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	<title>Sonnenforschung &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Sonnenforschung &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Parker Solar Probe entdeckt Überraschungen bei Explosion in Sonnennähe</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/parker-solar-probe-entdeckt-ueberraschungen-bei-explosion-in-sonnennaehe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2026 19:03:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bevor ein Sonnensturm durch den Weltraum rast und sich auf die Technik auf der Erde auswirkt, beginnt er mit einem explosiven Vorgang auf der Sonne, der als magnetische Rekonnexion bekannt ist. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA. Quelle: NASA / Goddard Space Flight Center / Mara Johnson-Groh, 15. April 2026 Nun haben [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Bevor ein Sonnensturm durch den Weltraum rast und sich auf die Technik auf der Erde auswirkt, beginnt er mit einem explosiven Vorgang auf der Sonne, der als magnetische Rekonnexion bekannt ist. Eine Pressemitteilung der National Aeronautics and Space Administration NASA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://science.nasa.gov/blogs/science-news/2026/04/15/science-nasa-gov-parker-solar-probe-finds-explosive-surprises-on-sun/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA / Goddard Space Flight Center / Mara Johnson-Groh</a>, 15. April 2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun haben Beobachtungen der Parker Solar Probe der NASA neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie solche magnetischen Ereignisse Teilchen auf gefährliche Geschwindigkeiten beschleunigen. Bei einem Vorbeiflug an der Sonne im Jahr 2022 flog die Parker Solar Probe zwischen der Sonne und dem Ort eines magnetischen Rekonnektionsereignisses im Sonnenwind vorbei – jenem kontinuierlichen Strom aus Teilchen und Magnetfeldern, den die Sonne aussendet. Da die sturmauslösenden Rekonnektionsereignisse in der schwer zugänglichen Sonnenatmosphäre stattfinden, bieten Ereignisse im Sonnenwind die Möglichkeit, direkte Messungen an Teilchen vorzunehmen, die durch magnetische Rekonnektion beschleunigt werden. Und genau das hat die Parker Solar Probe getan.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/sun-sequence-slow.00300-print.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die magnetische Rekonnexion ist einer der wichtigsten Prozesse im Weltraum. Eine Rekonnexion findet statt, wenn sich kreuzende Magnetfeldlinien plötzlich lösen und dabei Partikel in ihrer Umgebung mit hoher Geschwindigkeit explosionsartig wegschleudern. Diese Animation veranschaulicht diese magnetische Explosion auf der Sonne, die Sonnenstürme auslösen und Partikel durch das Sonnensystem jagen kann. Bildnachweis: NASA’s Conceptual Image Laboratory" data-rl_caption="" title="Die magnetische Rekonnexion ist einer der wichtigsten Prozesse im Weltraum. Eine Rekonnexion findet statt, wenn sich kreuzende Magnetfeldlinien plötzlich lösen und dabei Partikel in ihrer Umgebung mit hoher Geschwindigkeit explosionsartig wegschleudern. Diese Animation veranschaulicht diese magnetische Explosion auf der Sonne, die Sonnenstürme auslösen und Partikel durch das Sonnensystem jagen kann. Bildnachweis: NASA’s Conceptual Image Laboratory" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="700" height="394" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/sun-sequence-slow.00300-print-700x394-1.jpg" alt="" class="wp-image-152165" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/sun-sequence-slow.00300-print-700x394-1.jpg 700w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2026/04/sun-sequence-slow.00300-print-700x394-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die magnetische Rekonnexion ist einer der wichtigsten Prozesse im Weltraum. Eine Rekonnexion findet statt, wenn sich kreuzende Magnetfeldlinien plötzlich lösen und dabei Partikel in ihrer Umgebung mit hoher Geschwindigkeit explosionsartig wegschleudern. Diese Animation veranschaulicht diese magnetische Explosion auf der Sonne, die Sonnenstürme auslösen und Partikel durch das Sonnensystem jagen kann.<br><mark>Bildnachweis: NASA’s Conceptual Image Laboratory</mark></em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parker Solar Probe beobachtete einen auf die Sonne gerichteten Teilchenstrahl aus Protonen und schweren Ionen – Elementen mit zusätzlichen Elektronen. Überraschenderweise ergab die Auswertung der Daten jedoch, dass Protonen und Ionen auf unterschiedliche Weise beschleunigt wurden. Theorien zur magnetischen Rekonnexion gehen davon aus, dass diese beiden Partikeltypen auf die gleiche Weise beschleunigt werden, doch die neuen Beobachtungen zeigten, dass die Protonen einen gestreuten Strahl bildeten, ähnlich dem einer Taschenlampe, während die schwereren Ionen wie ein Laserstrahl in einer geraden Linie ausgerichtet waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse, die am 31. März im <a href="https://doi.org/10.3847/1538-4357/ae48f2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Astrophysical Journal</a> veröffentlicht wurden, werden Wissenschaftlern helfen, theoretische Modelle der magnetischen Rekonnexion zu verfeinern, um besser zu verstehen, wie Sonnenstürme entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4043.msg586479#msg586479" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Parker Solar Probe auf Delta IV Heavy</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Sonnenbeobachtungssonde SOHO feiert ihr 30-jähriges Bestehen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-sonnenbeobachtungssonde-soho-feiert-ihr-30-jaehriges-bestehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 18:57:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. Dezember 1995 startete das Solar and Heliospheric Observatory (SOHO) der ESA/NASA ins All – für eine ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Mission. Von seinem 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Außenposten in Richtung Sonne aus hat SOHO einen ununterbrochenen Blick auf unseren Stern. Es hat fast drei 11 Jahre lange Sonnenzyklen lang [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-sonnenbeobachtungssonde-soho-feiert-ihr-30-jaehriges-bestehen/" data-wpel-link="internal">Die Sonnenbeobachtungssonde SOHO feiert ihr 30-jähriges Bestehen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="am-2-dezember-1995-startete-das-solar-and-heliospheric-observatory-soho-der-esanasa-ins-all-fur-eine-ursprunglich-auf-zwei-jahre-angelegte-mission-von-seinem-15-millionen-kilometer-von-der-erde-entfernten-aussenposten-in-richtung-sonne-aus-hat-soho-einen-ununterbrochenen-blick-auf-unseren-stern-es-hat-fast-drei-11-jahre-lange-sonnenzyklen-lang-nahezu-kontinuierlich-die-aktivitaten-unserer-sonne-aufgezeichnet-eine-pressemitteilung-der-europaischen-weltraumagentur-esa--aa36f384-6745-43b0-9a4d-221b8c21f730">Am 2. Dezember 1995 startete das Solar and Heliospheric Observatory (<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/SOHO" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">SOHO</a>) der ESA/NASA ins All – für eine ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Mission. Von seinem 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Außenposten in Richtung Sonne aus hat SOHO einen ununterbrochenen Blick auf unseren Stern. Es hat fast drei 11 Jahre lange <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/The_solar_cycle_a_heartbeat_of_stellar_energy" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sonnenzyklen</a> lang nahezu kontinuierlich die Aktivitäten unserer Sonne aufgezeichnet.<br>Eine Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur ESA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/SOHO/Sun-watcher_SOHO_celebrates_thirty_years" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA / Science &amp; Exploration / Space Science / SOHO</a>, 2. Dezember 2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dass diese Mission alle Erwartungen übertroffen hat, ist ein Beweis für den Einfallsreichtum unserer Ingenieure, Betreiber und Wissenschaftler sowie für die internationale Zusammenarbeit“, sagt Prof. Carole Mundell, Wissenschaftsdirektorin der ESA. „SOHO hat spannende Herausforderungen gemeistert und ist zu einer der am längsten laufenden Weltraummissionen aller Zeiten geworden.“<br>„Die SOHO-Mission ist ein großartiges Beispiel für die unglaubliche Partnerschaft zwischen der NASA und der ESA“, fügt Nicky Fox, stellvertretender Administrator der Wissenschaftsdirektion im NASA-Hauptquartier in Washington, hinzu. „Herzlichen Glückwunsch an die Teams der NASA und der ESA zu dreißig Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit.“</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/1-SOHO-in-Zahlen.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="30 Jahre von SOHO in Zahlen Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="30 Jahre von SOHO in Zahlen Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="288" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/1-SOHO-in-Zahlen-400x288-1.jpg" alt="" class="wp-image-149432" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/1-SOHO-in-Zahlen-400x288-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/1-SOHO-in-Zahlen-400x288-1-300x216.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">30 Jahre von SOHO in Zahlen<br>Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mission verlief nicht ohne Drama. Zweieinhalb Jahre nach dem Start kam es zu einem <a href="https://www.esa.int/esapub/bulletin/bullet97/vandenbu.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">kritischen Fehler</a>, wodurch das Raumschiff außer Kontrolle geriet und den Kontakt zur Erde verlor. Ein internationales Rettungsteam arbeitete drei Monate lang unermüdlich daran, es zu lokalisieren und zu bergen.<br>Im November und Dezember 1998 fielen dann die Stabilisierungsgyroskope des Raumfahrzeugs aus, und ein neuer Wettlauf um die Rettung der Mission begann. Im <a href="https://soho.nascom.nasa.gov/about/Recovery/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Februar 1999</a> ermöglichte eine neue Software dem Raumfahrzeug, ohne Gyroskope zu fliegen, und seitdem revolutioniert es die Sonnenforschung.<br>„SOHO hat neue Bereiche in der Sonnenforschung erschlossen. Es hat die Erforschung des <a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Space_weather/Space_weather_and_its_hazards" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Weltraumwetters</a> revolutioniert, indem es die Sonne in Echtzeit überwacht, um potenziell gefährliche Sonnenstürme auf dem Weg zur Erde vorherzusagen, und sein Vermächtnis leitet auch künftige Missionen“, sagt Daniel Müller, ESA-Projektwissenschaftler für <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/SOHO" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">SOHO</a> und <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Solar Orbiter</a>.<br>„SOHO liefert nach wie vor täglich hochwertige Daten, und mit Hunderten von Veröffentlichungen pro Jahr ist seine wissenschaftliche Produktivität weiterhin sehr hoch.“<br>Daniels neue Veröffentlichung „<a href="https://www.nature.com/articles/s41550-025-02687-4" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">SOHO’s 30-year legacy of observing the Sun</a>“ (Das 30-jährige Vermächtnis von SOHO in der Sonnenbeobachtung) erscheint am Dienstag, dem 2. Dezember 2025, in Nature Astronomy.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><mark>Hier sind fünf Höhepunkte aus den letzten fünf Jahren:</mark></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Ein einzelnes Plasma-Förderband</strong>.</li>
</ol>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/2-SOHO_imaging_the_Sun_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="30 Jahre SOHO-Aufnahmen der Sonne Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: F. Auchère &amp; ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="30 Jahre SOHO-Aufnahmen der Sonne Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: F. Auchère &amp; ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="225" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/2-SOHO_imaging_the_Sun_pillars-400x225-1.jpg" alt="" class="wp-image-149434" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/2-SOHO_imaging_the_Sun_pillars-400x225-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/2-SOHO_imaging_the_Sun_pillars-400x225-1-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">30 Jahre SOHO-Aufnahmen der Sonne<br>Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Acknowledgements: F. Auchère &amp; ATG Europe; Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">SOHO war Vorreiter auf dem Gebiet der „Helioseismologie”. Ähnlich wie bei der Untersuchung, wie seismische Wellen während eines Erdbebens die Erde durchlaufen, untersucht die Helioseismologie das Innere der Sonne, indem sie untersucht, wie Schallwellen durch sie hindurch hallen. Zu Beginn seiner Karriere lieferte SOHO die ersten Bilder von Plasmaströmen (elektrisch geladenes Material) unter der Sonnenoberfläche und bot damit einen einzigartigen Einblick in ihr geschichtetes Inneres.<br>Dank der langen Lebensdauer von SOHO konnten Wissenschaftler mithilfe der Helioseismologie <a href="https://www.mps.mpg.de/6603277/news_publication_15032287_transferred" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ein seit langem bestehendes Rätsel</a> lösen: Plasma fließt entlang einer einzigen Schleife oder Zelle in jeder der Sonnenhalbkugeln – und nicht, wie zuvor angenommen, entlang mehrerer Zellen.<br>Die Daten zeigen, dass Plasma etwa 22 Jahre benötigt, um eine vollständige Umrundung dieses einzigen „Förderbandes“ zu absolvieren, wobei es von der Oberfläche in der Nähe des Äquators zu den Polen fließt und dann wieder tief ins Innere in Richtung Äquator zurückkehrt. Dies entspricht dem Zeitrahmen des <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/The_solar_cycle_a_heartbeat_of_stellar_energy" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Magnetzyklus der Sonne</a> und erklärt, warum Sonnenflecken – Regionen, in denen intensive Magnetfelder die Sonnenoberfläche durchbrechen – im Laufe des Sonnenzyklus immer näher am Äquator auftreten.</p>



<ol start="2" class="wp-block-list">
<li><strong>Scheint die Sonne gleichmäßig?</strong></li>
</ol>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/3-SOHO-hat-einen-Blick-ins-Innere-der-Sonne-geworfen.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="SOHO hat einen Blick ins Innere der Sonne geworfen. Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="SOHO hat einen Blick ins Innere der Sonne geworfen. Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="288" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/3-SOHO-hat-einen-Blick-ins-Innere-der-Sonne-geworfen-400x288-1.jpg" alt="" class="wp-image-149436" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/3-SOHO-hat-einen-Blick-ins-Innere-der-Sonne-geworfen-400x288-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/3-SOHO-hat-einen-Blick-ins-Innere-der-Sonne-geworfen-400x288-1-300x216.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">SOHO hat einen Blick ins Innere der Sonne geworfen.<br>Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Energiemenge, die von der Sonne ausgestrahlt wird, ist eine grundlegende Größe für das Verständnis der Auswirkungen der Sonnenwärme auf die Erdatmosphäre und das Klima. Die Daten von SOHO aus drei Jahrzehnten liefern in Kombination mit älteren Messungen unvergleichliche Messwerte aus fast fünfzig Jahren.<br>Die Gesamtenergieabgabe der Sonne ändert sich nur sehr wenig – im Durchschnitt um nur 0,06 % über den Sonnenzyklus. Im Gegensatz dazu ist die Schwankung der extremen ultravioletten Strahlung erheblich und verdoppelt sich zwischen dem Sonnenminimum und dem Sonnenmaximum. Die extreme ultraviolette Strahlung der Sonne hat einen erheblichen Einfluss auf die Temperatur und die Chemie in der oberen Erdatmosphäre, ist jedoch <a href="https://science.nasa.gov/climate-change/faq/is-the-sun-causing-global-warming/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">kein direkter Treiber</a> für die in der Nähe der Erdoberfläche beobachteten globalen Erwärmungstrends.</p>
</div>
</div>



<ol start="4" class="wp-block-list">
<li></li>
</ol>



<ol start="3" class="wp-block-list">
<li><strong>Überwachung von Sonnenstürmen gesetzlich vorgeschrieben</strong>.</li>
</ol>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="600" height="440" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/4-Coronal_mass_ejection_on_28_October_2021_pillars.gif" alt="" class="wp-image-149438" style="aspect-ratio:1.363636409772595;width:420px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Koronale Massenauswürfe am 28. Oktober 2021<br>Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">SOHO hat eine so wichtige Rolle bei der Entwicklung von Echtzeit-Weltraumwetterüberwachungssystemen gespielt, dass es im Oktober 2020 in das US-amerikanische Recht aufgenommen wurde.<br>Das Gesetz „Promoting Research and Observations of Space Weather to Improve the Forecasting of Tomorrow” (<a href="https://www.congress.gov/bill/116th-congress/senate-bill/881/text" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">PROSWIFT</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">SOHOs Instrument „Large Angle and Spectrometric Coronagraph” (LASCO).<br>LASCO ist ein Koronagraph, ein Teleskop mit einer Scheibe, die den Blickpunkt verdeckt. Durch das Ausblenden des direkten Lichts der Sonne kann das Instrument das Licht der umgebenden Atmosphäre, der sogenannten Korona, sehen. So können wir koronale Massenauswürfe – große Eruptionen von Sonnenmaterial und Magnetfeldern – beobachten, wenn sie von der Sonne ausgehen, und bis zu drei Tage im Voraus vor potenziell störendem Weltraumwetter warnen, das auf die Erde trifft.</p>
</div>
</div>



<ol start="4" class="wp-block-list">
<li><strong>5000 Kometen – Tendenz steigend!</strong></li>
</ol>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-SOHO_reaches_5000_comets_pillars.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="SOHO´s fünftausendster Komet Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-rl_caption="" title="SOHO´s fünftausendster Komet Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="400" height="288" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-SOHO_reaches_5000_comets_pillars-400x288-1.jpg" alt="" class="wp-image-149440" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-SOHO_reaches_5000_comets_pillars-400x288-1.jpg 400w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-SOHO_reaches_5000_comets_pillars-400x288-1-300x216.jpg 300w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">SOHO´s fünftausendster Komet<br>Credit: SOHO (ESA &amp; NASA); Licence: CC BY-SA 3.0 IGO or ESA Standard Licence</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leistungsfähigkeit des Teleskops als Kometenjäger war nicht geplant, erwies sich jedoch als unerwarteter Erfolg. Dank des Abschirmungseffekts des Koronagraphen von SOHO werden auch „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Sungrazer_comets" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sungrazer</a>“-Kometen sichtbar, die sich der Sonne auf sehr kurze Distanz nähern.<br>Nicht alle von SOHO beobachteten Kometen sind Sonnenstreifer. So hat es beispielsweise auch den Kometen Tsuchinshan–ATLAS, auch bekannt als der Große Komet von 2024, <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Videos/2024/10/Comet_C_2023_A3_brightens_SOHO_s_week" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">wunderschön eingefangen</a>, einen <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Comet_Interceptor/What_types_of_comets_are_there" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">nicht-periodischen Kometen</a> aus den Außenbereichen des Sonnensystems.<br>SOHO entdeckte im März 2024 seinen <a href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2024/03/SOHO_reaches_5000_comets" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">5000. Kometen</a> und ist damit der produktivste Kometenentdecker der Geschichte. Die meisten davon wurden von Bürgerwissenschaftlern weltweit im Rahmen des <a href="https://sungrazer.nrl.navy.mil/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sungrazer-Projekt</a>s gefunden. Die Beobachtungen lieferten wertvolle Daten über die Bewegung, Zusammensetzung und Staubproduktion von Kometen.<br></p>
</div>
</div>



<ol start="5" class="wp-block-list">
<li><strong>Wegbereiter für zukünftige Entdeckungen</strong></li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erfolg von SOHO hat die nächste Generation von Sonnenobservatorien geprägt, sowohl in Bezug auf ihre Technologie und wissenschaftlichen Ziele als auch als Vorbild für offene Datenpolitik und internationale Zusammenarbeit.<br>Beispielsweise bildet die von der ESA geleitete Mission <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Solar Orbiter</a> die Sonnenpole aus höheren Breitengraden ab und fliegt viel näher an die Sonne heran, wobei viele ihrer Instrumente Nachfolger von SOHO sind. In ähnlicher Weise verfügt das <a href="https://sdo.gsfc.nasa.gov/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Solar Dynamics Observatory</a> der NASA über verbesserte Versionen der SOHO-Instrumente, um das Erbe von SOHO in den Bereichen Vollbildaufnahmen und Helioseismologie fortzuführen. Darüber hinaus leistet SOHO häufig Beiträge zu „<a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter/The_dawn_of_multipoint_solar_science" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mehrpunktmessungen</a>” und liefert damit wichtige Kontextinformationen für Solar Orbiter und die <a href="https://science.nasa.gov/mission/parker-solar-probe/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Parker Solar Probe</a> der NASA, die auf ihren eigenen einzigartigen Umlaufbahnen um die Sonne fliegen.<br>Vor kurzem startete die ESA-Sonde <a href="https://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Engineering_Technology/Proba-3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Proba-3</a> ins All, um neue Einblicke in die schwache Korona der Sonne zu gewinnen, während die bevorstehende <a href="https://www.esa.int/Space_Safety/Vigil" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Vigil</a>-Mission der Agentur als erste die Sonne von der „Seite“ aus beobachten und Sonnenstürme erkennen wird, bevor sie in das Sichtfeld von SOHO gelangen.<br>„SOHO ist ein rundum glänzender Erfolg, dank des Engagements der Teams, die diese unglaubliche Maschine am Laufen halten“, sagt Daniel. „Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind nach wie vor wertvoll und relevant und dienen Generationen von Wissenschaftlern. Ich bin mir sicher, dass ihr Vermächtnis die Sonnenforschung noch über Jahrzehnte hinweg prägen wird.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>‘<a href="https://www.nature.com/articles/s41550-025-02687-4" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">SOHO’s 30-year legacy of observing the Sun</a>’</strong> von Müller et al. wird heute in Nature Astronomy veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3006.msg581616#msg581616" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) auf Atlas-IIAS AC-121 vom LC36B CC</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sonnen-Sonde Solar Orbiter fliegt Atlas V</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sonnen-sonde-solar-orbiter-fliegt-atlas-v-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2014 18:21:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Solar Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Atlas V]]></category>
		<category><![CDATA[CCAFS]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[SLC 41]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[ULA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) teilte am 18. März 2014 mit, dass sie den Startanbieter United Launch Services LLC aus Centennial im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado mit dem Start der Sonnensonde Solar Orbiter auf einer Atlas-V-Rakete in der Version 411 beauftragt hat. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: CNES, ESA, NASA. Derzeit ist der Start [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) teilte am 18. März 2014 mit, dass sie den Startanbieter United Launch Services LLC aus Centennial im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado mit dem Start der Sonnensonde Solar Orbiter auf einer Atlas-V-Rakete in der Version 411 beauftragt hat.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: CNES, ESA, NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032014192113_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032014192113_small_1.jpg" alt="ESA / AEOS" width="260"/></a><figcaption>
Solar Orbiter nahe der Sonne &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: ESA / AEOS)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist der Start der Sonde, die als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) und der NASA realisiert wird, für Juli 2017 geplant. Abheben soll die Rakete mit ihrer Nutzlast unter einer Verkleidung mit 4 Metern Durchmesser an der Spitze von der Startanlage Nr. 41 (SLC41) der Luftwaffenbasis CCAFS im US-amerikanischen Bundesstaat Florida.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inklusive der Vorbereitung der Sonde auf den Start, der Integration der Sonde auf der Trägerrakte, der Bahnverfolgung, dem Empfang von Telemetrie, und anderen unterstützenden Arbeiten kostet der Start die NASA rund 172,7 Millionen Dollar.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032014192113_small_2.jpg" alt="CNES" width="260"/><figcaption>
Bahn zu Annäherung an die Sonne &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: CNES)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Solar Orbiter alias SolO ist dazu gedacht, die Sonne und ihrer äußeren Atmosphärenschichten zu untersuchen. Dazu sollen Beobachtungen von Strukturen in der Sonnenkorona mit optischen Systemen hoher Ortsauflösung erfolgen, die von parallel zu erledigenden Messungen von  Weltraumwetter-Daten in der unmittelbaren Umgebung des Orbiters auf seiner Umlaufbahn begleitet werden. So hofft man, Abhängigkeiten und Verbindungen zwischen dem Zustand der Sonne und der vom Sonnenwind durchströmten Heliospähre bestimmen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespannt ist man ausserdem auf Bilder und Messdaten von den Polregionen der Sonne. Der Solar Orbiter wird konstruktiv so ausgelegt, dass er einen ausreichend langen Zeitraum die Sonne teilweise innerhalb der Merkur-Bahn umkreisen kann, und dort die insgesamt 10 wissenschaftlichen Instrumente mit einer Gesamtmasse von rund 180 Kilogramm an Bord gewinnbringend eingesetzt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dorthin gelangt die Sonnensonde nach beschleunigenden Vorbeiflügen an Erde und Venus. Mit dem Erreichen eines ersten Arbeitsorbits rechnet man für 2020. Weitere Vorbeiflüge an der Venus könnten die Bahn der Sonde später so verändern, dass ihr auch Beobachtungen von Sonnenregionen im Bereich hoher Breitengrade möglich werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man hofft, dass die Sonde mindestens 7 Jahre durchhält und legt das Raumfahrzeug mit einer Masse von rund 1.320 Kilogramm entsprechend aus. Eine Missionsverlängerung von rund zweieinhalb Jahren ist angedacht.            Gebaut wird der Solar Orbiter von Airbus Defence and Space in einem Werk in Stevenage nördlich von London in Großbritannien. Die ESA hatte den Bau der Sonde 2012 (seinerzeit noch bei Astrium UK) beauftragt und dafür 300 Millionen Euro eingesetzt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032014192113_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032014192113_small_3.jpg" alt="CNES" width="260"/></a><figcaption>
Solar Orbiter Missionsübersicht 
<br>
(Bild: CNES)
</figcaption></figure></div>
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		<item>
		<title>Sonnenobservatorium ADITYA (L)1 nicht vor 2017 im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sonnenobservatorium-aditya-l1-nicht-vor-2017-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2014 20:05:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Aditya L1]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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		<category><![CDATA[SoLEXS]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenobservatorium]]></category>
		<category><![CDATA[SUIT]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach zahlreichen Verzögerungen und Entwurfsänderungen wird das indische Sonnenobservatorium ADITYA 1 frühestens im Jahre 2017 ins All gebracht. Dass ein Start zwischen 2017 und 2020 stattfinden könne, teilte der Leiter der Indischen Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan am 28. Februar 2014 mit. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: DNA, IIA, ISAC, ISRO, Mint, Times of India. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-0e5c9d05">Nach zahlreichen Verzögerungen und Entwurfsänderungen wird das indische Sonnenobservatorium ADITYA 1 frühestens im Jahre 2017 ins All gebracht. Dass ein Start zwischen 2017 und 2020 stattfinden könne, teilte der Leiter der Indischen Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan am 28. Februar 2014 mit.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: DNA, IIA, ISAC, ISRO, Mint, Times of India.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large is-resized advgb-dyn-8fe2f7cf"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02032014210503_small_1.jpg" alt="ISRO" style="width:260px" width="260"/><figcaption class="wp-element-caption">
Entwürfe für ADITYA 1 &#8211; Illustrationen 
<br>
(Bilder: ISRO)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">2008 hatte der damalige ISRO-Leiter G. Madhavan Nair einen Start im Jahre 2012 ins Visier genommen. Am 10. November 2008 war der Beschluss gefasst worden, das Projekt eines mit einem neuartigen Koronagraph auszustattenden Sonnenobservatoriums umzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juli 2010 hatte ein Beraterkomitee aus Mitarbeitern der ISRO, des Indischen Astrophysikalischen Instituts (IIA), des Sonnenobservatoriums Udaipur, des Zentrums für Radioastronomie und des nationalen Zentrums für Radio-Astrophysik einen Entwurf für den Koronagraphen abgenommen. Im gleichen Jahr hatte nach ungenannten offiziellen Quellen dann auch eine angemessene Finanzierung des Projekts begonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2012 schließlich ging man davon aus, 2015 oder 2016 für einen Start bereit zu sein. Eine Priorisierung des Marsorbiters MOM alias Mangalyaan trug dann neben Problemen bei Entwurf, Entwicklung und Bau der wissenschaftlichen Ausrüstung zu einer weiteren Verzögerung bei. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ursprüngliche Missionsentwurf sah nur ein zentrales Instrument vor. Zwischenzeitlich ist das Aufgabenfeld von ADITYA 1 deutlich erweitert worden, die Satellitenmasse merklich angestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von den Messungen von ADITYA 1 erhofften Daten sollen bei der Beantwortung der Fragen helfen, welche physikalischen Prozesse für die Aufheizung der Korona sorgen (Temperaturen zwischen ein und zwei Millionen Grad Celsius), den Sonnenwind auf bis zu 1000 km/s beschleunigen und die koronalen Masseauswürfe (coronal mass ejections, CMEs) verursachen. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized advgb-dyn-5ed71843"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02032014210503_small_2.jpg" alt="ISRO" style="width:260px" width="260"/><figcaption class="wp-element-caption">
Entwurf für ADITYA 1, Solarpanel ausgeklappt &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: ISRO)
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um die erforderlichen Messungen durchzuführen, erhält das Sonnenobservatorium einen Koronagraphen namens Enhanced Visible Emission Line Coronagraph (E-VELC). Er hat eine Masse von rund 130 Kilogramm und ist mit drei Detektoren ausgerüstet ist, die simultan eingesetzt werden können und für Wellen mit Längen von 5303 Ångström (Å), 7892 Å und 10747 Å empfindlich sind. 5303 Å entspricht der Emissions-Linie von 13-fach geladenem Fe XIV (Fe 13+-Ion) bei 530,3 Nanometern, 7892 Å der Fe XI-Line bei 789,2 Nanometern und 10747 Å der Fe XIII-Linie bei 1074,7 Nanometern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausrüstung ist geeignet, Daten zu Dichteverhältnissen und magnetischen Strukturen in der Korona wie Magnetfeldbögen und Koronalöchern sowie der dreidimensionalen Struktur von CMEs zu liefern, ist die ISRO überzeugt. Pro Sekunde soll die Konstruktion drei Bilder liefern können</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur erweiterten Instrumentierung gehört neben dem weiterentwickelten Koronagraphen ein UV-Teleskop (Solar Ultraviolet Imaging Telescope, SUIT) zur Beobachtung der vollständigen Sonnenscheibe für die Untersuchung von Sonnenstürmen, ein Detektor für harte bzw. hochenergetische Röntgenstrahlung, der CMEs auf kleinen Ausschnitten der Sonnenscheibe messen soll, ein Partikeldetektor zum Ermitteln von im Sonnenwind enthaltenen Teilchen und ein Spektrometer zum Erfassen weicher Röntgenstrahlung (Solar Low-energy X-ray Spectrometer, SoLEXS).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell spekuliert man auf einen Start 2017 oder 2018. Dann soll eine indische Rakete des Typs PSLV das auf dem Satellienbus Indian Mini Satellite 2 (IMS-2) aufgebaute Sonnenobservatorium vom Raumflugzentrum Satish Dhawan (SDSC) auf Sriharikota aus in den Weltraum transportieren. Nach Aussage von K. Radhakrishnan am 28. Februar 2014 beginnt dabei dann eine Mission in einer Erdumlaufbahn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Arbeitsorbit für ADITYA 1 wurde ursprünglich ein polarer in rund 800 Kilometern über der Erde genannt. Neuere Quellen geben an, dass man das Sonnenobservatorium beim Lagrange Punkt L1 zwischen Sonne und Erde betreiben möchte. Im diesem Zusammenhang wird das Observatorium auch ADITYA L1 genannt.</p>
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		<title>IRIS öffnen!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/iris-oeffnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2013 19:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Infrarot Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[IRIS]]></category>
		<category><![CDATA[Pegasus-XL]]></category>
		<category><![CDATA[Raketenstart]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Interface Region Imaging Spectrograph (IRIS) der US-Raumfahrtbehörde NASA wurde in der vergangenen Nacht erfolgreich ins All befördert. Er soll örtlich begrenzte Beobachtungen der mittleren Schichten der Sonnenatmosphäre ermöglichen, um zum Verständnis ihrer bislang weitgehend unbekannten Dynamik beizutragen. Ein Beitrag von Michael Clormann. Quelle: NASA, Raumcon. Vertont von Peter Rittinger. IRIS wurde von der NASA [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Interface Region Imaging Spectrograph (IRIS) der US-Raumfahrtbehörde NASA wurde in der vergangenen Nacht erfolgreich ins All befördert. Er soll örtlich begrenzte Beobachtungen der mittleren Schichten der Sonnenatmosphäre ermöglichen, um zum Verständnis ihrer bislang weitgehend unbekannten Dynamik beizutragen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Michael Clormann. Quelle: NASA, Raumcon. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2013-07-01-77653.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28062013210953_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28062013210953_small_1.jpg" alt="VAFB, Chris Wiant" width="260"/></a><figcaption>
Pegasus XL mit IRIS an Bord noch am Rumpf der Lockheed L-1011 &#8222;Stargazer&#8220;. 
<br>
(Bild: VAFB, Chris Wiant)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">IRIS wurde von der NASA in Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen Lockheed Martin realisiert und mit Hilfe eines Pegasus-XL-Launchers der Orbital Sciences Corporation gestartet. In den frühen Morgenstunden europäischer Zeit wurde die Rakete von ihrem Trägerflugzeug knapp zwölf Kilometer über dem kalifornischen Pazifik abgeworfen und erreichte mit Zündung des eigenen Motors wenig später den vorgesehenen sonnensynchronen Orbit für ihre Nutzlast. Abgehoben hatte die Lockheed L-1011 &#8222;Stargazer&#8220; der Orbital zu dieser Startkampagne von der Vandenberg Air Force Base an der nahegelegenen US-Westküste. Das Teleskop selbst gehört zum Small Explorer Programm (SMEX) der NASA, dessen Ziel die Durchführung preisgünstiger Wissenschaftsmissionen zur Erforschung unseres Sonnensystems und des Tiefenraums ist. Erst im Juni vergangenen Jahres war mit dem Röntgen-Teleskop NuSTAR ein weiterer SMEX-Satellit von einer Pegasus XL in die Umlaufbahn befördert worden.   </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das UV-Spektrometer von IRIS soll nach seiner Inbetriebnahme, in voraussichtlich etwa zwei Monaten, nach der technischen Überprüfung und Kalibrierung seiner Komponenten, als Ergänzung zu den bestehenden Weltraumteleskopen Solar Dynamics Observatory (SDO) und Hinode der USA und Japans fungieren. Von ihnen hebt sich das neue Teleskop vor allem durch den eng fokussierten Beobachtungsausschnitt seines Primärinstruments ab. Während etwa das SDO die solare Aktivität makroskopisch erfasst, wird IRIS Phänomene von nur rund 250 Kilometern Durchmesser in der Atmosphäre unseres Zentralgestirns auflösen können. Auch der Untersuchungsgegenstand unterscheidet sich: während andere Sonnenbeobachtungs-Missionen vor allem deren Oberfläche oder die äußere Korona ins Visier nehmen, ist IRIS auf die dazwischen liegende Chromosphäre, Quelle der solaren UV-Strahlung, und die sogenannte Übergangsregion zur Korona spezialisiert. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28062013210953_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/28062013210953_small_2.jpg" alt="NASA, Lockheed Martin" width="260"/></a><figcaption>
IRIS auf dem Boden: ein vergleichsweise kleines Weltraumteleskop. Gut zu sehen: das zentrale UV-Spektrometer als einziges Instrument an Bord. 
<br>
(Bild: NASA, Lockheed Martin)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen mittleren Schichten der Sonnenatmosphäre, so glauben Forscher, liegt der Schlüssel zum Verständnis der zentralen Vorgänge beim Transfer von Energie und Plasma von der Sternoberfläche nach außen. Die Chromosphäre ist dabei, im Vergleich zur Korona, noch relativ dicht, energiereich und beherbergt aller Wahrscheinlichkeit nach die maßgeblichen thermischen und magnetischen Prozesse für die Entstehung des Sonnenwindes und koronaler Massenauswürfe. Ihre Auswirkungen spüren wir von Zeit zu Zeit noch auf der Erde, etwa in Form von Wettereinflüssen oder der Gefährdung von empfindlichen elektronischen Instrumenten wie Satelliten im Erdorbit. IRIS wird nun in der Lage sein, eng begrenzte Ausschnitte der Chromosphäre in ihrem vollen thermischen Spektrum im Zeitverlauf zu beobachten und daraus entsprechende neue Schlüsse zu erlauben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine konkrete Frage, die in diesem Kontext nach Antworten verlangt, ist jene nach der extrem hohen Temperatur der Korona: während die Sonnenoberfläche nur rund 6.000 Kelvin heiß ist, steigt die Temperatur des Atmosphärenmaterials bis zu den äußeren, dünnen Schichten auf mehrere Millionen Kelvin an. Eine befriedigende Erklärung für dieses schon lange bekannte Phänomen besteht bisher nicht und könnte womöglich aus den Daten von IRIS gewonnen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bahndaten des IRIS: 669,98 km (Apogäum) X 622,96 km (Perigäum) / 97,899° (Bahnneigung) </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11124.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">IRIS auf Pegasus-XL</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10865.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">NuSTAR auf Pegasus XL</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=753.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Unsere Sonne</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Spektakuläre Bilder der Sonne von Hinode</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/spektakulaere-bilder-der-sonne-von-hinode/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2007 23:34:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Magnetfeld]]></category>
		<category><![CDATA[SOHO]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumwetter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bilder von der Raumsonde Hinode zeigen die turbulente Aktivität der Sonne in herausragender Schärfe. Die Daten sollen Wissenschaftlern helfen, mehr über das Magnetfeld der Sonne und dadurch auch über das Raumwetter herausfinden. Ein Beitrag von Maria Steinrück. Quelle: NASA/ESA. Die Raumsonde Hinode, das ist japanisch und bedeutet Sonnenaufgang, startete am 23. September 2006. Die Raumsonde, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Bilder von der Raumsonde Hinode zeigen die turbulente Aktivität der Sonne in herausragender Schärfe. Die Daten sollen Wissenschaftlern helfen, mehr über das Magnetfeld der Sonne und dadurch auch über das Raumwetter herausfinden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Maria Steinrück</a>. Quelle: NASA/ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23032007003410_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23032007003410_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Diese Grafik zeigt den Aufbau der Sonne. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumsonde <i>Hinode</i>, das ist japanisch und bedeutet Sonnenaufgang, startete am 23. September 2006. Die Raumsonde, die von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA in Zusammenarbeit mit der ESA und NASA entwickelt wurde und vor ihrem Start unter dem Namen <i>Solar-B</i> bekannt war, soll das Magnetfeld und dessen Einfluss auf die unterschiedlichen Schichten der Sonne erforschen. Ihre bisherigen Aufnahmen zeigen beeindruckende Details.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptinstrumente der Raumsonde sind das <i>Solar Optical Telescope</i>, das <i>X-ray Telescope</i> und das <i>Extreme Ultraviolet Imaging Spectrometer</i>. Diese drei Instrumente beobachten die unterschiedlichen Schichten der Sonne. Sie konzentrieren sich dabei auf den Bereich von der Photosphäre, der sichtbaren Oberfläche, zur Korona, der äußeren Atmosphäre der Sonne. &#8222;Wir können nun erstmals kleine Körnchen aus heißem Gas ausmachen, die in der erweiterten Atmosphäre der Sonne aufsteigen und fallen&#8220;, sagte Dick Fisher, Direktor der Heliophysik-Abteilung der NASA. &#8222;Diese Bilder eröffnen eine neue Ära der Untersuchung von einigen Abläufen in der Sonne, die die Erde, Astronauten und Satelliten beeinflussen.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23032007003410_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23032007003410_small_2.jpg" alt="Hinode JAXA/NASA" width="260"/></a><figcaption>
Auf diesem Foto wird die Struktur des Magnetfeldes über einem Sonnenfleck sichtbar. 
<br>
(Bild: Hinode JAXA/NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den koordinierten Messungen gewährt <i>Hinode</i> bereits Einblicke in die Entstehung des Raumwetters: Die Raumsonde zeigt, wie sich Veränderungen in der Struktur des Magnetfeldes und die Freisetzung von magnetischer Energie in der unteren Atmosphäre der Sonne in die Korona und weiter hinaus ins All ausbreiten und so das Raumwetter bestimmen. Zusammen mit den Daten der europäischen Sonde <i>Solar and Heliospheric Observatory (SOHO)</i> können die Forscher diese Vorgänge besser verstehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23032007003410_small_3.jpg" alt="Hinode JAXA/NASA" width="260"/><figcaption>
Ein Flare in verschiedenen Wellenlängen. 
<br>
(Bild: Hinode JAXA/NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Raumwetter gehört die Entstehung und Aussendung von energiereichen Teilchen, dem Sonnenwind, und elektromagnetischer Strahlung. Diese oft gewaltigen Energieausbrüche können Satelliten und damit Langstreckenverbindungen sowie das globale Navigationssystem stören. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die <i>Hinode</i>-Bilder bringen einen unwiderlegbaren Beweis für die Gegenwart von turbulenten Prozessen, die Magnetfelder aller Maßstäbe an die Oberfläche bringen, was eine extrem dynamische Chromosphäre oder Gashülle um die Sonne ergibt&#8220;, erklärte Alan Title von Lockheed Martin, Professor an der Stanford University in Kalifornien.  <br>Die Wissenschaftler hoffen, einen eindeutigen Beweis dafür, dass die <a rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rekonnexion" target="_blank" data-wpel-link="external">magnetische Rekonnexion </a>der Grund für diese explosive Aktivität ist, zu finden, indem sie die Entwicklung der Strukturen, die das Magnetfeld vor, während und nach diesen Ereignissen begrenzen, genau beobachten.  <br></p>
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		<item>
		<title>Interview mit dem JAXA-Chef</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/interview-mit-dem-jaxa-chef/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jan 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Booster]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[H2-A]]></category>
		<category><![CDATA[KAGUYA]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationssatellit]]></category>
		<category><![CDATA[Mondorbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Selene]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kürzlich veröffentlichte die japanische Raumfahrtagentur JAXA ein Interview mit ihrem Vorsitzenden Keiji Tachikawa, der einen Blick wirft auf die japanischen Aktivitäten und die Ereignisse im Jahr 2007. Autor: Markus Rösken &#8222;Auch dieses Jahr hege ich große Erwartung an das japanische Weltraumprogramm. Letztes Jahr haben wir sechs Raketen gestartet und werden auch in diesem Jahr zwei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Kürzlich veröffentlichte die japanische Raumfahrtagentur JAXA ein Interview mit ihrem Vorsitzenden Keiji Tachikawa, der einen Blick wirft auf die japanischen Aktivitäten und die Ereignisse im Jahr 2007.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: Markus Rösken</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_01.jpg" alt="" width="266" height="193"/><figcaption>Keiji Tachikawa<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Auch dieses Jahr hege ich große Erwartung an das japanische Weltraumprogramm. Letztes Jahr haben wir sechs Raketen gestartet und werden auch in diesem Jahr zwei weitere starten, die komplett in Japan gebaut wurden. Außerdem wird ein Space Shuttle das japanische Experimentiermodul für die ISS liefern. Es wird eine Menge Events geben, und ich würde mich freuen, wenn Sie Interesse an unserer Arbeit zeigen würden. Wir strengen uns für den Erfolg an.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie verlief das letzte Jahr?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_02.jpg" alt="" width="269" height="152"/><figcaption>Start der H-II A -11 im Dezember 2006<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> &#8222;Letztes Jahr hatten wir sowohl mit M-V als auch mit H-II A Raketen insgesamt sechs erfolgreiche Starts. Das ist Bahn brechend für die Jaxa. Die H-II A haben wir sogar vier Mal davon gestartet. Das hat drei Gründe: In den Monaten Januar bis Februar haben wir innerhalb des von dreißig Tagen zwei Raketen gestartet und bewiesen, dass das innerhalb eines so kurzen Zeitraums möglich ist. Zweitens haben wir im Dezember letzten Jahres zum ersten Mal eine H-II A [204] Rakete mit vier Hilfsboostern ausgerüstet, so dass das Lineup der H-II A Familie nun aus vier Versionen besteht. Drittens hat Japan nun zum ersten Mal zehn Raketen des gleichen Typs gestartet. Unter den elf H-II A Raketen war ein Fehlschlag darunter, was die Erfolgschance auf über 90% erhöht. Zudem haben wir innerhalb von 10 Monaten sechs M-V Raketen Missionen erfolgreich zum Abschluss gebracht. Deshalb glaube ich, dass unsere Zuverlässigkeitsrate durchaus auf einem internationalen Level ist.&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_03.jpg" alt="" width="269" height="152"/><figcaption>Röntgenstrahlteleskop Akari<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit sind wir auch auf dem Feld der Weltraumforschung stark. Zum Beispiel haben wir mit den Röntgenstrahlensatelliten Suzaku, dem Infrarotsatelliten Akari und dem Sonnenforschungssatelliten Hinode und so weiter einen hohen internationalen Stellenwert bekommen. Besonders konzentrieren wir uns auf unser Spezialfeld, der Röntgenstrahlung. Die Auflösung ist im Vergleich mit anderen Satelliten wesentlich besser, so dass wir hoffen dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden großen Antennen des Kommunikationssatelliten Kiku 8, der letztes Jahr mit der H-II A 8 gestarteten war, war ebenfalls ein voller Erfolg. Durch Kiku 8 wird der Empfang von sich bewegenden Handys und Laptops um einiges verbessert. Da der Empfang jetzt überall möglich ist, wird er zum Beispiel für den Katastrophenschutz, in den Bergen, auf hoher See oder überall dort eingesetzt, wo kein Sendemast verfügbar ist. Ich denke, dass das in vielen Bereichen sehr nützlich für uns ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außer, dass wir letztes Jahr unsere Verlässlichkeit erhöht haben freuen wir uns ganz besonders darüber, dass wir in diesem Jahr wieder ein Mitglied der ISS stellen. Vorletztes Jahr sollte erneut Noguchi mitfliegen, doch da es zu diesem Zeitpunkt Probleme mit dem Space Shuttle gab, wurde der Plan eingestellt. Wir hatten Angst, dass sich dadurch der Bau der ISS verzögert, doch dieses Jahr wird der Bau wieder aufgenommen. Ich finde es sehr faszinierend, wie bei internationalen Projekten immer wieder Probleme auftreten, diese aber Schritt für Schritt gelöst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie bemühen sich sehr um eine „friedliche, sichere Gesellschaft“. Welchen Beitrag leistet der Erdbeobachtungssatellit Daichi dazu?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_04.jpg" alt="" width="267" height="160"/><figcaption>Sonnenbeobachtungssatellit Hinode<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Das größte Ziel der Weltraumanwendung (Space Application) ist einen Teil zu einer friedlichen, sicheren Gesellschaft zu leisten. Unser Beitrag dazu ist Daichi. Daichis Ziel ist vor allem zu kartographieren und Naturkatastrophen zu erfassen. Die Jaxa ist im Jahr 2005 ein Mitglied der International Charta Space and Major Diseases geworden und stellt die Bilder, die Daichi macht der ganzen Welt zur Verfügung. Die Aufnahmen stellen einen Beitrag zur Katastrophenbekämpfung dar und sind ein erster Schritt für eine friedliche, sichere Gesellschaft. Zudem haben wir nicht nur Satelliten als Katastrophenschutz, sondern arbeiten auch auf der Erde mit. Wir besprechen mit den zuständigen Behörden die verschiedenen Bedürfnisse, und legen fest wie die nächsten Satelliten zu bauen sind. Auch in der Space Activities Commission (der japanische High Council des Weltraumprogramms) haben stellen wir bereits die nächsten vier Satelliten vor. Dabei ist die Tendenz zu erkennen, die Erdbeobachtung nicht nur auf Katastrophengebiete zu beschränken, sondern vor allem auch die „alltägliche“ Erde zu beobachten. Diese Art von Katastrophenschutz und Katastrophenreduzierung macht allerdings nicht nur die Jaxa allein. Auch andere Länder, Institutionen und Unternehmen werden hier aktiv. Letztes Jahr haben Privatleute das Data and Information Management System Forum (DIMS) gegründet, das an Strategien arbeitet, den Schaden im Katastrophenfall zu reduzieren. Darüber hinaus kann Japan in Asien prompt auf Katastrophen reagieren und Regierungen, den zuständigen Behörden und Institutionen verschiedene Vorschläge machen. Nicht nur den Weltraumbehörden, sondern bis hinauf zur Industrie, den Universitäten und Regierungen werden konkrete Herangehensweisen geliefert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie war die internationale Zusammenarbeit im letzten Jahr?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">DAICHI wurde im Rahmen des SENTINEL ASIA Katastrophenschutzprogramms realisiert, welches Satellitendaten in einem Netzwerk zusammenschließt.<br>Es konzentriert sich vor allem auf Regionen in Asien, die von Naturkatastrophen besonders betroffen sind und stellt Bilder und katastrophenbezogene Daten der Erdbeobachtungssatelliten im Internet zur freien Verfügung. Wir arbeiten vor allem mit APRSAF (Asian-Pacific Regional Space Agency Forum) und dem asiatischem Katastrophenschutzprogrammen zusammen. Letztes Jahr hatten wir zwei Konferenzen abgehalten, an dem 19 Länder teilgenommen haben und bei dem besprochen wurde, wie man Satellitendaten praktisch anwendet. Auch auf dem Gebiet der Weltraumwissenschaft haben wir internationale Projekte gefördert, und dieses Jahr wird das japanische Experimentiermodul zur ISS geliefert und unsere internationale Kooperation trägt endlich Früchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche Punkte wurden im letzten Jahr verbessert?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_05.jpg" alt="" width="267" height="151"/><figcaption>Kommunikationssatellit Kiku 8<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Wir haben sechs Raketen erfolgreich gestartet, so dass wir schließlich vor dem Problem standen, dass wir nicht mehr genügend Satelliten hatten. Das liegt daran, dass eine Satellitenentwicklung viel Zeit beansprucht. Deswegen muss man mit der Entwicklung des nächsten Satelliten bereits beginnen, während der erste noch nicht gestartet ist. Wir versuchen nun die Entwicklungszeit zu senken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweiter Verbesserungspunkt sind die reduzierten Startkosten für Satelliten. Ein Raketenstart kostet etwa 10 Milliarden Yen, die Entwicklung eines Satelliten viele Hundert Millionen Yen. Bei diesen Preisen sind uns natürlich finanzielle Grenzen gesetzt, egal wie viele Satelliten man starten möchte. Es muss also schon einen vernünftigen Grund für einen Start geben. Ich denke, wir sollten auf Grund der Erfahrung, die wir in 50 Jahren Weltraumforschung angesammelt haben, ein gewisses Kostenbewusstsein entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was für Missionen wird es nächstes Jahr geben?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_07.jpg" alt="" width="268" height="150"/><figcaption>Mondorbiter Selene<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Japan hat zwei Raketenstarts geplant. Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der Mondbeobachtung. Wir werden im Sommer den Mondorbiter Selene starten. Seit dem Apollo Programm ist das weltweit die größte und genaueste Mondbeobachtung. Amerika plant wieder ein bemanntes Mondprogramm, China und Indien setzen ebenfalls ihre Mondprogramme fort. Der Mond ist weltweit wieder ein Thema geworden. Der Mensch untersucht den Mond, um künftig vielleicht dort leben zu können. Vielleicht wird das 20 Jahre dauern, doch durch internationale Zusammenarbeit, glaube ich, dass es gelingen wird. Japan ist auch ein Mitglied dieses Vorhabens. Selene ist die erste Stufe unseres Programms.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Auf welches Gebiet möchten Sie sich als Präsident der JAXA dieses Jahr besonders konzentrieren?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Da die Verlässlichkeitsrate unserer Entwicklung noch immer ein Problem darstellt, wollen wir darauf weiterhin unseren Schwerpunkt setzen. Außerdem werden wir der Grundlagen- und Materialforschung ein besonderes Augenmerk schenken. Die Herstellerfirmen von Weltraumgütern sind weltweit sehr begrenzt. Die japanischen Hersteller können uns leider nicht mit allen nötigen Gütern versorgen. Noch immer besteht das Problem, das wir benötigte Waren nicht rechtzeitig bekommen. Ich denke, an diesen Punkt sollten wir noch arbeiten. Außerdem wollen wir die Entwicklung von Robotern fortsetzen, die im Weltraum eine wichtige Rolle spielen. Japan ist in der Robotik führend, weswegen wir nun auch Roboter herstellen wollen, die den Mond oder Planeten untersuchen können. Letztes Jahr haben wir ein Roboterteam gegründet, von dem wir in diesem Jahr den Beginn der Entwicklungsarbeit erwarten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztes Jahr haben wir auch ein Mond- und Planetenforschungsteam zusammengestellt. Dieses Team beschäftigt sich mit der Mondforschung und baut auch an dem Hayabusa-Nachfolger, der Asteroidensonde Hayabusa 2. Dieses Jahr wird die Arbeit daran beginnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Gebiet der Luftfahrt ist unser nächstes Ziel, die Entwicklung eines leisen Überschallflugzeugs. Letztes Jahr haben wir dafür einen grundlegenden Plan vorgestellt, den wir dieses Jahr nun verwirklichen wollen und fangen nun mit Experimenten für die Entwicklung an. Dies geht jedoch ebenfalls nur durch internationale Zusammenarbeit. Japan wird innerhalb der Zusammenarbeit einen großen Beitrag zur Entwicklung des Überschallflugzeugs leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Für Kinder spielt der Weltraum in ihrer Erziehung eine wichtige Rolle, wie sich im letzten Jahr bei verschiedenen Gelegenheiten bewiesen hat. Was haben Sie in diesem Bereich vor?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_08.jpg" alt="" width="268" height="150"/><figcaption>Internetsatellit WINDS<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Letztes Jahr wurde das Zentrum für Weltraumunterricht gegründet. Dort werden Kinder unterrichtet und Lehrer ausgebildet, die Unterricht über Weltraumthemen abhalten. Wir haben zwar eine Menge Unterrichtsmaterial vorbereitet, doch sind dem Grenzen gesetzt, weil man auch nicht alle interessierten Schüler innerhalb eines Jahres unterrichten kann. Deswegen müssen wir mehr Lehrer einstellen, die Interesse am Weltraum haben. Wir werden dazu dieses Jahr die Anzahl der Ausbildungsplätze für die Lehrkräfte erhöhen. Doch damit nicht nur dadurch mehr Weltraumfans entstehen, haben wir uns noch einige andere Sachen überlegt. Zum einen unterstützt die Jaxa die bestehende Jugendgruppe Weltraum und will mehr Leute für die landesweit 4000 Jugendliche umfassende Organisation gewinnen. Zweitens werden wir zwar keine direkten Aktionen starten, doch planen wir eine Art Weltraumfanclub für Menschen, die Interesse an unserer Arbeit haben, die wir dann mit Informationen versorgen können. Wir werden über das Internet die Informationen verbreiten und von Fall zu Fall auf Fragen Antwort geben können. Auf diese Art und Weise hoffen wir Fans zu gewinnen und Mitarbeiter für die Weltraumentwicklung zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einiger Zeit heißt es, dass das Interesse an den Naturwissenschaften zurückgeht, doch ich denke, dass es gut ist, wenn sich mehr Menschen damit beschäftigen. Wir werden den Fanclub dieses Jahr im Sommer starten und hoffen, dass sich viele dafür begeistern werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was für eine Rolle strebt die Jaxa nun in der Welt an?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_09.jpg" alt="" width="267" height="151"/><figcaption>Die ISS<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Die Weltraumfahrt ist natürlich eine internationale Angelegenheit geworden. Angefangen bei der ISS bis hin zur Wissenschaft beruht viel auf internationaler Zusammenarbeit. Den Geist dieser Zusammenarbeit wollen wir erhalten und auch bei Mond- und Planetenmissionen die internationale Kooperation am Leben erhalten. Ich denke, wir sollten Japans starke Seiten einbringen und damit unseren Beitrag zur Welt leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wollen wir wissenschaftliche Anwendungen im großen Stil an die Gesellschaft zurückführen und fangen damit bei den Daten die Dichi für Sentinel Asia letztes Jahr gesammelt hat an. Das sollten wir wirklich nutzen. Natürlich treten immer wieder Naturkatastrophen auf, aber mit den Daten, die die Satelliten uns liefern, können wir angemessene Gegenmaßnahmen treffen und konkret handeln. Dabei spielen allerdings nicht nur japanische Satelliten eine Rolle, sondern wir sprechen auch Indien und Südkorea dabei an, die ihre Satellitendaten ebenfalls zur freien Verfügung stellen und mit diesen Partnern haben wir ein effektives Schutzprogramm auf die Beine gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zukünftig wollen wir aber nicht nur im Katastrophenschutz eine zentrale Rolle spielen, sondern auch beim Bau von Überschallflugzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wie denken Sie über die japanische Weltraumpolitik?</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_10.jpg" alt="" width="269" height="152"/><figcaption>ISS Modul Kibo<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Unter den fünf wichtigsten Ländern, die Weltraumprogramme betreiben, hat unser Land nicht unbedingt die klarste Linie, doch letztes Jahr wurde endlich auf Parlamentsebene ein Weltraumgesetz angesprochen, aus dem sich eine klarere Linie herauslesen lässt. Ich habe gehört, dass es in absehbarer Zeit verabschiedet werden soll und es bald schon eine klare staatliche Zielsetzung geben soll. Die Jaxa wird dann das ausführende Organ dieses Gesetzes werden. Ich hoffe, dass dieser Gesetzesantrag bald realisiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Welche Punkte wollen Sie in diesem Jahr noch umgestalten?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tachikawa:</strong> Wir haben letztes Jahr einige Änderungen in der Jaxa erlebt, die nun noch gefestigt und in die Tat umgesetzt werden müssen. Vor allem müssen sich die Jaxa-Mitarbeiter über die Veränderungen bewusst werden. Ich sage nicht, dass früher alles schlecht war, aber wir sind in ein neues Zeitalter eingetreten und durch die neue finanzielle Lage können wir für eine Weile nicht mehr so rasant wachsen wie bisher, obwohl wir natürlich weiterhin ein allmähliches Wachstum haben werden. Deshalb müssen wir uns klar machen, wie wir das Weltraumprogramm fortsetzen wollen. Außerdem dürfen wir nicht nur entwickeln, sondern müssen die Technik auch verstärkt zur Anwendung bringen und es wird nötig sein, ein Bewusstsein für die wichtigen Dinge zu entwickeln. Das betrifft natürlich vor allem die Kosten. Ich denke, wir dürfen außerdem auch nicht vergessen, dass die Jaxa ein Forschungs- und Entwicklungsorgan ist. Die Forschung und Entwicklung (Research &amp; Development, R&amp;D) ist eine unserer Hauptaufgaben, die wir nach Möglichkeiten ausweiten sollten. Es bringt nichts, wenn wir da nicht weitere Erfolge erzielen. Deswegen müssen wir die Forschung auf jeden Fall weiter fortsetzen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/jaxachef_11.jpg" alt="" width="269" height="152"/><figcaption>Astronauten der JAXA<br>(Bild: JAXA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte vor allem Gewicht auf die Grundlagenforschung legen. Das bringt zwar keine kurzfristigen Erfolge, aber langfristig gesehen sehr viel, wenn irgendwann Ergebnisse dabei herauskommen. Bei zivilen Projekten belaufen sich die Grundlagenforschungskosten auf etwa 5-10 Prozent. Ich möchte ebenfalls etwa 5 % in die Grundlagenforschung stecken. Weil die wirtschaftliche Lage sich momentan verschlechtert, ist auch die Tendenz zu erkennen, dass sich Investitionen für R&amp;D verschlechtern. Als guter Wirtschaftler muss man auch neben den R&amp;D Ausgaben immer die Gesellschaft im Auge haben. Wenn die Jaxa nun genügend Energie in die Entwicklung steckt, werden in der Zukunft bestimmt gute Ergebnisse zu sehen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/die-neue-japanische-raumfahrtagentur-jaxa/" data-wpel-link="internal">Die neue japanische Raumfahrtagentur JAXA</a></li></ul>
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