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	<title>ROLIS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>ROLIS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Rosetta sucht nach einem Signal vom Lander Philae</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 21:11:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Batterie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Seit dem 15. November 2014 befindet sich der drei Tage zuvor von der Raumsonde Rosetta auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzte Lander Philae in einen energiebedingten Schlafmodus. Am kommenden Donnerstag soll Rosetta jetzt erstmals versuchen, einen erneuten Kontakt zu dem Lander herzustellen. Sollte dies gelingen, so könnte die direkte Erkundung der Kometenoberfläche durch den Kometenlander fortgesetzt werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.   Quelle: DLR</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_big-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/phliae_abstieg_12_11_2014_a-1.jpg" alt="Die Landeprozedur von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen OSIRIS-Kamera dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae - so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten - konnte bei dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch 'prallte' Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses 'Steigfluges' erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite 'Landung' erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste 'Freiflug' erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten 'Weiterfluges'. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem 'Kopf' des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung des ehemals ebenfalls als potentielle Landeregion ausgewählten Bereiches &quot;B&quot; liegen dürfte.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Die Landeprozedur von Philae wurde mit der<br> an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen <br><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a> dokumentiert. Dabei konnte diese<br> Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das<br> Landegestell von Philae &#8211; so die Auswertung<br> der entsprechenden Telemetriedaten &#8211; konnte bei<br> dem ersten Aufsetzen zwar einen Teil der<br> kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch &#8218;prallte&#8216;<br> Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg<br> zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von<br> 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche<br> des Kometen auf. Im Rahmen dieses &#8218;Steigfluges<br>&#8218; erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis<br> zu einem Kilometer über der Oberfläche und<br> legte dabei einer horizontale Distanz von bis<br> zu einem Kilometer zurück, bevor nach <br>110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte. <br>Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben<br> von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste<br> &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa<br> drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal<br> nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz<br> rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum<br> Beginn des ersten &#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo<br> Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte<br> bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt <br>jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem &#8218;Kopf&#8216;<br> des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung <br>des ehemals ebenfalls als potentielle <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-fuenf-landeplatzkandidaten-fuer-philae/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Landeregion ausgewählten Bereiches “B“</a> liegen dürfte.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p>Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>.</p>



<p>Bereits am 12. November 2014 wurde dabei ein weiterer Höhepunkt dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: Der von der Raumsonde <em>Rosetta</em> mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> wurde von <em>Rosetta</em> abgetrennt und erreichte um 16:35 MEZ die Oberfläche des Kometen 67P (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Köln</a>). Dort kam er schließlich nach einer <a href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">dreifachen Landung</a> an einem ungeplanten Standort zum Stehen, welcher aufgrund der dort gegebenen schlechten Beleuchtungsverhältnisse &#8211; die Sonne erreichte den Lander an diesem Standort pro &#8218;Kometentag&#8216; für lediglich etwa eine Stunde &#8211; keine Möglichkeit bot, seine Energiereserven in einem ausreichenden Umfang zu erneuern.</p>



<p>Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus einer auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Batterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<p><strong>Warten auf ein erneutes Lebenszeichen von <em>Philae</em></strong></p>



<p>Damit ist die Mission von <em>Philae</em> jedoch keineswegs zwingend beendet. Aufgrund der zunehmenden Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des jetzigen Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen immer mehr. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der Lander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwacht und sich reaktiviert.</p>



<p>&#8222;<em>Philae</em> erhält zurzeit ungefähr doppelt so viel Sonnenenergie wie im November vergangenen Jahres&#8220;, so der für den Betrieb des Kometenlanders zuständige Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Immerhin ist der Komet derzeit &#8217;nur&#8216; noch rund 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. &#8222;Wahrscheinlich wird es trotzdem noch zu kalt für den Lander sein, um aufzuwachen &#8211; aber ein Versuch ist es wert. Die Chancen steigen mit jedem Tag.&#8220;</p>



<p>Deshalb wird am kommenden Donnerstag, dem 12. März um 05:00 MEZ erstmals die Kommunikationseinheit des <em>Rosetta</em>-Orbiters aktiviert, um den Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Lander durchzuführen. Allerdings, so die Mitarbeiter der Mission, sollten die damit verknüpften Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden, denn es wäre schon sehr viel Glück im Spiel, wenn bereits direkt am 12. März wirklich ein Signal von dem Lander zu empfangen wäre. Eine deutlich realistischere Wahrscheinlichkeit ergibt sich dagegen erst in einigen Monaten.</p>



<p><strong>Sowohl Temperatur- als auch Energiewerte sind entscheidend</strong></p>



<p>Damit der Kometenlander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwachen kann müssen nämlich zunächst zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein.</p>



<p>Zunächst muss im Inneren des Landers ein Temperaturwert erreicht werden, welcher oberhalb von minus 45 Grad Celsius liegt. Neben einer mehrschichtigen Thermalisolierung (engl. &#8222;Multi Layer Insulation&#8220;) ist <em>Philae</em> zu diesem Zweck mit einem elektrischen Heizsystem ausgerüstet, welches seit dem Übertritt in den derzeitigen Schlafmodus den Großteil der zur Verfügung stehenden Energiereserven beanspruchte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_a.jpg" alt="Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort immer noch nicht ermittelt werden konnte. Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet von Philae. Der Lander würde aus dieser Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera<br> am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die <br>eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche<br> Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort<br> immer noch nicht ermittelt werden konnte. <br>Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung <br>von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet<br> von Philae. Der Lander würde aus dieser <br>Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;<em>Philae</em> ist so konstruiert, dass er seit dem November 2014 jedes bisschen Sonnenenergie dafür nutzt, sich aufzuheizen&#8220;, so Dr. Koen Geurts vom DLR.</p>



<p>Zusätzlich zu diesem zwingend erforderlichen Temperaturwert muss der Lander über seine für die Energiegewinnung zuständigen Solarzellen mit mindestens 5,5 Watt Energie versorgt werden, damit er aufwachen kann. Sobald der Lander feststellt, dass er mit mehr als diesen 5,5 Watt Energie versorgt wird und seine Innentemperatur über den besagten minus 45 Grad Celsius liegt, beendet <em>Philae</em> den derzeitigen Schlafmodus automatisch, heizt sich weiter auf und versucht zudem zusätzlich, seine Batterie zu laden. Bisher fiel die Sonneneinstrahlung an dem mit dem Namen &#8222;Abydos&#8220; belegten finalen Landeplatz zu gering aus, um diesen erforderlichen Mindestwerte zu überschreiten.</p>



<p>Einmal aufgewacht, schaltet <em>Philae</em> alle 30 Minuten den Empfänger seines Kommunikationssystems ein und versucht dabei ein Signal von dem Kometenorbiter <em>Rosetta</em> zu empfangen. Diese Aktivierung des Kommunikationssystems kann der Lander bereits bei einem noch sehr niedrigen Energiestand durchführen.</p>



<p>&#8222;Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass er wach ist&#8220;, erläutert Koen Geurts diese zunächst nur passiv erfolgende Prozedur der Kontaktaufnahme. &#8222;Um uns eine Antwort zu schicken, muss <em>Philae</em> nämlich auch seinen Sender einschalten &#8211; und dafür benötigt er zusätzliche Energie.&#8220; Es könnte also durchaus der Fall eintreten, dass der Lander zwar in 500 Millionen Kilometern Entfernung zu Erde bereits aus seinem Winterschlaf aufgewacht ist, seine Energiereserven aber noch nicht ausreichen, um sein Kontrollteam auf der Erde darüber in Kenntnis zu setzen. Insgesamt benötigt der Lander 19 Watt, damit er in Betrieb gehen und zudem eine aktive Kommunikation aufnehmen kann.</p>



<p>Derzeit ist geplant, dass <em>Rosetta</em> zunächst bis zum 20. März versuchen wird, einen Kontakt mit <em>Philae</em> herzustellen. Diese Versuche einer Kontaktaufnahme werden dabei zu Zeitpunkten erfolgen, an denen sich <em>Rosetta</em> mehr oder weniger direkt über dem vermuteten Standort des Landers befindet. Zum gleichen Zeitpunkt muss die Kometenoberfläche dabei zudem von der Sonne beleuchtet werden. Denn nur dann &#8217;steht&#8216; <em>Philae</em> direkt im Sonnenlicht und wird über seine Solarpaneele direkt mit Energie versorgt.</p>



<p>&#8222;Sollten wir bis zum 20. März keinen Kontakt zu <em>Philae</em> aufbauen können, werden wir dies bei der nächsten Gelegenheit wiederholen&#8220;, so Dr. Stephan Ulamec. Die jetzt beginnenden Versuche einer Kontaktaufnahme gehen allerdings von einem optimistisch veranschlagten Szenario aus. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass der Lander erst in den kommenden Monaten über genügend Energie verfügen wird, um auf eine &#8218;Anfrage&#8216; des Orbiters zu reagieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/philae_civa_12_11_2014_a.jpg" alt="Diese Aufnahme fertigte die an Bord des Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme fertigte die an Bord des<br> Kometenlanders befindliche CIVA-Kamera am<br> 12. November 2014 an. Im Bildvordergrund ist<br> einer der drei Landefüße des Landers erkennbar.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CIVA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Blind Commanding</strong></p>



<p>Bisher konnte der exakte Ort, an dem <em>Philae</em> letztendlich auf der Oberfläche von 67P zum stehen kam, trotz aller Bemühungen noch nicht identifiziert werden. Aus diesem Grund arbeitet das <em>Philae</em>-Operations-Team des DLR derzeit mit den Informationen, welche ihnen die Aufnahmen der CIVA- und der ROLIS-Kamera des Landers sowie die Erfahrungswerte bezüglich der Solarenergie aus dem November 2014 bieten.</p>



<p>&#8222;Wir gehen aber davon aus, dass die Solarpaneele von Philae durch etwas abgeschattet werden, was wir auf den bisherigen Bildern nicht sehen können&#8220;, so Dr. Koen Geurts.</p>



<p>Als erstes sollen deshalb immer wieder neue Kommandos an den Lander gesendet werden, welche das Heizen optimieren und den so eingesparten Energieaufwand für die Kommunikation zur Erde zur Verfügung stellen sollen. Selbst wenn <em>Philae</em> noch nicht genügend Energie zur Verfügung hat, um auf die Kontaktrufe des Orbiter zu antworten, könnte der Lander diese Kommandos empfangen und in die Praxis umsetzen.</p>



<p>Diese Prozedur wird auch als &#8222;Blindes Kommandieren&#8220; bezeichnet und wurde zuvor an einem Bodenmodell des Landers, welches sich an dem für den Betrieb von <em>Philae</em> zuständigen <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.dlr.de/de/rb/forschung-betrieb/infrastruktur/lander-kontrollzentrum-lcc" target="_blank" data-wpel-link="external">Kontrollzentrum</a> &#8211; dem DLR-Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln &#8211; befindet, ausführlich getestet. Aber auch für den Fall, dass die aufladbare Batterie von <em>Philae</em> die jetzt bereits mehrere Monate andauernde Kältephase nicht unbeschadet überstanden hat, wappnen sich die an der Mission beteiligten Ingenieure und Wissenschaftler.</p>



<p>&#8222;Wir arbeiten gerade daran, dass wir mit dem Lander und den Instrumenten dann zumindest während der Kometentage und somit bei direkter Sonnenbestrahlung arbeiten können&#8220;, so Dr. Koen Geurts weiter.</p>



<p><strong>Telemetriedaten diktieren die weitere Vorgehensweise</strong></p>



<p>Erst wenn <em>Philae</em> nicht nur aufwacht, sondern auch aktiv senden kann, wird der Kometenlander aktuelle Telemetriedaten zur Erde übermitteln, welche den beteiligten Ingenieuren einen Überblick über den gegenwärtigen &#8218;Gesundheitszustand&#8216; des Landers bieten werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/instrumente_philae_a.jpg" alt="Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet.
(Bild: ESA, ATG medialab)"/></a><figcaption>Insgesamt ist der Kometenlander Philae mit<br> <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" data-wpel-link="external">zehn wissenschaftlichen Instrumenten</a> ausgestattet.<br>(Bild: ESA, ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Diese Daten werden wir dann auswerten: Wie geht es der aufladbaren Batterie? Funktioniert noch alles am Lander? Welche Temperatur herrscht? Wieviel Energie erhält er?&#8220;, so Koen Geurts.</p>



<p>Abhängig von diesen Ergebnissen sind auch die weiteren wissenschaftliche Arbeiten, welche dann von <em>Philae</em> noch ausgeführt werden können. Kann die Batterie keine oder nur wenig Energie speichern, so bestimmt die während eines Kometentages zu gewinnende Sonnenenergie, ob man eventuell eine &#8218;abgespeckte&#8216; Version an Messungen durchführen kann. Zurzeit gehen die Wissenschaftler davon aus, dass <em>Philae</em> gegenwärtig während eines Kometentages etwa 1,3 Stunden lang direkt von der Sonne beleuchtet und somit auch mit Energie versorgt wird. Lädt die Batterie hingegen über einen längeren Zeitraum pro Kometentag &#8211; insgesamt dauert ein kompletter Tag-/Nachtzyklus auf 67P 12,4 Stunden &#8211; auf, dann könnte auch während der &#8218;Kometennacht&#8216; gearbeitet werden. In einem solchen Fall könnten beispielsweise auch Langzeitmessungen durchgeführt werden.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kometenlander Philae &#8211; Datenauswertung hat begonnen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kometenlander-philae-datenauswertung-hat-begonnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 21:38:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Abschluss seiner Primärmission und dem am vergangenen Samstag erfolgten Übertritt in einen Schlafmodus hat mittlerweile die Auswertung der Daten begonnen, welche der Kometenlander Philae im Verlauf der letzten Woche von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zur Erde übermittelt hat. Bereits jetzt zeigt sich, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler eine reiche Ernte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach dem Abschluss seiner Primärmission und dem am vergangenen Samstag erfolgten Übertritt in einen Schlafmodus hat mittlerweile die Auswertung der Daten begonnen, welche der Kometenlander Philae im Verlauf der letzten Woche von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zur Erde übermittelt hat. Bereits jetzt zeigt sich, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler eine reiche Ernte eingefahren haben, was den Erfolg dieser Mission bestätigt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR, ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17112014223817_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17112014223817_small_1.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Die Landung von Philae wurde mit der an Bord des Orbiters Rosetta befindlichen 
<a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kamera</a>
 dokumentiert. Dabei konnte diese Kamera den Lander mehrfach abbilden. Das Landegestell von Philae &#8211; so die Auswertung der entsprechenden Telemetriedaten &#8211; konnte beim ersten Aufsetzen zwar einen Teil der kinetischen Energie aufnehmen. Dennoch &#8218;prallte&#8216; Philae von der Kometenoberfläche ab und stieg zunächst wieder mit einer Geschwindigkeit von 38 Zentimetern pro Sekunde von der Oberfläche des Kometen auf. Im Rahmen dieses &#8218;Steigfluges&#8216; erreichte der Lander eine Höhe von eventuell bis zu einem Kilometer über der Oberfläche und legte dabei einer horizontale Distanz von bis zu einem Kilometer zurück, bevor nach 110 Minuten eine zweite &#8218;Landung&#8216; erfolgte. Auch dieser Aufprall hatte ein erneutes Abheben von der Oberfläche zur Folge. Dieser nächste &#8218;Freiflug&#8216; erfolgte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern pro Sekunde und dauerte diesmal nur noch etwa sieben Minuten. Das Einzelfoto ganz rechts in dieser Aufnahme zeigt den Lander zum Beginn des ersten &#8218;Weiterfluges&#8216;. Der exakte Ort, wo Philae dann endgültig zum Stehen gelangte, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Als sicher gilt jedoch, dass dieser sich ebenfalls auf dem &#8218;Kopf&#8216; des Kometen befindet und in etwa in der Umgebung des ehemals ebenfalls als potentielle Landeregion ausgewählten 
<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-fuenf-landeplatzkandidaten-fuer-philae/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Bereiches &#8222;B&#8220;</a>
 liegen dürfte. 
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug durch unser Sonnensystem erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Rosetta</i> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <i>Rosetta</i> diesen Kometen auf seinem Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems intensiv mit <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>. </p>



<p>Am 12. November wurde dabei ein weiterer Höhepunkt dieser überaus ambitionierten und erfolgreichen Mission zur Erforschung unseres Sonnensystems erreicht: Der von der Raumsonde <i>Rosetta</i> mitgeführte Kometenlander <i>Philae</i> wurde von <i>Rosetta</i> abgetrennt und erreichte um 16:35 MEZ die Oberfläche des Kometen 67P. Der Eingang des entsprechenden Signals auf der Erde erfolgte um 17:03 MEZ (Raumfahrer.net berichtete live aus den Raumsondenkontrollzentren in <a href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Darmstadt</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Köln</a>). Dort kam er schließlich nach einer <a href="https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">dreifachen Landung</a> an einem ungeplanten Standort zum Stehen, welcher aufgrund der dort gegebenen Beleuchtungsverhältnisse keine Möglichkeit bot, seine Energiereserven zu erneuern. </p>



<p>Trotzdem konnte der Lander &#8211; mit der Energie aus seiner auf eine Einsatzdauer von etwa 60 Stunden ausgelegten Primärbatterie versorgt &#8211; in den folgenden 56 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November so weit erschöpft waren, dass sich <i>Philae</i> um 01:36 MEZ in einen &#8222;Schlafmodus&#8220; versetzte. </p>



<p>Damit ist die Mission von <i>Philae</i> jedoch keineswegs beendet. Für die beteiligten Wissenschaftler beginnt jetzt vielmehr die Phase einer aufwendigen Datenaufbereitung und -auswertung. Trotzdem liegen dabei bereits zu diesem frühen Zeitpunkt erste Erkenntnisse vor. </p>



<p>&#8222;Wir haben viele wertvolle Daten gesammelt, die man nur in direkter Berührung mit dem Kometen erhalten kann. Zusammen mit den Messungen der <i>Rosetta</i>-Sonde sind wir auf einem guten Weg, Kometen besser zu verstehen. Ihre Oberflächeneigenschaften scheinen ganz anders zu sein als bisher gedacht&#8220;, so Dr. Ekkehard Kührt vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof. 
<br>
<strong>Eine eisige und harte Oberfläche</strong>
<br>
Eines der Instrumente des Landers &#8211; die Thermalsonde MUPUS &#8211; sollte mit mehreren Sensoren die Oberflächentemperatur und oberflächennahen Temperaturprofile, die thermischen Leitfähigkeit des Oberflächenmaterials sowie die Festigkeit und die Dichte der kometaren Materie ermitteln. Dabei sollte sich die Sonde auch unter die Oberfläche des Kometen &#8218;hämmern&#8216;. </p>



<p>&#8222;Obwohl die Leistung des Hammers stufenweise erhöht wurde, konnten wir sie nicht tief in den Boden fahren&#8220;, so Prof. Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung, der Leiter des für MUPUS zuständigen Wissenschaftlerteams. Daraus leiten die Wissenschaftler ab, dass 67P über eine unerwartet harte Oberfläche verfügt, welche über die Festigkeit von tiefgefrorenem Eis verfügt. </p>



<p>&#8222;Wir haben reiche Ernte eingefahren und müssen diese Daten jetzt noch alle analysieren&#8220;, so Professor Spohn weiter. Lediglich die in den Ankern des Landers integrierten Thermalsensoren und Beschleunigungsmesser des MUPUS-Experiments kamen nicht zum Einsatz, da diese Anker, welche <i>Philae</i> auf der Kometenoberfläche fixieren sollten, bei der Landung nicht ausgelöst wurden. </p>



<p><strong>Das SESAME-Instrument</strong>
<br>
Bei dem SESAME-Instrument handelt es sich um ein aus drei Einzelinstrumenten bestehendes Sensorenpaket, welche der Analyse der akustischen und dielektrischen Eigenschaften des Kometenkerns und seiner oberflächennahen Struktur dienen. Auch die an diesem Instrument beteiligten Wissenschaftler können bereits jetzt bestätigen, dass 67P offenbar bei weitem nicht so weich und &#8218;fluffig&#8216; ist, wie zuvor angenommen wurde. Das in den Landerbeinen befindliche Instrument CASSE &#8211; eines der drei Einzelinstrumente von SESAME &#8211; wurde bereits während des Landeanfluges an 67P aktiviert und registrierte bei der Landung deutlich den ersten Kontakt mit der Kometenoberfläche. </p>



<p>&#8222;Die Festigkeit der Eisschicht unter einer Staubschicht am ersten Landeplatz ist überraschend hoch&#8220;, so Dr. Klaus Seidensticker vom DLR-Institut für Planetenforschung. Diese Staubschicht verfügt anscheinend über eine Stärke von nur wenigen Zentimetern. Die beiden anderen Instrumentenkomplexe von SESAME liefern dagegen Hinweise auf eine derzeit noch eher geringe Aktivität des Kometen an der Landestelle sowie auf eine größere Menge an Wassereis, welche sich offenbar direkt unter <i>Philae</i> befindet. </p>



<p><strong>Die Analyse einer Bohrprobe</strong>
<br>
Als letztes der Instrumente von <i>Philae</i> wurde am 14. November der Bohrmechanismus SD2 aktiviert. Hierbei handelt es sich um einen Bohrer, welcher Bodenproben aus einer Tiefe von bis zu 30 Zentimeter zutage fördern und anschließend den Analyseinstrumenten COSAC und PTOLEMY zur Verfügung stellen sollte. COSAC dient der Bestimmung der elementaren, isotopischen und chemischen Zusammensetzung der gefrorenen Komponenten der Kometenoberfläche. Bei PTOLEMY handelt es sich dagegen um ein Massenspektrometer mit einem vorschaltbaren Gaschromatographen zur Untersuchung der isotopischen Zusammensetzung der Bohrproben. </p>



<p>Derzeit gilt als gesichert, dass der Bohrer vollständig ausgefahren wurde und alle erforderlichen Arbeitsschritte abarbeitete, um eine Probe in den dafür vorgesehenen Analyseofen zu transportieren. Ob dabei wirklich eine Bodenprobe gewonnen und auch geliefert wurde ist dagegen noch unklar. Auf jeden Fall reagierte auch das Instrument COSAC wie vorgesehen. In einem nächsten Schritt müssen die Wissenschaftler die gewonnen Daten jedoch zunächst analysieren und dabei unter anderem herausfinden, ob mit dem Gaschromatographen von PTOLEMY tatsächlich eine Bodenprobe analysiert wurde. </p>



<p>&#8222;Wir haben zurzeit noch keine Informationen über Menge und Gewicht der Bodenprobe&#8220;, so Dr. Fred Goesmann vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. </p>



<p>Weitere Informationen über die Bohrung sollen im Rahmen einer engen Zusammenarbeit von mehreren Instrumententeams gewonnen werden. Unter anderem kommt hierbei erneut das CASSE-Instrument ins Spiel. CASSE besteht aus drei <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piezoelektrizit%C3%A4t" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">piezoelektrischen</a> Wandlern zur Erzeugung von akustischen Signalen und einem Empfänger, welcher ebenfalls auf der Basis piezoelektrischer Elemente arbeitet. Dies entspricht dem Prinzip eines Lautsprechers und eines Mikrofons. Für die Bestätigung eines erfolgreich durchgeführten Bohrvorganges wäre es wichtig zu erfahren, ob CASSE dieses Bohren &#8218;gehört&#8216; hat. Des weiteren ist es wichtig zu erfahren, welchen Widerstand die Thermalsonde MUPUS bei dem Hämmern registriert hat. Hieraus lässt sich die exakte Bodenfestigkeit ableiten. Und zudem muss analysiert werden, mit welcher &#8218;Kraft&#8216; der SD2-Bohrer zum Einsatz kam. </p>



<p><strong>Die Suche nach organischen Molekülen</strong>
<br>
Sollte tatsächlich die Entnahme und Analyse einer Bodenprobe gelungen sein, so könnte sich in den dabei gewonnenen Daten auch zeigen, dass darin verschiedene organische Moleküle enthalten sind, welche allgemein als die &#8222;Grundbausteine des Lebens&#8220; bezeichnet werden. Unabhängig davon, ob derartige Moleküle aus einer Tiefe von mehreren Zentimetern an die Oberfläche befördert und analysiert werden konnten, konnte das Instrument COSAC die &#8218;Atmosphäre&#8216;  des Kometen analysieren und dabei auch die ersten organischen Moleküle aufspüren. Die genaue Analyse der dabei gewonnenen Spektren und die Identifikation der nachgewiesenen Moleküle hat bereits begonnen. Diese Arbeiten benötigen aber noch Zeit. </p>



<p><strong>Die ROLIS-Kamera</strong>
<br>
Einer der großen &#8218;Gewinner&#8216; der dreifachen <i>Philae</i>-Landung ist die an der Unterseite des Landers angebrachte ROLIS-Kamera, welche die Phase der ersten Landung mit mehreren Aufnahmen dokumentiert hat. Aber auch nach der finalen Landung auf 67P wurde ROLIS erneut aktiviert und fertigte anschließend multispektrale Aufnahmen der Kometenoberfläche aus nächster Nähe an. Somit liegen dem Team nun Daten von gleich zwei verschiedenen Orten auf dem Kometen vor. 
<br>
<strong>Radiowellen analysierten das Innere des Kometen</strong>
<br>
Bei dem Instrument CONSERT (kurz für &#8222;Comet Nucleus Sounding Experiment by Radio wave Transmission&#8220;) handelt es sich um ein Experiment, welches in Form von zwei Baugruppen sowohl auf dem Kometenlander als auch auf dem Orbiter <i>Rosetta</i> vertreten ist. Zwischen den beiden Instrumentenkomplexen ausgetauschte Radiowellen durchdrangen nach der Landung von <i>Philae</i> auf dem Kometen dessen Kern und lieferten dabei ein dreidimensionales Profil, welches Dank der reichlich gewonnenen Daten detaillierte Informationen über die innere Struktur und die Zusammensetzung  des Kometenkerns liefern wird. Allerdings müssen auch diese Daten zuerst ausgewertet werden, bevor gesicherte Aussagen getätigt werden können. Derartige CONSERT-Messungen stellten dann auch die letzten wissenschaftlichen Aktivitäten dar, bevor sich <i>Philae</i> am 15. November in den energiebedingten Schlafmodus versetzte. </p>



<p><strong>Ein erneuter Kontakt mit <i>Philae</i> im nächsten Frühjahr?</strong>
<br>
Diese Daten müssen aber nicht zwingend die letzten Informationen gewesen sein, welche <i>Philae</i> an die Erde übermittelt hat. Es besteht die eventuelle Möglichkeit, dass der Lander seinen derzeitigen Schlafmodus beendet, sobald sich die an seinem derzeitigen und im Detail immer noch unbekannten Aufenthaltsort gegebenen schlechten Lichtverhältnisse verbessern. Im Frühjahr oder spätestens im Sommer 2015 könnten sich dabei eine Beleuchtungs- und Temperatursituation ergeben, welche ein Aufladen der Batterien und damit eine Weiterführung der Mission ermöglicht. </p>



<p>&#8222;Ich bin sehr zuversichtlich, dass <i>Philae</i> wieder Kontakt mit uns aufnimmt und wir die Instrumente erneut betreiben können&#8220;, so der <i>Philae</i>-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR. Der Kometenorbiter <i>Rosetta</i> ist jedenfalls auch weiterhin &#8218;auf Empfang&#8216; und wird auch in den kommenden Monaten nach entsprechenden Signalen von <i>Philae</i> Ausschau halten. &#8222;Auf dem ersten Landeplatz hätten wir dazu natürlich bessere Beleuchtungsbedingungen vorgefunden&#8220;, so Dr. Ulamec weiter. &#8222;Jetzt stehen wir etwas schattiger und werden für das Aufladen [der Batterien] länger benötigen.&#8220; </p>



<p>Trotzdem bietet dieser &#8217;schattige Landeplatz&#8216; auch einen Vorteil, welcher sich auf die Dauer der zukünftig fortzusetzenden Mission auswirkt. <i>Philae</i> wird an seinem jetzigen Standort in Zukunft sehr wahrscheinlich nicht so stark erwärmt werden wie an dem ursprünglich angepeilten Landeplatz <a href="https://www.raumfahrer.net/kometenlander-philae-landeort-und-zeitplan-bestaetigt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Agilkia</a> (ehemals als &#8222;Landeplatz J&#8220; benannt). Dies erhöht prinzipiell die Chance, dass der Lander länger einsatzfähig bleibt als &#8211; wie ursprünglich vorgesehen &#8211; nur bis zum März 2015. </p>



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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Kometenhüpfer Philae &#8211; Update</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-kometenhuepfer-philae-update/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Karger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2014 00:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach einem langen Tag gestern, der mit einer gewissen Unsicherheit ob des Zustands des Landers zu Ende ging, und einer ebenfalls langen Nacht mit Datenanalyse und Auswertungen von ersten Fotos gab die ESA heute im Pressezentrum des ESOC in Darmstadt um 14:00 Uhr in einem Media Briefing neue Informationen bekannt. Arno Hecker war für Raumfahrer.net [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach einem langen Tag gestern, der mit einer gewissen Unsicherheit ob des Zustands des Landers zu Ende ging, und einer ebenfalls langen Nacht mit Datenanalyse und Auswertungen von ersten Fotos gab die ESA heute im Pressezentrum des ESOC in Darmstadt um 14:00 Uhr in einem Media Briefing neue Informationen bekannt. Arno Hecker war für Raumfahrer.net vor Ort und konnte im Anschluss eine Einschätzung von Jean-Pierre Bibring bekommen. &#8211; UPDATE: Paolo Ferri, Leiter der Missionkontrolle hat neue Informationen bekannt gegeben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Oliver Karger</a>.   Quelle: Raumfahrer.net / ESA / Emily Lakdawalla</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Philae_CIVA_20141113_1-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Philae_CIVA_20141113_1-small.jpg" alt="Die ersten beiden Bilder von CIVA - hier bereits zusammengesetzt. Ein Fuss des Landers ist im Vordergrund zu sehen.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)"/></a><figcaption>Die ersten beiden Bilder von CIVA &#8211; hier bereits zusammengesetzt. <br>Ein Fuss des Landers ist im Vordergrund zu sehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)</figcaption></figure></div>



<p>Die Nacht war lang &#8211; so viel stand gleich zu Beginn des Media Briefings fest. Alle Beteiligten schauten etwas müde, aber auch recht zuversichtlich aus. Nachdem gestern aus dem ESOC Hauptkontrollraum (<a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete live</a>) zunächst eine sichere Landung inklusive Verankerung durch die Harpunen bekannt gegeben wurde, musste dies nach etwa einer Stunde vom Team im Landerkontrollraum am DLR in Köln wieder revidiert werden (<a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete ebenfalls live</a>).</p>



<p>Im Verlauf der Nacht und des heutigen Vormittags haben das Landerteam alle verfügbaren Daten gesichtet und die gestern etwas konfuse Situation um Philae stellt sich heute deutlich klarer da.<br>Nachdem es bereits in der Nacht vor der Landung Schwierigkeiten mit dem Kaltgastriebwerk zum Andrücken von Philae auf der Kometenoberfläche gegeben hatte und dieses dann zur Landung auch tatsächlich nicht zur Verfügung stand, hatten die Harpunen, die Philae eigentlich auf der Kometenoberfläche fest verankern sollten, auch nicht gezündet. Philae konnte sich somit frei bewegen. Es gab jedoch eine Funkverbindung über Rosetta zu Philae, dauernd wurden Telemetriewerte zum Gesundheitszustand des Landers und wissenschaftliche Daten der laufenden Experimente gesendet. Allerdings gab es Schwankungen in der Signalamplitude, die bei einer ruhigen, sich nicht ändernden Position relativ zur Kometenoberfläche nicht hätten auftreten sollen. Ein weiterer Indikator, dass sich Philae tatsächlich nicht einer stabilen Position verankert ist, war eine messbare Rotation um die Längsachse, welche durch das Herunterfahren des Drallrads ausgelöst wurde. Wäre Philae fest verankert gewesen, hätte es keine Drehung geben können.<br><br>Heute Nachmittag gab es dann die Bestätigung &#8211; Philae ist nicht nur einmal gelandet, sondern gleich dreimal. Stephan Ulamec beschrieb die mit einer &#8222;Inflation von Landungen.&#8220; Aus Messungen des Magnetfelds konnten die jeweiligen Flugzeiten zwischen den drei Landungen bestimmt werden. Nach der Separation von Rosetta setzte Philae mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s exakt in der Mitte der vorausberechneten Landeellipse auf. Die wäre die perfekte Punktlandung gewesen. Aufgrund des Ausfalls des Kaltgastriebswerks und der nicht auslösenden Harpunen federte Philae mit einem inelastischen Stoß jedoch mit einer Geschwindigkeit von 48 cm/s wieder hoch und setze nach knapp 2 Stunden etwa 1 km entfernt vom Zielgebiet wieder auf. Die zweite Landung erfolgte vermutlich in der Gegend des ursprünglichen Zielgebiets B. Ein weiterer, kleiner Sprung erfolgte mit einigen cm/s. Nach 7 weiteren Minuten kam Philae endgültig zum Stillstand. Während der gesamten Zeit liefen die Experimente, zeichneten Daten auf und übertrugen sie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/CIVA-Full-Panorama-AnnotedEmilyLakdawalla.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/CIVA-Full-Panorama-AnnotedEmilyLakdawalla-small.jpg" alt="ÇIVAs Sicht um Philae mit Beschriftungen von Emily Lakdawalla.
(Bild: ESA / Rosetta / Philae / ÇIVA / annotated by Emily Lakdawalla)"/></a><figcaption>ÇIVAs Sicht um Philae mit Beschriftungen von Emily <br>Lakdawalla.<br>(Bild: ESA / Rosetta / Philae / ÇIVA / annotated<br>by Emily Lakdawalla)</figcaption></figure></div>



<p>Die weitere Analyse zeigt: die Oberfläche hat eine niedrige Dichte, sie ist porös und nicht hart. Unter diese Bedingungen ist ein Abprall unverständlich. Möglicherweise befindet sich unter einer nicht sehr dicken, porösen Staubschicht härteres Gesteinsmaterial.<br>&#8222;Eine Aufnahme der ROLIS-Kamera an Bord von Philae zeigt auf einem Foto 46 Sekunden vor dem ersten Kontakt eine aktive Oberfläche, die sich dauernd ändert&#8220;, erläutert Stefano Mottola, Principal Investigator der ROLIS Kamera. Die Ursache des Ausfalls der Harpunen ist nach wie vor unbekannt. Das Triggersignal erfolgte jedenfalls, auch die Seilwinden liefen an und stoppten regulär. Beide Treibladungen haben aber nicht gezündet.</p>



<p>&#8222;Die Signalübertragung verlief bisher fast problemlos. Heute Morgen gab es leichte Störungen im Linkaufbau, die jedoch relativ schnell gelöst werden konnten&#8220;, gibt Stephan Ulamec, Projektverantwortlicher des Philaelanders beim DLR an. Der Kontakt konnte um 07:01 Uhr MEZ wieder hergestellt werden. Je weiter Rosetta über den Horizont kam, desto stabiler wurde die Verbindung und es wurden Telemetrie und wissenschaftliche Daten übertragen. Typischerweise wird es aufgrund des Orbits von Rosetta jeden Tag zwei Kommunikationsfenster mit Philae geben. Koen Geurts, Leiter des Landeteams bestätigt die längere Landeprozedur und erläutert, dass aufgrund der momentanen Orientierung und Lage an einem Gesteinshang die Lichtverhältnisse deutlich bescheidener sind als geplant. Die Solarpanele schauen alle intakt aus, doch statt der geplanten 6 Stunden Sonnenlicht bei einer Umdrehung von 67P sind es nun lediglich anderthalb Stunden. &#8222;Eine gute Nachricht ist, dass während der nächtlichen Funkpause alle geplanten Experimente erfolgreich gelaufen sind und tolle Daten liefern.&#8220;</p>



<p>Planmäßig ging heute morgen um 10:58 Uhr MEZ der Kontakt wieder verloren.</p>



<p>Im Anschluss hebt Holger Sierks, Principal Investigator der OSIRIS-Kamera die Arbeit der Flugdynamiker hervor, die Rosetta mit einer Präzision von weniger 10 mm für die Abtrennung des Landers auf Kurs gebracht haben. OSIRIS hat während des Abstiegs von Philae pro Stunde ein Foto aufgenommen, das letzte etwas 6 Minuten vor dem ersten Touchdown. &#8222;Dies bisher angefertigten Aufnahmen des möglichen Landegebiets sind leider überbelichtet. Beim nächsten Umlauf wollen wir mit geänderten Belichtungsparametern dasselbe Areal erneut fotografieren und dort hoffentlich irgendwo Philae finden.</p>



<p>Jean-Pierre Bibring gibt eine etwas genauere Einschätzung der Lage, welche insbesondere die Ausrichtung von Philae und die daraus resultierenden Konsequenzen betrifft. Erste Fotos vom endgültigen dritten Landeplatz von den ÇIVA-Panorama-Kameras zeigen, dass Philae aufrecht steht, allerdings schräg. Zwei Beine haben Bodenkontakt, eines nicht. &#8222;Die genaue Lage ist noch unklar. Wir versuchen mit weiteren Panoramafotos in den nächsten Stunden diese besser feststellen zu können. Wir werden die Bilder auch auf Bewegungen untersuchen.&#8220; so Bibring. Momentan wird überlegt, ob bei einem bekannten Neigungswinkel eine Aufrichtung möglicherweise mit dem Drallrad möglich ist. &#8222;Sollte sich dies als machbar und erfolgreich umsetzbar herausstellen, kann anschließend eventuell ein neuer Versuch gestartet werden, die Harpunen zu zünden.&#8220; Die etwas unglückliche Ausrichtung des Kometenlanders bedingt allerdings, dass zur Zeit nur Experimente durchgeführt werden, die keine mechanische Bewegung erfordern. Das bedeutet, dass es erstmal keine Untersuchungen mit MUPUS und APXS geben wird. Ebenfalls wird kein Material zum Gaschromatographen gebracht werden. Dennoch, so Bibring weiter, ist seiner Meinung nach die Untersuchung von Bodenproben aus größerer Tiefe unverzichtbar &#8211; wörtlich &#8222;drilling ist not an option&#8220;. &#8222;Meiner Einschätzung nach ist das Bohren auch mit nur zwei Füßen am Boden machbar.&#8220; zeigt die Jean-Pierre Bibring optimistisch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_Philae_ROLIS_40m.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_Philae_ROLIS_40m-small.jpg" alt="Die Kometenoberfläche, aufgenommen aus etwa 40 m Höhe mit dem nach unten schauenden Kamerasystem ROLIS. Die Oberfläche ist bedeckt mit Staub und Steinen im Größenbereich von einigen mm bis m. Der große Block in der oberen rechten Ecke ist etwa 5 m groß. In der gleichen Ecke ist ein Teil eines Landebeins von Philae zu sehen.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)"/></a><figcaption>Die Kometenoberfläche, aufgenommen aus etwa 40 m<br> Höhe mit dem nach unten schauenden Kamerasystem<br> ROLIS. Die Oberfläche ist bedeckt mit Staub und <br>Steinen im Größenbereich von einigen mm bis m.<br> Der große Block in der oberen rechten Ecke ist etwa<br> 5 m groß. In der gleichen Ecke ist ein Teil eines <br>Landebeins von Philae zu sehen.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)</figcaption></figure></div>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_OSIRIS-NAC_Landing_site_50km.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ESA_Rosetta_OSIRIS-NAC_Landing_site_50km-small.jpg" alt="Die primäre Landestelle (rotes Kreuz) aus einem Abstand vom 30 km, aufgenommen von OSIRIS Teleobjektiv vor der Landung. Vermutlich befindet sich Philae nun am massiven Steinhang rechts oberhalb der marktierten ursprünglichen Landestelle innerhalb des Kraters.
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)"/></a><figcaption>Die primäre Landestelle (rotes Kreuz) aus einem<br> Abstand vom 30 km, aufgenommen von OSIRIS<br> Teleobjektiv vor der Landung. Vermutlich befindet sich<br> Philae nun am massiven Steinhang rechts oberhalb<br> der marktierten ursprünglichen Landestelle innerhalb<br> des Kraters.<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/<br>UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p>Aufgrund des doch recht schattigen Landeplatzes wird voraussichtlich bereits übermorgen die Energieversorgung knapp. &#8222;Ein Teil des Equipments muss auf Temperaturen über -50 °C gehalten werden, um betrieben werden zu können&#8220;, gibt Bibring an. Momentan stehen aufgrund der umliegenden Hügel statt der geplanten 6 Stunden Aufladezeit nur anderthalb Stunden pro Umdrehungszeit von 12 Stunden zur Verfügung stehen. Dies ist eventuell zu wenig Energie, um die Batterien zu laden. Philae wurde allerdings derart konstruiert, dass es durchaus möglich ist, dass nach einem Standby-Zustand ohne Energie der Lander wieder aktiv werden kann. Dazu muss allerdings die Sekundärbatterie zunächst direkt aufgewärmt werden und sich dann laden. Anschließend kann sich Philae per Radioverbindung wieder melden und weiterarbeiten. Die nächsten Tage werden zeigen, ob dies möglich ist. Aktuell sind beide Batteriesystem, sowohl die Primär-, wie auch die Sekundärbatterie in guten Zustand. Für den morgigen Freitag steht genügend Energie zur Verfügung, ab Samstag wird es jedoch schwierig.</p>



<p>Rosetta ist nach dem Aussetzen von Philae wieder in einem Orbit um 67P/Tschurjumow-Gerassimenko eingeschwenkt und nach wie vor in ausgezeichnetem Zustand. Am Freitagmorgen wird es eine Kurskorrektur geben, um längeren Kontakt zu Philae zu haben. Es bleibt also weiterhin spannend&#8230;</p>



<p>Abschließend noch der augenzwinkernde Hinweis von einem heute sichtlich bewegten Andrea Accomazzo, Flugdirektor von Rosetta, wie sich ein Profi verhält: „Stephan [Ulamec] war nach der Landung schlafen.“</p>



<p><strong>UPDATE Freitag, 14.11., 09:42 Uhr</strong></p>



<p>Paolo Ferri, Leiter der Missionkontrolle am ESOC in Darmstadt, gibt ein kurzes Status-Update:<br>Es wird noch zwei Überflüge geben, während es Kommunikation gibt. Einer findet gerade jetzt statt, ein weiterer in der kommenden Nacht, bevor die Batterien entladen sind.</p>



<p>Man hat bisher alles durchgeführt, was ohne mechanische Bewegung möglich war. Heute Nacht wurde das Experiment MUPUS ausgefahren, es wird nun während des aktuellen Kommunikationslinks eventuell versucht zu Bohren. Dabei kann es passieren, dass die Lage von Philae destabilisiert wird und dabei der Kontakt verloren geht. &#8222;Das Risiko ist es aber wert, da wir alles andere bereits erfolgreich gemacht haben!&#8220;, so Paolo Ferri.</p>



<p>Wenn der nächste und möglicherweise letzte Kommunikationslink in der kommenden Nacht auch zustande kommt, wird man versuchen, Philaes Körper etwas zu rotieren, um das größte an Bord befindliche Solarpanel in Richtung Sonne auszurichten. &#8222;Sie wollen es wirklich versuchen! Dies wird das Minimum sein, was wir machen können. Es gibt auch noch weitere verrückte Ideen, aber ich bezweifel, dass wir dafür genügend Energie haben werden. Aber ich habe nicht die Hoffnung verloren, dass sich mit der sich ändernden Jahreszeit oder sogar der Kometenaktivität eine bessere Beleuchtungssituation einstellt und den Lander wiederbelebt.&#8220;</p>



<p>Weiterhin wurde die erste von zwei Messungen mit dem CONSERT-Instrument über Philae durchgeführt, um mittels Triangulation seine Position bestimmen zu können. Auf Fotos konnte er bisher nicht lokalisiert werden.</p>



<p>Soweit das Kurzupdate von Paolo Ferri. Die nächsten Informationen wird es wohl gegen 14:00 Uhr geben.</p>



<p><strong>Schauen Sie nochmal in die Live-Berichterstattung von Spacelivecast und Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://spacelivecast.de/myportal/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">12.11.2014 – Landung auf dem Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/" data-wpel-link="internal">12.11.2014 – Philae ist gelandet &#8211; live aus dem ESOC</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" data-wpel-link="internal">12.11.2014 – Philae-Landung – der Plan und Updates aus dem DLR</a></li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie ansonsten im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Philae ist gelandet &#8211; live aus dem ESOC</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/philae-ist-gelandet-live-aus-dem-esoc/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2014 06:10:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[CONSERT]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[Kaltgastriebwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Komet]]></category>
		<category><![CDATA[Landeplatz]]></category>
		<category><![CDATA[ROLIS]]></category>
		<category><![CDATA[Solarpaneele]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=16856</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der große Tag ist da &#8211; der Kometenlander Philae soll heute auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko landen. Raumfahrer.net ist live vor Ort im europäischen Kontrollzentrum der ESA, ESOC in Darmstadt und wird Sie laufend mit den neusten Informationen versorgen. Erstellt von Oliver Karger. Quelle: Raumfahrer.net Einen wunderschönen guten Morgen wünscht das Raumfahrer.Net Team aus dem Pressecenter [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der große Tag ist da &#8211; der Kometenlander Philae soll heute auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko landen. Raumfahrer.net ist live vor Ort im europäischen Kontrollzentrum der ESA, ESOC in Darmstadt und wird Sie laufend mit den neusten Informationen versorgen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Oliver Karger</a>.    Quelle: Raumfahrer.net</p>



<p>Einen wunderschönen guten Morgen wünscht das Raumfahrer.Net Team aus dem Pressecenter des ESOC in Darmstadt. Es ist kurz nach sieben in der Früh und die Stimmung hier ist noch ganz entspannt. Im Kontrollraum werden die letzten Vorbereitungen vor der finalen Go/NoGo Entscheidung getroffen, die zwischen 7:35 und 8:35 getroffen werden soll.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Philae-Modelllandung_v2.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Philae-Modelllandung-small_v2.jpg" alt="So sieht hoffentlich in gut neuneinhalb Stunden die Situation auf 67P aus: Philae ist erfolgreich gelandet! Im Modell stimmt es zumindest schon einmal.
(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)"/></a><figcaption>So sieht hoffentlich in gut neuneinhalb Stunden die Situation auf 67P aus:<br> Philae ist erfolgreich gelandet! Im Modell stimmt es zumindest schon einmal.<br>(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Pressekonferenz um 7:30 Uhr</strong></p>



<p>&#8222;Während der Nacht gab es ein Problem mit dem Kaltgas-System an Bord von Philae&#8220;, erklärt Stephan Ulamec, Philae Lander Manager des DLR, gleich zu Beginn der Pressekonferenz. &#8222;Wir werden uns also auf das Harpunensystem verlassen müssen.&#8220; Einige Prozeduren mussten während der Systemüberprüfung wiederholt werden, um den vorprogrammierten Ablauf auf dem Lander den neuen Gegebenheiten anzupassen. Alle anderen System sind auf Go.</p>



<p>Die Trajektorienbestätigung wurde bereits gestern Abend mit dem ersten Go bestätigt. Während der Nacht wurden der Orbiter und der Lander nochmal überprüft.</p>



<p>Um 7:30 Uhr hat es bereits die Trajektorienänderung gegeben, um Philae auf die richtige Flugbahn für die Landung zu bringen. Momentan wird darauf gewartet, die Telemetriedaten dieses Manövers zu empfangen und auswerten.</p>



<p>Die finale Go/NoGo-Entscheidung wird in etwa einer halben Stunde erwartet. Wenn die Entscheidung auf No Go fallen sollten, wird Rosetta wieder auf einen 2 Wochen dauernden Orbit um 67P zurückkehren. &#8222;Allerdings&#8220;, so erläutert Paolo Ferri, Leiter der Mission Operation am ESOC, &#8222;müssen unsere Flugdynamiker dann nochmal ran und einen neue Trajektorie für den Anflug berechnen.&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Ulamec-Thruster.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Ulamec-Thruster-small.jpg" alt="Dr. Stephan Ulamec, Philae Lander Manager des DLR, beschreibt den Verlust des Kaltgastriebwerks von Philae.
(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)"/></a><figcaption>Dr. Stephan Ulamec, Philae Lander Manager des DLR, beschreibt den<br> Verlust des Kaltgastriebwerks von Philae.<br>(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Eine weitere Herausforderung ist momentan wohl, dass das Kaltgastriebwerk von Philae momentan nicht funktioniert. Noch ist unklar, worin die Ursache besteht. Das verspricht etwas Spannung für die finale Go/NoGo Entscheidung.</p>



<p>Die Landeprozedur, die Philae in den folgenden Stunden durchlaufen wird, hat unser Kollege Roland Rischer <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">zusammengefasst</a>. Er wird ab heute Mittag live aus dem Landerkontrollzentrum am DLR in Köln berichten.</p>



<p><strong>8:07 Uhr:</strong></p>



<p>Flight Dynamics hat bestätigt, dass die Trajektorienänderung erfolgreich und sehr genau erfolgt ist. Damit ist alles bereit für das Aussetzen des Landers.</p>



<p>Die ehemaligen Rosetta-Projektwissenschaftler Gerhard Schwehm und der jetzige Projektwissenschaftler Matt Taylor berichten über ihre Arbeit. &#8222;Die Landung heute ist wie ein erster Kuss&#8220;, schwärmt Gerhard Schwehm, wohingegen Matt Taylor, der vor 18 Monaten die Aufgabe des Projektwissenschaftlers übernahm, beschreibt die Herausforderung alle Experimente und ihre Bedürfnisse gleich zufrieden oder wenigstens gleich unzufrieden zu stellen. &#8222;Dabei kommen mir die 18 Monate manchmal wie 18 Jahre vor&#8220; gibt er zwinkernd zu.</p>



<p>Damit sind die wichtigen Entscheidungen vor der Landung getan. Es kann losgehen. In gut einer Stunde gegen 10 Uhr soll die Bestätigung der Abtrennung von Philae geben. Dann heißt es für Rosetta: Farwell Philae!</p>



<p><strong>Update 9:10 Uhr</strong></p>



<p>Die Ursache für den Verlust des Kaltgastriebwerks ist noch nicht bekannt. Das System wurde ursprünglich entwicklet, um bei der Landung auf dem ursprünglichen Zielkometen Wirtanen, dessen Gravitation um ein Vielfaches geringer ist als von Tschurjumov-Gerasimenko, nach dem aufsetzen nicht wieder zurück zu federn. Diese zusätzliche Sicherheit scheint man für die heutige Landung auf 67P aufgeben und nur auf die Harpunen zu vertrauen zu können.</p>



<p><strong>9:30 Uhr</strong></p>



<p>Noch etwa 30 Minuten bis zur Bestätigung der Abtrennung von Philae. Die nun automatisierte Prozedure kann nicht mehr gestoppt werden, da aufgrund der Trajektorie momentan keine Kontakt zuu Rosetta besteht. Paolo Ferri erklärt aus dem Kontrollraum: &#8222;Die Abtrennung ist hoffentlich bereits vor zwei Minuten geschehen.&#8220; Wegen der langen Signallaufzeit erfolgt die Bestätigung etwa 28 Minuten später und wird für 10:03:20 erwartet.</p>



<p><strong>10:00 Uhr</strong></p>



<p>Die Anspannung im Kontrollraum steigt, während auf das Trennungssignal gewartet wird!</p>



<p><strong>10:03 Uhr</strong></p>



<p>Andrea Accomazzo, Flight Director, bestätigt die erfolgreiche Separation von Philae! Philae ist unterwegs zu 67P &#8211; den Landeplatz fest im Blick. Fast jedenfalls, denn der Kometenkern wird sich während des 7-stündigen Abstiegs noch etwa um eine halbe Umdrehung rotieren wird.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Separation.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Separation-small.jpg" alt="Der Moment der Trennung von Rosetta und Philae im ESOC-Kontrollraum.
(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)"/></a><figcaption>Der Moment der Trennung von Rosetta und Philae im ESOC-Kontrollraum.<br>(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p>Nun folgt auch die offizielle Bestätigung aus dem Kontrollraum von Andrea Accomazzo. &#8222;Nach 10 Jahren gemeinsamen Wegs ist Philae nun alleine unterwegs. Nun sitzt Isaac Newton am Steuer.&#8220; In zwei Stunden, als gegen 12 Uhr MEZ sollen die ersten Signal eingehen.</p>



<p>Im Pressezentrum macht sich deutliche Erleichterung bemerkbar. Nach zunächst sehr angespannter Ruhe herrscht jetzt schon eine ausgelassene und zuversichtliche Stimmung bei den versammelten Projektwissenschaftlern.</p>



<p>Für eine informative Beschreibung des Landesplatzes und des Landevorgangs, verweise ich an dieser Stelle auch nocheinmal auf die Beschreibung <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Philea-Kometenlandung – das ist der Plan</a> unseres Kollegen Roland Rischer. Dort wird er ab etwas 12 Uhr live vom Lander Kontrollzentrum vom DLR in Köln berichten.</p>



<p>Ebenfalls ab 12 Uhr werden unsere Freunde von <a href="https://spacelivecast.de/myportal/2014/10/12-11-2014-landung-auf-dem-komet-67ptschurjumow-gerasimenko/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Spacelivecast</a> live aus dem ESOC streamen.</p>



<p><strong>Update zur Kaltgastriebwerk</strong></p>



<p>In einem kurzen Gespräch mit Paolo Ferri vor wenigen Minuten konnten wir erfahren, dass die Situation um das Kaltgastriebwerk, dass im Moment des Aufsetzen Philae an die Kometenoberfläche drücken soll, unklar ist. Ein Drucksensor zwischen dem mit 60 bar bedrückten Tank und der Düse hat bei der nächtlichen Überprüfung bei geöffnetem Tankventil keine Druckänderung angezeigt. Ob nun das Ventil nun nicht geschaltet hat oder ein Sensorfehler vorliegt, ist nicht bekannt. Da sich an der Situation jedoch auch nichts ändern lässt, wurde die Landesequenz wie geplant eingeleitet. Alle Prozeduren werden wie vorgesehen ablaufen, wobei nun gehofft werden musst, dass das Triebwerk funtioniert.</p>



<p>&#8222;Das es für den weiteren Verlauf der Rosetta-Mission imminent wichtig war, die zusätzliche Masse des Landers loszuwerden, war der zweite Grund, die Landung dennoch zu versuchen&#8220;, so Paolo Ferri. Doch sollte der spektakulärsten Teil der Mission nicht erfolgreich sein, die Rosetta-Mission an sich ist es in jedem Fall schon!</p>



<p><strong>12:00 Uhr</strong></p>



<p>Erneut ist gespannte Stille im Kontroll- sowie im Presseraum, ob es erste Signale von Philae gibt. Paolo Ferri hebt gerade zuversichtlich den Daumen in die Kamera und wartet genauso gespannt wie Flight Director Andrea Accomazzo und wir alle auf das Signal.</p>



<p><strong>12:05 Uhr</strong></p>



<p>ROS &#8211; Recieve of Signal war erfolgreich. Erste Bilder von Philae erreichen die Bodenstation in Kürze. Paolo Ferri berichtet aus dem Kontrollraum: &#8222;Die Telemetrie von Philae ist da, nun haben wir für den Rest des Abstiegs immer wieder Kontakt. Die ersten Bilder sollten in der nächsten Zeit hereinkommen!&#8220;</p>



<p>Das sind gute und wichtige Neuigkeiten für den Rest der Mission! So kann es weitergehen!</p>



<p>Dr. Philllipe Gaudon, ehemaliger Rosetta Projekt Manager von CNES, und Bernd Feuerbach geben einen Einblick in die schwierige Anfangsphase des Rosetta/Philae-Projekt zu Beginn der 1990er Jahre, als eine Mission zu einem Komenten innerhalb des Horzion 2000 Programms definiert werden sollte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MarkMcCoughreanSupport-small.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/MarkMcCoughreanSupport-small.jpg" alt="Prof. Mark McCoughrean greift selber im Fall der Fälle ein...
(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)"/></a><figcaption>Prof. Mark McCoughrean greift selber im Fall der Fälle ein&#8230;<br>(Bild: Arno Hecker / Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p><strong>12:25 Uhr</strong></p>



<p>Stephan Ulamec berichtet aus dem Main Control Room: &#8222;Alles ist so, wie es sein sollte! Wir empfangen Telemetrie, die Landebeine sind ausgefahren, das Drallrad zur Lageregulierung läuft!&#8220;</p>



<p><strong>12:32 Uhr</strong></p>



<p>Während des Abstiegs sind bereits einige Instrumente, SESAME, CivaRolis und CONSERT, aktiv und mit Kalibrationsmessungen beschäftigt. Dies geschieht bereits jetzt, um nach der Landung sofort mit Messungen beginnen zu können.</p>



<p>CONSERT wird während des Abstiegs den Abstand zwischen Rosetta und Philae kontinuierlich per Radar messen, um einen Abgleich mit dem nominellen Abstand vorzunehmen. Die eigentliche Aufgabe von COSNERT besteht in der Vermessung der dreidimensionalen inneren Struktur des Komentenkerns.</p>



<p>Das Instrument ROLIS, das am Boden des Landers angbracht ist, wird die letzten drei Kilometer des Anflugs dokumentieren. Da die Auflösung von ROLIS im Zehntelmillimeterbereich liegt, können mit ihr nach der Landung einzelne Staubschichten unter dem Lander untersucht werden. Wenn kleine Risse in der Eiskruste vorhanden sein sollten, lassen sich diese mit ROLIS nachweisen und ein Stück weit die Frage klären, wie Staub in die Koma des Kometen gelangt.</p>



<p><strong>Ein kleiner Zeitvertreib zwischendurch:</strong></p>



<p>Wie wir feststellen konnten hat Prof. Mark McCoughrean selbst bei einer Flugbahnabweichung im Anflug auf 67P eine Lösung zur Bahnkorrektur parat: er greift einfach selber ein! (siehe obiges Bild)</p>



<p>Das erste Bild der CIVAS Kamera ist eingetroffen und wir momentan verarbeitet, um mehr Details herauszuarbeiten.</p>



<p><strong>15:00 Uhr</strong></p>



<p>Der Nachmittag wird nicht mit einem technischem Update eingeleitet, sondern mit dem Film <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.youtube.com/watch?v=41D87vWWbME" target="_blank" data-wpel-link="external">Ambitious</a>. &#8222;Die Rosetta-Mission ist ambitioniert, voller Erwartungen und Neugier&#8220;, begrüßt Thomas Reiter als Leiter des ESOC die anwesenden Gästen und Presse. &#8222;Heute scheint ein wichtiger Tag zu sein, an dem etwas geschieht, was niemand zuvor gewagt hat&#8220; führt ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain fort, gibt das Wort jedoch gleich an Prof. Jean-Pierre Bibring weiter. &#8222;Wir haben das erste Bild, dass 50 Sekunden nach der Separation von Rosetta aufgenommen wurden.&#8220; Es zeigt den Rosetta-Orbiter mit seinen Solarpanelen, das erste und letzte Fotos, das Philae von seinem langjährigen Mutterschiff angefertigt hat.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Civa-Rosetta-large.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Civa-Rosetta-large-small.jpg" alt="Bild vergrößern&quot;Lebe wohl!&quot;, sagt Philae zu Rosetta und verabschiedet sich mit einem ersten Foto.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)"/></a><figcaption><a rel="noreferrer noopener" href="https://images.raumfahrer.net/news/Civa-Rosetta-large.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/nav/lupe.jpg" alt="Bild vergrößern" width="20" height="20"></a>&#8222;Lebe wohl!&#8220;, sagt Philae zu Rosetta und<br> verabschiedet sich mit einem ersten Foto.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>15:24 Uhr</strong></p>



<p>Inzwischen wurde die Genauigkeit des Orbits zum Aussetzung von Philae bekannt. Rosetta befand sich 30 mm abseits der vorgesehenen Trajektorie, was in Anbetracht der Entfernung eine sehr beeindruckende Leistung ist. Die Geschwindigkeitsabweichung zur Separation betrug wenige mm/s. Die erzielten Werten sind deutlich besser als die zuvor erwarteten. Philae wurde präzise dort ausgesetzt, wo er ausgesetzt werden sollte! Wir finden, das ist eine unglaubliche Leistung &#8211; Glückwunsch an das Rosetta Spacecraft Operation Team für diese präzise Manöverplanung und -durchführung.</p>



<p><strong>15:36 Uhr</strong></p>



<p>Andrea Accomazzo berichtet aus dem MCC, dass alle Telemetriewerte von Philae und Rosetta momentan sehr gut ausschauen. &#8222;Es gibt bereits erste OSIRIS-Fotos, die zeigen, dass Philae exakt auf Kurs ist.&#8220; Stephan Ulamec, ebenfalls im MCC erklärt, dass &#8222;es nur noch 1:20 h bis zur Landung sind, langsam steigt die Aufregung auch hier. Wir bekommen Bilder und Daten der anderen Experimente herein und wollen mit der Auswertung zugange.&#8220;</p>



<p>Einer der beiden Entdecker des Kometen des heutigen Tags, Prof. Klim I. Tschurjumov ist heute ebenfalls am ESOC zu Gast. &#8222;Die Entdeckung damals mit einem kleinen Teleskop war schon ein besonderer Moment. Wir haben vielen Kometen beobachtet und dabei diesen einen, noch unbekannten auf den Fotoplatte entdeckt. Nach fünf Beobachtungen konnten wir den Orbit bestimmen und dabei feststellen, dass er bisher noch nicht katalogisiert war. Das er dann nach uns beiden, Svetlana Gerasimenko und mir benannt wurde, war eine große Freude. Astronomie ist die wichtigste Wissenschaft für die Zivilisation. Sie kann uns zeigen, wie wir überleben können, wenn unsere Resourcen zu Neige gehen.&#8220;</p>



<p>Svetlana Gerasimenko ist nun live zugeschaltet aus dem DLR Köln. An ihre Entdeckung vor 45 Jahre erinnert sie sich folgendermaßen: &#8222;Als erstes nach der Entdeckung wussten wir erst nicht, was wir davon halten sollten, später war die Freude groß. Seit August wissen wir nun, wie der Komet aussieht. Ich mag ihn sehr, er erinnert mich an eine Wurzel.&#8220;</p>



<p><strong>15:50 Uhr</strong></p>



<p>Es gibt erste Fotos von OSIRIS, die Philae zeigen., Alle drei Beine und die beiden Kommunikationsantennen sind ausgeklappt &#8211; ein sehr gute Bestätigung der Telemetriedaten. Ein sichtlich begeisterter Holger Sierks zeigt stolz die Bilder, die vor wenigen Minuten auf der Erde angekommen sind.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/OSIRS-Philae.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/OSIRS-Philae-small.jpg" alt="OSIRIS Narrow-Angle Aufnahme von Philae bereits im Abstand von einigen 100 m
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team/MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)"/></a><figcaption>OSIRIS Narrow-Angle Aufnahme von Philae bereits im Abstand von einigen 100 m<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team/MPS/UPD/LAM/IAA/<br>SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p><strong>16:16 Uhr</strong></p>



<p>Rosetta sollte inzwischen wieder einen stabilen Orbit um 67P erreicht haben, nachdem der Orbiter gut eine dreiviertel Stunde nach dem Aussetzen von Philae ein weiteres Manöver geflogen hat.</p>



<p>&#8222;Da Rosetta Ende 2015 des größten Teil des Treibstoffvorrats aufgebraucht hat und der Orbit dann wieder soweit von der Sonne entfernt ist&#8220;, berichtet ESA Projektmanager für Rosetta, &#8222;wird die Mission Ende 2015 enden. Vielleicht werden wir Rosetta abschließend auch auf 67P landen, um die beiden Schiffe wieder zu vereinigen.&#8220;</p>



<p>Und Matt Taylor schließt die letzten Minuten vor der Landung mit den Worten, dass &#8222;wir nach einer lange, ereignisreichen Reise kurz vor dem entscheidenen Kuss sind&#8220; &#8211; Matt wie er immer war und immr sein wird.</p>



<p>Stephan Ulamec berichtet recht entspannt aus dem Kontrollraum, dass der Lander bereit für den Kontakt mit der Oberfläche ist. &#8222;In 36 Minuten sollten wir ein Signal von der Komentenoberfläche erhalten. Mit der Signallaufzeit findet die Landung also in 8 Minuten statt.&#8220;</p>



<p>Die letzten Minuten bis zur Landung wird es hier am ESOC nun ganz ruhig und die zwischenzeitlich heitere und lockere Stimmung weicht doch einer gewissen Anspannung.</p>



<p><strong>17:02 Uhr</strong></p>



<p><strong>Philae ist gelandet!!!!</strong> 500 Millionen Kilometer von uns entfernt ist ein Meilenstein in der Erforschung des Sonnensystems gelungen! Die Harpunen haben Philae fest verankert, die Bohrer haben sich festgesetzt! Eine große Erleichterung und Freude im MCC und hier im Pressesaal.</p>



<p><strong>17:18 Uhr</strong></p>



<p>Die Bestätigung im LCC am DLR in Köln hat etwas länger gedauert, jetzt ist <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">dort</a> auch die Freude und der Jubel groß.</p>



<p><strong>17:41 Uhr</strong></p>



<p>Ein neues Update aus dem LCC am DLR in Köln von Koen Geurts gibt neue Informationen zum Zustand von Philae. Es werden Telemetriedaten gesendet, Philae ist weicher als erwartet gelandet. Das aufgetretende Problem mit dem Kaltgastriebwerk hat sich bestätigt, es hat nicht gezündet. Trotzdem gibt es etwas Grund zur Sorge, da die Harpunen nicht ausgelöst haben und Philae damit momentan nicht verankert ist. Ob die Landbeine verschraubt sind, ist uns noch nicht bekannt. &#8222;Es ist zu vermuten, dass auf den kommenden Fotos zu sehen sein wird, dass sich Philae relativ zur Oberfläche bewegt. Daher untersuchen wir momentan die Möglichkeit die Harpunen nochmal zu zünden.</p>



<p><strong>19:38 Uhr</strong></p>



<p>Weitere Informationen über die Situation von Philae am Landeort sind momentan nicht zu erhalten. Wir warten auf den Beginn des nächsten Media Briefings. Bis dahin können wir nur auf die Aussage vom DLR Köln von etwa 18:10 Uhr <a href="https://www.raumfahrer.net/philae-landung-der-plan-und-updates-aus-dem-dlr/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">hinweisen.</a></p>



<p>Gerade wurde die Pressekonferenz auf 20:00 Uhr verschoben, um etwas mehr Zeit für die Analyse der bisherigen Daten zu haben.</p>



<p><strong>20:10 Uhr</strong></p>



<p>Jean-Jacques Dordain gibt einen erste Einschätzung der Lage auf 67P. Philae ist gelandet, es gibt eine Datenverbindung und Energie ist auch vorhanden. Die bereits laufenden Experimente nehmen bereits Daten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ROLIS_descent_image.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ROLIS_descent_image-small.jpg" alt="Aufnahme des Landesgebiets (im Zentrum des Bildes) der ROLIS-Kamera während des Abstiegs aus 3 km Höhe.
(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)"/></a><figcaption>Aufnahme des Landesgebiets (im Zentrum des Bildes) <br>der ROLIS-Kamera während des Abstiegs aus 3 km Höhe.<br>(Bild: ESA/Rosetta/Philae/ROLIS/DLR)</figcaption></figure></div>



<p>ROLIS hat bereits aus 3 km Höhe mit der Aufnahme begonnen, weitere Bilder werden noch analysiert.</p>



<p>Stephan Ulamec erläutert: &#8222;Wir sind gelandet, haben ein klares Signal erhalten, die Harpunen haben nicht gefeuert. Wir bekommen aber Telemetriedaten und Daten von den Instrumenten. Verwunderlich ist, dass die Radiosignale Fluktuationen zeigten, die möglicherweise dadurch resultieren, dass Philae wieder etwas hochgesprungen ist. Da mit dem ersten Kontakt auch das Drallrad ausgeschaltet wurde, began Philiae mit einer leichten Rotation, die jedoch wieder stoppte. Dies könnte ein Indikator für ein weiteres Aufsetzen auf der Kometenoberfläche sein. Währenddessen gab eine einen beständigen Datenstrom an Wissenschafts- und Telemetriedaten. Diese Aussage ist momentan noch sehr spekulativ, da wir die Daten noch nicht komplett verstehen: eventuell sind wir heute nicht einmal, sondern gleich zweimal auf 67P gelandet! Für eine genauere Erklärung müssen wir jedoch noch weitere Daten analysieren und interpretieren.&#8220;</p>



<p>Planmäßig gibt es momentan keinen Kontakt zu Philae, da Rosetta inzwischen hinter dem Kometenhorizont untergegangen ist. Der Radiolink soll morgen früh wieder hergestellt werden.</p>



<p>Das nächste Media Briefing vom ESOC wird es morgen um 14:00 Uhr MEZ geben, in dem es hoffentlich neue Erkenntisse zur Landungsprozedur geben wird.</p>



<p>Heute war erfolgreicher Tag für die planetare Raumfahrt. Zum ersten Mal wurde ein Raumfahrzeug auf einem Komenten gelandet. Möglicherweise nicht nur einmal, sondern sogar zweimal! Die Landung war äußerst präzise und es gibt wissenschaftliche Daten von einer Kometenoberfläche. Das ist ein großartiger Erfolg aller am Rosetta-Projekt beteiligten, der so nicht unbedingt erwartet werden konnte.</p>



<p>Raumfahrer.net wird in den kommenden Tagen weiter aktuelle für sie berichten und die Ereignisse auf der Oberfläche und im Orbit von 67P/Tschurjmov-Gerasimenko begleiten.</p>



<p>Damit verabschieden wir uns aus dem Europäischen Satelittenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Bleiben Sie uns gewogen und treu, bis zum nächsten Mal.</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Rosetta: Hallo Komet!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rosetta-hallo-komet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Aug 2014 16:49:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
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		<category><![CDATA[Komet 67P]]></category>
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		<category><![CDATA[Umlaufbahn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kometensonde Rosetta der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) schwenkte erfolgreich auf eine Bahn um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko ein. Rosetta befindet sich nun in einem Abstand von rund 100 km vom Kometen. Erstellt von Gertrud Felber. Quelle: DLR, ESA Über 6,4 Milliarden Kilometer bewältigte Rosetta nach dem Start am 2. März 2004 auf einer Rakete des Typs [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Kometensonde Rosetta der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) schwenkte erfolgreich auf eine Bahn um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko ein. Rosetta befindet sich nun in einem Abstand von rund 100 km vom Kometen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von Gertrud Felber.   Quelle: DLR, ESA</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Ros67PESAATGmedialabESARosettaNAVCAM.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Ros67PESAATGmedialabESARosettaNAVCAM300.jpg" alt="Rosetta im Anflug auf 67P - Illustration
(Bild: Spacecraft: ESA/ATG medialab; Comet image: ESA/Rosetta/NAVCAM)"/></a><figcaption>Rosetta im Anflug auf 67P &#8211; Illustration<br>(Bild: Spacecraft: ESA/ATG medialab;<br> Comet image: ESA/Rosetta/NAVCAM)</figcaption></figure></div>



<p>Über 6,4 Milliarden Kilometer bewältigte Rosetta nach dem Start am 2. März 2004 auf einer Rakete des Typs Ariane 5G. Jetzt ist die Sonde rund 404 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Sonde hatte durch den Vorbeiflug an Planeten Schwung geholt und die Asteroiden Steins am 5. August 2008 und Lutetia am 10. Juli 2010 im Vorbeiflug photographiert. Von der zehnjährigen Flugzeit verbrachte das Raumfahrzeug mehr als zweieinhalb Jahre in Ruhephasen.</p>



<p>Um 11:30 Uhr MESZ am 6. August 2014 erreichte das entscheidende Bestätigungssignal über die 35m-Antenne der Bodenstation DSA 1 von New Norcia in Australien nach einer Laufzeit von rund 30 Minuten das Rosetta Flight Control Team im Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt. Den Befehl für die entscheidende Antriebszündung mit einer Dauer von 6 min. 26 sek. hatte Rosetta in der Nacht zum 4. August 2014 erhalten. Durch das resultierende Manöver überholte Rosetta den Kometen 67P und setzte sich in einen Abstand von etwa 100 km vor ihm. Vorher flog Rosetta nach einer Reihe von Bremsmanövern mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Komet, knapp 55.000 Kilometer pro Stunde.</p>



<p>Rosetta wird jetzt einer Flugbahn folgen, die etwa die Form eines Dreiecks mit einer Seitenlänge von jeweils rund 100 km Länge besitzt. Die Triebwerke der Sonde müssen an jedem Scheitelpunkt der Flugbahn erneut arbeiten, damit der nächste Abschnitt der Flugbahn erreicht werden kann. Der Abstand der Bahn zur Oberfläche von 67P soll dabei stetig gesenkt werden. In rund sechs Wochen soll der Abstand zum Kometen von rund 100 auf rund 50 km verringert worden sein.</p>



<p>In der für die Bahnabsenkung erforderlichen Zeit wird Rosetta mit den an Bord befindlichen 11 Instrumenten eine ausführliche wissenschaftliche Studie von Komet 67P durchführen. Die Oberfläche des Kometen wird dabei auch kartiert. Beteiligte Forscher hoffen, das sie fünf mögliche Landeplätze bis Ende August 2014 identifizieren können.</p>



<p>Über den primären Landeort für den Lander Philae, den Rosetta mitführt, wird voraussichtlich Mitte September 2014 entschieden. Der endgültige Zeitplan für den weiteren Ablauf mit einer aktuell für den 11. November 2014 vorgesehenen Landung von Philae will man Mitte Oktober 2014 bekannt geben.</p>



<p>In Vorbereitung der Landung soll mit Unterstützung durch Berechnungen und Auswertungen der Bilder die Höhe der Flugbahnen soweit gesenkt werden, dass Rosetta sich schließlich in einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn in rund 30 km Höhe über der Oberfläche des Kometen befindet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cometon3August2014ESAMPSUPDLAMIAASSOINTAUPMDASPIDA.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Cometon3August2014ESAMPSUPDLAMIAASSOINTAUPMDASPIDA300.jpg" alt="3.08.2014: 67P mit NAC der OSIRIS S aus Entfernung von 285 km. Auflösung 5,3 m / Pixel. Belichtungszeit 1,6 Sek..
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)"/></a><figcaption>3.08.2014: 67P mit NAC der OSIRIS S aus Entfernung<br> von 285 km. Auflösung 5,3 m /<br> Pixel. Belichtungszeit 1,6 Sek..<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/<br>UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)</figcaption></figure></div>



<p>Eventuell könnte &#8211; abhängig von der Aktivität des Kometen und je nach seiner Form und Drehbewegung &#8211; der Abstand noch weiter verringert werden, bis Rosetta ihn in nur noch rund 10 km Abstand umkreist. Die entsprechenden Manöver werden vom Rosetta Flight Control Team im ESOC überwacht werden.</p>



<p>In den nächsten Monaten wird der Kometenkern charakterisiert, und es werden die Vorbereitungen für die Landung von Philae auf 67P getroffen. Es befinden sich 10 Instrumente an Bord des Landers, mit welchen man zum ersten Mal direkt Daten von einer Kometenoberfläche zu ermitteln hofft.</p>



<p>Die ROLIS-Kamera des DLR, die an der Unterseite des Landers sitzt, könnte dann die ersten Bilder vom Abstieg des Landes senden. Daten über die Bodenbeschaffenheit, die Temperatur, die physikalische Zusammensetzung des Kometenkerns, das Vorhandensein organischer Moleküle wollen die Wissenschaftler vom im Wesentlichen aus Staub und Eis bestehenden Kometen gewinnen.</p>



<p>67P ist wahrscheinlich aus besonders ursprünglichem Material gebildet. Beteilgte Forscher stellen sich vor, dass sich der Komet auf seinem Flug durch die kalten Regionen des Sonnensystem weniger als andere Himmelskörper verändert hat. Man betrachtet den Kometen als Zeitzeugen der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren.</p>



<p>„Allerdings kann man auf den ersten Bildern erkennen, dass auch am Kometen die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen ist&#8220;, betonte Dr. Ekkehard Kührt vom DLR-Institut für Planetenforschung. &#8222;Zahlreiche exotische Strukturen auf der Oberfläche deuten auf eine gewisse Entwicklung hin, die es nun zu verstehen gilt.&#8220; Kometen, die auf der Erde einschlugen, könnten Wasser und für die Entstehung von Leben nötige Moleküle zur Erde transportiert haben.</p>



<p>Rosetta wird die ganze Zeit von den Bodenstationen des ESA-Netzwerks für Bahnverfolgung und Kommunikation &#8211; ESTRACK &#8211; mit Standorten in Australien, Spanien und Argentinien verfolgt. Darüber hinaus wird Rosetta im Zeitraum der Ankunft bei 67P vom 24. Juli bis zum 10. August 2014 von NASA-Tracking-Stationen überwacht, um die Verfügbarkeit von Verbindungen und deren Redundanz zu gewährleisten.</p>



<p>Nach der Landung von Philae auf 67P ist die Mission von Rosetta noch lange nicht beendet. Die Sonde soll den Kometen während seiner größten Annäherung an die Sonne im August 2015 begleiten. Dabei könnte Rosetta quasi in Echtzeit einen einzigartigen Einblick in das Verhalten des Kometen bei bei seiner Reise um die Sonne ermöglichen.</p>



<p>Allen Teams aus Technikern und Wissenschaftlern, die an Rosetta beteiligt, sei zu dem großen Erfolg gratuliert. Für alle kommenden Vorhaben im Zusammenhang mit Rosetta und Philea gutes Gelingen!</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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