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	<title>RL-10 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>RL-10 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>EFT-1: Erfolgreicher Flug!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2014 12:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Orion, das neue Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, hat am 5. Dezember erfolgreich seinen Erstflug EFT-1 absolviert. Ein Beitrag von Martin Knipfer. Quelle: NASA, NASA TV, NSF. Nachdem der gestrige Startversuch wegen Problemen mit einem Ventil des Treibstofftanks abgebrochen wurde, konnte heute pünktlich um 13:05 Orion, das neue Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Orion, das neue Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, hat am 5. Dezember erfolgreich seinen Erstflug EFT-1 absolviert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Martin Knipfer. Quelle: NASA, NASA TV, NSF.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Die Delta IV Heavy Trägerrakete hebt zu dem Start von EFT-1 ab. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Nachdem der gestrige Startversuch wegen Problemen mit einem Ventil des Treibstofftanks abgebrochen wurde, konnte heute pünktlich um 13:05 Orion, das neue Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, zu seinem Erstflug EFT-1 (Exploration Flight Test 1) starten. Unter starker Rauch- und Lärmentwicklung erhob sich die Trägerrakete vom Typ Delta IV Heavy majestätisch von dem Startplatz bei Cape Canaveral. Mit Stichflammen aus den drei RS-68A Triebwerken schoss die Rakete förmlich in den Himmel. Nach etwa drei Minuten wurden die beiden seitlichen Booster abgeworfen, nach fünf Minuten die mittlere Haupstufe. Das Triebwerk der zweiten Stufe zündete erfolgreich, um Orion in seine Umlaufbahn einzuschießen. Die seitlichen Verkleidungen wurden planmäßig abgesprengt, das turmförmige Startabbruchsystem von Orion weggezogen. Kurz darauf wurde das Triebwerk der Oberstufe abgeschaltet, Orion befindet sich nun in einem niedrigen Erdorbit mit einem Erdabstand von minimal 185 und maximal 800 km und dreht sich langsam um seine eigene Achse, damit die Temperatur des Raumschiffs kontrolliert werden kann. Danach wurde die Telemetrie ausgewertet, um sicherzustellen, dass Orion heil im Orbit angekommen und bereit für die nächste Phase der Mission ist: In etwa zwei Stunden sollte das Triebwerk der Oberstufe erneut zünden und Orion weiter von der Erde entfernen, als je ein US-Raumschiff nach 1972 flog.        </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Ein Foto der Erde, aufgenommen von einer Kamera an Bord von Orion. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Kurz nachdem die erste Erdumrundung abgeschlossen war, zündete das 100 kN starke RL-10 Triebwerk der Oberstufe erneut, um Orion weiter von der Erde zu entfernen. Nach 4 Minuten und 42 Sekunden war diese Zündung beendet, nun befand sich Orion auf einer stark elliptischen Bahn mit einer maximalen Erdentfernung von 5.808 Kilometern, das ist mehr als die 14-fache Bahnhöhe der Internationalen Raumstation ISS. Als Orion auf dieser Umlaufbahn tiefer in den Weltraum vorgedrungen ist, musste das Raumschiff 15 Minuten lang eine Zone starker elektromagnetischer Strahlung passieren, den Van-Allen Gürtel. Die komplexe Bordelektronik widerstand dieser hohen Strahlenbelastung anstandslos. Kurz nach vier Uhr nachmittags erreichte Orion dann den höchsten Punkt seiner Bahn, ab diesem Moment ging es wieder zur Erde zurück. Nur kurze Zeit später wurde die Orion-Kapsel von dem Servicemodul und der Oberstufe abgetrennt. Nochmal passierte Orion den Van-Allen Gürtel, erneut ohne Probleme. Die kleinen Steuertriebwerke der Raumkapsel feuerten währenddessen 10 Sekunden lang, um Orion korrekt für seinen Wiedereintritt in die Erdathmosphäre auszurichten. Mit über 32.000 km/h nähert sich Orion nun unablässig seinem Heimatplaneten.      </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Großes Bild: Von den drei Hauptfallschirmen gebremst steuert Orion der Landung entgegen. Kleines Bild: Orion im pazifischen Ozean. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>4 Stunden und 13 Minuten nach dem Start war es dann soweit: Mit dem unteren Hitzeschild voran, der größte seiner Art, der jemals hergestellt wurde, trat die Orion-Kapsel in die Erdathmosphäre ein. Kurz darauf brach planmäßig die Kommunikation mit der Kapsel ab, weil die Signale nicht das heiße Plasma passieren konnten, das die Kapsel während des Wiedereintritt umgab. Doch wenige Minuten später konnte die Kommunikation wiederhergestellt werden, die Kapsel hatte den Wiedereintritt, bei dem sich der Hitzeschutzschild auf über 2.200 °C erhitzte, erfolgreich überstanden. Danach begann der nächste Schritt, um die Kapsel erfolgreich im Pazifik zu landen: Nachdem die Abdeckung des Fallschirm-Abschnittes abgeworfen wurde, konnten sich zwei Bremsfallschirme entfalten. Ihnen folgten dann die drei Hauptfallschirme, die zusammen über die Fläche von drei American football-Felder verfügten und die Kapsel weiter auf etwa 30 km/h abbremsten. Um 17:29 landete Orion dann sanft im pazifischen Ozean, das Bergungsteam war bereits zur Stelle.      </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Die Orion-Kapsel auf dem mit Wasser gefülltem Deck der Anchorage. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Kurz nach der Landung näherte sich ein MH-60 S Helikopter der Kapsel, um die Bergung zu unterstützen. Er stellte fest, dass Orion den Flug heil überstanden hat und aufrecht im Wasser schwimmt. Die Systeme der Kapsel wurden abgeschaltet, während sie genauer inspiziert wurde, um sicherzustellen, dass die Bergungsmannschaft sich der Kapsel gefahrlos nähern kann. Danach wurde die notwendige Ausrüstung an dem Raumschiff angebracht, um es auf ein mit Wasser gefülltes Deck der USS Anchorage zu befördern, dem Bergungsschiff. Inzwischen befindet sich Orion innerhalb der Anchorage auf dem Rückweg an Land. Am Montag soll die Kapsel ausgeladen werden, davor soll noch während der Fahrt zum Hafen von San Diego eine erste Überprüfung der Systeme von Orion erfolgen.      </p>



<p><strong>Wie geht`s weiter?</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05122014135732_small_5.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Orion mit europäischem Servicemodul während EM-1 -Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach der Ankunft in San Diego wird die Orion-Kapsel in einer Transportstruktur verstaut und zurück zum Kennedy Space Center in Florida gebracht. Dort wird diese Kapsel sorgfältig inspiziert und auf ihren nächsten Flug vorbereitet werden, Ascent Abort 2. Bei diesem suborbitalem Flug soll 2018 das turmförmige Startabbruchsystem getestet werden, indem es während eines Raketenfluges die Kapsel von der Rakete weg befördert. Gleichzeitig sind die Daten, die während EFT-1 von zahlreichen Messinstrumenten gesam- melt wurden, für die weiteren Entwicklungsarbeiten von Orion sehr wichtig. Der nächste Orion-Flug ins Weltall wird Exploration Mission 1 (EM-1) nicht später als im November 2018 sein. Diese Mission wird zugleich auch der Jungfernflug des Space Launch Systems sein, der neuen Schwerlastträgerrakete der NASA, und Orion bis zum Mond führen. Auch wird bei diesem Flug ein europäisches Servicemodul zum Einsatz kommen, das Technologien des inzwischen eingestellten Raumtransporters ATV verwendet. Erste Hardware, die bei diesem Flug zum Einsatz kommen soll, existiert bereits sowohl auf Seiten von Orion als auch von dem Space Launch System. 2015 soll offiziell mit der Fertigung des Orion-Raumschiffs für EM-1 in den Hallen der Michoud Assembly Facility bei New Orleans begonnen werden. Spätere Orion-/Space Launch System-Flüge sollen bemannte Missionen zum Mars in den 2030ern vorbereiten.      </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10723.165#lastPost" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">EFT-1 Delta IV Heavy mit Orion</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3779.330" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">*Orion Hardware* Bau, Processing &amp; Erprobung</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3760.msg298979#msg298979" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">NASA-Raumschiff *Orion*</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Atlas V</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/atlas-v/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Aug 2002 19:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Atlas V]]></category>
		<category><![CDATA[Centaur-Oberstufe]]></category>
		<category><![CDATA[Lockheed Martin]]></category>
		<category><![CDATA[RD-180]]></category>
		<category><![CDATA[RL-10]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die&#160;Atlas V&#160;ist der neuste Vertreter der&#160;Atlas-Raketen. Geboren aus dem&#160;EELV-Programm der&#160;USAF&#160;ist es einer der Stützen für den Start von US-Militärsatelliten und Raumsonden der NASA. 24.08.2002/17.04.2011 Ein Beitrag von Daniel Maurat&#160;und&#160;Michael Stein Geschichte Die Geschichte der&#160;Atlas V&#160;begann mit dem Ende der&#160;Titan. Da vor allem die&#160;Titan IV&#160;extrem teuer und unzuverlässig wurde, suchte die US Air Force (USAF) eine [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die&nbsp;</strong><em>Atlas V</em><strong>&nbsp;ist der neuste Vertreter der&nbsp;</strong><em>Atlas</em><strong>-Raketen. Geboren aus dem&nbsp;</strong><em>EELV</em><strong>-Programm der&nbsp;</strong><em>USAF</em><strong>&nbsp;ist es einer der Stützen für den Start von US-Militärsatelliten und Raumsonden der NASA.</strong></h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">24.08.2002/17.04.2011 Ein Beitrag von Daniel Maurat&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Michael Stein</a></p>



<p><strong>Geschichte</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/n060117_02.jpg" alt="" class="wp-image-67516" width="380" height="300" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/n060117_02.jpg 380w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/n060117_02-300x237.jpg 300w" sizes="(max-width: 380px) 100vw, 380px" /><figcaption>Start einer Atlas V 551 am 19. Januar 2006 mit der Raumsonde New Horizons an Bord.
(Bild: NASA/KSC</figcaption></figure></div>



<p>Die Geschichte der&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;begann mit dem Ende der&nbsp;<em>Titan</em>. Da vor allem die&nbsp;<em>Titan IV</em>&nbsp;extrem teuer und unzuverlässig wurde, suchte die US Air Force (<em>USAF</em>) eine Alternative zur altgedienten&nbsp;<em>Titan</em>. Im Jahr 1994 startete die&nbsp;<em>USAF</em>&nbsp;einen Wettbewerb für eine neue, flexible, nicht wiederverwendbare Rakete, die deutlich billiger sein sollte als die mit bis zu 350 Mio $ exorbitant teure&nbsp;<em>Titan IV</em>. Diese Auschreibung wurde&nbsp;EELV für &#8222;<strong>E</strong>volved <strong>E</strong>xpendable <strong>L</strong>aunch <strong>V</strong>ehicle&#8220;&nbsp;(Erweiterbare, nicht wiederverwendbare Trägerrakete) genannt. Sie sollte, ähnlich wie die europäische&nbsp;<em>Ariane 4</em>, ein breites Spektrum an Nutzlasten bedienen können und somit auch wieder kommerzielle US-Nutzlasten starten, die vor allem mit der europäischen&nbsp;<em>Ariane 5</em>&nbsp;und der russischen&nbsp;<em>Proton</em>&nbsp;gestartet wurden, aber auch schwerere NASA-Nutzlasten sollten gestartet werden können. Bis dahin hatte man viele Raumsonden vor allem mit der&nbsp;<em>Delta II</em>&nbsp;gestartet, deren Nutzlastkapazität zu wüschen übrig ließ, wohingegen das&nbsp;<em>Space Shuttle</em>&nbsp;und die&nbsp;<em>Titan IV</em>&nbsp;zu teuer waren und ein Start mit einer ausländischen Rakete nicht zur Diskussion stand. Außerdem sollte die neue Rakete genügend Nutzlastkapazität haben, um die&nbsp;<em>Titan 4</em>&nbsp;abzulösen. Die US-Industrie antwortete schnell: McDonnel Douglas mit einer Weiterentwicklung der Delta, die spätere&nbsp;<em>Delta IV</em>, sowie Lockheed Martin mit einer verbesserten Variante der&nbsp;<em>Atlas</em>, die später zur&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;wurde. Aber auch Boeing beteiligte sich mit einer Rakete, welche die Haupttriebwerke des&nbsp;<em>Space Shuttles</em>&nbsp;nutzen sollte, sowie&nbsp;<em>Alliant Technoligies</em>. Nachdem aber&nbsp;<em>McDonnel Douglas</em>&nbsp;von&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;übernommen wurde, bot&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;anstelle ihres eigenen Konzeptes nun die&nbsp;<em>Delta IV</em>&nbsp;ihres ehemaligen Konkurrenten an. Es sollten zwei Träger ausgewählt werden, und die Wahl fiel auf die&nbsp;<em>Delta IV</em>&nbsp;und die&nbsp;<em>Atlas V</em>, wobei die&nbsp;<em>Delta IV</em>&nbsp;mehr Aufträge von der&nbsp;<em>USAF</em>, nämlich 19 für die&nbsp;<em>Delta IV</em>&nbsp;im Gegensatz zu neun für die&nbsp;<em>Atlas V</em>, erhielt.</p>



<p>Doch kam es zum Skandal bei den Ausschreibungen: es kam ans Licht, dass&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;Industriespionage bei&nbsp;<em>Lockheed Martin</em>&nbsp;betrieben hatte, um so sensible Daten der&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;herauszufinden und ihr Angebot zu optimieren. Die US Air Force handelte und gab sieben Aufträge an&nbsp;<em>Lockheed Martin</em>, womit sich die Auftragslage für die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;schlagartig verbesserte. Seit dem 21. August 2002 war die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;schließlich im operationellen Einsatz.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="480" height="600" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas_v_lro.jpg" alt="" class="wp-image-67513" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas_v_lro.jpg 480w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas_v_lro-240x300.jpg 240w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /><figcaption>Eine Atlas V 401 beim Start am 18. Juni 2009 mit den Mondraumsonden LRO/LCROSS.
(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Technik</strong></p>



<p>Die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;ist nach der Philosophie eines&nbsp;<em>EELV</em>&nbsp;eine modular aufgebaute Rakete. Hierzu gibt es folgende Raketenstufen zur Auswahl:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die&nbsp;<strong>Feststoffbooster</strong>&nbsp;(<em>SRB</em>&nbsp;für&nbsp;<em>Solid Rocket Booster</em>) werden je nach Version an die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;montiert. Insgesamt kann eine Atlas V fünf&nbsp;<em>SRB</em>s aufnehmen, die dann zusätzlichen Startschub liefern. Jeder von&nbsp;<em>Aerojet</em>&nbsp;gebauter Booster ist 20,4 m lang, hat einen Durchmesser von 1,55 m und wiegt voll betankt 93 t. Als Treibstoff benutzt der aus Aluminium bestehende Booster den meistens in Feststofftriebwerken verwendeten Treibstoff&nbsp;<em>HTPB</em>. Jeder einzelne Booster brennt für 93 Sekunden und wird dann von der Rakete abgeworfen. Das Besondere an den Boostern ist, dass sie so aufgebaut sind, dass ein imaginär verlängerter Schubstrahl durch den Schwerpunkt der Rakete gehen würde, weswegen man nicht, wie so häufig bei Boostern, nur zwei, drei, vier oder neun Booster, sondern auch andere Boosterkonfigrationen nutzen kann.</li><li>Die&nbsp;<strong>Hauptstufe</strong>, der&nbsp;<em>Common Core Booster</em>&nbsp;(<em>CCB</em>, engl. allgemeine Kernstufe), ist, wie die Booster, eine Neuentwicklung eigens für die&nbsp;<em>Atlas V</em>. Sie nutzt wieder das&nbsp;<em>RD-180</em>-Triebwerk aus Russland, das schon in der&nbsp;<em>Atlas III</em>&nbsp;sowie abgeändert als&nbsp;<em>RD-170</em>&nbsp;auch in der&nbsp;<em>Zenit</em>&nbsp;und der&nbsp;<em>Energija</em>&nbsp;genutzt wurde bzw. wird. Ein&nbsp;<em>CCB</em>&nbsp;ist 32,50 m lang, hat einen Durchmesser von 3,80 m und wiegt voll betankt 308,8 t. Eine Besonderheit ist, dass die Tanks nicht, wie bei allen&nbsp;<em>Atlas</em>-Versionen zuvor, durch Druckbeaufschlagung stabilisiert werden müssen, sondern massiv genug sind. Sie nutzt wie oben genannt ein russisches&nbsp;<em>Energomash RD-180</em>-Triebwerk mit zwei Brennkammern, welches einen Schub von 3.830 kN für 253 Sekunden Brenndauer erzeugt. Das Triebwerk nutzt die altbewähren Triebstoffe des Atlas-Programms, nämlich Kerosin als Brennstoff und&nbsp;<em>LOX</em>&nbsp;(flüssiger Sauerstoff) als Oxidator.</li><li>Die&nbsp;<strong>Centaur</strong>-Oberstufe, die schon seit über 40 Jahren im Atlas-Programm genutzt wird, wurde von der&nbsp;<em>Atlas IIIB</em>&nbsp;übernommen. Sie ist 11,70 m, hat einen Durchmesser von 3,05 m und wiegt voll betankt 22,8 t. Sie hat entweder ein einzelnes oder zwei Triebwerke vom Typ&nbsp;<em>Pratt &amp; Whitney RL-10A-4-2</em>, das einzeln einen Schub von 99,2 kN für 894 Sekunden Brenndauer erzeugt. Als Treibstoff nutzt man&nbsp;<em>LOX</em>&nbsp;und&nbsp;<em>LH2</em>&nbsp;(flüssiger Wasserstoff), die schon im gesamten Centaur-Programm genutzt wurden. Die Centaur D3B gibt es in zwei verschiedenen Varianten: Die&nbsp;<em>SEC</em>&nbsp;(<em>Single Engine Centaur</em>&nbsp;für Einzeltriebwerk-Centaur) besitzt nur ein&nbsp;<em>RL-10</em>-Triebwerk, die&nbsp;<em>DEC</em>&nbsp;(<em>Dual Engine Centaur</em>&nbsp;für Doppeltriebwerk-Centaur) zwei Triebwerke. Die&nbsp;<em>DEC</em>&nbsp;wird nur für sehr schwere Nutzlasten in einen niedrigen Erdorbit (<em>LEO</em>) verwendet, wobei die&nbsp;<em>SEC</em>&nbsp;für die restlichen Missionsprofile genutzt werden kann.</li></ul>



<p>Die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;vereinigt im Namen drei Hauptversionen: die&nbsp;<em>Atlas V</em><em>400-er Serie</em>, die&nbsp;<em>Atlas V</em><em>500-er Serie</em>&nbsp;sowie die&nbsp;<em>Atlas V</em><em>HLV</em>&nbsp;(<em>Heavy Lauch Vehicle</em>&nbsp;für Schwerlastträger). Nun die Unterschiede zwischen den Versionen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die&nbsp;<em>400-er Serie</em>&nbsp;nutzt eine Nutzlastverkleidung von 4 m Durchmesser, der Standard der&nbsp;<em>Atlas III</em>. Sie sitzt auf der Centaur und wird einige Sekunden nach der Abtrennung der ersten Stufe abgesprengt. Maximal sind drei Zusatzbooster möglich.</li><li>Die&nbsp;<em>500-er Serie</em>&nbsp;nutzt dahingegen eine neue Nutzlastverkleidung von 5 m Durchmesser, der Standard des Hauptkonkurrenten der&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;außerhalb der USA: der&nbsp;<em>Ariane 5</em>. Diese Nutzlastverkleidung, gebaut von der Schweizer Firma Contraves (die übrigens auch die Nutzlastverkleidung der&nbsp;<em>Ariane 5</em>&nbsp;herstellt) umfasst auch die&nbsp;<em>Centaur</em>, weswegen die 23 m lange Nutzlastverkleidung nur zur Hälfte für die Nutzlast zur Verfügung steht. Sie wird noch während der Brennphase der ersten Stufe abgetrennt. Maximal können fünf Zusatzbooster mitgeführt werden.</li><li>Das&nbsp;<em>HLV</em>&nbsp;ist in etwa vergleichbar mit der&nbsp;<em>Delta IV Heavy</em>: drei&nbsp;<em>CCB</em>s werden zusammengeschraubt, wobei die beiden äußeren als Booster dienen. Beim Start wird das Triebwerk des mittleren&nbsp;<em>CCB</em>&nbsp;gedrosselt, wodurch es weniger Treibstoff verbraucht als die beiden äußeren. Diese werden somit auch zuerst abgetrennt und der mittlere&nbsp;<em>CCB</em>&nbsp;brennt noch einige Zeit mit vollem Schub weiter. Als Nutzlastverkleidung verwendet man wieder die 5-m-Version der&nbsp;<em>500-er Serie</em></li></ul>



<p>Zunächst war geplant, eine weitere Oberstufe für kleine Nutzlasten zu entwickeln. Diese wurde&nbsp;<em>Agena 2000</em>&nbsp;genannt und sollte auf einer der erfolgreichsten Raketenstufen der USA, der&nbsp;<em>Agena</em>, basieren. Doch die Stufe wurde schließlich gestrichen, da diese Nutzlastkategorien von anderen Trägern abgedeckt werden können.</p>



<p><strong>Die Startanlage</strong>&nbsp;(Michael Stein, August 2002)</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="324" height="211" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas5_02.jpg" alt="" class="wp-image-67514" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas5_02.jpg 324w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/atlas5_02-300x195.jpg 300w" sizes="(max-width: 324px) 100vw, 324px" /><figcaption>Eine Atlas 5 auf der neu gestalteten Startanlage Complex 41. Links im Hintergrund ist die Vertical Integration Facility (VIF) zu sehen.
(Foto: Lockheed Martin)</figcaption></figure></div>



<p>Der Vermarkter der&nbsp;<em>Atlas V</em>, das amerikanisch-russische Joint Venture&nbsp;<a href="https://www.ilslaunch.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">International Launch Services</a>, hat zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit seiner neuesten Rakete auch die Abläufe in der Produktion sowie beim Zusammenbau und der unmittelbaren Startvorbereitung optimiert. So setzen sich die vielen verschiedenen Versionen der&nbsp;<em>Atlas 5</em>&nbsp;aus einer geringen Anzahl standardisierter Komponenten zusammen, um die Produktionsabläufe möglichst einfach zu halten.</p>



<p>Der&nbsp;<em>Atlas</em>-Produzent&nbsp;<em>Lockheed Martin</em>&nbsp;hat zudem eine komplett neue Startanlage auf dem Gelände des amerikanischen Weltraumbahnhofs&nbsp;<em>Cape Canaveral</em>&nbsp;entstehen lassen. Zu diesem Zweck wurden zwei gigantische Turmkonstruktionen auf der in den 1960er Jahre errichteten Anlage&nbsp;<em>Complex 41</em>&nbsp;(von der aus unter anderem auch die&nbsp;<em>Viking</em>&#8211; und&nbsp;<em>Voyager</em>-Missionen gestartet wurden) im Jahr 1999 gesprengt, um Platz für die moderne&nbsp;<em>Atlas 5</em>-Startanlage zu machen. Die um die alte Startplattform angeordneten vier großen Blitzschutzmasten sowie große Teile der Abgasschächte und Betonfundamente wurden jedoch stehen gelassen, da sie weiterhin Verwendung finden.</p>



<p>Das so genannte &#8222;Clean Pad&#8220;-Konzept sieht als wesentliche Neuerung (zumindest für amerikanische Verhältnisse, bei der&nbsp;<em>Ariane 5</em>&nbsp;wird dies bereits praktiziert) keine Montage der Rakete auf der Startplattform vor, wie es bisher üblicherweise praktiziert worden ist. Somit entfallen die früher notwendigen gigantischen Montage- und Servicetürme auf den Startanlagen, da die Rakete vollständig montiert erst wenige Stunden vor dem Starttermin auf einer mobilen Startplattform zur Startanlage gerollt wird. Dieses Konzept soll vor allem schnellere Turn-Around-Zeiten zwischen den einzelnen Startterminen als bisher ermöglichen, zumal eine weniger komplexe Startanlage auch weniger störungsanfällig ist: Maximal fünfzehn&nbsp;<em>Atlas 5</em>-Starts pro Jahr sollen von dem neuen&nbsp;<em>Complex 41</em>&nbsp;aus möglich sein.</p>



<p>Um dieses Ziel zu erreichen wurden die Abläufe im Vorfeld eines Starts grundlegend geändert. Zunächst werden die&nbsp;<em>Common Core Booster</em>&nbsp;sowie die&nbsp;<em>Centaur</em>-Oberstufen im klimatisierten&nbsp;<em>Atlas 5 Spaceflight Operations Center (ASOC)</em>&nbsp;gelagert, wo gleichzeitig auch erste Tests dieser Komponenten durchgeführt werden können. Beim&nbsp;<em>ASOC</em>&nbsp;handelt es sich um ein rund 6,5 Kilometer von der Startplattform entferntes Gebäude, das ursprünglich für die Montage von Feststoffboostern der&nbsp;<em>Titan 4</em>-Raketen gebaut worden ist und nun vollständig umgebaut und erweitert wurde. Bis zu sechs&nbsp;<em>Atlas 5</em>-Raketen können hier lagern, bevor erste und zweite Stufe zur Montage transportiert werden. Gleichzeitig ist im&nbsp;<em>ASOC</em>&nbsp;das Startkontrollzentrum untergebracht, von dem aus der gesamte Startvorgang überwacht und gesteuert wird. Auch Räume für Gäste und Kunden, die den Start verfolgen möchten, sind hier untergebracht.</p>



<p>In der 89 Meter hohen&nbsp;<em>Vertical Integration Facility (VIF)</em>&nbsp;werden die vom&nbsp;<em>ASOC</em>&nbsp;kommenden Raketenstufen montiert. Zu diesem Zweck wird die mobile Startplattform in das gut einen halben Kilometer vom Startpunkt entfernte, neu errichtete Montagegebäude gefahren, wo dann ein 60-Tonnen-Kran die einzelnen Segmente der&nbsp;<em>Atlas 5</em>&nbsp;aufeinander setzt. Von sieben verschiedenen Arbeitsplattformen aus kann jeder Punkt der Rakete erreicht werden. Auch die Feststoffbooster werden in der&nbsp;<em>VIF</em>&nbsp;an die erste Stufe der Rakete montiert. Die bereits mit Treibstoff betankten Satelliten werden hier in die Nutzlastverkleidung eingekapselt und anschließend auf die Rakete montiert, bevor ausführliche Tests des gesamten Trägersystems durchgeführt werden.</p>



<p>Der letzte Schritt vor dem eigentlichen Start ist dann die Fahrt der (fast schon) startbereiten Rakete auf der mobilen Startplattform zum Startpunkt. Diesen rund 550 Meter langen Weg legt die mobile Startplattform auf Schienen zurück, gezogen von zwei so genannten&nbsp;<em>Trackmobiles</em>. Die Plattform versorgt die Rakete mit Treibstoff und Strom und stellt die Datenverbindung zum Startkontrollzentrum her. Der bis zur Spitze 56 Meter messende Turm auf der Startplattform dient dem Windschutz für die Rakete nach Verlassen des&nbsp;<em>VIF</em>, außerdem werden durch ihn Treibstoffleitungen zur&nbsp;<em>Centaur</em>-Oberstufe sowie Leitungen mit klimatisierter Luft zur Nutzlast in der Raketenspitze geführt. Nach etwa einer halben Stunde hat die Plattform den Startpunkt erreicht, wo sie abgesenkt und auf dem Betonfundament gesichert wird. Nach der Ankunft der mobilen Startplattform beim Startpunkt werden die erste Stufe der Rakete sowie die&nbsp;<em>Centaur</em>-Oberstufe automatisch auf mögliche Lecks hin getestet und anschließend betankt. Danach ist die&nbsp;<em>Atlas 5</em>&nbsp;startbereit.</p>



<p>Zudem gibt es für die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;in Vandenberg eine weitere Startrampe, nämlich&nbsp;<em>SLC 3E</em>. Diese wurde schon vorher für das&nbsp;<em>Atlas</em>-Programm genutzt und für die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;umgebaut. Man nutzte im Grunde genommen die vorherigen Startanlagen und kein System wie in Cape Canaveral, die Rakete wird, wie bei den Anfängen der Raumfahrt, auf der Startrampe aufgebaut.</p>



<p>Nachdem&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;beschloss, ihre Raumkapsel&nbsp;<em>CST-100</em>&nbsp;mit der&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;zu starten, muss nun auch die Startanlage in Cape Canaveral überarbeitet werden. Vor allem heißt das, dass Anlagen gebaut werden müssen, um den Crewzugang zur Rakete zu gewährleisten sowie Notfallanlagen im Falle einer Evakuierung der Kapsel.</p>



<p><strong>Starts</strong></p>



<p>Insgesamt (Stand: Juli 2013) startete die&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;39 Mal, der Jungfernflug fand am 23. August 2002 mit einer&nbsp;<em>Atlas V 401</em>&nbsp;von Cape Canaveral aus statt. Seit diesem wurden von 18 verschiedenen Versionen insgesamt acht genutzt:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Atlas V 401</em>: 18 Starts</li><li><em>Atlas V 411</em>: drei Starts</li><li><em>Atlas V 421</em>: drei Starts</li><li><em>Atlas V 431</em>: zwei Starts</li><li><em>Atlas V 501</em>: vier Starts</li><li><em>Atlas V 521</em>: zwei Starts</li><li><em>Atlas V 531</em>: zwei Starts</li><li><em>Atlas V 541</em>: ein Start</li><li><em>Atlas V 551</em>: vier Starts</li></ul>



<p>Bisher wurden aber folgende Versionen nicht benutzt:&nbsp;<em>Atlas V 402</em>,&nbsp;<em>Atlas V 412</em>,&nbsp;<em>Atlas V 422</em>,&nbsp;<em>Atlas V 432</em>,<em>&nbsp;Atlas V 502</em>,&nbsp;<em>Atlas V 511</em>,&nbsp;<em>Atlas V 512</em>,&nbsp;<em>Atlas V 522</em>,&nbsp;<em>Atlas V 532</em>,<em>&nbsp;Atlas V 542</em>,&nbsp;<em>Atlas V 552</em>,&nbsp;<em>Atlas V Heavy SEC</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Atlas V Heavy DEC</em>.</p>



<p>Die Atlas V startete zunächst noch einige kommerzielle Nutzlasten, wie den Kommunikationssatelliten&nbsp;<em>Astra 1KR</em>, doch nachdem sich&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Lockheed Martin</em>&nbsp;darauf einigten, die Starts von&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Delta IV</em>&nbsp;gemeinsam mittels der&nbsp;<em>United Launch Alliance (ULA)</em>&nbsp;zu vertreiben, wurden keine oder nur noch wenige kommerzielle Starts angeboten und man spezialisierte sich für Starts für die&nbsp;<em>USAF</em>. Zudem orderte die NASA auch einige Träger, wobei heutzutage sie so etwas wie ein &#8222;Standartträger&#8220; für schwerere NASA-Nutzlasten und -Sonden ist. So startete man am 12. August 2005 die Raumsonden&nbsp;<em>Mars Reconnaissance Orbiter (MRO)</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 401</em>, am 19. Januar 2011 die Plutosonde&nbsp;<em>New Horizons</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 551</em>, wobei man zusätzlich eine&nbsp;<em>Star 48B</em>Oberstufe nutzte, um die nur 500 kg schwere Sonde mit etwa 42.000 km/h zum bisher schnellsten von Menschen gebauten Objekt zu machen. Weitere NASA-Sonden, die mit einer&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;gestartet wurden, sind&nbsp;<em>LRO/LCROSS</em>&nbsp;(18. Juni 2009 mit einer&nbsp;<em>Atlas V 401</em>), das Solarobservatorium&nbsp;<em>SDO</em>&nbsp;(11. Februar 2010 mit einer&nbsp;<em>Atlas V 401</em>) und die Jupitersonde&nbsp;<em>Juno</em>(5. August 2011 mit einer&nbsp;<em>Atlas V 551</em>). Zudem soll 2011 der Rover&nbsp;<em>Curiosity</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 541</em>&nbsp;zum Mars starten. Doch wurden vor allem Militärsatelliten gestartet, unter anderem auch die zwei Mini-Shuttles&nbsp;<em>X-37B OTV-1</em>&nbsp;und&nbsp;<em>OTV-2</em>&nbsp;jeweils mit einer&nbsp;<em>Atlas V 501</em>.</p>



<p><strong>Ausblick</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="598" height="381" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/boeing-cst-100-iss.jpg" alt="" class="wp-image-67515" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/boeing-cst-100-iss.jpg 598w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/boeing-cst-100-iss-300x191.jpg 300w" sizes="(max-width: 598px) 100vw, 598px" /><figcaption>Eine der zukünftigen Nutzlasten der Atlas V: die Kapsel CST-100.
(Bild: Boeing)</figcaption></figure></div>



<p>Die Zukunft der&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;kann nicht besser sein: Die&nbsp;<em>USAF</em>&nbsp;hat immer noch genügend Aufträge für die Rakete und man plant, auch bemannte Flüge mit diesem Träger zu starten. Einem Konzept nach soll eine&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;entweder eine&nbsp;<em>CST-100</em>-Kapsel von&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;oder einen Raumgleiter vom Typ&nbsp;<em>Dream Chaser</em>&nbsp;von&nbsp;<em>Sierra Nevada</em>&nbsp;zur Internationalen Raumstation ISS bzw. zur&nbsp;<em>Bigelow</em>-Raumstation starten. Zunächst müsste aber das&nbsp;<em>RD-180</em>-Triebwerk&nbsp;<em>human-rated</em>, also so weit verbessert werden, dass die Rakete sicher genug für einen bemannten Start ist. Dies war aber zunächst kein größeres Problem, da man für die neue russische Großrakete&nbsp;<em>Rus-M</em>, mit der unter anderem auch die neue bemannte russische Kapsel&nbsp;<em>PPTS</em>&nbsp;gestartet werden soll, das&nbsp;<em>RD-180</em>&nbsp;in der Erststufe benutzt und dieses sowieso&nbsp;<em>human-rated</em>&nbsp;gemacht werden soll. Auch nachdem&nbsp;<em>Rus-M</em>&nbsp;auf Eis gelegt wurde, ist die Weiterentwicklung des&nbsp;<em>RD-180</em>&nbsp;sicher, da es schon entsprechende Verträge gibt.</p>



<p>Am 5. August, also am Starttag der Raumsonde&nbsp;<em>Juno</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 551</em>, beschloss die Firma&nbsp;<em>Boeing</em>&nbsp;(die mit&nbsp;<em>Lockheed Martin</em>&nbsp;die&nbsp;<em>ULA</em>&nbsp;betreibt), dass ihre Raumkapsel&nbsp;<em>CST-100</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 412</em>, also eine&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;mit einem Booster und einer&nbsp;<em>DEC-Centaur</em>, starten soll. Damit soll auch die Startanlage&nbsp;<em>LC-41</em>&nbsp;in Cape Canaveral so modifiziert werden, dass auch bemannte Starts von der Startanlage möglich sein sollen. Darüber hinaus plant die&nbsp;<em>Sierra Nevada Corporation</em>&nbsp;(<em>SNC</em>), ihr Minishuttle&nbsp;<em>Dream Chaser</em>&nbsp;mit einer&nbsp;<em>Atlas V 402</em>&nbsp;starten zu lassen.</p>



<p>Es gibt aber auch Konzepte, bei denen die Rakete verbessert werden soll:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Bei der&nbsp;<em>Atlas V Phase 2</em>&nbsp;wird der Durchmesser der Hauptstufe auf 5,4 m erhöht und die&nbsp;<em>Centaur</em>&nbsp;soll in der&nbsp;<em>DEC</em>-Ausführung geflogen werden. Die Veränderungen zur&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;sollen nur minimal sein. Der Nutzen dieser Rakete soll darin bestehen, bemannte Kapseln entweder zur ISS oder in den Mondübergangsorbit (28,5° Deklination) zu bringen. Die maximale Nutzlast soll 26 t betragen.</li><li>Eine Weiterentwicklung zur&nbsp;<em>Atlas V Phase 2</em>&nbsp;besteht darin, den Durchmesser der Erststufe auf 8 m zu erweitern, wobei drei Triebwerke vom Typ&nbsp;<em>RD-180</em>&nbsp;in einer Stufe benutzt werden. Diese neue Erststufe wird als&nbsp;<em>8 m Core</em>&nbsp;bezeichnet. Auch die&nbsp;<em>Centaur</em>&nbsp;bekommt einen größeren Durchmesser und vier&nbsp;<em>RL-10</em>-Triebwerke. Mit dieser Rakete sollen maximal 70 t Nutzlast möglich sein.</li><li>Die&nbsp;<em>Human Rated Atlas V</em>&nbsp;entspricht der oben erwähnten Verbesserung für&nbsp;<em>CST-100</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Dream Chaser</em>, wobei man drei&nbsp;<em>CCB</em>s als Erststufe nutzen möchte.</li><li>Bei der&nbsp;<em>Atlas V Phase X</em>&nbsp;handelt es sich um eine&nbsp;<em>Atlas V</em>&nbsp;aus&nbsp;<em>8 m Core</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Wide Body Centaur</em>, wobei zwei normale&nbsp;<em>CCB</em>s als Booster benutzt werden sollen. Maximal ist eine Nutzlast von 95 t möglich.</li><li>Die&nbsp;<em>Atlas V Phase 3A</em>&nbsp;entspricht der&nbsp;<em>Atlas V Phase 2</em>&nbsp;mit 5,4 m Durchmesser, wobei man vier weitere Erststufen mit 5,4 m Durchmesser als Booster verwendet. Sie ist mit einer maximalen Nutzlast von 94 t die stärkste Verbesserung der&nbsp;<em>Atlas V</em>.</li></ul>



<p class="has-text-align-center">&#8211;  Ende &#8211;</p>
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		<title>Erfolgreicher Jungfernflug der neuen Atlas V-Rakete</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erfolgreicher-jungfernflug-der-neuen-atlas-v-rakete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Aug 2002 22:18:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raketen]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Atlas V]]></category>
		<category><![CDATA[Centaur]]></category>
		<category><![CDATA[Hot Bird 5]]></category>
		<category><![CDATA[ILS]]></category>
		<category><![CDATA[Raketenstart]]></category>
		<category><![CDATA[RD-180]]></category>
		<category><![CDATA[RL-10]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Um 00:05 Uhr (MESZ) ist am heutigen Donnerstag (21. August 2002) die neuentwickelte Atlas&#160;V-Rakete von Cape Canaveral aus zu ihrem Jungfernflug gestartet und hat den Kommunikationssatelliten HOT BIRD&#160;6 rund eine halbe Stunde später im geplanten Orbit platziert. Ein Beitrag von Michael Stein Quelle: ILS. Die Atlas V stellt den jüngsten Sproß einer Raketenfamilie dar, deren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Um 00:05 Uhr (MESZ) ist am heutigen Donnerstag (21. August 2002) die neuentwickelte <em>Atlas&nbsp;V</em>-Rakete von Cape Canaveral aus zu ihrem Jungfernflug gestartet und hat den Kommunikationssatelliten <em>HOT BIRD&nbsp;6</em> rund eine halbe Stunde später im geplanten Orbit platziert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Michael Stein Quelle: ILS.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/05/n020822_01.jpg" alt=""/><figcaption>Erster Start einer &#8222;Atlas V&#8220;-Rakete<br>(Foto: ILS)</figcaption></figure></div>



<p>Die <em>Atlas V</em> stellt den jüngsten Sproß einer Raketenfamilie dar, deren Anfänge bis zum Beginn der 1960er Jahre zurückreichen. Diese von <em>Lockheed Martin Space Systems</em> produzierte Rakete ist die stärkste Version der <em>Atlas</em>-Raketen und wurde entworfen, um den Anforderungen des <em>Evolved Expendable Launch Vehicle</em>-Programms der U.S. Air Force sowie des globalen kommerziellen Satellitenmarktes nach zuverlässigeren und kostengünstigeren Trägersystemen zu genügen.<br>&nbsp;<br>Die heute gestartete Version <em>Atlas&nbsp;V 401</em> ist die leistungsschwächste Variante des neuen Trägersystems und besteht aus zwei Stufen: dem mit einem russischen <em>RD-180</em>-Triebwerk ausgestatteten so genannten <em>Common Core Booster</em> sowie der mit einem amerikanischen <em>RL-10</em>-Triebwerk ausgestatteten <em>Centaur</em>-Oberstufe. Insgesamt existieren drei verschiedene <em>Atlas&nbsp;V</em>-Grundtypen, die jeweils mit einer verschiedenen Anzahl von Feststoffboostern ausgestattet werden können und so eine Vielzahl von Variationen erlauben.<br>&nbsp;<br>Um die Ziele &#8222;geringere Kosten&#8220;, &#8222;höhere Startfrequenzen&#8220; und &#8222;höhere Zuverlässigkeit&#8220; zu erreichen wurde nicht nur die Rakete neu entwickelt, auch der <em>Startkomplex&nbsp;41</em> ist neu errichtet worden. Im Gegensatz zur früheren Verfahrensweise werden die einzelnen Stufen der Rakete nicht erst auf der Startrampe aufeinander montiert, sondern in einem dafür ebenfalls neu errichteten <em>Vehicle Assembly Building</em>. Dort wird ebenfalls die Nutzlast auf die Rakete gesetzt, erst dann erfolgt der Transport des kompletten Systems auf einer mobilen Plattform zum Startplatz.<br>&nbsp;<br>Mit dem heutigen Jungfernflug kann die <em>Atlas</em>-Raketenfamilie nun auf 61 erfolgreiche Starts hintereinander zurückblicken. Der nächste Start der neuen <em>Atlas&nbsp;V</em> ist für den kommenden Dezember geplant, dann soll ein kanadischer Kommunikationssatellit ins All gebracht werden.</p>
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