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	<title>Sowjetunion &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Sowjetunion &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Kino: Der Mann, der nie im All war</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kino-der-mann-der-nie-im-all-war/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Nov 2023 08:55:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Tasillo Römisch]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Lemke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Tasillo hat davon geträumt Kosmonaut zu werden. Er ist es nicht geworden aber er hat über 100.000 Dinge über die Raumfahrt gesammelt. Damit steht er sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Er möchte sein Lebenswerk den kommenden Generationen übergeben … Quelle: Rotzfrech Cinema, mit freundlicher Genehmigung 15. November 2023. … muss aber schon bald erkennen, dass [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">„Tasillo hat davon geträumt Kosmonaut zu werden. Er ist es nicht geworden aber er hat über 100.000 Dinge über die Raumfahrt gesammelt. Damit steht er sogar im Guinnessbuch der Rekorde. Er möchte sein Lebenswerk den kommenden Generationen übergeben …</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Rotzfrech Cinema, mit freundlicher Genehmigung 15. November 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">… muss aber schon bald erkennen, dass im großen „Museum der Menschheit“ nicht für jeden Platz ist. Was ist das also für ein Leben, wenn am Ende alles in der Tonne landet?<br>Vielleicht genau das Richtige!“</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_10_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Man sieht den älteren Protagonisten in einem blauen Astronautenoverall an einem Tisch mit blauer Tischdecke sitzend ein Stück Obst essen. Der Boden ist gefliest, der Raum sieht nach Küche oder Esszimmer aus. Links im Hintergrund steht eine lebensgroße Figur mit einem angedeuteten Raumanzug, daneben eine lebensgroße Puppe mit wäremeregulierender Raumfahrerunterwäsche. Rechts sind in einer Vitrine bis zur Decke Raumfahrt-Devotionalien ausgestellt." data-rl_caption="" title="Man sieht den älteren Protagonisten in einem blauen Astronautenoverall an einem Tisch mit blauer Tischdecke sitzend ein Stück Obst essen. Der Boden ist gefliest, der Raum sieht nach Küche oder Esszimmer aus. Links im Hintergrund steht eine lebensgroße Figur mit einem angedeuteten Raumanzug, daneben eine lebensgroße Puppe mit wäremeregulierender Raumfahrerunterwäsche. Rechts sind in einer Vitrine bis zur Decke Raumfahrt-Devotionalien ausgestellt." data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_10_26.jpg" alt="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" class="wp-image-133634"/></a><figcaption class="wp-element-caption">(Quelle: Rotzfrech Cinema)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann, der nie im All war. Dieser Mann, das ist Tasillo. Er lebt und arbeitet in Mittweida, eine kleine Stadt in Sachsen. <br>Tasillo hat hier, in einem unscheinbaren Haus etwas entstehen lassen, was einmalig ist, für die Stadt, die Region und weit darüber hinaus: die größte private Raumfahrtsammlung der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann, der nie im All war, er lebt für seine Welt, die Raumfahrt, das Weltall, das Universum. Sein Herz schlägt genau dafür, und zwar unendlich stark und engagiert. Jeden Moment seines Lebens widmet er seiner Leidenschaft; glücklich und zufrieden.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_03_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-rl_caption="" title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_03_26.jpg" alt="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" class="wp-image-133630"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Kosmodrom Baikonur. (Quelle: Rotzfrech Cinema)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">100.000 Exponate hat er über viele Jahrzehnte zusammengetragen. Zu jedem Handschuh und Helm, zu den vielen Fotos, Unterschriften, Raketen und Bauteilen gibt es eine Geschichte; und Tasillo kann sie erzählen, denn es ist auch immer seine Geschichte.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_06_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-rl_caption="" title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Der_Mann_der_nie_im_All_war_stills_06_26.jpg" alt="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" class="wp-image-133632"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Tasillo Römisch in seiner Werkstatt im  Raumfahrtmuseum Mittweida. (Quelle: Rotzfrech Cinema)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was passiert, wenn er geht? Mit 67 Jahren möchte er sein Lebenswerk übergeben, doch seine Heimstadt Mittweida kann mit der Sammlung wenig anfangen. Und so beginnt seine Reise, um für seine Sammlung und seine Lebensgeschichte ein neues Zuhause zu finden und um sein Erlebtes festzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tom Lemke hat Tasillo einige Jahre auf dieser Reise begleitet. Mit langen Einstellungen und einer Bildästhetik, die der sowjetischen Raumfahrt schmeichelt, portraitiert er einen Menschen, der zielstrebig seiner Idee nachgeht aber gleichzeitig die Leidenschaft für die Raumfahrt immer noch mit fast kindlicher Neugier und Freude durch sein Leben trägt. <br>Eine Geschichte über die Kraft von Träumen und darüber wie schwer es mitunter ist, seine eigenen Geschichten festzuhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Der Mann, der nie im All war</strong><br>präsentiert von Rotzfrech Cinema (D, 94 Minuten, 2023)<br>Buch &amp; Regie: Tom Lemke</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Filmpremiere</strong><br>Filmbühne Mittweida<br>Mittwoch, 29. November 2023<br>Einlass: 19:00 Uhr<br>Beginn: 20:00 Uhr<br>Ende: 21:30 Uhr<br>In Anwesenheit des Regisseurs Tom Lemke und des Hauptprotagonisten Tasillo Römisch, im Anschluss Filmgespräch.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DMDNIAW_DINA2_420X594_V1_2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-rl_caption="" title="(Quelle: Rotzfrech Cinema)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="366" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DMDNIAW_DINA2_420X594_V1_26.jpg" alt="" class="wp-image-133636" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DMDNIAW_DINA2_420X594_V1_26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DMDNIAW_DINA2_420X594_V1_26-213x300.jpg 213w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">(Quelle: Rotzfrech Cinema)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Termine mit Filmgespräch</strong><br>06.12.2023 Riesa Filmpalast 18 Uhr (17:30 Uhr Einlass)<br>11.12.2023 Halle Puschkino 19 Uhr<br>12.12.2023 Berlin Kino Krokodil 20 Uhr<br>13.12.2023 Chemnitz Weltecho 19 Uhr<br>14.12.2023 Dessau Kiez Kino 20:30 Uhr (20 Uhr Einlass)<br>15.12.2023 Jena Schillerhof 19:30 Uhr</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Tom Lemke</strong><br>Tom Lemke (geboren, 1976 in Großenhain) ist in Görlitz aufgewachsen. Dort absolvierte er die Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton. Anschließend zog er nach Chile, wo sein erster Dokumentarfilm entstand. Tom Lemke lebt heute in Leipzig und arbeitet als Filmregisseur für Kino- und Fernsehproduktionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Filmografie</strong><br>Land am Wasser, D 2015 (Gewinner der Goldenen Taube beim DOK Leipzig), 85 Minuten<br>Das Flüstern der Bäume, D 2008, 55 Minuten<br>Lebenswert D 2004, 14 Minuten</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4854.msg556084#msg556084" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrt Filme und Dokumentationen</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Baikonur: Startplatz Nr. 1 als Museum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/baikonur-startplatz-nr-1-als-museum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2023 09:07:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quellen: GK Roskosmos, TASS. Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">GK Roskosmos will Gagarins Startplatz Nr. 1 in Baikonur in ein Museum umgestalten. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen: GK Roskosmos, TASS.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc60.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-rl_caption="" title="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="251" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Woschodonpadrosc26.jpg" alt="Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startpaltz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)" class="wp-image-132238"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Rakete mit Woschod-Raumschiff 1964 auf dem Startplatz Nr. 1 in Baikonur. (Bild: Roskosmos)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 14. Oktober 2023 &#8211; Die GK Roskosmos will die Startrampe in Baikonur, von der Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch mit seinem Wostok-Raumschiff ins Weltall geflogen ist, in ein Museum umgestalten. Das meldet die Moskauer Nachrichtenagentur TASS am Samstag unter Berufung auf die russische Raumfahrtbehörde. Diese habe der kasachischen Seite Anfang September vorgeschlagen, den &#8222;Gagarin-Start&#8220; aus dem Pachtvertrag herauszulösen und auf seiner Grundlage einen Museumskomplex zu schaffen, zu dem auch ausrangierte Weltraumtechnik gehören soll. Auf diese Art wolle man das historische Erbe bewahren und die touristische Attraktivität des Kosmodroms Baikonur erhöhen. Der Vorschlag werde derzeit von den zuständigen kasachischen Ministerien geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Startplatz Nr. 1, wie Gagarins Rampe offiziell heißt, ist seit dem Zerfall der UdSSR Eigenturm Kasachstans und bis 2050 für jährlich 115 Millionen Dollar an die Regierung der Russischen Föderation verpachtet. Derzeit finden von ihm keine Starts statt. Im November 2021 hatten Russland, Kasachstan und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihr Interesse bekundet, den Komplex für den Start von Sojus-2-Trägerraketen zu modernisieren. Damit verfügt Russland in Baikonur nur noch über den Startplatz Nr. 31 für bemannte Missionen, was als sehr riskant gilt. Eine technische Reserve gibt es weder hier noch auf den Kosmodromen Wostotschny und Plessezk auf dem eigenen Territorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10401.msg554749#msg554749" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kosmodrom *Baikonur*</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geheimhaltung von Gagarin-Dokumenten aufgehoben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-von-gagarin-dokumenten-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 07:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS, RIA Nowosti,&#160;Russkij Kosmos. Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Private Dokumente aus dem Archiv des Kosmonautenausbildungszentrums freigegeben. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TASS, RIA Nowosti,&nbsp;Russkij Kosmos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 12. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 sind private Dokumente von ihm, die im Archiv des inzwischen nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrums (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau aufbewahrt werden, freigegeben worden. Die Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks sei im September auf Initiative der Raumfahrtbehörde GK Roskosmos erfolgt, berichteten Nachrichtenagenturen am Wochenende unter Berufung auf die Zeitschrift Russkij kosmos.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Dokumenten gehören ein Fragebogen Gagarins, eine ausführliche Darstellung seines Dienstes in der Sowjetarmee und seines Werdegangs in der Kosmonautenabteilung, Informationen über seine familiäre Situation sowie eine Verpflichtung des Kosmonauten, alles über das sowjetische Weltraumprogramm und Militär geheim zu halten. Letzteres Versprechen war von ihm acht Monate vor seinem Flug schriftlich abgegeben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ferner gibt es unter den Papieren auch &#8222;Spekulationen&#8220; verschiedener Internet-Portale, was darauf hindeuten könnte, dass die Aktensammlung offenbar bis in die Gegenwart weitergeführt wurde.&nbsp;Die historischen Dokumente stünden nunmehr&nbsp; &#8222;Forschern&#8220; zur Verfügung, heißt es.&nbsp;Die Frage, ob das auch für Journalisten gilt, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard Kowalski</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geheimhaltung der Gagarin-Akte aufgehoben</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-der-gagarin-akte-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2022 09:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Roskosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=119643</guid>

					<description><![CDATA[<p>Roskosmos regte Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks an. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski. Quelle: TASS 11. Dezember 2022. Moskau, 11. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 ist seine Kaderakte, die im nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/geheimhaltung-der-gagarin-akte-aufgehoben/" data-wpel-link="internal">Geheimhaltung der Gagarin-Akte aufgehoben</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Roskosmos regte Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks an. Ein Beitrag von Gerhard Kowalski.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: TASS 11. Dezember 2022.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC06914rc1500tw.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Büste Juri Gagarins im EAC 2013. (Bild: Thomas Weyrauch)" data-rl_caption="" title="Büste Juri Gagarins im EAC 2013. (Bild: Thomas Weyrauch)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/DSC06914rc260tw.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Büste Juri Gagarins im EAC 2013.<br>(Bild: Thomas Weyrauch)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Moskau, 11. Dezember 2022 &#8211; Knapp 62 Jahre nach dem historischen Flug Juri Gagarins vom 12. April 1961 und 55 Jahre nach seinem frühen Unfalltod vom 27. März 1968 ist seine Kaderakte, die im nach ihm benannten Kosmonautenausbildungszentrum (ZPK) im Sternenstädtchen bei Moskau aufbewahrt wird, freigegeben worden. Die Aufhebung des Geheimhaltungsvermerks sei im September auf Initiative der Raumfahrtbehörde GK Roskosmos erfolgt, berichtet die Nachrichtenagentur TASS am Samstag unter Berufung auf die Zeitschrift Russkij kosmos. Das historische Dokument stehe nunmehr &#8222;Forschern&#8220; zur Verfügung, schreibe das Blatt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Akte gehörten ein Fragebogen Gagarins, eine ausführliche Darstellung seines Dienstes in der Sowjetarmee und seines Werdegangs in der Kosmonautenabteilung sowie Informationen über seine familiäre Situation und andere Dokumente, heißt es weiter. Darunter seien auch &#8222;Spekulationen&#8220; verschiedener Internet-Portale, was darauf hindeutet, dass die Akte offenbar bis in die Gegenwart weitergeführt wurde. Die Frage, ob sie nunmehr auch Journalisten zur Verfügung steht, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(Ich selbst befasse mich seit 1966 professionell mit Gagarin, um den immer noch viel Geheimniskrämerei betrieben wird. Meine bisherigen Rechercheergebnisse habe ich 2015 in dem Buch <a href="https://www.raumfahrer.net/zum-48-todestag-von-juri-gagarin/" data-wpel-link="internal">DER UNBEKANNTE GAGARIN</a> im Machtwort-Verlag Dessau zusammengefasst. Sie beruhen auf der Auswertung ungezählter Einzeldetails, die ich aus schwer zugänglichen staatlichen Dokumenten zusammengetragen habe.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gerhard Kowalski</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3193.msg541900#msg541900" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Astronauten &amp; Kosmonauten Nachrichten</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückblende: Es begann mit einem Piep&#8230;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rueckblende-es-begann-mit-einem-piep/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 19:47:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Erdumlaufbahn]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrtgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 4. Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1. Mit ihm begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Raumfahrt. Ein Beitrag von Andreas Weise. Das ist der Beginn einer neuen Ära: Das Bewusstsein der kosmischen Existenz der Menschheit. Überall auf der Welt haben die Menschen das von Sputnik 1 gesendete Signal, hörbar als [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am 4. Oktober 1957 startete der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1. Mit ihm begann vor 60 Jahren das Zeitalter der Raumfahrt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Beginn<strong> </strong>einer neuen Ära: Das Bewusstsein der kosmischen Existenz der Menschheit.<br><br>Überall auf der Welt haben die Menschen das von Sputnik 1 gesendete Signal, hörbar als deutlich vernehmbares Piepen, empfangen. Damit war an diesem 4. Oktober 1957 ein Jahrhunderte alter Traum der Menschheit erfüllt. Der Mensch hat zum ersten Mal in der Geschichte selbst einen Himmelskörper erschaffen. Der Körper hat die Erdanziehungskraft überwunden und den Weltraum erobert.<br><br>Und wir haben ein neues Wort zu unserem Vokabular hinzugefügt: Sputnik. (Frei nach dem Text des Songs &#8222;Sputnik&#8220; der britischen Band Public Service Broadcasting vom Album The Race for Space.)</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor1500-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1ModellimSpiegelderAutor260-1.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modell in Berlin im Foyer der<br> <a href="https://www.raumfahrer.net/berlin-vorab-einblick-in-gagarins-vermaechtnis/" data-wpel-link="internal">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a><br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Vielleicht sind nur die Briten in der Lage, unverklemmt und mit ehrlicher typisch britischer Sportlichkeit Siege des vermeidlichen Gegners anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider verwischt die Bedeutung mancher geschichtlicher Ereignisse im Laufe der Jahrzehnte. Außerdem ist die Bewertung stark von den jeweiligen aktuellen politischen Sichtweisen geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal erlebt man auch den Versuch, dass die Geschichte teilweise oder ganz umgeschrieben werden soll. Und da hört und erlebt man so allerlei. Frei nach dem Motto: „Wer hat&#8217;s erfunden?“ wurde mir nach einem Vortrag über die Anfänge der Raumfahrt nahe gelegt, ich solle auch den ersten bemannten Flug der Natter als direkte bemannte Raumfahrtgeschichte werten. Zu Erklärung: Die BA-349 „Natter“ war ein bemanntes Raketenflugzeug und sollte als Wunderwaffe im Frühjahr 1945 helfen, die drohende Niederlage abzuwenden. Beim einzigen bemannten Testflug am 1. März 1945 kam der Testpilot Lothar Sieber ums Leben. Man könnte auch sagen, er wurde für eine aussichtslose Sache skrupellos verheizt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch verstummen die Diskussionen nicht, dass der erste geglückte Start einer A4-Rakete am 3. Oktober 1942 in Peenemünde den Beginn der Raumfahrt markiere. Die erreichte Flughöhe betrug ca. 85 Kilometer und kratzte so schon etwas am Weltraum. Und das fast genau 15 Jahre vor Sputnik(!). Nebenbei bemerkt, die A4 war nie für die Raumfahrt, sondern für den Kampfeinsatz gedacht. Jeder, der damals von Raumfahrt gesprochen hätte, lief Gefahr, wegen Wehrkraftzersetzung abgeurteilt zu werden. Als V2 (Vergeltungswaffe 2) bleibt die A4 in der Kriegsgeschichtsschreibung als Terrorwaffe speziell gegen die Zivilbevölkerung von London und Antwerpen in Erinnerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Definition des Beginns der Raumfahrt ist es also so eine Sache…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als klarer Anfangspunkt ist allgemein der erste Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn anerkannt. Zum sogenannten Internationalen Geophysikalischen Jahr (International Geophysical Year, IGY, 1. Juli 1957 bis 31. Dezember 1958) hatten sowohl die USA als auch die UdSSR einen entsprechenden Start angekündigt. Niemand im Westen glaubte aber im Ernst, dass die Sowjetunion in der Lage sein würde, dieses ambitionierte Vorhaben zu realisieren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernaussenMuseumLondon800.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernaussenMuseumLondon260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modelle in London<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann passierte etwas, was als Sputnik-Schock in die Geschichte einging. Völlig überraschend startete die Sowjetunion am 4. Oktober 1957 den ersten künstlichen Erdsatelliten. Das Raumfahrtzeitalter war angebrochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei war der erste künstliche Erdsatellit einfach nur ein kleiner Radiosender, der nichts weiter konnte, als sein berühmtes Piep-Piep in den Raum und zur Erde zu schicken. Es war ein Geniestreich des Vordenkers der sowjetischen Raumfahrt Sergej P. Koroljow. Die verwendete Trägerrakete R-7 war ursprünglich als schwere Interkontinentalrakete für sowjetische Atomsprengsätze konzipiert. Nach einigen Fehlschlägen fanden im Sommer 1957 zwei erfolgreiche Teststarts statt. Die Geschosse, gestartet in Baikonur, schlugen im vorberechneten Zielgebiet ein. Der Beweis war erbracht, dass man in der Lage war, das Territorium der USA per Fernrakete zu erreichen. Und die Fracht der Rakete konnte eine Atombombe sein. Eine ungeheuerliche Erkenntnis für alle handelnden Akteure im Kalten Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljow, der genau wusste, dass seine Raketenentwicklung von der Finanzierung des Militärs abhängig war, gelang mit Sputnik-1 ein genialer Schachzug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits „verkaufte“ er den Militärs den Flug des ersten, nur rund 80 Kilogramm schweren, künstlichen Satelliten in der Umlaufbahn als Machtdemonstration sowjetischer Militärstärke. Jeder Ballistiker konnte sich ausrechnen, wie groß die Masse X eines mutmaßlichen Atomsprengkopfs auf einer ballistischen Bahn in Richtung USA seien könnte, wenn ein Körper mit der Masse Y in eine Erdumlaufbahn gelangen konnte. Eine Demonstration der Stärke in aller Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens werden gerade aktuell wieder verstärkt derartige Überlegungen angestellt. Ballistiker beschäftigen sich mit der Frage, ob ein Raketengeschoss mit bestimmter Leistung, von Nordkorea abgefeuert mit einer Nutzlast definierter Masse, wie zum Beispiel einem Kernsprengkopf, ausgestattet, wirklich amerikanische Interessengebiete oder gar das amerikanische Festland erreichen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück blickend kann man heute offen sagen, dass die R-7 als Nuklearträger völlig ungeeignet war. Zu groß war der Aufwand für die Startvorbereitung. Sowohl infrastrukturell, als auch hinsichtlich des Zeitaufwands. Ein einziges Mal soll eine R-7 mit einem Atomsprengkopf für einen Kampfeinsatz vorbereitet worden sein. Und zwar während der Kuba-Krise im Herbst 1962. Glücklicherweise blieb ihr kriegerischer Einsatz aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits wurde die Botschaft vom Beginn der friedlichen Erforschung des Weltalls um den Globus getragen. Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow hatte das enorme Propaganda-Potential sehr schnell erkannt und förderte die Koroljowschen Entwicklungen. Der „Aufhänger“ für den Satellitenstart war schnell gefunden. Wie berichtet, hatte die UN das Jahr 1957 zum Geophysikalischen Jahr ausgerufen. Während man der Sowjetunion allgemein Leistungen im Bereich der Hochtechnologie nicht zutraute, nahm man diese Problematik in den USA auf die ganz leichte Schulter. Die Folge waren Streitereien um Kompetenzen und Geldmittel, sowie Arroganz hinsichtlich der mutmaßlichen eigenen technischen Fähigkeiten. Sie führten dann unweigerlich zum katastrophalen Publicity-Supergau beim spektakulären Fehlstart des ersten US-Satelliten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik3innernaussenMuseumEnergia1000.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik3innernaussenMuseumEnergia260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik 3 (Innenleben vorne, Hülle dahinter)<br> im Energia-Museum<br>(Bild: Bernhard Dieke)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch bei Koroljow lief nicht alles nach Plan. Als Meister der Improvisation konnte er die Unzulänglichkeiten aber ausgleichen. Der für den ersten Flug vorgesehene Satellit war noch nicht fertig und niemand in der Sowjetunion wusste, wie weit die Amerikaner wirklich mit ihren Startvorbereitungen waren. Die Zeit drängte. Ursprünglich war als erster künstlicher Erdsatellit ein 1.327 Kilogramm schweres Objekt vorgesehen. Ein Exemplar dieses Satelliten flog dann später am 15. Mai 1958 als Sputnik 3. Ein erster Startversuch war zuvor gescheitert. Bereits Anfang Oktober 1957 war die erste Trägerrakete startklar, aber die passende Nutzlast fehlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wurde auf die Schnelle ein einfacher Funksender mit einer für Jedermann empfangbaren Funkfrequenz gebaut. Jeder sollte den Satelliten in der Umlaufbahn hören können. Es sollte keine Zweifel geben. Über den Sender selber soll Boris Tschertok, einer der Stellvertreter Koroljows, gesagt haben: Jeder Bastelzirkel „Junger Pioniere“ hätte diesen Sender bauen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Piep-Piep des kleinen Senders war schließlich in der Tat rund um den Erdball zu hören. Für die einen kündete der kleine Piepsrich den Beginn eines neuen Zeitalters an, für wenige, speziell Militärs, verbreitete er Angst und Schrecken, war er doch der Beweis, dass kein Punkt auf dem Globus fortan für einen Atomschlag unerreichbar war.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernMuseumEnergia1000.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/Sputnik1innernMuseumEnergia260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-1-Modell im Energia-Museum<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ging es weiter? Die Geschichte ist allgemein bekannt. Die Amerikaner bündelten ihre bis dahin verzettelten Kräfte in der NASA und strebten in aller Öffentlichkeit den ersten bemannten Weltraumflug an. Doch auch hier wurden sie nur zweiter Sieger, nach dem am 12. April 1961 Juri Gagarin als erster Mensch in Weltraum und Umlaufbahn vorstieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der technische Vorsprung der Sowjetunion in Raketentechnik und -leistung war zu Beginn der 1960er einfach noch zu groß. Erst mit dem Flug von John Glenn 1962 konnten die USA gleichziehen. Es folgte der sogenannte Wettlauf zum Mond, den die USA dank der Aufbietung aller zur Verfügung stehenden öknomischen und technologischen Möglichkeiten gewannen. Raumstationen schlossen sich an, das erste gemeinsame internationale Raumflugprojekt, die Entwicklung der Shuttle-Technologie und so weiter und so fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute umkreisen unzählige künstliche Himmelskörper unseren Globus. Viele zum friedlichen Nutzen der Menschen. Manche auch nicht so friedlich. Sonden sind zu fernen Himmelskörpern aufgebrochen. Bilder vom Mars sind heute nichts Außergewöhnliches mehr. Die Krönung der Entwicklung der Raumfahrt mag derzeit die ISS darstellen, die Internationale Raumstation. An Bord ist die friedliche Zusammenarbeit Realität und soll uns hier unten auf der Erde ein Beispiel sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und alles begann vor 60 Jahren, als man das Piep-Piep einer kleinen silbernen Kugel hörte, die um die Erde kreiste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kommt?<br>Schwer zu sagen. Die Raumfahrt hätte sich bestimmt anders entwickelt, wenn nicht einschneidende geschichtliche Ereignisse den Weg bestimmt hätten. Hierzu ist ohne Frage der frühe Tod von Koroljow zu nennen. Seine Pläne sahen vor, bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bemannt zum Mars zu fliegen. Aber auch der Tod von Kennedy hatte Auswirkungen auf die Planungen in den USA. Nach dem Apollo-Programm, dem Sieg im Wettlauf zum Mond und der gelungenen Revanche für den Sputnik fehlte der Wille für die weitere Entwicklung. Gelder und Programme wurden gekürzt. Der Bau der ISS ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass er zu einem geschichtlichen Zeitpunkt erfolgte, als alle Seiten, jeweils aus ihrer Sichtweise, den Nutzen der Angelegenheit sahen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrt ist im Alltag angekommen und viele wunderbare Dinge werden als selbstverständlich hin genommen. Es gilt jetzt neue Schritte vorwärts zu machen. Diese könnten in Richtung Mond oder Mars gehen. Ideen gibt es und auch Leute, die bereit sind, sie umzusetzen. Vieler Orts fehlt aber der politische Wille. Leider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte es aber auf jeden Fall erleben: Den ersten Menschen auf dem Mars… .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrt lebte – und lebt &#8211; von Visionen.</p>
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		<title>G. Kowalski über &#8222;Gagarin – Er könnte noch leben&#8220;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/g-kowalski-ueber-gagarin-er-koennte-noch-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 20:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flugunfall]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Unfalltod Gagarins, der sich am 27. März zum 48. mal jährte, gibt es neue Erkenntnisse. Dargelegt sind diese im Buch „Gagarin – Er könnte noch leben“ von Oberst a.D. Nikolai K. Sergejew. Der Herausgeber und Übersetzer Gerhard Kowalski gab Raumfahrer.net am Rande der Leipziger Buchmesse 2016 ein Interview. Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Interview. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Zum Unfalltod Gagarins, der sich am 27. März zum 48. mal jährte, gibt es neue Erkenntnisse. Dargelegt sind diese im Buch „Gagarin – Er könnte noch leben“ von Oberst a.D. Nikolai K. Sergejew. Der Herausgeber und Übersetzer Gerhard Kowalski gab Raumfahrer.net am Rande der Leipziger Buchmesse 2016 ein Interview.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Interview.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK3021500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK302260.jpg" alt="Zwei aktuelle Bücher über Gagarin.
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Zwei aktuelle Bücher über Gagarin.<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net (RN):</strong> Herr Kowalski, das vorliegende Buch gibt an, das Rätsel um den Absturz von Gagarins MiG endgültig gelöst zu haben. Ist das Rätsel endgültig gelöst?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein, das stimmt nicht ganz. Das ist eine Fehlinterpretation des Buches. Das Rätsel ist noch nicht gelöst. Wir sind aber auf dem Weg zu seiner Lösung einen ganzen Schritt weiter gekommen. So ist völlig überraschend für mich herausgekommen, dass Gagarin an dem Tag, an dem er abgestürzt ist, keinen Kontrollflug mit der MiG-15 UTI (Anmerkung: Schulflugzeug, Doppelsitzer) mehr machen sollte. Es sollte gleich mit einer MiG-17 allein fliegen. Er hat dann aber trotzdem einen Kontrollflug gemacht, weil Nikolai Kamanin, also der Kosmonautenchef, es angewiesen hat.<br><br></em><strong>RN:</strong> Der Autor des Artikels, den Sie hier veröffentlichen, schreibt, er habe über einem Monat für diesen Artikel gearbeitet. Ist das nicht etwas kurz?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das ist sehr kurz. Das hat mich auch gewundert. Ich habe es aber so gelassen. Ich habe den Text so im Wortlaut übernommen, ohne ihn in allen Einzelheiten zu kommentieren. Das überlasse ich den Lesern.<br><br>Ich habe aber ein relativ scharfes Nachwort geschrieben, denn der Text wirft einige Fragen auf. Was mich auch gewundert hat, ist, dass ein Oberst der Sowjetarmee so selbstverliebt ist. Er hat sehr viel über sich gesprochen, anstatt die Fakten, was man ja von einem Offizier erwarten kann, einfach nur darzulegen. Aber auch das steht alles im Nachwort. Das hat er übrigens noch nicht gelesen. Also wenn er das liest, wird er sich bestimmt etwas wundern. Aber das musste einfach gesagt werden.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK2021500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK202260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Gagarin-Denkmal in Ostankino, Moskau<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Der Artikel ist im Juni 2014 beendet worden. Ist er in Russland veröffentlicht worden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein. Nikolai Sergejew hat diesen Beitrag Jelena Gagarina (Anmerkung: Gagarins ältere Tochter) geschickt und auch gewidmet. Sie hat ihn gelesen, wollte sich aber dazu nicht äußern, sondern hat den Text ihrer Schwester Galina gegeben. Und als im vergangenen Jahr mein Buch „Der unbekannte Gagarin“ erschienen ist, habe ich ihr direkt von der Leipziger Buchmesse ein Exemplar geschickt. Es hat übrigens vier Wochen gedauert, bis es in Moskau ankam. Sie hat mich dann angemailt, sich bedankt und dann geschrieben: „Übrigens, ich habe von meiner Schwester einen Text bekommen zum Absturz meines Papas. Interessiert der Sie?“<br><br>Ich habe geantwortet, dass er mich natürlich interessiert. Sie hat ihn mir dann geschickt, und ich habe gefragt: Dürfen wir den veröffentlichen? Und Sie hat Ja gesagt.<br>Wie mir Sergejew geschrieben hat, soll übrigens ein Teil dieses Textes schon im Internet stehen.<br>Er hat mir auch mitgeteilt, dass er zu diesem Text ein Interview mit einer Zeitung in Texas gemacht hat. Ich habe gesagt: O.K. Er ist ein freier Mann. Er kann mit seinem Text machen, was er will.<br><br>Ich habe den Text von Frau Gagarina mit der ausdrücklichen Erlaubnis bekommen, die Sache zu veröffentlichen. Kann sein, dass da noch etwas herum schwirrt, aber bis jetzt habe ich trotz intensiver Suche nichts gefunden. Auch das angebliche Interview mit der texanischen Zeitschrift habe ich nie gesehen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Sergejew lebt ja in den Vereinigten Staaten &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Ja, er lebt in den Staaten, in Texas, und arbeitet als Cessna-Fluglehrer.<br><br></em><strong>RN:</strong> Der Artikel widerspricht dem offiziellen Untersuchungsbericht, der besagt, die Technik und die Flugvorbereitung wären in Ordnung gewesen. Das ist doch ein Angriff auf die offizielle Darstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Wenn man so will, ja. Es ist auf jeden Fall eine Korrektur der offiziellen Darstellung. Denn der Kontrollflug, bei dem Gagarin abgestürzt ist, wurde als ein geplanter Kontrollflug mit einer perfekten Maschine, allerdings bei schlechten Witterungsbedingungen usw., dargestellt. Und Sergejew widerspricht dem.<br><br>Ich habe übrigens in meinem Nachwort darauf hingewiesen, dass sich Dreifachkosmonaut Wladimir Schatalow (Anmerkung: Sojus-4, -8 und -10) zusammen mit Gagarin an dem Tag auf einen Start mit einer MiG vorbereitet hat, wie in seinem Buch „Kosmischer Alltag“ nachzulesen ist. Er hat darin aber nicht gesagt, dass Gagarin mit so einer unvorbereiteten Kiste losgeflogen ist. Insofern bin ich gespannt, was er jetzt dazu sagt. Schatalow könnte helfen, hier weiter aufzuklären. Mit dem Buch von Sergejew ist auch diese Frage in der Welt, und man wird sehen, welche Reaktionen es darauf gibt.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wird dieses Buch auch in Russland gelesen werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Vielleicht, hoffentlich. Zu diesem Buch gibt es bislang, das heißt bis zum 17. März, eine einzige Rezension. Und die stammt von Galina Gagarina. Sie hat mir geschrieben, dass dieses Buch sicher nicht nur für die deutschen, sondern auch für die russischen Leser interessant ist. Die beste Rezension, die man sich wünschen kann!<br><br></em><strong>RN:</strong> Sie konnten Einsicht in den KGB-Bericht zu Gagarins Tod nehmen. Widersprechen sich nicht hier einige Aussagen? Ich denke an die Befehlskette Kamanin-Kusnezow-Serjorgin. Oder an die Geschichte mit dem fehlenden Steuerknüppel in der hinteren Kabine. Dies hätte doch in dem Bericht mit drin stehen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein! Das hätte nicht mit drin stehen müssen. Die KGB-Leute haben sich nur darauf konzentriert, was an dem Tag bei der Flugvorbereitung schief gegangen ist. Die haben sich um die Personen gekümmert und beim Namen genannt. Hier ist zum ersten Mal gesagt worden, wer für was verantwortlich war. Und das teilweise sehr drastisch. Ich glaube, das widerspricht sich nicht.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/gk102800.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/gk102400.jpg" alt=""/></a><figcaption><em>Immer authentisch und mit Leib und Seele dabei: Gerhard Kowalski.<br>(Bild: Andreas Weise)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der KGB ist ja erst im Nachgang eingeschaltet worden, und wenn man dem gesagt hat, der Flug selber war regulär, war ein geplanter Kontrollflug, dann haben die an dieser Stelle angefangen, ohne zurück zu recherchieren. Also das haben sie offensichtlich nicht gemacht.<br><br></em><strong>RN:</strong> In dem Buch wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das Kabinenbelüftungsventil nicht geschlossen war. Hatte das nicht Auswirkungen auf den Flug? Der Flug war zwar unter 5.000 Meter. In manch anderen Theorien ist von einer plötzlichen Dekompression der Kabine die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das taucht in dem Buch nirgendwo auf. Es taucht nur der Fakt auf, dass es so war – das Ventil offen. Hinzu kommt, dass diese MiG-15 UTI in der Tschechoslowakei gebaut wurde. Und diese soll ein anderes Ventil haben, als die Maschinen, die in der Sowjetunion gebaut wurden. Man hat es vermutlich übersehen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Es existiert übrigens noch eine flugfähige MiG-15 UTI (Anmerkung: heutige Registrierung OK-UTI) aus jener Produktion von Aero Vodochody bei Prag aus den 50er Jahren. Da könnte man mal nachschauen und vergleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Ich bin kein Flugzeugspezialist. Es geht da um irgendeinen Hebel, jedenfalls um einen anderen Schließmechanismus. Und den kannten sie nicht. Und das deutet natürlich auf eine mehr als schlechte technische Flugvorbereitung hin.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wie ist die andere Theorie aus Ihrer Sicht zu bewerten, die die absolute Wahrheit für sich vereinnahmt? Ich meine die Version von General Leonow mit dem zweiten Flugzeug, einer Su-15?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Auf diesen Widerspruch haben wir schon in meinen Gagarin-Büchern aufmerksam gemacht. Zu dieser Sache hat sich ja auch Galina Gagarina in meinem Nachwort geäußert: Er will sich damit bei Präsident Putin interessant machen.<br><br>Eines aber bleibt: Leonow ist ein sagenhaft guter Kosmonaut gewesen. Ein wirklicher Held, der dem Tod mehrfach ins Auge geschaut hat und dann von der Schippe gesprungen ist. Er sollte auch der erste Russe auf dem Mond sein. Er ist auch ein sagenhaft guter Künstler (Anmerkung: Leonow malt.) Er ist aber auch ein begnadeter Selbstdarsteller. Und da darf man nicht alles auf die Goldwaage legen, was er sagt. Und er hat sich ja auch geweigert, die entsprechenden Beweise zu erbringen. Es ist eben sein Geheimnis.</em></p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK2121500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/GK212260.jpg" alt="Gagarin-Denkmal, Erfurt
(Bild: Andreas Weise)"/></a><figcaption>Gagarin-Denkmal, Erfurt<br>(Bild: Andreas Weise)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong> Nun kommt ja dazu, dass die Sache auch was für sich hat. Die Theorie vom Einzeltäter schützt vor weiteren Untersuchungen und schließt die Geschichte ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Nein. So habe ich die Sache noch nicht gesehen. Wenn Leonow sagt, er weiß, wer die Su-15 geflogen hat, dann muss er damit rechnen, dass man nachfragt und dass die Journalisten der Sache nachgehen. Aber eigentümlich ist schon: Alles, was neu zu dem Fall Gagarin in den letzten Jahren öffentlich wurde, ist von der russischen Presse, auch von der Fachpresse, nicht verfolgt worden. Also für die ist die Sache abgeschlossen. Für die gilt immer noch die Version, dass Gagarin unter unglücklichen Umständen abgestürzt ist.<br><br>Aber so kann man die Sache nicht stehen lassen. Und das Buch haben wir genau deshalb gemacht &#8211; und das steht auch ausführlich im Nachwort -, weil wir der Meinung sind: Das war ein Flugunfall, der noch nicht 100prozentig geklärt ist. Und die Sache muss geklärt werden. Es ist ein ungeschriebenes Gesetzt in der Luftfahrt, dass die Ursachen eines Flugunfalls geklärt werden müssen, auch wenn es 50 Jahre dauert. Und dazu wollen wir ein wenig anstoßen.<br><br></em><strong>RN:</strong> Wie sind die Chancen, dass es zu einer offiziellen Wiederaufnahme der Untersuchung kommt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Das weiß ich nicht. Vielleicht erscheint das Buch auch bei den Russen, wie Frau Gagarina angeregt hat. Es sind ja die ureigenen russischen Angelegenheiten und ihr eigenes Interesse. Es wäre natürlich für mich die Krönung nach 50 Jahren Beschäftigung mit Gagarin, wenn die Untersuchung der Umstände seines Flugunfalls wieder aufgenommen würde.<br><br></em><strong>RN:</strong> Das wäre ja schon fast die Schlussfrage gewesen. Aber noch einmal nachgehakt: Interessiert das überhaupt jemanden in Russland?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Gerhard Kowalski:</strong> Es interessiert leider keinen Menschen. Das habe ich in meinen Büchern auch schon angedeutet. Auch bei der Geschichte, mit der Leonow herausgekommen ist, hätte man gleich nachhaken können und müssen. Aber das hat niemand gemacht, was mich sehr, sehr wundert. Man hätte da ganz groß journalistisch einsteigen können. Hat niemand gemacht. Das ist mir total schleierhaft. Ich glaube auch nicht, dass da ein Verbot existiert. Ich glaube eher, da herrscht noch das alte Denken aus Sowjetzeiten vor, an bestimmte Sachen nicht zu rühren.<br><br></em><strong>RN:</strong> Herr Kowalski, ich bedanke mich für das Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Interview führte Andreas Weise für Raumfahrer.net am 17. März 2016 in Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14213.msg357304#msg357304" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Buch: Gagarin &#8211; Er könnte noch leben!</a></li></ul>
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			</item>
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		<title>Die falsche Meldung am richtigen Tag</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-falsche-meldung-am-richtigen-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2014 09:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=5368</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 2014 hielt Andreas Weise im Rahmen der Yuri`s Night 2014 in Wien einen Vortrag mit dem Titel „Vergessene Kosmonauten“. Das Skript basiert auf dem folgenden Artikel – hier erstmalig veröffentlicht. Die falsche Meldung am richtigen TagWorker, Iljuschin und der erste Flug in den KosmosAndreas Weise, Sommer 2013 Das Wetter in London im [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 12. April 2014 hielt Andreas Weise im Rahmen der Yuri`s Night 2014 in Wien einen Vortrag mit dem Titel „Vergessene Kosmonauten“. Das Skript  basiert auf dem folgenden Artikel – hier erstmalig veröffentlicht. </h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/20140412DSC07713500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/20140412DSC07713300.jpg" alt="Andreas Weise als Vortragender
(Bild: T. Weyrauch)"/></a><figcaption> Andreas Weise als Vortragender <br>(Bild: T. Weyrauch)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die falsche Meldung am richtigen Tag<br><strong>Worker, Iljuschin und der erste Flug in den Kosmos</strong><br>Andreas Weise, Sommer 2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wetter in London im April 1961 war mild, eher kühl mit Nieselregen. Im Gegensatz dazu ging es in der Weltpolitik eher heiß her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jenseits des Atlantik hatte in den USA  J.F. Kennedy die Präsidentschaft im Januar übernommen. In der Karibik spitzte sich der Lage um Kuba zu. Am 17. April sollten mit massiver Unterstützung der USA, speziell der CIA, eine Invasion gegen die Revolutionsregierung um Fiedel Castro erfolgen, die dann im Fiasko endete. In Afrika eskalierte der Bürgerkrieg im Kongo. Der gestürzte Präsident Lumumba war bereits im Januar ermordet worden. In Algier, Nordafrika, gab es im April einen Putsch, der aber schnell zusammen brach. Anfang des Jahres war die Terrororganisation OAS gegründet worden, die gegen den damaligen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und seine Algerien-Politik kämpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Europa standen sich Ost und West waffenstarrend gegenüber. Die NATO probte Anfang des Jahres mit den Manövern „Winter-Shield“ den Krisenfall. Bis zum 13. August und dem Bau der Berliner Mauer waren es nur noch vier Monate. In Israel begann am 11. April der international mit großer Aufmerksamkeit beachtete Gerichtsprozess gegen Aldolf Eichmann, einen der Hauptverantwortlichen am Holocaust. Es war also eine sehr bewegte Zeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tageszeitungen hatten einen hohen Stellenwert bei der Berichterstattung  über solche Ereignisse. Die Art Verbreitung der Nachrichten ist heute, wo Internet und Satellitenfernsehen uns mit Informationen geradezu  überschwemmen, kaum noch nachvollziehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tageszeitung Daily Worker, heute Morning Star, war etwas Besonderes im britischen Zeitungswald. Sie war 1930 als Parteizeitung der kommunistischen Partei Großbritanniens gegründet worden und verfügte 1961 über ausgezeichnete Verbindungen hinter den sogenannten „Eisernen Vorhang“ nach Moskau. Und dort bediente man sich auch schon mal der  Übermittlung von Informationen, die offiziell dementiert oder  totgeschwiegen wurden. In sofern galt der Daily Worker als gut informiert, wenn es um Nachrichten aus Moskau ging. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 1961 verdichteten sich die Gerüchte über den ersten Flug eines Menschen in den Kosmos. Die Amerikaner hatten bereits 1959 in  aller Öffentlichkeit ihre zukünftigen Kosmoshelden, die Mercury-Seven, präsentiert. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste US-Astronaut starten würde. So schienen die USA die Nase beim Rennen um den ersten bemannten Raumflug, zumindest medial, vorn zu haben. Gewiss, in der Sowjetunion hatte man mit dem Flug von Korabl-5 die Grundlagen für einen Menschenflug schon 1960 geschaffen. Waren doch die Hunde Belka  und Strelka sicher aus dem Kosmos zur Erde zurück gekehrt. Aber über einen bevorstehenden Raumflug eines Sowjetbürgers drang nichts nach  außen. Bestenfalls machten Gerüchte und Spekulationen im Westen dazu die Runde. Im Osten schwiegen die Medien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Mittwoch dem 12. April 1961 in der Nachtausgabe, einem Vorabdruck der Hauptausgabe, erscheint im Daily Worker auf der Titelseite rechts oben eine einspaltige 30-Zeilen-Notiz. „Letzte Meldung: Erster Mensch im  Weltraum.“ In London ist es mitten in der Nacht. Verblüffend ist auch, dass für diese Nachricht des Jahrhunderts nicht die gesamte Rotation des  Zeitungsdruckes sofort angehalten wird. Kein Extra-Blatt, nur diese Notiz.  Weiter ist der Kurzmeldung zu entnehmen: Die Sowjetunion hat einen Menschen in den Weltraum gestartet und ihn lebend zur Erde zurück  gebracht. Vielsagend wird hinzugefügt, das der Astronaut noch unter den  Strapazen des Fluges leidet und sich unter medizinischer Kontrolle befindet. Bei dem Astronauten handele es sich um einen Testpiloten und Sohn eines berühmten sowjetischen Flugzeugkonstrukteurs. Der Flug habe bereits am Freitag, also am 7. April, stattgefunden. Der Flug ging über drei Erdorbits. Mit einer offiziellen Stellungnahme sei am morgigen Tag zu rechnen. Als Quellen werden „gut informierte Kreisen“ benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Stunden später am frühen Morgen erscheint die Hauptausgabe des Daily Worker. Die Nachricht ist jetzt Titelstory. Immerhin fast eine halbe Seite! Ein großes Foto zeigte einen Piloten mit einem modifizierten Pilotendruckhelm, wie er seinerseits tatsächlich in der medizinischen Forschung für Höhen- und Raumflüge in der Sowjetunion eingesetzt wurde. Eine Zeichnung zeigt das mutmaßliche Raumschiff. Sieht man sich diese künstlerische Darstellung genauer an, so muss man zugeben: Der Zeichner kam der Realität einer Wostok-Kapsel sehr nahe. Instrumentenbrett, TV-Kamera, Raumanzug, Größenverhältnisse …. alles ist fast getroffen. Sogar die Masse, angegeben mit 4,5 Tonnen, ist in etwa korrekt. Nur die Kugelform der Kabine kannte der Zeichner nicht. Angaben zu Namen des Astronauten oder zusätzliche Informationen – Fehlanzeige. Nur soviel erfährt der Leser, dass man gespannt auf die Bestätigung des  Fluges wartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese Bestätigung wird ausbleiben. Es ist eine Falschmeldung! Eine sogenannte Zeitungsente. Und vielleicht würde diese Meldung des Daily Workers vom 12. April 1961 auch sehr bald in Vergessenheit geraten, so wie die unzähligen UFO-Sichtungen dieser Zeit, wenn&#8230;. ja, wenn nicht just an jenem Tag sich die Ereignisse bald überschlagen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn inzwischen geschehen im fernen Kasachstan ganz reale Dinge. Um 6:07 UT, also Londoner Zeit, hebt eine Trägerrakete mit dem Raumschiff Wostok-1 vom Kosmodrom Baikonur ab. An Bord befindet sich ein Oberleutnant der sowjetischen Luftwaffe. Knapp einer Stunde später gegen sieben Uhr Londoner Zeit ist er bereits Major und Radio Moskau verkündet seinen Namen: Juri Gagarin. Der erste  Mensch ist im Kosmos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag überschlagen sich die Tageszeitungen in aller Welt. Gagarin ist auf allen Titelseiten. Und der Daily Worker? Der macht das, was jede andere Zeitung an seiner Stelle auch getan hätte. Die Falschmeldung vom Vortag wird totgeschwiegen, als ob es sie nie gegeben hätte. Dafür hat jetzt Gagarin die gesamte Titelseite für sich. „A COMMUNIST IN SPACE“ lautet jetzt die Schlagzeile. Man geht zur Tagesordnung über. Und das bedeutet. Gagarin-Berichte die nächsten Tage in allen Einzelheiten. Was kümmert mich mein Geschriebenes von gestern?! In den nächste Tagen ist das Blatt voll von Texten über Gagarin und den Flug von Wostok-1.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ganz so einfach wie sich der Daily Worker das vorgestellt hatte, kam er aus der Geschichte nicht heraus. Schon einen Tag danach, am 13. April, hatte die internationale Presse, die den Gagarin-Flug als  die Sensation des Jahrhunderts feierte, auch manchmal einen kurzen Beitrag dazu, daß Gagarin nicht unbedingt der Erste gewesen sein könnte. So zum Beispiel in der New York Herald Tribune und im französischen Le Figaro. Man bezog sich dabei natürlich auf den Daily-Worker-Artikel, versteckte aber diese Nachricht inmitten des Gagarin-Rummels aber auf Seite 2. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Franzosen wollten es übrigens ganz genau wissen. Der Rundfunk-Korrespondent Edouard Bobrowski, nach Bekanntwerden von Gagarins Flug nach Moskau entsandt, grub weiter an der Worker-Story, setzte dann das vermeintliche Puzzle zusammen und kam zu folgender Erkenntnis: Der Pilot, der am 7. April angeblich in den Weltraum geflogen war, heiße Wladimir Sergejewitsch Iljuschin. Das herauszufinden konnte nicht besonders schwer gewesen sein, war doch dieser Mann kein unbekannter. Wladimir war der Sohn des berühmten Flugzeugkonstrukteurs Sergei Iljuschin. Außerdem war er Testpilot und dazu noch ein ganz berühmter. Iljuschin hatte 1959 einen neuen  Höhenweltrekord für Flugzeuge aufgestellt. Die Beschreibung passte  also. Hinzu kam, dass Wladimir Iljuschin nicht auffindbar war. Bobrowski schlussfolgerte, er läge in einem Moskauer Krankenhaus, da er bei seinem Raumflug schwere gesundheitliche Schäden erlitten habe. Neun Tage später kam er mit der Nachricht heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. April hakte die Westberliner MORGENPOST nach. Mit der Titelstory „War  Gagarin nicht der erste Mensch im Raum?“ faßte sie alle bis zu diesem  Zeitpunkt vorhandenen Informationsschnipsel zu dem angeblichen Raumflug  am 7. April unter Berufung auf Bobrowski zusammen: Es gab einen Raumflug am 7. April 1961. Der Pilot war Wladimir Iljuschin, Sohn des Flugzeugkonstrukteurs  Sergei Iljuschin. Er habe dreimal die Erde umkreist. Während des dritten Orbits habe es eine Fehlfunktion gegeben, wobei er während des Fluges schwere gesundheitliche Schäden davon getragen habe.  Jetzt liegt er in einem Moskauer Krankenhaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MORGENPOST bat auch den Daily Worker um Aufklärung und bekam  diese: Der Korrespondent des Daily Worker in Moskau, Dennis Ogden, wurde  zitiert: „Es war seit einigen Tagen offensichtlich, dass ein Raumflug  bevorstand, und viele Gerüchte waren im Umlauf. Genauso wie andere  britische Zeitungen nahm ich davon Abstand, darüber zu berichten. Dann,  am späten Dienstagabend (11. April) erreichte mich eine Information, von  der ich annahm, daß sie aus zuverlässiger und gut informierter Quelle  stamme. Ich dachte, es sei meine Pflicht, sie weiterzugeben, weil ich wusste, daß der „Daily Worker“ früher in Druck geht als andere englische  Tageszeitungen. Diese hätten die Story haben können während es für den  „Daily Worker“ zu spät gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unglücklicherweise zeigte der weitere Verlauf, dass die Quelle, von der ich die Nachricht erhalten hatte, in diesem Falle nicht gut informiert  war.“ Und die MORGENPOST schrieb weiter: „Diese Erklärung Dennis Ogends entbehrt nicht der Wahrscheinlichkeit, wenn auch die Frage offen bleibt, ob „seine Quelle“ nicht doch zuverlässig und gut informiert war. Es ist bekannt, dass der „Daily Worker“ wegen seiner zeitlichen Erscheinungsweise offizielle Informationen aus Moskau früher erhält als andere Publikationsorgane.“ Natürlich hatte die MORGENPOST auch direkt die Nachrichrichten-Agentur TASS in Moskau angefragt. Die Antwort war klar, eindeutig und typisch sowjetisch: „Heute geben wir Ihnen keine Antwort.“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit endete vorerst die Geschichte um die Daily-Worker-Falschmeldung. Die Welt hatte andere Probleme, wie man auf der Titelseite der MORGENPOST neben der Iljuschin-Story auch lesen konnte: „Exilkubaner geben schwere Rückschläge bekannt“ (Die Schweinebucht-Invasion war gescheitert), „Kennedy: Die USA wollen erste auf dem Mond sein“, „Gustav Scholz ist seinen Titel endgültig los“ und „Das Wetter von heute: Unverändert“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch irgendwie muss es die Sowjetunion doch sehr geärgert haben, dass viele westliche Medien Bobrowskis Iljuschin-Story aufgriffen. So zum Beispiel auch die Times am 28. April. Das Ganze warf einen Schatten auf den über-hell strahlenden sowjetischen Superhelden Gagarin. Also sah man sich  gezwungen, doch konkret darauf zu reagieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pekinger TASS-Korrespondent A. Scharonow berichtete im Mai 1961, er habe Oberstleutnant Iljuschin in einem chinesischen Sanatorium im Kurort Chantschshou besucht. Iljuschin erhole sich dort von den Folgen einer schweren Beinverletzung. Diese habe er bei einem Autounfall vom 8. Juni 1960, in der Nähe von Moskau erlitten. Er sei seit dieser Zeit auch nicht mehr geflogen und könne somit gar nicht für den mutmaßlichen Raumflug zur Verfügung gestanden haben. Iljuschin wird mit sehr starken Worten zitiert: „ … glatter Unsinn&#8230;“ und „man muss die letzten Reste von Gewissen verloren haben &#8230;“. Iljuschin wird weiter zitiert: „ Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal dem ersten sowjetischen Weltraumfahrer Juri Gagarin zu seiner hervorragenden Tat beglückwünschen.“ „Und natürlich beneide ich ihn ein wenig.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun mag man diese Geschichte mit dem Autounfall und dem Sanatorium ausgerechnet in China sehr kritisch sehen. Aber wenn man genau betrachtet, womit sich der damalige Oberstleutnant Iljuschin, Testpilot und Held der Sowjetunion in der Zeit 1959/1960 beschäftigt hat, so wirft das ein ganz anderes Licht. Iljuschin war an der Erprobung des Höhenabfangjägers SU-9 beteiligt. Ein Projekt mit höchster Dringlichkeit für die Landesverteidigung. 1960 war die Sowjetunion noch nicht in der Lage, extrem hochfliegende Flugzeuge mit eigenen Flugzeugen abzufangen. Die genauen Ereignisse vom 1. Mai 1960, als ein amerikanisches Spionageflugzeug vom Typ U-2 bei Swerdlowsk mit einer Rakete abgeschossen wurde, belegen das. Und Testpiloten leben gefährlich. Vielleicht war es gar kein Autounfall, sondern ein ganz anderes Ereignis. Und der Aufenthalt in China? Die Beziehungen zu China hatten sich 1961 sehr verschlechtert. Aber es gab zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch Kontakte. Aber das ist alles reine Spekulation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genaues erfahren wird man vermutlich nie erfahren. Iljuschin war durch seine langjährige Tätigkeit an den sensibelsten Stellen der Luftrüstungsforschung zum Schweigen verpflichtet. Und schließlich war er Militär, war General. 2010 ist er im Alter von fast 83 Jahren gestorben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ein weiterer Aspekt, warum Wladimir Iljuschin nicht für einen Weltraumflug vorgesehen seien konnte, wird meist unterschlagen: Oberflächlich betrachtet war er eigentlich die Idealbesetzung für den Weltraumflug, wenngleich mit 34 Jahren schon fast etwas zu alt. Aber die Denkweise für die Kosmonautenauswahl war eine ganz andere. Die Hauptaufgabe des ersten Kosmonauten war – zu überleben. Der Flug lief automatisch. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumflugkandidaten wurden medizinisch und physisch auf Höchstform getrimmt. Sie waren physisch und psychisch auf die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit trainiert. Isolierkammer, Unterdruckkammer, Zentrifuge, Stresstests, all das war zu bestehen. Hinzu kam ein ausgiebiges Training von Fallschirmspringen, Schleudersitztraining und Überleben in allen nur möglichen Landegebieten. Kein Kosmonaut musste ein Strahlflugzeug steuern. Fachliche Fähigkeiten eines Testpiloten waren nicht notwendig. Insofern war Iljuschin überqualifiziert. In den USA ging man anders an das Problem heran. Die US-amerikanischen Astronautenkandidaten waren diesbezüglich anders ausgewählt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was ist mit dem Korrespondenten des Daily Workers? Er lieferte ja gewissermaßen den Auslöser für diese (falsche) Story. Dennis Ogden geht aus der Geschichte als tragische Figur heraus. In Moskau war er noch bis 1963 tätig. Nach dem heutigen Erkenntnisstand hat er viele Puzzle-Teile gehabt. Ein angebliches Foto von Iljuschin im Raumanzug, die Kenntnis, dass Iljuschin nicht anwesend war, die Gerüchte über einen bevorstehenden Raumflug u.s.w.. Er hat sie bloß nicht richtig zusammen gesetzt und somit falsche Schlussfolgerungen gezogen. Vielleicht hat man ihm aber auch bewußt falsche Informationen untergeschoben. Ogden hat übrigens seine Quelle nie verraten, wohl auch um sie zu schützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Schluss:</strong><br>Obwohl es keinen einzigen Beweis dafür gibt, geistert die Geschichte mit dem angeblichen Weltraumflug am 7. April 1961 immer noch herum und verbreitet sich nicht nur im Internet. Dabei wird gnadenlos aus den einzelnen Beiträgen voneinander abgeschrieben. Das Gerücht beruft sich auf sich selbst. Auch „weiß“ man mittlerweile auch, dass der angebliche Raumflug mit einer Notlandung, ausgerechnet in China, geendet haben soll. Die Quelle dafür ist unbekannt. Aufschwung erlebte diese Theorie durch eine Videodokumentation von Elliot H. Haimoff aus dem Jahre 1999. Beweise bleiben alle Beiträge schuldig – bis heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und somit bleibt außer einer Geschichte über eine Falschmeldung in einer britischen Zeitung und deren Folgen die Tatsache: Am 12. April 1961 fand der erste Flug eines Menschen in den Kosmos  statt. Der Kosmonaut war Juri Gagarin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Danksagung:</strong><br>Mein besonderer Dank gilt der Marx Memorial Library, London,  stellvertretend Dr. John Callow und Jane Powell. Ohne die freundliche  Unterstützung wäre dieser Beitrag nicht möglich gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong><br>Daily Worker, 12.04.1961 Nachtausgabe<br>Daily Worker, 12.04.1961 Hauptausgabe<br>Daily Worker, 13.04.1961<br>New York Herald Tribune, 13.04.1961<br>Le Figaro, 13.04.1961<br>Morgenpost, 22.04.1961<br>Die Sowjetunion heute, 6/15, 1961, Seite 21 Ein Rekord unverzeihlicher Unwahrheiten<br>Haimoff, The Cosmonaut Cover Up (1999) Videodokumentation </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zu Gagarins 80. Geburtstag: DAS Gagarin-Buch</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/zu-gagarins-80-geburtstag-das-gagarin-buch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 19:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Kowalski]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>“Heute 6:07 UT” erschien 2011 im Projekte-Verlag Cornelius GmbH Halle (Saale). Dazu eine Rezension von Andreas Weise, überarbeitet für Raumfahrer.net. Ich vertrete ja die Meinung, dass es möglich ist, durch intensives Zusammen- und Abschreiben aus den verschiedensten Quellen im Internet, gewürzt mit etwas eigenem Statement, schnell ein so genanntes „Sachbuch“ zum Thema bemannte Raumfahrt zusammen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">“Heute 6:07 UT” erschien 2011 im Projekte-Verlag Cornelius GmbH Halle (Saale). Dazu eine Rezension von Andreas Weise, überarbeitet für Raumfahrer.net. </h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/607UT300.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/607UT200.jpg" alt="Rezensent bei der Arbeit.
(Bild: privat)"/></a><figcaption>Rezensent bei der Arbeit.<br> (Bild: privat)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich vertrete ja die Meinung, dass es möglich ist, durch intensives Zusammen- und Abschreiben aus den verschiedensten Quellen im Internet, gewürzt mit etwas eigenem Statement, schnell ein so genanntes „Sachbuch“ zum Thema bemannte Raumfahrt zusammen zu schreiben, ohne dass man jemals überhaupt eine Rakete gesehen hat, einen Kosmonauten/Astronauten gesprochen hat oder sonst eine genauere Kenntnis von der Materie besitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In so manchen „Fachartikeln“ zum Thema „Gagarin“ wird schnell deutlich, ob es sich um Fastfood-Journalismus handelt, oder ob der Autor auch wirklich weiß, worüber er da gerade schreibt. Manche Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum trieft geradezu von Detailfehlern und Ungenauigkeiten. Außerdem habe ich den Eindruck, dass wann immer von neuen „Enthüllungen“ über die Pannen und Schwierigkeiten  rund um den Flug von Wostok 1 berichtet wird, regelmäßig ein wenig der Unterton der Häme mitschwingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Völlig zu unrecht! Denn mit jedem Detail des Fluges, das jetzt veröffentlicht wird, wird die Leistung des Fluges von Wostok 1 mit Gagarin als Frontmann und dem  Kollektiv von Wissenschaftlern und Technikern im Hintergrund nur noch größer und bedeutender zu bewerten sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard Kowalski hatte nun genau zum 50. Jahrestag von Gagarins Raumflug im April 2011 sein neues Buch vorgelegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines kurz vorweg: Nein, die Geschichte der bemannten Raumfahrt muss nicht umgeschrieben werden. Wer also in Gerhard Kowalskis neuem Buch das bis dato mutmaßlich super streng gehütete super geheime Geheimnis der Geheimnisse gelüftet haben will, wird enttäuscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch beim genauen Lesen stellt man fest: Dieses Buch bietet ungemein viel Einzel- und Detailwissen an. Und das sehr spannend präsentiert. Das liegt in erster Linie am Autor selber. Kowalski ist ein intimer Kenner der sowjetischen und russischen Kosmonautik, hat jahrzehntelang persönliche Kontakte zu entsprechenden Personen und Institutionen aufgebaut. Auf Grund seiner Sach- und Sprachkenntnisse, sowie seiner Sprachgewandtheit öffneten sich so manche Türen und Herzen  verschiedenster Protagonisten und damit Informationsquellen aus erster Hand. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Also: Der Mann weiß, was er schreibt, und worüber er schreibt. Hört sich simpel an, ist aber leider nicht immer die Regel auf dem hiesigen Büchermarkt. Das Buch selber ist keine Gagarin-Biographie, wie manchmal falsch vermutet. Das ist erfreulich,  würde doch die Ausbreitung des kompletten Lebenslaufes von Gagarin von seiner Geburt, seiner Kindheit an, über seine Lehre etc. viel umfangreicher und vielleicht auch ermüdender ausfallen und hätte auch viel weniger mit der Raumfahrt zu tun. In Kowalskis Werk wird vielmehr der Zeitraum 1960 bis 1968 mit den Ereignissen rund um Gagarin analysiert. Das alles ist mit scharfer Zunge formuliert und sehr  informativ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon einmal hatte Kowalski versucht, alle bekannten Fakten rund um den Gagarin-Flug in einem Buch zusammen zu fassen. „Die Gagarin-Story“ (Mit dem reißerischen Buchtitel war der Autor nie glücklich.) galt lange Zeit als das Standartwerk zum Thema. Die letzte überarbeitete Auflage erschien im Jahre 2000. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor erhielt seinerzeit nicht nur viel Zustimmung, sondern vereinzelt auch, sagen wir es einmal diplomatisch, einige verbale Unmutsbekundungen von DDR-Raumfahrtfans über manche Passage in diesem  Buch. Auch gibt es mittlerweile neuere, präzisere Erkenntnisse,  Bewertungen und Sichtweisen. Insofern bedurfte die „Die Gagarin-Story“ einer gründlichen Überarbeitung. Und wer Kowalski kennt, weiß, dass er sehr gründlich ist. Und das ganz speziell, wenn es um Gagarin geht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle Leser, die sich dem Thema Gagarin zum ersten Mal nähern wollen und die „Gagarin-Story“ nicht gelesen haben, ist dieses neue Buch eine Fundgrube. Kowalski hat wirklich alles, was zum Stichtag 12. April 2011 bekannt war, versucht zusammen zu fassen und zu Papier zu  bringen. Der aufmerksame Leser taucht nicht nur um die Ereignisse rund um den ersten bemannten Weltraumflug ein, sondern erfährt auch viel von der Atmosphäre, den Bedingungen, die zur damaligen Zeit in der  Sowjetunion herrschten. Zusatzinformationen, ohne die eine objektive Bewertung der gagarinschen Ereignisse heute nicht möglich ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Geduldig erklärt der Autor, warum die Ereignisse so ab liefen und nicht anders, welchen sachlichen und ideologischen Zwängen die handelnden Personen unterworfen waren. Insofern ist mit dem vorliegenden Buch ein neues Standartwerk zum Thema „Gagarin und der erster bemannter Raumflug“ präsent, das in seinem Umfang und seiner Detailgenauigkeit seines Gleichen sucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zum Leserkreis, der sich schon seit Jahren mit der Geschichte der bemannten Raumfahrt beschäftigt: Ich  bin mir noch nicht ganz sicher, ob man das vorliegende Werk eine stark überarbeitete Neuauflage der „Gagarin-Story“ nennen sollte, oder ob man von einem neuen eigenständigen Buch sprechen kann. Ich tendiere zu  ersterem, obwohl viel Neues und neu bewertetes drinnen steht. Ab und zu geht Kowalski auch direkt auf die „Gagrin-Story“ ein. Erläutert, warum etwas dort genau so steht, welche Missverständnisse es gegeben hat. Speziell bei der Problematik der Gagarin-Fallschirmlandung kommt das zum Ausdruck. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der aufmerksame Leser wird mit einer Flut von Namen, Ereignissen und Zeitdaten bombardiert, ohne dass die Lektüre langatmig wird. Ich selber habe mich dabei ertappt, wie ich alte historische Fotos aus meinem Archiv zu den beschrieben Ereignissen zugeordnet habe. Einiges ist mir gelungen, anderes nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was auffällt ist, dass das Buchmanuskript möglicherweise unter einem enormen Zeitdruck entstanden ist. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass der rote Faden doch ganz schön im Zick-Zack verläuft und bekannte Abschnitte aus der Gagarin-Story schnell mit neuen Textabsätzen ergänzt wurden. Da „holpert“ das Buch dann ein wenig. Letzteres ist sicher aber auch der Tatsache geschuldet, dass der Autor auf wirklich alles eingehen wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wenigen Unklarheiten (wenn es überhaupt welche sind), die ich persönlich zu erkennen denke, werden bestimmt in einer überarbeiteten Auflage verschwunden sein. Sicher gibt es dann auch wieder neue Erkenntnisse, und Neues zu berichten.<br>„Nach dem Buch ist vor dem (nächsten) Buch…!“<br>Und bestimmt arbeitet Kowalski schon an einer erweiterten Neuauflage. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut finde ich übrigens auch, dass der Autor auf den Text begleitende Fotos verzichtet hat. Wer sich einmal mit dem Durcheinander rund um gagarinsche Fotos beschäftigt hat, weiß, dass eine richtige Auswahl bestimmt nicht leicht gefallen wäre. Von lizenzrechtlichen Aspekten ganz zu schweigen. Hier besteht die Möglichkeit, sich voll auf den Textinhalt zu konzentrieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die handvoll Fotos im  Buchanhang hätten völlig weggelassen werden können. Sie sind von Inhalt und Qualität vernachlässigbar. Vielmehr hätte anstelle dieser Bilder  eine Grafik des Wostok-Raumschiffs, der Trägerrakete und eine Darstellung des Flugverlaufs hinein gepasst. Der Problematik, ein Buch für den Leser preislich attraktiv zu gestalten, wird man hier jedenfalls augenscheinlich gerecht. Viele gute Bücher werden leider nicht gekauft, weil sie einfach zu teuer sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fazit: Das vorliegende Buch ist ein Muss für jeden an Gagarin und der Geschichte der Raumfahrt interessierten Leser in Ost und West. </p>
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		<title>LRO-Daten: Lunochod 2 fuhr 42 km auf dem Mond</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lro-daten-lunochod-2-fuhr-42-km-auf-dem-mond/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jun 2013 14:34:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrstrecke]]></category>
		<category><![CDATA[LRO]]></category>
		<category><![CDATA[Lunochod]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Mondrover]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA (LRO) hat in den vergangenen Jahren die gesamte Oberfläche des Erdtrabanten in hoher Auflösung erfasst. Dabei sind auch die Fahrspuren des russischen Mondfahrzeugs Lunochod 2 aus dem Jahr 1973 erkennbar. Russische Wissenschaftler haben diese Daten analysiert und kommen zu dem Schluss, dass die bisher mit 37 km angegebene Fahrstrecke [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA (LRO) hat in den vergangenen Jahren die gesamte Oberfläche des Erdtrabanten in hoher Auflösung erfasst. Dabei sind auch die Fahrspuren des russischen Mondfahrzeugs Lunochod 2 aus dem Jahr 1973 erkennbar.</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23062013163419_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/23062013163419_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Lunochod 2 mit Fahrspuren auf dem Mond 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Russische Wissenschaftler haben diese Daten analysiert und kommen zu dem Schluss, dass die bisher mit 37 km angegebene Fahrstrecke des sowjetischen Fahrzeugs auf dem Mond um mehr als 5 km länger ist. Die Ermittlung der Strecke erfolgte 1973 durch ein spezielles Messrad, welches nicht angetrieben wurde. Es unterlag offenbar einem gewissen Schlupf, wodurch die Messung recht ungenau ausfiel. </p>



<p class="wp-block-paragraph">LRO verfügt über ein hochentwickeltes Kamerasystem und erreicht Auflösungen von 20 bis 50 Zentimetern pro Pixel. Dadurch sind die Fahrspuren relativ deutlich zu sehen. Ein Team von Wissenschaftlern aus der Hochschule für Vermessung und Kartierung hat diese eingehend studiert und deren Länge berechnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lunochod 2 landete an Bord von Luna 21 am 15. Januar 1973 auf dem Mond in der Nähe des Kraters Le Monnier. Die Fahrt begann am 18. Januar und endete am 3. Mai. Aufgrund von Staubablagerungen auf den Solarzellen konnte nicht mehr ausreichend elektrische Energie für den Weiterbetrieb gewonnen werden. Zuvor wurden 86 Panoramen und etwa 80.000 Fernsehbilder aufgezeichnet und zusammen mit weiteren Daten zur Erde übermittelt. An Bord des Fahrzeugs befanden sich 6 Fernsehkameras, ein Röntgenfluoreszenzspektrometer, ein Penetrometer, ein Protonendetektor, weitere Detektoren für Alpha- und Röntgenstrahlung, ein Astrophotometer, ein Magnetometer Solarzellen und Laserreflektoren. Eine Kamera war zudem an einem Ausleger befestigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4230.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Lunar Reconnaissance Orbiter</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6132.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Lunochod-2-Position</a></li></ul>
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		<title>Sowjetischer Mars-3-Lander gefunden?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sowjetischer-mars-3-lander-gefunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 07:54:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Fallschirm]]></category>
		<category><![CDATA[HiRise-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Lander]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[MRO]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf hochauflösenden Bildern des den Mars umlaufenden Mars Reconnaissance Orbiter wurden möglicherweise verschiedene Teile des sowjetischen Landers der Mission Mars 3 gefunden. Ein Beitrag von Gertrud Felber. Quelle: NASA. Im Jahr 1971 startete die Sowjetunion die Marssonden Mars 2 und Mars 3. Jede Mission bestand aus einem Orbiter und einem Lander. Obwohl der Mars von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Auf hochauflösenden Bildern des den Mars umlaufenden Mars Reconnaissance Orbiter wurden möglicherweise verschiedene Teile des sowjetischen Landers der Mission Mars 3 gefunden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Gertrud Felber. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042013095445_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042013095445_small_1.jpg" alt="NASA/JPL-Caltech/University of Arizona" width="500" height="255"/></a><figcaption>
Zusammenstellung von Bildern mit &#8222;verdächtigen&#8220; Objekten 
<br>
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1971 startete die Sowjetunion die Marssonden Mars 2 und Mars 3. Jede Mission bestand aus einem Orbiter und einem Lander. Obwohl der Mars von einem den gesamten Planeten umfassenden Sandsturm verdunkelt wurde, waren die beiden Orbiter ein Erfolg. Leider stürzte der Mars-2-Lander ab. Dem Lander von Mars 3 gelang eine erfolgreiche, weiche Landung auf dem Roten Planeten. Aus bisher unbekannten Gründen brach allerdings die Datenübertragung nach nur 14,5 Sekunden ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der vorhergesagte Landeplatz am Ptolemaeus-Krater befand sich bei 45 Grad südlicher Breite sowie 202 Grad östlicher Länge. Das erste Bildmosaik der HiRISE-Kamera dieses Gebietes wurde im November 2007 zusammengestellt und enthält 1,8 Milliarden Pixel. Um das Bild in voller Auflösung sehen zu können, wären etwa 1.000 heute typische Computermonitore erforderlich gewesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Witali Jegorow aus St. Petersburg durchsuchte sorgfältig viele kleine auffällige Bodenmerkmale und fand am 31. Dezember vergangenen Jahres einige aussichtsreiche Stellen für die Hardware von Mars 3. Nach einem Kontakt mit Alfred McEwen, Principal Investigator für die HiRISE-Kamera, wurde am 10. März diesen Jahres ein neues Bild des betreffenden Gebietes aufgenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fallschirm ist mit 11 Metern Durchmesser die markanteste Besonderheit in den Bildern. Er stellt sich als besonders heller Fleck von etwa 7,5 Metern Durchmesser dar. Eine Reihe weiterer Merkmale und deren Anordnungen auf dem Boden haben eine bemerkenswerte Übereinstimmung mit der bei Mars 3 verwendeten Hardware. Auch die Anordnung ist in etwa so, wie man sie nach einer Landung erwarten würde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abstiegsmodul war mit dem Landegerät über eine Kette verbunden. Es hat auf dem Bild die richtige Größe und zudem wurde auch eine Linie entdeckt, die obige Kette sein könnte. In der Nähe des Abstiegsmoduls ist ein Objekt zu erkennen, welches die richtige Form und Größe für den Lander hat und in der Form die vier offenen &#8222;Blütenblätter&#8220; darstellen könnte. Zum Hitzeschild passt ein schildförmiges Objekt in der richtigen Größe, auch wenn es teilweise begraben ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da alternative Erklärungen für die gefundenen Formen nicht ausgeschlossen werden  können, werden weitere Analysen erfolgen und weitere Bilder angefertigt, z.T. auch in einem 3D-Format, um im günstigsten Fall diese Interpretation zu bestätigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_3#Mars_2_und_3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars 3 und 3 in der Wikipedia</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4220.msg999999#msg999999" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Reconnaissance Orbiter (MRO)</a></li></ul>
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		<title>Wiedereintritt von Meteor-1-1</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wiedereintritt-von-meteor-1-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 05:51:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wettersatellit]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedereintritt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste sowjetische operationelle Wettersatellit, der seit 1969 um die Erde kreiste, beendet seine Existenz am frühen Morgen des 27. März 2012 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA, ITAR-TASS, RIAN, USSTRATCOM. Nach einer Vorserie mit acht erfolgreichen Starts und einem ersten fehlgeschlagenen Versuch am 1. Februar 1969 gelang es [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der erste sowjetische operationelle Wettersatellit, der seit 1969 um die Erde kreiste, beendet seine Existenz am frühen Morgen des 27. März 2012 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA, ITAR-TASS, RIAN, USSTRATCOM.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Vorserie mit acht erfolgreichen Starts und einem ersten fehlgeschlagenen Versuch am 1. Februar 1969 gelang es der damaligen Sowjetunion am 26. März 1969, auf einer Wostok-Rakete von Plesezk aus den ersten Satelliten aus der Serie der Meteor-1-Wettersatelliten mit dem Erzeugniscode 11F614 in den Weltraum zu transportieren. 
<br>
Dem beim Start zwischen 1,2 und 1,4 Tonnen schweren, Meteor-1-1 genannten, vom allrussischen Institut für Elektromechanik (VNII Elektromekhaniki) entwickelten Raumfahrzeug mit einem druckbeaufschlagten Zentralkörper war allerdings keine besonders lange aktive Betriebszeit beschieden. Nach Informationen der US-amerikanischen Raumfahrtagentur (NASA) endete der Einsatz des mit zwei selbstständig der Sonne folgenden Solarzellenauslegern ausgerüsteten, rund 5 Meter langen Satelliten mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Metern im Juli 1970. Möglicherweise verlor der Zentralkörper durch temperaturbedingte Verformungen und nicht entsprechend ausgelegte Abdichtungen an Durchlässen für Leitungen seine Dichtigkeit, was letztlich zum Versagen bestimmter Satellitensysteme führte, die nicht für einen Einsatz im Vakuum des Weltraums ausgelegt waren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des aktiven Betriebs des Satelliten lieferte dieser aus rund 650 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche Daten zum aktuellen Wettergeschehen, der Wolkenbedeckung, über mit Eis und Schnee bedeckte Flächen am Boden, und zu von der Atmosphäre auf Tag- und Nachtseite abgestrahlten und reflektierten Energiemengen. Ein Teil der gewonnenen Daten und Bilder wurden meteorologischen Zentren in aller Welt zur Verfügung gestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Verlauf der letzten 42 Jahre sank die Bahn des seit seinem Versagen schweigenden Erdtrabanten zunächst nur langsam ab. Ab 2011 stieg der täglich Verlust an Flughöhe jedoch immer weiter an, so dass ein Wiedereintritt in Kürze immer wahrscheinlicher wurde. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung rechnete damit, dass der Wiedereintritt von Meteor-1-1 am 27. März 2012 gegen 1:13 Uhr MESZ beginnt. Sollten Teile des Satelliten den feurigen Sturz durch die Atmosphäre überstanden haben, werden sie vermutlich südlich von Sri Lanka in den Indischen Ozean gefallen sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meteor-1-1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 3.835 bzw. als COSPAR-Objekt 1969-029A. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update:</strong> <br>Die Weltraumüberwachung der russischen Weltraumtruppen berichtet, dass der Wiedereintritt von Meteor-1-1 am 27. März 2012 gegen 0:17 Uhr MESZ erfolgte und mögliche Überreste des Satelliten in der Antarktis in der Region von Queen Maud Land rund 690 Kilometer von der argentinischen Forschungsstation Belgrano II entfernt zu Boden gefallen sein müssten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update Nr. 2:</strong> <br>Nach Angaben der US-amerikanischen Weltraumüberwachung ist Meteor 1-1 am 26. März 2012 gegen 23:22 Uhr MESZ über der Südmongolei wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Als Koordinaten für den Ort des Eintritts werden 47 Grad nördliche Breite und 95 Grad östliche Länge genannt. </p>
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		<title>50 Jahre bemannte Raumfahrt – ein Ausblick zurück (2011)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-bemannte-raumfahrt-ein-ausblick-zurueck-2011/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 17:45:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Gagarin]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 12. April 1961 begann für die Menschheit ein neues Zeitalter. Erstmals war ein Mensch in der Lage, seinen Heimatplaneten zu verlassen. Dieses Ziel zu erreichen, hatte zuvor viel Anstrengung gekostet, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft beflügelt. Der Raumflug selbst war in der Lage, weltweit Massen zu begeistern, sich weit höhere Ziele zu stecken und diese, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 12. April 1961 begann für die Menschheit ein neues Zeitalter. Erstmals war ein Mensch in der Lage, seinen Heimatplaneten zu verlassen. Dieses Ziel zu erreichen, hatte zuvor viel Anstrengung gekostet, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft beflügelt. Der Raumflug selbst war in der Lage, weltweit Massen zu begeistern, sich weit höhere Ziele zu stecken und diese, bis zu einem gewissen Punkt, auch zu erreichen. Was bedeutet er uns heute? </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wikipedia-juri-gagarin.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wikipedia-juri-gagarin-260.jpg" alt="Juri Gagarin
(Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur via Wikipedia)"/></a><figcaption>Juri Gagarin<br> (Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur via Wikipedia)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Über die damalige Situation kann man sich mit Hilfe des Internets – auch irgendwie eine Folge des technischen und politischen Wettstreits der 1950er und nachfolgenden Jahre – informieren. Fernsehbildröhren waren klein, abgerundet und lieferten vom zumeist einzigen empfangbaren Programm schwarzweiße Bilder, Computer waren dem Normalbürger nur vom Hörensagen bekannt, technische Geräte allgemein funktionierten mit wenigen Knöpfen für jeweils eine Funktion, Autos hatten außer vielleicht einem Radio keine Elektronik, das Universum hatte noch eine (bekannte) Ausdehung von 100 Millionen Lichtjahren, Milch konnte man in selbst mitgebrachten Kannen kaufen, der Eismann brachte einmal wöchentlich  Blöcke aus Wassereis, Bett- und Tischwäsche wurde durch eine Mangel gedreht und Telefone waren (nur) zum Telefonieren da und dies auch noch von einem festen Ort aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Asche zweier Weltkriege entstand aus einem Kriegsgerät – politisch gesehen zunächst mehr aus propagandistischen Erwägungen heraus – eine Möglichkeit, Geräte und Menschen ins All zu schicken, um dieses zu erforschen. Dabei lernten wir  dort viel mehr über unseren Heimatplaneten und uns selbst. Fotos vom blauen Planeten mit der verletzlich dünnen Atmosphäre haben unser Bild von der Erde gewandelt. Technische Entwicklungen, die zunächst für die Raumfahrt gemacht oder durch sie beschleunigt wurden, haben längst Einzug in unseren Alltag gehalten und ihn stark verändert.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wostok-1-start.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/02/wostok-1-start-260.jpg" alt="Trägerrakete Wostok beim Start
(Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur)"/></a><figcaption>Trägerrakete Wostok beim Start<br> (Bildquelle unbekannt, vermutlich sowjetische Raumfahrt- oder Presseagentur)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur Raumfahrt. Die schnellen Fortschritte der 1960er und 70er Jahre, Gruppenflug mehrerer Raumschiffe, Außenbordarbeit, Kopplung, Mondflug, Mondlandung, Raumstation und Raumgleiterpläne, beflügelten die Phantasie. Die Zukunft im All schien vorgezeichnet: Mondstation, Orbitalkomplexe für Tausende Menschen, Mars und gar die erste interstellare Sonde. Weiter: intelligente Maschinen, Warpantrieb, Beamen, Weltfrieden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist davon geblieben? Wo liegt der Sinn der (bemannten) Raumfahrt heute? Viele Fragen stellen sich, auf die nur schwer eine konkrete Antwort zu finden ist. Zudem fällt diese Antwort für jeden anders aus. Die Begeisterung der Redaktions- und Forenmitglieder von Raumfahrer.net für Raumfahrt, Astronomie und Technik teilt bei weitem nicht jeder. Wir haben nämlich auch die negativen Folgen dieser Entwicklung kennengelernt. Außerdem ist vielfach die Begeisterung für dieses Neue, Atemberaubende der Normalität des  Wirtschaftsalltags gewichen. Raumfahrt ist für viele Unternehmen und Personen überwiegend ein Geschäft oder ein Job. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur bei außergewöhnlichen Entdeckungen, Initiativen oder Jubiläen hebt mancher  einmal staunend seinen Kopf. Tausend Planeten bei anderen Sternen, kleine Firmen, die für den Preis eines Stadt-Bahntunnels ein Raumfahrzeug, Trägersystem, Produktions- und Startanlagen entwickeln und erfolgreich testen, die Begegnung mit Menschen, die die Erde aus 300 oder 300.000 Kilometern Entfernung gesehen haben, Kinder und auch Erwachsene, die mit verwundertem Blick die hellen Lichtpunkte verfolgen, welche Raumfähren und Raumstation an den Himmel zeichnen! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist ein Tag, an dem man sich im schrillen, bunten und eckigen Fernsehen oder im Internet-Universum über einen Tag informieren kann, an dem die Welt aus positivem Anlass den Atem anhielt aber trotzdem mancher darüber erschrak. Heute ist ein Tag, an dem man sich mit wildfremden Leuten über das Thema Raumfahrt unterhalten kann, ohne gleich als Spinner angesehen zu werden. Heute ist ein Tag, an dem man über das Universum und unsere Rolle darin nachdenken sollte. Heute ist ein Tag, an dem man an das Staunen erinnern oder es in den Augen von Leuten sehen kann, die sich ganz neu damit auseinandersetzen. Heute ist der Tag der Raumfahrt, weltweit! </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/50-jahre-bemannte-raumfahrt-ein-ausblick-zurueck-2011/" data-wpel-link="internal">50 Jahre bemannte Raumfahrt – ein Ausblick zurück (2011)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sputnik 1 nach 52 Jahren wiederentdeckt (update)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-nach-52-jahren-wiederentdeckt-update/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 05:21:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Umlaufbahn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Drei Studenten aus Sevilla/Spanien haben den ersten von Menschenhand geschaffenen Erdsatelliten in einer Umlaufbahn wiederentdeckt (Vorsicht, das war unser Aprilscherz). Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: GoogleNews, MySpace, Facebook, Wamba. Sputnik 1 war von der Sowjetunion am 04. Oktober 1957 von Baikonur im heutigen Kasachstan als erstes künstliches Objekt in eine Umlaufbahn um die Erde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-e6420233">Drei Studenten aus Sevilla/Spanien haben den ersten von Menschenhand geschaffenen Erdsatelliten in einer Umlaufbahn wiederentdeckt (Vorsicht, das war unser Aprilscherz).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: GoogleNews, MySpace, Facebook, Wamba.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized advgb-dyn-c6be0f48"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042010072101_small_1.jpg" alt="Bildquelle" width="260"/><figcaption class="wp-element-caption">
Replik von Sputnik 1 
<br>
</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Sputnik 1</i> war von der Sowjetunion am 04. Oktober 1957 von Baikonur im heutigen Kasachstan als erstes künstliches Objekt in eine Umlaufbahn um die Erde gestartet worden. Im Kalten Krieg löste dieses Ereignis den Sputnikschock in den USA aus. Der dadurch angekurbelte Wettlauf gipfelte in der Mondlandung der Amerikaner 1969. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 83,6 Kilogramm schwere Satellit wurde auf einer um 65,1 Grad gegenüber dem Äquator geneigten Bahn ausgesetzt, welche bis in 939 Kilometer Höhe reichte. Nachdem sein Signal verstummt war, hatte man erwartet, dass er nach mehreren Monaten wieder in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen würde. In den folgenden Monaten wurden weitere Sputniks sowie auch der erste US-amerikanische Satellit gestartet und die Erforschung des Weltraums begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Studenten aus Sevilla/Spanien haben den ältesten Satelliten jetzt überraschend wiedergefunden. &#8222;Es war eine Wette von meinem Geburtstag. Ich habe vorhergesagt, dass man Sputnik wiederfinden kann, wenn er noch da ist.&#8220; sagte Marco Luengo. Gemeinsam mit Freunden hat er auf Rechnern der Universität den letzten bekannten Orbit von <i>Sputnik 1</i> mit heutigen Daten zu Erdgravitation und Orbitstörungen simuliert. </p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large is-resized advgb-dyn-7457dea2"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01042010072101_small_2.jpg" alt="Bildquelle" width="260"/><figcaption class="wp-element-caption">
Himmelsspur von Sputnik 1, aufgenommen am 21. März 2010 in Sevilla. 
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</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Überraschung wurde mit sehr hoher Sicherheit berechnet, dass <i>Sputnik 1</i> noch im Orbit sein konnte, wenn auch auf einer deutlich veränderten Umlaufbahn. In ihrer Simulation haben die Stundenten heutige Daten zu Erdgravitation, Form der Erde, jahreszeitlichen Schwankungen der Atmosphärenhöhe, Strahlungsdruck der Sonne und Störungen durch die kombinierte Gravitation von Mond und Sonne berücksichtigt. Dabei hat sich der Trend zum Orbitverfall durch die Summe der Störungen nach zweieinhalb Monaten im Orbit umgekehrt und den Orbit langsam wieder stabilisiert. Über die folgenden 52 Jahre hat sich der Orbit dabei deutlich verändert. Sowohl Exzentrizität als auch Bahnebene haben sich verschoben. &#8222;Er hat sich Orbitenergie von der Erde und vom Mond geklaut.&#8220; erklären die Drei einfach das Ergebnis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihren Ergebnissen haben die Studenten <i>Sputnik 1</i> am Nachthimmel gesucht. Durch seine polierte Oberfläche war er bereits 1957 auf entsprechenden Aufnahmen bei seinen Überflügen zu sehen gewesen. Diesmal mussten sie drei Wochen warten, bis sich optimale Beleuchtungsverhältnisse über Sevilla eingestellt hatten. Am 21. März 2010 war es dann so weit. Auf ihren Langzeitbelichtungen konnten sie die Spur von <i>Sputnik 1</i> sehen. &#8222;Die Beobachtungsdaten sind überraschend nah an unseren Vorhersagen&#8220;, freut sich Luengo. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weltweit begeistern sich Raumfahrtenthusiasten. Im Internet werden bereits Beobachtungsdaten ausgetauscht und Spotting-Events geplant, um gemeinsam die Überflüge fotografieren zu können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Update 02. April 2010<br>    Nach nochmaliger Überprüfung unseren Gewissens müssen wir bekanntgeben, dass gestern doch nur der 1. April war.</strong>
<br>
<strong>Verwandte Meldungen vom 1. April</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/besatzung-ueberraschend-von-iss-zurueckgekehrt/" data-wpel-link="internal">Besatzung überraschend von ISS zurückgekehrt</a> (1. April 2003)</li>



<li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-rover-sonderseite-zum-sensationellen-fund-online/" data-wpel-link="internal">Mars Rover: Sonderseite zum sensationellen Fund online!</a> (1. April 2005)</li>



<li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/zusammenstoss-am-mars/" data-wpel-link="internal">Zusammenstoß am Mars?</a> (1. April 2006)</li>



<li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/nordkorea-startet-ueberraschend-marsmission/" data-wpel-link="internal">Nordkorea startet überraschend Marsmission</a> (1. April 2008)</li>
</ul>
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		<title>Projekt Wostok</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Apr 2004 13:32:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[R-7]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok]]></category>
		<category><![CDATA[Wostok 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das sowjetische Wostok-Programm (zu deutsch &#8222;Osten&#8220;), zunächst ein militärisch-propagandistisches Projekt, welches später als direkte Antwot auf das NASA-Programm &#8222;Man In Space Soonest&#8220; gewertet wurde, trieb den Wettlauf im All zu Beginn der 1960-er Jahre auf einen vorläufigen Höhepunkt. Mit der Entwicklung einer einfachen Kapsel auf Basis vorhandener unbemannter militärischer Konzepte, gelang es, mehrere Monate vor den Amerikanern einen Menschen ins All zu bringen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Alexander Höhn. Update 2017 durch Uwe Rätsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Daten</strong><br>Das Wostok-Raumschiff bestand aus zwei wesentlichen Elementen: der kugelförmigen Kapsel (Durchmesser: 2,3 m, Volumen: 1,6 m³, Masse: 2,46 t) für den jeweiligen Raumfahrer inklusive der benötigten Steuerkontrollen sowie einem angrenzenden doppelkegeligen Geräteteil (Durchmesser: 2,43 m, Länge: 2,25 m, Masse: 2,27 t), welcher im wesentlichen das Bremstriebwerk samt Treibstoff beinhaltete.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_02_260.jpg" alt=""/><figcaption>Ein frühes Wostok-Modell<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Erde zurückgeführt werden konnte nur die kugelförmige Kapsel, die zum Schutz vor der Reibungshitze beim Wiedereintritt mit einer 3 bis 11 Zentimeter dicken Asbest-Kunstharz-Verbundschicht umhüllt war. Der Gesamtkomplex hatte eine Masse von 4,73 t, im Verbund mit Block-E sogar 6,17 t. Wostok war 4,41 m lang, bzw. mit Block-E 7,35 m.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Kapselwand existierten drei mit 1,2 m Durchmesser recht große Luken, durch die der Kosmonaut einstieg, der Fallschirm herausgeschossen bzw. Gerätschaften installiert wurden. Drei kleinere Luken mit einem Durchmesser von jeweils 25 cm dienten der Erdbeobachtung und als Navigationshilfe bzw. als optisches Visier und ließen sich während des Wiedereintritts durch kleine Jalousien verschließen. Die technische und wissenschaftliche Ausrüstung der Kapsel mit einer Masse von knapp 800 kg bestand hauptsächlich aus Telemetrie- und Kommunikationssystemen, aber auch Landesensoren und dem Landefallschirm. Der Kosmonaut saß auf einer Art Schleudersitz, welcher vor der Landung herauskatapultiert wurde. Grund für diese Prozedur war der Umstand, dass man mit der kugelförmigen Kapsel nur ballistische Landungen durchführen konnte, was für den Raumfahrer Belastungen bis 10 g bedeutete und es außerdem erschwerte, die Kapsel vor dem Aufschlag genügend abzubremsen. Somit hielt man die Sicherheit des Kosmonauten für vorrangig und ließ ihn separat an einem Fallschirm landen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schleudersitz diente im Falle einer Havarie der Trägerrakete auf der Startrampe oder in den ersten Flugsekunden ebenfalls als Sicherheitssystem, welches den Kosmonauten aus dem direkten Gefahrenbereich hätte retten können. In der Kapsel herrschte irdische Normalatmosphäre. Von dem ursprünglichen Plan, wie die Amerikaner reinen Sauerstoff zu verwenden, sah man aufgrund der damit verbundenen Gefahren ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geräteteil blieb während des Fluges zwei über Kreuz angeordnete metallene Spannbänder mit der Kapsel verbunden, welche nach Brennschluss des Triebwerks bzw. unmittelbar vor dem Wiedereintritt abgesprengt wurden. Als Triebwerk fand das Issajews TDU-1 auf Basis von Salpetersäure und einem Amintreibstoff mit einem 45 Sekunden langen Schub von 15,83 kN Verwendung. Das Manövrieren im Raum wurde von mit 2 x 16 Stickstoffdüsen verbundenen Infrarotsensoren gesichert. Zur Versorgung des Raumschiffs sowie aller Systeme inkl. Kapsel wurden außen 14 Druckgasbehälter mit Sauerstoff, Stickstoff und reiner Luft angebracht. Als primäre (und einzige) Energiequelle dienten chemische Batterien mit einer Betriebsdauer von 10 Tagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entwicklung</strong><br>Zu Beginn der sowjetischen Raumfahrt lagen die Wurzeln jedes Programms natürlich im militärisch-industriellen Komplex. Dies wussten auch die Konstrukteure, allen voran Sergei Koroljow, die mit zivilen Projekten keinerlei Chance auf eine Finanzierung oder nennenswerte staatliche Unterstützung gehabt hätten. Die Rüstungsindustrie spielte generell eine entscheidende Rolle bei der Präsenz der UdSSR im Weltall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das OKB-1, also Koroljows Konstruktionsbüro, erhielt 1956 den Auftrag einen Foto-Aufklärungssatelliten unter der Bezeichnung &#8222;Zenit&#8220; zu entwickeln. Zenit sollte mangels leistungsstarker Übertragungstechnik die geschossenen Bilder in einer kleinen Kapsel zur Erde zurückführen, um sie erst dort zu entwickeln und auszuwerten. Mit diesem Programm war bereits vor dem Start von Sputnik die Instrumentalisierung der Raumfahrt als direkte (Spionage) aber auch als indirekte (Propaganda) Waffe des Kalten Krieges beschlossene Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Umstand bewog den damaligen Parteichef Chruschtschow, dem gesamten Raumfahrtprogramm höchste Priorität einzuräumen und dieses militärisch und technisch nutzbar zu machen, um unter allen Umständen schnellstmöglich Erfolge vorzeigen zu können. Damit rückte auch die lange vorher erwogene Möglichkeit, einen Menschen ins All zu schießen, in der Mittelpunkt aller Planungen. Koroljow erhielt schließlich im Sommer 1956 den offiziellen Auftrag zur Entwicklung eines bemannten Raumschiffes unter der Bezeichnung &#8222;Wostok&#8220; und begann dann Anfang 1958 mit intensiveren Planungen. Etwa zur gleichen Zeit verkündeten die Amerikaner stolz, dass man es schaffen werde, als erste Nation binnen weniger Monate einen Menschen ins All und wohlbehalten zurückzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg zu diesem Ziel war für die Sowjets weit weniger steinig als für die Amerikaner. Letztere hatten bereits im voraus massive Rückschläge in ihrem unbemannten Programm hinnehmen müssen und verfügten über keine ausreichend leistungsfähige Rakete, die eine vergleichsweise schwere bemannte Kapsel ins All hätte hieven können. Anders die Sowjets: ihnen stand die universell einsetzbare und sehr leistungsfähige Interkontinentalrakete R-7 (&#8222;Semjorka&#8220;) zur Verfügung, deren Konstruktion in wesentlichen Bereichen auf der deutschen A-4 (auch bekannt als V-2) beruhte, welche man nach Kriegsende in die Sowjetunion brachte und dort weiterentwickelte. Letztlich konnte Koroljow für das bemannte Raumschiff auch einfach auf die Zenit-Kapsel zurückgreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Kapsel mit einem Durchmesser von 2,3 Metern ließ sich mühelos ein Kosmonaut samt Lebenserhaltungssystem unterbringen. Zu Beginn des Wostok-Programms war allerdings das letztendliche Missionsszenario mehr als unklar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So erwog man anfangs, ähnlich wie es die Amerikaner dann auch verwirklichten, einen ballistischen Flug mit Hilfe einer Höhenrakete durchzuführen und somit die Erde nicht zu umkreisen. Einer der energischsten Gegner dieses Plans war letztendlich Koroljow selbst, der zwar um die relative technische Leichtigkeit eines solchen Unterfangens wusste, aber auch erkannte, dass dies kein wirklicher Raumflug war. Die Amerikaner ließen sich nur durch die Formel &#8222;schneller &#8211; höher &#8211; weiter&#8220; (zumindest in den Augen der Öffentlichkeit) schlagen, und da war eine Erdumkreisung, also ein orbitaler Flug, weitaus besser geeignet als ein kleiner ballistischer Hopser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zu jenen Planungen wurde die Oberstufe Block-E für die bereits angesprochene R-7-Rakete konzipiert. Bereits 1957 qualifizierte sich die R-7 durch den erfolgreichen Sputnikstart für ihren Einsatz in der Raumfahrt. Durch die erhöhte Nutzlast war allerdings eine modifizierte Oberstufe nötig, welche die mehrere Tonnen schwere Wostok-Kapsel auf eine ausreichend hohe Bahn bringen konnte. Koroljow dachte bei Block-E noch weiter: so ließen sich mit dieser Oberstufe in Kombination mit der nun dreistufigen R-7, welche in abgewandelter Form noch heute das Rückgrat der russischen Raumfahrt bildet, alle Arten schwerer Erdsatelliten, aber auch Mond- und Planetensonden ins All bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch konnte man die Zeit nicht aus den Augen verlieren. Mit Abschluss der Vorarbeiten im April 1958 wurde klar, dass man sich viel Zeit und Energie sparen könnte, indem man auf ein ausgefeiltes Landesystem verzichtete und stattdessen den Kosmonauten nach dem Wiedereintritt in einer bestimmten Höhe aus der Kapsel hinauskatapultieren und unabhängig von der eigentlichen Kapsel landen ließe. Im gleichen Zug mit Abschluss der Planungsphase wurde eiligst eine Kommission für bemannte Weltraumflüge unter Vorsitz von Konstantin Rudnew, seines Zeichens bereits Vorsitzender des Komitees für Verteidigungstechnologie (GKOT), gebildet, um die Anstrengungen des Wostok-Programms besser zu koordinieren und zu zentralisieren. Zu Rudnews Stellvertreter wurde Sergei Koroljow selbst berufen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_04_320.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_04_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>R-7 in der Version Luna beim Start.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rat der Chefkonstrukteure der UdSSR fasste im November 1958 den Beschluss, einen bemannten Raumflug intensiv vorzubereiten und diesem als ziviles Projekt allerhöchste Priorität selbst vor vergleichbaren militärischen Plänen einzuräumen. Auch wurde hier der Beschluss gefasst, die Mission auf alle Fälle als orbitalen Flug durchzuführen. Bereits Anfang 1959 konnte man mit dem Bau der Wostok-Kapsel beginnen und war damit im Vergleich zu den Amerikanern erneut im zeitlichen und organisatorischen Vorteil. Ungünstig auf die Qualität des gesamten Projekts wirkte sich der Brauch aus, Konstruktion und Bau gleichzeitig ablaufen zu lassen. Damit wurde es kaum möglich, die Kapsel auf der Erde zu erproben und man nahm auch weitere Risiken in Kauf, um das Wettrennen ins All für sich zu entscheiden. Jedenfalls konnte man im Herbst dieses Jahres im Werk Kuibyschew (heute Samara) ein erstes &#8222;elektrisches Analog&#8220;, eine komplette Kapsel ohne Hitzeschild, fertig stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem Schritt wurde die maßgebliche technische Ausgestaltung des Programms abgeschlossen, und die neue Oberstufe machte die R-7 zu einer der erfolgreichsten, sichersten und zuverlässigsten Trägerraketen der Welt und einem langlebigen Arbeitspferd der sowjetischen Raumfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwa parallel mit der Fertigstellung des elektrischen Analogs begann man eine intensivere Testphase, die mit Abwurftests mit der Wostok-Kapsel begann. Im Gegensatz zu den USA konnte man viele wertvolle Monate Zeit sparen, da man aufgrund der Kugelgestalt nicht erst, wie bei den Mercury-Kapseln der NASA mit ihrer Kegelform der Fall, das Flugverhalten der Kapsel untersuchen musste. Ebenfalls wurde eine Reihe von Katapulttests durchgeführt, um die Landesequenz, neben dem Start der risikoreichste Teil der gesamten Mission, zu simulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feuertaufe bestand das Wostok-Raumschiff am 15. Mai 1960, als man eine vereinfachte unbemannte Kapsel (Wostok 1KP, &#8222;prostjeschij&#8220; = &#8222;einfach&#8220;) unter der Bezeichnung &#8222;Korabl 1&#8220; (Raumschiff 1, im Westen irreführend auch als Sputnik 4 bezeichnet) in eine annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn brachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zur späteren Variante, glich Korabl 1 eher dem Zenit-Satelliten und besaß zwei Solarpaneele, dafür aber keinerlei Lebenserhaltungs- oder Landesysteme. Auch über eine Hitzeschutzschicht für den Wiedereintritt verfügte die Kapsel noch nicht. Zur Unzufriedenheit aller Beteiligten gab es enorme Probleme mit der Sprechfunkverbindung, die man probeweise zum Raumschiff aufbaute. Am 19. Mai kam es zum Test des Bremstriebwerks TDU, womit man einen wesentlichen und sehr riskanten Teil der Mission nachstellte. Durch einen Fehler in einem Infrarotsensor orientierte sich Korabl 1 allerdings falsch, und das Triebwerk leitete nicht den Abstieg ein, sondern brachte das Raumschiff auf eine noch höhere Umlaufbahn. Später verglühten Kapsel und Geräteteil wie geplant in der Atmosphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen derben Rückschlag erhielt das Programm am 28. Juli desselben Jahres, als eine vollständig ausgerüstete und mit der später eingesetzten Version annähernd identische Kapsel (Bezeichnung Wostok 1K No. 1) mit den beiden Hunden Tschaika und Lisitschka an Bord etwa 19 Sekunden nach dem Start infolge eines Triebwerksschadens in einem der Außenblöcke explodierte und rund 2.000 Meter vom Startplatz entfernt aufschlug und zerschellte. Die Hunde hatten dabei nicht die Spur einer Chance, was die Notwendigkeit eines Havarierettungssystems drastisch vor Augen führte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_03_320.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_03_260.jpg" alt=""/></a><figcaption><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/nav/spacer.gif" alt="" width="4" height="4">Weltraumhündin Strelka nach der Landung.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fehlstart wurde selbstverständlich nicht bekannt gegeben, stattdessen wiederholte man den Start bereits am 19. August, woraufhin die Kapsel mit der Bezeichnung Korabl 2 (Sputnik 5) mit den beiden Hunden Belka und Strelka sowie zwei Ratten und vierzig Mäuse an Bord die vorgesehene Erdumlaufbahn erreichte. Bereits am 20. August, nach rund 17 Erdorbits, landete die Kapsel sicher nahe der Ortschaft Orsk. Die an Bord befindlichen Tiere wurden wie geplant aus der Kapsel katapultiert und dabei einer Beschleunigung von bis zu 10 g ausgesetzt, überlebten aber die Strapazen und bewiesen die Einsatzfähigkeit des Verbundes R-7/Block E/Wostok. Unterdessen beobachteten auch die Amerikaner die Vortastversuche der Sowjets mit Besorgnis, schließlich ließen Ergebnisse ihres Mercury-Programms weiterhin auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1960 wurden weitere Details zu den folgenden, unbemannten Missionen klar. Es wurden verschiedene Designveränderungen, Vereinfachungen und Masseeinsparungen, aber auch Einzelheiten zum Rettungssystem und zum Raumanzug SK-1 besprochen und beschlossen. Am 19. September unterbreiteten dann verschiedene Persönlichkeiten, unter ihnen Koroljow, der Chef der Raketentruppen Nedelin, der stellvertretende Ministerpräsident Ustinow sowie der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der UdSSR Keldysch, dem ZK der KPdSU die Empfehlung, den Termin für den ersten bemannten Raumflug in den Dezember zu verlegen. Die Zustimmung von ZK und Ministerrat kam am 11. Oktober und machte den Weg für den Raumflug frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch damit war es nicht geschehen. Einzelne Systeme, darunter der lebenswichtige Schleudersitz, erwiesen sich als nicht funktionsfähig, bzw. wiesen Fehlfunktionen auf, welche bei einem Test des Schleudersitzes sogar das Leben eines Probanden forderten. Damit wurde ungewiss, ob sich der Termin im Dezember einhalten lassen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Ausschlag für die Streichung des Fluges im Dezember gab letztendlich die &#8222;personelle Lücke&#8220;, welche eine Explosion der neu konstruierten Interkontinentalrakete R-16 aus dem OKB Jangel am 24. Oktober 1960 auf einem Startpodest des Kosmodroms Baikonur hinterließ. Rund 100 führende Raumfahrtspezialisten kamen bei dem Inferno ums Leben, unter ihnen der Chef der Raketentruppen, Marschall Nedelin, gleichzeitig einer der maßgeblichen Förderer der Raumfahrtprogramms.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man entschied sich aus Sicherheitsgründen für zwei weitere unbemannte Flüge im Dezember. Den Auftakt bildete am 1. Dezember Korabl 3 (1K No. 5), bei dem unter anderem die beiden Hunde Ptscholka und Muschka an Bord waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Einleiten der Rückkehr befand sich die Kapsel wegen eines Defekts im Stabilisierungssystems in einer taumelnden Bewegung. Der Schubvektor des Bremstriebwerks war deshalb nicht genau entgegen der Flugrichtung gerichtet. Obwohl das Triebwerk die vorgesehene Zeit brannte, war infolge dessen die Bremswirkung zu gering. Das an Bord des Raumschiffs befindliche Selbstzerstörungssystem war so programmiert, dass es aktiviert wurde, wenn nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraumes nach der Zündung des Bremstriebwerks die Bremsverzögerung des Wiedereintritts einsetzte. Man wollte damit verhindern, dass das Raumschiff im Ausland landet und in fremde Hände fällt. Genau das war nun der Fall, weshalb das Selbstzerstörungssystem in Aktion trat und das Raumschiff in Stücke riss.<br><em>(Quelle: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band der Sieg Koroljows, Seite 387.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Termin für den bemannten Start rutschte daher weiter ins Jahr 1961.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch das folgende Korabl-Raumschiff (1K No. 6) stand unter keinem glücklichen Stern. Beim Start am 22. Dezember 1960 kam in der Oberstufe der Wostok-Rakete (Block E) erstmals das neue Triebwerk RO-7 zum Einsatz. Bei allen vorherigen Starts wurde noch das ältere RO-5 verwendet. Prompt kam es mit dem neuen Triebwerk zu Problemen: Es versagte, sodass nur ein ballistische Flug über eine Entfernung von 3.500 km möglich war. Die Notlandung erfolgte bei ca. minus 40 Grad Celsius in Jakutien. Wegen eines durchgebrannten Kabels war allerdings die Kabine mit den Hunden Kometa und Tschutka nicht aus der Kapsel katapultiert worden. Das erwies sich nun als Glücksfall, denn trotz des strengen Frostes blieben die Hunde dadurch am Leben und konnten nach zwei Tagen stark unterkühlt aber ansonsten unversehrt geborgen werden.<br><em>(Quellen: Boris Tschertok, Raketen und Menschen, Band: Der Sieg Koroljows, Seiten 387/388. Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dieser Vorfall gab zu denken, der erste bemannte Raumflug musste unter allen Umständen erfolgreich verlaufen. Der Tod eines Raumfahrers könnte dem gesamten sowjetischen Programm den Todesstoß versetzen. Um die Gefahren zu minimieren, modifizierte man die Kapsel unter der Bezeichnung 3KA erneut. So erhöhte man z.B. die Stärke des aus Asbest bestehenden Hitzeschutzschildes von 3 auf 13 cm. Ebenfalls erging der Beschluss, dass der erste Raumflug die Erde nur einmal (= 90 Minuten) anstelle der geplanten 17-mal (was einem eintägigen Flug entspräche) umrunden sollte. Unterdessen kündigten die Amerikaner ihren ersten suborbitalen Flug für den 28. April 196a an. Die Parteiführung drängte nun, den Flug unter allen Umständen vor diesem Termin durchzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um einige abschließende Tests durchzuführen, fertigte man sogenannte &#8222;Space Dummies&#8220;, also menschengroße und -schwere Puppen, welche dem Wostok-System das &#8222;Space Proof&#8220;-Siegel verleihen sollten. Die Dummies trugen auch bereits die für die späteren bemannten Flüge vorgesehenen Raumanzüge des Typs SK-1. Bei dem anderthalbstündigen Flug von Korabl 4 (3KA No. 1) am 9. März 1961 lief dann auch alles wie geplant, und sowohl der an Bord befindliche Hund Tschernuschka, als auch der Dummie „Iwan Iwanowitsch“ waren nach der Landung rund 260 km nordöstlich der Stadt Kuibyschew (heute Samara) wohlauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Start von Korabl 5 (3KA No. 2) am 25. März waren in Baikonur erstmals sechs Kosmonautenkandidaten anwesend. Auch dieser Flug mit dem Hund Swjosdotschka und dem Dummie &#8222;Iwan Iwanowitsch Nr. 2&#8220; an Bord verlief planmäßig, nur bei der Landung wurde das eigentliche Zielgebiet um rund 660 km verfehlt und die Kapsel ging rund 80 km von der Gebietshauptstadt Udmurtiens, Ishewsk, entfernt nieder.<br><em>(Quelle: Stefan Wotzlaw, Das Wostok-Programm, Schriftenreihe der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz e.V.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesem abschließenden Tests gaben die Konstrukteure ihr &#8222;Go&#8220; und schon der nächste Flug würde Anfang April bemannt durchgeführt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kosmonautengruppe Nr. 1</strong><br>Der menschliche Faktor für einen Raumflug wurde von Koroljow zu keinem Zeitpunkt unterschätzt, und so begann man Anfang 1959 mit der akribischen Suche nach geeigneten Kandidaten und mit einer strengen Auswahlprozedur. Für die zukünftigen &#8222;Lieferanten&#8220; von Kosmonauten qualifizierten sich automatisch mehrere Extremberufe, wie z.B. Leistungssportler, U-Boot-Fahrer, Bergsteiger usw. Koroljow bevorzugte für den Job als Raumfahrer allerdings eher Jagdflieger. Für eine Rekrutierung gab es einen ganzen Kriterienkatalog, der folgende Parameter vorsah: maximal 36 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und 70 bis 72 kg schwer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_05_400.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_05_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Kosmonautengruppe Nr. 1<br>(Foto: RKK Energija/Videokosmos)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützt wurde die Auswahl durch die Abteilung für Weltraummedizin, welche vom Chef der sowjetischen Luftstreitkräfte, Konstantin Wershinin, einem großen Befürworter und Unterstützer der Raumfahrt, unter Leitung von Prof. Wladimir Jasdowski eingerichtet wurde. Mehr als 3.000 Piloten wurden von der &#8222;Kommission für das Thema Nr. 6&#8220;, die Tarnbezeichnungen waren aufgrund der strikten Geheimhaltung des gesamten Weltraumprogramms nötig, überprüft und bis auf 400 Mann aus der Liste gestrichen. Den Ausschlag für die Rekrutierung gab ein kritischer Blick in die Akten der Piloten. So musste man ein &#8222;reines&#8220; Verhältnis zur Partei haben, sowie eine &#8222;saubere&#8220; Biographie vorweisen können. Nur Leute mit einwandfreier Vergangenheit würden sich letztendlich so für Propagandazwecke nutzen lassen, wie man es sich seinerzeit vorstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 400 Auserwählten wurden in Gruppen zu je 20 Mann aufgeteilt und im Herbst 1959 in Moskau eingehender untersucht. Die meisten von ihnen disqualifizierten sich durch Mangel an Ausdauer, sodass schließlich nur noch 30 Anwärter übrig blieben, deren Zahl im Januar 1960 nochmals auf 20 verringert wurde und schließlich als erste Kosmonautengruppe vorgestellt wurde. Bis zu jenem Zeitpunkt war allen Rekrutierten der eigentliche Zweck ihrer Auswahl verschwiegen worden, da man keinerlei Risiko eingehen wollte und man durch das Bekanntwerden der Bemühungen um baldest mögliche Erfolge die nationale Sicherheit und das internationale Prestige bedroht sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 20 Kandidaten begannen am 14. März 1960 eine Art Grundtraining auf dem Moskauer Zentralflughafen &#8222;M. W. Frunse&#8220;. Der Unterrichtsplan bestand hauptsächlich aus Lektionen in Physik, Himmelsmechanik, Raketentechnik und Biologie, speziell Medizin. Die Ausbildung wurde geleitet von Raumfahrttheoretikern, Raketenwissenschaftlern und Konstrukteuren vom OKB-1. Kurioserweise befanden sich unter den Ausbildern auch einige, welche später selbst in All flogen: so z.B. Makarow, Jelissejew und Feoktistow. Die praktische Ausbildung bestand aus Fallschirmspringen, Flügen mit der MiG-15 UTI (mit der 1968 Gagarin tödlich verunglückte), Parabelflügen mit einer TU-104, aber auch aus nervenzehrenden Aufenthalten in isolierten Barokammern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raumfahrer wurden auf Schritt und Tritt beobachtet und jeder Mangel wurde von den Ausbildern protokolliert, die psychische und physische Verfassung während des Trainigs genau verfolgt. Die Ausbildung selbst entspricht nicht mehr den heutigen Methoden, da man damals mangels Wissen über die Einflüsse der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus die Trainingseinheiten nicht &#8222;weltraumgerecht&#8220; gestalten konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da eine Ausweitung des gesamten bemannten Weltraumprogramms abzusehen war, veranlasste man auf Beschluss des ZK der KPdSU am 11. Januar 1960 die Gründung eines zentralen Kosmonauten-Ausbildungszentrums. Bereits im Sommer dieses Jahres war die grundlegende Infrastruktur geschaffen worden und man konnte das Training dort, weit besser vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen, aufnehmen. Das ZPK (&#8222;Zentr Podgotowki Kosmonawtow&#8220;), heute wohl eher als &#8222;Sternenstädtchen&#8220; bekannt, war von nun an das Zentrum der Bemühungen um einen bemannten Raumflug und die Trainingseinheiten wurden intensiviert, um den Kreis der möglichen Kosmonauten weiter einzugrenzen. Der erste Chef des ZPK wurde Oberst Jewgeni Karpow, die Kosmonautenausbildung leitete fortan Nikolai Kamanin, aufgrund seiner Verdienste als Pilot zu jener Zeit bereits Held der Sowjetunion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Arbeiten liefen planmäßig, die Ausbildung schritt voran und das Fluggerät war bereits fertig, so dass man bereits im Dezember 1960 das Zeitalter der Präsenz des Menschen im Weltall einläuten wollte. Am 31. Mai wurden sechs der 20 Kandidaten ausgewählt, am Wostok-Programm teilzunehmen. Dabei handelte es sich um Gagarin, Titow, Nikolajew, Popowitsch, Kartaschow und Warlamow. Die restlichen 14 Rekruten schieden zwar damit nicht aus dem Trainingsprogramm aus, wurden allerdings nicht speziell im Wostok-Simulator ausgebildet, was ab Juli geschah. Am 18. Juni wurden die Anwärter ins Herstellerwerk Kuibyschew gebracht, wo sie zum ersten Mal das Wostok-Raumschiff in voller Pracht sahen und von niemand Geringerem als Sergei Koroljow gezeigt bekamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl bis dahin alles planmäßig verlief, traten zu jenem Zeitpunkt mehrere unvorhersehbare Ereignisse ein, welche die Kosmonautengruppe verkleinerten, veränderten und somit die gesamte Planung durcheinander brachten. Zunächst disqualifizierte sich Anatoli Kartaschow und wurde, nachdem nach einem Zentrifugentest am 16. Juli ein Gefäßriss an der Wirbelsäule festgestellt wurde, durch den Kampfpiloten Neljubow ersetzt und erst einmal zurückgestellt. Gänzlich aus dem Raumfahrtprogramm entfernt wurde er erst am 7. April 1962, nachdem er sich für Überbelastungen als untauglich erwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Juli 1960 verletzte sich Walentin Warlamov bei einem Badeausflug infolge eines Kopfsprungs an der Halswirbelsäule und wurde durch Waleri Bykowski ersetzt. Warlamow war fortan Ausbilder des ZPK im Fach Astronavigation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein schwerer und auch äußerst tragischer, tödlich endender Unfall trug sich am 23. März 1961, also nur kurze Zeit vor dem Start von Gagarin, in einer Isolationskammer des ZPK zu. Kandidat Bondarenko warf einen für medizinische Untersuchungen im Rahmen eines 10-tägigen Aufenthaltes in der Isokammer mit Alkohol getränkten Wattebausch auf eine elektrische Heizplatte, welche sich sofort entzündete und aufgrund der reinen Sauerstoffatmosphäre in der hermetisch abgeriegelten Kammer sofort alles in Brand steckte. Bondarenko versuchte zunächst selbst vergeblich das Feuer zu löschen, bevor er Alarm schlug. Als der Druckausgleich mit der Kammer hergestellt werden konnte, war Bondarenko zwar am Leben, hatte aber derart starke Verbrennungen erlitten, dass er acht Stunden später starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorfall wurde wegen dem befürchteten &#8222;schädlichen&#8220; Abfärben auf das bis dahin geltende Image von den erfolgreichen sowjetischen Errungenschaften in der Raumfahrt bis 1986 totgeschwiegen. Bereits wenige Jahre später ereignete sich mit Apollo 1 eine ähnliche Katastrophe, welche ebenfalls auf die Verwendung von reinem Sauerstoff unter Niedrigdruck als Atmosphäre und auf das Fehlen einer schnell zu öffnenden Luke zurückzuführen war.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_06_400.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_06_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Start von Wostok 1 mit Juri Alexejewitsch Gagarin.<br>(Foto: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl dieser Zwischenfall den Initiatoren des sowjetischen Raumfahrtprogramms zu denken gab, sah man keinen Grund, dieses zu stoppen. Symbolisch bekamen die sechs Anwärter nach ihren Prüfungen am 17. und 18. Januar den Titel &#8222;(Flieger-) Kosmonaut&#8220; verliehen, durften sich aber öffentlich nicht so nennen, da man auch die Mitglieder der Kosmonautengruppe zur Verschwiegenheit nach außen verpflichtete. Letztendlich galt es, unter den sechs Verbliebenen, denjenigen herauszusuchen, der einerseits die besten Testresultate an den Tag legte, andererseits aber auch mit Charme und Charakter für die Propagandamaschinerie verwertbar war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">General Kamanin gab Juri Gagarin bereits Ende März zu verstehen, dass er sich Hoffnung machen dürfe, als erster ins All zu fliegen. Gagarin zeichnete sich in allen Disziplinen dadurch aus, immer zur Leistungsspitze zu gehören und nirgendwo zu schwächeln. Gleichzeitig besaß er zwar einen starken, aber keinesfalls einen arroganten Charakter, wie es wohl z. B. bei Grigori Neljubow, dem zweiten Ersatzmann von Wostok 1, der Fall war. Dieser konnte es mental kaum verkraften, nicht der Erste gewesen zu sein und bekam auf Anordnung Kamanins keine weitere Flugnominierung. Ein nächtlicher Alkoholexzess am 4. Mai 1962 führte schließlich zu seiner Entlassung aus dem Kosmonautenkorps, einer Strafversetzung in den Fernen Osten. Das löste bei ihm Depressionen aus und führte am 18. Februar 1966 zum Selbstmord, als er sich an der Bahnstation Ippalitowka in Sibirien von einem Zug erfassen ließ und sofort starb. Auch sein Name wurde aus den Annalen der sowjetischen Raumfahrt entfernt, sein Schicksal blieb lange Zeit unbekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flugverlauf</strong><br>Im Rahmen des Wostok-Programms wurden 6 Missionen durchgeführt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wostok 1: 12. April 1961. Juri Gagarin.<br>Start um 7.07 Uhr MEZ<br>Einmalige Erdumkreisung, Rückkehr nach 108-minütigem Flug (= 41.000 Kilometer Flugstrecke). Landung Gagarins am Fallschirm separat von der Kapsel, nahe Smelowka, 26 Kilometer südwestlich von Engels.</li><li>Wostok 2: 06. August 1961. German Titow.<br>Durchführung von 17 Erdumkreisungen (= 1d 1h 17min; 703.000 Kilometer). Erstmals Filmaufnahmen und Experimente unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Titow litt an akuter Weltraumkankheit, klagte über Übelkeit und Orientierungslosigkeit. Zeitweise Ausfall der bordeigenen Temperaturregulierung, sinken der Bordtemperatur auf 6 °C. Erfolgreiche Landung im Gebiet Krasnij Kut bei Saratow.</li><li>Wostok 3: 11. August 1962. Andrijan Nikolajew.<br>Ernsthafte Probleme gab es beim Start, als sich ein Kabelmast nicht wie geplant von der Rakete löste, sondern erst wenige Sekunden vor dem Start zur Seite schwenkte. Das hätte unter Umständen katastrophale Folgen haben können, doch zum Glück ging alles gut. 24 Stunden später startete von der gleichen Startrampe Wostok 4. Wie schon bei vorangegangenen Flügen gab es erneut Probleme mit der Klimaanlage der Kapsel. Dennoch endete der Flug mit einem neuen Dauerflugrekord. Nach 3d 22h 22min und 64 Erdorbits landete Nikolajew nahe der kasachischen Stadt Karakalinsk.</li><li>Wostok 4: 12. August 1962. Pawel Popowitsch.<br>Start nur einen Tag nach Wostok 4 von der selben Startrampe. Durchführung des ersten Gruppenfluges der Geschichte. Näherung bis auf 6,5 Kilometer, was zwar direkten Funkkontakt aber keinen Sichtkontakt ermöglichte. Nikolajew und Popowitsch schwebten erstmals frei in ihren Kabinen, keiner von beiden litt wie Titow unter der damals vollkommen unerforschten Weltraumkrankheit. Auch bei Wostok 4 bereitete die Klimaanlage Probleme. Die Landung erfolgte aufgrund eines Missverständnisses einen Tag früher als geplant, nur 7 Minuten nach Wostok 3 nahe der Ortschaft Atas, südlich von Karaganda. Popowitsch hatte bei seinem Flug 48 mal die Erde umrundet.</li><li>Wostok 5: 14. Juni 1963. Waleri Bykowski.<br>Ursprünglich war ein Dreierflug mit Komarow, Bykowski und einem weiblichen Raumfahrer geplant, was allerdings am 1. April wieder verworfen wurde. Wostok 5 war gleichzeitig eine Vorbereitung auf kommende Mondmissionen und sollte acht Tage dauern. Durch gefährliche Sonnenaktivität wurde der Start vom 11. Juni an mehrmals verschoben. Doch auch am 14. Juni fiel während des Countdowns überraschend ein Steuerkreisel aus und eine Schnur verhedderte sich unter Bykowskis Sitzschale. Beide Probleme wurden entgegen den Vorschriften und auf Bykoskis ausdrücklichen Wunsch bei laufendem Countdown behoben. Das erreichte Apogäum war letztendlich zu niedrig, um tatsächlich acht Tage im Orbit zu verweilen. Die Landung erfolgte deshalb schon am 19. Juni nach fünf Flugtagen und 81 Erdorbits, rund 540 km nordwestlich der kasachischen Stadt Karaganda.</li><li>Wostok 6: 16. Juni 1963. Walentina Tereschkowa.<br>Zwei Tage nach Bykowski brach die 26-jährige Textilarbeiterin Walentina Tereschkowa ins All auf. Während des Fluges wurde der Gruppenflug von Wostok 3 und 4 weitestgehend wiederholt, die beiden Raumschiffe näherten sich bis auf 5 Kilometer. Die offizielle Version, dass Tereschkowa die Schwerelosigkeit erstaunlich gut vertrug, ist aufgrund widersprüchlicher Berichte anzuzweifeln. Mitunter musste sie ermahnt werden, Befehle der Bodenkontrolle korrekt auszuführen. Zudem aß und trank sie nur wenig. Tereschkowa landete nach 48 Erdumrundungen knapp drei Stunden vor ihrem Kollegen Bykowski, 620 km nordöstlich von Karaganda, und damit sehr weit vom eigentlichen Zielgebiet entfernt. Der Abstand der Landeorte der beiden Kapseln lag bei rund 800 km. Am Landeort verschenkte Walentina Tereschkowa ihre nicht verbrauchten Lebensmittel an die örtliche Bevölkerung, sodass es unmöglich war, ihren realen Lebensmittelverbrauch zu bestimmen.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Programmende</strong><br>Offensichtlich plante Koroljow ursprünglich noch mindestens einen weiteren Wostok-Flug für 1964. Gleichzeitig war aber allen Beteiligten klar, dass die technischen Möglichkeiten und damit auch die propagandistische Verwertbarkeit an ihre Grenzen gestoßen waren. Das geplante Nachfolgeraumschiff Sojus ließ weiter auf sich warten, so dass man verschiedene Ersatz-Missionen mit abgewandelten Wostok-Raumschiffen plante.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/wostok_07_260.jpg" alt=""/><figcaption>Wostok-Kapsel nach der Landung.</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljow schlug 1962 vor, aus dem Raumschiff Wostok 3KA ein manövrierfähiges &#8222;Wostok 3KA-Tsch&#8220; abzuleiten, welches mit unbemannten Zusatzmodulen gekoppelt werden konnte. Dadurch hätte man nicht nur wichtige Erfahrungen im Bereich der Kopplungstechnik gewonnen, sondern hätte gleichzeitig die erste bemannte Raumstation mit einer Masse von 15 bis 25 Tonnen aufgebaut. Denkbar wäre auch eine direkte Weiterentwicklung zu einem Mondraumschiff gewesen. Wostok 3KA-Tsch stieß leider auf wenig Gegenliebe, so dass sämtliche dahingehenden Studien und Entwürfe zwar Einzug in unbemannte Programme (Zenit) fanden, die letztendliche Verwirklichung aber zu viel Zeit und Geld in Anspruch genommen hätte.<br><br>Schließlich kündigten die Amerikaner 1964 den Flug ihrer &#8222;Gemini&#8220;-Raumschiffe an und Koroljow konterte mit einer schlichten Modifikation des existenten Wostok-Systems, wozu er den Schleudersitz zu Gunsten von bis zu drei Sitzschalen entfernte. Das machte unter anderem Modifikationen am System für die weiche Landung erforderlich.<br><br>Das neu geschaffene Raumschiff wurde auf den Namen &#8222;Woßchod&#8220; getauft, um dem Westen vorzugaukeln, man hätte ein völlig neues, revolutionäres System geschaffen. Damit endete die glorreich Wostok-Ära.<br><br><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li><a href="http://www.astronautix.com/v/vostok.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/v/vostok.html</a></li><li>Von Gagarin zur Raumstation Mir; S. 6ff.; Alfred Gugerell</li><li>Raumfahrt Concret 1/01 (16); S. 12f; Stefan Wotzlaw</li><li>Das Wostok-Programm; Stefan Wotzlaw</li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Woßchod 3KD/3KV &#8211; Das Comeback der Sowjets</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wosschod-3kd-3kv-das-comeback-der-sowjets/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2004 15:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[R-7]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Woschod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits vor Abschluss des Flugprogramms von Wostok war klar, dass sich die Sowjetraumfahrt in Kürze vor einem Dilemma stehen würde. Die Wostok-Ära war an ihr Ende gekommen, jedoch ließ das als Nachfolger konzipierte Sojus-Raumschiff weiterhin auf sich warten. Aus dieser Not heraus wurde schließlich eine Tugend gemacht und es entstand das Raumschiff &#8222;Woßchod&#8220; (zu dt.: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bereits vor Abschluss des Flugprogramms von <em>Wostok</em> war klar, dass sich die Sowjetraumfahrt in Kürze vor einem Dilemma stehen würde. Die <em>Wostok</em>-Ära war an ihr Ende gekommen, jedoch ließ das als Nachfolger konzipierte Sojus-Raumschiff weiterhin auf sich warten. Aus dieser Not heraus wurde schließlich eine Tugend gemacht und es entstand das Raumschiff &#8222;<em>Woßchod</em>&#8220; (zu dt.: Aufstieg, Transkription auch als &#8222;Wosschod&#8220; oder Wos-chod&#8220;).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Felix Korsch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod_start_260.jpg" alt=""/><figcaption>Woßchod 1 (?) unmittelbar vor dem Start. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Daten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konstruktionsarbeiten forderten zahlreiche Kompromisse. So konnte man bei mehrköpfigen Besatzungen die Raumfahrer nicht mehr hinauskatapultieren und so eine &#8222;weiche&#8220; Landung garantieren. Vielmehr änderte man das Landeszenario und montierte nun kleine Feststofftriebwerke an den Fallschirmtrossen, um die Geschwindigkeit unmittelbar vor dem Aufsetzen zu verringern. Um Platz für zwei bis drei Raumfahrer in der eh schon engen Kapsel zu schaffen, montierte man die Konturensessel jeweils um 90° versetzt und man installierte zusätzlich eine Art Stoßdämpfer, um die Landeenergie abzufangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die technischen Daten von <em>Woßchod</em> entsprachen weitestgehend denen von <em>Wostok</em>, denn weder an den Flugsystemen noch an den Instrumenten wurden erwähnenswerte Veränderungen vorgenommen. Somit ist <em>Woßchod</em> auch eher eine Modifikation von <em>Wostok</em> als eine echte Weiterentwicklung. Ursprünglich plante Koroljow für das Jahr 1964 einen weiteren, finalen <em>Wostok</em>-Flug. Doch die Regierung hatte andere Pläne, zumal das <em>Wostok</em>-System ausgereizt war und jede weitere Mission nur eine Wiederholung einer vorigen wäre. Dies hätte einerseits den Nutzen im Vergleich zum enormen Kostenaufwand gegen Null gesenkt, andererseits auch keine propagandistische Verwertung erlaubt. Letztendlich war der Geldfluss aus Moskau zu jedem Zeitpunkt vor allem von letzterem abhängig, und Koroljow blieb nichts anderes übrig, als nach einer Alternative zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der designierte Nachfolger für <em>Wostok</em>, Sojus, welcher gleichzeitig den Wettlauf zum Mond vorantreiben sollte, ließ trotz intensiver Anstrengungen weiter auf sich warten. Ein Programmstopp würde, so wusste auch Koroljow, unweigerlich den Ausstieg der Sowjetunion aus der bemannten Raumfahrt bedeuten. Gleichzeitig würde man damit den Amerikanern einen uneinholbaren Vorsprung einräumen und ihnen quasi &#8222;kampflos&#8220; das ferne Ziel, den Mond, überlassen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod2_260.jpg" alt=""/><figcaption>Leonow und Beljajew vor dem Start in ihrer Kapsel. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die logischen nächsten Schritte der Sowjetunion im Orbit wären der Start von mehrköpfigen Besatzungen, umfangreiche Steuermanöver, Kopplungstests und Raumausstiege gewesen &#8211; unentbehrlich für den geplanten Mondflug. Zusätzlich unter Druck geriet man Anfang 1964, als die Amerikaner den Start ihres zweisitzigen Gemini-Raumschiffes ankündigten. Am 4. Februar folgte postwendend die Anweisung an Koroljows OKB-1, ein dreisitziges Raumschiff binnen weniger Monate zu konzipieren, zu testen und schließlich fliegen zu lassen, um somit der Welt neue Sensationen und Erstleistungen präsentieren zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Koroljow stand freilich nicht ganz ohne Konzepte da, konnte er doch auf den Entwurf des &#8222;<em>Wostok</em> Tsch&#8220;, einer mehrsitzigen Weiterentwicklung von <em>Wostok</em> 3, zurückgreifen. Hochtrabende Pläne und technische Neuerungen konnten in jener kurzen Zeitspanne natürlich nicht implementiert werden. Immerhin: &#8222;<em>Woßchod</em>&#8222;, wie das Projekt nun genannt wurde, bedurfte keiner langen Entwicklungszeit, da im wesentlichen nur das Innere der <em>Wostok</em>-Kapsel verändert wurde. Koroljow gab seinen Ingenieuren den Auftrag, gleich zwei verschiedene Versionen zu entwickeln &#8211; Typ 3KW für eine Dreimannbesatzung und Typ 3KD für einen Raumausstieg inklusive Luftschleuse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Idee zu einem Ausstieg eines Raumfahrers wurde maßgeblich von der Ankündigung der NASA beeinflusst, mit <em>Gemini 4</em> im Frühjahr 1965 erstmals die Luken in den freien Raum zu öffnen. Bereits 1964 plante Koroljow den Weltraumspaziergang eines Hundes, doch der Regierungsbeschluss vom 13. April 1964, welcher gleichzeitig die Rahmenbedingungen für das <em>Woßchod</em>-Programm setzte, forderte einen Menschen als ersten &#8222;Aussteiger&#8220;.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod_integration_260.jpg" alt=""/><figcaption>Woßchod 1 in der Montagehalle. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Erstaunlicherweise benötigte man vor jedem der beiden Flüge nur jeweils einen unbemannten Testflug (Kosmos 47 und 57) um die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems unter Beweis zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Flugverlauf</strong><br>Im Rahmen des <em>Woßchod</em>-Programms wurden 2 Missionen durchgeführt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Woßchod</em> 1: 12. Oktober 1964. Wladimir Komarow, Konstantin Feoktistow, Boris Jegorow.<br>Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt waren Missionen nicht mehr nur auf einen Piloten beschränkt. Vielmehr gab man hier zwei Zivilisten, Jegorow (Arzt) und Feoktistow (leitender Konstrukteur), die Möglichkeit, als Wissenschaftler an einem Flug teilzunehmen. Letzterer hatte nur am <em>Woßchod</em>-Raumschiff mitgearbeitet, da ihm Koroljow einen Platz im Raumschiff zusicherte. Beide litten an der Raumkrankheit. Die Kapsel landete nach erfolgreicher Mission (16 Orbits, 1d 17min) wie vorgesehen.</li><li><em>Woßchod</em> 2: 18. März 1965. Alexej Leonow, Pawel Beljajew.<br>Diese Mission stand unter keinem guten Stern, explodierte der einen Monat zuvor als Generalprobe gestartete Kosmos 57 doch im All durch ein aus Versehen ausgelöstes Selbstzerstörungssignal in 168 Einzelteile. Letztendlich führte man den unter zahlreichen lebensbedrohlichen Pannen leidenen Flug doch durch und Leonow konnte vor den Amerikanern als erster Mensch in den freien Raum aussteigen. Die Landung erfolgte nach 18 Orbits (1d 2h 2min) über 3200 Kilometer vom geplanten Landeort entfernt, die Kosmonauten waren jedoch wohlauf.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Programmende</strong><br>Das <em>Woßchod</em>-Programm endete abrupt, da interne Kontroversen immer lauter geführt wurden und sich das Militär als missachtet ansah. <em>Woßchod</em> 3 mit Boris Wolynow und Georgi Katys wurde nur wenige Wochen vor dem geplanten Starttermin (November 1965, das Training war fast beendet) abgesagt. <em>Woßchod</em> 4 (Flug einer weiblichen Besatzung, mit Raumausstieg), <em>Woßchod</em> 5 (chirurgische Versuche an Tieren), <em>Woßchod</em> 6 (Ausstieg mit einer mobilen Manövriereinheit) und <em>Woßchod</em> 7 (Herstellung künstlicher Gravitation durch Verbindung mit der Drittstufe der Rakete und Rotation des Gesamtkomplexes) fanden ebenfalls nie statt.<br><br>Im Januar 1966 starb schließlich Sergej Koroljow, der jahrelange Chef aller Planungen auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt. Alle Raumfahrt-Programme wurden daraufhin abgebrochen und neu organisiert/strukturiert.<br><br><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="http://www.astronautix.com/v/voskhod.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/project/voskhod.htm</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="http://www.astronautix.com/v/voskhod-3kv.html" target="_blank" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.comcraft/vosod3kv.htm</a></li><li>Von Gagarin zur Raumstation Mir; S. 17ff.; Alfred Gugerell</li><li>Raumfahrt Concret 1/01 (16); S. 13; Stefan Wotzlaw</li><li>Das <em>Wostok</em>-Programm; Stefan Wotzlaw</li></ul>
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