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	<title>Radialgeschwindigkeitsmethode &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Radialgeschwindigkeitsmethode &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>ESO: Exoplaneten mit der halben Masse der Venus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2021 12:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile neue Erkenntnisse über Planeten um den nahen Stern L 98-59 gewonnen, die denen des inneren Sonnensystems ähneln. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON). Quelle: ESON. 5. August 2021 &#8211; Zu den Entdeckungen gehört ein Planet mit [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Eine Gruppe von Astronomen hat mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile neue Erkenntnisse über Planeten um den nahen Stern L 98-59 gewonnen, die denen des inneren Sonnensystems ähneln. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESON.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2112aESOMKornmesser2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2112aESOMKornmesser60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese künstlerische Darstellung zeigt L 98-59b, einen der Planeten des 35 Lichtjahre entfernten Systems L 98-59. Das System enthält vier bestätigte Gesteinsplaneten und einen potenziellen fünften Planeten, der am weitesten vom Stern entfernt und noch unbestätigt ist.<br>Im Jahr 2021 nutzten Astronomen Daten des Echelle SPectrograph for Rocky Exoplanets and Stable Spectroscopic Observations (ESPRESSO) am VLT der ESO, um die Masse von L 98-59b zu messen, und fanden heraus, dass sie halb so groß ist wie die der Venus. Damit ist er der leichteste Planet, der bisher mit der Radialgeschwindigkeitsmethode vermessen wurde. (Bild: ESO/M. Kornmesser)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">5. August 2021 &#8211; Zu den Entdeckungen gehört ein Planet mit der halben Masse der Venus &#8211; der leichteste Exoplanet, der je mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gemessen wurde. Zusätzlich befindet sich in dem Planetensystem eine Wasserwelt und ein weiterer möglicher Planet in der sogenannten habitablen Zone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Der Planet in der bewohnbaren Zone könnte eine Atmosphäre haben, die Leben schützen und ermöglichen könnte</em>“, sagt María Rosa Zapatero Osorio, Astronomin am Zentrum für Astrobiologie in Madrid, Spanien, und eine der Autorinnen der heute in <em>Astronomy &amp; Astrophysics</em> veröffentlichten Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt auf der Suche nach Leben auf erdgroßen Planeten außerhalb des Sonnensystems. Die Entdeckung von Biosignaturen auf einem Exoplaneten hängt von der Fähigkeit ab, seine Atmosphäre zu untersuchen, aber die derzeitigen Teleskope sind nicht groß genug, um die für kleine Gesteinsplaneten erforderliche Auflösung zu erreichen. Das neu untersuchte Planetensystem, das nach seinem Stern L 98-59 benannt ist, ist ein attraktives Ziel für zukünftige Beobachtungen von Exoplanetenatmosphären. Es umkreist einen nur 35 Lichtjahre entfernten Stern und beherbergt nach bisherigen Erkenntnissen Gesteinsplaneten wie die Erde oder die Venus, die dem Stern nahe genug sind, um warm zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe des <a href="https://www.eso.org/public/teles-instr/paranal-observatory/vlt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">VLT</a> der ESO gelang es dem Team herauszufinden, dass drei der Planeten möglicherweise Wasser in ihrem Inneren oder in ihrer Atmosphäre enthalten. Die beiden Planeten im System L 98-59, die dem Stern am nächsten sind, sind wahrscheinlich trocken, könnten aber kleine Mengen Wasser enthalten, während der dritte Planet bis zu 30 % aus Wasser bestehen könnte und damit eine Wasserwelt wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus entdeckte das Team „versteckte“ Exoplaneten, die zuvor in diesem Planetensystem noch nicht gesichtet worden waren. Sie fanden einen vierten Planeten und vermuten, dass es einen fünften gibt, der sich in einer Zone befindet, die den richtigen Abstand zum Stern hat, damit auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser existieren kann. „<em>Wir haben Hinweise auf die Anwesenheit eines erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone dieses Systems</em>“, erklärt Olivier Demangeon, Forscher am Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço der Universität Porto in Portugal und Hauptautor der neuen Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie stellt einen technischen Durchbruch dar, da die Astronomen mithilfe der <a href="https://youtu.be/UyiCEtfp0Gk" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Radialgeschwindigkeitsmethode</a> feststellen konnten, dass der innerste Planet des Systems nur die Hälfte der Masse der Venus hat. Damit ist er der leichteste Exoplanet, der jemals mit dieser Technik gemessen wurde, die das Wackeln des Sterns ermittelt, das durch die winzige Gravitationskraft der ihn umkreisenden Planeten verursacht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Untersuchung von L 98-59 verwendete das Team den Echelle SPectrograph for Rocky Exoplanets and Stable Spectroscopic Observations (<a href="https://www.eso.org/public/teles-instr/paranal-observatory/vlt/vlt-instr/espresso/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">ESPRESSO</a>) am VLT der ESO. „<em>Ohne die Präzision und Stabilität von ESPRESSO wäre diese Messung nicht möglich gewesen</em>“, sagt Zapatero Osorio. „<em>Dies ist ein Schritt nach vorn bei der Bestimmung der Massen von kleinen Planeten außerhalb des Sonnensystems</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen entdeckten drei der Planeten von L 98-59 erstmals im Jahr 2019 mit Hilfe des <a href="https://science.nasa.gov/mission/tess/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS)</a> der NASA. Dieser Satellit stützt sich auf eine Technik, die <a href="https://youtu.be/6GJaNJpoiBo" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Transitmethode</a> genannt wird. Dabei wird die durch einen vorbeiziehenden Planeten verursachte Lichtschwächung des Sterns genutzt, um die Planeten zu finden und ihre Eigenschaften wie ihre Größe zu bestimmen. Doch erst durch die Hinzunahme von Radialgeschwindigkeitsmessungen, die mit ESPRESSO und seinem Vorgänger, dem High Accuracy Radial velocity Planet Searcher (<a href="https://www.eso.org/public/teles-instr/lasilla/36/harps/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">HARPS</a>) am <a href="https://www.eso.org/public/teles-instr/lasilla/36/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">3,6-Meter-Teleskop der ESO</a> auf La Silla, durchgeführt wurden, fanden Demangeon und sein Team weitere Planeten und konnten die Massen und Radien der ersten drei messen. „<em>Wenn wir wissen wollen, woraus ein Planet besteht, brauchen wir mindestens seine Masse und seinen Radius</em>“, erklärt Demangeon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team hofft, das System mit dem kommenden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/James-Webb-Weltraumteleskop" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">James-Webb-Weltraumteleskop (JWST)</a> der NASA/ESA/CSA weiter untersuchen zu können, während das Extremely Large Telescope (<a href="https://elt.eso.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">ELT</a>) der ESO, das derzeit in der chilenischen Atacama-Wüste gebaut wird und 2027 mit den Beobachtungen beginnen soll, ebenfalls ideal für die Untersuchung dieser Planeten sein wird. „<em>Das <a href="https://elt.eso.org/instrument/HIRES/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">HIRES</a>-Instrument am ELT könnte möglicherweise die Atmosphären einiger Planeten des Systems L 98-59 untersuchen und damit das JWST vom Boden aus ergänzen</em>“, sagt Zapatero Osorio.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Dieses System ist ein Vorbote dessen, was noch kommen wird</em>“, fügt Demangeon hinzu. „<em>Die Menschheit ist seit der Geburt der Astronomie auf der Jagd nach terrestrischen Planeten. Jetzt kommen wir endlich der Entdeckung eines solchen Planeten, der sich in der bewohnbaren Zone seines Sterns befindet und dessen Atmosphäre wir untersuchen können, immer näher.</em>“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2112bESOLCalcadaMKornmesserAcknODemangeon2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2112bESOLCalcadaMKornmesserAcknODemangeon60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese Illustration zeigt einen Vergleich zwischen dem Exoplanetensystem L 98-59 (oben) und einem Teil des inneren Sonnensystems (Merkur, Venus und Erde) und verdeutlicht die Ähnlichkeiten zwischen beiden.<br>L 98-59 enthält vier bestätigte Gesteinsplaneten (oben farblich markiert), die einen 35 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern umkreisen. Der Planet, der dem Stern am nächsten ist, hat etwa die halbe Masse der Venus und ist damit der leichteste Exoplanet, der jemals mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt wurde. Bis zu 30 % der Masse des dritten Planeten könnten aus Wasser bestehen, so dass es sich um eine Ozeanwelt handeln könnte. Die Existenz des vierten Planeten wurde bestätigt, doch sind seine Masse und sein Radius noch nicht bekannt (seine mögliche Größe ist durch eine gestrichelte Linie gekennzeichnet). Das Team fand auch Hinweise auf einen möglichen fünften Planeten, der am weitesten vom Stern entfernt ist, über den das Team jedoch nur wenig weiß. Sollte er sich bestätigen, würde er in der habitablen Zone des Systems liegen, wo flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche existieren könnte.<br>Die Entfernungen innerhalb der Planetensysteme in der Infografik sind nicht maßstabsgetreu. Das Diagramm wurde so skaliert, dass die habitablen Zonen sowohl im Sonnensystem als auch bei L 98-59 übereinstimmen. Wie aus der Abbildung hervorgeht, die auch eine Temperaturskala (in Kelvin [K]) enthält, erhalten die Erde und der fünfte (unbestätigte) Planet in L 98-59 ähnliche Mengen an Licht und Wärme von ihren jeweiligen Sternen. Unter der Annahme, dass ihre Atmosphären ähnlich sind, hätte dieser fünfte Planet eine ähnliche durchschnittliche Oberflächentemperatur wie die Erde und würde flüssiges Wasser an seiner Oberfläche tragen können. (Bild: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser (Acknowledgment: O. Demangeon))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Forschungsergebnisse wurden in einem Artikel mit dem Titel „A warm terrestrial planet with half the mass of Venus transiting a nearby star“ (Ein warmer terrestrischer Planet mit der halben Masse der Venus, der einen nahen Stern umkreist) vorgestellt, der in der Zeitschrift<em> Astronomy &amp; Astrophysics</em> erscheint (DOI: 10.1051/0004-6361/202140728).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team besteht aus Olivier D. S. Demangeon (Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço, Universidade do Porto, Portugal [IA/UPorto], Centro de Astrofísica da Universidade do Porto, Portugal [CAUP] und Departamento de Física e Astronomia, Faculdade de Ciências, Universidade do Porto, Portugal [FCUP]), M. R. Zapatero Osorio (Centro de Astrobiología, Madrid, Spanien [CSIC-INTA]), Y. Alibert (Physikalisches Institut, Universität Bern, Schweiz [Bern]), S. C. C. Barros (IA/UPorto, CAUP und FCUP), V. Adibekyan (IA/UPorto, CAUP und FCUP), H. M. Tabernero (IA/UPorto und CAUP), A. Antoniadis-Karnavas (IA/UPorto &amp; FCUP), J. D. Camacho (IA/UPorto &amp; FCUP), A. Suárez Mascareño (Instituto de Astrofísica de Canarias, Tenerife, Spanien [IAC] und Departamento de Astrofísica, Universidad de La Laguna, Tenerife, Spanien [ULL]), M. Oshagh (IAC/ULL), G. Micela (INAF &#8211; Osservatorio Astronomico di Palermo, Palermo, Italien), S. G. Sousa (IA/UPortol &amp; CAUP), C. Lovis (Observatoire de Genève, Université de Genève, Genf, Schweiz [UNIGE]), F. A. Pepe (UNIGE), R. Rebolo (IAC/ULL &amp; Consejo Superior de Investigaciones Científicas, Spanien), S. Cristiani (INAF &#8211; Osservatorio Astronomico di Trieste, Italien [INAF Trieste]), N. C. Santos (IA/UPorto, CAUP und FCUP), R. Allart (Department of Physics and Institute for Research on Exoplanets, Université de Montréal, Kanada und UNIGE), C. Allende Prieto (IAC/ULL), D. Bossini (IA/UPorto), F. Bouchy (UNIGE), A. Cabral (Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço, Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa, Portugal [IA/FCUL] und Departamento de Física da Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa, Portugal), M. Damasso (INAF &#8211; Osservatorio Astrofisico di Torino, Italien [INAF Torino]), P. Di Marcantonio (INAF Trieste), V. D&#8217;Odorico (INAF Trieste &amp; Institute for Fundamental Physics of the Universe, Trieste, Italien [IFPU]), D. Ehrenreich (UNIGE), J. Faria (IA/UPorto, CAUP und FCUP), P. Figueira (Europäische Südsternwarte, Santiago de Chile, Chile [ESO-Chile] und IA/UPorto), R. Génova Santos (IAC/ULL), J. Haldemann (Bern), J. I. González Hernández (IAC/ULL), B. Lavie (UNIGE), J. Lillo-Box (CSIC-INTA), G. Lo Curto (Europäische Südsternwarte, Garching bei München, Deutschland [ESO]), C. J. A. P. Martins (IA/UPorto und CAUP), D. Mégevand (UNIGE), A. Mehner (ESO-Chile), P. Molaro (INAF Trieste und IFPU), N. J. Nunes (IA/FCUL), E. Pallé (IAC/ULL), L. Pasquini (ESO), E. Poretti (Fundación G. Galilei &#8211; INAF Telescopio Nazionale Galileo, La Palma, Spanien und INAF &#8211; Osservatorio Astronomico di Brera, Italien), A. Sozzetti (INAF Torino), und S. Udry (UNIGE).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Die Organisation hat 16 Mitgliedsländer: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Hinzu kommen das Gastland Chile und Australien als strategischer Partner. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO verfügt über drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Chile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist außerdem einer der Hauptpartner bei zwei Projekten auf Chajnantor, APEX und ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Auf dem Cerro Armazones unweit des Paranal errichtet die ESO zur Zeit das European Extremely Large Telescope (E-ELT) mit 39 Metern Durchmesser, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.haus-der-astronomie.de/" target="_blank" data-wpel-link="external">Haus der Astronomie</a> in Heidelberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaftlicher Artikel</strong><br><a href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2112/eso2112a.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2112/eso2112a.pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=483.msg525208#msg525208" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Exoplaneten</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>1. direkte Beobachtung des Exoplaneten β Pictoris c</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/1-direkte-beobachtung-des-exoplaneten-%ce%b2-pictoris-c/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2020 07:46:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronomen haben mit dem GRAVITY-Instrument an den VLT-Teleskopen in Chile jetzt die erste direkte Bestätigung für einen Exoplaneten erhalten, der durch die Methode der Radialgeschwindigkeitsmessung entdeckt worden war. Da der Planet „β Pictoris c“ seinen Mutterstern auf einer sehr nahen Umlaufbahn umkreist, ist dies das erste Mal, dass das schwache Leuchten des Exoplaneten neben dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronomen haben mit dem GRAVITY-Instrument an den VLT-Teleskopen in Chile jetzt die erste direkte Bestätigung für einen Exoplaneten erhalten, der durch die Methode der Radialgeschwindigkeitsmessung entdeckt worden war. Da der Planet „β Pictoris c“ seinen Mutterstern auf einer sehr nahen Umlaufbahn umkreist, ist dies das erste Mal, dass das schwache Leuchten des Exoplaneten neben dem hellen Strahlen des Sterns direkt beobachtet werden konnte. Mit diesen Beobachtungen können die Astronomen nun sowohl die Helligkeit als auch die dynamische Masse eines Exoplaneten erhalten, was es ihnen erlaubt, die Entstehungsmodelle für Exoplaneten besser einzugrenzen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mpe02102020AQuetzMPIAGraphicsDepartment.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="β Pictoris-System" data-rl_caption="" title="β Pictoris-System" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/mpe02102020AQuetzMPIAGraphicsDepartment600.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese schematischen Ansichten zeigen die Geometrie des β Pictoris-Systems: Das linke Bild zeigt sowohl den Stern als auch die beiden Planeten, die in eine Staubscheibe eingebettet sind, in der Orientierung wie sie vom Sonnensystem aus sichtbar sind. Diese Ansicht wurde auf der Basis tatsächlicher Beobachtungsdaten erstellt. Das mittlere Bild zeigt eine künstlerische Darstellung der Planenten bzw. der Scheibe. Das Bild rechts zeigt die Dimensionen des Systems in der Sicht von oben und frühere Beobachtungen von β Pictoris b (orangefarbene Rauten und rote Kreise) sowie die neuen direkten Beobachtungen von β Pictoris c (grüne Kreise). Die genaue Umlaufbahn des Planeten c ist noch etwas unsicher (unscharfer weißer Bereich).<br>(Bild: Axel Quetz / MPIA Graphics Department)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das „Zusammenschalten&#8220; der vier großen VLT-Teleskope ist es Astronomen der GRAVITY-Kollaboration gelungen, das schwache Leuchten eines Exoplaneten in der unmittelbaren Nähe seines Muttersterns direkt zu beobachten. Der Planet mit dem Namen &#8222;β Pictoris c&#8220; ist der zweite Planet, der auf einer Umlaufbahn um seinen Mutterstern gefunden wurde. Ursprünglich wurde er entdeckt mittels der „Methode der Radialgeschwindigkeiten&#8220;, bei der die periodische Bewegung des Muttersterns aufgrund des ihn umlaufenden Planeten gemessen wird. β Pictoris c ist so nahe an seinem Mutterstern, dass selbst die besten Teleskope den Planeten bisher nicht direkt abbilden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist die erste direkte Bestätigung eines Planeten, der mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt wurde&#8220;, sagt Sylvestre Lacour, Leiter des ExoGRAVITY-Beobachtungsprogramms. Astronomen verwenden die Messungen der Radialgeschwindigkeit seit vielen Jahrzehnten und haben mit dieser Methode Hunderten von Exoplaneten aufgespürt. Aber nie zuvor waren die Astronomen in der Lage, eine direkte Beobachtung eines dieser Planeten zu erhalten. Dies war nur möglich, weil das GRAVITY-Instrument, das sich in einem Labor unter den vier VLT-Teleskopen befindet, sehr präzise ist. Es beobachtet das Licht des Muttersterns mit allen vier Teleskopen gleichzeitig und kombiniert sie zu einem virtuellen Teleskop, das die nötige Auflösung besitzt um β Pictoris c zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist erstaunlich, welche Detailgenauigkeit und Empfindlichkeit wir mit GRAVITY erreichen können&#8220;, staunt Frank Eisenhauer, der leitende Wissenschaftler des GRAVITY-Projekts am MPE. „Wir fangen gerade erst an, atemberaubende neue Welten zu erforschen, vom supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie bis hin zu Planeten außerhalb des Sonnensystems.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der direkte Nachweis mit GRAVITY war jedoch nur möglich dank neuer Radialgeschwindigkeitsdaten, die die Bahnbewegung von β Pictoris c genau festlegen und in einer zweiten, ebenfalls heute veröffentlichten Arbeit vorgestellt wurden. Dies ermöglichte es dem Team, die erwartete Position des Planeten genau vorherzusagen, so dass GRAVITY in der Lage war, ihn zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">β Pictoris c ist somit der erste Planet, der mit beiden Methoden, Radialgeschwindigkeitsmessungen und einer direkten Beobachtung, entdeckt und bestätigt wurde. Zusätzlich zum unabhängigen Nachweis des Exoplaneten können die Astronomen nun das Wissen aus diesen beiden bisher getrennten Verfahren kombinieren. „Das heißt, dass wir jetzt sowohl die Helligkeit als auch die Masse dieses Exoplaneten erhalten können&#8220;, erklärt Mathias Nowak, der Hauptautor der Veröffentlichung, in der die Entdeckung mit GRAVITY beschrieben wird. „Im Allgemeinen gilt: Je massereicher der Planet desto leuchtkräftiger.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im aktuellen Fall sind die Daten über die beiden Planeten jedoch etwas rätselhaft: β Pictoris c leuchtet sechsmal schwächer als sein größerer Bruder β Pictoris b. Dabei hat β Pictoris c die 8-fache Masse des Jupiters. Wie massereich ist also β Pictoris b? Radialgeschwindigkeitsdaten werden diese Frage beantworten können, aber es wird lange dauern, um genügend Daten zu sammeln: Eine volle Umlaufbahn des Planeten b um seinen Stern dauert 28 unserer Jahre!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bereits aus früheren Messungen, bei denen wir mit GRAVITY für andere Exoplaneten Spektren aufgenommen haben, konnten wir bestimmte Rückschlüsse auf die Entstehungsprozesse der Planeten ziehen&#8220;, fügt Paul Molliere hinzu, der als Postdoc-Wissenschaftler am MPIA die Spektren von Exoplaneten modelliert. „Aber diese Kombination aus Helligkeitsmessung und Massenbestimmung für β Pictoris c ist ein besonders wichtiger Schritt, um die Modelle der Planetenentstehung auf die Probe zu stellen.&#8220; Weitere Daten könnte auch GRAVITY+ liefern, das Instrument der nächsten Generation, das sich bereits in der Entwicklung befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichungen</strong><br>1.<br>M. Nowak et al.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2020/10/aa39039-20/aa39039-20.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Direct confirmation of the radial-velocity planet beta Pic c</a><br>Astronomy &amp; Astrophysics, 2 Oct 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">2.<br>A.M. Lagrange et al.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2020/10/aa38823-20/aa38823-20.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Unveiling the beta Pictoris system, coupling high contrast imaging, interferometric, and radial velocity data</a><br>Astronomy &amp; Astrophysics, 2 Oct 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=645.msg490279#msg490279" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Direkt beobachtete Exoplaneten</a></li></ul>
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		<title>Erdähnlicher Nachbar in 16 Lichtjahren Entfernung?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lexikon-planet-erde-3-12/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Geuking]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2016 20:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Exoplanet]]></category>
		<category><![CDATA[habitale Zone]]></category>
		<category><![CDATA[Radialgeschwindigkeitsmethode]]></category>
		<category><![CDATA[Supererde]]></category>
		<category><![CDATA[Transitmethode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Möglicherweise hat die Erde einen Nachbarn in Form eines erdähnlichen Planeten in einem Sonnensystem nur 16 Lichtjahre von unserem entfernt. Der Planet könnte einen Stern namens Gliese 832 umkreisen. Autor: Star-Light, Quelle: Suman Satyal, J. Griffith, Z. E. Musielak / Evan Gough &#8211; Universe Today. Im Sonnensystem von Gliese 832 wurden bereits zwei andere Exoplaneten [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Möglicherweise hat die Erde einen Nachbarn in Form eines erdähnlichen Planeten in einem Sonnensystem nur 16 Lichtjahre von unserem entfernt. Der Planet könnte einen Stern namens Gliese 832 umkreisen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Star-Light, Quelle: Suman Satyal, J. Griffith, Z. E. Musielak / Evan Gough &#8211; Universe Today.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sonnensystem von Gliese 832 wurden bereits zwei andere Exoplaneten gefunden: Gliese 832B und Gliese 832C. Die Überlegungen zu einem weiteren Planeten in dem System, also einem hypothetischen Gliese 832D, wurden in einer neuen Arbeit von Suman Satyal an der Universität Texas und den Kollegen J. Griffith und Z. E. Musielak vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gliese 832B ist ein Gasriese, ähnlich Jupiter, mit etwa 64% von dessen Masse und umkreist seinen Stern in 3,5 AE (<strong>A</strong>stronomische&nbsp;<strong>E</strong>inheit, entspricht etwa dem mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne). G832B spielt wahrscheinlich die gleiche Rolle für das Gravitationsgleichgewicht wie Jupiter in unserem Sonnensystem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gliese 832C ist eine Supererde mit ungefähr fünfmal so viel Masse wie die der Erde und umkreist den Stern Gliese 832 in einer geringen Entfernung von 0,16 AE. Gliese 832C ist ein Gesteinsplanet am inneren Rand der habitablen Zone, aber er ist seinem Stern zu nahe, als dass Leben wahrscheinlich ist. Gliese 832, der Stern im Zentrum, ist ein roter Zwerg mit ungefähr der Hälfte der Größe unserer Sonne, sowohl in seiner Masse, als auch im Radius.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ist die Existenz des zusätzlichen Planeten nicht bewiesen. Die Forscher gehen von einer Masse zwischen 1 und 15 Erdmassen aus und einer Bahn in einem Abstand zwischen 0,25 und 2,0 AE von Gliese 832, seinem Zentralgestirn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zwei vorher entdeckten Planeten im System Gliese 832 wurden mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Bei dieser Methode werden die Planeten durch das pendeln des Zentralsterns, ausgelöst durch die Massenanziehung von Planeten im Orbit, erkannt. Dieses Pendeln ist durch den Dopplereffekt erkennbar, da das Licht des betroffenen Sterns durch seine Bewegung eine Rot- und Blauverschiebung erfährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mannschaft hinter der neuen Studie hat die Daten zum System Gliese 832 basierend auf der Idee neu interpretiert, dass die riesige Entfernung zwischen den zwei bereits entdeckten Planeten einem weiteren Planeten Platz bieten würde. In Anbetracht der anderen von Kepler studierten Sonnensysteme wäre das Bestehen einer solchen Lücke sehr ungewöhnlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut ihrer Arbeit betrachtetet der Hauptteil der Studie die Gravitationswirkung, die der große Außenplanet auf den kleineren inneren Planeten ausübt, und außerdem auf die hypothetische Supererde, die im System vorhanden sein könnte. Das Team hat auf der Basis der bekannten Informationen über das Gliese-832-System numerische Simulationen durchgeführt und Modelle entwickelt, die zu dem Schluss kommen, dass ein erdähnlicher Planet Gliese 832 umkreisen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem wissenschaftliche Laien mag es suspekt erscheinen. Schnell ein paar Zahlen eingeben, bis es nach einem erdähnlichen Planeten aussieht, um dann Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber so ist es nicht. Diese Art des Modellierens und des Simulierens ist sehr gründlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berücksichtigung aller Daten über das System Gliese 832, einschließlich Umlaufgeschwindigkeiten, Bahnneigungen und den Gravitationsbeziehungen zwischen den Planeten und dem Zentralstern sowie zwischen den Planeten selbst, ergibt Wahrscheinlichkeiten, wo vorher unentdeckte Planeten existieren könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ergebnisse verraten Planetenjägern, wo man anfangen könnte, nach Planeten zu suchen. In diesem Fall zeigen die Ergebnisse der Studie, dass “es ein schmales Fenster von ungefähr 0,03 AE gibt, wo ein erdähnlicher Planet in einem stabilen Orbit im System bleiben könnte.” Die Autoren weisen darauf hin, dass die Existenz dieses Planeten damit nicht bewiesen ist, aber sie ist möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die anderen Planeten wurden mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gefunden, die ziemlich zuverlässig ist. Aber die Radialgeschwindigkeitsmethode gibt nur Hinweise auf die Existenz von Planeten, sie beweist nicht, dass sie dort sind. Trotzdem glauben die Autoren der Studie, dass eine größere Zahl von radialen Umlaufgeschwindigkeitsmessungen die Existenz des zusätzlichen Planeten bestätigen könnte. Abgesehen davon kann entweder die Transitmethode, beispielsweise mit Hilfe des Kepler-Weltraumteleskops, oder die direkte Beobachtung mit sehr starken Teleskopen verwendet werden, um den positiven Beweis zu erbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis jetzt konnte man mit Hilfe der Raumsonde Kepler die Existenz von 1.041 Planeten bestätigen. Aber Kepler kann nicht überall nach Planeten suchen. Studien wie die hier besprochene sind entscheidend für mögliche Anhaltspunkte bei der Suche Keplers nach Exoplaneten. Wenn ein weiterer Exoplanet im Gliese-832-System im vermuteten Bereich bestätigt werden kann, dann bestätigt dies auch die Genauigkeit der durchgeführten Simulation des Teams, das hinter dieser Arbeit steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn er existiert, würde Gliese832D eine wachsende Liste von Exoplaneten fortschreiben. Vor nicht allzu langer Zeit wussten wir fast nichts über andere Sonnensysteme. Wir hatten nur Kenntnisse über unser eigenes. Auch wenn es immer unwahrscheinlich war, dass unser Sonnensystem aus irgendeinem Grund einmalig sein würde, hatten wir keine genauen Vorstellungen über die Anzahl von Exoplaneten in anderen Sonnensystemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Studien wie diese tragen zu unserem wachsenden Verständnis der Dynamik anderer Sonnensysteme bei und der Kenntnis über die Anzahl von Exoplaneten in der Milchstraße, und wahrscheinlich überall im Weltall.</p>
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		<title>GJ 832: Langperiodischer Exoplanet entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/gj-832-langperiodischer-exoplanet-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 14:21:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Radialgeschwindigkeitsmethode]]></category>
		<category><![CDATA[Roter Zwerg]]></category>
		<category><![CDATA[Spektrometer]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das bekannte Team zur Suche nach entfernten Planeten um Geoffry Marcy und Paul Butler konnte nach längerer Zeit wieder einen Exoplaneten entdecken. Der neue Exoplanet ist ein recht langperiodischer Exoplanet, der einen roten Zwergstern umkreist. Ein Beitrag von Michael Johne. Quelle: arXiv.org (ePrint Service). Der neu entdeckte Exoplanet umläuft den roten Zwergstern GJ 832. Dieser [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das bekannte Team zur Suche nach entfernten Planeten um Geoffry Marcy und Paul Butler konnte nach längerer Zeit wieder einen Exoplaneten entdecken. Der neue Exoplanet ist ein recht langperiodischer Exoplanet, der einen roten Zwergstern umkreist.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Michael Johne. Quelle: arXiv.org (ePrint Service).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neu entdeckte Exoplanet umläuft den roten Zwergstern GJ 832. Dieser ist nur 16,08 Lichtjahre (= 4,93 Parsec) von der Sonne entfernt und somit einer der nächsten Sterne. Er befindet sich im Sternbild Indus (RA = 21 h 33 min 34 s; Dec = -49° 00´ 32´´; J2000). Seine scheinbare Helligkeit liegt bei 8,66 mag. Andere Bezeichnungen des Sterns sind LHS 3865, HD 204961 oder HIP 106440. GJ 832 ist ein Stern mit einer hohen Eigenbewegung von -46,18 Bogensekunden pro Jahr.
<br>
Der Exoplanet GJ 832b umläuft seinen Zentralstern in einer relativ großen Entfernung von 3,4 Astronomischen Einheiten (AE) auf einer kreisähnlichen Bahn (Exzentrizität e = 0,12). Daraus resultiert eine Umlaufzeit von 9,4 Jahren. Die minimale Planetenmasse liegt bei 0,64 Jupitermassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Exoplanet wurde im Rahmen des &#8222;Anglo-Australian Planet Search&#8220;–Programms (= AAPS) mit einer Radialgeschwindigkeitsmessung entdeckt. Für seine Entdeckung wurden 32 Beobachtungen benötigt. Das Suchprogramm nahm seinen Dienst im Januar 1998 auf und untersucht derzeit ca. 250 Sterne. 30 Exoplaneten mit einer minimalen Planetenmasse zwischen 0,17 und 10 Jupitermassen wurden bereits mit AAPS entdeckt. Die hochpräzisen Messungen der Radialgeschwindigkeit werden mit dem Spektrometer UCLES am 3,9-Meter &#8222;Anglo-Australian Telescope“ (= AAT) gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdecker des aktuellen Exoplaneten sagen zudem: <i>&#8222;GJ 832b has the second largest angular distance from its star among radial velocity detected exoplanets (0.69 arcsec) making it a potentially interesting target for future direct detection.&#8220;</i>
<br>
(auf deutsch: GJ 832b hat den zweitgrößten Winkelabstand von seinem Stern, der bisher bei einem Exoplaneten mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gemessen wurde (0,69 Bogensekunden). Dies macht ihn zu einem potentiell interessanten Ziel für zuküntige Direktuntersuchungen.) </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterführende Quelle: <strong><a href="https://arxiv.org/abs/0809.0172" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">A Jupiter-like Planet Orbiting the Nearby M Dwarf GJ832</a></strong></p>
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