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	<title>Quantenphysik &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Quantenphysik &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Globale Quantenverschlüsselung: Nano-Satellit QUBE startet ins All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/globale-quantenverschluesselung-nano-satellit-qube-startet-ins-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 21:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungssatellit QUBE wird erstmals neu entwickelte Quantenkommunikationstechnologien mittels Kleinstsatelliten im All testen. Damit können in Zukunft abhörsicher Daten weltweit verschickt werden. Eine Presseinformation der Ludwig-Maximilians-Universität München. Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München 11. Juli 2024. 11. Juli 2024 &#8211; Nach jahrelanger Forschung ist es nun endlich soweit: Das interdisziplinäre [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungssatellit QUBE wird erstmals neu entwickelte Quantenkommunikationstechnologien mittels Kleinstsatelliten im All testen. Damit können in Zukunft abhörsicher Daten weltweit verschickt werden. Eine Presseinformation der Ludwig-Maximilians-Universität München.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München 11. Juli 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/QUBETechnologienzurQuantenschluesselverteilungZfT2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="So soll der QUBE-Kleinstsatellit Quantenschlüssel mit einem Laser zur Bodenstation übertragen, um dann später damit abhörsichere Kommunikation auf der Erde zu ermöglichen. (Grafik: Zentrum für Telematik(ZfT))" data-rl_caption="" title="So soll der QUBE-Kleinstsatellit Quantenschlüssel mit einem Laser zur Bodenstation übertragen, um dann später damit abhörsichere Kommunikation auf der Erde zu ermöglichen. (Grafik: Zentrum für Telematik(ZfT))" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/QUBETechnologienzurQuantenschluesselverteilungZfT26.jpg" alt="So soll der QUBE-Kleinstsatellit Quantenschlüssel mit einem Laser zur Bodenstation übertragen, um dann später damit abhörsichere Kommunikation auf der Erde zu ermöglichen. (Grafik: Zentrum für Telematik(ZfT))" class="wp-image-142549"/></a><figcaption class="wp-element-caption">So soll der QUBE-Kleinstsatellit Quantenschlüssel mit einem Laser zur Bodenstation übertragen, um dann später damit abhörsichere Kommunikation auf der Erde zu ermöglichen. (Grafik: Zentrum für Telematik (ZfT))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">11. Juli 2024 &#8211; Nach jahrelanger Forschung ist es nun endlich soweit: Das interdisziplinäre Konsortium QUBE schießt seinen ersten Satelliten in den Orbit. „Das ist wirklich ein Meilenstein“, sagt Harald Weinfurter, Professor für Experimentelle Quantenphysik an der <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/lmu/" data-wpel-link="internal">LMU</a>. „Bisher gibt es praktisch keine Satelliten in der Erdumlaufbahn, die weltweite Quantenschlüsselverteilung ermöglichen“. Nur China habe bereits solche Technologie ins All geschickt, allerdings sind die chinesischen Satelliten sehr groß und teuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quantenschlüssel aus dem All</strong><br>Das BMBF-geförderte Verbundprojekt QUBE (Quantenverschlüsselung mit Cube-Sat) hatte es sich unter Konsortialführung der LMU zum Ziel gesetzt, Hardware für eine weltweite, abhörsichere Kommunikation mittels Nano-Satelliten zu entwickeln und zu testen. Durch den Einsatz von Quantenzuständen für die Erzeugung von geheimen Schlüsseln kann abhörsichere Kommunikation durch Einsatz der Quantenverschlüsselung ermöglicht werden. Im Gegensatz zu Glasfasernetzwerken, bei denen auf Grund von Leitungsverlusten die Übertragung auf wenige 100 km beschränkt ist, kann durch den Einsatz von Satelliten der Austausch geheimer Schlüssel in Zukunft zwischen mehreren Bodenstationen und Satelliten weltweit durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraum-Hightech auf kleinstem Raum</strong><br>Um dies möglichst effizient zu realisieren, arbeiteten bei QUBE führende Forschungsgruppen aus den Gebieten der Optik und Quantenkommunikation intensiv mit innovativen Unternehmen und Einrichtungen aus den Bereichen der Kommunikations-, Satelliten- und Raumfahrttechnik zusammen. Es gelang dem Konsortium, die Technologie sowie die erforderlichen kompakten Komponenten zur Erzeugung von Quantenschlüsseln so weiterzuentwickeln, dass sie vollständig auf einen Kleinstsatelliten – einen sogenannten CubeSat – passen. Mit einer Gesamtmasse von 3,53 Kilogramm ist das gesamte Modul nicht größer als eine Schuhschachtel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interdisziplinäres Teamwork bei Forschung</strong><br>Das unabhängige Forschungsinstitut Zentrum für Telematik (ZfT) in Würzburg war als Projektpartner für die Entwicklung des dafür nötigen Satelliten zuständig. „Eine besonders hohe technische Herausforderung war die Miniaturisierung der nötigen Satellitenfunktionen, insbesondere der hochgenauen Ausrichtung auf die Bodenstation, damit eine stabile optische Verbindung aufgebaut werden kann. Hier wird eine bisher bei Nano-Satelliten noch nicht erreichte Genauigkeit erzielt“, hebt Professor Klaus Schilling, Vorstand des ZfT hervor. Damit Informationen zwischen Cube-Sat und Bodenstation ausgetauscht werden können, entwickelte das Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen leistungsfähige optische Kommunikationssysteme im Miniaturformat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forschenden von LMU, Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen (MPL) und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) liefern die Module, welche die Quantenzustände im Satellit erzeugen und am Boden analysieren sollen. „Unsere miniaturisierten Quantenkommunikationskomponenten wurden so entwickelt, dass sie auch bei den extremen Vibrations-, Temperatur- und Strahlungsbelastungen beim Start und beim Einsatz im All voll funktionstüchtig bleiben“, erklärt Christoph Marquardt, Professor an der FAU.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Abhörsichere Kommunikation weltweit</strong><br>Nach der Entwicklung von QUBE arbeitet das Team im nächsten Schritt an QUBE II &#8211; einem etwa doppelt so großen Satelliten, der dank besserer Optik und Hardware sichere Schlüssel mit Bodenstationen effizient erzeugen und austauschen kann. Die Satellitenfirma OHB stand bisher beratend zur Seite und leitet nun das Folgeprojekt QUBE II. „Quantenschlüsselverteilung ist eine der ersten, wichtigen Anwendungen der Quantentechnologien. Es gibt bereits kommerzielle Geräte für lokale Glasfasernetzwerke“, erklärt Norbert Lemke (OHB). „Die im Rahmen der Vorhaben QUBE und QUBE-II entwickelten Hardwarekomponenten werden kostengünstige, weltweite Quantenschlüsselerzeugung per Kleinstsatellit ermöglichen“. Mit dem Satellitenstart Anfang Juli ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer abhörsicheren, globalen Kommunikation getan.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raketenstart am 18. Juli 2024 geplant</strong><br>Nachdem QUBE ein umfangreiches Testprogramm erfolgreich absolviert hat, ist der Satellit mittlerweile bereits am Startplatz in Vandenberg (Kalifornien) angekommen. Dort wird er auf einer Falcon-9-Rakete von SpaceX integriert und dann voraussichtlich am 18. Juli 2024 in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn befördert. Im Satellitenkontrollzentrum des ZfT in Würzburg wird der Raketenstart live für die Forschenden und Gäste übertragen. Direkt anschließend wird dann von dort der Satellit in Betrieb genommen. Während der nächsten Monate werden die einzelnen Komponenten aktiviert und noch einmal getestet, bis dann die ersten Quantensignale mit der Bodenstation am DLR Oberpfaffenhofen während der kurzen Überflüge in der Nacht empfangen und analysiert werden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Launch-Party findet zum geplanten Raketenstart, voraussichtlich am 18. Juli 2024, in der Testhalle des ZfT in Würzburg statt, wo schon intensive Tests des QUBE Lageregelungssystems durchgeführt wurden. Es werden dort auch Modelle des Satelliten und der Quantentechnologie-Nutzlast ausgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Neuigkeiten werden jeweils auf der Webseite <a href="https://telematik-zentrum.de/projects/qube/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">telematik-zentrum.de</a> abrufbar sein. Anbei finden Sie zwei Fotos für Ihre redaktionelle Verwendung. Für weiteres Fotomaterial wenden Sie sich bitte an den unten genannten Ansprechpartner.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20233.msg563832#msg563832" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Transporter-11 auf Falcon-9</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Neutronen auf klassisch unerklärlichen Bahnen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neutronen-auf-klassisch-unerklaerlichen-bahnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2024 20:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Physikalische Grundlagenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist die Natur wirklich so seltsam, wie die Quantentheorie sagt – oder gibt es doch anschaulichere Erklärungen? Neutronen-Messungen der TU Wien beweisen: Ohne Quantentheorie geht es nicht. Eine Presseaussendung der Technischen Universität Wien. Quelle: Technische Universität Wien 1. Juli 2024. 1. Juli 2024 &#8211; Kann sich ein Teilchen an zwei unterschiedlichen Orten gleichzeitig aufhalten? In [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ist die Natur wirklich so seltsam, wie die Quantentheorie sagt – oder gibt es doch anschaulichere Erklärungen? Neutronen-Messungen der TU Wien beweisen: Ohne Quantentheorie geht es nicht. Eine Presseaussendung der Technischen Universität Wien.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Technische Universität Wien 1. Juli 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/NeutronenstrahlaufgespaltenJedesNeutronaufbeidenPfadengleichzeitig.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein Neutronenstrahl (grün) wird in zwei Teile aufgespalten, die wieder vereint werden. Jedes Neutron bewegt sich auf beiden Pfaden gleichzeitig. (Grafik: TU Wien)" data-rl_caption="" title="Ein Neutronenstrahl (grün) wird in zwei Teile aufgespalten, die wieder vereint werden. Jedes Neutron bewegt sich auf beiden Pfaden gleichzeitig. (Grafik: TU Wien)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/07/NeutronenstrahlaufgespaltenJedesNeutronaufbeidenPfadengleichzeitig26.jpg" alt="Ein Neutronenstrahl (grün) wird in zwei Teile aufgespalten, die wieder vereint werden. Jedes Neutron bewegt sich auf beiden Pfaden gleichzeitig. (Grafik: TU Wien)" class="wp-image-142347"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ein Neutronenstrahl (grün) wird in zwei Teile aufgespalten, die wieder vereint werden. Jedes Neutron bewegt sich auf beiden Pfaden gleichzeitig. (Grafik: TU Wien)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1. Juli 2024 &#8211; Kann sich ein Teilchen an zwei unterschiedlichen Orten gleichzeitig aufhalten? In der Quantenphysik ist das kein Problem: Sie erlaubt, dass sich Objekte in verschiedenen Zuständen gleichzeitig befinden – oder präziser gesagt: In einem Überlagerungszustand, der sich aus unterschiedlichen beobachtbaren Zuständen zusammensetzt. Aber ist das wirklich der Fall? Vielleicht befindet sich das Teilchen in Wirklichkeit sehr wohl in einem ganz bestimmten Zustand, an einem ganz bestimmten Ort, nur kennen wir ihn nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Jahrzehnten wird über die Frage diskutiert, ob man das Verhalten von Quantenobjekten nicht vielleicht doch durch eine für uns anschaulichere Theorie beschreiben kann. 1985 wurde eine Möglichkeit vorgeschlagen, das zu messen – die sogenannte „Leggett-Garg-Ungleichung“. Jede Theorie, die ohne die merkwürdigen Überlagerungs-Zustände der Quantentheorie auskommt, muss dieser Ungleichung gehorchen. Die Quantentheorie hingegen verstößt gegen sie. An der TU Wien wurden dazu nun erstmals Messungen mit Neutronen durchgeführt – mit einem eindeutigen Ergebnis: Die Leggett-Garg-Ungleichung wird verletzt, klassische Erklärungen dafür sind nicht möglich, die Quantentheorie gewinnt. Die Ergebnisse wurden nun im Fachjournal „Physical Review Letters“ publiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Physikalischer Realismus</strong><br>Wir gehen normalerweise davon aus, dass jedes Objekt bestimmte Eigenschaften hat: Ein Ball befindet sich an einem bestimmten Ort, er hat eine bestimmte Geschwindigkeit, vielleicht auch eine bestimmte Drehung. Ob wir den Ball beobachten oder nicht, ist egal. Er hat diese Eigenschaften ganz objektiv und unabhängig von uns. „Diese Sichtweise wird als ‚Realismus‘ bezeichnet“, sagt Stephan Sponar vom Atominstitut der TU Wien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere große, makroskopische Objekte müssen dieser Regel gehorchen, das wissen wir aus unserer Alltagserfahrung. Außerdem wissen wir: Makroskopische Objekte kann man beobachten, ohne sie nennenswert zu beeinflussen. Die Messung ändert den Zustand nicht. Diese Annahmen bezeichnet man zusammen als „makroskopischen Realismus“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Quantentheorie, wie man sie heute kennt, ist aber eine Theorie, die diesen makroskopischen Realismus verletzt. Wenn für ein Quantenteilchen unterschiedliche Zustände erlaubt sind, zum Beispiel unterschiedliche Positionen, Geschwindigkeiten oder Energiewerte, dann ist auch eine beliebige Kombination dieser Zustände erlaubt. Zumindest, solange man diesen Zustand nicht misst. Bei einer Messung geht dieser Überlagerungszustand nämlich kaputt: Die Messung zwingt das Teilchen, sich für einen ganz bestimmten Wert zu entscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Leggett-Garg-Ungleichung</strong><br>Trotzdem muss die Quantenwelt mit der makroskopischen Welt logisch zusammenhängen – schließlich bestehen große Dinge ja aus kleinen Quantenteilchen. Prinzipiell sollten die Regeln der Quantentheorie für alles gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage ist nun also: Kann man bei „großen“ Objekten ein Verhalten finden, das sich mit unserem intuitiven Bild des makroskopischen Realismus nicht vereinbaren lässt? Können auch makroskopische Dinge klare Anzeichen von Quanteneigenschaften aufweisen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">1985 veröffentlichten die Physiker Anthony James Leggett und Anupam Garg eine Formel, mit der sich der makroskopische Realismus testen lässt: Die Leggett-Garg-Ungleichung. „Der Gedanke dahinter ist ähnlich wie bei der berühmteren Bell’schen Ungleichung, für deren Überprüfung 2022 der Physik-Nobelpreis vergeben wurde“, sagt Elisabeth Kreuzgruber, Erstautorin des Papers. „Allerdings geht es bei der Bell’schen Ungleichung um die Frage, wie stark das Verhalten eines Teilchens mit einem anderen, quantenverschränkten Teilchen zusammenhängt. Bei der Leggett-Garg-Ungleichung geht es nur um ein einziges Objekt, und um die Frage, wie sein Zustand zu bestimmten Zeitpunkten mit seinem Zustand zu anderen Zeitpunkten zusammenhängt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stärkere Korrelationen als die klassische Physik erlaubt</strong><br>Leggett und Garg gingen von einem Objekt aus, das zu drei verschiedenen Zeitpunkten gemessen werden kann, jede Messung kann zwei verschiedene Ergebnisse haben. Auch wenn man überhaupt nichts darüber weiß, ob oder wie sich der Zustand dieses Objekts im Lauf der Zeit ändert, kann man trotzdem statistisch untersuchen, wie stark die Ergebnisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander zusammenhängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann mathematisch zeigen, dass die Stärke dieser Zusammenhänge ein gewisses Maß niemals übersteigen kann – wenn man voraussetzt, dass der makroskopische Realismus korrekt ist. Leggett und Garg konnten eine Ungleichung aufstellen, die von jeder makroskopisch realistischen Theorie immer erfüllt sein muss, ganz egal um welche Theorie es sich im Detail handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich das Objekt allerdings an die Regeln der Quantentheorie hält, dann müssen sich deutlich stärkere statistische Zusammenhänge zwischen den Messergebnissen zu den drei verschiedenen Zeitpunkten ergeben. Wenn ein Objekt sich zwischen den Mess-Zeitpunkten tatsächlich in verschiedenen Zuständen gleichzeitig befindet, muss sich das – nach Leggett und Garg – in stärkeren Korrelationen zwischen den drei Messzeitpunkten zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neutronenstrahlen: Zentimetergroße Quantenobjekte</strong><br>„Allerdings ist es gar nicht so einfach, diese Frage experimentell zu untersuchen“, sagt Richard Wagner. „Wenn wir den makroskopischen Realismus testen wollen, dann brauchen wir ein Objekt, das in gewissem Sinn makroskopisch ist, das also eine Größe hat, die mit der Größe unserer gewohnten Alltagsgegenstände vergleichbar ist.“ Gleichzeitig muss es sich aber um ein Objekt handeln, bei dem man eine Chance hat, Quanten-Eigenschaften zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Neutronenstrahlen, wie wir sie in einem sogenannten Neutroneninterferometer vorfinden, sind dafür perfekt“, sagt Hartmut Lemmel, Strahlplatzverantwortlicher am Instrument S18 des Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble, wo das Experiment durchgeführt wurde. Im Neutroneninterferometer, einem Silizium-Perfektkristall-Interferometer, das in den frühen 1970er Jahren am Atominstitut der TU Wien erstmals erfolgreich zum Einsatz kam, wird der einfallende Neutronenstrahl an der ersten Kristallplatte in zwei Teilstrahlen aufgespalten und danach von einem weiteren Silizium-Stück wieder zusammengeführt. Es gibt somit zwei verschiedene Wege, auf denen Neutronen von der Quelle zum Detektor gelangen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Quantentheorie sagt: Jedes einzelne Neutron nimmt beide Wege gleichzeitig“, sagt Niels Geerits. „Die beiden Teilstrahlen sind aber mehrere Zentimeter voneinander entfernt. In gewissem Sinn hat man es hier also mit einem Quantenobjekt zu tun, das eine für Quanten-Verhältnisse gewaltige Größe hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch eine ausgeklügelte Kombination mehrerer Neutronenmessungen konnte das Team der TU Wien die Leggett-Garg-Ungleichung testen – und das Ergebnis war eindeutig: Die Ungleichung wird verletzt. Die Neutronen benehmen sich also auf eine Weise, die mit keiner erdenklichen makroskopisch realistischen Theorie erklärt werden kann. Sie befinden sich tatsächlich auf beiden Strahlen gleichzeitig, an unterschiedlichen Stellen, die Zentimeter auseinanderliegen. Die Idee „vielleicht bewegt sich das Neutron doch nur auf einer der beiden Bahnen, wir wissen bloß nicht welche“ ist damit widerlegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Experiment zeigt: Die Natur ist tatsächlich so seltsam, wie die Quantentheorie behauptet“, sagt Stephan Sponar. „Egal welche klassische, makroskopisch realistische Theorie man sich zurechtlegt: Sie wird die Wirklichkeit niemals erklären können. Ohne Quantenphysik geht es nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation</strong><br>E. Kreuzgruber et al., Violation of a Leggett-Garg Inequality Using Ideal Negative Measurements in Neutron Interferometry, Phys. Rev. Lett. 132, 260201 (2024).<br><a href="https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.132.260201" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://journals.aps.org/prl/abstract/10.1103/PhysRevLett.132.260201</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19358.msg563517#msg563517" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">physikalische Grundlagenforschung</a></li>
</ul>
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		<title>AstroGeo Podcast: Böse Doppelgänger &#8211; die Physik des Multiversums</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-paralleluniversum-multiversum-parallelwelt-viele-welten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Feb 2024 08:55:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gibt es ein Paralleluniversum, in dem unsere bösen Doppelgänger leben? Sind wir Teil eines vor lauter Universen nur so blubbernden Multiversum? Und kann es überhaupt Leben im Paralleluniversum geben? Kurzum: Ist unser Universum einzigartig?</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Gibt es ein Paralleluniversum, in dem unsere bösen Doppelgänger leben? Sind wir Teil eines vor lauter Universen nur so blubbernden Multiversum? Und kann es überhaupt Leben im Paralleluniversum geben? Kurzum: Ist unser Universum einzigartig?</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein Bild voller kleiner Seifen- und Schaumblasen." data-rl_caption="" title="Ein Bild voller kleiner Seifen- und Schaumblasen." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="1675" height="1278" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum.jpg" alt="Ein Bild voller kleiner Seifen- und Schaumblasen. " class="wp-image-136718" style="aspect-ratio:1.4392265193370166;width:481px;height:auto" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum.jpg 1675w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum-300x229.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum-1024x781.jpg 1024w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum-768x586.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum-1536x1172.jpg 1536w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/02/blasen-schaum-badeschaum-seifenblasen-multiversum-600x458.jpg 600w" sizes="(max-width: 1675px) 100vw, 1675px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Noch nicht mal richtige künstlerische Darstellungen gibt es vom Multiversum: Man könnte es sich so vorstellen wie lauter einzelne Blasen und jede Blase ist ein einzelnes Universum. Mit keinem von diesen Parallelwelten könnten wir jemals in Kontakt treten &#8211; wenn es sie denn gibt (Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Aka" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">CC-BY-SA 2.5 Aka / Wikipedia Commons</a>).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wir Menschen sind nichts Besonderes: Wir leben auf keinem besonderen Planeten, wir befinden uns in einer ganz und gar gewöhnlichen Galaxie. Ist dann wenigstens unser Universum etwas ganz Besonderes, das es so nur einmal gibt?<br>Normalerweise machen die harten Naturgesetze der Physik spannenden Ideen aus der Science Fiction eher einen Strich durch die Rechnung: Beamen? Geht nicht, gibt’s nicht. Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit? Kann man sich abschminken, ist rein physikalisch unmöglich. Und was ist mit dem bösen Doppelgänger, der im Paralleluniversum nebenan nur darauf lauert, die Herrschaft übers Multiversum an sich zu reißen?<br>In dieser Folge des AstroGeo-Podcast erzählt Franzi die Geschichte der Parallelwelten, Paralleluniversum, den Vielen Welten und dem Multiversum: Tatsächlich kennt die Physik nicht nur eine Art von Parallelwelt &#8211; sondern gleich mehrere! Leben wir tatsächlich in einem vor lauter Universen nur so blubbernden Multiversum? Gibt’s irgendwo da draußen vielleicht wirklich einen bösen &#8211; oder, noch viel schlimmer: einen guten! &#8211; Doppelgänger von uns allen? Vielleicht besteht das Paralleluniversum nebenan aus einem gigantischen Schwarzen Loch und sonst nichts? Und gibt es sie überhaupt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban regelmäßig eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


[podloveaudio chaptersVisible=&#8220;false&#8220; title=&#8220;AstroGeo Podcast: Böse Doppelgänger &#8211; die Physik des Multiversums&#8220; src=&#8220;https://astrogeo.de/podlove/file/879/s/feed/c/m4a-raumfahrernet/ag085-multiversum.m4a&#8220; poster=&#8220;https://astrogeo.de/media/ag085-multiversum.jpg&#8220; duration=&#8220;00:58:54.468&#8243;]



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist ein Podcast der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



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		<item>
		<title>Gekrümmte Raumzeit im Quanten-Simulator</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gekruemmte-raumzeit-im-quanten-simulator/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 17:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit neuen Techniken kann man Fragen beantworten, die bisher experimentell nicht zugänglich waren – darunter auch Fragen nach dem Zusammenhang von Quanten und Relativitätstheorie. Eine Presseaussendung der Technischen Universität Wien. Quelle: Technische Universität Wien 17. Mai 2023. 17. Mai 2023 &#8211; Die Relativitätstheorie funktioniert großartig, wenn man Phänomene auf kosmischer Skala erklären möchte – etwa [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Mit neuen Techniken kann man Fragen beantworten, die bisher experimentell nicht zugänglich waren – darunter auch Fragen nach dem Zusammenhang von Quanten und Relativitätstheorie. Eine Presseaussendung der Technischen Universität Wien.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Technische Universität Wien 17. Mai 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Quantumgravitynasatuwien.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Im Hintergrund: Der Gravitationslinseneffekt - ein Beispiel für einen Effekt der allgemeinen Relativitätstheorie. Mit Quantenteilchen lässt sich etwas Analoges simulieren. (Bild: NASA / TU Wien)" data-rl_caption="" title="Im Hintergrund: Der Gravitationslinseneffekt - ein Beispiel für einen Effekt der allgemeinen Relativitätstheorie. Mit Quantenteilchen lässt sich etwas Analoges simulieren. (Bild: NASA / TU Wien)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Quantumgravitynasatuwien26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Im Hintergrund: Der Gravitationslinseneffekt &#8211; ein Beispiel für einen Effekt der allgemeinen Relativitätstheorie. Mit Quantenteilchen lässt sich etwas Analoges simulieren. (Bild: NASA / TU Wien)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">17. Mai 2023 &#8211; Die Relativitätstheorie funktioniert großartig, wenn man Phänomene auf kosmischer Skala erklären möchte – etwa die Gravitationswellen, die bei der Kollision von schwarzen Löchern entstehen. Die Quantentheorie funktioniert großartig, wenn man Phänomene auf Teilchenskala erklären möchte – etwa das Verhalten einzelner Elektronen im Atom. Beides miteinander auf völlig zufriedenstellende Weise zu verbinden, ist aber noch nicht gelungen. Die Suche nach einer „Quantentheorie der Gravitation“ gilt als eine der großen ungelösten Aufgaben der Wissenschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das liegt unter anderem daran, dass die Mathematik auf diesem Gebiet extrem kompliziert ist, und dass es gleichzeitig extrem schwierig ist, passende Experimente durchzuführen: Man müsste Situationen schaffen, in denen sowohl Phänomene der Relativitätstheorie eine wichtige Rolle spielen, etwa eine durch schwere Massen gekrümmte Raumzeit, und gleichzeitig Quanteneffekte sichtbar werden, zum Beispiel die kombinierte Teilchen- und Wellennatur von Licht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der TU Wien entwickelte man dafür nun einen neuen Zugang: Mit einem sogenannten „Quantensimulator“ geht man solchen Fragen auf den Grund: Man untersucht nicht das System, über das man eigentlich etwas lernen möchte (nämlich Quantenteilchen in einer gekrümmten Raumzeit), sondern erzeugt stattdessen ein „Modellsystem“, eine einfacher zu handhabende Simulation, aus der man dann durch Analogieschlüsse etwas über das eigentlich interessante System lernen kann. Dass dieser Quantensimulator ausgezeichnet funktioniert, konnte das Team nun zeigen. Die Ergebnisse der internationalen Kooperation mit der Universität Kreta, der Nanyang Technological University und der FU Berlin wurden nun im Fachjournal PNAS publiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von einem System etwas über ein anderes lernen</strong><br>Die Grundidee hinter dem Quantensimulator ist einfach: Viele Systeme in der Quantenphysik ähneln einander. Auch wenn es sich um völlig unterschiedliche Teilchensorten handelt, oder um physikalische Systeme, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, kann es sein, dass die Systeme auf tieferer Ebene denselben Gesetzen und Gleichungen gehorchen. Das bedeutet, dass man über ein bestimmtes System etwas lernen kann, indem man ein anderes System untersucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir nehmen also ein Quantensystem, von dem wir wissen, dass wir es im Experiment sehr gut kontrollieren und anpassen können“, sagt Prof. Jörg Schmiedmayer vom Atominstitut der TU Wien. „In unserem Fall sind das ultrakalte Atomwolken, die von einem Atomchip mit elektromagnetischen Feldern festgehalten und manipuliert werden.“ Wenn man diese Atomwolken auf geeignete Weise anpasst, sodass sich ihre Eigenschaften in ein anderes Quantensystem übersetzen lassen, kann man aus der Vermessung des Atomwolken-Modellsystem etwas über das andere System lernen – ähnlich wie man etwa aus der Schwingung einer Masse, die an einer Metallfeder befestigt ist, etwas über die Schwingung eines Pendels an einer Schnur lernen kann: Es sind zwei verschiedene physikalische Systeme, aber das eine lässt sich in das andere übersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Gravitationslinsen-Effekt</strong><br>„Wir konnten nun zeigen, dass sich auf diese Weise ganz eindeutig Effekte hervorrufen lassen, mit denen man die Krümmung der Raumzeit nachstellen kann“, sagt Mohammadamin Tajik vom Vienna Center for Quantum Science and Technology (VCQ) &#8211; Atominstitut der TU Wien, Erstautor des aktuellen Papers. Im Vakuum des Weltraums breitet sich Licht auf einem sogenannten „Lichtkegel“ aus: Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant, in gleichen Zeiten bewegt sich das Licht in jede Richtung gleich weit. Wenn das Licht allerdings durch schwere Massen beeinflusst wird, etwa durch die Gravitation der Sonne, dann werden diese Lichtkegel verbogen. Die Pfade, die das Licht zurücklegt, sind in einer gekrümmten Raumzeit nicht mehr perfekt gerade. Man spricht dann von einem „Gravitationslinsen-Effekt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dasselbe kann man nun auch in den Atomwolken zeigen. An Stelle der Lichtgeschwindigkeit untersucht man dort die Schallgeschwindigkeit. „Nun haben wir also ein System, in dem es einen Effekt gibt, der einer Raumzeitkrümmung beziehungsweise einer Gravitationslinse entspricht, gleichzeitig handelt es sich aber um ein Quantensystem, das man mit Quantenfeldtheorien beschreiben kann“, sagt Mohammadamin Tajik. „Auf die Weise haben wir also ein völlig neues Werkzeug, um den Zusammenhang zwischen Relativitätstheorie und Quantentheorie zu untersuchen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Modellsystem für Quanten Phänomene in gekrümmter Raum-Zeit</strong><br>Die Experimente zeigen, dass die Form der Lichtkegel, Linseneffekte, Reflexionen und andere Phänomene in diesen Atomwolken genau auf dieselbe Weise demonstriert werden können, wie man das in relativistischen kosmischen Systemen erwarten würde. Das ist nicht nur interessant, um neue Daten für theoretische Grundlagenforschung zu generieren – auch in der Festkörperphysik und bei der Suche nach neuen Materialien stößt man auf Fragen, die eine ähnliche Struktur haben und daher von solchen Experimenten beantwortet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen diese Atomwolken nun noch besser steuern, damit wir noch weitreichendere Daten ermitteln können. So lassen sich etwa Wechselwirkungen zwischen den Teilchen noch ganz gezielt verändern“, erklärt Jörg Schmiedmayer. Auf diese Weise kann der Quantensimulator physikalische Situationen nachstellen, die so kompliziert sind, dass man sie auch mit Supercomputern nicht berechnen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Quantensimulator wird so zu einer neuen, zusätzlichen Informationsquelle für die Quantenforschung – zusätzlich zu theoretischen Berechnungen, Computersimulationen und direkten Experimenten. Das Forschungsteam hofft, bei der Untersuchung der Atomwolken auf neue, bisher vielleicht noch völlig unbekannte Phänomene zu stoßen, die auf kosmischer, relativistischer Skala ebenso stattfinden – aber ohne einen Blick auf winzige Teilchen vielleicht nie entdeckt worden wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation</strong><br>M.Tajik et al., Experimental observation of curved light-cones in a quantum field simulator, PNAS 120 (21), 2023., <a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2301287120" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2301287120</a>,<br><a href="https://arxiv.org/abs/2209.09132" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2209.09132</a>,<br>pdf: <a href="https://arxiv.org/pdf/2209.09132" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/pdf/2209.09132</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19358.msg549245#msg549245" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">physikalische Grundlagenforschung</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Forschungsprojekt HYPERSPACE will Grundlage für interkontinentales Quantennetzwerk schaffen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/forschungsprojekt-hyperspace-will-grundlage-fuer-interkontinentales-quantennetzwerk-schaffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2022 15:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gemeinsam wollen Forschende aus Europa und Kanada die Grundlage für ein interkontinentales Netzwerk zur Quantenkommunikation schaffen. Im Rahmen des Projektes HYPERSPACE soll dabei speziell die Verteilung verschränkter Photonen via Satellit erforscht werden. Das Forschungsvorhaben ist nun in seine dreijährige Projektlaufzeit gestartet. Eine Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. Quelle: Fraunhofer-Institut für Angewandte [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Gemeinsam wollen Forschende aus Europa und Kanada die Grundlage für ein interkontinentales Netzwerk zur Quantenkommunikation schaffen. Im Rahmen des Projektes HYPERSPACE soll dabei speziell die Verteilung verschränkter Photonen via Satellit erforscht werden. Das Forschungsvorhaben ist nun in seine dreijährige Projektlaufzeit gestartet. Eine Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik 17. Oktober 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">17. Oktober 2022 &#8211; Auf kurzen Distanzen sind verschränkte Photonen bereits in verschiedenen Experimenten erfolgreich ausgetauscht worden. Doch der interkontinentale und damit potenziell globale Austausch ist nach wie vor eine Herausforderung. Dem stellt sich das neue Forschungsprojekt HYPERSPACE. Gemeinsam wollen Forschende aus Europa und Kanada hier die Grundlage für eine kanadisch-europäische Verbindung schaffen. Die strategische Zusammenarbeit richtet ihr Augenmerk dabei auf die Erforschung integrierter Quantenphotonik sowie optischer Weltraumkommunikation zugunsten eines satellitengestützten Quantennetzwerkes zwischen den Kontinenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verschränkungsverteilung im Weltraum</strong><br>Weltweit gibt es immer wieder Experimente, um verschränkte Photonen über möglichst weite Distanzen auszutauschen, z. B. mittels Freistrahl durch die Luft oder über im Boden verlegte Glasfasern. Allerdings schränken das Detektorrauschen sowie die unvermeidlichen Verluste bei einer faserbasierten Übertragung die Reichweite terrestrischer Übertragung derzeit noch auf einige hundert Kilometer ein. In Zukunft könnten sogenannte Quanten-Repeater Verschränkungen auch über längere Faserstrecken ermöglichen. Jedoch stehen Forschende noch vor einer Vielzahl technologischer Herausforderungen bis eine hinreichende Steigerung der Reichweite, wie sie für ein globales Netzwerk nötig wäre, möglich wird. Die Lösung: der direkte Austausch von verschränkten Photonen im Weltraum via optischer Satellitenverbindungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das übergreifende Ziel von HYPERSPACE ist es daher, die satellitengestützte Quantenkommunikation anhand von Experimenten zu skalierbaren globalen Quantennetzwerken weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck umfasst HYPERSPACE die Forschung und Innovation entlang der gesamten Prozesskette der photonischen Quantenkommunikation: von der rauschresistenten Zustandscodierung über vollständig fasergebundene und photonisch integrierte Quantenlichtquellen sowie freiraumkompatible Zustandsanalysatoren bis hin zur Implementierung fortgeschrittener Protokolle, die durch die Nutzung der Verschränkung in mehreren Freiheitsgraden – der so genannten Hyperverschränkung – erleichtert oder sogar erst ermöglicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Acht Partner aus Europa und Kanada</strong><br>An dem Projekt sind insgesamt acht Partner aus Europa und Kanada beteiligt: Neben dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind dies die Università degli Studi di Pavia und Università degli Studi di Padova (beide Italien), das Commissariat à l&#8217;énergie atomique et aux énergies alternatives CEA-LETI (Frankreich), die Technische Universität Wien (Österreich), das Institut National de la Recherche Scientifique sowie die University of Toronto und University of Waterloo (alle Kanada). Koordiniert wird das Forschungsvorhaben durch das Fraunhofer IOF in Jena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt wird von der Europäischen Kommission (im Rahmen des Programmes Horizont Europa) sowie dem Natural Sciences and Engineering Research Council of Canada (NSERC) mit 2,8 Millionen Euro kofinanziert. 300.000 Euro davon fließen an das Fraunhofer IOF.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Anwendungen in Informationstechnik und Sensorik</strong><br>Die Quantenverschränkung, die einst von Albert Einstein noch als »spukhafte Fernwirkung« beschrieben wurde, gilt heute als Schlüsselressource für neuste Anwendungen in der Informationsverarbeitung und Sensorik. Ein globales Quanteninternet kann deutlich verbesserte, bisher sogar undenkbare Anwendungen ermöglichen, wie z. B. eine präzisere Synchronisation von Uhren, ein hocheffizientes Cloud-Computing oder auch eine hochsichere Datenübertragung mittels Quantenkryptographie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu konventionellen Kryptographie-Verfahren, die Sicherheit durch den mit einer Entschlüsselung verbundenen Rechenaufwand gewähren, basiert die Sicherheit der Quantenkryptographie auf physikalischen Prinzipien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg539278#msg539278" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Quantenkommunikation im Weltraum</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Nobelpreis für Physik geht an die Humboldtianer Alain Aspect und Anton Zeilinger</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/nobelpreis-fuer-physik-geht-an-die-humboldtianer-alain-aspect-und-anton-zeilinger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2022 19:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Physikalische Grundlagenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Humboldt-Netzwerk zählt nun 59 Nobelpreisträger*innen. Eine Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung. Quelle: Alexander von Humboldt-Stiftung 4. Oktober 2022. 4. Oktober 2022 &#8211; Die Alexander von Humboldt-Stiftung beglückwünscht Alain Aspect und Anton Zeilinger zur Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis, den sie gemeinsam mit John F. Clauser erhalten. Die drei Quantenforscher werden „für ihre bahnbrechenden Experimente mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Humboldt-Netzwerk zählt nun 59 Nobelpreisträger*innen. Eine Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung.</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Alexander von Humboldt-Stiftung 4. Oktober 2022.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Nobelpreis22Physik900.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Nobelpreis für Physik 2022 (v.l.n.r.): A. Aspect, J. F. Clauser, A. Zeilinger. (Bild: Royal Swedish Academy of Sciences)" data-rl_caption="" title="Nobelpreis für Physik 2022 (v.l.n.r.): A. Aspect, J. F. Clauser, A. Zeilinger. (Bild: Royal Swedish Academy of Sciences)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Nobelpreis22Physik600.jpg" alt=""/></a><figcaption>Nobelpreis für Physik 2022 (v.l.n.r.): A. Aspect, J. F. Clauser, A. Zeilinger. (Bild: Royal Swedish Academy of Sciences)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">4. Oktober 2022 &#8211; Die Alexander von Humboldt-Stiftung beglückwünscht Alain Aspect und Anton Zeilinger zur Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis, den sie gemeinsam mit John F. Clauser erhalten. Die drei Quantenforscher werden „für ihre bahnbrechenden Experimente mit verschränkten Photonen, mit denen sie die Verletzung der bellschen Ungleichung nachwiesen und Pionierarbeit in der Quanteninformatik leisteten“ geehrt, so das Nobelpreiskomitee. Die Ergebnisse hätten den Weg geebnet für neue, auf Quanteninformation basierende Technologien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt haben nun bereits 59 Forscher*innen aus dem weltweiten Netzwerk von Geförderten der Humboldt-Stiftung einen Nobelpreis erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alain Aspect, geboren 1947 in Frankreich, ist Professor für Physik an der Université Paris-Saclay und der École Polytechnique, Frankreich. Bereits 1999 wurde er mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet und kooperierte als Preisträger mit Kolleg*innen im Fachbereich Physik der Universität Konstanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anton Zeilinger, geboren 1945 in Österreich, forscht an der Universität Wien, war 2013 bis 2022 Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und wurde 2001 mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Als Humboldt-Preisträger war Zeilinger am Institut für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Potsdam zu Gast. Im Humboldt-Netzwerk ist er als Gutachter und Gastgeber für Lynen-Forschungsstipendiat*innen aktiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir gratulieren Alain Aspect, John F. Clauser und Anton Zeilinger ganz herzlich. Ihre Arbeit läutete eine neue Ära der Quantentechnologie ein und zeigt die Bedeutung von Grundlagenforschung. Und die Ergebnisse ihrer herausragenden Experimente und Arbeiten in der Quantenmechanik haben ihren Weg in erste Anwendungen bereits gefunden“, sagt der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape. „Besonders freut uns natürlich, dass mit Alain Aspect und Anton Zeilinger zwei weitere Humboldtianer zum Kreis der Nobelpreisträger zählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über die Alexander von Humboldt-Stiftung</strong><br>Jährlich ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung über 2.000 Forscher*innen aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. In weltweit über 140 Ländern pflegt die Stiftung ein fächerübergreifendes Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianer*innen – unter ihnen 59 mit Nobelpreis.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg538812#msg538812" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Quantenkommunikation im Weltraum?</a></li></ul>
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		<title>Zwei Teilchen? Drei Teilchen! Forschende berechnen außergewöhnliche Zustände in Quantenmaterial</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 09:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Physikalische Grundlagenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Internationales Team findet einen magnetischen Drei-Teilchen Zustand im Hochtemperatur-Supraleiter. Die Bindungskraft der Teilchen unterscheidet sich von den bisher bekannten Mechanismen. Experimenteller Nachweis soll mit Röntgenstrahlen gelingen. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR 27. September 2022. 27. September 2022 &#8211; Ganz vereinfacht reichen zwei geladene Teilchen, um die Welt zu [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Internationales Team findet einen magnetischen Drei-Teilchen Zustand im Hochtemperatur-Supraleiter. Die Bindungskraft der Teilchen unterscheidet sich von den bisher bekannten Mechanismen. Experimenteller Nachweis soll mit Röntgenstrahlen gelingen. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 27. September 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/drei-teilchen-zustand-und-roentgenstrahlung-tu-dortmund.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Drei-Teilchen-Zustand und Röntgenstrahlung. (Grafik: TU Dortmund)" data-rl_caption="" title="Drei-Teilchen-Zustand und Röntgenstrahlung. (Grafik: TU Dortmund)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/drei-teilchen-zustand-und-roentgenstrahlung-tu-dortmund-260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Drei-Teilchen-Zustand und Röntgenstrahlung. (Grafik: TU Dortmund)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">27. September 2022 &#8211; Ganz vereinfacht reichen zwei geladene Teilchen, um die Welt zu erklären: Die Teilchen stoßen sich ab oder ziehen sich an. Das gilt zum Beispiel für ein Ion und ein Elektron. Auf dieser physikalischen Basis bilden sich auch Moleküle und große Festkörper. Jetzt haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Drei-Teilchen-Zustand entdeckt – genauer gesagt: Sie haben ihn in einem speziellen Material berechnet. Die Forschenden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Technischen Universität Dortmund und dem Los Alamos National Laboratory zeigen auch, wie der Drei-Teilchen-Zustand in einem Experiment nachgewiesen werden kann: mit Röntgenstrahlen. In Zukunft könnte die magnetische Dreiergruppe sogar zu einer Technologie für Quantencomputer wachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Vorhersage dieser Drei-Teilchen-Zustände hat eine fundamentale Bedeutung, weil sich ihre Bindungskraft grundsätzlich von den bisherigen bekannten Mechanismen unterscheidet. Durch die Entdeckung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir noch exotischere Zustände finden: So könnten sich zum Beispiel ganze Ketten von magnetischen Anregungen formen“, erklärt Dr. Benedikt Fauseweh, Gruppenleiter im DLR-Institut für Softwaretechnologie in Köln. Die Ketten könnten später zu Qubits „verknotet“ werden, den Rechenbausteinen von Quantencomputern. Die Informationen wären in den einzelnen Ketten („Strings“) gespeichert. Und die Rechenoperationen würden dann in den „Knoten“ der Strings durchgeführt. Die Knoten sind in der Quantenwelt außergewöhnlich stabil. Deswegen gelten die sogenannten topologischen Quantencomputer, die auf dieser Grundidee beruhen, als widerstandsfähig gegen äußere Störungen. Das ist ein Vorteil gegenüber anderen Technologien für Quantencomputer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Erkenntnisse über Quantenmaterialien und Supraleitung möglich</strong><br>Zwei Jahre haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Berechnung der Drei-Teilchen-Zustände in Hochtemperatur-Supraleitern gearbeitet. Diese Materialklasse basierend auf Kupferoxiden ist erst seit den 1980er Jahren bekannt und hat Eigenschaften, die noch nicht vollständig geklärt sind. Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden im Wissenschaftsmagazin <a href="https://www.nature.com/articles/s42005-022-00986-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Communications Physics</a> veröffentlicht, inklusive einer Anleitung, wie die Zustände praktisch nachgewiesen werden: Durch Experimente mit Röntgenstrahlung sollen die drei aneinander gebundenen Teilchen sichtbar werden. „Die Röntgenstrahlung wird vom Material aufgenommen und überträgt Energie auf die Atome. Wenn dabei ein Drei-Teilchen-Zustand erzeugt wird, ist eine besonders starke Streuung der Strahlung messbar“, sagt Benedikt Fauseweh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Drei-Teilchen-Zustände sind auch für die Grundlagenforschung hochinteressant: Wenn der Nachweis mit Röntgenstrahlen gelingt, wäre das eine vielversprechende experimentelle Möglichkeit, mehr über Quantenmaterialien zu lernen. Gleichzeitig können mögliche Effekte dieser starken Bindung in Hochtemperatur-Supraleitern beobachtet werden. „Spannend wäre es zum Beispiel, wenn die Drei-Teilchen-Zustände einen wichtigen Einfluss auf die Supraleitung und ihre Sprungtemperatur haben“, erklärt Benedikt Fauseweh.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hochtemperatur-Supraleiter</strong><br>Supraleiter sind Materialien, die elektrischen Strom ohne jeden Widerstand leiten. Dazu müssen sie unter ihre sehr niedrige „Sprungtemperatur“ gekühlt werden. Unterhalb dieser Temperatur wird ein System von quantenmechanischen Effekten dominiert. Zum Kühlen eignet sich zum Beispiel flüssiges Helium bei -269 Grad Celsius. Hochtemperatur-Supraleiter wurden erstmals 1986 von Johannes Georg Bednorz und Karl Alexander Müller entdeckt. 1987 erhielten die beiden Physiker dafür den Nobelpreis. Hochtemperatur-Supraleiter zeichnen sich durch eine in der Regel sehr viel höhere Sprungtemperatur aus. Sie haben ungewöhnliche Quanteneigenschaften, die sie von konventionellen Supraleitern unterscheiden. Hochtemperatur-Supraleiter gehören zur Klasse der Quantenmaterialien und stehen im Zentrum moderner Festkörperforschung. Der Mechanismus, der zu Supraleitung in diesen Materialien führt, ist bis heute nicht vollständig verstanden. Es ist jedoch bekannt, dass magnetische Anregungen dabei eine wichtige Rolle spielen.</p>



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		<title>Q.ANT, Bosch, TRUMPF, FBH und das DLR wollen mit Quantensensoren Satelliten steuern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 17:10:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste mit Quantentechnologie gesteuerte Satellit soll 2027 in den Weltraum starten // Quantensensoren sind eine Schlüsseltechnologie zur genauen Ausrichtung von Kommunikations-Satelliten // Wissenschaftliche Expertise kommt vom Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) // Bund fördert Projekt „QYRO“ mit zweistelliger Millionen-Summe. Eine Pressemitteilung der Ferdinand-Braun-Institut GmbH. Quelle: Ferdinand-Braun-Institut gGmbH 26. August 2022. 26. August 2022 &#8211; [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Der erste mit Quantentechnologie gesteuerte Satellit soll 2027 in den Weltraum starten // Quantensensoren sind eine Schlüsseltechnologie zur genauen Ausrichtung von Kommunikations-Satelliten // Wissenschaftliche Expertise kommt vom Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) // Bund fördert Projekt „QYRO“ mit zweistelliger Millionen-Summe. Eine Pressemitteilung der Ferdinand-Braun-Institut GmbH.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Ferdinand-Braun-Institut gGmbH 26. August 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">26. August 2022 &#8211; Das Quantentechnologie-Start-up Q.ANT, Bosch, TRUMPF und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben eine Partnerschaft zur Entwicklung weltraumtauglicher Lage­sensoren geschlossen. Mit Hilfe dieser auf Quantentechnologie basierenden Sensoren soll es gelingen, Mini-Satelliten präzise auszurichten und die weltweite Datenkommunikation zu verbessern. Die Sensoren sind eine Schlüsseltechnologie, da sie eine hochgenaue Ausrichtung der Satelliten untereinander und damit eine Hochgeschwindigkeitsverbindung für Daten ermöglicht. „Diese strategische Partnerschaft zeigt, welches Potenzial in der gemeinsamen Entwicklung von Zukunftstechnologien steckt. Der Einsatz von Quantentechnologie in der Luft- und Raumfahrt ist für den Industriestandort Deutschland eine riesige Chance“, sagt Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. Die Partnerschaft soll ein weltumspannendes, erdnahes Mini-Satelliten-Netz unterstützen, das die Internetverbindung insbesondere in abgelegenen Regionen verbessert. Den ersten Mini-Satelliten mit Quantentechnologie möchte das DLR in fünf Jahren Richtung Weltall starten. Quanteneffekte nutzende Lagesensoren lassen sich nicht nur bei Satelliten, sondern auch beim automatisierten Fahren oder bei der Indoor-Navigation zum Beispiel in Fabrik- und Logistikhallen einsetzen. Das Forschungsbudget für das Projekt liegt bei rund 28 Millionen Euro, ein Großteil davon stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mit dem Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik beteiligt sich zudem ein renommiertes Forschungsinstitut für Laserdioden, insbesondere für Anwendungen im Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quantensensoren liefern dauerhaft präzise Ergebnisse</strong><br>Um eine zuverlässige Übertragung der Signale von Satelliten sicherzustellen, müssen die Satelliten auf ihrer Umlaufbahn dauerhaft höchstpräzise ausgerichtet sein. Verlieren die Satelliten die richtige Position, schwächen sich die Kommunikationssignale ab. Das Konsortium möchte mit Hilfe von Quantentechnologie eine langfristige Messstabilität garantieren. Quantensensoren eignen sich für den Einsatz in Satelliten besonders, weil sie dauerhaft genaue Messergebnisse liefern können, hohe Leistung auf wenig Raum erbringen, und wenig wiegen. Die Satelliten können dadurch jahrelang präzise ihre Position halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Starke Partnerschaft aus Industrie und Forschung</strong><br>Die Entwicklung europäischer Quantensensoren soll die Unabhängigkeit vom Weltmarkt stärken. Q.ANT leitet die Entwicklungspartnerschaft, entwickelt das Gesamtkonzept des Sensors und ist für die Integration der verschiedenen Komponenten verantwortlich. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einer präzisen und stabilen Ausrichtung der Sensorkomponenten untereinander, um die Funktionsfähigkeit im Satelliten zu gewährleisten. &#8222;Mit unserem Sensor wollen wir vereinfacht gesagt den Gleichgewichtssinn des Satelliten verbessern&#8220;, sagt Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. Das deutsche Quantentechnologie-Start-up mit Sitz in Stuttgart liefert zudem elektronische Schlüsselkomponenten wie eine sehr rauscharme Detektionseinheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bosch-Forschung entwickelt eine miniaturisierte, weltraumtaugliche Messzelle. „Die Messzelle ist das Herzstück des Quantensensors“, sagt Thomas Kropf, Forschungschef von Bosch. Sie ist mit einem atomaren Gas befüllt, das mit Laserstrahlen und Magnetfeldern zu einer Kreiselbewegung der Atome angeregt wird. Die gemessene Drehgeschwindigkeit der Kreiselbewegung ändert sich durch die Drehung des Sensors und gibt damit hochpräzise Rückschlüsse über Lageänderung des Satelliten und ermöglicht damit eine genauere Lagekontrolle. „Wir freuen uns, dass wir unsere Expertise im Bereich Quantensensoren in das Projekt einbringen und damit die Erfolgsgeschichte der MEMS (Micro-electro-mechanical Systems) Sensorik bei Bosch fortschreiben können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Uber TRUMPF</strong><br>TRUMPF bringt gleich von zwei deutschen Standorten sein Laser-Knowhow ein. Die Miniaturlaserdioden entstehen bei TRUMPF Photonic Components in Ulm, und werden bislang zum Beispiel Smartphones und in industriellen optischen Sensoren eingesetzt. Gemeinsam mit dem Ferdinand-Braun Institut werden die robusten Strahlquellen nun für den Einsatz in der Quantentechnologie und im Weltraum entwickelt. „Die Zukunft für unsere Minilaser ist vielversprechend und eröffnet viele neue Anwendungen. Mit dem Förderprojekt stärken wir einmal mehr den Photonik-Standort Deutschland. Viele Zukunftstechnologien profitieren von dem Knowhow und unserer hochmodernen Produktion, welche wir über Jahre aufgebaut haben“, sagt Berthold Schmidt, CEO bei TRUMPF Photonic Components. Der TRUMPF Standort in Berlin ist spezialisiert auf Lösungen in den Bereichen Sensorik, Laser- und Quantentechnologie. Dort werden die Lichtquellen aus Ulm mit neuartiger Aufbau- und Automatisierungstechnik in robusten, miniaturisierten Gehäusen mit weiterer Messtechnik integriert und temperaturstabilisiert, sodass sie den anspruchsvollen Bedingungen im Weltall standhalten. Das Galileo Kompetenzzentrum im DLR ist für alle weltraumrelevanten Aspekte verantwortlich. Es stellt die Weltraumtauglichkeit sicher und ist für die Implementierung, den Transport und den Betrieb des Satelliten zuständig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt QYRO im Rahmen der Fördermaßnahme „Leuchtturmprojekte der quantenbasierten Messtechnik zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3365.msg536800#msg536800" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">DLR</a></li></ul>
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		<title>Wenn die Zeit vorwärts und zugleich rückwärts fließt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wenn-die-zeit-vorwaerts-und-zugleich-rueckwaerts-fliesst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 18:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Teilchenphysik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zeitumkehr in der Quantenmechanik: Systeme können sich simultan in zwei – auch entgegengesetzte – Richtungen entwickeln. Eine Pressemitteilung der Universität Wien. Quelle: Universität Wien. 26. November 2021 &#8211; Ein Team von Physiker*innen der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit Wissenschaftler*innen aus Bristol und von den Balearen hat gezeigt, wie sich Quantensysteme [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Zeitumkehr in der Quantenmechanik: Systeme können sich simultan in zwei – auch entgegengesetzte – Richtungen entwickeln. Eine Pressemitteilung der Universität Wien.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Wien.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/QuantenCAloopVisualScienceUniWienInstitutfuerQuantenoptikuQuanteninformationderOEAW.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/QuantenCAloopVisualScienceUniWienInstitutfuerQuantenoptikuQuanteninformationderOEAW26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung eines Gondoliere, der in einer Quantenüberlagerung von Zeitflüssen gefangen ist. (Bild: Aloop Visual &amp; Science, Universität Wien, Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">26. November 2021 &#8211; Ein Team von Physiker*innen der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit Wissenschaftler*innen aus Bristol und von den Balearen hat gezeigt, wie sich Quantensysteme gleichzeitig entlang zweier entgegengesetzter Zeitpfeile (vorwärts und rückwärts in der Zeit) entwickeln können. Die Studie wurde in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Communications Physics veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorwärts und rückwärts fließende Zeitflüsse</strong><br>Bei der Betrachtung von Himmelsbewegungen entsteht oft ein Gefühl der Ewigkeit, das uns zu der Frage verleiten könnte, ob die Zeit wirklich existiert. Blicken wir hingegen auf unser tägliches Leben, werden alle Zweifel ausgeräumt: Die Zeit existiert und bewegt sich vorwärts. Diese scheinbare Gewissheit ergibt sich aus der Tatsache, dass die meisten makroskopischen physikalischen Phänomene immer nur in einer Richtung ablaufen können. Nehmen wir zum Beispiel die Abfolge unserer morgendlichen Routine: Würde man uns zeigen, wie unsere Zahnpasta von der Zahnbürste zurück in die Tube wandert, wüssten wir zweifelsfrei, dass man uns gerade eine Aufzeichnung unseres Tages im Rücklauf zeigt. In der Physik ist diese Neigung bestimmter Phänomene, sich nur in eine Richtung zu entwickeln, mit der Erzeugung von &#8222;Entropie&#8220; verbunden, einer physikalischen Größe, die den Grad der Unordnung in einem System definiert. In der Natur neigen Prozesse dazu, sich spontan von Zuständen mit weniger Unordnung zu Zuständen mit mehr Unordnung zu entwickeln, und diese Tendenz kann zur Identifizierung eines Zeitpfeils verwendet werden. Wenn also ein Phänomen eine große Menge an Entropie erzeugt, ist die Beobachtung seiner zeitlichen Umkehrung so unwahrscheinlich, dass sie praktisch unmöglich ist. Wenn die erzeugte Entropie jedoch klein genug ist, besteht eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, dass die Zeitumkehr eines Phänomens auf natürliche Weise erfolgt. Denken wir an das Beispiel mit der Zahnpasta zurück: Wenn wir die Tube nur leicht zusammendrücken und nur ein sehr kleiner Teil der Zahnpasta herauskommt, wäre es gar nicht so unwahrscheinlich, dass diese durch die Dekompression der Tube wieder in diese zurück gesaugt wird. Wird die Tube hingegen stärker zusammengedrückt, breitet sich die Zahnpasta unumkehrbar aus, so dass man sich sehr viel mehr anstrengen muss, um die gesamte Zahnpasta wieder in die Tube zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Grenze zwischen &#8222;vorwärts&#8220; und &#8222;rückwärts&#8220; verschwimmt in der Quantenmechanik</strong><br>Ein Team von Physiker*innen der Universität Wien und des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Leitung von Časlav Brukner sowie Kolleg*innen aus Bristol und den Balearen hat diese Idee auf den Quantenbereich angewandt. Die Forschenden versuchten, dadurch ein tieferes Verständnis dafür zu erlangen, wie Zeit in diesem Regime fließt. Eine der Besonderheiten der Quantenwelt ist das Prinzip der Quantensuperposition, das besagt, dass, wenn zwei Zustände eines Quantensystems möglich sind, dieses System auch in beiden Zuständen zugleich sein kann. Blickt man auf das System zurück, das sich in die eine oder andere zeitliche Richtung entwickelt (die Zahnpasta, die aus der Tube kommt oder wieder in die Tube zurückwandert), so folgt daraus, dass sich Quantensysteme auch zugleich in beide zeitliche Richtungen entwickeln können. Obwohl dieser Gedanke in Bezug auf unsere alltägliche Erfahrung eher unsinnig erscheint, beruhen die Gesetze des Universums auf ihrer grundlegendsten Ebene auf quantenmechanischen Prinzipien. Dies wirft die Frage auf, warum wir in der Natur nie auf solche Überlagerungen von Zeitflüssen stoßen. &#8222;In unserer Arbeit haben wir die Entropie quantifiziert, die von einem System erzeugt wird, das sich in Quantensuperposition von Prozessen mit entgegengesetzten Zeitpfeilen entwickelt. Wir fanden heraus, dass dies meist dazu führt, dass das System auf eine genau definierte Zeitrichtung projiziert wird, die dem wahrscheinlichsten Prozess der beiden Prozesse entspricht&#8220;, erklärt Gonzalo Manzano, ein Mitautor der Studie. Und doch kann man, wenn Entropie nur in geringem Ausmaß im Spiel ist (z. B. wenn so wenig Zahnpasta aus der Tube gedrückt wird, dass man sehen kann, wie sie wieder in die Tube zurückgesaugt wird), physikalisch beobachten, welche Folgen es hat, wenn sich das System gleichzeitig in der Vorwärts- und in der Rückwärtsrichtung der Zeit entwickelt. Wie Giulia Rubino, Hauptautorin der Veröffentlichung, betont, &#8222;wird die Zeit zwar oft als kontinuierlich zunehmender Parameter behandelt, doch unsere Studie zeigt, dass die Gesetze, die den Zeitfluss in quantenmechanischen Zusammenhängen regeln, viel komplexer sind. Dies könnte darauf hindeuten, dass wir die Art und Weise, wie wir diese Größe dort darstellen, wo Quantengesetze eine entscheidende Rolle spielen, überdenken müssen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation</strong><br>Quantum superposition of thermodynamic evolutions with opposing time’s arrows, G. Rubino, G. Manzano and C. Brukner. Communications Physics (2021).<br>DOI: 10.1038/s42005-021-00759-1<br><a href="https://www.nature.com/articles/s42005-021-00759-1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s42005-021-00759-1</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s42005-021-00759-1.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s42005-021-00759-1.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=949.msg523479#msg523479" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kosmologie</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/wenn-die-zeit-vorwaerts-und-zugleich-rueckwaerts-fliesst/" data-wpel-link="internal">Wenn die Zeit vorwärts und zugleich rückwärts fließt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<title>ECDF: Quantenspeicher auf Satelliten für Quanteninternet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ecdf-speicherbausteine-auf-satelliten-fuer-quanteninternet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2021 16:56:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Um das Quanteninternet zu ermöglichen, schlagen Forscher*innen am Einstein Center Digital Future (ECDF), am DLR-Institut für Optische Sensorsysteme (DLR-OS), der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und der University of Strathclyde (UoS) die Installation von Quantenspeicher- und &#8222;Quantenrepeater&#8220;-Stationen in einer erdnahen Umlaufbahn im Weltraum vor. Eine Medieninformation des ECDF. Quelle: ECDF. 30. August 2021 &#8211; Diese neue [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Um das Quanteninternet zu ermöglichen, schlagen Forscher*innen am Einstein Center Digital Future (ECDF), am DLR-Institut für Optische Sensorsysteme (DLR-OS), der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und der University of Strathclyde (UoS) die Installation von Quantenspeicher- und &#8222;Quantenrepeater&#8220;-Stationen in einer erdnahen Umlaufbahn im Weltraum vor. Eine Medieninformation des ECDF.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ECDF.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AzrurinSpaceDLRCCBY30.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AzrurinSpaceDLRCCBY3026.jpg" alt=""/></a><figcaption>Satellit über der Erde &#8211; Illustration. (Bild: DLR CC-BY 3.0)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">30. August 2021 &#8211; Diese neue Technologie ermöglicht potenziell eine um drei Größenordnungen schnellere Verschränkungsrate als die Quantenkommunikation per Satelliten ohne Quantenspeicher und kann darüber hinaus auch für die Überbrückung größerer Distanzen eingesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie legt nahe, dass Quantenspeicher (QS), (in denen Information gesichert werden) eingesetzt werden können, um die Nutzung hochsicherer Kommunikationstechnologie zu ermöglichen. Dies geschieht durch die Verbreitung der Quantenverschränkung, ein Phänomen, bei dem zwei Teilchen miteinander verbunden sind, auch über große Entfernungen hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">QS sind eine Schlüsseltechnologie zur Realisierung sogenannter Quantenrepeater mit denen Quantenverschränkung effizient über weite Entfernungen erzeugt werden kann. Die Forschungsarbeiten des Gemeinschaftsprojekts haben gezeigt, dass mit QS ausgestattete Satelliten Verschränkungsraten liefern, die um drei Größenordnungen höher liegen als die von glasfaserbasierten Quantenrepeatern oder Weltraumsystemen ohne QS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie wurde in der Zeitschrift npj Quantum Information veröffentlicht. Beteiligt waren auch die Technische Universität Berlin, das Institut für Optische Sensorsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR-OS) und das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit unserer Arbeit zeigen wir, dass die von uns vorgeschlagene Methode viel leistungsfähiger ist als die bisher diskutierten Verfahren der direkten Signalübertragung über Satelliten und wir identifizieren vielversprechende physikalische Systeme, mit denen sie umgesetzt werden kann. Quantenkommunikationsverbindungen werden die Grundlage des Quanteninternets bilden – dank Quantenrepeatern und weltraumgestützter Systeme ist die Technologie dann auch global einsetzbar“, erklärt Prof. Dr. Janik Wolters, ECDF-Professor für Physikalische Grundlagen der IT-Sicherheit am DLR-OS, die Forschungsergebnisse. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Glasfasern, die aufgrund der exponentiellen Signalverluste jenseits von einigen hundert Kilometern nicht realistisch einsetzbar sind. Diese Einschränkung wäre dank der neuen Technologie dann obsolet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret schlagen die Forscher*innen den Einsatz von Satelliten vor, die in einer erdnahen Umlaufbahn mit Quantenspeichern ausgestattet sind. Der Quantenspeicher konzentriert sich auf die Verteilung und Synchronisierung der Datenübertragung, die ansonsten zufällig stattfinden würde. „Dadurch erlaubt unser System atmosphärische Verluste in der optischen Signalübertragung besser auszugleichen und so die geheimen Schlüsselraten zu verbessern. Dies gilt übrigens nicht nur für Quantenkommunikation über Satelliten, sondern ganz allgemein für QKD-Protokolle“, so Wolters.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über das Einstein Center Digital Future (ECDF)</strong><br>Das ECDF ist ein interdisziplinäres Projekt der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin. Das Zentrum für Digitalisierungsforschung begreift sich als hochschulübergreifender Nukleus für die Erforschung und Förderung digitaler Strukturen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Das interdisziplinäre Projekt schafft am Standort Berlin mehr Verknüpfungen im Bereich der Digitalisierung, probiert neue Formen der Zusammenarbeit aus und konzentriert sich auf innovative interdisziplinäre Spitzenforschung. Das ECDF wurde im September 2016 von der Einstein Stiftung Berlin bewilligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>M. Gündoğan, J. Sidhu, V. Henderson, L. Mazzarella, J. Wolters, D.K.L. Oi und M. Krutzik, <a href="https://www.nature.com/articles/s41534-021-00460-9" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Proposal for space-borne quantum memories for global quantum networking</a>, npj Quantum Information 7, 128 </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg519032#msg519032" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg519033#msg519033" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Quantenkommunikation im Weltraum?</a></li></ul>
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		<title>Verschlüsselte Kommunikation mit Hilfe von Quantenprozessoren</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/verschluesselte-kommunikation-mit-hilfe-von-quantenprozessoren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 21:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
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		<category><![CDATA[INNOspace]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Physikteam der Universität Jena und des CiS Forschungsinstituts wird mit hochdotiertem Innovationspreis ausgezeichnet. Eine Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena. Abhörsichere Kommunikation ist eines der weltweit viel diskutierten Themen. Mit Hilfe neuartiger Quantentechnologien könnte die Sicherheit zukünftig erhöht werden. Dieser Thematik hat sich ein Forschungsteam um Dr. Tobias Vogl von der Friedrich-Schiller-Universität Jena angenommen. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Physikteam der Universität Jena und des CiS Forschungsinstituts wird mit hochdotiertem Innovationspreis ausgezeichnet. Eine Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FalkEilenbergerKimLammersTobiasVoglAnneGuentherUniJena2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FalkEilenbergerKimLammersTobiasVoglAnneGuentherUniJena26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Dr. Falk Eilenberger (l.), Kim Lammers (m.) und Dr. Tobias Vogl (r.) sind Teil des Gewinnerteams. (Bild: Anne Günther / Uni Jena)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Abhörsichere Kommunikation ist eines der weltweit viel diskutierten Themen. Mit Hilfe neuartiger Quantentechnologien könnte die Sicherheit zukünftig erhöht werden. Dieser Thematik hat sich ein Forschungsteam um Dr. Tobias Vogl von der Friedrich-Schiller-Universität Jena angenommen. Sein Projekt „QuVeKS – Quantenprozessoren für verschlüsselte Kommunikation mit Satelliten“ hat das Team beim diesjährigen Wettbewerb der Initiative „INNOspace“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eingereicht und damit den mit 400.000 Euro dotierten „INNOspace Masters Award“ der „DLR Challenge“ gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quantenarchitektur auf einem Chip</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Quantentechnologien bieten ein großes Potenzial und sind damit eine vielversprechende Zukunftsvision. „Die bisher erforschten Quantensysteme sind sehr anwendungsspezifisch. Sie lassen sich oft nicht vernetzen und sind nicht kompatibel“, merkt Tobias Vogl vom Institut für Angewandte Physik der Universität Jena über den aktuellen Entwicklungsstand an. Der Physiker befasst sich deshalb seit Beginn seiner Dissertation 2016 mit der Anwendung von Quantentechnologien. Nun hat das Forschungsteam einen entscheidenden Fortschritt gemacht. Gemeinsam mit dem CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH in Erfurt erarbeiten die Forschenden aus Jena einen universell einsetzbaren Quantenschaltkreis. Ihr Ziel ist es, die komplette Architektur der Quantenlogik – bestehend aus Quantenlichtquellen, Wellenleitertechnologie und Quantendetektoren – auf einem kompakten Chip zu vereinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Großes Zukunftspotenzial und vielfältige Einsatzmöglichkeiten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem großen Zukunftspotenzial ihres Projektes konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der „DLR Challenge“ überzeugen. Der Chip lässt sich frei programmieren und kann dadurch für verschiedenste Anwendungen eingesetzt werden. „Ein solcher Quantenschaltkreis kann etwa in der Quantenkryptografie verwendet werden und damit die Verschlüsselung von Kommunikation sicherer und besser machen“, erläutert Vogl. Denn Quantenzustände können weder kopiert noch exakt ausgelesen werden, ergänzt sein Kollege Dr. Falk Eilenberger. „Ein solcher Quantenschaltkreis könnte zukünftig für die verschlüsselte Kommunikation von und mit Satelliten eingesetzt werden“, veranschaulicht Tobias Vogl und betont die erhöhte Leistungsfähigkeit, die ein Quantenschaltkreis mit sich bringt. Der Chip kann auch als physikalisch sicherer Zufallsgenerator genutzt werden, nennt der Jenaer Physiker ein weiteres potenzielles Einsatzgebiet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Projektteam gehören neben Dr. Tobias Vogl auch Kim Lammers, Dr. Falk Eilenberger und Prof. Dr. Stefan Nolte vom Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF. Ergänzt wird das Team durch Dr. Martin Jahn und Dr. Christian Möller vom CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Preisgeld in Höhe von 400.000 Euro wird das Forschungsteam in die weitere Entwicklung ihres Vorhabens fließen lassen. Neben den laufenden Kosten für die Forschung sollen zudem Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden geschaffen werden. Die Auszeichnung bestätigt auch die kürzlich getroffene Entscheidung, den „Quantum Hub Thüringen“ zu gründen, um den Standort zu einem wichtigen Zentrum der Quantenforschung und –industrie zu entwickeln. „Die gute Vernetzung innerhalb Thüringens hat maßgeblich zum Erfolg des Projektes beigetragen“, so Vogl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über den INNOspace Masters Award</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der INNOspace Masters Award wird jährlich von der Initiative INNOspace des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vergeben. Der Preis zeichnet innovative Ideen und Konzepte aus, die Technologien, Prozesse und Anwendungen verbessern, basierend auf Wissens- und Technologietransfer durch den Austausch von Wissen zwischen der Raumfahrt und anderen Bereichen.<br>In diesem Jahr wurden Themen der digitalen Nachhaltigkeit und der Sicherheit im All (etwa sichere Kommunikationsservices, Schutz vor Cyber-Attacken) sowie ressourcensparende Ansätze im All und auf der Erde gesucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg519032#msg519032" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3306.msg519032#msg519032" target="_blank" rel="noopener">Quantenkommunikation im Weltraum?</a></a></li></ul>
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		<item>
		<title>Hohe Drücke lassen Wasserstoff-Varianten kollabieren</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hohe-druecke-lassen-wasserstoff-varianten-kollabieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter]]></category>
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		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bayreuth]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserstoff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bayreuther Forschungsteam: Hohe Drücke lassen Wasserstoff-Varianten kollabieren. Wasserstoff existiert als gasförmige Verbindung zweier Wasserstoff-Atome (H2). Unter normalen Laborbedingungen kommt H2 in den Varianten „Orthowasserstoff&#8220; und „Parawasserstoff&#8220; vor. Bisher war es eine offene Frage, wie sich diese Varianten unter sehr hohen Drücken verhalten. Eine Pressemitteilung der Universität Bayreuth. Quelle: Universität Bayreuth. Forscher*innen der Universität Bayreuth haben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bayreuther Forschungsteam: Hohe Drücke lassen Wasserstoff-Varianten kollabieren. Wasserstoff existiert als gasförmige Verbindung zweier Wasserstoff-Atome (H<sub>2</sub>). Unter normalen Laborbedingungen kommt H<sub>2</sub> in den Varianten „Orthowasserstoff&#8220; und „Parawasserstoff&#8220; vor. Bisher war es eine offene Frage, wie sich diese Varianten unter sehr hohen Drücken verhalten. Eine Pressemitteilung der Universität Bayreuth.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Bayreuth.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/HLMizochpupdorni260.jpg" alt=""/><figcaption>Valenzstrichformel des Wasserstoffmoleküls<br>(Bild: Lukáš Mižoch &#8211; gemeinfrei)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher*innen der Universität Bayreuth haben jetzt die Antwort gefunden: Sowohl Ortho- als auch Parawasserstoff werden unter hohen Drücken instabil und hören auf, als unterscheidbare Zustände zu existieren. Die in „Nature Communication&#8220; vorgestellten Forschungsergebnisse erweitern das physikalische Verständnis grundlegender quantenmechanischer Prozesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Zustände des molekularen Wasserstoffs, Ortho- und Parawasserstoff, werden in der Forschung als Spin-Isomere bezeichnet. Sie haben die gleiche chemische Struktur, unterscheiden sich aber durch die Weise, wie sich die Kerne der in einem H<sub>2</sub>-Molekül verbundenen „Zwillings-Atome&#8220; hinsichtlich ihrer Drehimpulse zueinander verhalten. Daraus ergeben sich verschiedene physikalische Eigenschaften der Spin-Isomere, beispielsweise Unterschiede hinsichtlich der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit. Die Frage, ob die Spin-Isomere auch unter sehr hohen Drücken koexistieren, ist für die Planetenforschung und auch für die Grundlagen der Quantenmechanik von großem Interesse. Gasriesen wie der Jupiter enthalten große Mengen gasförmigen Wasserstoffs. In diesen Planeten sind die H<sub>2</sub>-Moleküle einem Kompressionsdruck ausgesetzt, der viele hundert Mal höher ist als in der Erdatmosphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Würden die beiden Spin-Isomere in Gasriesen koexistieren und sich ungefähr gleichmäßig verteilen, ließen sich daraus wichtige Rückschlüsse auf die Magnetfelder dieser Planeten und deren Stabilität ableiten. Doch in unserer Studie ist uns jetzt erstmals der Nachweis gelungen, dass Ortho- und Parawasserstoff durch derart hohe Kompressionsdrücke destabilisiert werden. Ihre jeweils charakteristischen Eigenschaften gehen bei rund 70 Gigapascal verloren. Dieser Nachweis kann unser Verständnis quantenmechanischer Prozesse erheblich erweitern&#8220;, sagt der Erstautor und Physiker Dr. Thomas Meier von der Universität Bayreuth.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der jetzt in „Nature Communications&#8220; veröffentlichten Studie haben zwei Forschungseinrichtungen der Universität Bayreuth miteinander kooperiert: das Labor für Kristallographie und das Bayerische Geoinstitut (BGI). Entscheidend für den Erfolg war ein Verfahren, das die geo- und materialwissenschaftliche Hochdruckforschung mit der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) kombiniert. Für die Entwicklung dieses Verfahrens, die Hochdruck-Kernresonanzspektroskopie, wurde das BGI im Jahr 2018 als Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen&#8220; geehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Veröffentlichung:</strong><br>T. Meier, D. Laniel, M. Pena-Alvarez, F. Trybel, S. Khandarkhaeva, A. Krupp, J. Jacobs, N. Dubrovinskaia, L. Dubrovinsky: <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-020-19927-y" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nuclear spin coupling crossover in dense molecular hydrogen</a>. Nature Communications (2020), 11, 1-7.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=902.msg497568#msg497568" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Jupiter</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Neue Grenzen der Gravitationsphysik?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neue-grenzen-der-gravitationsphysik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 10:28:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitation]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>
		<category><![CDATA[Relativitätstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In welchem Verhältnis die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) zu der Quantenphysik steht, lässt sich vielleicht am sinnvollsten anhand der Messung der durch den gravitativen Einfluss eines Körpers verursachten Raumkrümmung verstehen. Vielleicht eröffnet sich durch eine hochpräzise Messung der Ablenkung des Lichts darüber hinaus jetzt auch ein Weg, die beiden allumfassenden Theorien langfristig zu verschmelzen. Die Beschreibung [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">In welchem Verhältnis die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) zu der Quantenphysik steht, lässt sich vielleicht am sinnvollsten anhand der Messung der durch den gravitativen Einfluss eines Körpers verursachten Raumkrümmung verstehen. Vielleicht eröffnet sich durch eine hochpräzise Messung der Ablenkung des Lichts darüber hinaus jetzt auch ein Weg, die beiden allumfassenden Theorien langfristig zu verschmelzen. Die Beschreibung der Welt durch eine einzige Theorie (der „Weltformel“, oder die „Theorie von Allem“) ist ein Gedanke, der Physiker seit Generationen umtreibt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Lars-C. Depka. Quelle: Kopeikin,Fomalont &amp; Benson für VLBA Ergebnisse; Lars-C. Depka.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das ist nicht ohne Grund: Denn in ihren philosophischen Grundzügen sind Quantenmechanik (QM) und ART grundverschieden, obschon die Welt, die sie beschreiben, dieselbe ist. Bislang liegen außerhalb kosmologischer Beobachtungen keinerlei Möglichkeiten vor, eine derartige Theorie oder die Chancen zu ihrer Verknüpfung, zu überprüfen. Und dennoch existiert interdisziplinär im Rahmen des Reduktionismus eine nicht unwesentliche Überzeugung der möglichen Rückführung sämtlicher physikalischer Vorgänge auf ein einziges Grundprinzip. 
<br>
Verkürzt betrachtet, lässt sich das Problem der Unvereinbarkeit beider Theorien aus folgendem Blickwinkel beleuchten: Von ihrem Grundprinzip weicht die Quantenmechanik nicht ab. Zwischen den Teilchen der reellen Welt (wie Quarks und Elektronen) interagieren Wechselwirkungsteilchen wie Gluonen und Photonen, die Kräfte zwischen ihnen übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe der Quantenmechanik lässt sich so auch verhältnismäßig zwanglos das Phänomen der Fernwirkungskräfte eines Magneten erklären, wenn er beispielsweise eine Schraube anzieht. Solche Austauschprozesse lassen sich zwar nur näherungsweise, allerdings recht anschaulich innerhalb eines sogenannten Feynman-Diagramms (einer Art Zeit-Ort-Diagramm) darstellen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den vier physikalischen Grundkräften lassen sich die elektromagnetische Wechselwirkung, die starke und die schwache Wechselwirkung mit Hilfe eines Zeit-Ort-Diagramms darstellen. Einzig die Gravitation bildet eine Ausnahme. Von ihrem Grundsatz her unterscheidet sich die Gravitation elementar von den anderen Grundkräften und lässt sich vor diesem Hintergrund nicht in die Quantenmechanik integrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings wird sie en détail durch die ART beschrieben. Im entscheidenden Unterschied zur QM existieren in der ART ungeachtet dessen aber keine kraftübertragenen Wechselwirkungsteilchen. Vielmehr beschreibt die ART einen grundsätzlich geradlinigen Verlauf von Materie durch Raum und Zeit, der in der Nähe von Massen jedoch zur Masse hin verzerrt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergleicht man die Rahmenbedingungen beider Theorien, treten die Unterschiede noch deutlicher zu Tage. In der jüngeren Vergangenheit wurde oftmals versucht, den Grundgedanken der Quantenmechanik auf die Gravitation zu übertragen und ihre Natur durch die Einführung eines (höchsthypothetischen) Wechselwirkungsteilchens namens Graviton zu erklären, dessen experimenteller Nachweis allerdings bislang weitestgehend außerhalb des Möglichen liegt. Desweiteren setzt die Existenz eines solchen Gravitons parallel eine Art Leinwand voraus, so wie jeder Kinofilm eine solche benötigt, um vom Publikum gesehen zu werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/16102009122856_small_1.jpg" alt="NASA" width="359" height="331"/><figcaption>
Die ART beschreibt die Gravitation als eine Geometrie der Raumzeit. Je weiter sich der Raum von einem Massezentrum entfernt, umso „flacher“ ist er und Zeit läuft „normal“ ab. Die Krümmung des Raums nimmt zum Massezentrum hin zu und auch die Zeit läuft langsamer ab, je stärker man sich beispielsweise einem Stern nähert. Doch die Messung der Raumkrümmung gestaltet sich schwierig. Durch Einsatz des VLBA wurde die durch die Sonnengravitation hervorgerufene Raumkrümmung ermittelt, eine Technik, die quantenphysikalisch an Bedeutung gewinnen kann.    
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als Hintergrundmetrik – oder Leinwand – des Gravitons fungieren in diesem Zusammenhang die Koordinaten des Feyman-Diagrams. Also Raum und Zeit. In der ART geht es vom Grundsatz her aber nicht um den Kinofilm, denn die Leinwand als solche ist gebogen. Die verursachende Schwerkraft soll in der Quantenmechanik durch den Austausch eines Teilchen erklärt werden, das sich durch Raum und Zeit bewegt. Die ART hingegen erklärt die Gravitation eben durch genau diese Krümmung der Raum-Zeit. Dieser definitionsbedingte Widerspruch ist nicht nur offensichtlich, sondern als prinzipiell zu betrachten, was es in letzter Konsequenz bisher unmöglich macht, beide Theorien schlüssig miteinander zu vereinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen innovativen Ansatz, den astrophysikalischen gordischen Knoten zu durchschneiden, kann vielleicht ein Projekt des Very Long Baseline Array (VLBA) bieten, durch das die durch die Gravitation der Sonne hervorgerufene Beugung des (Sternen)Lichts, respektive die scheinbare Position der emittierenden Objekte ermittelt wird, ein Phänomen, welches ja auch schon zu Zeiten Albert Einsteins in seiner ART 1916 vorausgesagt und während der Sonnenfinsternis 1919 verifiziert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seither sind in 90 Jahren eine Vielzahl von Messungen dieses beobachtbaren Effekts erfolgt, bei dem die Raumkrümmung bzw. die gravitativ bedingte Ablenkung des Lichts als ein Parameter „gamma“ klassifiziert wird und der nach der ART einem Wert von 1,0 entsprechen soll. Da selbst schon eine Abweichung im Millionstelbereich von diesem Gammawert tiefgreifende Auswirkungen hinsichtlich des Vereinigungszieles der beiden Theorien nach sich zieht, liegt die Notwendigkeit hochexakter Messdaten unabweisbar auf der Hand. Die vor diesem Hintergrund geforderten hochpräzisen Positionsmessungen sollen nun durch den Einsatz des VLBA erreicht werden, eines kontinentüberspannenden Systems von Radioteleskopen, dass sich von Hawaii bis zu den Jungfraueninseln erstreckt. Und die ersten Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen: Als Gammawert wird aktuell 0,9998 +/- 0,003 erhoben, eine Zahl in erfreulicher Nähe des in der ART postulierten Wertes von 1,0. Gleichwohl ist eine weitergehende Näherung des derzeitigen Gammawertes an den „Sollzustand“ der ART von zentraler Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Cassini hat sich zwischenzeitlich an Messreihen beteiligt, mit deren Hilfe die Genauigkeit des fundamentalen Werts der allermeisten Gravitationstheorien (einschließlich der ART) um den Faktor vier gesteigert werden soll. Allerdings zeichnet sich bis dato auch durch den Einsatz der Raumsonde noch kein Ergebnis ab, welches von allen astrophysikalischen Projektgruppen gleichermaßen geteilt wird. Die Weltformel lässt also wohl noch etwas auf sich warten, und mit ihr auch die Überbrückung der Dualität unseres Weltverständnisses, die sich, wie zuvor erwähnt, eben auch auf die Quanten- und Feldtheorie erstreckt. Als Zwischenlösung, die versucht die Gegensätzlichkeit der Quanten- und Feldtheorie zu überlisten, bietet die Stringtheorie trotz ihrer mitunter unorthodoxer Ansätze, das vielleicht größte Entwicklungspotential. </p>
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