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	<title>RXJ1242-11 &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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		<title>Schwarzes Loch zerreißt Stern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2004 20:22:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein europäisches und ein amerikanisches Weltraumteleskop beobachten erstmalig eines der gewaltigsten kosmischen Ereignisse. Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA. Spektakuläre Beobachtung des ESA-Observatoriums XMM-Newton und des NASA-Röntgenteleskops Chandra: Ein supermassives Schwarzes Loch hat einen Stern zerrissen und sich einen Teil von ihm einverleibt. Die beiden Forschungssatelliten lieferten den bisher eindeutigsten Beweis dafür, daß diese [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein europäisches und ein amerikanisches Weltraumteleskop beobachten erstmalig eines der gewaltigsten kosmischen Ereignisse.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spektakuläre Beobachtung des ESA-Observatoriums XMM-Newton und des  NASA-Röntgenteleskops Chandra: Ein supermassives Schwarzes Loch hat einen  Stern zerrissen und sich einen Teil von ihm einverleibt. Die beiden  Forschungssatelliten lieferten den bisher eindeutigsten Beweis dafür, daß  diese bereits lange vermuteten Vorgänge tatsächlich stattfinden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18022004212247_small_1.jpg" alt="None" width="353" height="282"/><figcaption>
Diese Computeranimation zeigt, wie das Schwarze Loch den Stern aufgrund seiner großen Gravitationskraft beim Vorüberfliegen zerreißt. 
<br>
  (Grafik: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen gehen davon aus, daß ein Stern einem gigantischen Schwarzen  Loch zu nahe gekommen ist, nachdem ihn eine Beinahe-Kollision mit einem  anderen Stern aus seiner Bahn geworfen hatte. Als er sich nun der enormen  Schwerkraft des Schwarzen Lochs näherte, wurde er von dessen  Gezeitenkräften so stark verformt, daß es ihn zerriß. Diese Entdeckung  vermittelt wichtige neue Erkenntnisse über das Wachstum von Schwarzen  Löchern und ihren Einfluß auf die sie umgebenden Sterne und Gase. 
<br>
„Geringe Verformungen können Sterne überleben, wenn sie sich in binären  Sternensystemen befinden, aber dieser Stern wurde über seine Grenzen  gestreckt“, sagt Dr. Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für  extraterrestrische Physik (MPE) in Deutschland, die das internationale  Forscherteam leitet. „Dieser unglückliche Stern hat sich einfach in die  falsche Nachbarschaft begeben.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Beobachtungen hatten bereits angedeutet, daß Sterne von Schwarzen  Löchern zerstört werden (ein Ereignis, das als „Zerreißen von Sternen  durch die Gezeitenkräfte Schwarzer Löcher“ bezeichnet wird). Die neuen  Beobachtungen liefern den ersten handfesten Beweis für diese Vermutung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beobachtungen mit XMM-Newton und Chandra zeigten in Kombination mit  früheren Beobachtungen des deutschen Röntgensatelliten ROSAT im Zentrum  der Galaxie RXJ1242-11 einen der gewaltigsten je nachgewiesenen  Gammastrahlenausbrüche. Verursacht wurde er vom Gas des zerrissenen  Sterns, dessen Temperatur auf mehrere Millionen Grad anstieg, bevor er von  dem Schwarzen Loch verschluckt wurde. Die bei diesem Vorgang freigesetzte  Energie entspricht der einer Supernova. „Mit all den Daten, die uns nun  zur Verfügung stehen, haben wir den eindeutigen Beweis, daß dieses  spektakuläre Ereignis stattgefunden hat“, so Prof. Guenther Hasinger vom MPE. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Masse des Schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie RXJ1242-11 wird auf  das Hundertmillionenfache der Masse der Sonne geschätzt, während die des  zerrissenen Sterns vermutlich ungefähr der der Sonne entsprach &#8211; womit der  Stern dem Schwarzen Loch in punkto Schwerkraft nicht viel entgegenzusetzen  hatte. Hasinger spricht denn auch vom „Kampf Davids gegen Goliath, aber  mit David als Verlierer.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Astronomen gehen davon aus, daß das Schwarze Loch etwa ein Prozent der  Masse des Sterns versch luckt &#8211; in der Fachsprache: akkretiert &#8211; hat.  Diese geringe Menge würde die Voraussage stützen, daß durch den Schwung  und die Energie des Akkretionsvorgangs der größte Teil des Gases des  zerrissenen Sterns von dem Schwarzen Loch weggeschleudert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kräfte, die den Stern in der Galaxie RXJ1242-11 zerrissen haben, sind  ein extremes Beispiel der durch Unterschiede in der Schwerkraft vor und  hinter einem Objekt verursachten Gezeitenkräfte. Die Gezeitenkräfte des  Mondes bewirken Ebbe und Flut auf der Erde, die des Jupiter haben den  Kometen Shoemaker-Levy zerrissen, bevor er in dem Riesenplaneten  verschwand. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Risiko, daß in einer typischen Galaxie ein Stern durch Gezeitenkräfte  zerrissen wird, ist mit etwa eins zu zehntausend gering. Ein solches  Ereignis im Zentrum der Milchstraße hätte eine Röngtenstrahlung zur Folge,  die die stärkste Röntgenquelle in unserer Galaxie um das 50 000-fache an  Energie übersteigen würde. Eine Gefahr für die Erde bestünde indes  aufgrund der Entfernung von 25 000 Lichtjahren nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gewaltige sogenannte Flares wurden bereits früher in unterschiedlichen  Galaxien beobachtet, aber nun wurde ein solches Ereignis erstmals mit der  hohen Spektralauflösung von XMM-Newton und der hohen räumlichen Auflösung  von Chandra unter die Lupe genommen. Beide Satelliten ermöglichten einen  großen Schritt vorwärts: Chandra zeigte, daß der Vorgang im Zentrum der  Galaxie stattfand, wo das Schwarze Loch lauert, während die mit XMM-Newton  vorgenommene Spektralanalyse die typischen Merkmale der Umgebung eines  Schwarzen Lochs nachwies und es somit gestattete, andere in Frage kommende  astronomische Erklärungen auszuschließen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beweise für das Vorhandensein supermassiver Schwarzer Löcher gibt es in  zahlreichen Galaxien. Das Aufspüren von Zerreißvorgängen durch  Gezeitenkräfte stellt jedoch eine völlig eigene Methode für die Suche nach  ihnen dar. Beobachtungen dieser Art sind zur Bestimmung der  Wachstumsgeschwindigkeit von Schwarzen Löchern aufgrund des Verschlingens  benachbarter Sterne von entscheidender Bedeutung.</p>
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