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	<title>Solar Orbiter &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Solar Orbiter &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Wenn die Sonne ernst macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 20:25:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Erdmagnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[Plasma]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Folgen stürmischen Sonnenwetters: zwischen farbenfrohen Polarlichtern und funkensprühenden Telegrafenmasten.Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS. Quelle: MPS/Aktuelles/Nachrichten/Wenn die Sonne ernst macht; Text: Jan Berndorff, 16. Juni 2026 Auf den Punkt gebracht Polarlichter sind die schöne Seite des Weltraumwetters. Doch es gibt im Sonnensystem auch Unwetter. Die Sonne kann Teilchenstürme entfesseln, die auf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Folgen stürmischen Sonnenwetters: zwischen farbenfrohen Polarlichtern und funkensprühenden Telegrafenmasten.<br>Eine Pressemitteilung des Max Planck Instituts für Sonnensystemforschung MPS.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.mps.mpg.de/8758108/news_publication_26811514_transferred?c=2728" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPS/Aktuelles/Nachrichten/Wenn die Sonne ernst macht; Text: Jan Berndorff</a>, 16. Juni 2026</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153173" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/1-Eruption-auf-der-Sonne-mit-der-Erde-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Eruption auf der Sonne mit der Erde (unten links) im richtigen Größenverhältnis.<br><mark>Bildquelle: NASA/Goddard Space Flight Center</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf den Punkt gebracht</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Von der Sonne ins All geschleudertes, magnetisiertes Plasma kann beim Auftreffen auf das schützende Erdmagnetfeld nicht nur Polarlichter auslösen, sondern auch erhebliche Schäden an technischer Infra-struktur verursachen. Solche Sonnenstürme häufen sich am Maximum des elfjährigen Aktivitätszyklus der Sonne.</li>



<li>Um diesen Zyklus besser zu ver-stehen, untersuchen Forschende des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung die Magnetfeld-Dynamik der Sonne mit den Sonnenobservatorien Solar Orbiter und Sunrise.</li>



<li>Die Forschenden sind auch an einer zukünftigen Mission, Vigil, beteiligt. Deren Ziel ist es, potenziell verheerende geo-magnetische Stürme frühzeitig vorherzusagen, sodass sich rechtzeitig Schutzmaßnahmen für Stromnetze oder Satelliten einleiten lassen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Polarlichter sind die schöne Seite des Weltraumwetters. Doch es gibt im Sonnensystem auch Unwetter. Die Sonne kann Teilchenstürme entfesseln, die auf der Erde erhebliche Schäden an technischer Infrastruktur verursachen. Fachleute des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung wollen auch mithilfe neuer Teleskope besser verstehen, warum unser Stern alle elf Jahre besonders aktiv ist. Ihr Ziel ist nicht zuletzt, Sonnenstürme frühzeitig vorherzusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Monate dieses Jahres waren in Deutschland ungewöhnlich farbenfroh: Leuchtend grüne Vorhänge zogen sich über den Sternenhimmel von den norddeutschen Inseln bis in die bayrischen Voralpen. Manchmal flackerten die Lichter wie Fahnen im Wind. Manchmal strahlten sie ruhig und gingen von Grün über Rot in Violett über.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153175" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/2-Polarlichter-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Diese Polarlichter, aufgenommen in der Nähe von Göttingen in der Nacht vom 20. Januar 2026, erscheinen in einem Farbverlauf von grün bis pink. Die Farben auf diesem Foto sind satter, als sie ein Mensch wahrnehmen würde. Das Auge ist nicht empfindlich genug, während sich der Sensor einer Kamera lange belichten lässt, um auch schwaches Licht abzubilden.<br><mark>Bildquelle: F. Tischer (MPS)</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was zahlreiche Menschen da nachts mit ihren Kameras einfingen, waren Polarlichter. Wenn diese sich sogar in Mitteleuropa zeigen und nicht nur in höheren Breiten wie in Skandinavien oder der Arktis, ist dies ein Anzeichen für eine besonders hohe Sonnenaktivität. Denn sie gehen auf Eruptionen auf unserem Heimatstern zurück: Heftige Turbulenzen im Magnetfeld schleudern einen Schwall geladener Teilchen ins All. Trifft die magnetisierte Wolke das Erdmagnetfeld, dellt es dieses ein. Es entsteht ein im geomagnetischen Sturm flatternder magnetischer Schweif, der weg von der Sonne zeigt. Dort kommen sich einzelne Feld­linien teils so nahe, dass sie sich unter einem energetischen Schnalzen neu verbinden. Die dabei entfesselten Kräfte beschleunigen geladene Elektronen von der Sonne entlang des gekrümmten Erdmagnetfelds bis zu dessen Polen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg regen die Teilchen in der Atmosphäre Sauerstoff und Stickstoff zum Leuchten an – Polarlichter entstehen. Etwa alle elf Jahre produziert die Sonne besonders viele solcher Eruptionen – es herrscht quasi solare Hurrikansaison: Über ein bis zwei Jahre hinweg wehen dann häufiger Sonnenstürme durchs All, die stärker sind als der übliche Sonnenwind. „In niedrigeren geografischen Breiten schützt das Erdmagnetfeld stärker“, sagt Sami Solanki. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Trifft ein besonders starker Partikelschwall die Erde, so drückt dieser dermaßen gegen das Erd­magnetfeld, dass sich sogar solche Magnetfeldlinien neu verbinden, die in mittleren Breiten fußen – Sonnenteilchen regnen dann auch in die Atmosphäre über südlichere Teile Europas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann unangenehme Folgen haben: Satelliten, Raumstationen und hoch fliegende Flugzeuge sind intensiver Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt, Stromleitungen am Boden werden durch die geladenen Teilchen überladen, Transformatoren brennen durch, und flächendeckende Stromausfälle sind die Folge. Die europäische Raumfahrtagentur Esa hat in einer Studie ausgerechnet, dass ein heftiger Sonnensturm allein in Europa Schäden in Höhe von bis zu 15 Milliarden Euro verursachen könnte. Fachleute des US-Forschungsrates nennen für die USA sogar ein bis zwei Billionen US-Dollar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen Worten: So wichtig und faszinierend dieser Stern für uns ist – immerhin sorgt die Sonne für 99,96 Prozent der Energie, die die Erde vor der Auskühlung bewahrt –, er kann auch anders. Und darum wollen Forschende besser verstehen, wie er funktioniert.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="177" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1.jpg" alt="" class="wp-image-153177" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/3-Sonnenspaeher-400x177-1-300x133.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sonnenspäher bei der Arbeit: Die Raumsonde Solar Orbiter fliegt immer steilere Umlaufbahnen um die Sonne. Der Rundumblick hilft zu verstehen, wie sich das Magnetfeld der Sonne entwickelt. Eine aktive Phase der Sonne hat Sunrise im Jahr 2024 beobachtet – ein Sonnenteleskop, das an einem Stratosphärenballon über der Erde schwebt. Nimmt eine Sonneneruption einmal Kurs auf die Erde, wird die Außenposition Vigils in den 2030er-Jahren erlauben, mehrere Tage im Voraus zu warnen. Bisherige Vorhersagen kommen oft zu spät: Soho etwa sieht die Sturmfront erst, wenn sie kurz bevorsteht.<br><mark>Bildquelle: GCO nach ESA und MPI für Sonnensystemforschung</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blicke auf die Pole der Sonne</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn obwohl Forschende die Sonne bereits seit Jahrzehnten mit Teleskopen am Boden und im Orbit beobachten und vermessen, bleiben zahlreiche Details rund um deren komplexes Magnetfeld, aus dessen Dynamik die Sonnenstürme resul­tieren, im Dunkeln. „Wenn wir diese Vorgänge besser verstehen, können wir sie modellieren, und wenn wir sie modellieren, können wir auch Vorhersagen treffen – zum Beispiel wann ein gefährlicher Sturm droht, die Erde zu treffen“, sagt Kinga Albert, die am Göttinger Institut in der Abteilung Sonne und Heliosphäre forscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell untersucht Albert die ersten Messdaten der Esa-Sonde Solar Orbiter, zu der das Max-Planck-Institut ein Schlüsselinstrument beigesteuert hat: Der „Polarimetric and Helioseismic Imager“ macht Aufnahmen der Sonnenoberfläche im sichtbaren Licht und bestimmt Stärke und Richtung des Magnetfeldes. Solar Orbiter dringt dabei in wissenschaftliches Neuland vor und kommt bei seinen Umrundungen näher an das Sonnenfeuer heran als der innerste Planet Merkur. Erstmals verlässt ein Sonnenteleskop mit hochauflösenden Kameras zudem die Ekliptik, also jene Ebene, in der alle Planeten bis auf wenige Grad Abweichung um die Sonne kreisen. Nur so erlangt Solar Orbiter einen detaillierten Blick auf die Sonnenpole. Bislang gibt es von der Sonne und ihrem Magnetfeld fast ausschließlich seitliche Aufnahmen, die aus der Ekliptik heraus entstanden. Denn die Drehachse der Sonne ist nur etwa 7 Grad zu dieser Ebene gekippt. „Aus diesem Winkel erkennt man aber leider so gut wie nichts, daher sind die Pole noch weitgehend unerforscht“, bedauert Sami Solanki. „Wir vermuten jedoch, dass sich dort Entscheidendes zum Verständnis des elfjährigen Sonnenzyklus abspielt.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="187" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1.jpg" alt="" class="wp-image-153179" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/4-globales-Magnetfeld-der-Sonne-400x187-1-300x140.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Zwei Gesichter der Sonne: Das globale Magnetfeld wechselt zwischen einem regelmäßig und geordnet geformten Dipol wie bei der Erde (rechts) und einem chaotischen und aufge­wickelten Magnetfeld (links). Ein Zyklus dauert etwa elf Jahre.<br><mark>Bildquelle: GCO/MPI für Sonnensystemforschung</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufbrausendes Sonnenfeuer</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zyklus, der zwischen neun und 13 Jahre dauern kann, zeigt die Sonne eine erstaunliche Verwandlung: Beginnend als Dipol mit beinahe geradlinig zwischen Nord und Süd verlaufenden Feldlinien, wie wir das vom Erdmagnetfeld kennen, wickeln sich diese Feldlinien im Verlauf zunehmend auf. Laut bisheriger Forschung geht das so: Die Sonne ist wie die Erde im Prinzip ein riesiger Dynamo. Während sie rotiert, erzeugt die geladene Materie, aus der sie besteht – das Plasma aus Wasserstoff und Helium –, ein Ma­gnetfeld. Nun dreht sie sich in verschie­denen Breiten unterschiedlich schnell: An den Polen einmal in 35, am Äquator in 25 Tagen. Da die Magnetfeldlinien mit den geladenen Teilchen des Plasmas gekoppelt sind, wickeln sich die ursprüng­lichen Nord-Süd-Feldlinien quasi um die Sonne herum, es entsteht ein ziemlich komplexes und grob ring- oder donut­förmiges Magnetfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Magnetfeld, das durch diese differenzielle Rotation entsteht, ist am Grund der sogenannten Konvektionszone verankert. Diese Zone entspricht dem äußeren Drittel der Sonne, in dem die Energie aus dem Sonneninneren nicht durch Strahlung, sondern durch mächtige Ströme und Umwälzungen im Plasma nach außen gelangt. Knapp unter der Oberfläche schießen sogar Blasen mit durchschnittlich 3000 Kilometern pro Stunde zur Ober­fläche, ehe diese abkühlen und wieder nach unten sinken: Es blubbert und brodelt wie kochendes Wasser in einem Topf.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153181" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/5-Sonnenfleck-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sonnenfleck aufgenommen mit dem 1 m Swedish Solar Telescope (SST) auf La Palma (Kanarische Inseln, Spanien). Die kühlere und damit dunklere Umbra im Zentrum des Sonnenfleckes ist umgeben von der Penumbra: Dort strömt in 100 bis 200 km breiten Filamenten teilweise ionisiertes Gas radial nach außen. Dabei kommt es zu Umwälzströmungen, die erstmals von Wissenschaftlern des MPI für Sonnensystemforschung direkt beobachtet und mithilfe von Computersimulationen erklärt werden konnten.<br><mark>Bildquelle: MPS</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Grund der Konvektionszone drängt sich das Magnetfeld dicht auf dicht und ist dermaßen turbulent, dass sich Feldlinien losreißen und schlauchartige Formen bilden. Im Inneren solcher Magnetfeldkäfige befindet sich weniger Sonnenplasma als in der Umgebung, und so steigen diese zur Oberfläche auf, wie U-Boote mit geleerten Tanks. Wo die gebündelten Feldlinien die Oberfläche durchstoßen, verhindern die magnetischen Kräfte, dass weiteres heißes Plasma nachschiebt. Die Konvektion und damit der Energietransport sind dort unter­bunden – es entsteht ein Sonnenfleck, der oft weit größer als die Erde ist und dunkel erscheint, weil er nur etwa 4000 Grad heiß ist, während in der übrigen Photosphäre rund 5500 Grad herrschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je aktiver die Sonne ist, desto mehr Sonnen­flecken sind zu sehen und desto dynamischer und chaotischer ist das Magnetfeld auch an der Oberfläche. Immer wieder erheben sich Plasmabögen entlang ausladender Feldlinien, die meist in der Umgebung von Sonnenflecken verankert sind, weit über die Oberfläche. Teils verdrillen und verknoten sich Feldlinien, bis die Spannung allzu groß wird, der magnetische Käfig aufbricht und einen Schwall Plasma mit viel Schwung ins All schleudert. Fachleute nennen das einen koronalen Massenauswurf. Er ist die Ursache für das, was auch als Sonnensturm bezeichnet wird. Nach ein bis zwei Jahren des Wütens – das letzte Aktivitätsmaximum begann 2024 und ging mit den Polarlichtern Anfang dieses Jahres vermutlich zu Ende – beruhigt sich die Sonne langsam wieder. Die Zahl der Sonnen­flecken geht zurück, und die Feld­linien ordnen sich allmählich wieder zum Dipol. Nur diesmal andersherum: Der vormalige magnetische Nord- wird zum magnetischen Südpol und umgekehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem diese Phase ist noch rätselhaft: „Wir können noch nicht erklären, wie die Sonne aus dem Chaos wieder zur Ordnung zurückfindet“, sagt Sami Solanki. Genau dazu soll Solar Orbiter neue Erkenntnisse liefern. Von den Bildern und Messungen, die das Sonnenteleskop im Jahr 2025 aufzeichnete, wurden einige bereits veröffentlicht. Doch die Analyse der vielen Daten hat gerade erst begonnen: „Nicht vor Ende dieses Jahres werden wir erste Ergebnisse veröffentlichen, darum darf ich noch nichts Konkretes verraten“, sagt Solanki. „Nur so viel: Wir haben spannende Dinge gefunden, die so manche Modellvorstellung wahrscheinlich widerlegen.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153183" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/6-Diskussion-im-Foyer-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Im Foyer des Instituts diskutieren Lakshmi Pradeep Chitta, Smitha Narayanamurthy, Kinga Albert und Sami Solanki (von links).<br><mark>Bildquelle: Leona Ohsiek / MPG</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Sonne zwischen Chaos und Ordnung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Kollegin Kinga Albert beschäftigt sich mit Messungen magnetischer Strukturen in Polnähe: „Da gibt es größere und kleinere magnetische Teilflächen. Sie sind zwar alle nicht so groß wie die Sonnenflecken in Äquatornähe, haben aber in etwa mindestens die Fläche Deutschlands. Manche verändern sich binnen weniger Stunden, andere bleiben tagelang stabil, manche sind positiv, manche negativ magnetisch polarisiert.“ Diese Strukturen folgen einem Granulationsmuster – das ist die körnige Struktur mächtiger Plasmablasen, die durch die Konvektion entstehen: „Die Strömungen spülen Magnetfelder, die an der Ober­fläche treiben und meist Überbleibsel größerer Sonnen­flecken sind, zu Ein­heiten zusammen wie Schaum auf dem Meer, nur um sie dann wieder zu zerstreuen“, beschreibt Albert. Sie ist noch bei der Bestandsaufnahme und sucht nach Regelmäßigkeiten. „Eine Interpretation kann ich noch nicht liefern.“ „Aber unsere Reise zu den Polen fängt ja gerade erst an“, betont Lakshmi Pradeep Chitta, der in derselben Abteilung wie Kinga Albert forscht. Die Raumsonde werde in wenigen Jahren eine Bahn fliegen, die mit einem Winkel von etwa 33 Grad aus der Ekliptik ausbricht – mit noch klarerem Blick auf die Pole. „So werden wir also eben jenen Weg der Sonne zurück in ihr Dipol-Stadium detailliert verfolgen, den wir bislang noch nicht recht erklären können“, sagt Chitta.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Forschenden haben noch mehr Trümpfe im Ärmel, um der Sonne ihre Geheimnisse zu entlocken. Darunter ein weiterer sehr spezieller Sonnenspäher: ein Observatorium namens Sunrise, geleitet vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Dieses rund 2,5 Tonnen schwere Teleskop mit einem ein Meter großen Spiegel steht weder auf dem Erdboden, noch rast es durchs All. Statt­dessen schwebt es an einem riesigen Helium-Ballon in rund 37 Kilometer Höhe an der Grenze zwischen Erd­atmosphäre und Weltraum. Dort entgeht es Wolken und den störenden Luftturbulenzen der Erdatmosphäre, lässt sich zudem landen und warten. Es vereint so die Vorteile von Teleskopen im Weltraum und am Boden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.mpg.de/22197211/erfolgreicher-start-fuer-sunrise-iii" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153185" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/7-Sunrise-III-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Sunrise III hebt ab<br>Von der Stratosphäre aus hat das ballongetragene Sonnenobservatorium einen ungestörten Blick auf die Sonne<br><mark>Portalbeitrag des MPS vom 10. Juli 2024</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ballon, der bei maximaler Füllung 130 Meter durchmisst, startete 2024 in der Nähe von Kiruna in Nordschweden und fuhr mit den stratosphärischen Westwinden entlang des nördlichen Polarkreises nach Kanada, um dort etwa eine Woche später zu landen. „Dieser Flug war ein voller Erfolg“, freut sich Smitha Narayanamurthy, die am Institut die Daten auswertet. Dank der Mitternachtssonne und der Position über Wolken und Wetter beobachtete das Teleskop durchgehend die Sonne und machte hochaufgelöste Bilder. „Mit Sunrise können wir Eruptionen von Anfang bis Ende hochauflösend verfolgen, und in den Daten werden wir sehen, ob und wie sie sich ankündigen“, sagt Sami Solanki. „Damit halten wir einen riesigen Datenschatz von 200 Terabyte in unseren Händen, den wir gerade erst zu heben beginnen.“ Darin enthalten sind auch zahlreiche Spektren und Polarisationsmuster in hoher Auflösung, mit denen Smitha Narayanamurthy die Granulation im Detail verfolgte und kleine Plasmawirbel und -strudel entdeckte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geomagnetische Stürme vorhersagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wer geomagnetische Stürme präzise vorhersagen will, muss auch wissen, ob und wann genau ein Plasmaschwall die Erde trifft. Je nachdem braucht dieser zwischen einem halben Tag und drei Tagen. Bislang ist es so: Eine heftige Sonneneruption mit dem Potenzial für ernsthafte Störungen auf der Erde erkennt man erst, wenn sie stattfindet. Zum Beispiel mit der Raumsonde Soho, die bereits seit 1995 die Sonne vom Lagrange-Punkt 1 (L1) aus beobachtet, also aus der gleichen Richtung wie die Erde. Jedoch kann dieser Satellit nicht gut erkennen, ob ein Sonnenauswurf tatsächlich Kurs auf die Erde nimmt und mit welchem Tempo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das liegt daran, dass die Kamera an Bord die Sonne mit einer kreisrunden Blende abdeckt und daher vornehmlich Auswürfe sieht, die die Sonne zu den Seiten verlassen. Erst wenn die Teilchen der Sonne Soho bereits erreicht haben – also wenn der Sturm kurz bevorsteht –, schlagen Sensoren an Bord Alarm. Ab da bleiben nur noch rund 30 bis 60 Minuten, bis der Partikelsturm auf das schützende Magnetfeld der Erde einprasselt. Das ist auch der Grund dafür, dass Vorhersagen von Polarlichtern nur maximal eine Stunde im Voraus gelten.<br>Entscheidender Blick von der Seite</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der Sonnensturmvorhersage fehlt, ist die Sicht auf die Sonne aus einer anderen Perspektive, am besten noch während sich ein Sturm zusammenbraut. Hilf­reicher als der Blick von oben, den Solar Orbiter einnimmt, ist dabei jener der Raumsonde Vigil von der Seite. Das Göttinger Institut ist ebenfalls an der Sonde beteiligt, die die Esa im Jahr 2031 zum Lagrange-Punkt L5 schießen will. „Von L5 aus wird Vigil wegen der Drehung der Sonne Ereignisse auf ihrer Oberfläche beobachten, fünf bis sechs Tage, bevor sie von L1 oder der Erde aus sichtbar sind“, erklärt Pradeep Chitta. Das bedeutet: Wenn sich Eruptionen ankündigen, kann Vigil bereits eine Woche im Voraus warnen. Und falls eine Plasmawolke tatsächlich Richtung Erde stürmt, berechnet Vigil deren Richtung und Tempo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine Vorhersage wäre extrem wichtig“, sagt Sami Solanki. „Denn eines wissen wir sicher: Bislang sind wir bei Sonnenstürmen sehr glimpflich davongekommen.“ Seit der Mensch sich durch die breite Verwendung der Elektrizität, durch Raumfahrt und Satellitentechnik verwundbar für diese kosmischen Katastrophen machte, hat es keinen wirklich schlimmen Sonnensturm mehr gegeben. Mal gingen eine ganze Reihe Starlink-Satelliten dadurch verloren, mal sind in halb Kanada die Stromnetze für ein paar Stunden zusammengebrochen oder die Satelliten­navigation in Deutschland. Doch im Vergleich zu dem, wozu die Sonne fähig ist, waren das laue Lüftchen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.mpg.de/21927472/polarlichter-in-sueddeutschland" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-153187" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/06/8-gluehender-Himmel-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Wenn der Himmel zu glühen scheint<br>Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, erklärt, wie Sonneneruptionen und Polarlichter zusammenhängen und wann solche Ereignisse für Stromnetze oder GPS zum Problem werden<br><mark>Portalbeitrag des MPS vom 20. Januar 2026</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Funkensprühende Telegrafenmasten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bisher heftigste registrierte Sturm ereignete sich 1859. Das sogenannte Carrington-Ereignis, benannt nach einem britischen Astronomen, war geschätzt zwei bis vier Mal stärker als die intensivsten Sonnenstürme seither. Es sorgte für Polarlichter bis in die Karibik und Nordafrika und ließ Wälder in Flammen aufgehen, weil Telegrafenmasten Funken schlugen. Doch Elektrizität war damals kaum verbreitet, und so blieben die Schäden überschaubar. Heute würden sie in die Milliarden gehen, die Reparaturen der Energieinfrastruktur könnten Wochen oder gar Monate dauern. Schätzungen zu­folge sollte sich ein Sturm der Carrington-Klasse etwa alle 100 bis 500 Jahre er­eignen. Sie beruhen unter anderem auf Vergleichen mit solchen Eruptionen auf anderen sonnenähnlichen Sternen und auf Rekonstruktionen der Sonnenaktivität, die inzwischen mehrere Tausend Jahre in die Vergangenheit reichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Allerdings kann es sogar noch viel intensivere Sonnenstürme geben als das Carring­ton-Ereignis“, warnt Sami Solanki. Diese sogenannten Miyake-Ereignisse sind zehn bis hundert Mal stärker. Sechs bis zehn dieser Art sollen sich in den letzten 14 500 Jahren ereignet haben. Das zeigen Messungen der Konzentration des Kohlenstoffisotops 14C in den Jahresringen alter Bäume. Derartige Stürme produzieren enorme Mengen dieses Isotops in der Atmosphäre, und es lagert sich dann in Bäumen ab. Der letzte besonders starke Fall ereignete sich wohl im Jahr 774 nach Christus. Ob und wann es wieder so weit ist, kann niemand genau sagen. Es könnte auch schon beim nächsten Sonnenmaximum geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch hat auf die Aktivität der Sonne keinen Einfluss. Deshalb gelte es dringend, sich zu wappnen, meinen die Sonnenforschenden der Max-Planck-Gesellschaft. Bereits bei einer Vorwarnzeit von wenigen Tagen könnten Astronautinnen und Astronauten in Schutzmodule flüchten, Verkehrsflüge ließen sich aussetzen oder die empfindlichen Instrumente der Satelliten vorübergehend aus der Sonne drehen. Die kommenden Jahre der Sonnenforschung könnten uns also früher oder später vor einer Katastrophe bewahren.</p>



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		<title>MPS: Mini-Plasmaströme als Antrieb des Sonnenwindes</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mps-mini-plasmastroeme-als-antrieb-des-sonnenwindes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 20:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Solar Orbiter-Aufnahmen bieten den bisher besten Blick auf eine Quellregion des Teilchenstroms von der Sonne – und finden ein bisher unbekanntes Phänomen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 24. August 2023. 24. August 2023 &#8211; Kleinste Plasmaströme auf der Sonne, die mit Geschwindigkeiten von einigen hundert Kilometern pro Stunde von der [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Solar Orbiter-Aufnahmen bieten den bisher besten Blick auf eine Quellregion des Teilchenstroms von der Sonne – und finden ein bisher unbekanntes Phänomen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 24. August 2023.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/KoronalesLochESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Blick auf ein koronales Loch. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)" data-rl_caption="" title="Blick auf ein koronales Loch. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="335" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/KoronalesLochESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60.jpg" alt="Blick auf ein koronales Loch. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)" class="wp-image-130595" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/KoronalesLochESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/KoronalesLochESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60-300x168.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf ein koronales Loch. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">24. August 2023 &#8211; Kleinste Plasmaströme auf der Sonne, die mit Geschwindigkeiten von einigen hundert Kilometern pro Stunde von der Sonnenkorona ins All rasen, könnten der lang gesuchte Antrieb des Sonnenwindes sein. Wie ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen heute in der Fachzeitschrift Science berichtet, findet sich in hochaufgelösten Aufnahmen eines koronalen Lochs, die der ESA-Raumsonde Solar Orbiter im März vergangenen Jahres gelungen sind, eine Vielzahl solcher Mini-Ströme. Koronale Löcher zeigen sich als dunkle Bereiche in Aufnahmen der Korona und gelten als Ausgangsort des Sonnenwindes. Wie die Auswertungen jetzt zeigen, sind die Plasmaströme zwar ein ständig wiederkehrendes und häufiges Phänomen, jeder einzelne reißt jedoch nach kurzer Zeit ab. Dies legt den Schluss nahe, dass der Sonnenwind bei näherer Betrachtung nicht als gleichmäßiger Teilchenstrom ausgestoßen wird, sondern zu Beginn und auf kleinen Skalen unregelmäßig fluktuiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonne sendet nicht nur Strahlung ins All, sondern auch einen Strom geladener Teilchen wie etwa Protonen und Elektronen. Dieser Sonnenwind fällt je nach Aktivität der Sonne mal stärker und mal schwächer aus, kommt jedoch nie vollständig zum Erliegen. Die schnellsten Teilchen des Sonnenwindes erreichen Überschallgeschwindigkeiten von mehr als 500 Kilometern pro Sekunde. Ihre Quellregionen sind koronale Löcher vorzugsweise in der Nähe der Sonnenpole. Auf Aufnahmen der Sonnenkorona im ultravioletten Licht zeigen sich diese „Löcher“ als dunkle Bereiche. Dort weisen die Feldlinien des Sonnenmagnetfeldes nicht bogenförmig zurück zur Sonne, sondern ragen in den interplanetaren Raum. Die Aufnahmen der Raumsonde Solar Orbiter, die das Forscherteam nun ausgewertet hat, zeigen ein solches koronales Loch in bisher unerreichter Detailschärfe und mit schneller Bildabfolge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zeitpunkt der Aufnahmen am 30. März 2022 hatte Solar Orbiter den sonnennächsten Punkt seiner stark elliptischen Umlaufbahn um die Sonne erreicht. Aus einem Abstand von nur etwa 50 Millionen Kilometern blickte die Sonde aus geringerem Abstand auf die Sonnenkorona, als jeder ihrer Vorgänger. Etwa eine halbe Stunde lang konnte das Instrument Extreme-Ultraviolet Imager (EUI), zu dessen Bau und Entwicklung auch wissenschaftlich-technische Teams des MPS beigetragen haben, seinen Blick auf ein koronales Loch in der Nähe des Südpols richten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PikoFlareStroemenESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aufnahmen verschiedener Piko-Flare-Ströme, die dem Solar Orbiter-Instrument EUI am 30. März 2022 gelungen sind. Der Bildausschnitt jedes einzelnen Bildes beträgt 6000 Kilometer x 6000 Kilometer. Damit die Ströme besser sichtbar sind, wurde die Helligkeit dieser Aufnahme invertiert. Sie erscheinen dadurch dunkel. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)" data-rl_caption="" title="Aufnahmen verschiedener Piko-Flare-Ströme, die dem Solar Orbiter-Instrument EUI am 30. März 2022 gelungen sind. Der Bildausschnitt jedes einzelnen Bildes beträgt 6000 Kilometer x 6000 Kilometer. Damit die Ströme besser sichtbar sind, wurde die Helligkeit dieser Aufnahme invertiert. Sie erscheinen dadurch dunkel. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PikoFlareStroemenESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60.jpg" alt="" class="wp-image-130598" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PikoFlareStroemenESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PikoFlareStroemenESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PikoFlareStroemenESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal60-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aufnahmen verschiedener Piko-Flare-Ströme, die dem Solar Orbiter-Instrument EUI am 30. März 2022 gelungen sind. Der Bildausschnitt jedes einzelnen Bildes beträgt 6000 Kilometer x 6000 Kilometer. Damit die Ströme besser sichtbar sind, wurde die Helligkeit dieser Aufnahme invertiert. Sie erscheinen dadurch dunkel. (Bild: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie genau es der Sonne gelingt, den Sonnenwind mit hohen Geschwindigkeiten ins All zu beschleunigen, war bisher unklar. Die einzigartigen Aufnahmen von Solar Orbiter bieten uns die Möglichkeit, genauer als je zuvor auf die Quellregionen des Sonnenwindes zu schauen und so diesen Prozess besser als zuvor zu verstehen“, erklärt MPS-Wissenschaftler Dr. Lakshmi Pradeep Chitta, Erstautor der neuen Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kleine Ausbrüche mit großer Wirkung</strong><br>In den Aufnahmen findet sich eine Vielzahl kleinster Ströme, die sich mit Geschwindigkeiten von einigen hundert Kilometern pro Sekunde von der Sonne fortbewegen. Sie sind etwa 100 Kilometer breit, von langgezogener oder Y-förmiger Gestalt und recht kurzlebig: nach etwa 20 bis 100 Sekunden verblassen sie. Auch die Energie, die jeder einzelne Strom transportiert, ist verhältnismäßig klein: etwa der billionste Teil der Energie, welche die größten Explosionen im Sonnensystem, Strahlungsausbrüche der Sonne der Kategorie X, freisetzen. Deshalb sprechen die Forscherinnen und Forscher von Piko-Flare-Strömen. Für irdische Verhältnisse ist diese Energiemenge dennoch gewaltig: Sie entspricht etwa der Energiemenge, die 10.000 Haushalte in Deutschland im Laufe eines Jahres verbrauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Summe dürften die Mini-Ströme dennoch einen Großteil der Energie bereitstellen, die erforderlich ist, die Sonnenwindteilchen auf ihre Überschallreise durchs All zu schicken. „Die Ströme, die wir nun entdeckt haben, sind zwar klein und treten nur sporadisch auf“, so Chitta, „sie sind aber offenbar ein häufiges Phänomen und in dem betrachteten koronalen Loch geradezu allgegenwärtig.“ Auslöser der Piko-Flare-Ströme könnten lokale Umstrukturierungen des Sonnenmagnetfeldes sein. Von größeren, ähnlich geformten Strömen ist bekannt, dass sie dort entstehen, wo sich offene und geschlossene Feldlinien des Sonnenmagnetfeldes treffen, neu anordnen und dabei Energie freisetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Teilchenstrom mit Feinstruktur</strong><br>In bisherigen Vorstellungen ist der Sonnenwind ein über große Zeiträume betrachtet zwar an- und abschwellender, ansonsten aber homogener Teilchenstrom. Diese Sicht scheint nicht länger haltbar zu sein. Wie Solar Orbiters zeitlich und räumlich hochaufgelöste Messungen zeigen, nimmt der Sonnenwind seinen Ursprung offenbar in Gestalt vieler winziger Ströme – ähnlich wie die meisten Flüsse sich aus einer Vielzahl kleiner Bäche und Nebenarme speisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Je genauer wir mit Solar Orbiter in die Korona der Sonne schauen, desto mehr finden wir, welch entscheidende Rolle kleinste Strukturen und Prozesse für das Verständnis unseres Sterns spielen“, so Koautor Prof. Dr. Hardi Peter vom MPS. Die Forschenden halten es für möglich, dass sogar noch kleinere Ströme oder schwächere Strahlungsausbrüche, die auch dem Sonnenspäher der ESA verborgen bleiben, am Werk sind. Die Forscherinnen und Forscher hoffen nun, im weiteren Verlauf der Mission mehr über die Piko-Flare-Ströme zu lernen. In den kommenden Jahren wird Solar Orbiter, die Ebene, in der die Planeten um die Sonne kreisen, mehr und mehr verlassen und so eine immer bessere Sicht auf ihre Polregionen – und die dortigen koronalen Löcher – genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>L.P. Chitta et al.: Picoflare jets power the solar wind emerging from a coronal hole on the Sun, Science, 24. August 2023,<br>dx.doi.org/10.1126/science.ade5801, <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.ade5801" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.science.org/doi/10.1126/science.ade5801</a>.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/KoronalesLochESASolarOrbiterEUIScienceChittaetal.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption"><em>Blick auf ein koronales Loch in der Nähe des Südpols der Sonne<br>Diese Daten wurden aufgenommen vom Solar Orbiter-Instrument EUI am 30. März 2022. Das koronale Loch zeigt sich als grob halbkreisförmiger, dunkler Bereich am unteren linken Rand der Sonne. Innerhalb des koronalen Lochs ist eine Vielzahl hell aufleuchtender Ströme zu sehen. Der Kreis zeigt die Größe der Erde an. (Video: ESA/Solar Orbiter/EUI; Science, Chitta et al.)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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		<title>Switchback: Magnetfeldumkehr in der Sonnenkorona</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/switchback-magnetfeldumkehr-in-der-sonnenkorona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2022 10:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Raumsonde Solar Orbiter hat einen solaren Switchback in der Sonnenkorona beobachtet. Eine neue Studie gibt nun Hinweise auf seine Entstehung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. September 2022. 12. September 2022 &#8211; Während des bisher engsten Vorbeiflugs der ESA-Raumsonde Solar Orbiter an der Sonne im Frühjahr dieses Jahres wurde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Raumsonde Solar Orbiter hat einen solaren Switchback in der Sonnenkorona beobachtet. Eine neue Studie gibt nun Hinweise auf seine Entstehung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 12. September 2022.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps1209202ESANASASolOEUIMetisTeamsDTellonietal2022.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))" data-rl_caption="" title="Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps1209202ESANASASolOEUIMetisTeamsDTellonietal202260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese zusammengesetzte Aufnahme eines solaren Switchbacks gelang Solar Orbiter am 25. März 2022. Der Switchback ist die langgezogene, helle Struktur, die sich in der Korona zeigt. Dieser Teil des Bildes wurde von Solar Orbiters Koronographen Metis aufgenommen. In der inneren Korona zeigt sich in Zusammenhang mit dem Switchback eine Vielzahl koronaler Bögen. Sie wurden vom Extreme-Ultraviolet Imager von Solar Orbiter aufgenommen. (Bild: ESA&amp;NASA/Solar Orbiter/EUI&amp;Metis Teams und D. Telloni et al. (2022))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">12. September 2022 &#8211; Während des bisher engsten Vorbeiflugs der ESA-Raumsonde Solar Orbiter an der Sonne im Frühjahr dieses Jahres wurde der Koronograph Metis Zeuge eines kuriosen Schauspiels in der Korona: einer S-förmigen, einige hunderttausend Kilometer großen Plasmastruktur, die sich mit hoher Geschwindigkeit von der Sonne wegbewegt. Eine Forschergruppe, zu denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen zählen, halten dies für die Aufnahme eines so genannten „Switchbacks“. Das Phänomen ist seit Jahrzehnten aus Sonnenwindmessungen bekannt, wo es sich als kurzzeitige Umkehr des Magnetfeldes zeigt. Die Messdaten von Solar Orbiter und neue Modellrechnungen ermöglichen es nun erstmals, dem Ursprung des Phänomens bis hinunter in die untere Korona nachzuspüren. Wie das Team heute in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal Letters“ berichtet, lösen dort Umstrukturierungen im solaren Magnetfeld die Switchbacks aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Magnetfeld der Sonne macht sich nicht nur in ihrer unmittelbaren Umgebung bemerkbar. Der Sonnenwind, der stetige Strom geladener Teilchen von der Sonne, trägt es weit in den Weltraum hinaus und erzeugt so die Heliosphäre, den magnetischen Einflussbereich der Sonne. Plötzliche, lokal auftretende Umkehrungen des Magnetfeldes sind dabei offenbar keine Seltenheit. In großer Nähe zur Sonne ist das Phänomen der NASA-Raumsonde Parker Solar Probe in den vergangenen Jahren häufig begegnet. Auch die deutsch-amerikanischen Zwillingssonden Helios I und II sowie die NASA-Sonde Ulysses fingen in den 70er und 90er Jahren in deutlich größerem Abstand zur Sonne vereinzelt entsprechende Messdaten ein. Die so gennannten Switchbacks dauern höchstens einige Stunden an, haben eine S-förmige Gestalt und gehen oftmals mit Beschleunigungen des Sonnenwindes einher. Ihr Ursprung blieb jedoch bisher weitestgehend unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Messungen von Solar Orbiter, die heute veröffentlicht werden, bringen neue Erkenntnisse – auch weil sich die Beobachtungen der ESA-Sonde fundamental von denen ihrer sonnenforschenden Vorgänger unterscheiden. Bei den bisherigen Begegnungen mit Switchbacks handelte es sich um in situ-Messungen: Die Raumsonden durchflogen den Sonnenwind und zeichneten die Stärke und Richtung des Magnetfeldes am eigenen Standort auf. Solar Orbiter hingegen ist auch mit Teleskopen und Kameras ausgerüstet und kann so das Phänomen in seiner Gesamtheit abbilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Langgestreckte, gebogene Plasmastruktur</strong><br>Dies gelang dem Solar Orbiter-Koronograph Metis am 25. März dieses Jahres, einen Tag bevor die Raumsonde ihren bisher sonnennächsten Punkt erreichte. Weniger als 48 Millionen Kilometer trennten Solar Orbiter zu diesem Zeitpunkt von der Sonne. Der Koronograph deckt die helle Sonnenscheibe sowie die innere Atmosphäre der Sonne ab und macht so Vorgänge in der deutlich lichtschwächeren äußeren Atmosphäre sichtbar. Am MPS wurden die Kameras des Instrumentes entwickelt und gebaut.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps12092022Zanketal2020.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))" data-rl_caption="" title="Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps12092022Zanketal202060.jpg" alt=""/></a><figcaption>Wenn offene und geschlossene Magnetfeldlinien in der Nähe einer aktiven Region interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um. Die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung ins Plasma freigesetzt. (Grafik: Zank et al. (2020))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den jetzt veröffentlichten Aufnahmen ist eine langestreckte, S-förmig gebogene Plasmastruktur zu erkennen, die zunächst in einer Höhe von 2,6 Sonnenradien oberhalb der Sonnenoberfläche auftritt. Mit einer Geschwindigkeit von mindestens 290.000 Kilometern pro Stunde bewegt sie sich radial von der Sonne weg, wobei sich ein kleiner Teil der Struktur in entgegengesetzter Richtung auszubreiten scheint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die große Stärke von Solar Orbiter ist, dass die Raumsonde mit Instrumenten ausgerüstet ist, die gleichzeitig in unterschiedliche Schichten der Sonne schauen können“, erklärt Dr. Luca Teriaca vom MPS, Co-Principal Investigator von Metis und Ko-Autor der aktuellen Studie. „So konnten wir den Switchback erstmals bis zu seinem Ursprung verfolgen“, fügt er hinzu. Denn auch der Extreme Ultraviolet-Imager (EUI) von Solar Orbiter war am 25. März eingeschaltet. Das Instrument, zu dem das MPS eines von drei Teleskopen beigesteuert hat, fängt die extrem kurzwellige ultraviolette Strahlung aus der inneren Korona ein. Sein Sichtfeld liegt somit deutlich näher an der Oberfläche der Sonne als das von Metis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EUI-Aufnahmen vom 25. März zeigen unterhalb des Switchbacks ein wahres Feuerwerk heller Plasmabögen, die sich von der Sonnenoberfläche bis in die innere Korona erstrecken. Wie auch hier treten solche koronalen Bögen häufig in Zusammenhang mit aktiven Regionen, Gebieten starker Magnetfeldstärke an der Oberfläche der Sonne, auf. Das Plasma strömt dort entlang der gebogenen, geschlossenen Feldlinien des Sonnenmagnetfeldes.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Umbauarbeiten im Magnetfeld</strong><br>Um zu verstehen, wie die Beobachtungen von EUI und Metis zusammenpassen, hat das Team umfangreiche magnetohydrodynamische Modellrechnungen durchgeführt. Auf diese Weise konnten die Forscherinnen und Forscher sowohl die Architektur des solaren Magnetfeldes zum Zeitpunkt des Switchbacks berechnen, als auch die Entwicklung und Ausbreitung der kuriosen Struktur selbst nachvollziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Berechnungen deuten darauf hin, dass sich Switchbacks dort bilden, wo sich das Magnetfeld oberhalb einer aktiven Region neu formiert“, so MPS-Wissenschaftlerin und Ko-Autorin Dr. Regina Aznar Cuadrado. In direkter Nachbarschaft zu den geschlossenen Magnetfeldlinien fand das Team offene Feldlinien, die weit ins All reichen. Dort, wo beide Arten von Magnetfeldlinien interagieren, strukturiert sich das Magnetfeld um; die freiwerdende Energie wird in Form einer S-förmigen Störung im Plasma freigesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Switchbacks gehen oftmals mit einem lokalen Anstieg der Sonnenwindgeschwindigkeit einher“, ordnet MPS-Wissenschaftler und Ko-Autor Prof. Dr. Hardi Peter die neuen Ergebnisse ein. „Die aktuelle Studie kann deshalb möglicherweise helfen zu verstehen, wie der Sonnenwind ins All beschleunigt wird“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von der Korona bis in die Heliosphäre</strong><br>Das Team hofft nun darauf, das Solar Orbiter in den kommenden Monaten Zeuge weiterer Switchbacks wird. Im Idealfall breitet sich die Plasmastörung dann in Richtung der Raumsonde aus und erreicht sie schließlich. Auf diese Weise könnten nicht nur Solar Orbiter’s Teleskope, sondern auch die in situ-Instrumente Messdaten einfangen – und das Phänomen erstmals von seinem Entstehungsort bis in die Heliosphäre nachverfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Daniele Telloni et al.: Observation of magnetic Switchback in the Solar Corona, The Astrophysical Journal Letters, Vol. 936, Nr. 2, dx.doi.org/10.3847/2041-8213/ac8104,<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104</a>,<br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ac8104/pdf</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg537829#msg537829" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>ESA: Die Sonne, wie Sie sie noch nie gesehen haben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/__trashed-4/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 14:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltraumwetter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Starke Eruptionen, atemberaubende Ausblicke auf die Pole der Sonne und ein kurioser Solarer Igel gehören zu den spektakulären Bildern, Filmen und Daten, die Solar Orbiter von seiner ersten Annäherung an die Sonne geliefert hat. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Quelle: ESA 18. Mai 2022. 18. Mai 2022 &#8211; Obwohl die Analyse des neuen Datensatzes [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Starke Eruptionen, atemberaubende Ausblicke auf die Pole der Sonne und ein kurioser Solarer Igel gehören zu den spektakulären Bildern, Filmen und Daten, die Solar Orbiter von seiner ersten Annäherung an die Sonne geliefert hat. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA 18. Mai 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">18. Mai 2022 &#8211; Obwohl die Analyse des neuen Datensatzes gerade erst begonnen hat, ist bereits jetzt klar, dass die von der ESA geleitete Mission die außergewöhnlichsten Einblicke in das magnetische Verhalten der Sonne liefert und auf die Art und Weise, wie die Sonne das Weltraumwetter beeinflusst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Annäherung von Solar Orbiter an die Sonne, das sogenannte Perihel, fand am 26. März 2022 statt. Die Sonde befand sich innerhalb der Umlaufbahn des Merkurs, etwa ein Drittel so weit von der Sonne entfernt wie die Erde, und ihr Hitzeschild erreichte etwa 500 °C. Diese Hitze wurde jedoch mit einer innovativen Technologie abgeleitet, um die Sicherheit und den Betrieb des Raumfahrzeugs zu gewährleisten.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205044ARENESANASASolarOrbiterEUITeam.mp4"></video><figcaption><em>Die Sonne im Perihelion. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI Team)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Solar Orbiter ist mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, von denen neun von den ESA-Mitgliedstaaten und eines von der NASA geleitet werden. Bei einigen handelt es sich um Fernerkundungsinstrumente, wie Kameras, die die Sonne beobachten, während andere Instrumente die Bedingungen in der Umgebung der Raumsonde überwachen und es den Wissenschaftlern ermöglichen, den Zusammenhang zwischen dem, was sie auf der Sonne sehen, und dem, was Solar Orbiter an seinem Standort im Sonnenwind in Millionen von Kilometern Entfernung „fühlt“, herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher die Raumsonde der Sonne kommt, desto feinere Details können die Fernerkundungsinstrumente erkennen. Und wie es der Zufall will, hat die Sonde mehrere Sonneneruptionen und sogar einen auf die Erde gerichteten koronalen Massenauswurf aufgenommen und damit einen Vorgeschmack auf die Weltraumwettervorhersage in Echtzeit gegeben &#8211; ein Unterfangen, das angesichts der Bedrohung, die das Weltraumwetter für Technologie und Astronauten darstellt, immer wichtiger wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Solare Igel stellt sich vor</strong><br>&#8222;Die Bilder sind wirklich atemberaubend”, sagt David Berghmans vom Königlichen Observatorium von Belgien und leitender Forscher des EUI-Instruments (Extreme Ultraviolet Imager), das hochauflösende Bilder der unteren Schichten der Sonnenatmosphäre, der sogenannten Sonnenkorona, aufnimmt. In dieser Region findet der Großteil der Sonnenaktivität statt, die das Weltraumwetter bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufgabe des EUI-Teams besteht nun darin, zu verstehen, was sie sehen. Dies ist keine leichte Aufgabe, da Solar Orbiter so viel Aktivität auf der Sonne im kleinen Maßstab aufdeckt. Wenn die Wissenschaftler*innen ein Merkmal oder ein Ereignis entdeckt haben, das sie nicht auf Anhieb erkennen können, müssen sie frühere Sonnenbeobachtungen anderer Weltraummissionen durchforsten, um herauszufinden, ob etwas Ähnliches schon einmal gesehen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Selbst wenn Solar Obiter morgen aufhören würde, Daten zu erfassen, wäre ich noch jahrelang damit beschäftigt, all diese Dinge herauszufinden”, sagt David Berghmans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonders auffälliges Merkmal wurde während dieses Periheliums beobachtet. Bis jetzt hat er den Spitznamen „Hedgehog (Igel)“ erhalten. Er erstreckt sich 25.000 Kilometer quer über die Sonne und hat eine Vielzahl von Spitzen aus heißem und kälterem Gas, die sich in alle Richtungen erstrecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Punkte verbinden</strong><br>Das wichtigste wissenschaftliche Ziel von Solar Orbiter ist die Erforschung der Verbindung zwischen der Sonne und der Heliosphäre. Die Heliosphäre ist die große „Blase” des Weltraums, die sich über die Planeten unseres Sonnensystems hinaus erstreckt. Sie ist mit elektrisch geladenen Teilchen gefüllt, von denen die meisten von der Sonne ausgestoßen wurden und den Sonnenwind bilden. Es sind die Bewegungen dieser Teilchen und die damit verbundenen solaren Magnetfelder, die das Weltraumwetter erzeugen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JoiningdotsofenergparticleeventESANASASolarOrbiterEPDEUIRPWTIXTeams2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JoiningdotsofenergparticleeventESANASASolarOrbiterEPDEUIRPWTIXTeams60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Punkte eines energetischen Teilchenereignisses zusammenfügen &#8211; Infografik. (Grafik: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EPD, EUI, RPW &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Auswirkungen der Sonne auf die Heliosphäre zu erfassen, müssen die Ergebnisse der In-situ-Instrumente, die die Partikel und Magnetfelder aufzeichnen, die über die Raumsonde hinwegfliegen, zu den Ereignissen auf oder nahe der sichtbaren Oberfläche der Sonne zurückverfolgt werden, die von den Fernerkundungsinstrumenten erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist keine leichte Aufgabe, da die magnetische Umgebung der Sonne sehr komplex ist, aber je näher die Raumsonde an die Sonne herankommt, desto weniger kompliziert ist es, die Teilchenereignisse entlang der „Autobahnen” der Magnetfeldlinien zur Sonne zurückzuverfolgen. Das erste Perihel war ein wichtiger Test dafür, und die bisherigen Ergebnisse sehen sehr vielversprechend aus.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarflarefromthelimbESANASASolarOrbiterEUISTIXTeams.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarflarefromthelimbESANASASolarOrbiterEUISTIXTeams260.gif" alt=""/></a><figcaption>Sonneneruption. (Bilder: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. März 2022, einige Tage vor dem Perihel, fegte eine Wolke energetischer Teilchen über die Raumsonde hinweg. Es wurde mit dem Energetic Particle Detector (EPD, Energetischer Partikeldetektor) nachgewiesen. Es ist bezeichnend, dass die energiereichsten von ihnen zuerst ankamen, gefolgt von denen mit immer niedrigeren Energien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das deutet darauf hin, dass die Partikel nicht in der Nähe der Raumsonde erzeugt werden”, sagt Javier Rodríguez-Pacheco von der Universität Alcalá, Spanien, und Leiter des EPD. Stattdessen wurden sie in der Sonnenatmosphäre, näher an der Sonnenoberfläche, erzeugt. Bei der Durchquerung des Raums zogen die schnelleren Teilchen den Langsameren voraus, wie Läufer bei einem Sprint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am selben Tag sah das Radio and Plasma Waves (RPW)-Experiment sie kommen, indem es die starke charakteristische Schwingung von Radiofrequenzen auffing, die erzeugt wird, wenn beschleunigte Teilchen &#8211; meist Elektronen &#8211; entlang der Magnetfeldlinien der Sonne nach außen wandern. RPW entdeckte dann Schwingungen, die als Langmuir-Wellen bekannt sind. „Sie sind ein Zeichen dafür, dass die energiereichen Elektronen bei der Raumsonde angekommen sind”, sagt Milan Maksimovic, LESIA, Observatoire de Paris, Frankreich und RPW PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den Fernerkundungsinstrumenten sahen sowohl EUI als auch das Röntgenspektrometer/Teleskop (STIX) Ereignisse auf der Sonne, die für die Freisetzung der Teilchen verantwortlich gewesen sein könnten. Während die Teilchen, die nach außen in den Weltraum strömen, diejenigen sind, die EPD und RPW entdeckt haben, ist es wichtig, daran zu denken, dass andere Teilchen von dem Ereignis nach unten wandern und auf die unteren Schichten der Sonnenatmosphäre treffen können. Hier kommt STIX ins Spiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während das EUI-Instrument das ultraviolette Licht sieht, das am Ort des Flares in der Sonnenatmosphäre freigesetzt wird, sieht STIX die Röntgenstrahlung, die entsteht, wenn die durch den Flare beschleunigten Elektronen mit den Atomkernen in den unteren Schichten der Sonnenatmosphäre wechselwirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie genau diese Beobachtungen zusammenhängen, müssen die Teams nun untersuchen. Die Zusammensetzung der vom EPD entdeckten Teilchen deutet darauf hin, dass sie wahrscheinlich eher durch einen koronalen Schock als durch eine impulsive Eruption beschleunigt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es könnte sein, dass sie mehrere Beschleunigungsstellen haben”, sagt Samuel Krucker, FHNW, Schweiz, und leitender Wissenschaftler für STIX.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Solarflare2MarchESANASASolarOrbiterEUISTIXTeamssm.gif" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Solarflare2MarchESANASASolarOrbiterEUISTIXTeamssm260.gif" alt=""/></a><figcaption>Sonneneruption am 2. März 2022. (Bilder: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI &amp; STIX Teams)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass das Magnetometer-Instrument (MAG) zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Werte anzeigte. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich. Die anfängliche Eruption von Teilchen, die als koronaler Massenauswurf (CME) bekannt ist, trägt ein starkes Magnetfeld, das MAG leicht registrieren kann, aber energetische Teilchen aus dem Ereignis reisen viel schneller als der CME und können schnell große Volumina des Raums füllen und daher von Solar Orbiter entdeckt werden. „Aber wenn der CME die Raumsonde verfehlt, wird MAG keine Signatur sehen”, sagt Tim Horbury, Imperial College, UK, und MAG PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Magnetfeld betrifft, so beginnt alles an der sichtbaren Oberfläche der Sonne, der so genannten Photosphäre. An dieser Stelle bricht das intern erzeugte Magnetfeld in den Raum aus. Um zu wissen, wie das aussieht, trägt Solar Orbiter das Instrument Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI). So kann man die magnetische Nord- und Südpolarität der Photosphäre sowie die Wellen auf der Sonnenoberfläche erkennen, die von seismischen Wellen verursacht werden, die sich durch das Innere der Sonne bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir liefern die Magnetfeldmessungen an der Oberfläche der Sonne. Dieses Feld dehnt sich dann aus, geht in die Korona über und treibt im Grunde all das Funkeln und die Aktivitäten an, die man dort oben sieht”, sagt Sami Solanki vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, Deutschland, und der PI des PHI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Instrument, das Spectral Imaging of the Coronal Environment (SPICE), zeichnet die Zusammensetzung der Korona auf. Diese „Häufigkeitskarten” können mit den Inhalten des Sonnenwindes verglichen werden, die das Instrument Solar Wind Analyser (SWA) ermittelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Damit können wir die Entwicklung der Zusammensetzung des Sonnenwindes von der Sonne bis zur Raumsonde verfolgen, was uns Aufschluss über die Mechanismen gibt, die für die Beschleunigung des Sonnenwindes verantwortlich sind”, sagt Frédéric Auchère, Leiter von SPICE, Institut d&#8217;Astrophysique Spatiale, Frankreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vorhersage des Weltraumwetters</strong><br>Durch die Kombination der Daten aller Instrumente wird das Wissenschaftsteam in der Lage sein, die Geschichte der Sonnenaktivität von der Oberfläche der Sonne bis hin zum Solar Orbiter und darüber hinaus zu erzählen. Und genau dieses Wissen wird den Weg für ein zukünftiges System ebnen, das die Weltraumwetterbedingungen auf der Erde in Echtzeit vorhersagen kann. Im Vorfeld des Perihels bekam Solar Orbiter sogar einen Vorgeschmack darauf, wie ein solches System funktionieren könnte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TrackingspaceweatherESAetal2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TrackingspaceweatherESAetal60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Das Weltraumwetter verfolgen &#8211; Infografik. (Grafik:<br>Central Sun image: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI team; corona imagery: SOHO (ESA &amp; NASA); Solar Orbiter data: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/MAG &amp; SWA Teams; Wind data: NASA/GSFC/Wind Aurora: J Bant Sexson IV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Raumschiff flog stromaufwärts zur Erde. Diese einzigartige Perspektive bedeutete, dass sie die Bedingungen des Sonnenwindes beobachtete, der einige Stunden später auf die Erde treffen würde. Da die Sonde in direktem Kontakt mit der Erde stand und ihre Signale mit Lichtgeschwindigkeit übertragen wurden, trafen die Daten innerhalb weniger Minuten auf dem Boden ein und konnten analysiert werden. Wie es der Zufall wollte, wurden zu dieser Zeit mehrere CMEs entdeckt, von denen einige direkt auf die Erde zuflogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. März 2022 fegte ein CME über die Raumsonde hinweg. Anhand der Daten von MAG konnte das Team vorhersagen, wann er die Erde treffen würde. Die Ankündigung dieser Nachricht in den sozialen Medien ermöglichte es den Himmelsbeobachtern, sich auf das Polarlicht vorzubereiten, das etwa 18 Stunden später zur vorhergesagten Zeit eintraf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erfahrung gab Solar Orbiter einen Vorgeschmack darauf, wie es ist, das Weltraumwetter auf der Erde in Echtzeit vorherzusagen. Ein solches Vorhaben wird immer wichtiger, da das Weltraumwetter eine Gefahr für die Technologie, Astronautinnen und Astronauten darstellt.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205053ARENESANASASolarOrbiterEUIMetisandSoloHITeams.mp4"></video><figcaption><em>Fantastische Sonnenenergie. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI, Metis and SoloHI Teams)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA plant derzeit eine Mission mit dem Namen ESA Vigil, die auf einer Seite der Sonne stationiert sein wird und den Bereich des Weltraums bis zur Erde beobachten soll. Ihre Aufgabe wird es sein, CMEs abzubilden, die durch diese Region reisen, insbesondere solche, die auf unseren Planeten zusteuern. Während des Periheliums wurde Solar Orbiter so positioniert, dass seine Instrumente Metis und SoloHI genau diese Art von Bildern und Daten liefern konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Metis nimmt Bilder der Korona von 1,7–3 Sonnenradien auf. Indem er die helle Sonnenscheibe ausblendet, sieht er die schwächere Korona. „Es liefert dieselben Details wie die bodengestützte Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis, aber anstelle von ein paar Minuten kann Metis kontinuierlich beobachten”, sagt Marco Romoli von der Universität Florenz, Italien, und PI für Metis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">SoloHI zeichnet Bilder des Sonnenlichts auf, das von den Elektronen im Sonnenwind gestreut wird. Eine bestimmte Eruption am 31. März schaffte es in die X-Klasse, die energiereichsten bekannten Sonneneruptionen. Die Daten sind noch nicht ausgewertet worden, da ein Großteil der Daten noch auf der Sonde verbleibt und heruntergeladen werden muss. Jetzt, da Solar Orbiter weiter von der Erde entfernt ist, hat sich die Datenübertragungsrate verlangsamt, und die Forscher müssen sich gedulden – aber sie sind mehr als bereit, mit ihrer Analyse zu beginnen, wenn die Daten ankommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind immer an den großen Ereignissen interessiert, weil sie die stärksten Reaktionen und die interessanteste Physik hervorrufen, weil man die Extreme betrachtet”, sagt Robin Colaninno, U.S. Naval Research Laboratory, Washington DC, und SoloHI PI.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kürze</strong><br>Es besteht kein Zweifel daran, dass die Instrumententeams nun eine Menge Arbeit vor sich haben. Das Perihel war ein großer Erfolg und hat eine große Menge an außergewöhnlichen Daten hervorgebracht. Und das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Schon jetzt rast die Sonde durch den Weltraum, um sich für ihren nächsten – etwas näheren – Perihelvorbeiflug am 13. Oktober 2022 in der 0,29-fachen Entfernung Erde-Sonne aufzustellen. Davor, am 4. September 2022, wird er seinen dritten Vorbeiflug an der Venus machen.</p>



<figure class="wp-block-video aligncenter"><video controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2205047ARENESANASASolarOrbiterEUITeam.mp4"></video><figcaption><em>Zur Sonne und zurück. (Video: ESA &amp; NASA/Solar Orbiter/EUI Team)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Solar Orbiter hat bereits die ersten Bilder von den weitgehend unerforschten Polarregionen der Sonne aufgenommen, aber es wird noch viel mehr kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Februar 2025 wird Solar Orbiter zum vierten Mal der Venus begegnen. Dadurch erhöht sich die Neigung der Umlaufbahn der Sonde auf etwa 17 Grad. Mit dem fünften Venusvorbeiflug am 24. Dezember 2026 wird sich dieser Winkel noch weiter auf 24 Grad erhöhen, was den Beginn der „High-Latitude“-Mission markieren wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Phase wird Solar Orbiter die Polarregionen der Sonne so direkt wie nie zuvor sehen. Solche Sichtlinienbeobachtungen sind der Schlüssel zur Entschlüsselung der komplexen magnetischen Umgebung an den Polen, die wiederum das Geheimnis des 11-Jahres-Zyklus der zunehmenden und abnehmenden Aktivität der Sonne bergen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind von der Qualität der Daten unseres ersten Perihels begeistert”, sagt Daniel Müller, ESA-Projektwissenschaftler für Solar Orbiter, „Es ist kaum zu glauben, dass dies erst der Anfang der Mission ist. Wir werden in der Tat sehr beschäftigt sein.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Solar Orbiter</strong><br>Solar Orbiter ist eine Weltraummission in internationaler Zusammenarbeit zwischen ESA und NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Perihelien fanden am 15. Juni 2020 (0,52 AE), 10. Februar 2021 (0,49 AE) und 12. September 2021 (0,59 AE) statt. Das Perihel vom 26. März 2022 bei 0,32 AE gilt als das erste einer Reihe von nahen Perihelien. Der nächste, am 13. Oktober 2022, wird bei 0,29 AE liegen. Es gibt 2–3 Perihelien pro Jahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg532493#msg532493" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Solar Orbiter steuert auf sonnennächsten Punkt zu</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-steuert-auf-sonnennaechsten-punkt-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2022 17:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So nah war die Raumsonde der Sonne noch nie: In wenigen Tagen wagt sich Solar Orbiter auf 48 Millionen Kilometer an unseren Stern heran. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 22. März 2022 &#8211; Auf ihrer bereits zwei Jahre währenden Reise durchs All steuert die ESA-Raumsonde Solar Orbiter, zu der auch [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">So nah war die Raumsonde der Sonne noch nie: In wenigen Tagen wagt sich Solar Orbiter auf 48 Millionen Kilometer an unseren Stern heran. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/soloart2ESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung des Solar Orbiter. Die Mission ist eine Zusammenarbeit von ESA und NASA. Die vom APL geleitete Mission der Parker Solar Probe soll Aufnahmen von der Korona der Sonne und dem Sonnenwind machen. Der Solar Orbiter hat die Aufgabe, aus der bisher kürzesten Distanz Aufnahmen der Sonne und die ersten Bilder überhaupt von den Polen unseres Sterns zu machen. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung des Solar Orbiter. Die Mission ist eine Zusammenarbeit von ESA und NASA. Die vom APL geleitete Mission der Parker Solar Probe soll Aufnahmen von der Korona der Sonne und dem Sonnenwind machen. Der Solar Orbiter hat die Aufgabe, aus der bisher kürzesten Distanz Aufnahmen der Sonne und die ersten Bilder überhaupt von den Polen unseres Sterns zu machen. (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/soloart2ESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Nur 48 Millionen Kilometer werden Solar Orbiter am 26. März von der Sonne trennen. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">22. März 2022 &#8211; Auf ihrer bereits zwei Jahre währenden Reise durchs All steuert die ESA-Raumsonde Solar Orbiter, zu der auch die NASA beiträgt, den bisher besten Aussichtspunkt ihrer Flugroute an. Am kommenden Samstag, 26. März 2022, werden die Sonde nur etwa 48 Millionen Kilometer von der Sonne trennen. Das ist weniger als ein Drittel des Abstandes zwischen Erde und Sonne. In den Tagen um den so genannten Perihel-Durchgang dürfte der Sonnenspäher seine bisher wertvollsten Daten aufzeichnen; die Aufnahmen der heißen Sonnenkorona werden sogar die höchstaufgelösten aller Zeiten sein. Dabei kann Solar Orbiter einen seiner entscheidenden Vorzüge ausspielen: den gleichzeitigen Blick in verschiedene Schichten der Sonne. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhoffen sich dadurch etwa neue Erkenntnisse darüber, wie kleinste Strahlungsausbrüche in der Korona aus den Magnetfeldern der sichtbaren Sonnenoberfläche entstehen. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen hat zu vier der insgesamt zehn wissenschaftlichen Instrumente der Mission beigetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Erde und Sonne liegen gewaltige 150 Millionen Kilometer. Nur wenige Raumsonden haben sich bisher auf weniger als ein Drittel dieses Abstandes an unser Zentralgestirn herangewagt. Ab Ende März darf sich auch Solar Orbiter zu dieser exklusiven Gruppe zählen: Am Samstag, 26. März 2022, fliegt der Sonnenspäher in einer Entfernung von etwa 48 Millionen Kilometern an der Sonne vorbei. Das sind nur wenige Millionen Kilometer mehr als der Abstand, den die Zwillingssonden Helios A und B in den 70er Jahren erreichten. Näher an die Sonne herangeflogen ist bisher nur die Parker Solar Probe der NASA, die im vergangenen Jahr einen Abstand von nur 8,5 Millionen Kilometern erreichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Anders als seine Vorgänger ist Solar Orbiter mit einer ungewöhnlich umfassenden Instrumentierung ausgerüstet“, erklärt MPS-Direktor Prof. Dr. Sami K. Solanki. Die zehn Messinstrumente vermessen nicht nur die elektromagnetischen Felder und Sonnenteilchen, welche die Raumsonde umströmen, sondern können erstmals aus großer Nähe auf die Sonne selbst blicken. So zeichnet etwa das Instrument PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), das unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut wurde, die Magnetfelder und Strömungsgeschwindigkeiten an der Sonnenoberfläche auf; die Instrumente EUI (Extreme-Ultraviolet Imager), SPICE (Spectral Imaging of the Coronal Environment) und der Koronograph Metis, zu denen das MPS beigetragen hat, liefern Informationen aus der heißen Sonnenkorona.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Strahlungsausbrüche und Sonnenwind</strong><br>Dort konnten die Teleskope von EUI bereits in den vergangenen Monaten kleinste Strahlungsausbrüche, so genannte „Lagerfeuer“ (engl.: campfires), sichtbar machen. Das Phänomen tritt häufiger auf als bisher gedacht und könnte helfen zu erklären, wie die mit etwa eine Million Grad rätselhaft hohen Temperaturen der Sonnenkorona entstehen. Die sichtbare Sonnenoberfläche ist mit etwa 6000 Grad deutlich „kühler“. Die Daten, die PHI und EUI während ihrer Inbetriebnahme im All 2020 und 2021 aufgenommen haben, zeigen, dass oftmals eng benachbarte Regionen unterschiedlicher magnetischer Polarität auf der Sonnenoberfläche Ursprungsort des Phänomens sind. Vieles spricht dafür, dass strukturelle Änderungen in diesen räumlich begrenzten Magnetfeldern maßgeblich sind für die Energiezufuhr zu den „Lagerfeuern“. „Nach unseren Auswertungen müssen aber auch andere, noch unbekannte Prozesse eine Rolle spielen“, so MPS-Wissenschaftlerin Dr. Fatima Kahil, die diese Daten ausgewertet hat. „Wir hoffen sehr, dass die besser aufgelösten Daten vom bevorstehenden Perihel-Durchgang uns helfen werden, diese Zusammenhänge besser zu verstehen“, fügt sie hinzu.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/237-solar-orbiter-instruments-esa-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/237-solar-orbiter-instruments-esa-26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Instrumente von Solar Orbiter. (Grafik: ESA / S. Poletti)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Tage um den 26. März 2022 wird Solar Orbiter auch auf die Polregionen der Sonne schauen. Bisher hat die Sonde die Bahnebene, in der die Erde und die anderen Planeten um die Sonne kreisen, um vier Grad verlassen; bis zum Ende der Mission sollen es mehr als 30 Grad werden. Auf diese Weise wird es möglich, erstmals auf die Pole der Sonne zu schauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Obwohl die Sicht von Solar Orbiter auf die Pole noch nicht optimal ist, ist der Zeitpunkt für solche Beobachtungen momentan besonders günstig“, erklärt Prof. Dr. Hardi Peter vom MPS, Mitglied des SPICE-, EUI- und Metis-Teams. In ihrem etwa elfjährigen Zyklus hat die Aktivität der Sonne ihr Maximum derzeit noch nicht erreicht. In dieser vergleichsweise ruhigen Phase tritt aus Regionen in der Nähe der Pole vermehrt der schnelle Sonnenwind aus. Mit Überschallgeschwindigkeiten von etwa 750 Kilometern pro Sekunde jagen diese Sonnenteilchen durchs All. Gemeinsame Messungen von Solar Orbiters in situ-Instrumenten, die diese Teilchen am Ort der Raumsonde vermessen, und den Instrumenten, die auf die Sonne blicken, könnten Aufschluss über den Beschleunigungsmechanismus geben. Beim nächsten Perihel-Durchgang in etwa sechs Monaten dürfte der schnelle Sonnenwind bereits weiter abgenommen haben. Dann allerdings kommt es häufiger zu spontanen Ausbrüchen der Sonnenteilchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und noch ein Stück näher</strong><br>Solar Orbiters aktuelle, stark elliptische Umlaufbahn wird sich in den kommenden drei Jahren nur wenig ändern: Etwa alle sechs Monate wird die Raumsonde ihren sonnennächsten Punkt erreichen. Mit dem nächsten Perihel-Durchgang, der im Oktober dieses Jahres ansteht, rückt Solar Orbiter der Sonne allerdings noch ein kleines Stück näher auf 42 Millionen Kilometer. Dann wird Solar Orbiter auch die Sonden Helios A und B übertroffen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg530048#msg530048" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>MPS: Solar Orbiter schrappt an der Erde vorbei</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mps-solar-orbiter-schrappt-an-der-erde-vorbei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 14:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr saust Solar Orbiter an der Erde vorbei. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde zurück. Der Vorbeiflug in einem Abstand von nur 460 Kilometern ändert Flugbahn und -geschwindigkeit der Sonde so, dass sie sich auf ihrer nächsten Umlaufbahn der Sonne bis auf den bisher kürzesten Abstand von 50 Millionen Kilometern nähern kann. Das Manöver markiert zudem einen wichtigen Meilenstein der Mission: Die Inbetriebnahme der wissenschaftlichen Instrumente ist abgeschlossen; nun beginnt der regelmäßige Messalltag. Für die Instrumente PHI, EUI, Metis und SPICE, zu denen das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen beigetragen hat, stehen für die Zukunft auch zeitgleiche Messungen mit erdnahen Forschungssatelliten und bodengebundenen Observatorien auf dem Programm. Diese Art des wissenschaftlichen Teamworks läßt sich derzeit besonders gut vorbereiten und optimieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg ins äußere oder innere Sonnensystem nutzen Raumsonden häufig Vorbeiflug-Manöver, um Schwung zu holen oder abzubremsen. Dass sie sich dabei so nahe an den jeweiligen Planeten heranwagen wie jetzt Solar Orbiter, ist eine Seltenheit. Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr (MEZ) wird der Sonnenspäher in einem Abstand von gerade einmal 460 Kilometern über Nordafrika und den Kanaren vorbeisausen. Das ist nur wenig mehr als die Entfernung zwischen der Erde und der internationalen Raumstation. Auf ihrer Route muss die Sonde dabei zwei Gebiete mit Weltraumschrott durchqueren, die unseren Planeten wie Kugelschalen umgeben: eins in einem Abstand von etwa 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche und ein anderes in einem Abstand von weniger als 2.000 Kilometern. Das Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt wird den Vorbeiflug überwachen und kann gegebenenfalls den Kurs korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist der Vorbeiflug ein besonderes Ereignis. Den in situ-Instrumenten von Solar Orbiter bietet er die Gelegenheit zu untersuchen, wie das Magnetfeld der Erde und die darin gefangenen Teilchen mit dem Sonnenwind wechselwirken. Zusammen mit den Messungen der erdnahen Forschungssatelliten der Cluster- und Swarm-Missionen, die dieses Zusammenspiel routinemäßig überwachen, ergibt sich so ein genaueres und vollständigeres Bild der irdischen Umgebung. „Cluster wird während des Vorbeiflugs in einen Modus umgeschaltet, der es erlaubt, die Messdaten in höchster Qualität zur Erde zu übertragen“, berichtet MPS-Wissenschaftler Dr. Patrick Daly, wissenschaftlicher Leiter des Cluster-Instruments RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors). „Dies ist eine ausgezeichnete Basis für gemeinsame Studien“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zusammenarbeit mit Vorlauf</strong><br>Die Solar Orbiter-Instrumente PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), EUI (Extreme-Ultraviolett Imager), SPICE (Spectral Imaging oft he Coronal Environment) und der Koronagraph Metis, zu denen das MPS beigetragen hat, führen in genau vorausgeplanten Zeitfenstern wissenschaftliche Beobachtungen durch. Derzeit, während der erdnahen Flugphase, sind sie im Stand-By-Betrieb. Zeitgleiche und abgestimmte Messungen mit bodengebundenen und erdnahen Sonnenobservatorien wie etwa dem Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA und der japanischen Sonde Hinode fanden bereits Anfang des Monats statt. Zu diesem Zeitpunkt war Solar Orbiter schon so nah an der Erde, dass sich all diesen Sonnenspähern ein ähnlicher Blick auf unseren Stern bot. Für spätere gemeinsame Beobachtungskampagnen ist das eine wichtige Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine der großen Stärken von Solar Orbiter ist, dass die Sonde die Sonne umrundet und so auch immer wieder ihre Rückseite zu sehen bekommt“, erklärt Prof. Dr. Sami K. Solanki, Direktor am MPS und Leiter des PHI-Teams. „Wenn erdnahe Satelliten wie SDO und Hinode dann zeitgleich auf die Sonne schauen, können wir die Sonne erstmals zu ein und demselben Zeitpunkt in ihrer Gesamtheit sehen“, ergänzt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit diese Art von wissenschaftlichem Teamwork optimal funktioniert, müssen die Messdaten der verschiedenen Sonden miteinander vergleichbar sein. „Es muss sichergestellt sein, dass die Instrumente für dasselbe Phänomen auf der Sonne denselben Messwert liefern“, erklärt Dr. Johann Hirzberger vom MPS, Operations Scientist von PHI. Eine solche Kreuz-Kalibration ist nur in einer Phase wie derzeit möglich, in der die beteiligten Instrumente vom selben Standpunkt auf die Sonne schauen können. Eine weitere Gelegenheit zu gemeinsamen Kalibrationsmessungen ergibt sich im März nächsten Jahres. Dann wird Solar Orbiter bereits den halben Weg zwischen Erde und Sonne zurückgelegt haben und Messdaten mit deutlich höherer Auflösung liefern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>(Infografik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arbeitsalltag im All</strong><br>Nach dem Erd-Vorbeiflug beginnt für Solar Orbiter der Arbeitsalltag: Die Inbetriebnahme ist abgeschlossen; die Fernerkundungsinstrumente beginnen ihren wissenschaftlichen Normalbetrieb. „Die vergangenen Monate seit dem Start haben wir genutzt um kennenzulernen, wie sich die Instrumente unter Weltraumbedingungen verhalten. Wir haben gesehen, was die Instrumente leisten können“, so Solanki. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler freuen sich nun auf die kommenden Messungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits die Daten, die während der Inbetriebnahme anfielen, haben es in sich. So konnte das PHI-Team bereits im Februar dieses Jahres koordinierte Messungen mit anderen Sonnenspähern durchführen, die einen ersten Rundum-Blick auf die Sonne erlauben. Das Instrument EUI entdeckte Anfang dieses Jahres kleine, hell aufleuchtende Regionen in der Sonnenkorona, der heißen Atmosphäre der Sonne. Die Mini-Strahlungsausbrüche, so genannte Campfires, treten deutlich häufiger auf als erwartet und können helfen, die Vorgänge in der Sonnenkorona besser zu verstehen. Durch gemeinsame Messungen der verschiedenen Teleskope von Solar Orbiter gelingt es, die Massenauswürfe von der Sonnenoberfläche bis in den Weltraum zu verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg523102#msg523102" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Solar Orbiter: ESAs riskantester Vorbeiflug</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-esas-riskantester-vorbeiflug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 15:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass die ESA-Raumsonde Solar Orbiter bei ihrem bevorstehenden Vorbeiflug an der Erde auf Weltraumschrott trifft, ist extrem gering. Jedoch beträgt das Risiko auch nicht Null und ist größer als bei jedem anderen Vorbeiflug, den die ESA bisher durchgeführt hat. Die Tatsache, dass dieses Risiko überhaupt besteht, macht deutlich, wie sehr wir den Weltraum [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Wahrscheinlichkeit, dass die ESA-Raumsonde Solar Orbiter bei ihrem bevorstehenden Vorbeiflug an der Erde auf Weltraumschrott trifft, ist extrem gering. Jedoch beträgt das Risiko auch nicht Null und ist größer als bei jedem anderen Vorbeiflug, den die ESA bisher durchgeführt hat. Die Tatsache, dass dieses Risiko überhaupt besteht, macht deutlich, wie sehr wir den Weltraum verunstaltet haben &#8211; und warum wir Maßnahmen ergreifen müssen, um unseren eigenen Dreck aufzuräumen. Eine Information der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Solar Orbiter im Erd-Vorbeiflug &#8211; Illustration. (Bild: ESA / ATG Medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">25. November 2021 &#8211; Am 27. November 2021 wird Solar Orbiter nach einem Jahr und acht Monaten Reise durch das innere Sonnensystem an ihrem Heimatplaneten vorbeifliegen, auch um überschüssige Energie abzubauen. Damit ist die Sonde für die nächsten sechs Vorbeiflüge an der Venus gerüstet. Diese letzten schwerkraftunterstützten Manöver werden die Umlaufbahn der Solar Orbiter verfeinern und ausrichten, damit die hitzegeschützte Sonde zum ersten Mal direkte Bilder von den Polen unserer Sonne aufnehmen kann, und vieles mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des bevorstehenden Vorbeiflugs wird Solar Orbiter bei ihrer nächsten Annäherung schätzungsweise nur 460 km von der Erdoberfläche entfernt sein &#8211; etwa 30 km über der Bahn der Internationalen Raumstation. Sie wird zweimal durch den geostationären Ring in 36 000 Kilometern Entfernung von der Erdoberfläche und schließlich durch die erdnahe Umlaufbahn in weniger als 2000 Kilometern Höhe fliegen &#8211; zwei Zonen, die mit Weltraumschrott übersät sind.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarOrbitersriskiestflybyesa2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolarOrbitersriskiestflybyesa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der riskanteste Vorbeiflug des Solar Orbiter. (Grafik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Doch wie riskant ist das? Das hängt von vielen Faktoren ab.</strong><br>Vorweg sei gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Solar Orbiter von Trümmern getroffen wird, extrem gering ist. Die Erdbeobachtungsmissionen der ESA geschehen stets in der erdnahen Umlaufbahn – der am stärksten mit Schrott übersäten Region des Weltraums. Während einige Male im Jahr sogenannte „Kollisionsvermeidungsmanöver” durchgeführt werden, wird die Raumsonde Solar Orbiter nur wenige Minuten in dieser Umlaufbahn bis zum nächstmöglichen Punkt verbleiben, ehe sie sich wieder in Richtung Venus auf den Weg macht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Impactchipesanasa.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Impactchipesanasa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der wohl bekannteste 7-mm große Splitter im Kuppelfenster der Internationalen Raumstation, der vermutlich durch ein einschlagendes Objekt von nur wenigen tausendstel Millimetern Durchmesser verursacht wurde. (Bild: ESA / NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">So gering das Risiko auch sein mag, Kollisionen mit Trümmern in der Nähe der Erde kommen tatsächlich manchmal vor. Im Jahr 2016 wurde ein Solarpanel der ESA-Raumsonde Sentinel-1A von einem knapp fünf Millimeter großen Teilchen getroffen. Trotz seiner geringen Größe beschädigte es aufgrund seiner hohen Relativgeschwindigkeit einen Bereich von 40 cm Durchmesser, was zu einer geringfügigen Verringerung der Leistung an Bord und zu leichten Änderungen der Ausrichtung und der Umlaufbahn des Satelliten führte. Derzeit befinden sich Hunderte von Millionen Trümmerteilchen dieser Größe in der Umlaufbahn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hubble, das Weltraumteleskop der NASA/ESA, befindet sich seit 31 Jahren in der Erdumlaufbahn in rund 547 Kilometern Höhe. In dieser Zeit konnte hierüber beobachtet werden, wie sich der Himmel mit Satelliten und Trümmern füllte. Auch bekam es die Auswirkungen der Vermüllung direkt und unmittelbar zu spüren, da seine eigenen Sonnenkollektoren von kleinen Trümmerteilchen bombardiert und beschädigt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Gefahr für Solar Orbiter bei ihrem bevorstehenden Vorbeiflug an der Erde gering ist, so ist sie doch nicht gleich Null. Dieses Risiko bestand weder beim Vorbeiflug an der Venus noch musste das ESA Space Debris Office, das Büro für Weltraumschrott, eine Kollisionsrisikoanalyse durchführen, als die gekoppelten BepiColombo-Raumsonden kürzlich am Merkur oder die Cassini-Huygens-Raumsonden am Jupiter vorbeiflogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst bei früheren Erdvorbeiflügen, z. B. als die Cassini/Huygens-Sonden 1999 an der Erde vorbeiflogen, als die Rosetta im Jahr 2004 dreimal und die Juno-Sonde 2013 einmal zurückkehrte, gab es weniger Satelliten, weniger Trümmer und keinerlei „Megakonstellationen” in der Umlaufbahn. Ein Vorbeiflug an der Erde ist heute zwar immer noch recht sicher, aber riskanter als früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die interplanetarische Kollisionsvermeidung</strong><br>Etwa sieben bis zehn Tage vor dem Vorbeiflug wird das ESA-Büro für Weltraumschrott damit beginnen, Risikobewertungen auf Grundlage der Flugbahn der Solar Orbiter und der erwarteten Position katalogisierter Objekte in der Erdumlaufbahn durchzuführen. So lässt sich die Kollisionswahrscheinlichkeit für einige spezifische Annäherungen an die Erde ermitteln.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Thecostofavoidingcollisionesaunoosa.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Thecostofavoidingcollisionesaunoosa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Kollisionsvermeidung: Wie hoch sind die Kosten? (Grafik: ESA/UNOOSA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen Fällen ist die Ungewissheit anfangs groß, verringert sich aber je nachdem, wie sich die Bahnen der Objekte verändern. Je näher der Zeitpunkt der Annäherung rückt, desto besser werden unsere Beobachtungsdaten und desto geringer werden auch die Unsicherheiten in Bezug auf die Position der betroffenen Objekte. Wie fast immer gilt: Je mehr wir über die Position zweier Objekte wissen, desto sicherer sind wir, dass sie sicher aneinander vorbeifliegen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes mit der Zeit und je größer diese Annäherung ist. Bei jeder der Sentinel-Missionen in der Erdumlaufbahn wird etwa alle fünf bis sechs Monate ein Kollisionsvermeidungsmanöver durchgeführt, wenn der Abstand zu einem anderen Objekt als zu riskant erachtet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Solar Orbiter ein Manöver durchführen muss, um einem möglichen Einschlag aus dem Weg zu gehen, würde die Entscheidung bereits am Donnerstag, den 25. November, getroffen, also zwei Tage vor der Annäherung. Sie würde am Freitag, dem 26. November, etwa sechs Stunden vor dem Einflug vorgenommen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Noch Fragen?</strong><br>Sobald Solar Orbiter die erdnahe Umlaufbahn verlässt und die geostationäre Umlaufbahn passiert, wird sie sich nicht mehr im Risikobereich befinden. Dies sollte etwa eine Stunde nach ihrer geringsten Abstandsposition zur Erde sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald die Raumsonde nach Ausnutzung der Erdgravitationskraft davonfliegt und mit weniger eigenem Schub unterwegs ist, als sie angekommen ist, können die Teams aufatmen und sich auf andere Dinge als den Weltraumschrott konzentrieren. Für die Missionen jedoch, die sich noch in der Umlaufbahn befinden, und für die, die noch gestartet werden müssen, wird die Situation im Weltraum immer besorgniserregender.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach jahrzehntelangen Starts, bei denen wenig darüber nachgedacht wurde, was mit den Satelliten am Ende ihrer Lebensdauer geschehen soll, ist unsere Weltraumumgebung heute mit Weltraumschrott übersät. Während Solar Orbiter an uns vorbeifliegt und gerade mal kurz die Erdumlaufbahn passiert, erinnert sie uns daran, dass das Problem des Weltraumschrotts nur um die Erde herum besteht, dass wir es selbst verursacht haben und dass es unsere Aufgabe ist, es zu lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier erfahren Sie, wie die ESA die Entstehung weiteren Schrotts verhindert und bereits vorhandenen Schrott beseitigt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-handler-einbetten wp-block-embed-handler-einbetten wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Zeit zu handeln | Time to Act" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/Fbg9S9og-u8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg523065#msg523065" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Vorbeiflug an Erde: Österreichische Technik für Sonnensonde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vorbeiflug-an-erde-oesterreichische-technik-fuer-sonnensonde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 10:03:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am Samstag, 27. November 2021 fliegt der Sonnensatellit Solar Orbiter an der Erde vorbei. Die Thermalisolation des ESA-NASA Satelliten stammt von RUAG Space Austria. Eine Medienmitteilung von RUAG Space Austria. Quelle: RUAG Space Austria. 25. November 2021 &#8211; Die europäisch-amerikanische Sonnensonde Solar Orbiter fliegt am Samstag, 27. November, an der Erde vorbei. Der Satellit nutzt [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am Samstag, 27. November 2021 fliegt der Sonnensatellit Solar Orbiter an der Erde vorbei. Die Thermalisolation des ESA-NASA Satelliten stammt von RUAG Space Austria. Eine Medienmitteilung von RUAG Space Austria.</h4>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Quelle: RUAG Space Austria.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOreachesfirstperihelionESAmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOreachesfirstperihelionESAmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Österreichische Thermalisolation für Sonnenmission Solar Orbiter. (Bild: ESA/Medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">25. November 2021 &#8211; Die europäisch-amerikanische Sonnensonde Solar Orbiter fliegt am Samstag, 27. November, an der Erde vorbei. Der Satellit nutzt Thermalisolation von RUAG Space Austria, Österreichs größtem Weltraumunternehmen. „Der Satellit wird der Sonne sehr nahekommen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Hitzeschutz“, erklärt Andreas Buhl, Geschäftsführer von RUAG Space Austria. Ein spezieller Schutzschild auf der Sonnenseite schützt den Satelliten durch Abschattung vor dem größten Teil dieser enormen Hitzebelastung. Hinter diesem Schild übernimmt der Hitzeschutz von RUAG Space Austria die Kühlung der Sonde: „Der gesamte Satellit ist mit einer Thermalisolation aus Österreich umhüllt“, sagt Buhl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RUAG Space Austria ist Österreichs größter Weltraumzulieferer</strong><br>RUAG Space Austria mit Sitz in Wien-Meidling ist mit rund 230 Mitarbeitenden das größte österreichische Weltraumtechnikunternehmen. Das Hochtechnologieunternehmen rüstet weltweit Satelliten mit Elektronik, Mechanik und Thermalisolation aus und hat eine Exportquote von rund 100 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RUAG Space: Europas führender Zulieferer für Raumfahrt</strong><br>RUAG Space ist der führende Zulieferer für die Raumfahrt in Europa. Rund 1.300 Mitarbeitende in sechs Ländern entwickeln und produzieren Produkte für Satelliten und Trägerraketen – dadurch spielt RUAG Space eine zentrale Rolle sowohl im institutionellen ebenso wie im kommerziellen Raumfahrtmarkt. RUAG Space ist Teil des internationalen Technologieunternehmens RUAG International mit Sitz in der Schweiz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg523031#msg523031" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Blick in die Venus-Atmosphäre aus nächster Nähe</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/blick-in-die-venus-atmosphaere-aus-naechster-naehe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2021 17:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>ESA-/JAXA-Raumsonde BepiColombo passiert die Venus am 10. August in nur 550 Kilometer Entfernung. Spektrometer MERTIS (DLR und Universität Münster) zeichnet einzigartige Messungen der dichten Atmosphäre auf. Auch die ESA-NASA-Sonde Solar Orbiter flog schon heute am 9. August in knapp 8.000 Kilometer an der Venus vorbei. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading" id="nasajaxaraumsonde-bepicolombo-passiert-die-venus-am-10-august-in-nur-550-kilometer-entfernung-spektrometer-mertis-dlr-und-universitat-munster-zeichnet-einzigartige-messungen-der-dichten-atmosphare-auf-auch-die-esanasasonde-solar-orbiter-flog-schon-heute-am-9-august-in-knapp-8-000-kilometer-an-der-venus-vorbei-eine-pressemitteilung-des-deutschen-zentrums-fur-luft-und-raumfahrt-dlr--bd50977e-4f1d-492c-99de-fa4dd8bf6a06">ESA-/JAXA-Raumsonde BepiColombo passiert die Venus am 10. August in nur 550 Kilometer Entfernung. Spektrometer MERTIS (DLR und Universität Münster) zeichnet einzigartige Messungen der dichten Atmosphäre auf. Auch die ESA-NASA-Sonde Solar Orbiter flog schon heute am 9. August in knapp 8.000 Kilometer an der Venus vorbei. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/11951esa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/11951esa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Zweiter Venus-Vorbeiflug von BepiColombo auf dem Weg zum Merkur: Am 10. August 2021 um 15.48 Uhr MESZ, fast drei Jahre nach ihrem Start, wird die Raumsonde ihren zweiten Nahvorbeiflug an der Venus absolvieren. (Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">9. August 2021 &#8211; Für kosmische Verhältnisse kommt es in diesen Tagen im All beinahe zu einem Rendezvous: Gleich zwei Raumsonden passieren auf dem Weg zu ihren endgültigen Umlaufbahnen kurz nacheinander unseren Nachbarplaneten. Zunächst flog das europäisch-amerikanische Sonnenobservatorium Solar Orbiter am heutigen 9. August um 6.42 Uhr MESZ in knapp 8.000 Kilometern an der Venus vorbei. Einen Tag später, am Dienstag, dem 10. August um 15.48 Uhr MESZ, folgt die europäisch-japanische Merkurmission BepiColombo, die in nur 550 Kilometern Höhe quasi über die Oberfläche des Schwesterplaneten der Erde „schrammt“. Vor allem dieser Nahvorbeiflug ermöglicht einige so noch nie durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen der dichten Venusatmosphäre. Denn bereits während der Annäherung an die Venus wird das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) entwickelte und betriebene Spektrometer MERTIS auf die Venus gerichtet sein und Messungen durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Beim zweiten und letzten Vorbeiflug wird Bepi Colombo in ‚nur‘ 550 km Entfernung an der Venus vorbeifliegen; das ist deutlich näher an der Oberfläche als die LEO-Satelliten im Erdorbit,“ betont Anke Pagels-Kerp, Leiterin der Abteilung „Erforschung des Weltraums“ in der Raumfahrtagentur im DLR. „Da ein Großteil der Instrumente bereits in Betrieb sind, erwarten wir gerade von der Infrarotkamera MERTIS hervorragende Bilder der zum Teil heißen Schichten der Venusatmosphäre. In Hinblick auf die kürzlich ausgewählte Venus Mission EnVision, deren Start Anfang 2030er Jahre geplant ist, bekommen wir durch Bepi Colombo erste Daten, die uns bei der Konzeption und Umsetzung der Venusmission unterstützen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/119512esa.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/119512esa60.jpg" alt="" width="600" height="371"/></a><figcaption>ESA-Infografik zum doppelten Venus-Vorbeiflug. (Bild. ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">MERTIS (Mercury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer) ist ein abbildendes Infrarot-Spektrometer und Radiometer mit zwei unterschiedlichen Sensoren, die für Wellenlängen zwischen 7 und 14 Mikrometern beziehungsweise 7 und 40 Mikrometern empfindlich sind. MERTIS wurde für die globale Kartierung der mineralogischen Zusammensetzung und der Wärmeabstrahlung der atmosphärefreien Merkuroberfläche entwickelt, eignet sich aber auch ausgezeichnet für die Untersuchung der stofflichen Zusammensetzung und für Temperaturmessungen in der Atmosphäre der Venus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>16.000 hoch aufgelöste Spektren im thermischen Infrarot</strong><br>„Für das MERTIS-Team ist das eine ganz hervorragende Möglichkeit, das Instrument vor seinem eigentlichen Einsatz am Merkur bei einer zusätzlichen, wissenschaftlich wichtigen Fragestellung einzusetzen. Außerdem können wir die Eichung und Funktionalität verfeinern“, freut sich Dr. Jörn Helbert vom DLR-Institut für Planetenforschung, der gemeinsam mit Prof. Harald Hiesinger vom Institut für Planetologie der WWU Münster für das MERTIS-Instrument verantwortlich ist. „Schon die beiden vorherigen Vorbeiflüge an Erde und Mond und zuletzt am 15. Oktober in größerer Entfernung an der Venus haben erstklassige Daten geliefert, die wir noch auswerten. Jetzt aber kommen wir der Venus ganz, ganz nahe. Dabei werden uns aus weniger als tausend Kilometer über der Oberfläche Spektrometer-Messungen in einer Auflösung gelingen, die so noch keine Raumsonde gemacht hat. Sie werden helfen, wichtige, ungeklärte Fragen zur Zusammensetzung und Dynamik der Venusatmosphäre zu beantworten“, gibt sich Hiesinger optimistisch. Gisbert Peter vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme ergänzt, dass „das Instrument nach fast drei Jahren im Orbit bisher sehr stabil arbeitet und beeindruckende Messungen liefert. Nun erwarten wir einzigartige Daten von der Venus mit sehr hochauflösenden optischen Eigenschaften.“</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/119513.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/11951326.jpg" alt=""/></a><figcaption>Spektrometer MERTIS. (Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Durch die geringere Entfernung zur Venus können wir ein anderes, noch besseres, viel detaillierteres Messprogramm mit MERTIS durchführen“, erklärt DLR-Forscher Dr. Alessandro Maturilli, der den Plan für die MERTIS-Beobachtungen vorbereitet hat. BepiColombo nähert sich der Venus von der Nachtseite und fliegt dann über die Tag-und-Nacht-Grenze, den Terminator, auf die von der Sonne angestrahlten Hemisphäre. „Das Instrument ist direkt auf die Atmosphäre gerichtet und wird vier Minuten vor der größten Annäherung angeschaltet und bis 23 Minuten nach dem Vorbeiflug messen. Wir werden 16.000 vollständige Spektren in hoher Auflösung erhalten.“ Kamera-Bilddaten in Wellenlängen des sichtbaren Lichts wird es nur von den Navigationskameras geben, nicht aber vom wissenschaftlichen Kamerasystem der Mission, da dessen Sicht durch den Magnetosphärenorbiter im Sondengespann blockiert ist.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Enge europäisch-japanische Zusammenarbeit</strong><br>Die Gesamtleitung der Mission liegt bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die auch für Entwicklung und Bau des Mercury Planetary Orbiter zuständig war. Der Mercury Magnetospheric Orbiter wurde von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA beigesteuert. Koordiniert und überwiegend finanziert wird der deutsche Beitrag zu BepiColombo von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Wesentlich finanziert wurden die beiden Instrumente BELA und MERTIS, die zu großen Anteilen an den DLR-Instituten für Planetenforschung und Optische Sensorsysteme in Berlin-Adlershof entwickelt wurden, aus Mitteln des DLR für Forschung und Technologie. Das DLR-Institut für Optische Sensorsysteme entwickelte das einzigartige Instrumenten-Design. Finanziell gefördert wird die Mission außerdem von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Technischen Universität Braunschweig und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Der industrielle Teil der Sonde wurde von einem europäischen Industrie-Konsortium unter der Federführung der Firma Airbus Defence and Space realisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus wieder im Fokus der Forschung</strong><br>Von hohem wissenschaftlichen Wert für die Planetenforschung ist dieser bahntechnisch notwendige Nahvorbeiflug von BepiColombo ferner aus zwei ganz unterschiedlichen Gründen. Zum einen können die neuen Instrumente Messungen aus kurzer Distanz vornehmen. Sie sind moderner, vielseitiger und genauer als ihre Vorläufer auf Venus-Raumsonden, die vor fast 20 Jahren (ESA-Mission Venus Express und JAXA-Mission Akatsuki) beziehungsweise 40 Jahren (sowjetische Venera Missionen) entwickelt wurden. Die NASA mit DAVINCI+ und VERITAS und die Europäische Weltraumorganisation ESA mit EnVision haben erst vor wenigen Wochen drei neue Venusmissionen für die späten 2020er und frühen 2030er-Jahre beschlossen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/119514.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/119514600.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die siebenjährige Reise von BepiColombo zum Merkur. (Bild: ESA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Zweiten ist dieser Venusvorbeiflug auch für die Erforschung von extrasolaren Planeten von hohem Interesse. Denn neben der nur etwas größeren und massereicheren Erde gilt die Venus ein wenig als der „Exoplanet nebenan“. Im bald 5.000 Einträge umfassenden Katalog von entdeckten Exoplaneten – Planeten, die andere Sterne umkreisen – ist die Suche nach Planeten, die ähnliche Eigenschaften haben wie die Erde, eine der großen astronomischen Triebfedern. In letzter Konsequenz geht es um die Frage, ob sich auch auf Planeten an anderen Sternen mit vergleichbaren stofflichen Voraussetzungen und ähnlichen astronomischen Parametern wie bei der Erde Leben entwickeln kann.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schwerkraft-Billard im inneren Sonnensystem</strong><br>BepiColombo ist am 20. Oktober 2018 an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou gestartet. Das nun stattfindende sogenannte Gravity-Assist-Manöver an der Venus dient dazu, das Sondengespann weiterhin ohne den Einsatz von Treibstoff ein wenig abzubremsen, um die Bahnellipse der Raumsonde in Richtung einer Kreisbahn zu „stauchen“. Zuvor wurden ähnliche Manöver an der Erde und auch schon einmal an der Venus durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4112.msg517164#msg517164" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">BepiColombo auf Ariane 5 ECA</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Zweimal Venus im Vorbeiflug</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zweimal-venus-im-vorbeiflug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 17:46:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viel Betrieb an der Venus: Mit nur einem Tag Abstand steuern die Weltraummissionen Solar Orbiter und BepiColombo dicht an dem Planeten vorbei. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 2. August 2021 &#8211; Die Venus ist in den nächsten Tagen ein gefragtes Etappenziel: Auf ihrem Weg ins innere Sonnensystem statten gleich zwei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Viel Betrieb an der Venus: Mit nur einem Tag Abstand steuern die Weltraummissionen Solar Orbiter und BepiColombo dicht an dem Planeten vorbei. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SoloVenusESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SoloVenusESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Am 9. August 2021 fliegt Solar Orbiter an der Venus vorbei &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">2. August 2021 &#8211; Die Venus ist in den nächsten Tagen ein gefragtes Etappenziel: Auf ihrem Weg ins innere Sonnensystem statten gleich zwei Weltraummissionen unserem Nachbarplaneten einen kurzen Besuch ab. Am Montag, 9. August, nutzt die ESA-Sonde Solar Orbiter den Vorbeiflug, um auf eine neue Umlaufbahn um die Sonne einzuschwenken; nur einen Tag später fliegt BepiColombo ein ähnliches Manöver, bevor sich die Doppelsonde der europäischen und der japanischen Weltraumagenturen ESA und JAXA auf den letzten Teil ihrer Reise zum Merkur macht. Aus wissenschaftlicher Sicht passieren beide Missionen die Venus sozusagen im Halbschlaf: Während einige Instrumente zu ihrem eigenen Schutz ausgeschaltet sind, sammeln solche, die Teilchen und Magnetfelder in der Umgebung der Venus messen können, wertvolle Daten. Dazu gehören auch Instrumente, an denen das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen beteiligt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA-Raumsonde Solar Orbiter erreicht die Venus als Erste. Knapp 8000 Kilometer werden den Sonnenspäher, der sich seit Februar 2020 unserem Zentralgestirn auf immer engeren Umlaufbahnen nähert, am Montag, 9. August, gegen 6.42 Uhr (MESZ) von dem Planeten trennen. Einen deutlich kleineren Abstand zur Venus gibt die Flugroute der europäisch-japanischen Doppelsonde BepiColombo vor: Am Dienstag, 10. August, gegen 15.58 Uhr (MESZ) wird er nur etwa 550 Kilometer betragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für beide Missionen ist dies bereits die zweite Begegnung mit der Venus. Da einige ihrer Messinstrumente leistungsstärker sind als die früherer Venus-Besucher, bietet auch dieser Vorbeiflug die willkommene Möglichkeit, ganz genau hinzuschauen. Dass beide Sonden unseren Nachbarplaneten in enger zeitlicher Abfolge passieren, ist doppelt gut: So sind gleichzeitige Messungen an zwei verschiedenen Orten in der Umgebung der Venus möglich. Dies kann beispielsweise helfen zu verstehen, wie sich Teilchen und Magnetfelder dort ausbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eintauchen in die Ionosphäre</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die Erde und den Merkur umgibt die Venus kein starkes, stabiles Magnetfeld. Allerdings induziert der Sonnenwind, der fluktuierende Strom geladener Teilchen von der Sonne, elektrische Ströme in der Venus-Ionosphäre und erzeugt so ein schwaches, ebenso fluktuierendes Magnetfeld. Zudem verformt der Strom aus Sonnenteilchen die Hülle der Venus so, dass sie an der sonnenabgewandten Seite wie ein Schweif bisweilen viele Millionen Kilometer weit ins All ragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen komplexen Vorgängen wollen Solar Orbiter und BepiColombo beim Vorbeiflug nachspüren. Dabei taucht die Merkur-Sonde sogar in die untere Ionosphäre ein; die Instrumente SERENA (Search for Exospheric Refilling and Emitted Natural Abundance), SIXS (Solar Intensity X-ray and particle Spectrometer), MPO-MAG (Mercury Planetary Orbiter Magnetometer) und MPPE (Mercury Plasma Particle Experiment) werden Messungen durchführen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bcvenusESAATGmedialab.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/bcvenusESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Am 10. August 2021 ist BepiColombo an der Reihe &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Teilchen und Magnetfelder in der Umgebung der inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars geben Hinweise darauf, warum sie sich seit ihrer Entstehung so unterschiedlich entwickelt haben. Während unsere Heimat eine wasserreiche Gashülle umgibt, wurde der Mars zu einem trockenen Wüstenplaneten, der nur Reste einer Atmosphäre aufweist. Und die Venus versteckt sich unter einer dichten, giftigen Atmosphäre, die für einen dramatischen Treibhauseffekt sorgt. Forscherinnen und Forscher interessiert deshalb, durch welche Prozesse Teilchen aus der unteren Atmosphäre der jeweiligen Planeten in ihre Ionosphäre und von dort ins Weltall entweichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Messdaten von MPPE beispielsweise hoffen Forscherinnen und Forscher, Hinweise auf ungebundene Kohlenstoff-Ionen, so genannten atomaren Kohlenstoff, zu finden. Seine Existenz in der Ionosphäre würde darauf hindeuten, dass in der daruntergelegenen Atmosphäre nicht nur ultraviolettes Licht einzelne Moleküle spaltet und somit Voraussetzungen für ihr Entweichen ins All schafft, sondern dass möglicherweise auch heftige Zusammenstöße mit Elektronen am Werk sind. Bereits 1996 konnte das Weltraumobservatorium SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) atomaren Kohlenstoff aus einer Entfernung von etwa 40 Millionen Kilometern im damals ungewöhnlich langen Ionenschweif der Venus nachweisen; seitdem ist dies keiner weiteren Sonde gelungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht zuletzt ist der bevorstehende Vorbeiflug für BepiColombo eine wichtige Generalprobe. Bevor die Sonde Ende 2025 in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenkt, stehen auf dem Reiseplan noch mehrere Merkur-Vorbeiflüge. Die geplanten Messungen an der Venus bieten somit die Gelegenheit sicherzustellen, dass bis dahin alle Messinstrumente in Topform sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu den Missionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Doppelraumsonde BepiColombo der europäischen und japanischen Weltraumagenturen ESA und JAXA startete am 20. Oktober 2018 ins All. Sie besteht aus den beiden Sonden Mercury Planetary Orbiter und Mercury Magnetospheric Orbiter, die während der Anreise zum Merkur aufeinandergestapelt fliegen. Das MPS hat zu den Instrumenten BELA (BepiColombo Laser Altimeter), MIXS (Mercury Imaging X-ray Spectrometer), MPPE (Mercury Plasma Particle Experiment) und SERENA (Search for Exospheric Refilling and Emitted Natural Abundances Experiment) Hardware beigetragen und ist wissenschaftlich beteiligt an dem Magnetometer MPO-MAG und dem Instrument MDM (Mercury Dust Monitor).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA-Sonde Solar Orbiter ist seit 10. Februar 2020 im Weltraum unterwegs. Sie wird sich in den nächsten Jahren der Sonne auf Ellipsen immer weiter nähern, bis sie nur noch 42 Millionen Kilometer trennen. Das MPS hat zu den Instrumenten PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), EUI (Extreme-Ultraviolet Imager) und SPICE (Spectral Imaging oft he Coronal Environment) sowie zum Koronagraphen Metis beigetragen. Als Fernerkundungsinstrumente werden sie während des Venus-Vorbeiflugs ausgeschaltet sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Solar Orbiter nimmt erste koronale Massenauswürfe auf</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-nimmt-erste-koronale-massenauswuerfe-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 May 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[CME]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltraumwetter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwei koronale Massenauswürfe (CMEs) wurden im Februar 2021 von mehreren Instrumenten während eines nahen Vorbeiflugs an der Sonne aufgenommen. Bei CMEs werden Partikel aus der Sonnenatmosphäre in das Sonnensystem ausgestoßen. Sie können auf der Erde nachweislich Weltraumwetter auslösen. Eine Pressemitteilung der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. Solar Orbiter ist am 10. Februar [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Zwei koronale Massenauswürfe (CMEs) wurden im Februar 2021 von mehreren Instrumenten während eines nahen Vorbeiflugs an der Sonne aufgenommen. Bei CMEs werden Partikel aus der Sonnenatmosphäre in das Sonnensystem ausgestoßen. Sie können auf der Erde nachweislich Weltraumwetter auslösen. Eine Pressemitteilung der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/solo1stcmemultiinstr15.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Sonne im Blick des Soloar Orbiters am 12. Februar 2021. (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA)" data-rl_caption="" title="Die Sonne im Blick des Soloar Orbiters am 12. Februar 2021. (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/solo1stcmemultiinstr26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Sonne im Blick des Soloar Orbiters am 12. Februar 2021.<br>(Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Solar Orbiter ist am 10. Februar 2020 in den Weltraum gestartet und befindet sich derzeit auf dem Flug zur Sonne bevor die wissenschaftliche Haupt-Mission der Raumsonde im November beginnt. Ihre vier In-situ-Instrumente waren allerdings die meiste Zeit seit dem Start angeschaltet und haben bereits wissenschaftliche Daten zum Weltraumwetter in der Umgebung der Raumsonde gesammelt. Die sechs Fernerkundungsinstrumente waren dagegen hauptsächlich zur Kalibrierung sowie in speziellen Testfenstern und für bestimmte wissenschaftliche Kampagnen in Betrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein naher Perihelvorbeiflug an der Sonne am 10. Februar 2021, der die Raumsonde bis auf halbe Entfernung zwischen Erde und Sonne brachte, war eine solche Gelegenheit für die Teams, spezifische Observationen durchzuführen sowie die Einstellungen der Instrumente zu überprüfen, um sich bestmöglich auf die anstehende wissenschaftliche Phase vorzubereiten. Im vollen wissenschaftlichen Modus werden die Fernerkundungs- und In-situ-Instrumente routinemäßig gemeinsame Beobachtungen durchführen.</p>


<p><strong>Video auf Youtube: EUI detektiert erstmals CME:</strong></p>
<p><iframe loading="lazy" title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/TKVmTaGZsKI?rel=0" allowfullscreen="allowfullscreen" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe></p>


<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig mit dem nahen Sonnenvorbeiflug befand sich die Raumsonde von der Erde aus gesehen „hinter“ der Sonne, was zu sehr niedrigen Datenübertragungsraten führte. Deshalb hat es einige Zeit gedauert, bis die dabei gesammelten Daten vollständig heruntergeladen und analysiert werden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zufällige Beobachtungen</strong><br>Durch einen glücklichen Zufall zeichneten drei der Fernerkundungsinstrumente an Bord in den Tagen nach der größten Annäherung zwei koronale Massenauswürfe (Englisch: coronal mass ejections, kurz CMEs) auf. Der Extrem-Ultraviolett Imager (EUI), der Heliospheric Imager (SoloHI) und der Koronograf Metis fingen dabei unterschiedliche Aspekte zweier CMEs, die im Laufe des Tages auftraten, ein.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MultipointviewofCMEsESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="CMEs im Fokus unterschiedlicher Beobachter - Illustration. (Bild: ESA)" data-rl_caption="" title="CMEs im Fokus unterschiedlicher Beobachter - Illustration. (Bild: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MultipointviewofCMEsESA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>CMEs im Fokus unterschiedlicher Beobachter &#8211; Illustration.<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ESA-Mission Proba-2 und das ESA-/NASA-Weltraumobservatorium Heliospheric Observatory (SOHO) nahmen die CMEs auf, und zwar von der „Vorderseite“ der Sonne aus, während die STEREO-A Mission der NASA, die sich abseits der Sonne-Erde-Linie befindet, ebenfalls einen Blick erhaschen konnte. Dies machte eine umfassende Sicht auf die Ereignisse möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das SoloHI-Instrument von Solar Orbiter beobachtete zum ersten Mal einen koronalen Massenauswurf. Metis entdeckte bereits einen CME am 17. Januar 2021 und EUI einen im November letzten Jahres. Erheblich früher hatten die In-situ-Detektoren der Raumsonde den ersten CME aufgespürt, nämlich kurz nach dem Start, im April 2020. Darüber hinaus beobachteten viele der In-situ-Instrumente Partikelaktivität rund um die CMEs im Februar; diese Daten werden noch analysiert und zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die CME-Sichtung war vor allem für SoloHI ein besonders glücklicher Zufall, da er während &#8222;Bonus&#8220;-Telemetriezeit aufgenommen wurde. Upgrades an bodenbasierten Antennen, die nach der Planung der Mission durchgeführt worden waren, ermöglichten es dem Team, Daten zu Zeiten herunterzuladen, die sie zuvor nicht eingeplant hatten, allerdings mit niedrigeren Telemetrieraten. Sie beschlossen daher, nur Daten einer Kachel (das Instrument ist mit vier Detektorkacheln ausgestattet) in einem zweistündigen Rhythmus zu sammeln und fingen in dieser Zeit zufällig einen CME ein.</p>


<p><strong>Video auf Youtube: PROBA-2 und SOHO:<br></strong></p>
<p><iframe loading="lazy" title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/fmkmtOWNVm0?rel=0" allowfullscreen="allowfullscreen" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe></p>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weltraumwetter</strong><br>CMEs sind wichtige Bestandteile des „Weltraumwetters“. Die Partikel lösen auf Planeten, die eine Atmosphäre haben, Auroras aus, können allerdings auch zu Fehlfunktionen bei technischen Anwendungen führen oder ungeschützte Astronautinnen und Astronauten gefährden. Deshalb ist es sehr wichtig, koronale Massenauswürfe zu verstehen und auch nachverfolgen zu können, wie sie sich durch das Sonnensystem verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Erforschung der CMEs ist nur ein Aspekt der Solar Orbiter-Mission. Die Sonde wird auch noch nie dagewesene Nahaufnahmen von der Sonne und aus hohen solaren Breitengraden machen und damit die ersten Bilder der unerforschten Polarregionen der Sonne liefern. Zusammen mit Messungen des Sonnenwinds und des Magnetfelds in der Nähe der Raumsonde wird die Mission neue Erkenntnisse darüber liefern, wie unser Stern im Kontext des 11-jährigen Sonnenzyklus funktioniert und wie wir Perioden mit stürmischem Weltraumwetter besser vorhersagen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg511555#msg511555" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=17425.msg508363#msg508363" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Weltraumwetter</a></li></ul>
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		<title>Solar Orbiter bereitet sich auf Venus-Vorbeiflug vor</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-bereitet-sich-auf-venus-vorbeiflug-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Navigation]]></category>
		<category><![CDATA[SolO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Solar Orbiter-Raumsonde bereitet ihren ersten Venus-Vorbeiflug am 27. Dezember vor, bei dem sie sich die Schwerkraft des Planeten zunutze macht, um zusätzlichen Schwung zu erhalten. Dieses Vorhaben wird sie näher an die Sonne bringen und ihre Umlaufbahn neigen, wodurch sie unseren Stern aus verschiedenen Perspektiven beobachten kann. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Solar Orbiter-Raumsonde bereitet ihren ersten Venus-Vorbeiflug am 27. Dezember vor, bei dem sie sich die Schwerkraft des Planeten zunutze macht, um zusätzlichen Schwung zu erhalten. Dieses Vorhaben wird sie näher an die Sonne bringen und ihre Umlaufbahn neigen, wodurch sie unseren Stern aus verschiedenen Perspektiven beobachten kann. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOVenusflybyESAATGmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission - Illustration (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission - Illustration (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOVenusflybyESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission &#8211; Illustration<br>(Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">So wie die meisten von uns während der Feiertage im Rahmen der verschiedenen COVID-19-Maßnahmen sicher zu Hause bleiben werden, wird auch der Vorbeiflug – fast schon Routine bei der Satellitensteuerung – von Flugingenieurinnen und Flugingenieuren aus der Ferne überwacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Annäherung findet am 27. Dezember um 13:39 MEZ statt, wobei die Sonde zu dem Zeitpunkt etwa 7.500 km von den höchsten Venuswolken entfernt sein wird. Ab 2025 erfolgen weitere, sehr viel nähere Vorbeiflüge mit wenigen hundert Kilometern Abstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des bevorstehenden Vorbeiflugs werden die In-situ-Instrumente MAG, RPW und einige Sensoren des EPD, eingeschaltet sein, um die magnetische, Plasma- und Partikelumgebung der Raumsonde aufzuzeichnen. Es ist nicht möglich, Aufnahmen von der Venus zu machen, da die Sonde der Sonne zugewandt bleiben muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Solar Orbiter für den Vorbeiflug richtig auszurichten, führten die ESA-Bodenstations- und Flugdynamik-Teams eine sogenannte &#8222;Delta-DOR&#8220;-Kampagne durch, bei der eine spezielle Technik &#8211; Delta-Differential One-Way Ranging &#8211; eingesetzt wurde, um die Position der Sonde im Weltraum und ihre Flugbahn genau zu bestimmen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ultraprecisenavESA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Präzise Navigation (Bild: ESA)" data-rl_caption="" title="Präzise Navigation (Bild: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/ultraprecisenavESA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Präzise Navigation<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Delta-DOR wird eine Reihe von geographisch weit voneinander entfernten Bodenstationen genutzt, um die Funksignale der Raumsonde zu empfangen und so ein erstes Ergebnis für ihre Position zu erhalten. Anschließend wird dieses Ergebnis mit den Positionen bekannter stellarer Radioquellen verglichen, die zuvor von anderen Missionen kartiert wurden, was eine korrigierte und ultrapräzise endgültige Darstellung erlaubt. Die Delta-DOR-Technik ermöglicht es den Flugingenieurinnen und Flugingenieuren, die Position einer Raumsonde auf wenige hundert Meter genau zu bestimmen, selbst in einer Entfernung von 100 Millionen km.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute, am 17. Dezember, ist Solar Orbiter etwa 235 Millionen Kilometer von der Erde und 10,5 Millionen Kilometer von der Venus entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flugbahn des Solar Orbiter um die Sonne wurde so gewählt, dass sie &#8222;im Einklang&#8220; mit der Venus steht. Das bedeutet, dass er alle paar Umläufe in die Nähe des Planeten zurückkehren wird und erneut dessen Schwerkraft nutzen kann, um seine Bahn zu verändern oder zu neigen. Die nächste Begegnung wird im August 2021 stattfinden, also nur wenige Tage vor dem Venus-Vorbeiflug der BepiColombo-Mission der ESA. Anfangs wird sich Solar Orbiter in der gleichen Bahnebene wie die Planeten befinden, aber jede Begegnung mit der Venus wird seine Bahnneigung erhöhen. Bis zum Jahr 2025 wird er seinen ersten Vorbeiflug an der Sonne dann mit einer Neigung von 17° durchführen, die bis zum Ende des Jahrzehnts auf 33° ansteigen wird, wodurch die Polarregionen mehr in den direkten Blick kommen. Auf diese Weise kann die Sonde die ersten Bilder von den Polarregionen der Sonne aufnehmen, die für das Verständnis der Funktionsweise der Sonne, für die Erforschung des Zusammenspiels von Sonne und Erde und für bessere Vorhersagen von stürmischem Weltraumwetter entscheidend sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Solar Orbiter-Mission beruht auf einer internationalen Zusammenarbeit zwischen der ESA und NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg497587#msg497587" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>Solar Orbiter: Bilder werden zu Physik</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-bilder-werden-zu-physik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[CME]]></category>
		<category><![CDATA[ESA-Rat]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die jüngsten Ergebnisse der Solar Orbiter-Mission zeigen erstmals direkte Zusammenhänge zwischen den Ereignissen auf der Sonnenoberfläche und dem, was im interplanetaren Raum rund um die Raumsonde geschieht. Sie gewähren uns auch neue Einblicke in solare „Lagerfeuer“, das kosmische Wettergeschehen und zerfallene Kometen. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA). Quelle: ESA. „Ich bin [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die jüngsten Ergebnisse der Solar Orbiter-Mission zeigen erstmals direkte Zusammenhänge zwischen den Ereignissen auf der Sonnenoberfläche und dem, was im interplanetaren Raum rund um die Raumsonde geschieht. Sie gewähren uns auch neue Einblicke in solare „Lagerfeuer“, das kosmische Wettergeschehen und zerfallene Kometen. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/orig-2012_016_AR_ENviaesadiv.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Fußabdruck des Sonnenwindes (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL, LFO/IO; Imperial College)" data-rl_caption="" title="Fußabdruck des Sonnenwindes (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL, LFO/IO; Imperial College)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/orig-2012_016_AR_ENviaesadiv260.gif" alt=""/></a><figcaption>Fußabdruck des Sonnenwindes<br>(Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL, LFO/IO; Imperial College)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin mehr als zufrieden mit der Leistung des Solar Orbiter und den verschiedenen Teams, die ihn und seine Instrumente in Betrieb halten“, sagt Daniel Müller, Solar Orbiter-Projektwissenschaftler der ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es war eine echte Teamleistung unter schwierigen Umständen in diesem Jahr, und jetzt sehen wir allmählich, dass sich diese Anstrengungen wirklich auszahlen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zehn wissenschaftlichen Instrumente des Solar Orbiter teilen sich in zwei Gruppen auf. Es gibt sechs Fernerkundungsteleskope und vier In-situ-Instrumente. Die Fernerkundungsinstrumente untersuchen die Oberfläche der Sonne und ihre erweiterte Atmosphäre, die Korona. Die In-situ-Instrumente messen die von der Sonne freigesetzten Partikel rund um die Raumsonde, den Sonnenwind, zusammen mit ihren magnetischen und elektrischen Feldern. Die Rückverfolgung des Ursprungs dieser Teilchen und Felder bis zur Sonnenoberfläche ist eines der Hauptziele des Solar Orbiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des ersten Nahvorbeiflugs des Solar Orbiter an der Sonne am 15. Juni, bei dem sich die Sonde der Sonne auf 77 Millionen Kilometer näherte, zeichneten sowohl Fernerkundungs- als auch In-situ-Instrumente Daten auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fußabdruck des Sonnenwindes</strong><br>Mithilfe der Messdaten des Solar Orbiter konnte die Ursprungsregion des Sonnenwinds, der auf die Sonde trifft, ermittelt und dieser sogenannte &#8222;Fußabdruck&#8220; in den Fernerkundungsbildern identifiziert werden. In einem Beispiel, das im Juni 2020 untersucht wurde, ist der Fußabdruck am Rand einer Region zu sehen, die als „koronales Loch“ bezeichnet wird, bei dem das Magnetfeld der Sonne in den Weltraum hinausreicht, so dass der Sonnenwind austreten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es sich dabei um eine vorläufige Studie handelt, geht sie doch über alles hinaus, was bisher möglich war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren noch nie in der Lage, eine so genaue Kartierung durchzuführen“, sagt Tim Horbury vom Imperial College in London und Vorsitzender der In-Situ-Arbeitsgruppe Solar Orbiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lagerfeuer-Physik</strong><br>Der Solar Orbiter hat auch neue Informationen über die „Lagerfeuer“ der Sonne gesammelt, die Anfang dieses Jahres weltweite Aufmerksamkeit erregten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Bilder der Mission zeigten eine Vielzahl von scheinbar winzigen Sonneneruptionen, die auf der Sonnenoberfläche auftreten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nannten sie Lagerfeuer, weil die genaue Energie, die mit diesen Ereignissen verbunden ist, noch nicht bekannt ist. Ohne Kenntnis dieser Energie ist noch nicht klar, ob es sich um dasselbe Phänomen handelt wie bei ähnlichen kleineren Eruptionen, die bei anderen Missionen beobachtet wurden. Was das Ganze so faszinierend macht, ist die Tatsache, dass man zwar seit langem von der Existenz solch kleiner „Nano-Eruptionen“ auf der Sonne wusste, doch hatten wir bisher noch nie die Mittel, so kleine Erscheinungen zu sehen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOspotscampfiresannotatedviaesadiv15.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Solar Orbiter entdeckt &quot;Lagerfeuer&quot; auf der Sonnenoberfläche (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL)" data-rl_caption="" title="Solar Orbiter entdeckt &quot;Lagerfeuer&quot; auf der Sonnenoberfläche (Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOspotscampfiresannotatedviaesadiv26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Solar Orbiter entdeckt &#8222;Lagerfeuer&#8220; auf der Sonnenoberfläche<br>(Bild: Solar Orbiter/EUI Team/ESA &amp; NASA; CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Lagerfeuer könnten die Nano-Eruptionen sein, die wir mit dem Solar Orbiter erforschen“, sagt Frédéric Auchère vom Institut d&#8217;Astrophysique Spatiale in Orsay, Frankreich, und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Fernerkundung der Solar Orbiter-Mission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies ist bedeutsam, da von den Nano-Eruptionen angenommen wird, dass sie für die Erhitzung der Korona, also der äußeren Sonnenatmosphäre, verantwortlich sind. Hinzu kommt die Besonderheit, dass die Korona etwa eine Million Grad Celsius aufweist, doch auf der Oberfläche nur etwa 5000 Grad Celsius erreicht werden. Dies ist bis heute eine der rätselhaftesten Fragen der Sonnenphysik. Die Erforschung dieses Geheimnisses ist eines der zentralen wissenschaftlichen Ziele des Solar Orbiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben Forscherinnen und Forscher Daten analysiert, die mit dem Instrument SPICE (Spectral Imaging of the Coronal Environment) des Solar Orbiter gewonnen wurden. SPICE wurde konzipiert, um die Geschwindigkeit des Gases an der Sonnenoberfläche zu ermitteln. Es hat sich gezeigt, dass es tatsächlich kleinere Ereignisse gibt, bei denen das Gas mit erheblicher Geschwindigkeit ausströmt, aber die Frage nach einem Zusammenhang mit den Lagerfeuern ist nach wie vor offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Im Moment haben wir nur Daten aus der Inbetriebnahme, die zu einem Zeitpunkt gewonnen wurden, als die Teams noch dabei waren, das Verhalten ihrer Instrumente im Weltraum zu testen. Daher sind die Ergebnisse sehr vorläufig. Aber natürlich sehen wir sehr spannende Dinge“, sagt Auchère. „Beim Solar Orbiter dreht sich alles um Entdeckungen, und das ist sehr faszinierend.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Surfen auf dem Kometenschweif</strong><br>Neben den Fortschritten im Hinblick auf die geplanten wissenschaftlichen Ziele des Solar Orbiter gab es auch Zufallsentdeckungen von der Raumsonde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz nach dem Start des Solar Orbiter wurde festgestellt, dass er hinter dem Kometen ATLAS fliegen und dessen beiden Schweife passieren würde. Obwohl eine solche Begegnung in der Mission nicht vorgesehen war und zu diesem Zeitpunkt noch keine Forschungsdaten erhoben werden sollten, setzten die Expertinnen und Experten alles daran, dass die In-situ-Instrumente diese einzigartige Begegnung aufzeichneten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Natur hielt noch eine weitere Überraschung bereit: Der Komet zerfiel, bevor sich die Raumsonde ihm nähern konnte. Daher war es trotz der erhofften starken Signale von den Schweifen nicht auszuschließen, dass die Raumsonde überhaupt nichts sehen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war jedoch nicht der Fall. Der Solar Orbiter zeichnete zwar charakteristische Daten von dem Kometen ATLAS auf, konnte aber keine Phänomene feststellen, die die Wissenschaftler normalerweise erwartet hätten. Statt einer starken, einzelnen Schweifüberquerung entdeckte die Raumsonde zahlreiche Wellenepisoden in den magnetischen Daten. Es wurden auch Bereiche von Staubteilchen entdeckt, die wahrscheinlich aus dem Inneren des Kometen freigesetzt wurden, als dieser in viele kleine Stücke zerfiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dies ist das erste Mal, dass wir im Wesentlichen durch den Schweif eines zerfallenden Kometen geflogen sind“, sagt Horbury. „Es gibt dort eine Menge wirklich interessanter Daten, und es ist ein weiteres Beispiel für die Art von qualitativ hochwertiger begleitender Forschung, die wir mit dem Solar Orbiter verwirklichen können.“</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/AnorbitsworthofparticledataSolOEPDESANASA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Partikeldaten (Bild: Solar Orbiter/EPD (ESA &amp; NASA))" data-rl_caption="" title="Partikeldaten (Bild: Solar Orbiter/EPD (ESA &amp; NASA))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/AnorbitsworthofparticledataSolOEPDESANASA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Partikeldaten<br>(Bild: Solar Orbiter/EPD (ESA &amp; NASA))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verborgenes Weltraumwetter</strong><br>Der Solar Orbiter hat während eines Großteils seiner Zeit im Weltraum den Sonnenwind gemessen und eine Reihe von Teilchenauswürfen von der Sonne aufgezeichnet. Dann, am 19. April, fegte ein besonders interessanter koronaler Massenauswurf über den Solar Orbiter hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein koronaler Massenauswurf (coronal mass ejection, CME), ist ein großes kosmisches Wetterereignis, bei dem Milliarden von Tonnen von Teilchen durch die äußere Atmosphäre der Sonne ausgestoßen werden. Während dieses speziellen Massenauswurfs, der sich am 14. April auf der Sonne ereignete, hatte der Solar Orbiter etwa zwanzig Prozent seines Weges von der Erde zur Sonne zurückgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Solar Orbiter war nicht die einzige Raumsonde, die dieses Ereignis beobachtete. Zu dieser Zeit flog auch zufällig die BepiColombo-Mission der ESA auf ihrem Weg zum Merkur an der Erde vorbei. Ebenso die Sonnenmission STEREO der NASA, die etwa neunzig Grad von der direkten Sonne-Erde-Linie entfernt war und direkte Sicht auf den Bereich des Massenauswurfs hatte. Dadurch war sie in der Lage, die Auswirkungen des CME auf den Solar Orbiter, auf BepiColombo und die Erde zu beobachten. Durch die Zusammenführung der verschiedenen Messungen der einzelnen Raumsonden waren die Forscherteams in der Lage, die Entwicklung des koronalen Massenausstoßes auf seiner Reise durch den Weltraum zu untersuchen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/Multipointdetectionsofacmeesa2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mehrpunkt-Detektionen eines koronalen Massenauswurfs (Bild: ESA)" data-rl_caption="" title="Mehrpunkt-Detektionen eines koronalen Massenauswurfs (Bild: ESA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/Multipointdetectionsofacmeesa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Mehrpunkt-Detektionen eines koronalen Massenauswurfs<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dies wird auch als Mehrpunktwissenschaft bezeichnet. Dank der Anzahl der Raumsonden, die sich jetzt im inneren Sonnensystem befinden, wird sie zu einem immer leistungsfähigeren Instrument bei der Forschung zum Verständnis der Sonnenwinde und des Weltraumwetters.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir können Massenauswürfe aus der Ferne beobachten, wir können sie in-situ messen und wir können sehen, wie sie sich auf dem Weg zur Erde verändern,“ so Horbury.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über das Ereignis, das die Raumsonden verfolgten, waren möglicherweise diejenigen ebenso fasziniert, die es nicht sahen. Das Weltraumobservatorium SOHO der ESA und NASA, das sich vor der Erde befindet und das die Sonne ständig auf solche Ausbrüche beobachtet, hat das Ereignis kaum registriert. Damit gehört das Ereignis vom 19. April zu einer seltenen Kategorie von kosmischen Wetterereignissen, die als verdeckte CME bezeichnet werden. Die Untersuchung dieser schwer fassbaren Phänomene wird uns zu einem besseren Verständnis der kosmischen Wettererscheinungen verhelfen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOVenusflybyESAATGmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission - Illustration (Bild: ESA/ATG medialab)" data-rl_caption="" title="Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission - Illustration (Bild: ESA/ATG medialab)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/SolOVenusflybyESAATGmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Venus-Vorbeiflug der Solar Orbiter-Mission &#8211; Illustration<br>(Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Jahren werden die Möglichkeiten für die Mehrpunktwissenschaft zunehmen. Am 27. Dezember wird Solar Orbiter seinen ersten Venus-Vorbeiflug absolvieren. Bei diesem Vorhaben macht man sich die Schwerkraft des Planeten zunutze, damit die Raumsonde zusätzlichen Schwung erhält, um näher an die Sonne zu gelangen. Damit wird der Solar Orbiter eine noch bessere Position für gemeinsame Messungen mit der Parker-Sonde der NASA erreichen, die im Jahr 2021 ebenfalls zwei Venus-Vorbeiflüge durchführen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Parker In-situ-Messungen aus dem Inneren der Sonnenatmosphäre vornimmt, wird Solar Orbiter Bilder derselben Region aufnehmen. Zusammen werden die beiden Raumsonden sowohl die Details als auch ein umfassenderes Gesamtbild liefern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„2021 wird eine spannende Zeit für den Solar Orbiter sein“, sagt Teresa Nieves-Chinchilla, Projektwissenschaftlerin für den Solar Orbiter bei der NASA. „Bis zum Ende des Jahres werden alle Instrumente in vollem Forschungsmodus zusammenarbeiten, und wir werden uns darauf vorbereiten, der Sonne noch näher zu kommen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2022 wird sich der Solar Orbiter der Sonnenoberfläche bis auf 48 Millionen Kilometer nähern &#8211; nochmals 20 Millionen Kilometer näher als im Jahr 2021.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg497540#msg497540" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Erste Daten von Solar Orbiter online veröffentlicht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erste-daten-von-solar-orbiter-online-veroeffentlicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2020 08:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[CAU]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Korona]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Kiel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erste Daten von Solar Orbiter online veröffentlicht &#8211; Messungen sind frei zugänglich. Eine Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Viel zu tun hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) seit dem Start der ESA-Weltraummission Solar Orbiter im Februar 2020. Trotz der Corona-bedingten Widrigkeiten konnten sie ihre Instrumente [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Erste Daten von Solar Orbiter online veröffentlicht &#8211; Messungen sind frei zugänglich. Eine Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/176-solar-orbiter-korona-esa-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/176-solar-orbiter-korona-esa-26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die gelben Bilder, die bei der extremen ultravioletten Wellenlänge von 17 Nanometern aufgenommen wurden, zeigen die äußere Atmosphäre der Sonne, die Korona, die bei einer Temperatur von etwa einer Million Grad existiert. Die roten Bilder, die bei einer etwas längeren Wellenlänge von 30 Nanometern aufgenommen wurden, zeigen den Übergangsbereich der Sonne, der eine Grenzfläche zwischen der unteren und der oberen Schicht der Sonnenatmosphäre bildet.<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Viel zu tun hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) seit dem Start der ESA-Weltraummission Solar Orbiter im Februar 2020. Trotz der Corona-bedingten Widrigkeiten konnten sie ihre Instrumente an Bord der Raumsonde in Betrieb nehmen und erste Daten analysieren. Das Besondere: Die Messungen stehen der gesamten wissenschaftlichen Community online zur Verfügung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind jetzt soweit, dass wir unsere ersten Daten am Datenzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA online gestellt haben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt können diese neuen und einzigartigen Daten nun analysieren und neue Erkenntnisse gewinnen. So kann die solare Korona Elektronen und Ionen mit großer Energie beschleunigen, zum Teil fast auf Lichtgeschwindigkeit“, erklärt Professor Robert Wimmer-Schweingruber, der den Kieler Beitrag geleitet hat. Dass die Daten bereits sieben Monate nach dem Start der Raumsonde und drei Monate nach der Kalibrierungsphase veröffentlicht werden, sei außergewöhnlich. Denn nicht nur der Zeitraum der Testphase, während der die Instrumente unter Weltraumbedingungen im Realbetrieb erprobt werden, war sehr kurz. Die Instrumententeams haben jetzt nur noch 90 Tage Zeit, um die Rohdaten zu kalibrieren und in eine Form zu bringen, die Externe verarbeiten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese Frist wäre selbst in normalen Zeiten eine Herausforderung gewesen, mit der Corona-Pandemie waren die Teams ganz besonders gefordert“, erklärt der Kieler Wissenschaftler. So fliegt Solar Orbiter beispielsweise auf einer hoch-elliptischen Bahn um die Sonne und wird mehrere Swing-by-Manöver nutzen, um bis auf 0,28 astronomische Einheiten an die Sonne heranzukommen. Im entferntesten Punkt von der Sonne wird sie fast eine astronomische Einheit von ihr entfernt sein. Die so variablen Bedingungen stellen ganz besondere Anforderungen an die Instrumente und deren Einstellungen, die sorgfältig optimiert werden mussten. „Dies während Covid-19-Zeiten zu erreichen war eine riesige Herausforderung“, sagt Dr. Yannis Zouganelis, stellvertretender Projektwissenschaftler der ESA. „Aber wir sind jetzt soweit, dass wir die Daten wie geplant an die wissenschaftliche Community übergeben können, damit diese daran wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen kann.“ Das enge Zusammenspiel zwischen Wissenschaftlern, Ingenieurinnen, Operateuren der Raumsonde und der Verfügbarkeit der großen Radioantennen musste trotz der neuen Arbeitsbedingungen einwandfrei und auf Anhieb funktionieren, „denn die Raumsonde war ja unterwegs und konnte nicht mehr aufgehalten werden“, fasst Robert Wimmer-Schweingruber die besonderen Schwierigkeiten zusammen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/237-solar-orbiter-instruments-esa-2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/237-solar-orbiter-instruments-esa-26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Solar Orbiter&#8217;s Set von zehn wissenschaftlichen Instrumenten zur Erforschung der Sonne. Es gibt zwei Arten: In-situ- und Fernerkundung. Die In-situ-Instrumente messen die Bedingungen um das Raumschiff selbst. Die Fernerkundungsinstrumente messen, was in großer Entfernung geschieht. Zusammen können beide Datensätze verwendet werden, um ein vollständigeres Bild davon zu erhalten, was in der Korona der Sonne und im Sonnenwind geschieht.<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„Unser Ziel war es immer, unsere Daten möglichst schnell zu veröffentlichen, damit die Forschungsgruppen auf der ganzen Welt an möglichst aktuellen Daten arbeiten können“, bekräftigt Wimmer-Schweingruber. Bei den meisten Weltraummissionen werden die Daten gewöhnlich erst ein halbes oder gar ein ganzes Jahr nach Erhalt auf der Erde veröffentlicht, um den Teams, die die Instrumente gebaut haben, eine exklusive Frist für die Analyse einzuräumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Solar Orbiter waren sich die Forschenden einig, dass dies sehr viel schneller gehen muss. „Wir wollen, dass Solar Orbiter eine der offensten Weltraummissionen wird. Das heißt offen für die ganze Welt, nicht nur für die Instrumententeams“, sagt Yannis Zouganelis. In ersten virtuellen Workshops, in denen die neuen Daten vorgestellt wurden, nahmen etwa zehnmal mehr Interessentinnen und Interessenten teil, als in den Instrumententeams arbeiten. „Je mehr Leute unsere Daten verwenden, desto mehr erhöht sich die wissenschaftliche Ausbeute von Solar Orbiter,“ freut sich Wimmer-Schweingruber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am heutigen Tag (30. September 2020) werden auch alle Beschreibungen der zehn Instrumente auf Solar Orbiter und der Raumsonde und des Missionskonzeptes im Fachjournal Astronomy and Astrophysics veröffentlicht. „Diese Informationen sind unverzichtbar, um eine verlässliche Analyse der Daten zu gewährleisten. Auch in zehn Jahren, wenn die Ingenieurinnen und Ingenieure, die die Instrumente gebaut haben schon längst wieder an anderen Projekten arbeiten“ so Wimmer-Schweingruber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiten an der CAU wurden unter Förderkennzeichen 50OT1702 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die neu veröffentlichen Daten sind online verfügbar:</strong><br><a href="http://soar.esac.esa.int/soar/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">http://soar.esac.esa.int/soar/</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/mps-solo-der-sonne-so-nah-wie-nie-zuvor/" data-wpel-link="internal">MPS: SolO der Sonne so nah wie nie zuvor</a> (16. Juli 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/esa-solar-orbiter-naehert-sich-erstmals-der-sonne/" data-wpel-link="internal">ESA: Solar Orbiter nähert sich erstmals der Sonne</a> (18. Juni 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-und-der-komet-atlas/" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter und der Komet ATLAS</a> (29. Mai 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-wissenschaftliche-instrumente-bereit/" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter: </a><a href="https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-wissenschaftliche-instrumente-bereit/" data-wpel-link="internal">Wissenschaftliche </a><a href="https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-wissenschaftliche-instrumente-bereit/" data-wpel-link="internal">Instrumente bereit</a> (26. Mai 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/solo-erstes-instrument-uebermittelt-messungen/" data-wpel-link="internal">SolO: Erstes Instrument übermittelt Messungen</a> (27. Februar 2020)</li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/solar-orbiter-gestartet-um-sonne-zu-untersuchen/" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter gestartet, um Sonne zu untersuchen</a> (10. Februar 2020)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg484373#msg484373" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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		<title>MPS: SolO der Sonne so nah wie nie zuvor</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mps-solo-der-sonne-so-nah-wie-nie-zuvor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 16:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[SolO]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenflecken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals ist es gelungen, Bilder der Sonne aus einer Entfernung von nur 77 Millionen Kilometern einzufangen. Ein völlig neuer Blick auf unseren Stern wird so möglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Wenige Monate nach ihrem Start ins All hat die ESA-Raumsonde Solar Orbiter Bilder der Sonne aus bisher unerreichter Nähe [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Erstmals ist es gelungen, Bilder der Sonne aus einer Entfernung von nur 77 Millionen Kilometern einzufangen. Ein völlig neuer Blick auf unseren Stern wird so möglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics1eui.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der Extreme Ultraviolet Imager (EUI) an Bord von Solar Orbiter hat diese Bilder am 30. Mai aufgenommen" data-rl_caption="" title="Der Extreme Ultraviolet Imager (EUI) an Bord von Solar Orbiter hat diese Bilder am 30. Mai aufgenommen" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics1eui26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der Extreme Ultraviolet Imager (EUI) an Bord von Solar Orbiter hat diese Bilder am 30. Mai aufgenommen. Sie zeigen die Sonne im besonders kurzwelligen ultravioletten Licht bei einer Wellenlänge von 17 Nanometern. In dieser Wellenlänge wird die obere Atmosphäre der Sonne mit einer Temperatur von eine Million Grad sichtbar.<br>(Bild: Solar Orbiter/EUI Team (ESA &amp; NASA); CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Monate nach ihrem Start ins All hat die ESA-Raumsonde Solar Orbiter Bilder der Sonne aus bisher unerreichter Nähe eingefangen. Darin zeigen sich unter anderem in der Sonnenatmosphäre Strukturen, die sich möglicherweise als sogenannte Nano-Flares, sehr kleine Strahlungsausbrüche, deuten lassen. Die Aufnahmen der insgesamt sechs abbildenden Instrumente, die heute veröffentlicht wurden, entstanden in den Tagen vor und nach dem 15. Juni, als die Raumsonde den sonnennächsten Punkt ihrer aktuellen Umlaufbahn erreichte. Nur 77 Millionen Kilometer trennten die Sonde von unserem Stern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl diese frühe Missionsphase in erster Linie der Inbetriebnahme der Instrumente dient, bieten die Daten bereits einen eindrucksvollen Beweis für Solar Orbiters einzigartig umfassenden Blick auf die Sonne &#8211; von den Magnetfeldern an der Oberfläche bis zu den Teilchen, die als Sonnenwind ins All strömen. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen ist ein wichtiger Partner der Mission und an vier der Instrumente maßgeblich beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines dieser Instrumente ist der Extreme-Ultraviolet Imager (EUI), zu dem das MPS eins von insgesamt drei Teleskopen beigesteuert hat. Das Instrument blickt in verschiedene Schichten der Korona, der heißen, äußeren Atmosphäre der Sonne, die in erster Linie ultraviolettes (UV-) Licht abstrahlt. Da UV-Licht zum größten Teil in der Erdatmosphäre absorbiert wird, steht es selbst den leistungsstärksten und größten erdgebundenen Sonnenteleskopen nicht zur Verfügung. Schon jetzt bietet EUI deshalb den schärfsten Blick auf diese Sonnenregion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im besonders kurzwelligen UV-Licht finden sich in den Aufnahmen von EUI kleine, helle Flecken, kaum mehr als 700 Kilometer im Durchmesser (Abbildung 1: EUI-Mosaik). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten es für möglich, dass es sich um sogenannte Nano-Flares handelt, deutlich kleinere Versionen der gewaltigen Strahlungsausbrüche unseres Sterns, die weit ins All reichen und sich bis zur Erde auswirken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die größeren dieser Mini-Ausbrüche kennen wir bereits aus den Aufnahmen anderer Raumsonden; die vielen, vielen kleineren sehen wir jetzt zum ersten Mal“, erklärt MPS-Wissenschaftler Dr. Udo Schühle aus dem Führungsteam von EUI. Völlig überraschend war, wie häufig dieses Phänomen auftritt. „Die Korona ist offenbar voll von solchen Mini-Ausbrüchen“, so Schühle.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics2hrilya.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Aufnahmen der Sonne wurden mit dem HRILYA-Teleskop von EUI erzeugt." data-rl_caption="" title="Diese Aufnahmen der Sonne wurden mit dem HRILYA-Teleskop von EUI erzeugt." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics2hrilya26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Diese Aufnahmen der Sonne wurden mit dem HRILYA-Teleskop von EUI erzeugt. Sie zeigen die Sonnenatmosphäre unterhalb der heißen Korona in einer Wellenlänge von 121,6 Nanometern. Dieser Abschnitt der unteren Sonnenatmosphäre hat eine Temperatur von etwa zehntausend bis hunderttausend Grad Kelvin. Das Muster entsteht durch konvektive Bewegungen in tieferen Schichten, aber einzelne helle Merkmale innerhalb dieses Musters können den Spuren von magnetischen Strukturen weiter oben in der Korona entsprechen.<br>(Bild: Solar Orbiter/EUI Team (ESA &amp; NASA); CSL, IAS, MPS, PMOD/WRC, ROB, UCL/MSSL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb könnten Nano-Flares eine Erklärung bieten für die rätselhaft hohen Temperaturen in der Korona. Mit einer Million Grad liegen diese 200-fach über denen der darunterliegenden Photosphäre. Um zu verstehen, wodurch die Nano-Flares entstehen und wie sie die Korona mit Energie versorgen, ist ein Blick in tieferliegende Schichten nötig. Spuren der hellen Flecken finden sich auch in EUI-Aufnahmen der unteren Korona (Abbildung 2: Vergleich HRI EUV und HRI Lymann alpha). Diese Region bildet das hochauflösende Teleskop von EUI ab, das am MPS entwickelt und gebaut wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Magnetfelder als treibende Kraft</strong><br>Doch wie entstehen diese Phänomene? Welche Prozesse an der Oberfläche der Sonne sind verantwortlich? Und welche Rolle spielen die Magnetfelder unseres Sterns? Solche Fragen zu beantworten, ist die Stärke von Solar Orbiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs abbildende Instrumente mit insgesamt zehn Teleskopen blicken in verschiedene Schichten der Sonne, von der sichtbaren Oberfläche über Photosphäre und Korona bis zur Übergangsregion von Sonnenatmosphäre zur inneren Heliosphäre. Vier weitere Instrumente, die sogenannten in-situ Instrumente, vermessen den Sonnenwind, der die Raumsonde umströmt. Mehr als jede andere Mission zuvor ist Solar Orbiter in der Lage, all diese Regionen und Phänomene mit einander in Beziehung zu setzen und so einen einzigartig umfassenden Blick auf die Sonne als Ganzes zu ermöglichen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics3phi.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aufnahmen des Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI)." data-rl_caption="" title="Aufnahmen des Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI)." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics3phi26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Aufnahmen des Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI). Die linke Spalte zeigt die Sonne im sichtbaren Licht. Oben: Diese Aufnahme entstand am 18. Juni 2020 und zeigt die ganze Sonnenscheibe. Da die Sonne derzeit nur sehr wenig aktiv ist, sind keine Sonnenflecken zu sehen. Unten ist eine Nahaufnahme des hochauflösenden PHI-Teleskops vom 28. Mai 2020 zu sehen. Das Gebiet hat eine Größe von etwa 200 000 km x 200 000 km und befindet sich in der Mitte der Sonne. Die Aufnahme zeigt das Granulationsmuster der Sonne, das durch die Bewegung von heißem Plasma unter der sichtbaren Sonnenoberfläche entsteht. Die mittlere Spalte zeigt die Magnetfelder der Sonne. Im unteren Bild ist rechts unten eine aktive Region zu sehen.Die rechte Spalte zeigt die Geschwindigkeit, mit der sich das Sonnenplasma auf den Beobachter zu oder wegbewegt. Der Wechsel von Blau zu Rot innerhalb der Bilder ist durch die Rotation der Sonnen erklärbar.<br>(Bild: Solar Orbiter/PHI Team/ESA &amp; NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Sonnenoberfläche blickt der am MPS entwickelte und gebaute Polarimetric und Helioseismic Imager (PHI) (Abbildung 3: Mosaik aus HRT-Bildern). „Die magnetischen Strukturen an der Oberfläche der Sonne, die PHI sichtbar macht, sind die treibende Kraft hinter allen Prozessen, die Solar Orbiter in den äußeren Sonnenschichten beobachtet“, so MPS-Direktor Prof. Dr. Sami K. Solanki, wissenschaftlicher Leiter von PHI.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Stärke und Richtung der Magnetfelder an der Sonnenoberfläche können die Forscherinnen und Forscher berechnen, wie sich die Magnetfelder in die weiter außenliegenden Schichten fortsetzen. Erste Rechnungen dieser Art liegen bereits vor (Abbildung 4: Extrapolation der Magnetfeldlinien) und können helfen, die beobachteten Vorgänge in Photosphäre und Korona zu erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den Aufnahmen von PHI findet sich zudem eine aktive Region auf der Oberfläche der Sonne (Abbildung 5: FTD-Aufnahme mit aktiver Region). Solche eng benachbarten Regionen entgegengesetzter magnetischer Polarisation sind oftmals Ausgangspunkte für Sonnenflecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die meisten Sonnenspäher im All, die aus der Nähe der Erde auf die Sonne blicken, hatte Solar Orbiter zu diesem Zeitpunkt bereits eine völlig neuartige Perspektive. Etwa 70 Grad trennten die Sonde von der Sichtlinie zwischen Sonne und Erde. „Von der Erde aus betrachtet war diese aktive Region nicht sichtbar“, so Solanki.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics4phi.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aufnahmen von PHI:" data-rl_caption="" title="Aufnahmen von PHI:" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics4phi26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Aufnahmen von PHI: Das Bild oben links wurde am 18. Juni 2020 mit dem Full-Disc Telescope von PHI aufgenommen. Es zeigt die Sonne, wie sie mit bloßem Auge erscheinen würde. Derzeit ist unser nächster Stern magnetisch ruhig; keine Sonnenflecken sind zu sehen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Magnetfelder gibt, die die Sonnenoberfläche und die Atmosphäre durchziehen. Das Bild unten links wurde am 28. Mai 2020 mit dem hochauflösenden PHI-Teleskop aufgenommen. Es handelt sich um ein Magnetogramm, das eine Fläche von etwa 200 000 km x 200 000 km auf der Sonnenoberfläche zeigt. Die kleinen Strukturen sind magnetische Regionen entgegengesetzter Polarität, von denen einige eine Größe von einigen 1000 km haben. Das Bild unten rechts zeigt eine Extrapolation der von den magnetischen Strukturen ausgehenden Magnetfeldlinien in die obere Sonnenatmosphäre. Das Bild oben rechts zeigt das sichtbare Erscheinungsbild dieses Bereichs auf der Sonnenoberfläche.<br>(Bild: Solar Orbiter/PHI Team/ESA &amp; NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bewährungsprobe bestanden</strong><br>Trotz dieser ersten Erkenntnisse und Erfolge sind die aktuellen Aufnahmen noch nicht Teil der wissenschaftlichen Messkampagne von Solar Orbiter. Für die abbildenden Instrumente beginnt diese erst 2022 in deutlich geringerer Entfernung von der Sonne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In den vergangenen Wochen ging es vor allem darum zu testen, wie sich unsere Instrumente unter realen Weltraumbedingungen verhalten“, erklärt Dr. Johann Hirzberger, Operations Scientist PHI. Neben PHI und EUI haben sich dabei auch die beiden anderen Instrumente mit MPS-Beteiligung bewährt. Der Spectral Imager of the Coronal Environment (SPICE) und der Koronagraph Metis blicken ebenfalls in die heiße, äußere Hülle der Sonne und liefern weitere Puzzlestücke zum Gesamtbild der Sonne.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/SPICEInfografik.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="SPICE - Infografik." data-rl_caption="" title="SPICE - Infografik." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/SPICEInfografik26.jpg" alt=""/></a><figcaption>SPICE &#8211; Infografik.<br>(Bild: Solar Orbiter/SPICE Team; SWA Team; EUI Team/ ESA &amp; NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">„SPICE rastert die Korona Stück für Stück ab und zerlegt das eingefangene UV-Licht in seine einzelnen Wellenlängen“, erklärt MPS-Wissenschaftler Prof. Dr. Hardi Peter aus dem Leitungsteam von SPICE. Daraus lässt sich auf die Häufigkeit bestimmter Elemente in der Korona schließen. Auch bei diesen Untersuchungen zeigt sich die Stärke von Solar Orbiter. Das in-situ Instrument Solar Wind Analyzer (SWA) analysiert die Häufigkeit derselben Elemente im Sonnenwind. „So können wir verstehen, was mit den Teilchen auf ihrem Weg von der Korona ins All geschieht“, so Peter. (Abbildung 6: Infografik zu SPICE und EPD)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Koronagraph Metis macht die Übergangsregion zwischen Korona und innerer Heliosphäre sichtbar. Anders als bei anderen Koronographen im Weltall erzeugt das Instrument die entsprechenden Ansichten innerhalb weniger Minuten und kann so auch dynamische Prozesse sichtbar machen. „Auch die räumliche Auflösung übertrifft schon jetzt die anderer Koronographen im Weltall“, so MPS-Wissenschaftler Dr. Luca Teriaca aus dem Metis-Leitungsteam. (Abbildung 7: Metis-Bilder)</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics5metis.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="Aufnahmen des Koronographen Metis" data-rl_caption="" title="Aufnahmen des Koronographen Metis" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/solopics5metis26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Aufnahmen des Koronographen Metis vom 15. Mai 2020 (linke Spalte) und vom 21. Juni 2020 (rechte Spalte). Die grün gefärbten Bilder zeigen die Korona im sichtbaren Licht; die pink gefärbten Bilder zeigen die Korona in ultraviolettem Licht. Dies ist das erste Mal, dass mit einem Koronographen gleichzeitige Aufnahmen der Korona in verschiedenen Wellenlängen gelungen sind.<br>(Bild: Solar Orbiter/Metis Team (ESA &amp; NASA))</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Allen Instrumenten zeigt sich die Sonne derzeit von ihrer ruhigen Seite. Erst in den nächsten Jahren, wenn sie ihr aktuelles Aktivitätsminimum verlassen hat, dürfte es auf der Sonne wieder dynamischer zugehen. Die abbildenden Instrumente von Solar Orbiter beginnen dann ihre Messkampange – und haben dann einen einzigartigen Blick auf das Sonnenfeuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Solar Orbiter:</strong><br>Solar Orbiter startete am 10. Februar diesen Jahres von Cape Canaveral ins All. Die ESA-Mission, zu der auch die NASA beiträgt, ist mit insgesamt zehn wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüstet. Während vier davon den Sonnenwind untersuchen, blicken sechs mit abbildenden Instrumenten auf die Sonne selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe der Mission wird sich die Raumsonde der Sonne auf 42 Millionen Kilometer annähern, ein Abstand, der nur von der Parker Solar Probe der NASA unterboten wird, die jedoch nicht auf die Sonne schaut. Zudem wird Solar Orbiter die Bahnebene, in der die Erde und die anderen Planeten um die Sonne kreisen, verlassen und so erstmals auf die Pole der Sonne schauen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das MPS hat zu vier der Instrumente beigetragen. Unter Leitung des MPS entstand der Polarimetric und Helioseismic Imager (PHI). Zudem hat das Institut maßgeblich beigetragen zum Extreme-Ultraviolet Imager (EUI), zum Spectral Imager of the Coronal Environment (SPICE) und zum Koronagraphen Metis.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg484336#msg484336" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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