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	<title>Paolo Nespoli &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Paolo Nespoli &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Paolo Nespoli</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-paolo-nespoli/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 20:29:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p>Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er einen Bachelor of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von der Polytechnic University of New York und 1989 einen Master of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von derselben Institution.</p>



<p>1989 kehrte er nach Italien zurück und arbeitete als Konstrukteur bei Proel Tecnologie in Florenz. Dort führte er mechanische Analysen durch und unterstützte die Qualifizierung der Flugeinheiten der Elektronenkanonenbaugruppe, welche als Experiment auf dem Tethered Satellite System (TSS) implementiert war. Der TSS war ein experimenteller seilgefesselter Satellit, der als Beitrag der italiensichen Raumfahrtbehörde ASI (Agenzia Spaziale Italiana &#8211; ASI) an Bord der Space Shuttle Flüge STS-46 (31.07. bis 08.08.1992) und STS-75 (22.02. bis 09.03.1996) flog.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148261" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day <br>Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p>1991 trat er in die Abteilung Astronautentraining im Europäisches Astronautenzentrum auf dem Gelände des DLR in Köln-Porz ein. Dort war er als Ingenieur für das Astronautentraining zuständig. Er war an der Vorbereitung und Durchführung der europäischen Astronauten-Grundausbildung beteiligt. Er verantwortete auch die Astronautentrainingsdatenbank. Dieses Softwaresystem wird für die Vorbereitung und Verwaltung des Astronautentrainings eingesetzt.</p>



<p>Im Rahmen des EUROMIR-Projekts wurde Paolo Nespoli 1995 zum ESTEC nach Noordwijk, Niederlande abgeordnet. Dort führte er das Team, welches den auf der russischen Raumstation Mir verwendeten Payload and Crew Support Computer vorbereitete, integrierte und unterstützte.</p>



<p>1996 wurde Paolo Nespoli zum Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, versetzt. Dort arbeitete er in der Spaceflight Training Division. Diese ist an der Vorbereitung des Trainings für die Boden- und In-Orbit-Besatzung der Internationalen Raumstation beteiligt.</p>



<p>Im August 1998 wurde Paolo Nespoli durch die italienische Raumfahrtagentur zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA entsandt. Dort wurde er dann Mitglied des Europäischen Astronautenkorps.</p>



<p>Seinen ersten Raumflug absolvierte Paolo Nespoli als Missionsspezialist vom 23.10. bis 07.11.2007 an Bord des Space Shuttle Discovery im Rahmen der Mission STS-120 / ISS 10A. Hauptnutzlast war das U.S. Modul Harmony (Node 2), welches permanent an die Internationale Raumstation installiert wurde. Die Flugdauer dieser Mission betrug 15 Tage, 2 Stunden und 23 Minuten.</p>



<p>Im Dezember 2008 wurde Nespoli der Expedition 26/27 zugeteilt, einer Langzeitmission zur ISS. Die Expedition 26 startete am 16. Dezember 2010 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-20, in dem Nespoli als Flugingenieur 1 fungierte. Die Expedition 26/27 kehrte am 24. Mai 2011 in der Nähe von Dzheskasgan, Kasachstan, zur Erde zurück. Die Flugdauer dieser Mission betrug 159 Tage, 7 Stunden und 17 Minuten.</p>



<p>Im Juli 2015 wurde Paolo Nespoli im Rahmen der Expeditionen 52 und 53 zur Internationalen Raumstation mit seinem dritten Raumflug beauftragt. Die Mission war Teil eines Tauschabkommens zwischen der NASA und der italienischen Weltraumagentur ASI, an dem auch ESA-Astronauten beteiligt waren. Die Besatzung startete vom Kosmodrom Baikonur an Bord des Raumschiffs Sojus 51S. Nespoli wurde von dem NASA-Astronauten Randy Bresnik und dem russischen Kosmonauten Sergey Ryazanskiy begleitet. Während der Mission führte die Besatzung über 300 wissenschaftliche Experimente und Untersuchungen durch, arbeitete mit vier verschiedenen Raumfahrzeugen zusammen und unternahm vier Weltraumspaziergänge (drei USOS und einen russischen). Die Expedition 52/53 dauerte 138 Tage, 16 Stunden und 56 Minuten. Nespoli war Flugingenieur an Bord der Sojus MS-05 (auch als ISS AF-51S bezeichnet) sowie Flugingenieur der Internationalen Raumstation für die Expedition 52/53.</p>



<p>Während seiner drei Raumflüge hat Paolo Nespoli insgesamt 313 Tage, 2 Stunden und 36 Minuten im Weltraum verbracht.</p>



<p>Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den ESA-Astronauten Paolo Nespoli zu einem Gespräch.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Das Leben ist seltsam, und wenn man ein Kind ist, denkt man sich Geschichten oder Ideen aus. Und diese hängen meist mit der Wahrnehmung oder der Umgebung zusammen. Natürlich möchte man jemanden nachahmen, der erfolgreich ist oder interessante Dinge tut. Als ich aufwuchs, gab es den Wettkampf um die erste Mondlandung zwischen Amerikanern und Russen. Das waren seinerzeit Helden. Alle Kinder wollten zu dem Zeitpunkt Astronauten werden. Ich natürlich auch. Irgendwann ist mir dann klar geworden, dass es ein langer Weg zwischen dem Sagen und dem wirklichen Tun ist. Ich hab den Traum erst einmal beiseite geschoben, bis ich später mehr Möglichkeiten hatte. Sagen wir es einfach mal so, ich habe den Traum beiseite geschoben, bis ich reifer wurde. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, dass es doch möglich sei. Es war nicht so einfach. Ganz im Gegenteil, es war sogar sehr kompliziert. Und es dauerte mehrere Jahre. In der Zeit habe ich mir einige Anforderungen für den Job erarbeitet. Nein, einfach war es nicht. Es hat nicht beim ersten Mal, und auch nicht beim zweiten Mal geklappt. Bei der dritten Bewerbung hat es dann geklappt.</p>



<p>Nein, ich bin nicht zufällig Astronaut geworden. Ich denke auch nicht, dass es einfach war. Aber es ist nun einmal passiert. Fazit ist, dass man einen Traum haben muss. Träume können Realität werden, andernfalls wäre es kein Traum. Du musst nur daran glauben, dass Du das schaffen kannst. Wenn Du es nicht schaffst, dann musst Du entscheiden, ob Du an Deinem Traum festhältst oder ob Du den Traum auf Eis legst. Und dann versuchst Du halt was anderes. Ja, ich habe es versucht. Es hat nicht geklappt, aber ich habe nicht aufgegeben. Und am Ende hat es sich ausgezahlt. Was ist der Unterschied zwischen jemandem, der in seiner Arbeit ehrlich ist, und jemandem, der zu hartnäckig, zu stur und zu unfähig ist, zu verstehen, dass diese Sache nicht funktionieren wird? Es ist ein sehr schwieriger Weg.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sie haben insgesamt drei Raumflüge absolviert. Der erste Flug war als Besatzungsmitglied der Space Shuttle Mission STS-120. Die beiden weiteren waren Langzeitmissionen als Besatzungsmitglieder von Expedition 26/27 und Expedition 52/53. Welcher dieser 3 Flüge war der wichtigste und welcher hat am meisten Spaß bereitet?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Jede dieser Missionen hatte ihre eigene Besonderheit. Der erste Flug war mit dem Space Shuttle. Somit war es nur eine Kurzzeitmission. Es war die Krönung eines Traums. Es gab viel Inhalt, aber auch viel Arbeit. Und viele Möglichkeiten, etwas zu vermasseln. Und ich war froh, dass alles geklappt hat.</p>



<p>Bei den Langzeitmissionen hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich den Job eines Astronauten machte, weil man so lange dort ist und Experimente durchführt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich zum weiteren Wissen der Menschheit beigetragen habe. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, welche Mission die beste war. Alle waren die besten.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Welche dieser Missionen hat am meisten Spaß gemacht?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich habe versucht, bei jeder einzelnen Spaß zu haben. Natürlich ist die Shuttle-Mission eine sehr konzentrierte Angelegenheit. Sie haben versucht, so viel wie möglich in die Mission zu packen. Man hat das Gefühl, fast keine Luft mehr zu bekommen.</p>



<p>Trotzdem hatten wir als Crew Spaß. Wir haben uns gegenseitig Streiche gespielt. Wir haben viele Dinge unternommen, die die Mission leichter, ja sogar lustig gemacht haben. Aber es war eine harte Arbeit.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Ausbildung zum Missionsspezialisten für das Space Shuttle und der Ausbildung zum Flugingenieur für die Sojus? Oder was haben sie gemeinsam?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Sie alle haben gemeinsam, dass sie Sie darauf vorbereiten, ein Raumfahrzeug zu steuern, das fliegt und Sie ins All bringt. Daher müssen Sie lernen, wie das Fahrzeug funktioniert, und Sie müssen wissen, wie Sie das Fahrzeug steuern können, falls das System eine Fehlfunktion hat. Sie müssen eine Menge Dinge tun.</p>



<p>Das Shuttle ist ein komplizierteres System als die Sojus. Letztendlich sind sie aber mehr oder weniger gleich. Das Shuttle ist etwas technologischer. Es ist etwas komfortabler. Die Sojus ist spartanischer, härter. Aber letztendlich war es mit beiden Fahrzeugen in Ordnung.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was halten Sie derzeit von der ISS und der Partnerschaft mit Russland im Bereich der bemannten Raumfahrt? Wird es in Zukunft gemeinsame bemannte Missionen geben? Wird es gemeinsame Wissenschaftsprogramme im Weltraum geben?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich weiß es nicht. Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich kein Politiker bin. Ich kann nur sagen, dass man im Weltraum seine Flagge auf der Kleidung trägt. Man kommt aus einem bestimmten Land. Ich komme aus Italien und bin Teil der Europäischen Weltraumorganisation.</p>



<p>Aber eigentlich würde ich sagen, dass man sich im Weltraum vor allem als Teil einer Crew fühlt. Als Teil der Menschheit, die außerhalb des Planeten etwas zu tun hat. Die Nationalität spielt keine große Rolle. Vielleicht beim Fotografieren: „Oh, schau mal, da ist Italien.“</p>



<p>Sie sind weniger mit den Vereinigten Staaten oder Russland verbunden. Ich denke, wenn wir in Zukunft das Sonnensystem erforschen und vielleicht nach anderen Planeten suchen wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Es wäre also schade, wenn wir unsere Ressourcen und Fähigkeiten nicht bündeln würden und stattdessen weiterhin als einzelne Nationen vorgehen würden.</p>



<p>Wir verpassen die Chance, gemeinsam voranzukommen. Aber Sie wissen ja, Politik ist Politik, und darauf habe ich keinen Einfluss.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Das ist genau die Frage. Wie beeinflusst die Politik diese Dinge?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich bin Ingenieur. Ich bin kein Politiker, ich bin kein Philosoph. Es fällt mir schwer, diese Fragen zu beantworten.</p>



<p>Ich bin der Meinung, wir sollten zusammenarbeiten. Aber ich verstehe, dass die Dinge aus politischer Sicht anders aussehen. Ich kann anderer Meinung sein, aber wer bin ich schon?</p>



<p>Ich wünsche mir, dass die Politiker, oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, einen größeren Blickwinkel haben und uns nicht als kleine Einheiten betrachten, sondern als ein Team, das tatsächlich versucht, etwas zu finden, das für alle von Vorteil ist.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben gerade mitbekommen, dass das NASA-Budget um ein Drittel gekürzt werden soll. Was geschieht mit dem Artemis-Programm? Was geschieht mit dem Space Launch System? Was mit der Orion Kapsel und was mit der Station im Mondorbit namens Gateway?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Diese Frage ist ja noch wesentlich komplizierter. Wir sprechen hier über Politik, wir sprechen über Geld, wir sprechen über Kooperationen. Ich weiß es einfach nicht. Diese Frage kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich habe keine aktuellen Informationen oder Daten, um diese Frage zu beantworten. Ich weiß, dass wir jetzt merkwürdige, schwierige Zeiten haben. Anders, schwierig, merkwürdig, wie auch immer.</p>



<p>Im Allgemeinen war ich kein Fan der Artemis-Mission. Nicht, weil ich nicht an die Mission glaube, sondern weil ich denke, dass man, wenn man über eine bestimmte Summe Geld verfügt und diese für eine Weltraummission einsetzen möchte, zum Mars fliegen sollte und nicht beim Mond Halt machen sollte.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="347" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" class="wp-image-148263" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 347w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts)

Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p>Wenn man beim Mond Halt macht, nimmt man alle Ressourcen mit, die man dringend benötigt. Es ist eine komplizierte Situation. Eine Reise zum Mars würde wahrscheinlich ein 15-jähriges Projekt erfordern, was irgendwie im Widerspruch zu unserem politischen Umfeld und der Funktionsweise unserer Gesellschaft steht. Als Politiker macht man nichts, was 15 Jahre dauert, und vielleicht nimmt man Geld aus dem Bildungsbereich oder den Krankenhäusern weg, es ist schwierig, so etwas durchzusetzen.</p>



<p>Ich möchte nicht in der Haut der Politiker stecken, die darüber entscheiden müssen. Bisher haben sie beschlossen, den Mars beiseite zu lassen. Ich glaube, sie haben sich für den Mond entschieden, weil sie erkannt haben, dass der Mars zu kompliziert ist. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sprechen wir über das Hier und Jetzt. Wir befinden uns beim Asteroid Day in Luxemburg. Der 30. Juni dieses Jahres erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Krasnojarsker Gebiet. Der Asteroid Day soll das Bewusstsein für die Gefahr eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p>Was sind Ihre Visionen für die Asteroidenabwehr?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli:</strong> Bislang sind wir in Schwierigkeiten, denn wenn wir entdecken würden, dass etwas auf uns zukommt, glaube ich nicht, dass wir in der Lage wären, etwas dagegen zu unternehmen. Wir haben es nach und nach versucht. Es gab die DART-Mission, die gezeigt hat, dass wir etwas tun können, aber es ist kompliziert.</p>



<p>Ein großer Asteroid, der auf die Erde zukommt, wäre ein Problem. Aber wissen Sie, die Menschheit hat sich noch nie von Problemen einschüchtern lassen. Jedes Mal, wenn wir ein Problem hatten und eine Lösung finden mussten, haben wir sie gefunden. Selbst am Anfang schien es unmöglich. Deshalb denke ich, dass dieser Asteroid Day eine gute Gelegenheit ist, um das Thema wichtig zu machen und den Menschen klar zu machen: Okay, im Moment kommt kein Asteroid auf uns zu, aber es könnte passieren. Und wenn wir entdecken, dass ein Asteroid auf uns zukommt, was können wir dann tun? Nichts. Heute nichts. Wir sollten besser mit der Planung beginnen. Laut Statistik könnte einer auf uns zukommen, aber wir hoffen, dass das nicht passiert. Und wir hoffen, dass das noch lange nicht passiert. Aber wenn es passiert, sollten wir bereit sein. Es ist nicht unvermeidlich, dass wir nicht bereit sind und akzeptieren, dass wir einfach verschwinden.</p>



<p>Das könnte ein großer Asteroid mit uns anstellen. Stimmt&#8217;s, Dorin? <em>(Anmerkung der Redaktion: der rumänische Kosmonaut D</em><em>umitru Dorin Prunariu saß während des Interviews mit uns am Tisch)</em></p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>Letztes Jahr haben wir Julie Payette am Asteroid Day interviewt. Und sie sagte, dass Dinosaurier nicht intelligent genug waren, aber wir sind intelligent genug, um Asteroiden zu finden, bevor sie uns finden.</p>



<p><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Wir finden sie, und dann?</p>



<p><strong>Paolo Nespoli: </strong>Es gibt mehrere Schritte. Bislang haben wir noch keinen großen Asteroiden gefunden, der auf die Erde treffen könnte. Aber wenn wir einen finden würden, hätten wir jetzt ein Problem. Aber schon allein das Finden ist ein Schritt. Wenn man ein Problem nicht sieht, kann man es auch nicht lösen. Man löst ein Problem Schritt für Schritt. Und wenn man einen findet, kann man einen Satelliten oder etwas Ähnliches mit Hilfe der Orbitalmechanik in seine Nähe schicken.</p>



<p>Die Missionen hier <em>(Anmerkung der Redaktion: HERA und DART)</em> sind keine einfachen Dinge. Man wacht nicht morgens auf, wirft etwas ins All und macht das einfach so. Es sind komplizierte Missionen. Es gibt eine Menge Dinge, die wir lernen müssen. Wenn wir etwas lernen müssen, wenn wir etwas tun, dann ist es beim nächsten Mal natürlich einfacher. Am Anfang ist es sehr schwer.</p>



<p>Das gilt für alles. Heute ist es für uns einfach, ein Glas herzustellen <em>(nimmt dabei ein Glas in die Hand)</em>, aber als man damit begann, war es nicht so einfach. Die Herstellung eines Mobiltelefons <em>(nimmt dabei ein Mobiltelefon in die Hand)</em> oder eines Kugelschreibers ist kompliziert. Heute ist es für uns einfach, weil wir wissen, wie es geht. Das müssen wir erreichen, um dieses mögliche Problem lösen zu können.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net: </strong>O.K. Das waren unsere Fragen. Vielen Dank. Jetzt bleibt nur noch eine Sache. Wir würden gerne mit Ihnen zusammen ein Photo machen. Und ich weiß auch schon, wer das Photo machen wird.</p>



<p><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Lacht. <em>(Anmerkung der Redaktion: Wir übergeben Prunariu das Mobiltelefon.)</em></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578455#msg578455" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>30. Tage der Raumfahrt Neubrandenburg</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/30-tage-der-raumfahrt-neubrandenburg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Dec 2014 12:16:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Neubrandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Nespoli]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
		<category><![CDATA[Tage der Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[TdR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Namensschilder, die am Anfang der Veranstaltung ausgeteilt wurden, haben die meisten Teilnehmer im Laufe der Veranstaltung weggelassen &#8211; größtenteils kannte man sich nämlich schon. Trotzdem war dieses Jahr manches anders als sonst. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Los ging es eigentlich schon am Freitag Vormittag: wer Interesse hatte, konnte mit nach Peenemünde fahren. Dort [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Namensschilder, die am Anfang der Veranstaltung ausgeteilt wurden, haben die meisten Teilnehmer im Laufe der Veranstaltung weggelassen &#8211; größtenteils kannte man sich nämlich schon. Trotzdem war dieses Jahr manches anders als sonst.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Kirsten Müller.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nespoli300.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nespoli260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Von links: Sigmund Jähn, Eugen Reichl, <br>Paolo Nespoli. (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p>Los ging es eigentlich schon am Freitag Vormittag: wer Interesse hatte, konnte mit nach Peenemünde fahren. Dort wurde man nicht nur, wie sonst, zu Prüfstand VII geführt, von wo die erste V2 gestartet worden war, sondern auch zu einigen anderen Prüfständen und historischen Stätten und man bekam das kleine Museum am Müggenhof gezeigt. Beim Historisch-Technischen Museum, im ehemaligen Kraftwerk, fand am Nachmittag die sehr gut besuchte Vortragsveranstaltung mit dem italienischen ESA-Astronauten Paolo Nespoli und dem DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn statt. Vor allem wegen letzterem haben viele Tagesgäste den Weg ins abgelegene Usedom gemacht. Dem Ort angemessen, hielt Jähn einen Vortrag, in dem er zuerst auf die Geschichte der Raumfahrt und die Rolle Peenemündes darin einging, und dann von seinen eigenen Erfahrungen vor, während und nach seiner Mission berichtete. Auch auf die anderen Deutschen im Weltraum, die Astronauten der „alten Bundesrepublik“ sowie die Deutschen, die nach der Wende geflogen waren, ging er ein – zuletzt natürlich auf Alexander Gerst, dessen Start er in Baikonur live miterlebt hatte.</p>



<p>Paolo Nespoli begrüßte das Publikum mit den Worten, er habe die Einladung vor allem angenommen wegen der Gelegenheit, mal das geschichtsträchtige Peenemünde zu sehen und auch Sigmund Jähn Hallo zu sagen. Die Museumstour fand er, als gelernter Raumfahrtingenieur, wegen der „gefühlt 200 Jahre alten“ Originalteile sehr interessant, und er freue sich schon darauf, vor so vielen begeisterten Leuten zu sprechen und Autogramme zu geben. Beim anschließenden Forum hat er Fragen nach Raumfahrtpolitik und nach dem ATV und Orion eher diplomatisch-neutral beantwortet, und zum Kalten Krieg hat er keine Meinung geäußert. Bemerkenswert war die lange Schlange bei der anschließenden Autogrammstunde, bei der die meisten Anwesenden natürlich hauptsächlich „ihren eigenen“ Sigmund Jähn treffen wollten.</p>



<p>Parallel zum Besuch in Peenemünde fand am Freitag Nachmittag in Neubrandenburg das Forum Space 3000 – Phänomene-Mysterien-Visionen statt, mit Beiträgen zu Zukunftstechnologien, Zeitreisen, außerirdischem Leben und Antimaterie. Abendessen gab es nicht wie sonst im Seglerheim, sondern im Hotel am Ring. Dort ließ es sich der sympathische Paolo Nespoli nicht nehmen, nach dem Essen an jedem einzelnen Tisch zu einem kurzen Smalltalk vorbeizuschauen.</p>



<p>Die nächste Autogrammstunde fand in der Galeria Kaufhof am Samstag Morgen statt, vor der Hauptveranstaltung im Albert-Einstein-Gymnasium. Letztere war, wie der Freitag in Peenemünde, sehr gut besucht, und es gab wieder mehrere Vorträge. Zum einen erzählte Fritz Merkle von OHB über 50 Jahre ESA, den heutigen Stand und die Zukunft der europäischen Raumfahrt. Eigentlich ging dieser Vortrag eher um OHB und dessen Rolle im europäischen Raumfahrtprogramm; so leistet OHB einen signifikanten Beitrag zum Satellitensystem Galileo, indem es alle sechs Wochen einen neuen Galileo-Satelliten fertigstellt. Diese werden mit einer modifizierten Sojus gestartet. Zweidieser Satelliten sind in einen falschen Orbit gekommen, weil Treibstoffleitungen eingefroren waren. Astrophysiker können mit diesen Satelliten die Relativitätstheorie testen. Auch wurden die drei Generationen Meteosat genannt, von denen die dritte eine andere Art Kameras hat als die ersten beiden, sowie die deutsche Beteiligung bei ExoMars. Insgesamt ist das ursprünglich geplante Budget für die Raumfahrt von 850 Millionen Euro schon überschritten worden, und es wird jetzt geschätzt, dass 1,3 Milliarden nötig sein werden. Wie die Restfinanzierung zustande kommen soll, weiß man aber noch nicht.</p>



<p>Für die ISS halten von europäischer Seite momentan Italien und Deutschland die Fahne hoch, die anderen Länder sind da noch etwas skeptisch. Europa hofft, dass die ISS bis 2020 erhalten bleiben kann, die USA hoffen sogar auf 2024. Die Frage, ob man mit der Ariane 5 weitermachen würde oder mit Ariane 6, hatte sich genau einen Tag vorher zugunsten der Ariane 6 entschieden. Die wirtschaftlichen Probleme treffen jetzt auch die Raumfahrt, der es die vorherigen vier Jahre eher gut ging. In Eigenregie hat OHB in Gedenken an ihren Firmengründers Manfred Fuchs die kleine Sonde 4M (Manfred Memorial Moon Mission) mit einer chinesischen Rakete zum Mond geschickt. Für die Zukunft hält er Jugendarbeit in der Raumfahrt für wichtig.</p>



<p>Dem Orion-Programm war der nächste Vortrag von Barbara Zelon, Kommunikationsdirektorin der NASA, und Linda Singleton, Kommunikationsdirektorin von Lockheed Martin, gewidmet. Viele neue Informationen gab es dabei nicht.</p>



<p>Zu den „zwei Gesichtern der Raumfahrt“ äußerte sich Prof. Dr. Robert Schmucker . Damit meinte er die zivile und die militärische Raumfahrt. Zwar waren ja die ersten Ideen der Raumfahrtgeschichte nicht militärischer Natur, sondern dienten dazu, neue Welten zu entdecken. Hermann Oberths Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“ hatte drei Auflagen; das gäbe es heute für ein Fachbuch nicht mehr. Finanziert werden konnte die Forschung und Entwicklung von Raketen allerdings nur vom Staat, und der sah darin den militärischen Nutzen. Innerhalb von 10 Jahren war die A4 / V2 entwickelt, und auch nach dem 2. Weltkrieg in den USA stellte Wernher von Braun seine Mitarbeiter in der Raketenentwicklung offiziell als Militärs an. Für Kennedy, der das amerikanische Mondlandedprogramm förderte, war die Raumfahrt auch mehr Prestigeobjekt im Kalten Krieg, als dass er sich tatsächlich dafür interessierte. Auch die russischen Raumfahrtträger waren aus ursprünglich militärischen Raketen entwickelt worden.<br>Über die gerade zu Ende gegangene Blue Dot-Mission von Alexander Gerst berichtete DLR-Mitarbeiter Volker Schmid. Neben dem Training, den Missionsdaten und den Experimenten betonte er auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Gerst während der Mission leistete, zum Beispiel den ARISS-Call mit Siegburg und die Liveschaltung mit seiner Heimatstadt Künzelsau.</p>



<p>Paolo Nespoli erzählte von Fragen aus der Öffentlichkeit nach seinen eigenen Weltraumflügen: manchmal fragen ihn Leute, wann er denn auf dem Mond gewesen sei. Das Publikum in Neubrandenburg fand er im Gegensatz dazu ziemlich fachkundig. Er erzählte von der Schwerelosigkeit und davon, dass der Umgang damit sich nicht trainieren lasse. Es gebe zwei Sorte Astronauten: die „außerirdischen“, die sich schnell daran gewöhnen, und die „irdischen“, die immer noch denken, sie seien auf der Erde. Selbst musste er sich nach der Rückkehr auf die Erde wieder umstellen auf die Schwerkraft.</p>



<p>Viel unbemannte Raumfahrt gab es wieder am Sonntag Vormittag. Egbert Schwarz vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum am DLR-Standort Neustrelitz erzählte vom ersten deutschen Fernerkundungssatelliten Terra-SAR X. Dieser ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der DLR und EADS Astrium.</p>



<p>Mit viel Interesse erwartet wurde der hochaktuelle Vortrag von Ulrich Köhler mit neuesten Erkenntnissen über die Rosetta / Philae-Mission. Den häufig gemachten Vergleich der Landung von Philae auf dem Kometen mit den Apollo-Mondlandungen findet Köhler zwar nicht so ganz passend, doch sieht er die Kometenlandung wohl als einen Höhepunkt der nichtastronautischen Raumfahrt. Nach einigen grundlegenden Erklärungen, was denn ein Komet sei, zeigte er noch einige Fotos von Philae, die mit der hochauflösenden Weitwinkelkamera von OSIRIS aufgenommen, aber noch nicht veröffentlicht worden waren.</p>



<p>Die DGLR-Nachwuchsgruppe Berlin stellte anschließend ihr JETSDREAM – Programm vor. Als selbststeuernde Studentengruppe, die sich selbst um ihr Sponsoring kümmert, entwickeln und testen sie verschiedene Turbinen. Zum einen arbeiten sie an einer neuen Axialturbine KGT200, die sie später auch mit erneuerbaren Rohstoffen antreiben wollen, zum anderen versuchen sie mit CO2NCEPT (CO2 Neutral Compact Electric Power Turbine) eine CO2-neutrale Turbine zu entwickeln, die ebenfalls mit erneuerbaren Brennstoffen laufen soll.</p>



<p>Neueste Erkenntnisse und Entwicklungen in der chinesischen Raumfahrt wurden im abschließenden Vortrag vorgestellt von Jacqueline Myrrhe, Mit-Herausgeberin des Informationsdienstes „Go Taikonauts“ über die chinesische Raumfahrt. Sie beschrieb die Entwicklungen nach ihrem Vortrag vom vergangenen Jahr. Da China dauernd aus dem ISS-Programm ausgeschlossen war, sei es seinen eigenen Weg in der Raumfahrt gegangen. Es sei wohl zur internationalen Zusammenarbeit bereit, aber auch in der Lage, selbständig in der Raumfahrt zu arbeiten. So könne es 2020 eine eigene Raumstation haben. Den USA und Russland geht es mittlerweile finanziell nicht mehr so ganz optimal.</p>



<p>Das EAC (European Astronaut Centre) der ESA arbeitet mittlerweile in zwei Arbeitsgruppen mit China zusammen. Mittlerweile haben sich im Frühjahr 2014 allgemein die politischen Differenzen zwischen den USA und Russland verschärft; nur die ISS war davon ausgenommen. Russland schließt daraufhin eine Zusammenarbeit mit der ESA und mit China nicht aus, und zeichnet im Mai mit China ein Protokoll zur Einrichtung einer Kontrollgruppe für unter anderem Zusammenarbeit im Weltraum. Diese Zusammenarbeit zwischen Russland und China wird im Laufe des Jahres weiter gefestigt. Es wird sogar nicht ausgeschlossen, dass längerfristig auch chinesische Raumfahrer auf die ISS fliegen würden. Wohl hat andererseits zum IAC-Kongress 2014 in Toronto die kanadische Regierung Teilen der russischen und chinesischen Delegation die Einreisevisa verweigert.</p>



<p>Auch mit Indien schliesst China Kooperationsverträge. Es gestaltete sich übrigens für die Referentin während ihrer Recherchen recht schwierig, in deutschen Medien Informationen zu den Fachfragen zu erhalten, so dass sie teilweise auf RIA Novosti und Al-Jazeera zurückgreifen mußte. Im großen und ganzen faßt sie zusammen, daß China es nicht unbedingt nötig hat, für seine eigenen nationalen Raumfahrtziele mit anderen Nationen zusammenzuarbeiten. Dies im Gegensatz zu den USA und Europa. China kann aber wohl mit den Vereinten Nationen und mit Russland zusammenarbeiten, um seinen Einfluss in der weltweiten Raumfahrt zu erhöhen, und längerfristig könne sich auch eine Zusammenarbeit der USA und Europa mit China lohnen.</p>



<p>Natürlich hat es in Neubrandenburg nicht nur die Vorträge gegeben, auch konnte man wieder informell alte Kontakte festigen und neue knüpfen. Und es gibt nur wenige andere Veranstaltungen, bei denen die Ehrengäste so zugänglich sind und man wie selbstverständlich auch mal mit Kosmonauten am Frühstückstisch sitzen und sich mit ihnen mal kurz persönlich unterhalten kann.</p>
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		<title>Tage der Raumfahrt &#8211; Neubrandenburg und Peenemünde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/tage-der-raumfahrt-neubrandenburg-und-peenemuende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 20:13:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Nespoli]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Jähn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 13. bis zum 16. November 2014 wird Raumfahrt Concret in und um Neubrandenburg die mittlerweile 30. Tage der Raumfahrt veranstalten. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: Raumfahrttage / Raumfahrt Concret. Als Gäste haben sich der erste Deutsche im Weltraum Sigmund Jähn (Sojus 31/29) und der italienische ESA-Astronaut Paolo Nespoli (STS-120; Sojus TMA-20 – Exp [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Vom 13. bis zum 16. November 2014 wird Raumfahrt Concret in und um Neubrandenburg die mittlerweile 30. Tage der Raumfahrt veranstalten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Kirsten Müller. Quelle: Raumfahrttage / Raumfahrt Concret.</p>



<p>Als Gäste haben sich der erste Deutsche im Weltraum Sigmund Jähn (Sojus 31/29) und der italienische ESA-Astronaut Paolo Nespoli (STS-120; Sojus TMA-20 – Exp 26/27) angesagt. Nespoli wird seinen ersten Auftritt schon am 13. November beim Jugendtag am DLR-Standort in Neustrelitz haben, wo er Schülern über seine Missionen berichten und Fragen beantworten wird. </p>



<p>Wie üblich, wird am Freitag, dem 14. November wieder eine Exkursion ins Historisch-Technische Museum nach Peenemünde stattfinden. Anders als sonst werden dort aber diesmal nicht nur das Museum und die historischen Raketenstartplätze besichtigt, sondern es wird auch am Nachmittag im Museum ein Raumfahrtforum mit Vortrag, Gesprächsrunde und anschliessender Autogrammstunde mit den teilnehmenden Kosmonauten veranstaltet. Parallel dazu findet in Neubrandenburg im Radisson Blu Hotel das II. Forum Space 3000 – Phänomene-Mysterien-Visionen statt.  </p>



<p>Das Neubrandenburger Raumfahrtforum im Einstein-Gymnasium am 15. November wird wieder aus drei Vorträgen über u.a. die europäische Raumfahrt und das NASA-Orion-Programm, einer Fotosession mit den Astronauten und einer Podiumsdiskussion bestehen.  </p>



<p>Mit Vorträgen über TerraSAR-X, Rosetta und die chinesische Raumfahrt wird die Veranstaltung am  Sonntag Vormittag ausklingen. Das Programm und die Anmeldung findet man <a class="a" href="https://www.raumfahrt-concret.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">hier</a> . Über viele Teilnehmer würden sich die Veranstalter freuen !  </p>
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		<title>Der letzte Start der Atlantis im europäischen Astronautenzentrum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-letzte-start-der-atlantis-im-europaeischen-astronautenzentrum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantis]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Messerschmid]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Nespoli]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Merbold]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. Juli 2011 hob die US-Raumfähre Atlantis zum letzten Flug des Space-Shuttle-Programms ab. Raumfahrer.net begleitete den Start vom europäischen Astronautenzentrum in Köln aus. Zum Ende des US-Amerikanischen Shuttle-Programms veranstaltete die europäische Raumfahrtagentur ESA in Köln ein Presseevent mit verschiedenen Astronauten der europäischen Raumfahrt. Im Mittelpunkt stand der letzte Shuttle-Start mit dem Orbiter Atlantis, der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 8. Juli 2011 hob die US-Raumfähre Atlantis zum letzten Flug des Space-Shuttle-Programms ab. Raumfahrer.net begleitete den Start vom europäischen Astronautenzentrum in Köln aus.</h4>



<p>Zum Ende des US-Amerikanischen Shuttle-Programms veranstaltete die europäische Raumfahrtagentur ESA in Köln ein Presseevent mit verschiedenen Astronauten der europäischen Raumfahrt. Im Mittelpunkt stand der letzte Shuttle-Start mit dem Orbiter Atlantis, der letzten Mission STS-135.</p>



<p>Die Veranstaltung wurde von Dr. Martin Zell eröffnet, dem ESA-Bereichsleiter für Astronauten und ISS-Nutzung, der die versammelten Medienvertreter begrüßte. Er berichtete über die jüngsten Erfolge der bemannten Raumfahrt in Europa, wie beispielsweise die Missionen von Paolo Nespoli, der im Mai dieses Jahres zur Erde zurückgekehrt war, oder die von Roberto Vittori, der auf dem letzten Flug der Endeavour als Missionsspezialist dabei war. Danach sprach er vom Ende des Shuttle- Programms. So war STS-135 definitiv der letzte Flug, ein Grund mehr, ein derartiges Event zu veranstalten.</p>



<p>Nach der Begrüßung der anwesenden Astronauten Dr. Ulf Merbold, Prof. Dr. Ernst Messerschmid, Dr. André Kuipers, Frank de Winne, Dr. Alexander Gerst sowie Paolo Nespoli übergab er letzterem das Wort, welcher von seinem eigenen Flug zur Internationalen Raumstation ISS berichtete. Beispielsweise erzählte er von emotionalen Momenten, zu denen beispielsweise das Öffnen von Luken zu Besuchsbesatzungen gehört. Jedoch blieb ihm für diese Erzählungen nicht viel Zeit, da die Atlantis in den Startlöchern stand.</p>



<p>Nespoli erwies sich als ausgezeichneter Startkommentator und erklärte in den letzten Minuten vor dem Start hervorragend wie dieser denn funktioniere. Kleinere Probleme während des Startverlaufs wurden von den anwesenden Fachleuten verständlich erklärt. Als die US-Raumfähre dann zu ihrem letzten Flug aufbrach, war die Stimmung im Astronautenzentrum wie bei einem Fußballspiel, nach der erfolgten Tankabtrennung gab es tobenden Applaus.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/paolo_nespoli_starterklaerung_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="155" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/paolo_nespoli_starterklaerung.jpg" alt="" class="wp-image-78871"/></a><figcaption>Paolo Nespoli erklärt den Start<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Im Anschluss an den erfolgten Start war Gelegenheit für Fernsehteams und Reportern zu Gesprächen und Einzelinterviews mit den Astronauten. Auch Raumfahrer.net führte mit den Astronauten sehr interessante, detailreiche Gespräche.</p>



<p><strong>Paolo Nespoli berichtet von seiner ISS-Mission</strong></p>



<p>Paolo Nespoli ist im Mai 2011 von seiner 5-monatigen Mission mit dem Namen MagISStra zurückgekehrt. Die Erfahrungen seines Fluges und mehr schilderte er wie folgt:</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Sie haben die Internationale Raumstation ISS von der Sojus aus fotografiert. Konnten Sie die atemberaubende Aussicht genießen oder waren Sie zu sehr darauf konzentriert, Fotos und Videos anzufertigen?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Dort hinaufzugehen und zu fotografieren war nicht so einfach, es war nicht so, als ob man da reingehen würde und Fotos machen könnte. Wir mussten mehrere Dinge tun, damit dies möglich war. Es war zum einen aus technischer Sicht kompliziert, zum anderen gab es auch Sicherheitsprobleme. Wir waren alle besorgt, ob ich das tun könnte, ohne das Raumschiff irgendwie zu beschädigen. Als ich dann endlich hinauf gehen und mich auf die Fotos konzentrieren konnte, schaute ich kurz auf die Station und es war wirklich überwältigend und atemberaubend. Ich entschied mich dann, nicht mehr als ein paar Sekunden zu schauen, weil ich ansonsten die Aufgabe Fotos zu machen gestört hätte, welche sehr schwierig war. Es war nicht einfach ein Foto machen, denn wir mussten die Aufnahmen mit verschiedenen Methoden anfertigen. Außerdem bewegte sich die Station und ich musste außerdem Videos aufnehmen. Ich musste deswegen abwechselnd fotografieren und filmen, es gab also eine Menge zu tun. Dabei halfen mir meine Kollegen und der Bodenkontrolle, die mit mir sprachen. Es war sehr interessant. Als sich das Ganze dem Ende zuneigte, kam der Sonnenuntergang, so dass die Station quasi aus dem Blickfeld verschwand. Wenn ich aber durch die Kamera schaute, konnte ich die Station immer noch sehen. Das war erstaunlich, weil es wie ein Zaubertrick aussah. Wenn ich mich bewegte, sah ich abwechselnd die Station und dann wieder nicht.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Als sie dann wieder in das Rückkehrmodul zurückkehren mussten, wie haben Sie sich da gefühlt?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Wir waren unter Zeitdruck, weil wir die Wiedereintrittsprozedur wieder aufnehmen mussten. Dies musste zu einem exakten Zeitpunkt geschehen. Wir hatten auch das Problem, dass wir einige Drucksiegel, die wir eigentlich schon geprüft hatten, wieder gebrochen hatten, so dass wir alles erneut machen mussten, um wieder dahin zu kommen, wo wir vorher waren. Im Normalfall macht man diese Prozedur, während man noch mit der Station verbunden ist, so dass man im Falle eines Fehlers wieder zurückgehen könnte. Da wir jetzt aber schon abgekoppelt hatten, dachten wir ein bisschen, was würde passieren, wenn die Tests fehlschlagen würden. Wir gingen also schnell in das Rückkehrmodul zurück, schlossen alle Luken, legten die Handschuhe wieder an und führten alle Dichtigkeitstests erneut durch. Es war also sehr hektisch, während wir prüften, ob alles in Ordnung war. Danach hatten wir anderthalb oder zwei Stunden Zeit. Wir saßen dann da in der Sojus, reflektierten unsere 6-monatige Zeit im All und dachten darüber nach, was kommt, also der Wiedereintritt, welcher ein sehr rasanter Moment ist.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Während ihrer Mission gab es eine Menge Transportraumschiffe, die ankommen, so dass es eine Menge Inventarverwaltung, wofür Sie zuständig waren. Dabei gab es auch Probleme, Dinge zu finden. War es schwierig, dabei den Überblick zu behalten?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Während der Mission kamen nahezu alle vorhanden Fahrzeuge an, so dass es eine Menge Nachschub und Material gab. Zur gleichen Zeit mussten aber auch viele Dinge entsorgt werden. Dies zu bewerkstelligen, war eine große Herausforderung. Sie müssen sich das so vorstellen, dass jeden Monat ein großer LKW in ihre Garage fährt. Diesen LKW müssen sie entladen und alles so einsortieren, dass Sie es wiederfinden. Dies ist eine der schwierigsten Aufgaben auf der Raumstation. Wir haben einige Probleme damit und es gibt immer noch Sachen, die wir nicht finden können. Gerade heute Morgen habe ich eine E-Mail von Mike Fossum aus dem All bekommen, ob ich mich erinnere wo der eine Gegenstand wäre. Ich habe ihm geantwortet und dann hat er es gefunden.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Was war das genau?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Vor zwei Tagen haben sie nach einem Kabel für eine Kamera gesucht, heute war es ein Computer. Das sind kleine Dinge, aber es ist wirklich eine Herausforderung, das zu verstehen und einen Weg zu finden, so zusammenarbeiten. Und aus diesem Grund haben wir Raumstation, so dass wir die Dinge besser gestalten können. Ich würde sagen, dass ich am Ende überrascht war, weil Dinge verloren gingen und wir sie nicht wiederfinden konnten. Aber im Wesentlichen ist das eine unbedeutende Sache. Wir können weiterhin jeden Tag zehn, zwölf oder vierzehn Stunden mit der Ausrüstung arbeiten, die wir brauchen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Bei der letzten Sojus-Mission, die die Station erreichte, konnten sie ihre Schuhe nicht finden, wodurch sie ihre Trainingsaufgaben nicht durchführen konnten.</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Ja, das passiert. Ich würde aber nicht sagen, dass das die Normalität ist, aber wenn man viele tausende Dinge transportiert und manche von diesen in anderen Nationen hergestellt werden, dann müssen sie nach Russland geliefert werden und dort nach Moskau gebracht werden. Von da aus werden sie nach Baikonur in Kasachstan gebracht und dort ins Raumschiff verladen. Bei so einem komplexen Prozess kann das schonmal passieren. Mittlerweile haben sie die Schuhe übrigens gefunden. Was sie nicht herausfinden konnten war, wo sie waren. Aber manchmal ist das einfach so. Ich habe auch manchmal einfach etwas in Node 2 abgelegt und dann weitergearbeitet. Hinterher wusste ich nicht mehr genau, wo ich es hingelegt hatte. Ein anderes Problem ist, dass wir jetzt in drei Dimensionen arbeiten, so dass wir nicht mehr nur links, rechts, vorne und hinten haben, sondern auch oben und unten. Auch ist es so, dass man manchmal etwas in einen Schrank packen möchte, dort aber schon eine Menge drin ist. Dann funktioniert das nicht und man muss erst Gegenstände herausräumen und hinterher alles wieder einräumen. Wenn man dann weiterarbeiten will, sieht man plötzlich, dass noch etwas herumschwebt und dann stopft man es schnell dazu. Und dann ist da nochwas und so weiter. Das passiert relativ häufig. Manchmal ist es auch so, dass man etwas fertigstellt und zwei Stunden später vorbeikommt und sieht, wie etwas herumschwebt und es so aussieht, als ob es dazu gehören würde. Die Schwerelosigkeit spielt eine Menge Tricks und es hilft beim Verstauen nicht wirklich.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vor einiger Zeit mussten die Stationslaptops neu konfiguriert werden. Dabei schwebten im Destiny-Modul eine Menge Kabel umher. Kann man dabei den Überblick behalten?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Das mit den Kabeln ist ein Problem, dass wir auf dem Boden nicht haben, dort oben haben sie ihr „eigenes Leben“. Wenn ich hier ein Kabel auf den Boden lege, dann bleibt das da liegen. Auf der Station würde es nicht da bleiben. Außerdem haben wir eine Kraft, so dass es lustig ist, dass wenn man ein Kabel mit einem Computer verbindet und dieses Kabel dann den Computer wegzieht. Alle diese Dinge spielen Tricks, die man alle lernen muss. Die Dinge zu befestigen oder irgendetwas zu tun, dauert viel länger als auf der Erde. Das interessante ist, dass wir hochfliegen, uns an die Umgebung anpassen und mit neuen Lösungen zurückkehren.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Wie lange braucht man, um sich an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen?</p>



<p><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Um sich an die Umgebung anzupassen, benötigt man nur ein paar Tage, zwei oder drei. Aber bis man sich wirklich zuhause fühlt, wenn man etwas isst oder trinkt, wenn man auf die Toilette geht oder wenn man schläft oder arbeitetet braucht man einen oder anderthalb Monate.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank!</p>



<p><strong>Frank de Winne als ISS-Kommandant</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/paolo_nespoli_interview_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="180" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/paolo_nespoli_interview.jpg" alt="" class="wp-image-78872"/></a><figcaption>Nespoli im Interview<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Schon länger wieder auf der Erde ist Frank de Winne. Der 50-jährige Belgier war im Dezember 2009 von seiner ISS-Mission zurückgekehrt. Dort war er als Kommandant der Expedition 21 im Einsatz. Wie das Leben als ISS-Commander so ist, berichtete er mit folgenden Worten:</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Herzlichen Glückwunsch zu ihrem erfolgreichen Flug als erster europäischer ISS-Kommandanten. Dazu eine Frage: Wie unterscheiden sich die Aufgaben eines Kommandanten von denen der Flugingenieure?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Die tägliche Arbeit eines Kommandanten ist genau genommen vergleichbar zu der eines Flugingenieurs. Die Rolle des Kommandanten zeigt sich im Notfall, also wenn etwas schiefläuft. Dann kann er die Entscheidungen treffen. Im Normalfall entscheidet die Bodenkontrolle, wie die Arbeit an Bord organisiert wird. Aber wenn ein Notfall eintritt, geht diese Autorität automatisch auf den Kommandanten über und dann trägt dieser wirklich die Verantwortung. Außerdem ist der Kommandant dafür zuständig, dass das Klima an Bord der Raumstation, also der Weg wie Menschen untereinander und mit der Bodenkontrolle zusammen arbeiten, optimal ist, so dass jeder sein Bestes geben kann. Man ist also auch ein bisschen Trainer und Psychologe.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Können Sie ein Beispiel dafür geben, in welchen Situationen der Kommandant Entscheidungen treffen muss?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Ja, in drei verschiedenen Notfällen hat der Kommandant zu entscheiden. Feuer, Druckverlust, also wenn ein Leck in der Station ist und die Atmosphäre ausströmt und wenn die Atmosphäre innerhalb der ISS giftig wird. In diesen Fällen gibt es einen Alarm und der Kommandant erhält die Entscheidungsmacht.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Sie waren einer der ersten Astronauten, der Mitglied einer Sechs-Personen-Crew auf der ISS war. Inwiefern unterscheidet sich das zu einer Drei-Personen-Crew?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Ich denke, dass die Sechs-Personen-Crew sehr gut war und dass sich so sehr gut arbeiten ließ. Denn mit sechs Personen gibt es mehr Zusammenarbeit zwischen den Crewmitgliedern, sie ist unterschiedlicher, weil es immer fünf andere gibt, mit denen sich arbeiten lässt. Es gibt immer einen, der gerade nichts zu tun hat oder mit dem man reden kann. Für uns ließ es sich sehr gut arbeiten. Am Anfang dachten wir, dass es ein Problem mit den limitierten Kommunikationsmöglichkeiten zum Boden und mit den Ressourcen geben könnte, aber am Ende war es sehr gut.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Als ein europäischer Astronaut waren Sie sozusagen zwischen dem russischen und dem US-Amerikanischen Segment. Wo haben Sie mehr gearbeitet?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Heutzutage sind Europäer, die zur ISS fliegen Teil des westlichen Segment, dem USOS-Teil. Columbus ist auch an diesen angekoppelt. Deshalb liegen unsere Aufgaben als Astronauten hauptsächlich in diesem Segment, aber wir verbringen auch viel Zeit mit unseren russischen Kollegen, so wird zum Beispiel das Frühstück und das Mittagessen immer im russischen Segment eingenommen. Außerdem gab es Cupola noch nicht, so dass sich die einzigen Fenster für die Erdbeobachtung im russischen Segment befanden. Deswegen waren wir sehr viel mit unseren russischen Kollegen in diesem Segment.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Wie war das während eines Shuttleflugs? Gab es da keine Probleme mit dem Platz im russischen Segment?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Auf unserem Flug war es so, dass wir das Frühstück und das Mittagessen immer im russischen Segment eingenommen haben und das Abendessen immer im amerikanischen Teil stattfand. Dies hat sich auch während eines Shuttleflugs nicht geändert, denn während eines Tages waren wir sehr beschäftigt, so dass wir im russischen Segment gegessen haben und die Shuttle-Crew im Shuttle. Abends haben wir dann nach der Arbeit im Unity-Modul gegessen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Stimmt es, dass manche Astronauten für die Sprache auf der ISS das Wort „Runglish“ verwenden?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Sobald man oben ist, ist man eine Crew der Internationalen Raumstation. Da kommt es nicht so drauf an, ob man aus den Vereinigten Staaten, Japan, Europa, Kanada oder Russland kommt. In meiner Crew hatten wir Menschen aus all diesen Nationen an Bord. Wir sind eine Crew, da gibt es da kaum Unterschiede. Bei der Sprache war das natürlich anderes. Wenn wir mit unseren amerikanischen Crewmitgliedern gesprochen haben, war das mehr Englisch, mit den russischen mehr Russisch. Wenn wir alle zusammen gesprochen haben, gab das einen Mix, den man wirklich Runglish nennen konnte.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Passiert es öfters, dass man bei der Kommunikation mit den Bodenstationen mit der Sprache durcheinander kommt?</p>



<p><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Es gibt verschiedene Transportraumschiffe. Und es ist oft so, dass mit einem russischen Transporter amerikanische Ausrüstung hochgebracht wird oder andersherum. Dies muss dann sehr gut zusammen mit dem Boden koordiniert werden. Manchmal ist es so, dass russische Ausrüstung mit dem Shuttle runtergebracht wird oder amerikanische Dinge in die Progress gebracht werden sollen. In diesem Fall versucht man zu übersetzen. Es macht schon Mühe, so zu kommunizieren, aber das ist eigentlich kein Problem, sondern ist nur etwas anstrengend.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank!</p>



<p><strong>Ulf Merbold zur europäischen Perspektive nach dem Shuttle-Ende</strong></p>



<p>In dem Gespräch mit Ulf Merbold, dem ersten Nicht-Amerikaner, der in einem Space-Shuttle mitfliegen konnte, sprachen wir über die Zukunft.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Herr Merbold, Sie sind schon vor geraumer Zeit mit dem Shuttle geflogen? Die Fernsehaufnahmen von damals sind schon historisch. Wo sehen sie die Unterschied zwischen damals und heute?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nun, ich war der erste Nicht-Amerikaner, den die Amerikaner im Shuttle mitgenommen haben. Die Änderungen, die wir heute erleben, sind ja sehr traurig. Wir erlebten gerade den letzten Start des Shuttle-Programms nach 30 Jahren Hier hören die Amerikaner auf und machen sich für eine noch nicht absehbare Zeit davon abhängig, dass die Russen ihnen in die Umlaufbahn verhelfen. Und ich wünschte, wir Europäer würden daraus die Lehre ziehen, schleunigst was eigenes zu bauen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;War die ESA in der Vergangenheit nur der kleine Bruder der NASA und werden die Probleme der Nasa jetzt auch die ESA treffen?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Ich möchte hier nicht die Amerikaner kritisieren, die werden ihre Gründe haben. Der Shuttle Betrieb war teuer und wenn aus 135 Flügen zwei in die Katastrophe führen, muß man auch sagen, dass es nicht ausreichend sicher ist. Aber die Europäer, ohne eigenes Fahrzeug sind bis dato Junior-Partner; wir sind so im Grunde verzichtbar. Wir sind sehr gut, wenn es darum geht, im Weltraum wissenschaftliche Experimente erfolgreich durchzuführen, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, aber wir brauchen die anderen als Crew-Transporteure, um in die Umlaufbahn zu gelangen und von dort aus sicher zurückzukehren. Und da denke ich, wird es jetzt langsam Zeit, dass wir uns in Europa die Fähigkeit selber erarbeiten, auch ohne deren Hilfe dort hinzukommen. Und vor allem hätten wir jetzt mit dem ATV ein europäisches Raumschiff, die Gebrauchsfähigkeit der Station signifikant zu erhöhen. Denn diese nimmt jetzt Schaden, weil im weiteren nur noch die Sojus in der Lage ist, irgendetwas zurückzuholen und das ist ja so gut wie nichts, die Sojus ist viel zu eng und zu klein, um größere Geräte, Proben oder Material zur Erde zurückzubringen. ATV wäre ja dreimal so groß als die Sojus. So wie man aus der Progress die Sojus gemacht hat oder umgekehrt, könnte man auch aus dem ATV ein bemanntes Raumschiff bauen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Würden die Amerikaner lieber bei den Europäern einen Sitzplatz kaufen als bei den Russen?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nein, das glaub ich nicht, inzwischen ist man doch gut miteinander vertraut.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Raumfahrtprojekte sind immer mit viel Planungs- und Organisationsarbeit verbunden. Muß die Perspektive dann nicht mehr auf 2020-2030 ausgerichtet sein?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Ich denke, wir könnten das ARV sehr viel schneller realisieren Die Aufgabe des Rendezvous und Docking ist gelöst, das kann das ATV sehr sicher und präzise, die Rückkehrfähigkeit wäre für uns was Neues, Lebenserhaltungssysteme haben wir schon gebaut im Spacelab und in Columbus. Es geht also nicht mehr um Technik, sondern ist nur noch eine Frage des politischen Wollens.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Was denken Sie über die Diskussion LEO versus BEO-Exploration?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Mittelfristig sollte es für uns eine Herausforderung bleiben, was unsere Altvorderen gemacht haben, weiterzuführen. Es läßt sich nicht leugnen, dass viele Teile des heutigen Weltbildes von Entdeckern an die Gesellschaft zurückgebracht wurden: Einsichten über die Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers, über Geographie, Klima, über Tiere, Pflanzen, Kulturen durch Entdecker wie Columbus oder Marco Polo, Livingstone, Amundsen und Scott. Warum sollten wir jetzt sagen, wir wissen alles und gehen nicht mehr weiter. In meinen Augen ist es unsere Aufgabe, das fortzusetzen und das kann ja nur bedeuten, das weitere Planetensystem zu erforschen, aber für die nahe Zukunft, da sollten wir die Investition, die wir mit der Raumstation getätigt haben, auch sinnvoll nutzen, um diese große Station, die ja nun dreimal so groß ist wie die MIR, um sie als wissenschaftliches Labor auch zu nutzen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Halten sie die Lebenszeit der ISS auf 2020 für begrenzt?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>Das kann man noch nicht wissen. Man kann Teile, die altern, nach und nach ersetzen und laufend modernisieren. Das setzt jedoch die logistische Fähigkeit voraus, Menschen und Dinge dort hin zu bringen oder wieder zur Erde zurückzubringen.</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Ist das Shuttle nach 30 Jahren zu alt geworden?</p>



<p><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nein, das Shuttle ist nicht zu alt, es ist jetzt auch so sicher wie es vorher noch nie war. Ob es sicher genug ist, ist nochmal eine andere Frage und es sind die Kosten, warum die Amerikaner damit aufhören wollen. Aber es würde mich nichts davon abhalten, mich in ein Shuttle zu setzen!</p>



<p><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank für das Gespräch.</p>



<p><strong>Ernst Messerschmidt über das Ende des Shuttle-Programms</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ernst_messerschmid_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ernst_messerschmid_big.jpg" alt="" class="wp-image-78865"/></a><figcaption>Ernst Messerschmid<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Ernst Messerschmid flog mit dem US Shuttle als Wissenschaftsastronaut, als das Shuttle noch selbst mit dem Spacelab als Forschungsstation ausgerüstet war. Seit der Zeit sind viele Jahre vergangen, in der das Shuttle die Grundlage der bemannten Raumfahrt bildete. Raumfahrt und deren Weiterentwicklung muss das Ziel verfolgen, die Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erhöhen.</p>



<p>Er betonte vor allem, dass uns bewusst sein sollte, dass Wissen und Können Hand in Hand gehen. Wissen ist zwar archivierbar, aber Können nicht und so werden uns mit dem Ende des Shuttles das Können und viele Fähigkeiten verloren gehen. Das Shuttle war eine technische Errungenschaft, die nunmehr eine große Lücke hinterlassen wird.</p>
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		<title>Zehn Astronauten üben in Europa für ihren ISS-Einsatz</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-erde-3-61/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Aug 2002 20:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Trainingsprogramm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom 26. August bis 6. September veranstaltet das Europäische Astronautenzentrum (EAC) der ESA in Köln, Deutschland, erstmals für eine internationale Gruppe von Astronauten ein Trainingsprogramm, dass sie auf ihre Missionen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) vorbereiten soll. Ein Beitrag von Karl Urban, bearbeitet von Star-Light. Quelle: ESA. Die zehnköpfige Gruppe umfaßt vier ESA-Astronauten (Pedro [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Vom 26. August bis 6. September veranstaltet das Europäische Astronautenzentrum (EAC) der ESA in Köln, Deutschland, erstmals für eine internationale Gruppe von Astronauten ein Trainingsprogramm, dass sie auf ihre Missionen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) vorbereiten soll.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Karl Urban, bearbeitet von Star-Light. Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ATVCutawayView1ESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ATVCutawayView1ESA26.jpg" alt="Automated Transfer Vehicle (Schnittansicht) (Bild: ESA)"/></a><figcaption>Automated Transfer Vehicle (Schnittansicht) (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p>Die zehnköpfige Gruppe umfaßt vier ESA-Astronauten (Pedro Duque, Leopold Eyharts, Paolo Nespoli und Thomas Reiter), vier japanische NASDA-Astronauten (Takao Doi, Koichi Wakata, Satoshi Furukawa und Aikihido Hoshide) und zwei NASA-Astronautinnen (Nicole Passonno Stott und Stephanie D. Wilson).</p>



<p>Das geplante Programm dient in erster Linie der Schulung der Astronauten für die Aufgaben, die sie beim Anbau des Japanischen Experimentiermoduls (JEM) und des Columbus-Labors der ESA an die ISS in den kommenden Jahren wahrzunehmen haben. Nach erfolgreichem Abschluß des Programms werden sie an Langzeiteinsätzen auf der ISS teilnehmen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ColumbusCutAwayViewESA.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/ColumbusCutAwayViewESA26.jpg" alt="Schnittansicht des Columbus-Labors (Bild: ESA)" width="300" height="227"/></a><figcaption>Schnittansicht des Columbus-Labors (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="has-text-align-left">Hauptgegenstand der fortgeschrittenen Ausbildung im EAC sind die Columbus-Systeme und das Automatische Transferfahrzeug (ATV). Vorgesehen sind 24 Unterrichtsstunden über die Columbus- und ATV-Systeme und vier über die Nutzlasten sowie zwei Übungen mit der Columbus-Trainingseinheit. Die Ausbilder für die Columbus-Systeme werden von Astrium, die für das ATV von Alenia Spazio gestellt; als Mentoren für die Columbus-Nutzlasten werden ESA/EAC-Bedienstete fungieren. Die Astronauten werden am 30. August das Astrium-Werk in Bremen besuchen, um sich mit der Flugeinheit des Columbus-Labormoduls vertraut zu machen, das dort gegenwärtig integriert wird.</p>



<p>Die Gruppe hat ihre fortgeschrittene Ausbildung im April 2001 im Johnson Space Center (JSC) der NASA in Houston begonnen, wo zunächst ein erster Kurs über das amerikanische ISS-Segment auf dem Programm stand. Von Dezember 2001 bis Januar 2002 folgte die Schulung für das JEM-System im Tsukuba Space Centre der NASDA in Japan, im Mai 2002 eine weiterer Ausbildungskurs im JSC.</p>



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