei bis vier Kilometer tiefer liegt als der grösste Teil der Oberfläche des Plutos. «Das helle Erscheinungsbild von Sputnik Planitia ist darauf zurückzuführen, dass es überwiegend mit weissem Stickstoff-Eis gefüllt ist. Das Eis bewegt sich, und es findet ein Strömungstransport statt, so dass die Oberfläche ständig geglättet wird. Dieser Stickstoff hat sich höchstwahrscheinlich nach dem Einschlag aufgrund der geringeren Höhe schnell angesammelt», erklärt Dr. Harry Ballantyne von der Universität Bern, Hauptautor der Studie. Der östliche Teil des «Herzens» ist ebenfalls von einer ähnlichen, aber viel dünneren Schicht aus Stickstoffeis bedeckt, deren Ursprung den Forschenden noch unklar ist, die aber wahrscheinlich mit Sputnik Planitia zusammenhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein schräger Einschlag</strong><br>«Die längliche Form von Sputnik Planitia deutet stark darauf hin, dass es sich nicht um einen direkten Frontalaufprall, sondern um einen Schrägaufprall handelte», betont Dr. Martin Jutzi von der Universität Bern, der die Studie initiiert hat. Deshalb hat das Team, wie mehrere andere auf der ganzen Welt, die Berner SPH-Simulationssoftware (Smoothed Particle Hydrodynamics) verwendet, um solche Einschläge digital nachzubilden und dabei sowohl die Zusammensetzung von Pluto und des Einschlagkörpers als auch dessen Geschwindigkeit und seinen Einschlagswinkel zu variieren. Diese Simulationen bestätigten die Vermutungen über den schrägen Einschlagswinkel und bestimmten die Zusammensetzung des Einschlagkörpers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Plutos Kern ist so kalt, dass das Gestein sehr hart blieb und trotz der Hitze des Einschlags nicht schmolz. Und dank des schrägen Einschlagwinkels und der geringen Geschwindigkeit sank der Kern des Einschlagkörpers nicht in Plutos Kern ein, sondern blieb auf ihm liegen», erklärt Harry Ballantyne. «Irgendwo unter Sputnik befindet sich der Restkern eines anderen massiven Körpers, den Pluto nie ganz verdaut hat», ergänzt Mitautor Erik Asphaug von der University of Arizona. Diese Härte des Kerns von Pluto und die relativ niedrige Geschwindigkeit des Einschlagkörpers waren der Schlüssel zum Erfolg der Simulationen: Eine geringere Stärke würde zu einer sehr symmetrischen Oberflächenstruktur führen, die nicht wie die von New Horizons beobachtete Tropfenform aussieht. «Wir sind daran gewöhnt, uns Planetenkollisionen als unglaublich intensive Ereignisse vorzustellen, bei denen man die Details ignorieren kann, mit Ausnahme von Dingen wie Energie, Impuls und Dichte. Aber im fernen Sonnensystem sind die Geschwindigkeiten so viel langsamer und das feste Eis so stark, dass man bei seinen Berechnungen viel genauer sein muss. Da fängt der Spass an», sagt Erik Asphaug. Die beiden Teams arbeiten seit langem zusammen und erforschen bereits seit 2011 die Idee planetarer «Splats», um zum Beispiel Merkmale auf der Rückseite des Mondes zu erklären. Nach unserem Mond und Pluto plant das Team der Universität Bern, ähnliche Szenarien für andere Körper des äusseren Sonnensystems zu erforschen, wie zum Beispiel für den Zwergplaneten Haumea.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" data-rl_caption="" title="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26.jpg" alt="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" class="wp-image-138275" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kein unterirdischer Ozean auf Pluto</strong><br>Die aktuelle Studie wirft auch ein neues Licht auf Plutos innere Struktur. Tatsächlich ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass ein riesiger Einschlag wie der simulierte sehr früh in Plutos Geschichte stattgefunden hat. Dies wirft jedoch ein Problem auf: Es ist anzunehmen, dass sich eine riesige Vertiefung wie Sputnik Planitia im Laufe der Zeit aufgrund der physikalischen Gesetze langsam in Richtung des Pols des Zwergplaneten bewegen würde, da sie ein Massendefizit aufweist. Doch sie befindet sich in der Nähe des Äquators. Die bisherige Theorie besagt, dass Pluto, wie mehrere andere Planeten im äusseren Sonnensystem, einen unterirdischen Ozean aus flüssigem Wasser besitzt. Gemäss dieser Theorie wäre die Eiskruste des Pluto in der Region Sputnik Planitia dünner, so dass sich der Ozean dort ausbeult, und da flüssiges Wasser dichter ist als Eis, entstünde ein Massenüberschuss, der eine Wanderung von Sputnik Planitia in Richtung Äquator bewirken würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Studie bietet jedoch eine alternative Perspektive. «In unseren Simulationen wird der gesamte ursprüngliche Mantel des Pluto durch den Einschlag ausgehöhlt, und wenn das Kernmaterial des Einschlagkörpers auf dem Kern des Pluto angelagert wird, entsteht ein lokaler Massenüberschuss, der die Wanderung in Richtung Äquator ohne einen unterirdischen Ozean, oder höchstens einen sehr dünnen, erklären kann», sagt Martin Jutzi. Dr. Adeene Denton von der University of Arizona, ebenfalls Mitautorin der Studie, führt derzeit ein neues Forschungsprojekt durch, um die Geschwindigkeit dieser Wanderung zu bestimmen. «Dieser neuartige und kreative Ansatz, den Ursprung von Plutos herzförmiger Struktur zu erklären, könnte zu einem besseren Verständnis von Plutos Ursprung führen», bemerkt sie abschliessend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>Sputnik Planitia as an impactor remnant indicative of an ancient rocky mascon in an oceanless Pluto by H. Ballantyne et al. is published in Nature Astronomy.<br>DOI: 10.1038/s41550-024-02248-1<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=898.msg560768#msg560768" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Plutoid Pluto</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Geheimnisvolle Planeten spielen «Verstecken» mit CHEOPS</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimnisvolle-planeten-spielen-verstecken-mit-cheops/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jun 2023 21:58:00 +0000</pubDate>
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<h4 class="wp-block-heading" id="mit-hilfe-des-weltraumteleskops-cheops-ist-es-einem-internationalen-team-europaischer-astronominnen-und-astronomen-gelungen-die-existenz-von-vier-neuen-exoplaneten-eindeutig-zu-bestatigen-die-vier-sogenannten-minineptune-sind-kleiner-und-kuhler-und-daher-schwieriger-zu-finden-als-die-sogenannten-heissen-jupiter-die-bereits-in-grosser-zahl-entdeckt-worden-sind-zwei-der-vier-studien-stammen-von-forschenden-der-universitat-bern-und-der-universitat-genf-die-auch-mitglieder-des-nationalen-forschungsschwerpunkts-nfs-planets-sind-eine-medienmitteilung-der-universitat-bern--f97973a4-d920-4027-9688-c6def191c6ef">Mit Hilfe des Weltraumteleskops CHEOPS ist es einem internationalen Team europäischer Astronominnen und Astronomen gelungen, die Existenz von vier neuen Exoplaneten eindeutig zu bestätigen. Die vier sogenannten Mini-Neptune sind kleiner und kühler und daher schwieriger zu finden als die sogenannten Heissen Jupiter, die bereits in grosser Zahl entdeckt worden sind. Zwei der vier Studien stammen von Forschenden der Universität Bern und der Universität Genf, die auch Mitglieder des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS sind. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 8. Juni 2023.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120230308CHEOPSInfographicESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Cheops bestätigte die Existenz von vier warmen Exoplaneten, deren Grösse zwischen Erde und Neptun liegt und die ihre Sterne näher umkreisen als Merkur unsere Sonne. Diese sogenannten Mini-Neptune sind anders als alle anderen Planeten in unserem Sonnensystem und stellen ein «fehlendes Element» dar, das noch nicht restlos verstanden wird. Mini-Neptune gehören zu den häufigsten bekannten Planetentypen, und es werden immer mehr davon in der Umlaufbahn heller Sterne gefunden. (Infografik: ESA)" data-rl_caption="" title="Cheops bestätigte die Existenz von vier warmen Exoplaneten, deren Grösse zwischen Erde und Neptun liegt und die ihre Sterne näher umkreisen als Merkur unsere Sonne. Diese sogenannten Mini-Neptune sind anders als alle anderen Planeten in unserem Sonnensystem und stellen ein «fehlendes Element» dar, das noch nicht restlos verstanden wird. Mini-Neptune gehören zu den häufigsten bekannten Planetentypen, und es werden immer mehr davon in der Umlaufbahn heller Sterne gefunden. (Infografik: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120230308CHEOPSInfographicESA60.jpg" alt="Cheops bestätigte die Existenz von vier warmen Exoplaneten, deren Grösse zwischen Erde und Neptun liegt und die ihre Sterne näher umkreisen als Merkur unsere Sonne. Diese sogenannten Mini-Neptune sind anders als alle anderen Planeten in unserem Sonnensystem und stellen ein «fehlendes Element» dar, das noch nicht restlos verstanden wird. Mini-Neptune gehören zu den häufigsten bekannten Planetentypen, und es werden immer mehr davon in der Umlaufbahn heller Sterne gefunden. (Infografik: ESA)" class="wp-image-127684" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120230308CHEOPSInfographicESA60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120230308CHEOPSInfographicESA60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Cheops bestätigte die Existenz von vier warmen Exoplaneten, deren Grösse zwischen Erde und Neptun liegt und die ihre Sterne näher umkreisen als Merkur unsere Sonne. Diese sogenannten Mini-Neptune sind anders als alle anderen Planeten in unserem Sonnensystem und stellen ein «fehlendes Element» dar, das noch nicht restlos verstanden wird. Mini-Neptune gehören zu den häufigsten bekannten Planetentypen, und es werden immer mehr davon in der Umlaufbahn heller Sterne gefunden. (Infografik: ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">CHEOPS ist eine gemeinsame Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Schweiz, unter der Leitung der Universität Bern in Zusammenarbeit mit der Universität Genf. Seit dem Start im Dezember 2019 haben die extrem präzisen Messungen von CHEOPS zu mehreren wichtigen Entdeckungen auf dem Gebiet der Exoplaneten beigetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die NFS PlanetS-Mitglieder Dr. Solène Ulmer-Moll von den Universitäten Bern und Genf und Dr. Hugh Osborn von der Universität Bern nutzten die einzigartige Synergie von CHEOPS und dem NASA- Satelliten TESS, um eine Reihe von schwer identifizierbaren Exoplaneten zu entdecken. Die Planeten mit den Namen TOI 5678 b und HIP 9618 c haben die Größe von Neptun oder etwas kleiner mit 4,9 und 3,4 Erdradien. Die entsprechenden Studien wurden soeben in den Fachzeitschriften Astronomy &amp; Astrophysics und Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht. Zwei weitere Mitglieder des internationalen Teams, Amy Tuson von der Universität Cambridge (Grossbritannien) und Dr. Zoltán Garai vom ELTE Gothard Astrophysical Observatory (Ungarn) haben die gleiche Technik verwendet, um zwei ähnliche Planeten in anderen Systemen zu identifizieren.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220230308CHEOPSExtensionArtiESAATGmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung von CHEOPS. (Grafik: ESA / ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung von CHEOPS. (Grafik: ESA / ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220230308CHEOPSExtensionArtiESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung von CHEOPS. (Grafik: ESA / ATG medialab)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Synergie von zwei Satelliten</strong><br>Der CHEOPS-Satellit beobachtet die Helligkeit von Sternen, um die leichte Abschwächung zu erfassen, die auftritt, wenn ein Planet in seiner Umlaufbahn aus unserer Sicht vor seinem Stern vorbeizieht. Durch die Suche nach diesen Verdunkelungsereignissen, den sogenannten Transits, konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die meisten der Tausenden von Exoplaneten entdecken, von denen bekannt ist, dass sie andere Sterne als unsere Sonne umkreisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Der NASA-Satellit TESS ist hervorragend darin, die Transits von Exoplaneten aufzuspüren, selbst bei den am schwierigsten zu entdeckenden Kleinplaneten. Allerdings wechselt er alle 27 Tage sein Sichtfeld, um den grösstmöglichen Teil des Himmels schnell abzutasten. Dies hindert TESS daran, Planeten auf längeren Umlaufbahnen zu finden», erklärt Hugh Osborn. Dennoch konnte der TESS-Satellit einzelne Transite von Planeten um die Sterne TOI 5678 und HIP 9618 beobachten. Als er nach zwei Jahren in das gleiche Sichtfeld zurückkehrte, konnte er erneut ähnliche Transits um dieselben Sterne beobachten. Trotz dieser Beobachtungen war es noch nicht möglich, eindeutig auf die Anwesenheit von Planeten um diese Sterne zu schliessen, da immer noch entscheidende Informationen fehlten. «An dieser Stelle kommt CHEOPS ins Spiel: der Satellit konzentriert sich jeweils auf einen einzelnen Stern, und somit ist CHEOPS eine Nachfolgemission, die perfekt geeignet ist, diese Sterne weiter zu beobachten, um die fehlenden Informationen zu liefern», ergänzt Solène Ulmer-Moll.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230309oleneHughOsborneUniBE.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Hugh Osborn Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und NFS PlanetS. (Foto: Universität Bern, Thibaut Roger)" data-rl_caption="" title="Dr. Hugh Osborn Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und NFS PlanetS. (Foto: Universität Bern, Thibaut Roger)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="390" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230309oleneHughOsborneUniBE26.jpg" alt="Dr. Hugh Osborn Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und NFS PlanetS. (Foto: Universität Bern, Thibaut Roger)" class="wp-image-127688" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230309oleneHughOsborneUniBE26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230309oleneHughOsborneUniBE26-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Hugh Osborn  Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und NFS PlanetS. (Foto: Universität Bern, Thibaut Roger)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein langwieriges «Versteckspiel»</strong><br>Da das CHEOPS-Team das Vorhandensein von Exoplaneten vermutete, entwickelte es eine Methode, um nicht blindlings kostbare Beobachtungszeit zu vergeuden, in der Hoffnung, zusätzliche Transits zu entdecken. Die Forschenden wählten einen gezielten Ansatz, der auf den wenigen Hinweisen basierte, die die von TESS beobachteten Transits lieferten. Auf dieser Grundlage entwickelte Osborn eine Software, die für jeden Planeten mögliche Zeiträume vorschlägt und priorisiert. «Wir spielen dann mit den Planeten und mit dem CHEOPS-Satelliten eine Art Versteckspiel», so Osborn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Wir richten CHEOPS zu einem bestimmten Zeitpunkt auf ein Ziel, und je nachdem, ob wir einen Transit beobachten oder nicht, können wir einige der Möglichkeiten ausschliessen und es zu einem anderen Zeitpunkt erneut versuchen, bis wir eine eindeutige Lösung für die Umlaufzeit gefunden haben.» Es brauchte fünf bzw. vier Versuche, bis die Forschenden die Existenz der beiden Exoplaneten eindeutig bestätigen und feststellen konnten, dass TOI 5678 b eine Umlaufzeit von 48 Tagen hat, während HIP 9618 c eine Umlaufzeit von 52,5 Tagen aufweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ideale Ziele für das JWST</strong><br>Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende. Mit den neu gefundenen begrenzten Zeiträumen für die Transits konnten sie sich bodengestützten Beobachtungen zuwenden, bei denen eine andere Technik, die Radialgeschwindigkeits-Methode, verwendet wurde. Dies ermöglichte es dem Team, Massen von 20 Erdmassen für TOI 5678 b respektive 7,5 Erdmassen für HIP 9618 c zu bestimmen. Wenn sowohl die Grösse als auch die Masse eines Planeten bekannt sind, lässt sich daraus normalerweise die Dichte ableiten, und die Forschenden können sich ein Bild davon machen, woraus er besteht.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420230309SoleneUlmerMollUniBE.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Solène Ulmer-Moll Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und Département d’Astronomie, Universität Genf und NFS PlanetS. (Bild: Universität Bern, Thibaut Roger)" data-rl_caption="" title="Dr. Solène Ulmer-Moll Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und Département d’Astronomie, Universität Genf und NFS PlanetS. (Bild: Universität Bern, Thibaut Roger)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420230309SoleneUlmerMollUniBE26.jpg" alt="Dr. Solène Ulmer-Moll Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und Département d’Astronomie, Universität Genf und NFS PlanetS. (Bild: Universität Bern, Thibaut Roger)" class="wp-image-127690"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Solène Ulmer-Moll  Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern und Département d’Astronomie, Universität Genf und NFS PlanetS. (Bild: Universität Bern, Thibaut Roger)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Bei Mini-Neptunen reicht die Dichte jedoch nicht aus, und es gibt noch einige Hypothesen über die Zusammensetzung der Planeten: Es könnte sich entweder um Gesteinsplaneten mit viel Gas handeln oder um Planeten, die reich an Wasser sind und die eine sehr dampfige Atmosphäre haben», erklärt Ulmer-Moll. «Da die vier neu entdeckten Exoplaneten helle Sterne umkreisen, sind sie auch für die Mission des James Webb Space Telescope JWST von grösstem Interesse: Das JWST könnte helfen, das Rätsel ihrer Zusammensetzung zu lösen», so Ulmer-Moll weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten bisher beobachteten Exoplaneten-Atmosphären sind die von Heissen Jupitern, welches sehr grosse und heisse Exoplaneten sind, die nahe an ihrem Mutterstern kreisen. «Die vier neuen Planeten, die wir entdeckt haben, haben viel moderatere Temperaturen von &#8217;nur&#8216; 217 bis 277ºC. Bei diesen Temperaturen können Wolken und Moleküle überleben, die andernfalls durch die grosse Hitze der Heissen Jupiter zerstört würden. Und sie könnten möglicherweise vom JWST entdeckt werden», erklärt Osborn. Die vier neu entdeckten Planeten, die kleiner sind als Heisse Jupiter und eine längere Umlaufzeit haben, sind ein erster Schritt zur Beobachtung von erdähnlichen Transitplaneten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>CHEOPS – Auf der Suche nach potenziell lebensfreundlichen Planeten</strong><br>Die CHEOPS-Mission (CHaracterising ExOPlanet Satellite) ist die erste der neu geschaffenen «S-class missions» der ESA – Missionen der kleinen Klasse mit einem Budget, das kleiner ist als das von grossen und mittleren Missionen, und mit einer kürzeren Zeitspanne von Projektbeginn bis zum Start.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CHEOPS widmet sich der Charakterisierung von Exoplaneten-Transiten. Dabei misst CHEOPS die Helligkeitsänderungen eines Sterns, wenn ein Planet vor diesem Stern vorbeizieht. Aus diesem Messwert lässt sich die Grösse des Planeten ableiten und mit bereits vorhandenen Daten daraus die Dichte bestimmen. So erhält man wichtige Informationen über diese Planeten – zum Beispiel, ob sie überwiegend felsig sind, aus Gasen bestehen oder ob sich auf ihnen tiefe Ozeane befinden. Dies wiederum ist ein wichtiger Schritt, um zu bestimmen ob auf einem Planeten lebensfreundliche Bedingungen herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CHEOPS wurde im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der ESA und der Schweiz entwickelt. Unter der Leitung der Universität Bern und der ESA war ein Konsortium mit mehr als hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ingenieurinnen und Ingenieuren aus elf europäischen Nationen während fünf Jahren am Bau des Satelliten beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">CHEOPS hat am Mittwoch, 18. Dezember 2019 an Bord einer Sojus-Fregat-Rakete vom Europäischen Weltraumbahnhof Kourou, Französisch-Guyana, seine Reise ins Weltall angetreten. Seither umkreist CHEOPS die Erde innerhalb von ungefähr anderthalb Stunden in einer Höhe von 700 Kilometer entlang der Tag-Nacht-Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Bund beteiligt sich am CHEOPS-Teleskop im Rahmen des PRODEX-Programms (PROgramme de Développement d&#8217;EXpériences scientifiques) der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Über dieses Programm können national Beiträge für Wissenschaftsmissionen durch Projektteams aus Forschung und Industrie entwickelt und gebaut werden. Dieser Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Industrie verschafft dem Werkplatz Schweiz letztlich auch einen strukturellen Wettbewerbsvorteil – und er ermöglicht, dass Technologien, Verfahren und Produkte in andere Märkte einfliessen und so einen Mehrwert für unsere Wirtschaft erbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr Informationen:</strong> <a href="https://cheops.space.unibe.ch/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://cheops.unibe.ch/de/</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikationen:</strong><br>Two Warm Neptunes transiting HIP 9618 revealed by TESS &amp; Cheops by H. P. Osborn et al. is published in the Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.<br>doi.org/10.1093/mnras/stad1319, <a href="https://academic.oup.com/mnras/article/523/2/3069/7191657?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://academic.oup.com/mnras/article/523/2/3069/7191657</a><br>TOI-5678 b: a 48-day transiting Neptune-mass planet characterized with CHEOPS and HARPS by S. Ulmer-Moll et al. is published in Astronomy &amp; Astrophysics.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/06/aa45478-22/aa45478-22.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/06/aa45478-22/aa45478-22.html</a><br>Refined parameters of the HD 22946 planetary system and the true orbital period of the planet d by Z. Garai et al. is published in Astronomy &amp; Astrophysics.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/06/aa45943-23/aa45943-23.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/06/aa45943-23/aa45943-23.html</a><br>TESS and CHEOPS Discover Two Warm Mini-Neptunes Transiting the Bright K-dwarf HD15906 by A. Tuson et al. is published in the Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.<br>doi.org/10.1093/mnras/stad1369, <a href="https://academic.oup.com/mnras/article/523/2/3090/7191658?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://academic.oup.com/mnras/article/523/2/3090/7191658</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=17485.msg550110#msg550110" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraumteleskop Cheops &#8211; CHaracterising ExOPlanets Satellite </a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vier Klassen von Planetensystemen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vier-klassen-von-planetensystemen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2023 19:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität Bern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon lange ist der Astronomie klar: Planetensysteme sind nicht zwingend wie unser Sonnensystem aufgebaut. Forschende der Universitäten Bern und Genf sowie des Nationalen Forschungsschwerpunkts PlanetS zeigen erstmals: Es gibt insgesamt vier Klassen von Planetensystemen. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 14. Februar 2023. 14. Februar 2023 &#8211; In unserem Sonnensystem scheint alles seine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Schon lange ist der Astronomie klar: Planetensysteme sind nicht zwingend wie unser Sonnensystem aufgebaut. Forschende der Universitäten Bern und Genf sowie des Nationalen Forschungsschwerpunkts PlanetS zeigen erstmals: Es gibt insgesamt vier Klassen von Planetensystemen. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 14. Februar 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/01B20230214PlanetenystemeVisualNCCRPlanetSIllustrationTobiasStierli2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung der vier Architekturtypen von Planetensystemen. Ein neuer Architekturrahmen ermöglicht es den Forschenden, ein ganzes Planetensystem auf der Systemebene zu untersuchen. Befinden sich die kleinen Planeten in einem System in der Nähe des Sterns und die massereichen Planeten in größerer Entfernung, haben solche Systeme eine «geordnete» Architektur. Wenn dagegen die Masse der Planeten in einem System mit der Entfernung zum Stern abnimmt, handelt es sich um ein «anti-geordnetes» System. Wenn alle Planeten in einem System ähnliche Massen haben, dann ist die Architektur dieses Systems «ähnlich». «Gemischte» Planetensysteme sind solche, in denen die Planetenmassen große Schwankungen aufweisen. Die Forschung deutet darauf hin, dass Planetensysteme der gleichen Architekturklasse die gleiche Entstehungsgeschichte haben. (Bild: NCCR PlanetS, Illustration: Tobias Stierli)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung der vier Architekturtypen von Planetensystemen. Ein neuer Architekturrahmen ermöglicht es den Forschenden, ein ganzes Planetensystem auf der Systemebene zu untersuchen. Befinden sich die kleinen Planeten in einem System in der Nähe des Sterns und die massereichen Planeten in größerer Entfernung, haben solche Systeme eine «geordnete» Architektur. Wenn dagegen die Masse der Planeten in einem System mit der Entfernung zum Stern abnimmt, handelt es sich um ein «anti-geordnetes» System. Wenn alle Planeten in einem System ähnliche Massen haben, dann ist die Architektur dieses Systems «ähnlich». «Gemischte» Planetensysteme sind solche, in denen die Planetenmassen große Schwankungen aufweisen. Die Forschung deutet darauf hin, dass Planetensysteme der gleichen Architekturklasse die gleiche Entstehungsgeschichte haben. (Bild: NCCR PlanetS, Illustration: Tobias Stierli)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/01B20230214PlanetenystemeVisualNCCRPlanetSIllustrationTobiasStierli26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung der vier Architekturtypen von Planetensystemen. (Bild: NCCR PlanetS, Illustration: Tobias Stierli)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">14. Februar 2023 &#8211; In unserem Sonnensystem scheint alles seine Ordnung zu haben: Die kleineren Gesteinsplaneten, wie die Venus, die Erde oder der Mars kreisen relativ nahe um unseren Stern. Die großen Gas- und Eisriesen, wie Jupiter, Saturn oder Neptun ziehen dagegen in weiten Bahnen um die Sonne. Forschende der Universitäten Bern und Genf, sowie des Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) PlanetS, zeigen in zwei im Fachmagazin Astronomy &amp; Astrophysics veröffentlichten Studien: damit steht unser Planetensystem ziemlich alleine da.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220230214PortraitLokeshMishrazvg1k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Lokesh Mishra Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern / Abteilung für Astronomie, Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Genf / NFS PlanetS. (Bild: zvg)" data-rl_caption="" title="Dr. Lokesh Mishra Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern / Abteilung für Astronomie, Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Genf / NFS PlanetS. (Bild: zvg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220230214PortraitLokeshMishrazvg26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Lokesh Mishra Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP), Universität Bern / Abteilung für Astronomie, Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Genf / NFS PlanetS. (Bild: zvg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie Erbsen aus derselben Schote</strong><br>«Bereits vor über einem Jahrzehnt stellten Astronominnen und Astronomen aufgrund von Beobachtungen mit dem damals bahnbrechenden Kepler Teleskop fest, dass Planeten in anderen Systemen ihren jeweiligen Nachbarn meist in Größe und Masse ähneln – wie Erbsen in einer Schote», sagt Studienhauptautor Lokesh Mishra, der an der Universität Bern und Genf, sowie dem NFS PlanetS forscht. Doch lange war unklar, ob diese Erkenntnis durch Einschränkungen bei den Beobachtungsmethoden zustande kam. «Es war unmöglich festzustellen, ob sich die Planeten in einem gewissen System genug ähnlich sind, um in die Klasse der ‘Erbsen-in-einer-Schote’-Systeme zu fallen, oder ob sie sich doch eher unterschieden – so, wie in unserem Sonnensystem», so Mishra.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher entwickelte der Forscher ein Konzept, um die Unterschiede und Ähnlichkeiten von Planeten derselben Systeme zu ermitteln. Und stellte dabei fest: es gibt nicht zwei, sondern vier solche Systemarchitekturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vier Klassen von Planetensystemen</strong><br>«Wir bezeichnen diese vier Klassen als ‘ähnlich’, ‘geordnet’, ‘anti-geordnet’ und ‘gemischt’, so Mishra. Planetensysteme, bei denen die Massen der benachbarten Planeten einander ähnlich sind, haben eine ähnliche Architektur. Geordnete Planetensysteme sind solche, bei denen die Masse der Planeten tendenziell mit dem Abstand zum Stern zunimmt – so, wie auch in unserem Sonnensystem. Wenn die Masse der Planeten dagegen mit dem Abstand zum Stern abnimmt, sprechen die Forschenden von einer anti-geordneten Architektur des Systems. Und gemischte Architekturen treten auf, wenn die Planetenmassen in einem System von Planet zu Planet stark schwanken.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230214PortraitYannAlibertAnneWurthlin31.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Prof. Yann Alibert Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP) und NFS PlanetS, Universität Bern (Foto: Anne Wurthlin)" data-rl_caption="" title="Prof. Yann Alibert Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP) und NFS PlanetS, Universität Bern (Foto: Anne Wurthlin)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320230214PortraitYannAlibertAnneWurthlin26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Prof. Yann Alibert Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP) und NFS PlanetS, Universität Bern (Foto: Anne Wurthlin)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Dieses Konzept kann auch bei jeder anderen Messgröße angewendet werden, wie etwa Radius, Dichte oder Wasseranteilen», sagt Studienmitautor Yann Alibert, der an der Universität Bern und am NFS PlanetS forscht. «Damit haben wir nun erstmals ein Werkzeug, um Planetensysteme als Ganzes zu untersuchen und mit anderen Systemen zu vergleichen».</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erkenntnisse werfen auch Fragen auf: Welche Architektur ist die häufigste? Welche Faktoren steuern das Entstehen eines Architekturtyps? Welche Faktoren spielen keine Rolle? Einige davon können die Forschenden beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Brücke über Milliarden von Jahren</strong><br>«Unsere Ergebnisse zeigen, dass ‘ähnliche’ Planetensysteme die häufigste Art von Architekturen sind. Etwa acht von zehn Planetensysteme um die Sterne, die am Nachthimmel sichtbar sind, weisen eine solche ‘ähnliche’ Architektur auf», sagt Mishra. «Das erklärt auch, warum bereits in den ersten Monaten der Kepler-Mission Hinweise auf diese Architektur gefunden wurden». Überrascht hat das Team, dass die «geordnete» Architektur – also jene, zu der auch das Sonnensystem zählt – die seltenste Klasse zu sein scheint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gäbe Hinweise, so Mishra, dass sowohl die Masse der Gas- und Staubscheibe, aus der die Planeten hervorgehen, als auch die Häufigkeit von schweren Elementen im jeweiligen Stern eine Rolle spielen. «Aus eher kleinen, wenig massiven Scheiben und Sternen mit wenig schweren Elementen gehen ‘ähnliche’ Planetensysteme hervor. Aus grossen, massiven Scheiben mit vielen schweren Elementen im Stern entstehen eher ‘geordnete’ und ‘anti-geordnete’ Systeme. ‘Gemischte’ Systeme entstehen aus mittelgrossen Scheiben. Dynamische Wechselwirkungen zwischen Planeten – wie etwa Kollisionen oder Auswürfe – beeinflussen die endgültige Architektur», erklärt Mishra.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Ergebnisse ist, dass sie die Ausgangsbedingungen der Planeten- und Sternentstehung mit einer messbaren Eigenschaft – der Systemarchitektur – verbindet. Dazwischen liegen Milliarden von Jahren der Entwicklung. Uns ist es erstmals gelungen, diese riesige zeitliche Lücke zu überbrücken und überprüfbare Vorhersagen zu machen. Es wird spannend zu sehen, ob sie bestehen werden», resümiert Alibert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angaben zu den Publikationen:</strong><br>L. Mishra, Y. Alibert, S. Udry, C. Mordasini, A framework for the architecture of exoplanetary systems. I. Four classes of planetary system architecture, Astronomy and Astrophysics, Accepted December 2022 <a href="https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202243751" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202243751</a> DOI: 10.1051/0004-6361/202243751</p>



<p class="wp-block-paragraph">L. Mishra, Y. Alibert, S. Udry, C. Mordasini, A framework for the architecture of exoplanetary systems. II. Nature versus nurture: Emergent formation pathways of architecture classes, Astronomy and Astrophysics, Accepted December 2022 <a href="https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202244705" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202244705</a> DOI: 10.1051/0004-6361/202244705</p>



<p class="wp-block-paragraph">Research Highlight Article in Nature Astronomy: Maltagliati, L. Finding order in planetary architectures. Nat Astron 7, 8 (20230). <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-023-01895-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-023-01895-0</a> DOI: 10.1038/s41550-023-01895-0</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg544808#msg544808" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>James-Webb-Weltraumteleskop entdeckt Kohlendioxid in Exoplaneten-Atmosphäre</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/james-webb-weltraumteleskop-entdeckt-kohlendioxid-in-exoplaneten-atmosphaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2022 09:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
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		<category><![CDATA[CO2]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität Bern]]></category>
		<category><![CDATA[WASP-39b]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=114219</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das James-Webb-Weltraumteleskop liefert gleich mit dem ersten wissenschaftlichen Resultat eine Sensation: zum ersten Mal konnte in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb des Sonnensystems CO2 eindeutig nachgewiesen werden. Forschende der Universität Bern, der Universität Genf und des Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) PlanetS sind an der Studie beteiligt. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 25. August [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das James-Webb-Weltraumteleskop liefert gleich mit dem ersten wissenschaftlichen Resultat eine Sensation: zum ersten Mal konnte in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb des Sonnensystems CO<sub>2</sub> eindeutig nachgewiesen werden. Forschende der Universität Bern, der Universität Genf und des Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) PlanetS sind an der Studie beteiligt. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 25. August 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220825WASP39bNASAESACSAJosephOlmsted2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Illustration zeigt, wie der Exoplanet WASP-39 b nach dem derzeitigen Kenntnisstand über den Planeten aussehen könnte. Diese Illustration basiert auf indirekten Transitbeobachtungen vom James-Webb-Weltraumteleskop sowie anderen Weltraum- und Bodenteleskopen. Das James- Webb-Weltraumteleskop hat kein direktes Bild dieses Planeten aufgenommen. (Bild: NASA, ESA, CSA, Joseph Olmsted)" data-rl_caption="" title="Diese Illustration zeigt, wie der Exoplanet WASP-39 b nach dem derzeitigen Kenntnisstand über den Planeten aussehen könnte. Diese Illustration basiert auf indirekten Transitbeobachtungen vom James-Webb-Weltraumteleskop sowie anderen Weltraum- und Bodenteleskopen. Das James- Webb-Weltraumteleskop hat kein direktes Bild dieses Planeten aufgenommen. (Bild: NASA, ESA, CSA, Joseph Olmsted)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220825WASP39bNASAESACSAJosephOlmsted26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese Illustration zeigt, wie der Exoplanet WASP-39 b nach dem derzeitigen Kenntnisstand über den Planeten aussehen könnte. Diese Illustration basiert auf indirekten Transitbeobachtungen vom James-Webb-Weltraumteleskop sowie anderen Weltraum- und Bodenteleskopen. Das James- Webb-Weltraumteleskop hat kein direktes Bild dieses Planeten aufgenommen. (Bild: NASA, ESA, CSA, Joseph Olmsted)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">25. August 2022 &#8211; Aufgrund seiner Rolle bei der Regulierung des Klimas ist Kohlendioxid ein zentraler Bestandteil der Erdatmosphäre. Das Molekül in der Atmosphäre von fernen Exoplaneten eindeutig detektieren zu können, ist daher ein essenzieller Schritt bei der Suche nach lebensfreundlichen Welten. Genau dies ist einem internationalen Team von Forschenden, mit Beteiligung der Universität Bern, der Universität Genf und dem Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS dank Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop gelungen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220825WASP39bSpectrumNASAESACSALeahHustakJosephOlmstedSTScI2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein Transmissionsspektrum des heissen Gasriesen WASP-39 b, das von Webbs Nahinfrarot-Spektrografen (NIRSpec) am 10. Juli 2022 aufgenommen wurde, liefert den ersten eindeutigen Nachweis für Kohlendioxid auf einem Planeten ausserhalb des Sonnensystems. Dies ist auch das erste detaillierte Transmissionsspektrum eines Exoplaneten, das jemals aufgenommen wurde und Wellenlängen zwischen 3 und 5,5 Mikrometern abdeckt. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))" data-rl_caption="" title="Ein Transmissionsspektrum des heissen Gasriesen WASP-39 b, das von Webbs Nahinfrarot-Spektrografen (NIRSpec) am 10. Juli 2022 aufgenommen wurde, liefert den ersten eindeutigen Nachweis für Kohlendioxid auf einem Planeten ausserhalb des Sonnensystems. Dies ist auch das erste detaillierte Transmissionsspektrum eines Exoplaneten, das jemals aufgenommen wurde und Wellenlängen zwischen 3 und 5,5 Mikrometern abdeckt. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220825WASP39bSpectrumNASAESACSALeahHustakJosephOlmstedSTScI26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein Transmissionsspektrum des heißen Gasriesen WASP-39 b, das von Webbs Nahinfrarot-Spektrografen (NIRSpec) am 10. Juli 2022 aufgenommen wurde, liefert den ersten eindeutigen Nachweis für Kohlendioxid auf einem Planeten außerhalb des Sonnensystems. Dies ist auch das erste detaillierte Transmissionsspektrum eines Exoplaneten, das jemals aufgenommen wurde und Wellenlängen zwischen 3 und 5,5 Mikrometern abdeckt. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Teleskop wird gemeinsam von der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der Amerikanischen Weltraumbehörde NASA, und der Kanadischen Weltraumorganisation CSA betrieben und hat im Juni 2022 seine wissenschaftliche Arbeit aufgenommen. Nun werden erste Resultate im Fachmagazin Nature veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein aufgeblähter Gasriese filtert Sternenlicht</strong><br>Der Planet WASP-39b ist ein heißer Gasriese, der einen sonnenähnlichen Stern in 700 Lichtjahren Entfernung von der Erde umkreist. Im Gegensatz zu den Gasriesen in unserem Sonnensystem umkreist WASP-39b seinen Stern in einem engen Orbit – in nur etwa einem Achtel der Entfernung zwischen Sonne und Merkur – und benötigt für einen Umlauf nur etwas mehr als vier Erdentage. Durch die intensive Sonneneinstrahlung wird der Planet auf etwa 900°C aufgeheizt. «Die Hitze bewirkt, dass sich die Atmosphäre des Planeten ausdehnt und so ist WASP-39b ein Drittel grösser als Jupiter, der größte Gasriese unseres Sonnensystems.», erklärt Monika Lendl, Mitautorin der Studie, Astronomieprofessorin an der Universität Genf und NFS PlanetS-Mitglied.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220825WASP39bLightCurvesNASAESACSALeahHustakJosephOlmstedSTScI2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Lichtkurven des Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb zeigen die Veränderung der Helligkeit des WASP-39 Sternensystems in verschiedenen Wellenlängen (Farben) des Lichts. Sie wurden aufgenommen, während der Planet am am 10. Juli 2022 vor seinem Mutterstern vorbeizog und einen Teil des Sternlichts verdeckte. Dieses Phänomen wird als Transit bezeichnet. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))" data-rl_caption="" title="Lichtkurven des Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb zeigen die Veränderung der Helligkeit des WASP-39 Sternensystems in verschiedenen Wellenlängen (Farben) des Lichts. Sie wurden aufgenommen, während der Planet am am 10. Juli 2022 vor seinem Mutterstern vorbeizog und einen Teil des Sternlichts verdeckte. Dieses Phänomen wird als Transit bezeichnet. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220825WASP39bLightCurvesNASAESACSALeahHustakJosephOlmstedSTScI26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Lichtkurven des Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) von Webb zeigen die Veränderung der Helligkeit des WASP-39 Sternensystems in verschiedenen Wellenlängen (Farben) des Lichts. Sie wurden aufgenommen, während der Planet am am 10. Juli 2022 vor seinem Mutterstern vorbeizog und einen Teil des Sternlichts verdeckte. Dieses Phänomen wird als Transit bezeichnet. (Bild: NASA, ESA, CSA, Leah Hustak (STScI), Joseph Olmsted (STScI))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Planet direkt vor seinem Stern vorbeizieht, scheint ein Teil des Sternenlichts durch die Atmosphäre des Planeten, bevor es das Teleskop erreicht. «Die Atmosphäre filtert einige Farben stärker heraus als andere, je nachdem, woraus sie besteht, wie dick sie ist und ob es in ihr Wolken gibt oder nicht», so Lendl. Mit dem James Webb Teleskop können Forschende das Licht in seine Farben aufschlüsseln, um charakteristische «Fingerabdrücke» verschiedener Gase zu identifizieren und die Zusammensetzung der Atmosphäre zu bestimmen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420220825PortraitMonikaLendlFabienScottiUniGE1k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Prof. Monika Lendl Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: Fabien Scotti, Universität Genf)" data-rl_caption="" title="Prof. Monika Lendl Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: Fabien Scotti, Universität Genf)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420220825PortraitMonikaLendlFabienScottiUniGE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Prof. Monika Lendl Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: Fabien Scotti, Universität Genf)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erster eindeutiger Nachweis von Kohlendioxid auf einem Exoplaneten</strong><br>Mit Hilfe des Nahinfrarot-Spektrographen (NIRSpec) des Webb-Teleskops konnte das Team von Forschenden den Fingerabdruck von Kohlendioxid in dem Licht, das die Atmosphäre von WASP-39b durchquerte, nachweisen. «Gleich beim ersten Anblick der Daten war klar, dass wir es mit einer spektakulären Entdeckung zu tun haben», sagt Dominique Petit dit de la Roche, Forscherin an der Universität Genf, Mitautorin der Studie und NFS PlanetS Mitglied. «Zum ersten Mal wurde Kohlendioxid eindeutig auf einem Planeten außerhalb des Sonnensystems nachgewiesen.»</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Die Entdeckung eines so deutlichen Signals von Kohlendioxid auf WASP-39b ist ein gutes Vorzeichen. Sowohl für die Entdeckung von Atmosphären auf kleineren, erdgroßen Planeten als auch für die Messung der Häufigkeit von weiteren Gasen wie Wasser und Methan», sagte Natalie Batalha von der University of California in Santa Cruz, die Leiterin des internationalen Forschungsteams, das die Beobachtungen durchführte.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0520220825PortraitDominiquePetitzvg2k.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dominique Petit dit de la Roche Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: zvg)" data-rl_caption="" title="Dominique Petit dit de la Roche Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: zvg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0520220825PortraitDominiquePetitzvg26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Dominique Petit dit de la Roche Observatoire de Genève, Universität Genf und Mitglied des NFS PlanetS (Bild: zvg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis der Zusammensetzung der Atmosphäre eines Planeten erlaubt auch Einblicke in den Ursprung des Planeten und seine Entwicklung. «Kohlendioxidmoleküle sind gute Indikatoren für die Geschichte der Planetenentstehung», sagt Elspeth Lee, Mitautorin der Studie, Ambizione-Stipendiatin an der Universität Bern und Mitglied des NFS PlanetS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Der eindeutige Nachweis von Kohlendioxid in WASP-39b gibt uns Aufschluss über den Bestand an Kohlenstoff- und Sauerstoffmolekülen in der Atmosphäre. Dadurch erhalten wir eine Vorstellung von den vielfältigen chemischen Prozessen, die in Atmosphären unter solch extremen Bedingungen ablaufen, sowie von dem möglichen Gesteins- und Gasmaterial, das der Planet während seiner Entstehungsphasen aufgenommen haben könnte», so Lee weiter.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0620220825PortraitElspethLeezvg70.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Elspeth Lee Center for Space and Habitability (CSH) und Mitglied des NFS PlanetS, Universität Bern (Bild: zvg)" data-rl_caption="" title="Elspeth Lee Center for Space and Habitability (CSH) und Mitglied des NFS PlanetS, Universität Bern (Bild: zvg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0620220825PortraitElspethLeezvg26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Elspeth Lee Center for Space and Habitability (CSH) und Mitglied des NFS PlanetS, Universität Bern (Bild: zvg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Early Release Science</strong><br>Die NIRSpec-Beobachtung von WASP-39b ist nur ein Teil eines großen Beobachtungsvorhabens mit dem James Webb Teleskop, das weitere Beobachtungen von WASP-39b sowie Beobachtungen von zwei anderen Planeten umfasst. Die Beobachtungen sind Teil des sogenannten Early Release Science-Programms, das entwickelt wurde, um der internationalen Forschungsgemeinschaft so schnell wie möglich wissenschaftliche Daten vom James Webb Teleskop zur Verfügung zu stellen und dadurch die bestmögliche wissenschaftliche Nutzung des Weltraumteleskops sicher zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angaben zur Publikation</strong><br>JWST Transiting Exoplanet Community Early Release Science Team: Identification of carbon dioxide in an exoplanet atmosphere, Accepted for publication in Nature <a href="https://arxiv.org/abs/2208.11692" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2208.11692</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1176.msg536631#msg536631" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">JWST &#8211; James Webb Space Telescope</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Berner Forschende simulieren Verteidigung der Erde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/berner-forschende-simulieren-verteidigung-der-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 08:35:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die NASA-Mission «Double Asteroid Redirection Test» (DART) ist der weltweit erste vollumfängliche Test zur planetarischen Verteidigung gegen mögliche Asteroideneinschläge auf der Erde. Forschende der Universität Bern und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS zeigen nun, dass der Einschlag der DART-Raumsonde auf ihrem Ziel statt einen relativ kleinen Krater zu hinterlassen den Asteroiden nahezu unkenntlich machen könnte. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die NASA-Mission «Double Asteroid Redirection Test» (DART) ist der weltweit erste vollumfängliche Test zur planetarischen Verteidigung gegen mögliche Asteroideneinschläge auf der Erde. Forschende der Universität Bern und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS zeigen nun, dass der Einschlag der DART-Raumsonde auf ihrem Ziel statt einen relativ kleinen Krater zu hinterlassen den Asteroiden nahezu unkenntlich machen könnte. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 29. Juni 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220629DARTinfographicNASAJohnsHopkinsAPL2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220629DARTinfographicNASAJohnsHopkinsAPL26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Infografik die zeigt, welche Auswirkungen der Einschlag von DART auf die Umlaufbahn von Didymos B haben könnte. (Grafik: NASA / Johns Hopkins APL)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">29. Juni 2022 &#8211; Vor 66 Millionen Jahren verursachte ein riesiger Asteroideneinschlag auf der Erde wahrscheinlich das Aussterben der Dinosaurier. Zwar ist zurzeit kein bekannter Asteroid eine unmittelbare Bedrohung. Doch sollte eines Tages ein großer Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde entdeckt werden, müsste dieser womöglich von seiner Flugbahn abgelenkt werden um katastrophale Folgen zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen November ist die DART-Raumsonde der US-Raumfahrtbehörde NASA als erstes Experiment seiner Größenordnung für ein solches Manöver gestartet: Ihre Aufgabe ist es, mit einem Asteroiden zu kollidieren und ihn aus seiner Umlaufbahn abzulenken. So sollen wertvolle Informationen für die Entwicklung einer solchen planetaren Abwehrtechnik gewonnen werden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220629DARTScaleNASAJohnsHopkinsAPL2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220629DARTScaleNASAJohnsHopkinsAPL26.jpg" alt=""/></a><figcaption>DART im Größenvergleich. (Grafik: NASA / Johns Hopkins APL)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In einer neuen Studie, die im Planetary Science Journal veröffentlicht wurde, haben Forschende der Universität Bern und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS diesen Einschlag mit einer neuen Methode simuliert. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass er sein Ziel viel stärker deformieren könnte als bisher angenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schutt statt festem Fels</strong><br>«Im Gegensatz zu dem, was man sich unter einem Asteroiden vorstellt, zeigen direkte Untersuchungen von Raumfahrtmissionen wie der Hayabusa2-Sonde der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, dass Asteroiden eine sehr lockere innere Struktur haben können – ähnlich wie ein Schutthaufen – die durch Gravitationswechselwirkungen und kleine Kohäsionskräfte zusammengehalten wird», sagt Hauptautorin Sabina Raducan vom Physikalischen Institut und dem Nationalen Forschungsschwerpunkt PlanetS an der Universität Bern.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220629DARTImpactSRaducanMJutziPlanetaryJournal.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220629DARTImpactSRaducanMJutziPlanetaryJournal26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Morphologie eines Asteroiden nach vertikalen und schrägen DART-ähnlichen Einschlägen auf kugelförmige und ellipsoidische Ziele. Bis zu ~20 % des Zielmaterials sind verdrängt (durch die Farbe gekennzeichnet). (Grafik: Sabina D. Raducan and Martin Jutzi, The Planetary Science Journal, June 2022, doi.org/10.3847/PSJ/ac67a7)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Simulationen des Einschlags der DART-Mission gingen jedoch meist von einem viel festeren Inneren des Ziel-Asteroiden Dimorphos aus. «Dies könnte das Ergebnis des Zusammenstoßes von DART und Dimorphos, der für den kommenden September geplant ist, drastisch verändern», so Raducan. Anstatt einen relativ kleinen Krater auf dem rund 160 Meter großen Asteroiden zu hinterlassen, könnte der Einschlag von DART mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 24&#8217;000 km/h Dimorphos vollständig deformieren. Der Asteroid könnte auch viel stärker abgelenkt und größere Mengen an Material herausgeschleudert werden, als die bisherigen Schätzungen voraussagten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein preisgekrönter neuer Ansatz</strong><br>«Einer der Gründe, warum dieses Szenario einer losen inneren Struktur bisher nicht gründlich untersucht wurde, ist, dass die notwendigen Methoden nicht zur Verfügung standen», sagt Raducan. «Solche Einschlagsbedingungen können in Laborexperimenten nicht nachgestellt werden, und der relativ lange und komplexe Prozess der Kraterbildung nach einem solchen Einschlag – im Fall von DART eine Sache von Stunden – machte es bisher unmöglich, diese Einschlagsprozesse realistisch zu simulieren», so die Forscherin.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420220629DARTGruppenbildToshiHirabayashi12.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0420220629DARTGruppenbildToshiHirabayashi26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sabina Raducan (Mitte) und Martin Jutzi (rechts) mit Kollegen des Hera-Workshops in Nizza, Frankreich. (Bild: Dr. Toshi Hirabayashi)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Mit unserem neuartigen Modellierungsansatz, der die Ausbreitung der Schockwellen, die Verdichtung und den darauf folgenden Materialfluss berücksichtigt, waren wir erstmals in der Lage, den gesamten Kraterprozess zu modellieren, der bei Einschlägen auf kleinen Asteroiden wie Dimorphos entsteht», berichtet Raducan. Für diese Leistung wurde sie bei einem Workshop zur DART-Nachfolgemission HERA von der Europäischen Weltraumorganisation ESA und vom Bürgermeister von Nizza ausgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Erweiterung des Erwartungshorizonts erforderlich</strong><br>Im Jahr 2024 wird die ESA im Rahmen der Weltraummission HERA eine Raumsonde zu Dimorphos schicken. Ziel ist es, die Folgen des Einschlags der DART-Sonde visuell zu untersuchen. «Um das Beste aus der HERA-Mission herauszuholen, müssen wir ein gutes Verständnis der möglichen Folgen des DART-Einschlags haben», sagt Studienmitautor Martin Jutzi vom Physikalischen Institut und dem Nationalen Forschungsschwerpunkt PlanetS an der Universität Bern. «Unsere Arbeit an den Einschlagssimulationen fügt ein wichtiges potenzielles Szenario hinzu, das uns dazu zwingt, unsere Erwartungen in dieser Hinsicht zu erweitern. Dies ist nicht nur im Zusammenhang mit der Planetenverteidigung von Bedeutung, sondern fügt auch ein wichtiges Puzzleteil zu unserem Verständnis von Asteroiden im Allgemeinen hinzu», so Jutzi abschließend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation</strong><br>Sabina D. Raducan and Martin Jutzi: Global-scale Reshaping and Resurfacing of Asteroids by Small- scale Impacts, with Applications to the DART and Hera Missions, The Planetary Science Journal, June 2022, DOI: 10.3847/PSJ/ac67a7<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/PSJ/ac67a7" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/PSJ/ac67a7</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=18794.msg534097#msg534097" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">DART auf Falcon 9 (B1063.3) von Vandenberg</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Langfristig flüssiges Wasser auch auf nicht erdähnlichen Planeten?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/langfristig-fluessiges-wasser-auch-auf-nicht-erdaehnlichen-planeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2022 07:29:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Uratmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=111767</guid>

					<description><![CDATA[<p>Flüssiges Wasser ist eine wichtige Voraussetzung, damit Leben auf einem Planeten entstehen kann. Wie Forschende der Universität Bern, der Universität Zürich und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS in einer neuen Studie berichten, könnte Wasser anders als bisher angenommen auch über Milliarden von Jahren auch auf Planeten existieren, die sich stark von der Erde unterscheiden. Dies [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Flüssiges Wasser ist eine wichtige Voraussetzung, damit Leben auf einem Planeten entstehen kann. Wie Forschende der Universität Bern, der Universität Zürich und des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS in einer neuen Studie berichten, könnte Wasser anders als bisher angenommen auch über Milliarden von Jahren auch auf Planeten existieren, die sich stark von der Erde unterscheiden. Dies stellt unsere bisherigen Vorstellungen von potenziell bewohnbaren Planeten in Frage. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern 27. Juni 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220627WasserExoplanetenIllustrationUniBEUZHThibautRoger2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0120220627WasserExoplanetenIllustrationUniBEUZHThibautRoger26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Planeten mit geringer Masse und einer ursprünglichen Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium könnten die Temperaturen und den Druck aufweisen, die Wasser in flüssiger Form ermöglichen. Das Vorhandensein von flüssigem Wasser ist eine wichtige Voraussetzung für Leben, so dass diese Planeten möglicherweise für Milliarden von Jahren exotische Lebensräume beherbergen. (Bild: (CC BY-NC-SA 4.0) &#8211; Thibaut Roger &#8211; Universität Bern &#8211; Universität Zürich)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">27. Juni 2022 &#8211; Das Leben auf der Erde begann in den Ozeanen. Bei der Suche nach Leben auf anderen Planeten ist daher das Potenzial für flüssiges Wasser eine wichtige Voraussetzung. Um es zu finden, haben Forschende traditionell nach Planeten gesucht, die unserem eigenen ähneln. Langfristig flüssiges Wasser muss aber nicht unbedingt unter ähnlichen Bedingungen wie auf der Erde vorkommen. Forschende der Universität Bern und der Universität Zürich, die Mitglieder des Nationalen Forschungsschwerpunkt PlanetS sind, berichten in einer in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlichten Studie, dass günstige Bedingungen über Jahrmilliarden sogar auf Planeten herrschen könnten, die unserem Heimatplaneten kaum ähneln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Urtümliche Treibhäuser</strong><br>«Einer der Gründe, warum Wasser auf der Erde flüssig sein kann, ist die Atmosphäre», erklärt Studienmitautorin Ravit Helled, Professorin für Theoretische Astrophysik an der Universität Zürich und Mitglied des NFS PlanetS. «Mit ihrem natürlichen Treibhauseffekt fängt sie genau die richtige Menge an Wärme ein, um die notwendigen Bedingungen für Ozeane, Flüsse und Regen zu schaffen», so die Forscherin.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220627WasserExoplanetenInfografikUniBEUZHThibautRoger2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0220220627WasserExoplanetenInfografikUniBEUZHThibautRoger26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Planeten mit einer ursprünglichen Wasserstoff-Helium-Atmosphäre weisen eine breite Palette von Bedingungen auf, die flüssiges Wasser ermöglichen. (Bild: (CC BY-NC-SA 4.0) &#8211; Thibaut Roger &#8211; Universität Bern &#8211; Universität Zürich)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erdatmosphäre war in ihrer Frühzeit jedoch ganz anders. «Als sich der Planet erstmals aus kosmischem Gas und Staub bildete, sammelte er eine Atmosphäre an, die hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium bestand – eine so genannte Uratmosphäre», erklärt Helled. Im Laufe ihrer Entwicklung verlor die Erde jedoch diese ursprüngliche Atmosphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere, massereichere Planeten können viel größere Uratmosphären ansammeln, die sie in einigen Fällen erhalten können. «Solche massiven Uratmosphären können auch einen Treibhauseffekt hervorrufen – ähnlich wie die heutige Erdatmosphäre. Wir wollten deshalb herausfinden, ob diese Atmosphären die notwendigen Bedingungen für flüssiges Wasser schaffen können», sagt Helled.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flüssiges Wasser für Milliarden von Jahren</strong><br>Dazu modellierte das Team unzählige Planeten und simulierte deren Entwicklung über Milliarden von Jahren. Dabei berücksichtigten sie nicht nur die Eigenschaften der Planetenatmosphären, sondern auch die Intensität der Strahlung ihrer jeweiligen Sterne sowie die nach außen abstrahlende innere Wärme der Planeten. Während diese geothermische Wärme auf der Erde nur eine geringe Rolle für die Bedingungen an der Oberfläche spielt, kann sie auf Planeten mit massiven Uratmosphären einen substanziellen Beitrag dazu leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Wir haben herausgefunden, dass in vielen Fällen die ursprünglichen Atmosphären durch die intensive Strahlung der Sterne verloren gegangen sind – vor allem auf Planeten, die sich in der Nähe ihres Sterns befinden. Doch in den Fällen, in denen Atmosphären erhalten wurden, können Bedingungen entstehen, unter denen flüssiges Wasser existieren kann», berichtet Marit Mol Lous, Doktorandin und Hauptautorin der Studie. Laut der Forscherin der Universität Bern und der Universität Zürich sind «in Fällen, in denen genügend geothermische Wärme die Oberfläche erreicht, die intensive Strahlung von einem Stern wie der Sonne nicht einmal nötig, damit Bedingungen an der Oberfläche herrschen, die die Existenz von flüssigem Wasser erlauben»</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Am wichtigsten ist vielleicht, dass unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Bedingungen über sehr lange Zeiträume anhalten können – bis zu mehreren zehn Milliarden Jahren», betont die Forscherin, die auch Mitglied des NFS Planeten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Horizont für die Suche nach außerirdischem Leben erweitern</strong><br>«Für viele mag dies eine Überraschung sein. Die Astronomie erwartet normalerweise, dass flüssiges Wasser in Regionen um Sterne vorkommt, die genau die richtige Menge an Strahlung erhalten: nicht zu viel, damit das Wasser nicht verdampft, und nicht zu wenig, damit es nicht komplett gefriert», erklärt Studien-Mitautor Christoph Mordasini, Professor für Theoretische Astrophysik an der Universität Bern und Mitglied des NFS PlanetS.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220627MedienmitteilungWasserExoplanetenPortraitzvg2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/0320220627MedienmitteilungWasserExoplanetenPortraitzvg26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Christoph Mordasini, Marit Mol Lous, Ravit Helled &#8211; NFS PlanetS, Universität Bern, Universität Zürich (Bild: zvg / mise à disposition / Courtesy of C. Mordasini, M. Mol, R. Helled)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">«Da das Vorhandensein von flüssigem Wasser eine wahrscheinliche Voraussetzung für Leben ist und das Leben auf der Erde wahrscheinlich viele Millionen Jahre gebraucht hat, um sich zu entwickeln, könnte dies den Horizont für die Suche nach außerirdischen Lebensformen erheblich erweitern. Nach unseren Ergebnissen könnte es sich sogar auf sogenannten freischwebenden Planeten, die nicht um einen Stern kreisen, entwickeln», so Mordasini.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt der Forscher vorsichtig: «Unsere Ergebnisse sind zwar aufregend, sollten aber mit Vorsicht genossen werden. Denn damit solche Planeten langfristig flüssiges Wasser haben können, müssen sie die passende Atmosphäre haben. Wir wissen nicht, wie häufig dies der Fall ist.» Und selbst unter den richtigen Bedingungen wisse man nicht, wie wahrscheinlich es sei, dass sich Leben in einem solch exotischen potentiellen Habitat entwickle. «Das ist eine Frage für die Astrobiologie. Mit unserer Arbeit haben wir jedoch gezeigt, dass unsere erdzentrische Vorstellung von einem lebensfreundlichen Planeten möglicherweise zu eng gefasst ist», so Mordasini abschließend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation</strong><br>Marit Mol Lous, Ravit Helled &amp; Christoph Mordasini: Potential long-term habitable conditions on planets with primordial H-He atmospheres, Nature Astronomy, June 2022, DOI: 10.1038/s41550-022-01699-8.<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-022-01699-8" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-022-01699-8</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg533949#msg533949" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li></ul>
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		<title>Der Planet fällt nicht weit vom Stern</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-planet-faellt-nicht-weit-vom-stern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 20:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Planeten und ihrem jeweiligen Wirtsstern wurde in der Astronomie schon lange vermutet. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, an dem auch Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS von der Universität Bern und der Universität Zürich beteiligt sind, liefert dafür nun erstmals empirische Belege – und widerspricht der langjährigen Annahme [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Planeten und ihrem jeweiligen Wirtsstern wurde in der Astronomie schon lange vermutet. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, an dem auch Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS von der Universität Bern und der Universität Zürich beteiligt sind, liefert dafür nun erstmals empirische Belege – und widerspricht der langjährigen Annahme teilweise zugleich. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/120211014VisualTaniaCunhaPlanetariodoPortoCentroCienciaVivaInstitutodeAstrofisicaeCienciasdoEspaco2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/120211014VisualTaniaCunhaPlanetariodoPortoCentroCienciaVivaInstitutodeAstrofisicaeCienciasdoEspaco26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Illustration der Planetenentstehung um einen sonnenähnlichen Stern, wobei die Bausteine der Planeten – Gestein und Eisenmoleküle – im Vordergrund zu sehen sind. (Bild: Tania Cunha (Planetário do Porto &#8211; Centro Ciência Viva &amp; Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">14. Oktober 2021 &#8211; Sterne und Planeten entstehen aus demselben kosmischen Gas und Staub. Im Verlauf des Entstehungsprozesses kondensiert ein Teil des Materials und bildet Gesteinsplaneten, der Rest wird entweder vom Stern angehäuft oder wird Teil von Gasplaneten. Die Annahme eines Zusammenhangs zwischen der Zusammensetzung von Sternen und ihrer Planeten ist daher naheliegend und wird etwa im Sonnensystem durch die meisten Gesteinsplaneten bestätigt (Merkur bildet hier die Ausnahme). Dennoch erweisen sich Annahmen, insbesondere in der Astrophysik, nicht immer als wahr. Eine Studie unter der Leitung des Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço (IA) in Portugal, an der auch Forschende des NFS PlanetS der Universität Bern und der Universität Zürich beteiligt sind, die heute in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, liefert den ersten empirischen Beweis für diese Annahme – und widerspricht ihr teilweise zugleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kondensierte Sterne gegen felsige Planeten</strong><br>Um herauszufinden, ob die Zusammensetzung von Sternen und ihren Planeten zusammenhängt, verglich das Team sehr präzise Messungen von beiden. Bei den Sternen wurde ihr ausgestrahltes Licht gemessen, das den charakteristischen spektroskopischen Fingerabdruck ihrer Zusammensetzung trägt. Die Zusammensetzung der Gesteinsplaneten wurde indirekt bestimmt: Aus ihrer gemessenen Masse und Radius wurden ihre Dichte und Zusammensetzung abgeleitet. Erst in jüngster Zeit sind genügend Planeten so genau vermessen worden, dass aussagekräftige Untersuchungen dieser Art möglich sind.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/220211014PortraitChristophMordasiniUniBE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/220211014PortraitChristophMordasiniUniBE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Christoph Mordasini, Physikalisches Institut, Weltraumforschung und Planetologie (WP) und NFS PlanetS. (Bild: Universität Bern)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">«Doch da Sterne und Gesteinsplaneten sehr unterschiedlicher Natur sind, konnten wir ihre Zusammensetzung nicht direkt vergleichen», erklärt Christoph Mordasini, Mitautor der Studie, Dozent für Astrophysik an der Universität Bern und Mitglied des NFS PlanetS. «Stattdessen haben wir die Zusammensetzung der Planeten mit einer theoretischen, heruntergekühlten Version ihres Sterns verglichen. Während der größte Teil des Sternmaterials – vor allem Wasserstoff und Helium – bei der Abkühlung als Gas verbleibt, kondensiert ein kleiner Teil, der aus gesteinsbildendem Material wie Eisen und Silikat besteht», erklärt Mordasini.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Universität Bern wird seit 2003 das «Berner Modell der Entstehung und Entwicklung von Planeten» laufend weiterentwickelt. Christoph Mordasini sagt: «Wir kombinieren in unserem Modell Erkenntnisse zu den vielfältigen Prozessen, die bei der Entstehung und der Entwicklung von Planeten ablaufen.» Mithilfe dieses Berner Modells konnten die Forschenden die Zusammensetzung die Gesteinsmaterials des heruntergekühlten Sterns berechnen. «Das haben wir dann mit den Gesteinsplaneten verglichen», so Mordasini.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/420211014PortraitVardan-Adibekyan©InstitutodeAstrofisicaeCienciasdoEspaco18.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/420211014PortraitVardan-Adibekyan©InstitutodeAstrofisicaeCienciasdoEspaco26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Vardan Adibekyan, Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço (IA) (Bild: Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweise auf Bewohnbarkeit von Planeten</strong><br>«Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Annahmen bezüglich der Zusammensetzung von Sternen und ihrer Planeten nicht grundlegend falsch waren: Die Zusammensetzung von Gesteinsplaneten ist tatsächlich eng mit jener ihres Wirtssterns verbunden. Allerdings ist die Beziehung nicht so simpel, wie angenommen», sagt der Hauptautor der Studie und Wissenschaftler am IA, Vardan Adibekyan. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/320211014PortraitCarolineDornUniBE.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/320211014PortraitCarolineDornUniBE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Caroline Dorn, Institute for Computational Science, NFS PlanetS, Universität Zürich) (Bild: UZH)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Erwartet hatten die Forschenden, dass die Häufigkeit dieser Elemente im Stern die Obergrenze darstellt. «Doch bei einigen der Planeten ist etwa die Eisenhäufigkeit im Planeten sogar höher als im Stern», erklärt Caroline Dorn, Ambizione-Fellow an der Universität Zürich und Mitautorin der Studie. «Dies könnte auf gigantische Einschläge auf diesen Planeten zurückzuführen sein, bei denen ein Teil des äußeren, leichteren Materials abbricht, während der dichte Eisenkern zurückbleibt», so die Forscherin. Die Ergebnisse könnten den Forschenden daher Aufschluss über die Geschichte der Planeten geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Die Ergebnisse dieser Studie sind auch sehr nützlich, um die Zusammensetzung von Planeten einzugrenzen, die auf der Grundlage der aus Masse- und Radiusmessungen berechneten Dichte angenommen wird», erklärt Christoph Mordasini. «Da mehr als eine Zusammensetzung zu einer bestimmten Dichte passen kann, sagen uns die Ergebnisse unserer Studie, dass wir die möglichen Zusammensetzungen mithilfe jener des Wirtssterns eingrenzen können», sagt Mordasini. Und da die genaue Zusammensetzung eines Planeten etwa darauf Einfluss hat, wie viel radioaktives Material er enthält oder wie stark sein Magnetfeld ist, kann sie darüber entscheiden ob der Planet lebensfreundlich ist oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>«Bern Model of Planet Formation and Evolution»</strong><br>Mit dem «Bern Model of Planet Formation and Evolution» können Aussagen gemacht werden, wie ein Planet entstanden ist und wie er sich entwickelt hat. Seit 2003 wird das Berner Modell an der Universität Bern laufend weiterentwickelt. Ins Modell fließen Erkenntnisse ein zu den vielfältigen Prozessen, die bei der Entstehung und der Entwicklung von Planeten ablaufen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Submodelle zur Akkretion (Wachstum des Kerns eines Planeten) oder dazu, wie Planeten gravitationsbedingt miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen sowie zu Prozessen in den protoplanetaren Scheiben, in denen Planeten entstehen. Mit dem Modell werden auch sogenannte Populationssynthesen erstellt, die aufzeigen, welche Planeten sich wie häufig unter bestimmten Rahmenbedingungen in einer protoplanetaren Scheibe entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Angaben zur Publikation:</strong><br>Vardan Adibekyan et al., <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.abg8794" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">A compositional link between rocky exoplanets and their host stars</a>, 14.10.2021, Science<br>DOI: 10.1126/science.abg8794</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Berner Weltraumforschung: Seit der ersten Mondlandung an der Weltspitze</strong><br>Als am 21. Juli 1969 Buzz Aldrin als zweiter Mann aus der Mondlandefähre stieg, entrollte er als erstes das Berner Sonnenwindsegel und steckte es noch vor der amerikanischen Flagge in den Boden des Mondes. Dieses Solarwind Composition Experiment (SWC), welches von Prof. Dr. Johannes Geiss und seinem Team am Physikalischen Institut der Universität Bern geplant und ausgewertet wurde, war ein erster großer Höhepunkt in der Geschichte der Berner Weltraumforschung.<br>Die Berner Weltraumforschung ist seit damals an der Weltspitze mit dabei: Die Universität Bern nimmt regelmäßig an Weltraummissionen der großen Weltraumorganisationen wie ESA, NASA, ROSCOSMOS oder JAXA teil. Mit CHEOPS teilt sich die Universität Bern die Verantwortung mit der ESA für eine ganze Mission. Zudem sind die Berner Forschenden an der Weltspitze mit dabei, wenn es etwa um Modelle und Simulationen zur Entstehung und Entwicklung von Planeten geht.<br>Die erfolgreiche Arbeit der Abteilung Weltraumforschung und Planetologie (WP) des Physikalischen Instituts der Universität Bern wurde durch die Gründung eines universitären Kompetenzzentrums, dem Center for Space and Habitability (CSH), gestärkt. Der Schweizer Nationalsfonds sprach der Universität Bern zudem den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) PlanetS zu, den sie gemeinsam mit der Universität Genf leitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1176.msg520780#msg520780" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=765.msg520782#msg520782" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=5714.msg520783#msg520783" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=17991.msg520787#msg520787" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=17463.msg520843#msg520843" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16402.msg520878#msg520878" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1070.msg520918#msg520918" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=630.msg520922#msg520922" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=630.msg520922#msg520922" target="_blank" rel="noopener">Planetenentstehung</a></a></p>
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