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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>SRG &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>MPE: eROSITA lockert kosmische Spannungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2024 16:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ergebnisse der ersten Durchmusterung des Röntgenhimmels beseitigen bestehende Unstimmigkeiten zwischen konkurrierenden Messungen der Struktur des Universums. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: MPE 14. Februar 2024. 14. Februar 2024 &#8211; Eine neue Analyse davon, wie sich Galaxienhaufen im Laufe der Zeit entwickelt haben, hat präzise Messungen des gesamten Materiegehalts im Universums und [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ergebnisse der ersten Durchmusterung des Röntgenhimmels beseitigen bestehende Unstimmigkeiten zwischen konkurrierenden Messungen der Struktur des Universums. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: MPE 14. Februar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224aMPEJSandersROSITAKonsort2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt den eROSITA Galaxienhaufen-Katalog (aus der ersten Datenveröffentlichung), überlagert auf der eROSITA-Karte des halben Himmels (im Energieband von 0,3-2,3 keV, azimutale gleichmäßige Flächenprojektion). Die Farben geben die Rotverschiebung (Entfernung) der Haufen an, die von 0 bis 1,3 reicht (d.h. das Licht war bis zu 9 Milliarden Jahre unterwegs); die Größe der Kreise zeigt die scheinbare Röntgenhelligkeit der Quelle. (Bild: MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt den eROSITA Galaxienhaufen-Katalog (aus der ersten Datenveröffentlichung), überlagert auf der eROSITA-Karte des halben Himmels (im Energieband von 0,3-2,3 keV, azimutale gleichmäßige Flächenprojektion). Die Farben geben die Rotverschiebung (Entfernung) der Haufen an, die von 0 bis 1,3 reicht (d.h. das Licht war bis zu 9 Milliarden Jahre unterwegs); die Größe der Kreise zeigt die scheinbare Röntgenhelligkeit der Quelle. (Bild: MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224aMPEJSandersROSITAKonsort26.jpg" alt="Dieses Bild zeigt den eROSITA Galaxienhaufen-Katalog (aus der ersten Datenveröffentlichung), überlagert auf der eROSITA-Karte des halben Himmels (im Energieband von 0,3-2,3 keV, azimutale gleichmäßige Flächenprojektion). Die Farben geben die Rotverschiebung (Entfernung) der Haufen an, die von 0 bis 1,3 reicht (d.h. das Licht war bis zu 9 Milliarden Jahre unterwegs); die Größe der Kreise zeigt die scheinbare Röntgenhelligkeit der Quelle. (Bild: MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium)" class="wp-image-136791"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt den eROSITA Galaxienhaufen-Katalog (aus der ersten Datenveröffentlichung), überlagert auf der eROSITA-Karte des halben Himmels (im Energieband von 0,3-2,3 keV, azimutale gleichmäßige Flächenprojektion). Die Farben geben die Rotverschiebung (Entfernung) der Haufen an, die von 0 bis 1,3 reicht (d.h. das Licht war bis zu 9 Milliarden Jahre unterwegs); die Größe der Kreise zeigt die scheinbare Röntgenhelligkeit der Quelle. (Bild: MPE, J. Sanders für das eROSITA-Konsortium)</figcaption></figure>



<p>14. Februar 2024 &#8211; Eine neue Analyse davon, wie sich Galaxienhaufen im Laufe der Zeit entwickelt haben, hat präzise Messungen des gesamten Materiegehalts im Universums und seiner Verklumpung ergeben. Diese und andere Ergebnisse stellt das deutsche eROSITA-Konsortium unter Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik heute in einer Reihe von Veröffentlichungen vor. Sie entschärfen unter anderem eine Diskrepanz zwischen vorherigen Messungen der Verklumpung und geben gleichzeitig Aufschluss über die schwer fassbare Masse der Neutrinos und die Zustandsgleichung der dunklen Energie. Einer der größten Röntgenkataloge von Galaxienhaufen wurde ebenfalls heute veröffentlicht. Viele der Quellen waren bisher nicht bekannt, was das immense Entdeckungspotenzial von eROSITA verdeutlicht.</p>



<p>Vor zwei Wochen veröffentlichte das deutsche eROSITA-Konsortium seine Daten der ersten vollständigen Himmelsdurchmusterung. Das Hauptziel der Mission ist ein besseres Verständnis der Kosmologie mittels der Messung, wie sich Galaxienhaufen – einige der größten Strukturen in unserem Universum – im Laufe der kosmischen Zeit zusammenballen. eROSITA beobachtet die Röntgenstrahlung, die von heißem Gas in Galaxienhaufen emittiert wird, und kann damit sowohl die Gesamtmenge der Materie im Universum als auch deren Verklumpung präzise messen. Die eROSITA-Messungen beseitigen frühere Unstimmigkeiten zwischen bisherigen Messungen der Verklumpung mit verschiedenen Techniken, insbesondere dem kosmischen Mikrowellenhintergrund (CMB) und dem schwachen Gravitationslinseneffekt.</p>



<p>&#8222;eROSITA hebt damit die Messung der Entwicklung von Galaxienhaufen als Instrument für die Präzisionskosmologie auf eine neue Stufe&#8220;, sagt Dr. Esra Bulbul (MPE), die das eROSITA-Team für Galaxienhaufen und Kosmologie leitet und die bahnbrechenden Ergebnisse heute vorstellt. &#8222;Die kosmischen Parameter, die wir aus Galaxienhaufen messen, stimmen mit den modernsten CMB-Daten überein und zeigen, dass das gleiche kosmologische Modell von kurz nach dem Urknall bis heute gilt.&#8220;</p>



<p>Nach dem kosmischen Standardmodell, dem sogenannten Lambda Cold Dark Matter (ΛCDM)-Modell, war das junge Universum ein extrem heißes, dichtes Meer aus Photonen und Teilchen. Im Laufe der kosmischen Zeit wuchsen winzige Dichteunterschiede zu den großen Galaxien und Galaxienhaufen, die wir heute sehen. Die Beobachtungen der eROSITA-Galaxienhaufen zeigen, dass alle Arten von Materie (sichtbare und dunkle) 29 % der derzeitigen Gesamtenergiedichte des Universums ausmachen &#8211; in hervorragender Übereinstimmung mit Werten aus Messungen der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung aus der Frühzeit des Universums.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224bMPEVGhirardinieROSITAKonsort1k5.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Grafik zeigt Grenzen für die Gesamtmateriedichte im Universum und den Parameter S8. Ergebnisse aufgrund der eROSITA-Galaxienhaufen sind orange dargestellt, vom kosmischen Mikrowellenhintergrund (Planck) blau, vom schwachen Gravitationslinseneffekt (DES+KiDS) grau und durch die Anzahl der Haufen (SPT) schwarz. (Bild: MPE, V. Ghirardini für das eROSITA-Konsortium)" data-rl_caption="" title="Diese Grafik zeigt Grenzen für die Gesamtmateriedichte im Universum und den Parameter S8. Ergebnisse aufgrund der eROSITA-Galaxienhaufen sind orange dargestellt, vom kosmischen Mikrowellenhintergrund (Planck) blau, vom schwachen Gravitationslinseneffekt (DES+KiDS) grau und durch die Anzahl der Haufen (SPT) schwarz. (Bild: MPE, V. Ghirardini für das eROSITA-Konsortium)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224bMPEVGhirardinieROSITAKonsort26.jpg" alt="Diese Grafik zeigt Grenzen für die Gesamtmateriedichte im Universum und den Parameter S8. Ergebnisse aufgrund der eROSITA-Galaxienhaufen sind orange dargestellt, vom kosmischen Mikrowellenhintergrund (Planck) blau, vom schwachen Gravitationslinseneffekt (DES+KiDS) grau und durch die Anzahl der Haufen (SPT) schwarz. (Bild: MPE, V. Ghirardini für das eROSITA-Konsortium)" class="wp-image-136793"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Grafik zeigt Grenzen für die Gesamtmateriedichte im Universum und den Parameter S8. Ergebnisse aufgrund der eROSITA-Galaxienhaufen sind orange dargestellt, vom kosmischen Mikrowellenhintergrund (Planck) blau, vom schwachen Gravitationslinseneffekt (DES+KiDS) grau und durch die Anzahl der Haufen (SPT) schwarz. (Bild: MPE, V. Ghirardini für das eROSITA-Konsortium)</figcaption></figure>



<p>Neben der Messung der Gesamtmateriedichte hat eROSITA auch die Verklumpung der Materieverteilung mit Hilfe eines Parameters namens S8 gemessen. In den letzten Jahren hat sich in der Kosmologie die so genannte &#8222;S8-Spannung&#8220; herausgebildet. Diese besteht darin, dass bei Studien basierend auf dem kosmischen Mikrowellenhintergrund ein höherer S8-Wert gemessen wird als z. B. bei kosmologischen Durchmusterungen aufgrund des schwachen Gravitationslinseneffekts. Es könnte auf eine neue Physik hindeuten, wenn diese Spannung nicht aufgelöst werden kann &#8211; und genau das hat eROSITA getan. &#8222;eROSITA sagt uns, dass sich das Universum während der gesamten kosmischen Geschichte verhalten hat wie erwartet&#8220;, sagt Dr. Vittorio Ghirardini, Postdoktorand am MPE und verantwortlich für die kosmologische Studie. &#8222;Es gibt keine Spannungen mit dem CMB &#8211; vielleicht können sich die Kosmologen jetzt ein wenig entspannen.&#8220;</p>



<p>Die größten Strukturen im Universum enthalten zudem Informationen über die kleinsten Teilchen: Neutrinos. Diese Leichtgewichte sind fast unmöglich zu entdecken. &#8222;Es mag paradox klingen, aber wir haben durch die Häufigkeit der größten Objekte im Universum enge Grenzen für die Masse der leichtesten bekannten Teilchen gefunden&#8220;, sagt Ghirardini. Obwohl Neutrinos klein sind, sind sie &#8222;heiß&#8220;, d. h. sie bewegen sich fast mit Lichtgeschwindigkeit. Daher neigen sie dazu, die Verteilung der Materie zu glätten &#8211; was durch die Analyse der Entwicklung der größten kosmischen Strukturen untersucht werden kann. &#8222;Wir stehen sogar kurz vor einem Durchbruch bei der Messung der Gesamtmasse der Neutrinos, wenn wir sie mit Neutrinoexperimenten auf der Erde zusammenbringen&#8220;, fügt Ghirardini hinzu. Die Häufigkeit der Haufen in den eROSITA-Daten allein ergibt eine Obergrenze für die Gesamtmasse von 0,22 eV; in Kombination mit den CMB-Daten verringert sich diese sogar auf 0,11 eV (bei einem Vertrauensniveau von 95 %). Dies ist die bisher genaueste kombinierte Messung aus allen kosmologischen Beobachtungen.</p>



<p>eROSITA kann uns aber noch mehr über die Beschaffenheit des Universums verraten. Die Gravitationstheorien sagen voraus, dass große kosmische Strukturen im Laufe der Entwicklung des Universums mit einer bestimmten Geschwindigkeit wachsen sollten. Mit den eROSITA-Daten kann diese Wachstumsrate gemessen werden. Die derzeitige Analyse hat bereits eine Reihe von Erweiterungen der Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins ausgeschlossen. „Aber es gibt noch mehr,&#8220; sagt Dr. Emmanuel Artis, ein Postdoktorand am MPE. „Wenn wir irgendwelche Hinweise finden, wird eROSITA den Weg für neue spannende Theorien jenseits der Allgemeinen Relativitätstheorie weisen.&#8220;</p>



<p>All diese Ergebnisse basieren auf einem der bisher größten reinen Kataloge von Galaxienhaufen, der ebenfalls heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird. In der Hälfte der ersten eROSITA-Himmelsdurchmusterung entdeckten die Wissenschaftler 12.247 optisch identifizierte Galaxienhaufen. &#8222;8.361 davon sind Neuentdeckungen &#8211; mehr als 80 %&#8220;, staunt Dr. Matthias Kluge, Postdoktorand am MPE und verantwortlich für die optische Identifikation der entdeckten Haufen. &#8222;Das zeigt das enorme Entdeckungspotenzial von eROSITA.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224cMPEMKlugeCGarreleROSITAKonsort1k5.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Gezeigt werden Beispiele von vier eROSITA-Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen (Entfernungen). Die optischen Bilder stammen aus den Legacy Surveys (Filterbänder g-r-z), wobei Hintergrund- und Vordergrundobjekte entfernt wurden. Blau überlagert sind die eROSITA-Röntgenbilder, die das heiße Medium innerhalb des Haufens zeigen. Die Rotverschiebungen 0,1, 0,4, 0,9 und 1,3 entsprechen Rückblickzeiten von 1, 4, 7 und 9 Milliarden Jahren. (Bild: MPE, M. Kluge und C. Garrel für das eROSITA-Konsortium)" data-rl_caption="" title="Gezeigt werden Beispiele von vier eROSITA-Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen (Entfernungen). Die optischen Bilder stammen aus den Legacy Surveys (Filterbänder g-r-z), wobei Hintergrund- und Vordergrundobjekte entfernt wurden. Blau überlagert sind die eROSITA-Röntgenbilder, die das heiße Medium innerhalb des Haufens zeigen. Die Rotverschiebungen 0,1, 0,4, 0,9 und 1,3 entsprechen Rückblickzeiten von 1, 4, 7 und 9 Milliarden Jahren. (Bild: MPE, M. Kluge und C. Garrel für das eROSITA-Konsortium)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe140224cMPEMKlugeCGarreleROSITAKonsort26.jpg" alt="Gezeigt werden Beispiele von vier eROSITA-Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen (Entfernungen). Die optischen Bilder stammen aus den Legacy Surveys (Filterbänder g-r-z), wobei Hintergrund- und Vordergrundobjekte entfernt wurden. Blau überlagert sind die eROSITA-Röntgenbilder, die das heiße Medium innerhalb des Haufens zeigen. Die Rotverschiebungen 0,1, 0,4, 0,9 und 1,3 entsprechen Rückblickzeiten von 1, 4, 7 und 9 Milliarden Jahren. (Bild: MPE, M. Kluge und C. Garrel für das eROSITA-Konsortium)" class="wp-image-136795"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Gezeigt werden Beispiele von vier eROSITA-Galaxienhaufen bei unterschiedlichen Rotverschiebungen (Entfernungen). Die optischen Bilder stammen aus den Legacy Surveys (Filterbänder g-r-z), wobei Hintergrund- und Vordergrundobjekte entfernt wurden. Blau überlagert sind die eROSITA-Röntgenbilder, die das heiße Medium innerhalb des Haufens zeigen. Die Rotverschiebungen 0,1, 0,4, 0,9 und 1,3 entsprechen Rückblickzeiten von 1, 4, 7 und 9 Milliarden Jahren. (Bild: MPE, M. Kluge und C. Garrel für das eROSITA-Konsortium)</figcaption></figure>



<p>Bezieht man die Entfernung der Galaxienhaufen mit ein, so befinden sich diese an den Schnittpunkten des sogenannten kosmischen Netzes. Der ebenfalls heute veröffentlichte Superhaufen-Katalog kartiert die Galaxienhaufen und wie sie mit großräumigen Filamenten miteinander verbunden sind. &#8222;Wir haben mehr als 1300 Superhaufensysteme gefunden, was dies zur bisher größten Sammlung von Röntgen-Superhaufen macht&#8220;, sagt Dr. Ang Liu, Postdoktorand am MPE.</p>



<p>Ein weiteres Erfolgsgeheimnis dieser Studie war die korrekte Reproduktion der eROSITA-Beobachtungen durch umfangreiche Computersimulationen. &#8222;Auf diese Weise konnten wir die Haufen in den eROSITA-Daten vollständig erfassen, indem wir verstanden, welche wir übersehen haben&#8220;, sagt Dr. Nicolas Clerc, Forscher am IRAP in Toulouse. &#8222;Der Umgang mit diesen so genannten &#8218;Selektionsfehlern&#8216; war eine zusätzliche Schwierigkeit bei unserer Arbeit&#8220;.</p>



<p>Um die Masse der einzelnen Sternhaufen zu messen, nutzten die Wissenschaftler des eROSITA-Teams ein schwaches Gravitationssignal, das aus drei optischen Durchmusterungen stammt: der von Europa geleiteten KiloDegree-Survey, der von den USA geleiteten Dark Energy Survey und das von Japan geleitete Hyper Suprime-Cam Subaru Strategic Program, ein wahrhaft globales Unterfangen. Der so genannte schwache Gravitationslinseneffekt tritt auf, wenn das Licht von Hintergrundgalaxien durch gravitative Wechselwirkungen mit dem Haufen im Vordergrund verzerrt wird. „Wir entschlüsseln dann diese Verzerrungen, um die Masse der Galaxienhaufen zu bestimmen&#8220;, sagt Sebastian Grandis, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Innsbruck.</p>



<p>&#8222;Während wir die monumentale Leistung des eROSITA-Teams würdigen, sind wir gespannt auf die aufregenden weiteren Entdeckungen, die unser Verständnis der Ursprünge und der Entwicklung unseres Universums vertiefen werden&#8220;, betont Dr. Esra Bulbul. Das eROSITA-Team ist gespannt darauf, die im Februar 2022 abgeschlossenen 4,5 vollständigen Himmelsdurchmusterungen weiter zu analysieren. &#8222;Wenn die vollständigen Daten ausgewertet sind, wird eROSITA erneut unsere kosmologischen Modelle dem strengsten Test unterziehen, der jemals mit einer Durchmusterung von Galaxienhaufen durchgeführt wurde.&#8220;</p>



<p><strong>Hinweis</strong><br>Dieses Projekt wurde vom Europäischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union gefördert (&#8222;Grant Agreement No 101002585&#8220;).</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>The SRG/eROSITA All-Sky Survey &#8211; Cosmology Constraints from Cluster Abundances in the Western Galactic Hemisphere<br>V. Ghirardini, E. Bulbul, E. Artis et al.<br>Submitted to A&amp;A<br><a href="https://arxiv.org/abs/2402.08458" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2402.08458</a><br>pdf: <a href="https://arxiv.org/abs/2402.08458" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2402.08458</a></p>


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			</item>
		<item>
		<title>MPE: Der Röntgenhimmel offenbart sich der Welt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpe-der-roentgenhimmel-offenbart-sich-der-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2024 17:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Daten-Veröffentlichung der ersten eROSITA-Himmelsdurchmusterung macht den bisher größten Katalog von hochenergetischen kosmischen Quellen allen zugänglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: MPE 31. Januar 2024. 31. Januar 2024 &#8211; Das deutsche eROSITA-Konsortium hat heute die Daten seines Anteils an der ersten Himmelsdurchmusterung durch das abbildende Röntgenteleskop an Bord des Spektrum-RG (SRG) [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Daten-Veröffentlichung der ersten eROSITA-Himmelsdurchmusterung macht den bisher größten Katalog von hochenergetischen kosmischen Quellen allen zugänglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: MPE 31. Januar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/31012023aMPEJSanderseROSITAconsortium.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt eine Hälfte des Röntgenhimmels, projiziert auf einen Kreis (sogenannte Zenit Equal Area Projektion) mit dem Zentrum der Milchstraße auf der linken Seite und der galaktischen Ebene in der Horizontalen. Die Photonen sind entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Energien von 0,3-0,6 keV, grün für 0,6-1 keV, blau für 1-2,3 keV). (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt eine Hälfte des Röntgenhimmels, projiziert auf einen Kreis (sogenannte Zenit Equal Area Projektion) mit dem Zentrum der Milchstraße auf der linken Seite und der galaktischen Ebene in der Horizontalen. Die Photonen sind entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Energien von 0,3-0,6 keV, grün für 0,6-1 keV, blau für 1-2,3 keV). (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/31012023aMPEJSanderseROSITAconsortium26.jpg" alt="Dieses Bild zeigt eine Hälfte des Röntgenhimmels, projiziert auf einen Kreis (sogenannte Zenit Equal Area Projektion) mit dem Zentrum der Milchstraße auf der linken Seite und der galaktischen Ebene in der Horizontalen. Die Photonen sind entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Energien von 0,3-0,6 keV, grün für 0,6-1 keV, blau für 1-2,3 keV). (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" class="wp-image-136452"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt eine Hälfte des Röntgenhimmels, projiziert auf einen Kreis (sogenannte Zenit Equal Area Projektion) mit dem Zentrum der Milchstraße auf der linken Seite und der galaktischen Ebene in der Horizontalen. Die Photonen sind entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Energien von 0,3-0,6 keV, grün für 0,6-1 keV, blau für 1-2,3 keV). (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)</figcaption></figure>



<p>31. Januar 2024 &#8211; Das deutsche eROSITA-Konsortium hat heute die Daten seines Anteils an der ersten Himmelsdurchmusterung durch das abbildende Röntgenteleskop an Bord des Spektrum-RG (SRG) Satelliten veröffentlicht. Der erste eROSITA-All-Sky-Survey (eRASS1) ist mit rund 900.000 einzelnen Quellen die größte jemals veröffentlichte Sammlung an Röntgenquellen. Zusammen mit den Daten veröffentlichte das Konsortium heute eine Reihe wissenschaftlicher Publikationen zu neuen Ergebnissen, die von Studien zur Bewohnbarkeit von Planeten bis zur Entdeckung der größten kosmischen Strukturen reichen. In den ersten sechs Monaten Beobachtung hat eROSITA bereits mehr Quellen entdeckt, als in der 60-jährigen Geschichte der Röntgenastronomie bisher bekannt waren. Die Daten, die nun der weltweiten Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung stehen, werden unser Wissen über das Universum bei hohen Energien revolutionieren.</p>



<p>Die eRASS1-Beobachtungen mit dem eROSITA-Teleskop wurden vom 12. Dezember 2019 bis zum 11. Juni 2020 durchgeführt. Im empfindlichsten Energiebereich der eROSITA-Detektoren (0,2-2 keV) entdeckte das Teleskop 170 Millionen Röntgenphotonen, für die die Kameras die ankommende Energie und Ankunftszeit genau messen können. Der Katalog wurde dann erstellt &#8211; nach sorgfältiger Verarbeitung und Kalibrierung &#8211; indem Konzentrationen von Photonen am Himmel vor einem großflächigen, hellen und diffusen Hintergrund nachgewiesen wurden. Nach eRASS1 führte eROSITA die Durchmusterung des Himmels fort und erstellte etliche weitere vollständige Himmelsdurchmusterungen. Auch diese Daten werden in den kommenden Jahren der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>



<p>Der eRASS1-Katalog deckt die Hälfte des Röntgenhimmels ab und ist der Datenanteil des deutschen eROSITA-Konsortiums. Er umfasst mehr als 900.000 Quellen, von etwa 710.000 supermassereichen schwarzen Löchern in fernen Galaxien (aktive galaktische Kerne) über 180.000 aktive Sterne in unserer eigenen Milchstraße bis hin zu 12.000 Galaxienhaufen und einer kleinen Anzahl anderer exotischer Quellen wie röntgenstrahlende Doppelsterne, Supernovaüberreste, Pulsare und andere Objekte.</p>



<p>„Das sind überwältigende Zahlen für die Röntgenastronomie&#8220;, sagt Andrea Merloni, der leitende Wissenschaftler von eROSITA und Erstautor des eROSITA-Katalogs. „Wir haben in sechs Monaten mehr Quellen entdeckt als die großen Flaggschiff-Missionen XMM-Newton und Chandra in fast 25 Jahren.&#8220;</p>



<p>Zeitgleich mit der Datenfreigabe reichte das deutsche eROSITA-Konsortium fast 50 neue wissenschaftliche Publikationen bei referierten Fachzeitschriften ein, zusätzlich zu den mehr als 200, die das Team bereits vor der Veröffentlichung des Katalogs veröffentlichte. Die meisten der neuen Veröffentlichungen erscheinen heute (siehe Link unten), zu den darin beschriebenen Entdeckungen zählen unter anderem ein riesiges Filament von warm-heißem, reinem Gas zwischen zwei Galaxienhaufen und zwei neue „quasi-periodisch ausbrechende&#8220; Schwarze Löcher. Zudem auch Studien darüber, wie sich die Röntgenstrahlung eines Sterns auf die Atmosphäre und den Rückhalt von Wasser bei Planeten in der Umlaufbahn auswirken kann, sowie eine statistische Analyse von flackernden Schwarzen Löchern.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/31012023bMPEJSanderseROSITAconsortium.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="In diesen beiden Bildern wurde ein spezieller Bildverarbeitungsalgorithmus angewendet, um ausgedehnte Strukturen (links) von Punktquellen (rechts) zu trennen. (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" data-rl_caption="" title="In diesen beiden Bildern wurde ein spezieller Bildverarbeitungsalgorithmus angewendet, um ausgedehnte Strukturen (links) von Punktquellen (rechts) zu trennen. (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/31012023bMPEJSanderseROSITAconsortium26.jpg" alt="In diesen beiden Bildern wurde ein spezieller Bildverarbeitungsalgorithmus angewendet, um ausgedehnte Strukturen (links) von Punktquellen (rechts) zu trennen. (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)" class="wp-image-136454"/></a><figcaption class="wp-element-caption">In diesen beiden Bildern wurde ein spezieller Bildverarbeitungsalgorithmus angewendet, um ausgedehnte Strukturen (links) von Punktquellen (rechts) zu trennen. (Bild: MPE, J. Sanders for the eROSITA consortium)</figcaption></figure>



<p>„Der Umfang der wissenschaftlichen Ergebnisse und die Bedeutung der Durchmusterung sind ziemlich überwältigend und lassen sich nur schwer in Worte fassen&#8220;, sagt Mara Salvato, die als Sprecherin des deutschen eROSITA-Konsortiums die Arbeit von rund 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in 12 Arbeitsgruppen koordiniert. &#8222;Aber die von unserem Team veröffentlichten Arbeiten werden für sich selbst sprechen.&#8220;</p>



<p>Die erste eRASS-Datenveröffentlichung (DR1) macht nicht nur den Katalog der Quellen öffentlich, sondern auch Bilder des Röntgenhimmels bei verschiedenen Energien und sogar Listen der einzelnen Photonen mit ihren Himmelspositionen, Energien und genauen Ankunftszeiten. Die für die Analyse der eROSITA-Daten nötige Software ist ebenfalls in der Veröffentlichung enthalten. Für viele Arten von Quellen wurden auch zusätzliche Daten aus anderen Wellenbereichen in so genannte „Mehrwert&#8220;-Kataloge aufgenommen, die über die reine Röntgeninformation hinausgehen. „Wir haben enorme Anstrengungen unternommen, um qualitativ hochwertige Daten und Software zu veröffentlichen&#8220;, fügt Miriam Ramos-Ceja hinzu, die das eROSITA-Operations-Team leitet. „Wir hoffen, dass dies die Zahl der Wissenschaftler weltweit, die mit Hochenergie-Daten arbeiten, deutlich erhöhen wird, und so die Grenzen der Röntgenastronomie weiter vorangetrieben werden.&#8220;</p>



<p>„Die eROSITA-Collaboration hat bei dieser Datenveröffentlichung hervorragende Arbeit geleistet; und das gleichzeitig mit der Veröffentlichung all dieser erstaunlichen neuen Ergebnisse&#8220;, sagt Kirpal Nandra, Direktor am MPE. „Es wird noch viel mehr von uns geben und wir sind gespannt darauf, was der Rest der Welt mit den nun veröffentlichten Daten tun wird.&#8220;</p>



<p>Aufmerksame eROSITA-Beobachter wissen vielleicht, dass das wissenschaftliche Ziel des Teleskops darin besteht, die kosmologischen Modelle anhand von Galaxienhaufen zu überprüfen. Die kosmologischen Ergebnisse, die auf einer eingehenden Analyse der eRASS1-Galaxienhaufen basieren, werden in etwa zwei Wochen veröffentlicht.</p>



<p><strong>Über eROSITA</strong><br>eROSITA ist das Instrument für die weiche Röntgenstrahlung an Bord von Spektrum-RG (SRG), einer gemeinsamen russisch-deutschen Wissenschaftsmission, die von der Russischen Raumfahrtagentur Roskosmos im Interesse der Russischen Akademie der Wissenschaften, vertreten durch ihr Institut für Weltraumforschung (IKI), und der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt wird. Die SRG-Raumsonde wurde von der Lavochkin Association (NPOL) und ihren Auftragnehmern gebaut und wird von NPOL mit Unterstützung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) betrieben.</p>



<p>Das Teleskop wurde am 13. Juli 2019 an Bord der SRG-Mission ins All gebracht. Seine große Sammelfläche und sein weites Sichtfeld sind für eine tiefe Durchmusterung des gesamten Himmels im Röntgenbereich ausgelegt. Über sechs Monate hinweg (Dezember 2019 – Juni 2020) hat SRG/eROSITA die erste Durchmusterung des gesamten Himmels bei Energien von 0,2-8 keV abgeschlossen. Dies ist deutlich tiefer als die einzige bisher existierende Durchmusterung des gesamten Himmels mit einem Röntgenteleskop, die 1990 von ROSAT bei Energien von 0,1-2,4 keV durchgeführt wurde. Drei weitere vollständige Durchmusterungen des gesamten Himmels wurden zwischen Juni 2020 und Februar 2022 abgeschlossen.</p>



<p>Das deutsche eROSITA-Konsortium wird vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) geleitet und umfasst die Dr. Karl Remeis-Sternwarte Bamberg, die Sternwarte der Universität Hamburg, das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und das Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, mit Unterstützung des DLR und der Max-Planck-Gesellschaft. Das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn und die Ludwig-Maximilians-Universität München sind als assoziierte Institute ebenfalls an der wissenschaftlichen Nutzung von eROSITA beteiligt. eROSITA-Daten werden mit dem vom deutschen eROSITA-Konsortium entwickelten Softwaresystem eSASS verarbeitet.</p>



<p>eROSITA wurde im Februar 2022 in den Safe Mode versetzt und hat den wissenschaftlichen Betrieb seither nicht wieder aufgenommen.</p>



<p><strong>eRASS1 Fakten und Zahlen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beobachtungszeitraum: 12. Dezember 2019 &#8211; 11. Juni 2020</li>



<li>Beobachtungstage: 184</li>



<li>Beobachtungseffizienz (durchschnittlicher Anteil der Zeit, die das Teleskop mit der Datenerfassung verbracht hat): 96.5%</li>



<li>Gesamtzahl der nachgewiesenen Einzelphotonen im Energiebereich von 0,2-2 keV: 170 Millionen [halber Himmel]</li>



<li>Gesamtzahl der entdeckten Röntgenquellen: ~900k [halber Himmel]</li>



<li>Gesamtzahl der entdeckten AGN (akkretierende supermassereiche schwarze Löcher): ~710k [halber Himmel]</li>



<li>Gesamtzahl der entdeckten Sterne in der Milchstraße: ~180k [halber Himmel]</li>



<li>Gesamtzahl der entdeckten Galaxienhaufen: ~12k [halber Himmel]</li>



<li>Gesamtvolumen der wissenschaftlichen Daten, die vom Instrument zur Erde übertragen werden: 75 GB [ganzer Himmel]</li>



<li>Deutsches eROSITA-Konsortium: ~250 Mitglieder (inkl. 80 Nachwuchswissenschaftler)</li>
</ul>



<p><strong>eRASS1 Katalog-Paper</strong><br>Merloni et al.: The SRG/eROSITA all-sky survey, First X-ray catalogues and data release of the Western Galactic hemisphere<br>A&amp;A volume 682, A34.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2024/02/aa47165-23/aa47165-23.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2024/02/aa47165-23/aa47165-23.html</a></p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3932.msg558419#msg558419" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Röntgenteleskope ART-XC und eRosita auf Spektr-RG (SRG)</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>eROSITA sieht heißes Gas rund um die Milchstraße &#8211; viel näher als erwartet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erosita-sieht-heisses-gas-rund-um-die-milchstrasse-viel-naeher-als-erwartet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2023 17:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
		<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
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		<category><![CDATA[Plasma]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Sauerstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Spektr-RG]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[zirkumgalaktische Medium]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=134772</guid>

					<description><![CDATA[<p>Himmelskarte des eROSITA-Teleskops enthüllt Röntgenstrahlung von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) sehen in der Struktur des Gases zwei große Komponenten: eine scheibenförmige Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe, eingebettet in einen größeren kugelförmigen Halo. Eine Pressemitteilung des MPE. Quelle: MPE 14. Dezember 2023. 14. Dezember [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Himmelskarte des eROSITA-Teleskops enthüllt Röntgenstrahlung von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) sehen in der Struktur des Gases zwei große Komponenten: eine scheibenförmige Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe, eingebettet in einen größeren kugelförmigen Halo. Eine Pressemitteilung des MPE.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: MPE 14. Dezember 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/westlichegalaktischeHemisphaereeROSITAJSandersMPEeROSITA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" data-rl_caption="" title="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="298" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/westlichegalaktischeHemisphaereeROSITAJSandersMPEeROSITA26.jpg" alt="Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)" class="wp-image-134781"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dieses Bild zeigt die gesamte westliche galaktische Hemisphäre, die mit dem eROSITA-Teleskop im weichen Röntgenlicht beobachtet wurde. Es zeigt insbesondere die Emission von stark ionisiertem Sauerstoff und gibt damit Aufschluss über die Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. (Bild: J. Sanders, MPE/eROSITA)</figcaption></figure>



<p>14. Dezember 2023 &#8211; Eine neue Himmelskarte des eROSITA-Teleskops zeigt Röntgenstrahlen, die von Millionen Grad heißem Plasma in und um die Milchstraße emittiert werden. Bei der Analyse dieser Daten stellte das Team am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik fest, dass das sehr heiße, ionisierte Gas eine Verteilung ähnlich der stellaren Scheibe aufweist, möglicherweise eingebettet in einen viel größeren kugelförmigen Halo. Damit wissen die Forschenden nun mehr über Form und Größe eines großen Teils des zirkumgalaktischen Mediums der Milchstraße, das ein großes Gasreservoir für die zukünftige Sternentstehung darstellt.</p>



<p>Sterne entstehen aus Gas in einem endlosen Prozess, der sich sowohl aus ursprünglicher kosmischer Materie als auch von recyceltem Gas früherer Sterngenerationen speist. In Spiralgalaxien wie der Milchstraße gibt es jedoch einfach zu viele Sterne und nicht genug sichtbares Gas, um das derzeitige Niveau der Sternentstehung über lange Zeit aufrechtzuerhalten. Daher gehen die Astronomen davon aus, dass ein großes Gasreservoir über die gesamte Galaxie existiert, dessen Größe möglicherweise zehnmal so groß ist wie der Durchmesser der Sternscheibe.</p>



<p>Details über Form, Größe und Menge an Materie in diesem so genannten zirkumgalaktischen Medium sind jedoch noch umstritten &#8211; sie sind durch Beobachtungen nur schlecht zu erfassen. Klar ist, dass das Gas im zirkumgalaktischen Medium bisher weder mit optischen noch mit IR- oder Radioteleskopen nachgewiesen werden konnte. Daher muss das meiste Gas im zirkumgalaktischen Medium sehr heiß sein (etwa eine Million Grad) und eine sehr geringe Dichte aufweisen (weniger als 1000 Teilchen pro Kubikmeter). Aufgrund dieser hohen Temperaturen müsste das Gas Röntgenstrahlung aussenden, die aber wegen der geringen Dichte sehr schwach sein muss &#8211; schwächer als das, was bisher beobachtet werden konnte. Ein deutliches Merkmal, das die Existenz eines solch dünnen, heißen Gases bestätigt, sind Emissionslinien hochionisierter Sauerstoffatome (zum Beispiel die O VIII-Atomlinie), die im Röntgenlicht zu beobachten sind.</p>



<p>Das eROSITA-Teleskop, das vollständig am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde, hat nun zum ersten Mal den Himmel nach weicher Röntgenstrahlung abgesucht. Die daraus resultierende Karte der gesamten westlichen galaktischen Hemisphäre wurde am MPE erstellt und überprüft. &#8222;Die Karte zeigt nicht nur, dass um uns herum überall heißes Gas existiert, sondern liefert auch genügend Details, um seine Struktur viel genauer zu erforschen als je zuvor&#8220;, sagt Xueying Zheng vom MPE, deren Arbeit die Grundlage für die Analyse der Verteilung des heißen Plasmas bildet.</p>



<p>&#8222;Wir sehen die O VIII-Emission aus allen Richtungen des weichen Röntgenhimmels&#8220;, unterstreicht Nicola Locatelli, der die eROSITA-Datenanalyse am MPE leitete. &#8222;Dies bestätigt die diffuse Beschaffenheit des heißen Gases, und wir können jetzt sogar untersuchen, wie es sich um uns herum verteilt.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="266" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60.jpg" alt="Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)" class="wp-image-134777" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RekonstruktionderVerteilungdesheissenGaseMPE60-300x133.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Bilder zeigen eine Rekonstruktion der Verteilung des heißen Gases rund um die Milchstraße. Das linke Bild zeigt die Sicht von oben, das rechte eine Ansicht von der Seite. Man kann deutlich zwischen einer großen, kugelförmigen Komponente in großen Entfernungen und einer nahen Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt, unterscheiden. (Die Skala der Achsen ist in kpc angegeben.) (Grafik: MPE)</figcaption></figure>



<p>Das Team am MPE fand insbesondere heraus, dass die Geometrie des Gases durch zwei Komponenten beschrieben werden kann: einen sehr großen, mehr oder weniger kugelförmigen Halo und eine nähere Komponente, die der stellaren Scheibe ähnelt. Der heiße Halo ist etwa viermal so groß (bis zu ~100 Kiloparsec) wie die optische Größe der Milchstraße, und die nahe Komponente reicht bis zur Größe der sogenannten &#8222;dicken Scheibe&#8220; (etwa 7 kpc mit einer Höhe von 1 kpc). Aufgrund seines enormen Volumens umfasst der heiße Halo den größten Teil der Masse &#8211; aber die nähere scheibenförmige Komponente erzeugt die meisten der von eROSITA beobachteten Photonen, sie ist etwa zehnmal heller als der Halo.</p>



<p>Im Prinzip lässt sich die hohe Temperatur des Gases durch die Energie erklären, die durch Supernova-Explosionen aus der Scheibe der Milchstraße in das zirkumgalaktische Medium injiziert wird. In einem alternativen Szenario wird Rohmaterial aus noch weiter entfernten Regionen, dem so genannten intergalaktischen Medium, zugeführt. Dieses wird während des Einfalls erhitzt und bildet so den sphärischen Halo.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ScheibenartigeStrukturMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" data-rl_caption="" title="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="241" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ScheibenartigeStrukturMPE26.jpg" alt="Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Strukture für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)" class="wp-image-134779"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wie das Bild oben, mit den Hauptkomponenten beschriftet: eine Scheiben-artige Struktur für das heiße Gas im Zentrum und eine größere Komponente, die sich in den galaktischen Halo erstreckt. Die Größe der „Thick Disk“ der Sterne ist als Referenz ebenfalls eingezeichnet. (Grafik: MPE)</figcaption></figure>



<p>Ein wichtiger Aspekt dieser neuen Studie ist die Entfernung, in der der größte Teil der Strahlung beobachtet wird, nämlich einige Kiloparsec von der Sonne entfernt. Diese relative Nähe spricht für das Szenario der Supernova-Explosionen als Ursprung des heißen Gases. Dies bestätigt auch Theorien zur Galaxienentwicklung, wonach das Gas in der Sternscheibe selbst recycelt wird. In Kürze werden hochmoderne Röntgenspektrographen in der Lage sein, die Radialgeschwindigkeit dieses Gases zu bestimmen. Sie können so die Kartierung der Gesamtgeometrie des heißen Gases ergänzen und die Modelle für die Entstehung und Entwicklung von Galaxien weiter verfeinern. Das MPE wird dank des künftigen Athena-Instruments weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Lösung dieser Aufgabe spielen.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichungen:</strong><br>Broadband maps of eROSITA and their comparison with theROSAT survey<br>Xueying Zheng, Gabriele Ponti, Michael Freyberg, Jeremy Sanders, Nicola Locatelli, Andrea Merloni, Andy Strong, Manami Sasaki, Johan Comparat, Werner Becker, Juergen Kerp, Chandreyee Maitra, Teng Liu, Peter Predehl, Konstantina Anastasopoulou, Georg Lamer<br>A&amp;A, accepted<br>doi.org/10.1051/0004-6361/202346576<br><a href="https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202346576" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/component/article?access=doi&amp;doi=10.1051/0004-6361/202346576</a></p>



<p>Locatelli, N. ; Ponti, G. ; Zheng, X. ; Merloni, A. ; Becker, W. ; Comparat, J. ; Dennerl, K. ; Freyberg, M. J. ; Sasaki, M. ; Yeung, M. C. H.<br>The warm-hot circumgalactic medium of the Milky Way as seen by eROSITA<br>A&amp;A, accepted<br>dx.doi.org/10.48550/arXiv.2310.10715<br><a href="https://arxiv.org/abs/2310.10715" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2310.10715</a><br>pdf: <a href="https://arxiv.org/pdf/2310.10715" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/pdf/2310.10715</a></p>



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<ul class="wp-block-list">
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</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>AIP: Entdeckung eines Weißen-Zwerg-Pulsars wirft Licht auf Sternentwicklung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/aip-entdeckung-eines-weissen-zwerg-pulsars-wirft-licht-auf-sternentwicklung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jun 2023 04:15:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[XMM-Newton]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=127920</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Entdeckung einer seltenen Art von Sternensystem in zwei unabhängigen Studien der Universität Warwick und des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) liefert neue Erkenntnisse über die Vorhersagen des Dynamomodells für die Sternentwicklung. Eine Pressemitteilung des AIP. Quelle: AIP 15. Juni 2023. 15. Juni 2023 &#8211; Der neue Weiße-Zwerg-Pulsar, ein extrem enges Doppelsternsystem aus einem Weißen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Entdeckung einer seltenen Art von Sternensystem in zwei unabhängigen Studien der Universität Warwick und des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) liefert neue Erkenntnisse über die Vorhersagen des Dynamomodells für die Sternentwicklung. Eine Pressemitteilung des AIP.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: AIP 15. Juni 2023.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1627aMGarlickUofWarwickESO2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung eines Weißen-Zwerg-Pulsars. In diesem Doppelsternsystem beschleunigt ein sich schnell um seine eigene Achse drehender Weißer Zwerg (rechts) Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Diese hochenergetischen Teilchen erzeugen Strahlungsschübe, die auf den ihn begleitenden Roten Zwergstern (links) treffen und das gesamte System vom Radio- bis zum Röntgenbereich pulsieren lassen. (Bild: M. Garlick/University of Warwick/ESO)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung eines Weißen-Zwerg-Pulsars. In diesem Doppelsternsystem beschleunigt ein sich schnell um seine eigene Achse drehender Weißer Zwerg (rechts) Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Diese hochenergetischen Teilchen erzeugen Strahlungsschübe, die auf den ihn begleitenden Roten Zwergstern (links) treffen und das gesamte System vom Radio- bis zum Röntgenbereich pulsieren lassen. (Bild: M. Garlick/University of Warwick/ESO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1627aMGarlickUofWarwickESO60.jpg" alt="Künstlerische Darstellung eines Weißen-Zwerg-Pulsars. In diesem Doppelsternsystem beschleunigt ein sich schnell um seine eigene Achse drehender Weißer Zwerg (rechts) Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Diese hochenergetischen Teilchen erzeugen Strahlungsschübe, die auf den ihn begleitenden Roten Zwergstern (links) treffen und das gesamte System vom Radio- bis zum Röntgenbereich pulsieren lassen. (Bild: M. Garlick/University of Warwick/ESO)" class="wp-image-127925" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1627aMGarlickUofWarwickESO60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso1627aMGarlickUofWarwickESO60-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung eines Weißen-Zwerg-Pulsars. In diesem Doppelsternsystem beschleunigt ein sich schnell um seine eigene Achse drehender Weißer Zwerg (rechts) Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit. Diese hochenergetischen Teilchen erzeugen Strahlungsschübe, die auf den ihn begleitenden Roten Zwergstern (links) treffen und das gesamte System vom Radio- bis zum Röntgenbereich pulsieren lassen. (Bild: M. Garlick/University of Warwick/ESO)</figcaption></figure>



<p>15. Juni 2023 &#8211; Der neue Weiße-Zwerg-Pulsar, ein extrem enges Doppelsternsystem aus einem Weißen und einem Roten Zwergstern, die gemeinsam in die Sonne passen würden, ist erst das zweite bekannte seiner Art.</p>



<p>Weiße Zwerge sind extrem verdichtete Sternreste mit der Masse unserer Sonne aber der geringen Größe unseres Planeten Erde. Sie entstehen, wenn ein Stern mit geringer Masse seinen gesamten Brennstoff verbrannt hat, seine äußeren Schichten verliert und sein Inneres stark kontrahiert. Sie werden auch als „stellare Fossilien“ bezeichnet und bieten Einblicke in verschiedene Aspekte der Sternentwicklung.</p>



<p>Pulsare hingegen sind seit den 1960er Jahren bekannt und man kennt mehr als 3000 davon. Dabei handelt es sich um schnell rotierende, stark magnetische Neutronensterne, in denen geladene Teilchen durch ultrastarke elektrische Felder aus der Oberfläche gerissen und auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. In Folge dessen senden sie Strahlung, also Licht, aus, und das vom Radio- bis in den Röntgen- oder sogar Gammabereich. Wegen der schnellen Rotation der Sterne treffen jeweils kurze Pulse der Strahlung an der Erde ein, womit sich die Namensgebung – Pulsar – begründet.</p>



<p>Zur großen Überraschung der wissenschaftlichen Gemeinschaft wurde im Jahr 2016 erstmals das Pulsarphänomen auf einem Weißen Zwerg beobachtet. Die Überraschung lag darin, dass in diesem Stern, AR Scorpii, weder die extrem schnelle Rotation noch die starken elektrischen Felder der eigentlichen Pulsare vorhanden waren. Der Weiße Zwergstern jedoch war in einem sehr engen Doppelsternsystem anzutreffen und wurde von seinem unmittelbaren Nachbarn, einem sonnenähnlichen Roten Zwergstern, durch Injektion in sein Magnetfeld mit Teilchen versorgt. Dadurch wird das Pulsarphänomen von außen entfacht und der rote Begleitstern wie mit einem Stroboskop bestrahlt, so dass das gesamte System in regelmäßigen Abständen dramatisch heller und schwächer wird. Die beiden Sterne, der Weiße und der Rote Zwerg, sind so eng benachbart, dass sie in unsere Sonne hineinpassen würden.</p>



<p>Entscheidend ist das Vorhandensein eines starken Magnetfeldes, dessen Ursache Astrophysikerinnen und Astrophysiker jedoch nicht kennen. Eine Schlüsseltheorie, die die starken Magnetfelder erklärt, ist das „Dynamomodell“ – es besagt, dass Weiße Zwerge Dynamos, elektrische Generatoren, in ihrem Kern haben, so wie die Erde, nur viel stärker. Um diese Theorie zu überprüfen, mussten Forschende jedoch nach anderen Weißen-Zwerg-Pulsaren suchen, um zu sehen, ob ihre Vorhersagen zutreffen.</p>



<p>In zwei neuen Studien, die parallel in Nature Astronomy und Astronomy &amp; Astrophysics veröffentlicht wurden, beschreibt ein internationales Team unter Beteiligung des AIP den neu entdeckten Weißen-Zwerg-Pulsar J1912-4410 (eRASSU J191213.9-441044). Er ist 773 Lichtjahre von der Erde entfernt und dreht sich in fünf Minuten einmal um die eigene Achse, also 300-mal schneller als unser Planet. Der Weiße-Zwerg-Pulsar hat eine ähnliche Größe wie die Erde, aber eine Masse, die mindestens so groß ist wie die der Sonne. Das bedeutet, dass ein Teelöffel Weißer Zwerg etwa 15 Tonnen wiegen würde. Weiße Zwerge beginnen ihr Leben bei extrem hohen Temperaturen, bevor sie über Milliarden von Jahren abkühlen. Die niedrige Temperatur von J1912-4410 deutet auf ein hohes Alter hin.</p>



<p>Die Studie bestätigt, dass es weitere Weiße-Zwerg-Pulsare gibt, wie von früheren Modellen vorhergesagt. Es gab noch weitere Vorhersagen des Dynamomodells, die durch die Entdeckung von J1912-4410 bestätigt wurden. Aufgrund ihres hohen Alters sollten die Weißen Zwerge in dem Pulsarsystem kühl sein. Ihre Begleiter sollten nahe genug sein, dass die Anziehungskraft des Weißen Zwerges in der Vergangenheit stark genug war, um dem Begleiter Masse zu entziehen, was dazu führt, dass sie sich schnell drehen. Alle diese Annahmen treffen auf den neu entdeckten Pulsar zu: Der Weiße Zwerg ist kühler als 13.000 Kelvin, hat eine hohe Rotationsfrequenz von etwa fünf Minuten, und die Anziehungskraft des Weißen Zwerges hat eine starke Wirkung auf den Begleiter.</p>



<p>Ein Team nutzte Daten von Gaia und WISE, um Kandidaten zu finden, und konzentrierte sich auf solche, die ähnliche Eigenschaften wie AR Scorpii aufweisen. Nachdem sie ein paar Dutzend Kandidaten beobachtet hatten, fanden sie einen mit sehr ähnlichen Lichtvariationen wie AR Scorpii. Eine Folgebeobachtung mit anderen Teleskopen ergab, dass dieses System etwa alle fünf Minuten ein Radio- und Röntgensignal in Richtung Erde sendet. Ein anderes Team nutzte Daten des Röntgenteleskops eROSITA auf dem Satelliten Spektrum-Röntgen-Gamma, um enge Weißer-Zwerg/Roter-Zwerg-Paare zu finden. Beide Teams schlossen sich zusammen, um ihre neue Entdeckung weiter zu untersuchen.</p>



<p>„Wir freuen uns sehr, dass wir das Objekt in der mit SRG/eROSITA durchgeführten Röntgendurchmusterung gefunden haben“, bemerkt Dr. Axel Schwope, Leiter der Gruppe Röntgenastronomie am AIP und Erstautor der in Astronomy &amp; Astrophysics erschienen Studie. „Die Folgeuntersuchung mit dem ESA-Satelliten XMM-Newton zeigte die Pulsationen im hochenergetischen Röntgenbereich, der letzte fehlende Beweis, um das Objekt als Weißen-Zwerg-Pulsar zu identifizieren. Damit bestätigten wir die ungewöhnliche Natur des neuen Objekts und etablierten die Weißen-Zwerg-Pulsare als eine neue Klasse, wenn auch derzeit nur mit zwei Vertretern.“</p>



<p>Dr. Ingrid Pelisoli vom Institut für Physik der Universität Warwick und Erstautorin der Nature-Studie, fügt hinzu: „Der Ursprung von Magnetfeldern ist eine große offene Frage in vielen Bereichen der Astronomie, und dies gilt insbesondere für Weiße Zwerge. Die Magnetfelder in Weißen Zwergen können mehr als eine Million Mal stärker sein als das Magnetfeld der Sonne, und das Dynamomodell hilft zu erklären, warum. Die Entdeckung von J1912-4410 ist ein entscheidender Schritt nach vorn in diesem Bereich.“</p>



<p><strong>Über das AIP</strong><br>Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichungen</strong><br>X-ray properties of the white dwarf pulsar eRASSU J191213.9−441044. A. Schwope, T. R. Marsh, A. Standke, I. Pelisoli, S. Potter, D. Buckley, J. Munday, V. Dhillon. A&amp;A 674 L9 (2023), doi.org/10.1051/0004-6361/202346589, <a href="https://www.aanda.org/articles/aa/abs/2023/06/aa46589-23/aa46589-23.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/abs/2023/06/aa46589-23/aa46589-23.html</a>;<br>Pelisoli, I., Marsh, T.R., Buckley, D.A.H. et al. A 5.3-min-period pulsing white dwarf in a binary detected from radio to X-rays. Nat Astron (2023), doi.org/10.1038/s41550-023-01995-x, <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-023-01995-x" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-023-01995-x</a>.</p>



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		<title>Kosmologie: Auf der Spur einer mysteriösen Kraft im All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/kosmologie-auf-der-spur-einer-mysterioesen-kraft-im-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2023 17:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Physikalische Grundlagenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine erste Untersuchung der Dunklen Energie mit dem Röntgenteleskop eROSITA liefert Hinweise, dass diese gleichmäßig in Raum und Zeit verteilt ist. Eine Presseinformation der Ludwig-Maximilians-Universität München. Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München 3. Mai 2023. 3. Mai 2023 &#8211; Als Edwin Hubble in den 1920er Jahren entfernte Galaxien beobachtete, machte er eine bahnbrechende Entdeckung: Das Universum dehnt sich [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Eine erste Untersuchung der Dunklen Energie mit dem Röntgenteleskop eROSITA liefert Hinweise, dass diese gleichmäßig in Raum und Zeit verteilt ist. Eine Presseinformation der Ludwig-Maximilians-Universität München.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München 3. Mai 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/efedscosmosflexgreRosita2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Röntgenaufnahmen (oben) und optische Aufnahmen in Pseudofarben (unten) von drei massearmen Galaxienhaufen, die in den Daten der eFEDS-Durchmusterung identifiziert wurden. Die Galaxienhaufen mit der höchsten Rotverschiebung stammen aus einer Zeit, als das Universum etwa 10 Milliarden Jahre jünger war als heute. Die Haufengalaxien sind in diesem Fall deutlich röter als die Galaxien in den beiden anderen Haufen. (Quelle: eRosita)" data-rl_caption="" title="Röntgenaufnahmen (oben) und optische Aufnahmen in Pseudofarben (unten) von drei massearmen Galaxienhaufen, die in den Daten der eFEDS-Durchmusterung identifiziert wurden. Die Galaxienhaufen mit der höchsten Rotverschiebung stammen aus einer Zeit, als das Universum etwa 10 Milliarden Jahre jünger war als heute. Die Haufengalaxien sind in diesem Fall deutlich röter als die Galaxien in den beiden anderen Haufen. (Quelle: eRosita)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/efedscosmosflexgreRosita26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Röntgenaufnahmen (oben) und optische Aufnahmen in Pseudofarben (unten) von drei massearmen Galaxienhaufen, die in den Daten der eFEDS-Durchmusterung identifiziert wurden. Die Galaxienhaufen mit der höchsten Rotverschiebung stammen aus einer Zeit, als das Universum etwa 10 Milliarden Jahre jünger war als heute. Die Haufengalaxien sind in diesem Fall deutlich röter als die Galaxien in den beiden anderen Haufen. (Quelle: eRosita)</figcaption></figure>



<p>3. Mai 2023 &#8211; Als Edwin Hubble in den 1920er Jahren entfernte Galaxien beobachtete, machte er eine bahnbrechende Entdeckung: Das Universum dehnt sich immer weiter aus. Erst 1998 fanden Wissenschaftler durch die Beobachtung von Supernovae des Typs Ia schließlich heraus, dass sogar eine Phase der beschleunigten Expansion begonnen hat. „Um diese Beschleunigung zu erklären, brauchen wir eine Quelle“, sagt Joe Mohr, Astrophysiker an der LMU. „Und diese Quelle bezeichnen wir als &#8222;Dunkle Energie&#8220;.“ Sie liefert eine Art „Antischwerkraft“ zur Beschleunigung der kosmischen Expansion. Wissenschaftlich betrachtet ist die Existenz der Dunklen Energie und der kosmischen Beschleunigung durchaus überraschend, deutet sie doch darauf hin, dass unser derzeitiges Verständnis der Physik entweder unvollständig oder falsch ist. Welche Bedeutung die Entdeckung der sich beschleunigenden Expansion hat, zeigt der 2011 verliehene Nobelpreis für Physik. „Die Natur der Dunklen Energie ist längst zum nächsten Nobelpreisproblem geworden“, sagt Mohr.</p>



<p>Nun hat I-Non Chiu von der National Cheng Kung University in Taiwan gemeinsam mit den LMU-Astrophysikern Matthias Klein, Sebastian Bocquet und Joe Mohr eine erste Untersuchung der Dunklen Energie mit Hilfe des Röntgenteleskops eRosita veröffentlicht, im Focus stehen dabei die Galaxienhaufen im Universum.</p>



<p>Die von der Dunklen Energie möglicherweise verursachte Antigravitation drückt Materie auseinander und verhindert die Bildung großer kosmischer Objekte, die sich sonst aufgrund der anziehenden Wirkung der Gravitation bilden würden. Die Dunkle Energie beeinflusst somit auch, wo und wie die größten Objekte im Universum entstehen, die „Galaxienhaufen“ mit einer Gesamtmasse von 10<sup>13</sup> bis 10<sup>15</sup> Sonnenmassen. „Wir können viel über die Natur der Dunklen Energie lernen, wenn wir die Anzahl der im Universum gebildeten Galaxienhaufen als Funktion der Zeit &#8211; oder in der Beobachtungswelt als Funktion der Rotverschiebung – zählen“, erklärt Klein.</p>



<p>Allerdings sind Galaxienhaufen extrem selten und schwer zu finden, was Durchmusterungen eines großen Teils des Himmels mit den empfindlichsten Teleskopen der Welt erfordert. Zu diesem Zweck startete im Jahr 2019 das eROSITA-Röntgenteleskop unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) in München, es durchmustert seitdem den Himmel auf der Suche nach Galaxienhaufen. In der sogenannten eROSITA Final Equatorial-Depth Survey (eFEDS), einer Mini-Durchmusterung, die der Leistungsüberprüfung der folgenden All-Sky-Durchmusterung diente, wurden zunächst rund 500 Galaxienhaufen nachgewiesen. Es ist eine der größten Stichprobe massearmer Galaxienhaufen. Sie deckt die letzten 10 Jahrmilliarden in der kosmischen Entwicklung ab.</p>



<p>Chiu und seine Kollegen nutzten für ihre Untersuchung nicht nur die eFEDS Daten, sondern zusätzlich einen weiteren Datensatz, nämlich die optischen Daten des sogenannten Hyper-Suprime-Cam Subaru Strategic Program, das von Taiwan, Japan und Princeton University geleitet wird. Der ehemalige LMU Doktorand I-Non Chiu und seine LMU-Kollegen nutzten diese Daten, um die Galaxienhaufen in eFEDS zu charakterisieren und ihre Massen mithilfe des schwachen Gravitationslinseneffektes zu messen. Die Kombination beider Datensätze ermöglichte die erste kosmologische Studie mit Galaxienhaufen, die von eROSITA entdeckt wurden.</p>



<p>Die Ergebnisse zeigen, dass die Dunkle Energie nach dem Vergleich zwischen den Daten und den theoretischen Vorhersagen 76 Prozent der gesamten Energiedichte im Universum ausmacht. Außerdem ergaben die Berechnungen, dass die Energiedichte der Dunklen Energie gleichmäßig im Raum und konstant in der Zeit zu sein scheint. „Unsere Ergebnisse stimmen gut mit anderen unabhängigen Ansätzen überein, wie zum Beispiel früheren Untersuchungen von Galaxienhaufen sowie solchen, die schwache Gravitationslinsen und den kosmischen Mikrowellenhintergrund verwenden“, sagt Bocquet. Bislang deuten alle Beobachtungsergebnisse, einschließlich der jüngsten Ergebnisse von eFEDS, darauf hin, dass die Dunkle Energie durch eine einfache Konstante beschrieben werden kann, die gewöhnlich als „kosmologische Konstante“ bezeichnet wird.</p>



<p>„Die derzeitigen Fehler bei der Bestimmung der Dunklen Energie sind zwar immer noch größer, als wir es uns wünschen würden, aber bislang nutzt unsere eFEDS-Stichprobe auch nur einen Bereich von weniger als 1 Prozent des gesamten Himmels“, sagt Mohr. Die erste Analyse könnte somit eine gute Grundlage für künftige Studien der eROSITA-Stichprobe für den gesamten Himmel sowie für andere Haufenproben bieten.</p>



<p><strong>Originalpublikation:</strong><br>I-Non Chiu, Matthias Klein, Joseph Mohr, Sebastian Bocquet. Cosmological constraints from galaxy clusters and groups in the eROSITA final equatorial depth survey. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 2023<br>doi.org/10.1093/mnras/stad957<br><a href="https://academic.oup.com/mnras/article/522/2/1601/7110415?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://academic.oup.com/mnras/article/522/2/1601/7110415</a></p>



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		<title>Schnell akkretierendes Schwarzes Loch im frühen Universum zufällig entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/schnell-akkretierendes-schwarzes-loch-im-fruehen-universum-zufaellig-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 10:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=121607</guid>

					<description><![CDATA[<p>eROSITA-Teleskop findet im Röntgenlicht einen hellen Quasar, der nur etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall mit einer extrem hohen Geschwindigkeit Materie ansammelt. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 31. Januar 2023. 31. Januar 2023 &#8211; Bei der Analyse von Daten aus dem eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">eROSITA-Teleskop findet im Röntgenlicht einen hellen Quasar, der nur etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall mit einer extrem hohen Geschwindigkeit Materie ansammelt. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 31. Januar 2023.</p>



<p>31. Januar 2023 &#8211; Bei der Analyse von Daten aus dem eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; haben Forschende am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) eine schwache Röntgenquelle gefunden, die sie als sehr weit entfernten Quasar identifizieren konnten. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion. Das supermassereiche Schwarze Loch akkretiert mit einer extrem hohen Rate Materie; damit ist der Quasar für seine enorme Entfernung – mit einer Rotverschiebung von z = 6,56 – sehr viel heller als erwartet. Sein vor fast 13 Milliarden Jahren abgestrahltes Licht ermöglicht es den Astronominnen und Astronomen, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen.</p>



<p>Supermassereiche Schwarze Löcher in Zentren von Galaxien lassen sich auch auf große Entfernungen nachweisen – aber nur, wenn sie Materie ansammeln, die sich erhitzt und hell leuchtet. Dadurch bekommt das Galaxienzentrum einen „aktiven galaktischen Kern&#8220; (AGN). Diese so genannten „Quasare&#8220;, oder quasi-stellaren Objekte, überstrahlen dann den Rest ihrer Galaxie. Sie leuchten im Röntgenbereich heller als alle anderen Objekte im Universum, sind aber bei großen Entfernungen dennoch schwer zu entdecken und extrem selten. Bisher wurden bei Rotverschiebungen von z &gt; 5,7 – als das Universum weniger als eine Milliarde Jahre alt war – erst etwa 50 Quasare mit Röntgenteleskopen entdeckt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023aMPEClusterOrigins.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)" data-rl_caption="" title="Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023aMPEClusterOrigins26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)</figcaption></figure>



<p>Bei der Analyse von Röntgendaten des eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; (eFEDS), die während der Leistungsüberprüfungsphase des eROSITA-Teleskops im Jahr 2019 aufgenommen wurden, fand das eROSITA-Team eine neue Punktquelle. In einer Zusammenarbeit mit Kollegen vom Subaru-Teleskop identifizierten sie das Röntgenlicht als den bereits bekannten Quasar J0921+0007. Dieser war ursprünglich mit einer Rotverschiebung von 6,56 von einer Forschungsgruppe entdeckt worden, die mit Subaru nach entfernten Quellen suchte. Gezielte Folgebeobachtungen bei Infrarotwellenlängen zeigten nun, dass das Schwarze Loch eine Masse von 250 Millionen Sonnen hat – relativ wenig für ein supermassereiches Schwarzes Loch in dieser Entfernung. Weitere Folgebeobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra bestätigten die von eROSITA gemessene hohe Leuchtkraft, die auf eine sehr hohe Akkretionsrate hinweist.</p>



<p>„Wir haben nicht erwartet, einen aktiven Galaxienkern mit so geringer Masse bereits in unserer ersten Mini-Durchmusterung mit eROSITA zu finden&#8220;, sagt Julien Wolf, der im Rahmen seiner Doktorarbeit am MPE in den eROSITA-Daten nach weit entfernten supermassereichen Schwarzen Löchern sucht. „Es ist der bisher am weitesten entfernte zufällige Fund im Röntgenbereich. Zudem sind seine Eigenschaften eher untypisch für Quasare bei so hohen Rotverschiebungen: Er ist im sichtbaren Licht sehr schwach, gleichzeitig aber sehr leuchtstark im Röntgenlicht.&#8220;</p>



<p>Der von eROSITA aufgespürte Quasar weist Eigenschaften auf, die einer besonderen Klasse von sogenannten Seyfert-1-Galaxien im lokalen Universum ähneln. Diese besitzen supermassereiche Schwarze Löcher von unter 100 Millionen Sonnenmassen in ihren Zentren und akkretieren Materie mit hoher Geschwindigkeit. Diese Seyfert-1-Galaxien könnten daher jünger als ihre massereicheren Geschwister sein.</p>



<p>„Die Suche nach seltenen Objekten wie diesem erfordert Astronomie bei vielen unterschiedlichen Wellenlängen, die eROSITAs großes Blickfeld im Röntgenbereich ergänzen&#8220;, betont Mara Salvato, Sprecherin von eROSITA. „Glücklicherweise ist der größte Teil des Himmels bei optischen und infraroten Wellenlängen bereits kartiert, und gerade die Daten des Subaru-Teleskopes reichen für das eFEDS-Feld besonders tief und damit in die jüngsten Zeiten des Universums zurück.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023bMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023bMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p>Die meisten aktiven Galaxien mit hohen Rotverschiebungen, das heißt in großen Entfernungen, beherbergen Schwarze Löcher von einer bis zehn Milliarden Sonnenmassen. Es sollte jedoch auch viele entfernte AGNs mit weniger massereichen Schwarzen Löchern geben. Damit Teleskope und Satelliten sie überhaupt beobachten können, müssen diese dann allerdings sehr schnell Materie ansammeln, um hell genug zu leuchten.</p>



<p>Zusätzlich zu ihrem Zufallsfund entdeckte das Team noch einen weiteren hellen und ähnlich weit entfernten Quasar im selben Beobachtungsfeld. „eROSITA eignet sich besonders gut dafür, seltene Röntgenobjekte wie diesen leistungsstarken Quasar mit hoher Rotverschiebung, zu finden und zu kartieren&#8220;, sagt Kirpal Nandra, Direktor für Hochenergiephysik am MPE. „Dies ist nun das zweite derartige Objekt, das wir in eFEDS gefunden haben, obwohl wir sie in diesem Feld gar nicht erwartet hatten.&#8220;</p>



<p>Die ersten eROSITA-Daten sind nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Basierend auf diesen ersten Entdeckungen erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sie mit der eROSITA Himmelsdurchmusterung Hunderte von Quasaren finden könnten. Um diese schwer fassbare Population noch unbekannter entfernter Quasare zu finden, hat das Team ein umfangreiches Programm zur Analyse der eROSITA-Himmelsdurchmusterung entwickelt. Diese führte bereits zur Entdeckung von fünf neuen, im Röntgenlicht leuchtenden Quasaren bei z&gt;5,6, die bald in einer weiteren Veröffentlichung vorgestellt werden. Gleichzeitig meldete ein russisches Forscherteam die ersten eROSITA-Entdeckungen bei hoher Rotverschiebung in der nördlichen Hemisphäre.</p>



<p>Objekte wie diese sind derzeit die beste Möglichkeit, die Entstehung Schwarzer Löcher in frühen Universum zu verstehen. Sollten sich die überraschenden eFEDS-Entdeckungen in einem größeren Datensatz bestätigen, könnte dies eine Herausforderung für einige evolutionäre Modelle darstellen.</p>



<p><strong>Publikation</strong>:<br>X-ray emission from a rapidly accreting narrow-line Seyfert 1 galaxy at z=6.56<br>J. Wolf, K. Nandra, M. Salvato, et al.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44688-22/aa44688-22.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44688-22/aa44688-22.html</a></p>



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			</item>
		<item>
		<title>MPE: Regelmäßige Mahlzeiten für massereiches Schwarzes Loch</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpe-regelmaessige-mahlzeiten-fuer-massereiches-schwarzes-loch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2023 21:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[AGN]]></category>
		<category><![CDATA[Akkretion]]></category>
		<category><![CDATA[Akkretionsscheibe]]></category>
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		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
		<category><![CDATA[J0456-20]]></category>
		<category><![CDATA[MPE]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenstrahlung]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenteleskop]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Spektr-RG]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die eROSITA-Himmelsdurchmusterung entdeckt wiederkehrende Röntgeneruptionen in einer ansonsten ruhigen Galaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 12. Januar 2023. 12. Januar 2023 &#8211; Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) haben in der eROSITA-Himmelsdurchmusterung ein spektakuläres, sich wiederholendes Ereignis entdeckt. Im Zentrum einer ansonsten unscheinbaren Galaxie ereignen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die eROSITA-Himmelsdurchmusterung entdeckt wiederkehrende Röntgeneruptionen in einer ansonsten ruhigen Galaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 12. Januar 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LichtkurveMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LichtkurveMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Lichtkurve der neuen Quelle, J0456-20, zeigt vier ausgeprägte Phasen: Die Plateauphase des Röntgenflusses dauert etwa zwei Monate und fällt dann innerhalb einer Woche schnell ab (um den Faktor 100). Darauf folgt eine röntgenschwache Phase von etwa 2-3 Monaten, bevor die Quelle wieder in eine Phase des Röntgenanstiegs übergeht. Der gesamte Zyklus dauert etwa 220 Tage. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p>12. Januar 2023 &#8211; Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) haben in der eROSITA-Himmelsdurchmusterung ein spektakuläres, sich wiederholendes Ereignis entdeckt. Im Zentrum einer ansonsten unscheinbaren Galaxie ereignen sich regelmäßig alle 220 Tage helle Röntgenausbrüche. Diese deuten auf einen Stern, der das dort befindliche massereiche Schwarze Loch umkreist und dabei in regelmäßigen Umläufen „füttert&#8220;. Solche Ereignisse könnten wirksame Mittel sein, um die Akkretionsprozesse und das Gravitationsfeld um supermassereiche Schwarze Löcher in anderen Galaxien zu erforschen.</p>



<p>Die meisten Galaxien im Universum beherbergen ein supermassereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Beobachtungen deuten auf ein symbiotisches Wachstum dieser Schwarzen Löcher und deren Wirtsgalaxien hin. Diese Studien konzentrieren sich hauptsächlich auf „aktive&#8220; Galaxien, in denen das zentrale Schwarze Loch ständig große Mengen an Materie ansammelt. Diese heizt sich auf und leuchtet sehr hell. Aktive Galaxien (oder Galaxien mit „aktiven galaktischen Kernen&#8220;, AGN) sind jedoch eine Minderheit gegenüber ruhigen Galaxien. Bei diesen ist es viel schwieriger die Eigenschaften des supermassereichen schwarzen Lochs im Kern zu untersuchen.</p>



<p>Gelegentlich kommt es vor, dass ein Stern zu nahe an das zentrale Schwarze Loch einer Galaxie wandert und durch dessen starke Gezeitenkräfte zerrissen wird (engl: „tidal disruption event&#8220;). Ein Teil der Materie des Sterns fällt in das Schwarze Loch und erhöht damit die „Fütterungsrate&#8220; des Gravitationsmonsters vorübergehend. Diesen Prozess können Astronomen als kurzzeitige helle Blitze im Röntgen- und UV-Bereich beobachten. Derartige Ereignisse treten in einer gewöhnlichen Galaxie nur etwa alle 10.000 Jahre auf und sind damit sehr selten. Die meisten bisher beobachteten Kandidaten waren einmalige Ereignisse, die aufgrund der Zerstörung des Sterns einen einzigen Ausbruch zeigten. In jüngster Zeit wurden nun einige veränderliche Ereignisse entdeckt, die periodische oder sich wiederholende Ausbrüche zeigen. Diese könnten auf Sterne zurückzuführen sein, die ihre erste Begegnung glücklicherweise überleben: Anstatt vollständig zerstört zu werden, umkreist der Überrest das supermassereiche Schwarze Loch, wobei er Teile seiner äußeren Schichten verliert und das Schwarze Loch bei jeder Passage erneut füttert.</p>



<p>„Solche sich wiederholenden, teilweisen Zerstörungen könnten ein effektives Mittel sein, um den Akkretionsprozess um supermassereiche Schwarze Löcher zu erforschen&#8220;, betont Zhu Liu, der Hauptautor der Studie am MPE. „Mit Hilfe von eROSITA haben wir jetzt eine faszinierende veränderliche Quelle gefunden, bei der sich der Röntgenausbruch in einer ansonsten ruhigen Galaxie regelmäßig wiederholt.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AbfolgeEreignisseMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AbfolgeEreignisseMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Skizze zeigt eine Abfolge von Ereignissen, die die Entwicklung der Lichtkurve von J0456-20 erklären könnten: Ein Stern wird bei der Annäherung an ein supermassereiches Schwarzes Loch teilweise zerstört (oben). Die Sterntrümmer bilden eine Akkretionsscheibe (blau), wobei die Akkretion in verschiedenen Phasen (1-5) mit wechselnden Emissionssignaturen abläuft. Schließlich ist der Treibstoff vollständig erschöpft (6) und der Röntgenausbruch beendet. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p>Während der Durchmusterung des gesamten Himmels beobachtet das eROSITA-Röntgenteleskop jeden Punkt am Himmel mehrfach und hat dabei energiereiche veränderliche Quellen in Galaxien entdeckt, die keine Anzeichen früherer Aktivität in ihren Zentren aufwiesen. Die neue Quelle, J0456-20, die im Februar 2021 entdeckt wurde, befindet sich in einer ruhigen Galaxie, die etwa 1 Milliarde Lichtjahre entfernt ist. Sie ist eine Röntgenquelle mit einer der höchsten Variabilitäten, die von eROSITA beobachtet wurden; innerhalb einer Woche nimmt der Röntgenfluss um den Faktor 100 ab. Insgesamt beobachteten die Astronomen drei vollständige Zyklen der Quelle, bei der sich die Röntgenausbrüche in einem Zeitraum von etwa 220 Tagen wiederholten. Nachfolgende optische Beobachtungen zeigten eine normale ruhige Galaxie, während die wiederholten Röntgeneruptionen stark auf eine sich wiederholende, teilweise Gezeitenstörung hindeuten.</p>



<p>„Wir schätzen, dass der Stern, der das Schwarze Loch umkreist, beim ersten, zweiten und dritten Zyklus jeweils nur eine Masse verloren hat, die 5 %, 1,5 % und 0,5 % unserer Sonne entspräche&#8220;, erklärt Adam Malyali, Postdoc am MPE. „Diese Werte sind so niedrig, dass der Stern tatsächlich mehrere Annäherungen an das zentrale Schwarze Loch überleben könnte.&#8220;</p>



<p>Mithilfe einer Kooperation mit den ATCA-Teleskopen in Australien konnte das Team zudem veränderliche Radioemission bei der Quelle J0456-20 nachweisen, welche ein deutlicher Hinweis auf einen Ausfluss von Gas darstellt. Zusammen mit dem charakteristischen Verlauf der Röntgenstrahlung ergeben sich damit zwingende Hinweise auf Veränderungen in der Struktur der Akkretionsscheibe um das supermassereiche Schwarze Loch.</p>



<p>„Weitere Beobachtungen sind notwendig, um die genauen Details der physikalischen Prozesse zu ergründen&#8220;, sagt Andrea Merloni, der wissenschaftliche Leiter von eROSITA. „Dennoch liefert die Entdeckung dieses sich wiederholenden Röntgenereignisses bereits jetzt einen soliden Beweis dafür, dass es Sterne gibt, die eng um supermassereiche Schwarze Löcher jenseits unserer eigenen Milchstraße kreisen. Diese könnten ein ideales Labor sein, um die Allgemeine Relativitätstheorie in sehr starken Gravitationsfeldern zu testen.&#8220;</p>



<p>eROSITA hat bereits andere sich wiederholende Röntgenquellen gefunden, z.B. zwei quasi-periodische Eruptionen in AGN. Für die Zukunft erwartet das Team weitere Entdeckungen mit eROSITA, aber auch mit dem Ende 2023 startenden „Einstein Probe&#8220;-Satelliten.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Zhu Liu, A. Malyali, M. Krumpe et al.<br>Deciphering the extreme X-ray variability of the nuclear transient eRASSt J045650.3<br>A&amp;A, 669, A75, doi.org/10.1051/0004-6361/202244805,<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44805-22/aa44805-22.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44805-22/aa44805-22.html</a>.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Explosion auf einem Weißen Zwerg direkt beobachtet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/explosion-auf-einem-weissen-zwerg-direkt-beobachtet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2022 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
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		<category><![CDATA[Spektr-RG]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=109817</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Sterne wie unsere Sonne ihren Brennstoff verbraucht haben, schrumpfen sie zu Weißen Zwergen. Manchmal zucken solche Objekte in einer superheißen Explosion noch einmal auf und produzieren einen Feuerball aus Röntgenstrahlung. Einen solchen Ausbruch im Röntgenlicht konnte ein Forschungsteam unter Führung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt zum ersten Mal direkt beobachten. Eine Pressemitteilung der FAU. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wenn Sterne wie unsere Sonne ihren Brennstoff verbraucht haben, schrumpfen sie zu Weißen Zwergen. Manchmal zucken solche Objekte in einer superheißen Explosion noch einmal auf und produzieren einen Feuerball aus Röntgenstrahlung. Einen solchen Ausbruch im Röntgenlicht konnte ein Forschungsteam unter Führung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt zum ersten Mal direkt beobachten. Eine Pressemitteilung der FAU.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: FAU 11. Mai 2022.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeuerballsausRoentgenstrahlungAnnikaKreikenbohm2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeuerballsausRoentgenstrahlungAnnikaKreikenbohm26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Illustration eines Feuerballs aus Röntgenstrahlung auf einem sogenannten Weißen Zwerg. (Grafik: Annika Kreikenbohm)</figcaption></figure></div>



<p>11. Mai 2022 &#8211; „Dabei kam uns auch der Zufall zu Hilfe“, erklärt Ole König vom Astronomischen Institut der FAU in der Dr. Karl Remeis-Sternwarte Bamberg, der gemeinsam mit dem FAU-Astrophysiker Prof. Dr. Jörn Wilms und dem Forschungsteam bestehend aus dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universitat Politécnica de Catalunya in Barcelona und dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam in der renommierten Fachzeitschrift Nature über die Beobachtung berichtet. „Solche Röntgenblitze lassen sich kaum vorhersagen, dauern nur wenige Stunden und das Beobachtungsinstrument muss in dieser Zeit auf den Ausbruch zielen“, schildert der Astrophysiker die Zusammenhänge.</p>



<p>Bei diesem Instrument handelt es sich um das eROSITA-Röntgen-Teleskop, das eineinhalb Millionen Kilometer von der Erde entfernt seit 2019 den Himmel nach weichen Röntgenstrahlen durchmustert. Dabei wurde am 7. Juli 2020 starke Röntgenstrahlung in einem Bereich des Himmels gemessen, der vier Stunden vorher noch völlig unauffällig gewesen war. Als das Röntgen-Teleskop vier Stunden später die gleiche Stelle am Himmel erneut musterte, war diese Strahlung wieder verschwunden. Weniger als acht Stunden hatte der Röntgenblitz also gedauert, der vorher das Zentrum des Detektors völlig überbelichtet hatte.</p>



<p>Solche Röntgen-Ausbrüche hatten theoretische Überlegungen bereits vor mehr als 30 Jahren vorgesagt. Sie waren bisher aber noch nie direkt beobachtet worden. Diese Feuerbälle aus Röntgenstrahlen entstehen auf der Oberfläche von Sternen, die eine ähnliche Größe wie unsere Sonne hatten, bevor sie ihre Brennstoffvorräte aus Wasserstoff und später aus Helium tief in ihrem Inneren weitgehend verbraucht hatten. Diese alten Sterne schrumpfen sehr stark zusammen, bis ein „Weißer Zwerg“ übrigbleibt, der ähnlich groß wie die Erde ist, aber eine Masse enthält, die ähnlich groß wie unsere Sonne sein kann. „Diese Verhältnisse kann man sich an einem Beispiel gut vorstellen“, erklärt Jörn Wilms: „Stellt man sich die Sonne in der Größe eines Apfels vor, hätte die Erde die Dimension eines Stecknadelkopfes, der in zehn Metern Entfernung um den Apfel kreist.“</p>



<p><strong>Sterne in Form eines Edelsteins</strong><br>Verkleinert man wiederum einen Apfel auf die Größe eines Stecknadelkopfes, behält dieses winzige Teilchen das vergleichsweise riesige Gewicht des Apfels. „Ein Teelöffel Materie aus dem Inneren eines Weißen Zwergs hat daher leicht die Masse eines Lastkraftwagens“, erklärt Jörn Wilms weiter. Weil diese ausgebrannten Sterne hauptsächlich aus Sauerstoff und Kohlenstoff bestehen, ähneln sie einem ebenfalls aus Kohlenstoff bestehenden riesigen Diamanten, der die Größe der Erde hat und im Weltraum schwebt. Diese Objekte in Form eines Edelsteins sind zwar immer noch heiß und leuchten daher weiß. Nur ist diese Strahlung schwach und lässt sich daher von der Erde aus gesehen kaum entdecken.</p>



<p>Es sei denn, der alte Stern wird von einem Stern begleitet, in dem das Sonnenfeuer noch brennt und von dem dann Material auf ihn übergehen kann. „Dieser Wasserstoff kann sich mit der Zeit zu einer nur wenige Meter dicken Schicht auf der Oberfläche der Sternenleiche sammeln“, erklärt FAU-Astrophysiker Jörn Wilms. In dieser Schicht aber erzeugt die riesige Schwerkraft einen gigantischen Druck, der so groß werden kann, dass dort das Sternenfeuer wieder zündet. In einer Kettenreaktion entsteht rasch eine riesige Explosion, in der die Wasserstoffschicht wieder abgesprengt wird. Die Röntgenstrahlung einer solchen Explosion hat dann am 7. Juli 2020 die Detektoren von eROSITA getroffen und überbelichtet.</p>



<p>„Mit Modellrechnungen, mit denen wir ursprünglich die Entwicklung des Röntgen-Instruments begleitet hatten, konnten wir dann in einer aufwändigen Arbeit das eigentlich überbelichtete Bild genauer analysieren und so erstmals einen Blick hinter die Kulissen einer solchen „Nova“ genannten Explosion eines Weißen Zwergs werfen“, schildert Jörn Wilms die weitere Forschung. Nach diesen Ergebnissen sollte der Weiße Zwerg ungefähr die Masse unserer Sonne haben und damit relativ groß sein. Bei der Explosion entstand ein 327.000 Grad heißer Feuerball, der damit rund sechzigmal wärmer als unsere Sonne war.</p>



<p>Weil bei solchen Novae der Energie-Nachschub fehlt, kühlen sie rasch aus, und die Röntgenstrahlung wird weicher, bis sie schließlich zu sichtbarem Licht wird, das einen halben Tag nach der eROSITA-Entdeckung auch die Erde erreichte und mit optischen Teleskopen beobachtet wurde. „Es tauchte dann ein scheinbar heller Stern auf, der sogar mit dem Auge sichtbar war“, erklärt Ole König. Solche scheinbaren „neuen Sterne“ wurden auch früher schon beobachtet und wegen ihres unverhofften Auftauchens „Nova Stella“ genannt, was „neuer Stern“ bedeutet. Weil diese Nova aber erst nach dem Röntgenblitz sichtbar wird, ist eine Vorhersage für solche Ausbrüche sehr schwierig, die daher eher zufällig die Röntgen-Detektoren treffen. „Da hatten wir wirklich Glück“, freut sich Ole König.</p>



<p><strong>Originalpublikation</strong><br>Ole König, Jörn Wilms, Riccardo Arcodia, Thomas Dauser, Konrad Dennerl, Victor Doroshenko, Frank Haberl, Steven Hämmerich, Christian Kirsch, Ingo Kreykenbohm, Maximilian Lorenz, Adam Malyali, Andrea Merloni, Arne Rau, Thomas Rauch, Gloria Sala, Axel Schwope, Valery Suleimanov, Philipp Weber &amp; Klaus Werner: X-ray detection of a nova in the fireball phase<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-022-04635-y" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-022-04635-y</a></p>



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		<title>MPE: Zum aktuellen Status des eROSITA-Instruments</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpe-zum-aktuellen-status-des-erosita-instruments/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 16:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stellungnahme zum aktuellen Status des eROSITA-Instruments an Bord von Spektr-RG (SRG). Eine Information des Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching. Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching. 3. März 2022 &#8211; Der Empfehlung folgend, die Zusammenarbeit mit Russland auszusetzen, wurde eROSITA während des Bodenkontakts am Samstag, den 26. Februar 2022, in einen sicheren Zustand versetzt. Der wissenschaftliche [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Stellungnahme zum aktuellen Status des eROSITA-Instruments an Bord von Spektr-RG (SRG). Eine Information des Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching.</p>



<p>3. März 2022 &#8211; Der Empfehlung folgend, die Zusammenarbeit mit Russland auszusetzen, wurde eROSITA während des Bodenkontakts am Samstag, den 26. Februar 2022, in einen sicheren Zustand versetzt. Der wissenschaftliche Betrieb des Instruments wird derzeit pausiert. SRG/eROSITA hat bisher vier von acht geplanten Durchgängen zur Durchmusterung des gesamten Himmels abgeschlossen. Wir hoffen, dass die Umstände eine baldige Rückkehr zum normalen Betrieb erlauben. Die Analyse der vorhandenen deutschen eROSITA-Daten durch das vom MPE geleitete Konsortium geht davon unbeeinträchtigt weiter.</p>



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		<title>Leuchtende „Kuh“: SRG/eROSITA entdeckt die Röntgenemission</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/leuchtende-kuh-srg-erosita-entdeckt-die-roentgenemission/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 16:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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<h4 class="wp-block-heading" id="at2020mrf-hatte-eine-von-vielen-hundert-gewohnlichen-optischen-veranderlichen-bleiben-konnen-die-regelmassig-vom-asteroid-terrestrial-impact-last-alert-system-atlas-entdeckt-werden-doch-an-der-gleichen-position-und-ungefahr-zur-gleichen-zeit-entdeckte-das-erosita-rontgenteleskop-an-bord-des-weltraumobservatoriums-srg-eine-ungewohnliche-neue-rontgenquelle-mit-der-bezeichnung-srge-j154754-2-443907-schnell-wurde-klar-dass-die-wissenschaftler-ein-einzigartiges-kosmisches-objekt-gefunden-hatten-sie-wurden-zeuge-der-geburt-eines-neuen-magnetars-eines-neutronensterns-mit-einem-superstarken-magnetfeld-oder-eines-schwarzen-lochs-in-einer-weit-entfernten-galaxie-eine-pressemitteilung-des-max-planck-instituts-fur-astrophysik">AT2020mrf hätte eine von vielen hundert gewöhnlichen optischen Veränderlichen bleiben können, die regelmäßig vom „Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System“ (ATLAS) entdeckt werden. Doch an der gleichen Position und ungefähr zur gleichen Zeit entdeckte das eROSITA-Röntgenteleskop an Bord des Weltraumobservatoriums SRG eine ungewöhnliche neue Röntgenquelle mit der Bezeichnung SRGe J154754.2+443907. Schnell wurde klar, dass die Wissenschaftler ein einzigartiges kosmisches Objekt gefunden hatten. Sie wurden Zeuge der Geburt eines neuen Magnetars – eines Neutronensterns mit einem superstarken Magnetfeld – oder eines Schwarzen Lochs in einer weit entfernten Galaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für Astrophysik.</p>



<p>28. Januar 2022 &#8211; Im Juli 2020, kurz nach dem Start seiner zweiten Himmelsdurchmusterung, entdeckte das eROSITA-Röntgenteleskop an Bord des Weltraumobservatoriums SRG eine neue Quelle an einer Position, an der bisher keine Röntgenstrahlen nachgewiesen wurden. Als die Astrophysiker daraufhin die Datenbank der optischen Veränderlichen überprüften, stellte sich heraus, dass etwa vierzig Tage zuvor die „Zwicky Transient Facility“ (ZTF) und das „Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System“ (ATLAS) an derselben Stelle eine scheinbar gewöhnliche, optische Veränderliche mit der Bezeichnung AT2020mrf registriert hatten. Diese wurde zunächst als Supernova vom Typ II eingestuft, also als massereicher Stern, der am Ende seines Lebens kollabiert. Diese ursprüngliche Klassifizierung änderte sich jedoch grundlegend durch die eROSITA-Entdeckung der Röntgenemission und die Form der optischen Lichtkurve der Quelle. Es wurde klar, dass die Astrophysiker auf ein noch interessanteres Objekt gestoßen waren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/f1GilfanovMedvedev.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/f1GilfanovMedvedev60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Röntgenbilder der 3&#215;3 Bogenminuten großen Himmelsregion um die Position von AT2020mrf/SRGe J154754.2+443907, aufgenommen mit dem SRG/eROSITA-Teleskop während vier aufeinander folgender Himmelsdurchmusterungen in den Jahren 2020-2021. (Bild: Gilfanov and Medvedev)</figcaption></figure>



<p>Es gibt eine Klasse optischer Veränderlicher, die mit Supernova-Explosionen in Verbindung gebracht werden und die sich durch schnelle Lichtkurven und zu viel Blau in ihren Spektren auszeichnen, die so genannten „Fast Blue Optical Transients“ (FBOTs). Da ihre Helligkeit schnell abfällt, kann man sie nur schwer untersuchen. Allerdings gibt es darunter eine geheimnisvolle und seltene Unterklasse, die sogenannten AT2018cow-ähnlichen Objekte. Die Namen der von der ATLAS-Anlage entdeckten optischen Transienten (daher die Buchstaben &#8222;AT&#8220; im Namen) werden nach dem Jahr der Entdeckung (in diesem Fall 2018) benannt, gefolgt von einer Kombination aus mehreren Buchstaben, die von einem Computer generiert werden. In diesem Fall bildeten die Buchstaben zufällig das englische Wort &#8222;cow&#8220; &#8211; daher nennen die Astronomen diese Klasse nun „Kuh“-ähnliche Objekte. Vor der Entdeckung von SRGe J154754.2+443907 waren nur vier solcher Objekte bekannt; die SRG/eROSITA-Quelle war Nummer fünf.</p>



<p>&#8222;Kühe&#8220; zeichnen sich durch eine rekordverdächtige Leuchtkraft aus (bis zu10<sup>43</sup> erg/s in der Spitze), die etwa 1000-mal heller ist als eine gewöhnliche Supernova vom Typ II. Eine solche Leuchtkraft kann nicht durch den Zerfall von radioaktivem Nickel-56 erklärt werden und erfordert eine alternative Energiequelle.</p>



<p>SRGe J154754.2+443907 wurde vom eROSITA-Team bei der Suche nach Ereignissen entdeckt, bei denen ein Stern durch die Gezeitenkräfte eines supermassereichen Schwarzen Lochs zerstört wird. Bald wurde jedoch klar, dass die Forscher es mit etwas Anderem zu tun hatten. Sie lösten daraufhin eine Beobachtungskampagne mit Teleskopen vom Radio- bis zum Röntgenbereich aus, um die neue Quelle bei weiteren Wellenlängen zu untersuchen. Dies bestätigte, dass SRGe J154754.2+443907 das fünfte „Kuh“-artige Objekt ist. An den Multiwellenlängenbeobachtungen waren das 10-Meter-Keck-Teleskop, die Radioteleskope VLA und GMRT sowie die Röntgen-Weltraumobservatorien Chandra, XMM-Newton und Swift beteiligt. Das Programm wurde von einem Doktoranden des Caltech, Yuhan Yao, koordiniert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/f2PaxtonNRAOAUINSFShanghaiAstroObsYYaoCaltech.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/f2PaxtonNRAOAUINSFShanghaiAstroObsYYaoCaltech60.jpg" alt=""/></a><figcaption>Künstlerische Darstellung der beiden wahrscheinlichsten Szenarien für die Entstehung eines kompakten Objekts bei der Supernova AT2020mrf/SRGe J154754.2+443907 – ein Schwarzes Loch, das Materie in einem superkritischen Zustand akkretiert und relativistische Jets bildet (links) oder ein Magnetar, ein schnell rotierender Neutronenstern mit einem superstarken Magnetfeld (rechts). (Bild: Bill Paxton, NRAO/AUI/NSF (left), Shanghai Astronomical Observatory, China (right); Yuhan Yao (Caltech))</figcaption></figure>



<p>Das eROSITA-Teleskop beobachtete dieses Objekt kurz nach dem Höhepunkt der Lichtkurve. Diese Beobachtungen haben gezeigt, dass AT2020mrf/SRGe J154754.2+443907 die hellste bekannte „Kuh“ ist, mit einer Leuchtkraft von über ~2 x 10<sup>43</sup> erg/s. Eine solche Leuchtkraft könnte von einem jungen, schnell rotierenden Neutronenstern (mit einer Periode von etwa 10 Millisekunden) mit einem Magnetfeld in der Größenordnung von 10<sup>14</sup> Gauß stammen – einem so genannten Magnetar – oder auch von einem neu entstandenen Schwarzen Loch erzeugt werden, das Material des Vorgängersterns im superkritischen Bereich akkretiert. In jedem Fall haben die Wissenschaftler die Geburt eines relativistischen, kompakten Objekts durch die Explosion eines massereichen Sterns beobachtet.</p>



<p>Die neue „Kuh“ ist bereits verblasst, während viele Fragen noch unbeantwortet bleiben. Um die Natur dieser Quellen zu klären und die physikalischen Mechanismen zu verstehen, die ihr Verhalten bestimmen, müssen die Wissenschaftler weitere Objekte dieser Klasse finden und im Detail untersuchen. Die laufende SRG/eROSITA-Durchmusterung des gesamten Himmels wird einen wichtigen Beitrag zu dieser Arbeit leisten.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>Yuhan Yao, Anna Y. Q. Ho, Pavel Medvedev, Nayana A. J., Daniel A. Perley, S. R. Kulkarni, Poonam Chandra, Sergey Sazonov, Marat Gilfanov, Georgii Khorunzhev, David K. Khatami, Rashid Sunyaev<br>The X-ray and Radio Loud Fast Blue Optical Transient AT2020mrf: Implications for an Emerging Class of Engine-Driven Massive Star Explosions<br>submitted to ApJ<br><a href="https://arxiv.org/abs/2112.00751" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2112.00751</a><br>pdf: <a href="https://arxiv.org/pdf/2112.00751" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/pdf/2112.00751</a></p>



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		<title>Schwarze Löcher geben Blasen, Ringen und intergalaktischen Rauch-Filamenten ihre Form</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/schwarze-loecher-geben-blasen-ringen-und-intergalaktischen-rauch-filamenten-ihre-form/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2021 17:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Team unter Beteiligung der Universität Hamburg hat zum ersten Mal die Entwicklung von heißem Gas beobachtet, das von einem aktiven Schwarzen Loch stammt. Diese Strukturen, die stark an Rauchfahnen von Vulkanausbrüchen erinnern, konnten in einem noch nie dagewesenen Detailreichtum und auf einer Zeitskala von hundert Millionen Jahren beobachtet werden. Eine Pressemitteilung der Universität [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Team unter Beteiligung der Universität Hamburg hat zum ersten Mal die Entwicklung von heißem Gas beobachtet, das von einem aktiven Schwarzen Loch stammt. Diese Strukturen, die stark an Rauchfahnen von Vulkanausbrüchen erinnern, konnten in einem noch nie dagewesenen Detailreichtum und auf einer Zeitskala von hundert Millionen Jahren beobachtet werden. Eine Pressemitteilung der Universität Hamburg.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: der Universität Hamburg.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/newsimage356289MBrienzaLOFAR.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/newsimage356289MBrienzaLOFAR26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Noch nie dagewesener Detailreichtum: Die Strukturen aus heißem Gas bilden die wiederkehrende Aktivität supermassereicher Schwarzer Löcher ab &#8211; die bis zu 200 Mio. Jahre zurückreicht. Sie haben Einfluss auf die Entwicklung des intergalaktischen Mediums. (Bild: M. Brienza &#8211; LOFAR)</figcaption></figure></div>



<p>18. Oktober 2021 &#8211; Die neue Studie konzentriert sich auf das System Nest200047 – eine Gruppe von etwa 20 Galaxien in rund 200 Millionen Lichtjahren Entfernung und wurde in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlicht.</p>



<p>Die zentrale Galaxie des Systems Nest200047 beherbergt ein aktives Schwarzes Loch, um das herum die Forscherinnen und Forscher Gasblasen, einige unbekannte Filamente von relativistischen Teilchen und Magnetfeldern in einer Größe von Hunderttausenden von Lichtjahren beobachteten.</p>



<p>Diese Beobachtungen waren dank LOFAR (LOw Frequency ARray), dem größten Niederfrequenz-Radioteleskop der Welt, möglich. LOFAR kann Radiowellen auffangen, die von den sehr schnellen elektrisch geladenen Teilchen erzeugt werden. Dieses hochmoderne Instrument ist das Ergebnis großer wissenschaftlicher Anstrengungen von neun europäischen Ländern und ermöglichte es den Forschenden, in die Zeit vor mehr als 100 Millionen Jahren zurückzugehen und die Aktivität des Schwarzen Lochs im Zentrum von Nest200047 nachzuvollziehen.</p>



<p>„Unsere Untersuchung zeigt, wie sich diese durch das Schwarze Loch beschleunigten Gasblasen ausdehnen und im Laufe der Zeit verändern. Dabei entstehen spektakuläre pilzförmige Strukturen, Ringe und Filamente, die denen eines gewaltigen Vulkanausbruchs auf der Erde ähneln“, erklärt Marcus Brüggen vom Exzellenzcluster Quantum Universe der Universität Hamburg sowie Physikprofessor an der Hamburger Sternwarte als einer der Mitautoren dieser Arbeit.</p>



<p>Im Kern jeder Galaxie befindet sich ein supermassives Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen. Die Aktivität eines solchen Schwarzen Lochs hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Galaxie und der intergalaktischen Umgebung, in der sie sich befindet. Seit Jahren versuchen Forscherinnen und Forscher herauszufinden, auf welche Art und Weise und in welchem Tempo die Aktivität dieser schwarzen Löcher diese Aktivitäten hervorruft.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/newsimage356290MBrienzaLOFAR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/newsimage356290MBrienzaLOFAR26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Radiobeobachtungen erlauben eine Rekonstruktion der Aktivitäten des schwarzen Lochs. Das Bild zeigt magnetisiertes heißes Gas &#8211; das mit zunehmender Zeit langsam aufsteigt. (Bild: M. Brienza &#8211; LOFAR)</figcaption></figure></div>



<p>Wenn Schwarze Löcher aktiv sind, ziehen sie Umgebungsgas an und setzen dabei enorme Mengen an Energie frei. Manchmal erfolgt die Energiefreisetzung in Form von Teilchenströmen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und Radiowellen erzeugen. Diese Ströme wiederum erzeugen Blasen, die langsam aufsteigen und das sie umgebende intergalaktische Medium aufheizen. Dies hat einen immensen Einfluss auf die Entwicklung des intergalaktischen Mediums und folglich auch auf die weitere Entwicklung der Galaxie, zum Beispiel ob sie weiter anwächst.<br>„Die Studie zeigt, dass sich der Einfluss aktiver Schwarzer Löcher auf Skalen bewegt, die bis zu hundert Mal größer sind als die umgebende Galaxie selbst, und dass ein solcher Einfluss bis zu Hunderte von Millionen Jahren andauert“, erläutert Franceso de Gasperin vom Exzellenzcluster Quantum Universe der Universität Hamburg und Physikprofessor an der Hamburger Sternwarte sowie Mitautor der Studie.</p>



<p>Für ihre Arbeit nutzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch Beobachtungen von eROSITA, dem neuen Röntgenteleskop an Bord des russisch-deutschen Weltraumobservatoriums „Spectrum-Roentgen-Gamma“ (SRG), an dem die Universität Hamburg maßgeblich beteiligt ist.<br>Diese Beobachtungen brachten weitere unerwartete Entdeckungen mit sich: dünne Gasfilamente, die sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen und eine Million Lichtjahre große Magnetfelder.</p>



<p><strong>Originalpublikation:</strong><br>M. Brienza, T. W. Shimwell, F. de Gasperin, I. Bikmaev, A. Bonafede, A. Botteon, M. Brüggen, G. Brunetti, R. Burenin , A. Capetti , E.Churazov, M. J. Hardcastle, I. Khabibullin, N. Lyskova, H. J. A. Röttgering, R. Sunyaev, R. J. van Weeren, F. Gastaldello, S. Mandal, S. Purser, A. Simionescu, and C. Tasse, A snapshot of the oldest active galactic nuclei feedback phases, Nature Astronomy (2021).<br>h<a href="ttps://www.nature.com/articles/s41550-021-01491-0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ttps://www.nature.com/articles/s41550-021-01491-0</a></p>



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		<item>
		<title>Erste Ergebnisse des Röntgenteleskops eROSITA</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erste-ergebnisse-des-roentgenteleskops-erosita/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 17:39:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Erste Ergebnisse des Weltraum-Röntgenteleskops eROSITA veröffentlicht &#8211; Erstaunliche Einblicke in das Leben junger Sterne und massereicher Schwarzer Löcher. Eine Pressemitteilung der Universität Hamburg. Quelle: Universität Hamburg. Vor zwei Jahren wurde das Röntgenteleskop eROSITA als Teil einer russisch-deutschen Kooperation ins Weltall geflogen, um die bislang umfangreichste Himmelskarte im Röntgenfrequenzbereich zu erstellen. Das deutsche eROSITA-Konsortium, zu dem [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Erste Ergebnisse des Weltraum-Röntgenteleskops eROSITA veröffentlicht &#8211; Erstaunliche Einblicke in das Leben junger Sterne und massereicher Schwarzer Löcher. Eine Pressemitteilung der Universität Hamburg.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Universität Hamburg.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/abb1eROSITAcollabRobrade.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein Vergleich des Röntgenbildes von eROSITA (links) und des optischen Bildes (rechts) mit einem herkömmlichen Teleskop von jungen Sternen im eta Cha-Haufen im Sternbild Chamäleon. Die hier abgebildeten Sterne sind tausendmal aktiver als unsere Sonne. Beide Bilder zeigen die gleiche Himmelsregion. (Bild: eROSITA collaboration/Robrade)" data-rl_caption="" title="Ein Vergleich des Röntgenbildes von eROSITA (links) und des optischen Bildes (rechts) mit einem herkömmlichen Teleskop von jungen Sternen im eta Cha-Haufen im Sternbild Chamäleon. Die hier abgebildeten Sterne sind tausendmal aktiver als unsere Sonne. Beide Bilder zeigen die gleiche Himmelsregion. (Bild: eROSITA collaboration/Robrade)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/abb1eROSITAcollabRobrade26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ein Vergleich des Röntgenbildes von eROSITA (links) und des optischen Bildes (rechts) mit einem herkömmlichen Teleskop von jungen Sternen im eta Cha-Haufen im Sternbild Chamäleon. Die hier abgebildeten Sterne sind tausendmal aktiver als unsere Sonne. Beide Bilder zeigen die gleiche Himmelsregion.<br>(Bild: eROSITA collaboration/Robrade)</figcaption></figure></div>



<p>Vor zwei Jahren wurde das Röntgenteleskop eROSITA als Teil einer russisch-deutschen Kooperation ins Weltall geflogen, um die bislang umfangreichste Himmelskarte im Röntgenfrequenzbereich zu erstellen. Das deutsche eROSITA-Konsortium, zu dem auch die Universität Hamburg gehört, hat nun die ersten Daten veröffentlicht, die mit dem satellitengebundenen Röntgenteleskop aufgenommen wurden.</p>



<p>Die Veröffentlichung der ersten eROSITA-Daten wird von 35 wissenschaftlichen Publikationen begleitet, die in einer Sonderausgabe der Fachzeitschrift „Astronomy and Astrophysics“ erscheinen werden und schon jetzt öffentlich zugänglich sind. Sechs dieser Veröffentlichungen wurden von Forschenden der Universität Hamburg geleitet und haben sich auf die Aktivität von Sternen sowie die Auswirkungen von Schwarzen Löchern auf ihre Umgebung konzentriert.</p>



<p>„Mithilfe der Daten konnten wir zeigen, dass massereiche Schwarze Löcher das Gas in großen Gruppen von Galaxien aufheizen“, berichtet Doktorand Thomas Pasini von der Hamburger Sternwarte, der eine Veröffentlichung geleitet hat. Dieser Nachweis wurde erst durch die neuen Aufnahmen möglich.</p>



<p>„Es ist großartig zu sehen, dass dieses Teleskop so perfekt funktioniert. Die frühen Daten ermöglichen bereits bahnbrechende Ergebnisse und geben einen Vorgeschmack auf die endgültige Himmelskarte, die in gut zwei Jahren fertig sein wird,“ sagt Prof. Dr. Marcus Brüggen von der Universität Hamburg. Eine neue und richtungsweisende Erkenntnis, die durch die Kombination von verschiedenen Himmelskarten im Radio- und Röntgenbereich gewonnen werden konnte, ist die Einsicht, dass Schwarze Löcher umso stärkere Materiestrahlen, sogenannte Jets, aussenden, je dichter ihre Umgebung ist. Das bedeutet, dass Schwarze Löcher aus dem heißen Umgebungsgas „gefüttert“ werden. Diese stärkeren Jets führen aber nicht zu größeren Jets, weil sie sich in den dichteren Umgebungen nur schwer weiter ausdehnen können.</p>



<p>In einer weiteren Arbeit beobachteten Forschende der Hamburger Sternwarte einen jungen Sternhaufen im Sternbild Chamäleon. Junge Sterne weisen eine hohe magnetische Aktivität auf, wodurch das Plasma, aus dem sie bestehen, auf mehrere Millionen Grad Celsius erhitzt wird. Dieses heiße Plasma sendet starke Röntgenstrahlung aus. Röntgenbeobachtungen sind deshalb besonders gut geeignet, um diese Sterne zu identifizieren und zu untersuchen.</p>



<p>„Die Röntgenbilder des gesamten Himmels werden mehr als drei Millionen Quellen enthalten, viel mehr als alle derzeit bekannten Röntgenquellen“, ergänzt Prof. Dr. Jürgen Schmitt von der Hamburger Sternwarte, der das Projekt von Anfang an betreut hat.</p>



<p>eROSITA ist eines von zwei Röntgenteleskopen an Bord des Spektrum-Röntgen-Gamma-Weltraumobservatoriums (SRG). Das Teleskop erlaubt Messungen im Röntgenbereich und macht astrophysikalische Ereignisse sichtbar, die Strahlung oberhalb des ultravioletten Spektrums erzeugen. Die Hamburger Sternwarte der Universität Hamburg ist maßgeblich an dieser Weltraummission beteiligt und führt die Missionsplanung für das eROSITA-Teleskop durch. Dabei wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Außerdem gleichen die Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Röntgenquellen mit Daten von optischen Teleskopen, zum Beispiel dem Hamburger Teleskop TIGRE in Mexiko, und Radioteleskopen, zum Beispiel dem Low Frequency Array – LOFAR, ab. Die wissenschaftliche Auswertung der Daten ist Teil der Forschungsaktivitäten des Hamburger Exzellenzclusters „Quantum Universe“.</p>



<p>Wie für viele andere Forschende auch, hat COVID-19 die Arbeit des eROSITA-Teams komplizierter gemacht. „Nur sechs Monate nach dem Start der wissenschaftlichen Beobachtungen von eROSITA zwang uns die weltweite Pandemie dazu, unsere Herangehensweise massiv zu verändern“, sagt der leitende Wissenschaftler Dr. Andrea Merloni vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Sogar der Betrieb des 1,5 Millionen Kilometer entfernten Teleskops musste von zu Hause aus aufrechterhalten werden. „Ich würde gerne glauben, dass die einzigartige Gelegenheit, mit einer brandneuen ‚Entdeckungsmaschine‘ zu arbeiten, vielen von uns geholfen hat, den Fokus zu bewahren – zumindest tat es das für mich“, sagt Merloni. „eROSITA hat uns viele Gründe zum Feiern gegeben, und wir freuen uns alle darauf, bald eine richtige Party zu feiern!“</p>



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		<title>Materiestraße im All lässt Galaxienhaufen wachsen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/materiestrasse-im-all-laesst-galaxienhaufen-wachsen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Jun 2021 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
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		<category><![CDATA[supermassives schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bonn]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Studie unter Federführung der Universität Bonn liefert Bilder mit nie gesehenem Detailreichtum. Eine Pressemitteilung der Universität Bonn. Quelle: Universität Bonn. Vor einem halben Jahr meldeten Astronomen der Universität Bonn die Entdeckung eines extrem langen intergalaktischen Gasfadens mit dem Röntgenteleskop eROSITA. In einer neuen Studie haben sie sich nun auf eine interessante Struktur in dem Faden [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Studie unter Federführung der Universität Bonn liefert Bilder mit nie gesehenem Detailreichtum. Eine Pressemitteilung der Universität Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Universität Bonn.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ReiprichNorthernClump.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Der nördliche Klumpen, - wie er im Röntgenlicht (blau, XMM-Newton Satellit), im visuellen Licht (grün, DECam) und bei Radiowellenlängen (rot, ASKAP/EMU) erscheint. (Bild: Veronica et al., Astronomy &amp; Astrophysics)" data-rl_caption="" title="Der nördliche Klumpen, - wie er im Röntgenlicht (blau, XMM-Newton Satellit), im visuellen Licht (grün, DECam) und bei Radiowellenlängen (rot, ASKAP/EMU) erscheint. (Bild: Veronica et al., Astronomy &amp; Astrophysics)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ReiprichNorthernClump26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der nördliche Klumpen, &#8211; wie er im Röntgenlicht (blau, XMM-Newton Satellit), im visuellen Licht (grün, DECam) und bei Radiowellenlängen (rot, ASKAP/EMU) erscheint.<br>(Bild: Veronica et al., Astronomy &amp; Astrophysics)</figcaption></figure></div>



<p>Vor einem halben Jahr meldeten Astronomen der Universität Bonn die Entdeckung eines extrem langen intergalaktischen Gasfadens mit dem Röntgenteleskop eROSITA. In einer neuen Studie haben sie sich nun auf eine interessante Struktur in dem Faden konzentriert, den nördlichen Klumpen. Ihre neuen Beobachtungsdaten belegen, dass es sich dabei um einen Galaxienhaufen mit einem schwarzen Loch im Zentrum handelt. Der Gasfaden ist demnach eine galaktische Materiestraße: Der nördliche Klumpen bewegt sich auf ihr auf zwei weitere riesige Galaxienhaufen zu und wird irgendwann mit ihnen verschmelzen. Die Veröffentlichung erfolgt in der Zeitschrift Astronomy &amp; Astrophysics, zusammen mit weiteren Arbeiten, die aus Anlass der ersten eROSITA-Daten erscheinen.</p>



<p>Das Universum ähnelt einem Schweizer Käse &#8211; allerdings einem mit riesigen Löchern: Große Bereiche im All sind absolut leer. Dazwischen tummeln sich auf vergleichsweise engem Raum Tausende von Galaxien. Diese Cluster sind durch Straßen aus dünnem Materiegas miteinander verbunden, wie durch die hauchdünnen Fäden eines Spinnennetzes.</p>



<p>So sagt es zumindest das Standardmodell der Kosmologie voraus. Ob es sich tatsächlich so verhält, war bis vor kurzem kaum zu belegen. Denn die Materie in den Gasfäden ist so stark verdünnt, dass sie sich dem Blick selbst der empfindlichsten Messinstrumente entzog: Die Fäden enthalten pro Kubikmeter gerade einmal zehn Teilchen &#8211; das ist sehr viel weniger, als in dem besten Vakuum vorhanden sind, das Menschen herstellen können.</p>



<p>Entsprechend viel Aufsehen erregte im letzten Winter eine Studie unter Federführung der Universität Bonn. Die Forschenden hatten einen intergalaktischen Gasfaden von mindestens 50 Millionen Lichtjahren Länge entdeckt, der von zwei riesigen Galaxienhaufen ausgeht. „In diesem Faden gibt es einen weiteren Galaxienhaufen, den nördlichen Klumpen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Reiprich vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. „In der jetzt erschienenen Arbeit haben wir ihn genauer unter die Lupe genommen.“</p>



<p><strong>Bugwelle und Materieschweif</strong><br>Die Wissenschaftler kombinierten dazu Aufnahmen verschiedener Quellen miteinander: der Satelliten SRG/eROSITA, XMM-Newton und Chandra sowie der EMU-Durchmusterung mit dem ASKAP-Radioteleskop und optische DECam Daten. Auf diese Weise entstanden Bilder mit nie gesehenem Detailreichtum. „So können wir im Mittelpunkt des nördlichen Klumpen eine große Galaxie ausmachen“, sagt Reiprichs Mitarbeiterin und Erstautorin der Studie Angie Veronica. „In ihrem Zentrum wiederum befindet sich ein supermassereiches schwarzes Loch.“ Von ihm gehen zwei so genannte Materiejets aus, in denen sich die Teilchen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit vom schwarzen Loch entfernen. Dabei entsteht Synchroton-Strahlung, die sich in den Radioteleskop-Aufnahmen sichtbar machen lässt.</p>



<p>Darüber hinaus enthält der nördliche Klumpen sehr heißes Materiegas. „Aufgrund seiner hohen Temperatur von 20 Millionen Grad emittiert es Röntgenstrahlung, die wir in den eROSITA-Bildern sehen und mit dem XMM-Newton Satelliten nun sehr genau vermessen konnten“, sagt Veronica. Insgesamt zeigt die Kombination der Datenquellen, dass der nördliche Klumpen sich wahrscheinlich mit hoher Geschwindigkeit bewegt. Die Materiejets, die vom schwarzen Loch ausgehen, weisen wie die Zöpfe eines rennenden Mädchens nach hinten; vor dem Klumpen scheint das Gas zudem eine Art Bugwelle zu bilden. „Zudem sehen wir hinter ihm einen Materieschweif“, erklärt Reiprich. „Wir interpretieren diese Beobachtung momentan so, dass der nördliche Klumpen bei seiner Reise Materie verliert. Allerdings könnte es auch so sein, dass noch kleinere Materieklumpen in der Straße auf den nördlichen Klumpen zufallen.“</p>



<p>Insgesamt bestätigen die Beobachtungen die aus Theorien abgeleitete These, dass es sich bei dem Gasfaden um eine intergalaktische Materiestraße handelt. Der nördliche Klumpen bewegt sich auf dieser Straße mit hoher Geschwindigkeit auf zwei weitere, sehr viel größere Galaxienhaufen namens Abell 3391 und Abell 3395 zu. „Er fällt sozusagen auf diese Haufen und wird sie weiter vergrößern &#8211; ganz nach dem Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben“, erklärt Reiprich, der auch Mitglied im transdisziplinären Forschungsbereich „Bausteine der Materie“ an der Universität Bonn ist. „Was wir sehen, ist eine Momentaufnahme dieses Falls.“</p>



<p><strong>Beobachtungen in Übereinstimmung mit theoretischen Vorhersagen</strong><br>Die Beobachtungen stimmen erstaunlich gut mit dem Ergebnis der Magneticum-Computersimulationen überein, die von Forschern des eROSITA-Konsortiums entwickelt wurden. Sie lassen sich daher auch als Argument dafür werten, dass die heute gültigen Annahmen über die Entstehung und Entwicklung des Universums korrekt sind. Dazu zählt auch die These, dass ein großer Teil der Materie für unsere Messinstrumente unsichtbar ist. 85 Prozent unseres Universums sollen aus dieser „dunklen Materie“ bestehen. Im Standardmodell der Kosmologie spielt sie unter anderem eine wichtige Rolle als Kondensationskeim, der nach dem Urknall die Verdichtung der gasförmigen Materie zu Galaxien bewirkte.</p>



<p><strong>Beteiligte Institutionen und Förderung:</strong><br>An der Studie waren über 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, den USA und Australien beteiligt. eROSITA wurde mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Die aktuelle Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.</p>



<p><strong>Publikation:</strong><br>Angie Veronica u.a.: <a href="https://arxiv.org/abs/2106.14543" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">The eROSITA view of the Abell 3391/95 field: The Northern Clump. The largest infalling structure in the longest known gas filament observed with eROSITA, XMM-Newton, and Chandra</a>.<br>Astronomy &amp; Astrophysics, der Artikel wird in der Astronomy &amp; Astrophysics-Spezialausgabe erscheinen: The Early Data Release of eROSITA and Mikhail Pavlinsky ART-XC on the SRG Mission, vorab auf </p>



<p><strong>Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/laengster-intergalaktischer-gasfaden-entdeckt/" data-wpel-link="internal">Längster intergalaktischer Gasfaden entdeckt</a> (17. Dezember 2020)</li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3932.msg498106#msg498106" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Röntgenteleskope ART-XC und eRosita auf Spektr-RG (SRG)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6182.msg512017#msg512017" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Galaxien &#8211; Entstehung und Entwicklung</a></li></ul>
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		<title>Hoinga &#8211; der größte Supernova-Überrest</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hoinga-der-groesste-supernova-ueberrest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenhimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Supernovae]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching haben mithilfe des deutschen Röntgentelekops eROSITA einen riesigen, bisher unbekannten Supernova-Überrest entdeckt. Überraschend war dabei nicht nur der Durchmesser von mehreren Grad, sondern auch seine Position am Himmel: Der von den Astronomen „Hoinga“ getaufte Überrest befindet sich weit außerhalb der galaktischen Ebene, wo scheinbar bisher noch kaum [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching haben mithilfe des deutschen Röntgentelekops eROSITA einen riesigen, bisher unbekannten Supernova-Überrest entdeckt. Überraschend war dabei nicht nur der Durchmesser von mehreren Grad, sondern auch seine Position am Himmel: Der von den Astronomen „Hoinga“ getaufte Überrest befindet sich weit außerhalb der galaktischen Ebene, wo scheinbar bisher noch kaum jemand nach den Überresten explodierter Sterne gesucht hat. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Ausschnitt1stDurchmusterungSRGeROSITA13.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bildausschnitt aus der ersten Himmelsdurchmusterung von SRG/eROSITA. Die Röntgenphotonen in diesem Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot entspricht Photonen des Energiebereichs 0,3-0,6 keV; grün 0,6-1.,0 keV und blau 1,0-2,3 keV). Der Hoinga-Supernova-Überrest hoch über der Galaktischen Scheibe ist markiert. Bei der großen, gelblich leuchtenden hellen Röntgenquelle im unteren Bereich des Bildes handelt es sich um den Supernova-Überrest „Vela“ mit „Puppis-A“. (Bild: SRG/eROSITA)" data-rl_caption="" title="Bildausschnitt aus der ersten Himmelsdurchmusterung von SRG/eROSITA. Die Röntgenphotonen in diesem Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot entspricht Photonen des Energiebereichs 0,3-0,6 keV; grün 0,6-1.,0 keV und blau 1,0-2,3 keV). Der Hoinga-Supernova-Überrest hoch über der Galaktischen Scheibe ist markiert. Bei der großen, gelblich leuchtenden hellen Röntgenquelle im unteren Bereich des Bildes handelt es sich um den Supernova-Überrest „Vela“ mit „Puppis-A“. (Bild: SRG/eROSITA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/Ausschnitt1stDurchmusterungSRGeROSITA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Bildausschnitt aus der ersten Himmelsdurchmusterung von SRG/eROSITA. Die Röntgenphotonen in diesem Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot entspricht Photonen des Energiebereichs 0,3-0,6 keV; grün 0,6-1.,0 keV und blau 1,0-2,3 keV). Der Hoinga-Supernova-Überrest hoch über der Galaktischen Scheibe ist markiert. Bei der großen, gelblich leuchtenden hellen Röntgenquelle im unteren Bereich des Bildes handelt es sich um den Supernova-Überrest „Vela“ mit „Puppis-A“.<br>(Bild: SRG/eROSITA)</figcaption></figure></div>



<p>Die Entdeckung, die durch Daten früherer Radio-Beobachtungen unabhängig bestätigt wurde, ist die Erste im Rahmen einer gemeinsamen Partnerschaft zwischen eROSITA und Australien, die zur Erforschung unserer Galaxie bei verschiedenen Wellenlängen, von niederfrequenten Radiowellen bis hin zu energiereicher Röntgenstrahlung, gegründet wurde – ein gutes Omen für viele weitere Entdeckungen in den nächsten Jahren.</p>



<p>Massereiche Sterne beenden ihr Leben in gigantischen Supernova-Explosionen, wenn die Fusionsprozesse in ihrem Inneren nicht mehr genug Energie erzeugen um ihrem Gravitationskollaps entgegenzuwirken. Aber selbst in einer Galaxie mit mehreren Hunderten Milliarden Sternen sind diese Ereignisse ziemlich selten. Schätzungsweise ereignet sich eine Supernova-Explosion in unserer Milchstraße im Durchschnitt nur alle 30 bis 50 Jahre. Während die Supernova selbst nur für einen Zeitraum von mehreren Monaten beobachtet werden kann, können ihre millionengrad heißen Überreste für etwa 100 000 Jahre nachgewiesen werden. Diese Überreste bestehen aus dem Material, das der explodierende Stern mit hoher Geschwindigkeit in den Weltraum hinausschleudert und das beim Auftreffen auf das umgebende kältere interstellare Medium Schockfronten bildet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NahaufnahmeHoingaSRGeROSITAMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Nahaufnahme des Hoinga-Supernova-Überrests, wie er in der ersten Röntgen-Durchmusterung mit eROSITA zu sehen ist. Die Röntgenphotonen in diesem 7,5 x 7,5 Grad großen Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Photonen die im Energiebereich von 0,2 - 0,7 keV detektiert wurden, grün Röntgenphotonen des Energiebereichs 0,7 - 1,2 keV und blau für den Bereich 1,2 - 2,4 keV). Fast die gesamte Röntgenemission des Überrestes wird bei Photonenenergien zwischen 0,2 - 0,7 keV beobachtet. Das Bild wurde geglättet, um die Sichtbarkeit der diffusen Röntgenemission zu verbessern. (Bild: SRG/eROSITA, MPE)" data-rl_caption="" title="Nahaufnahme des Hoinga-Supernova-Überrests, wie er in der ersten Röntgen-Durchmusterung mit eROSITA zu sehen ist. Die Röntgenphotonen in diesem 7,5 x 7,5 Grad großen Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Photonen die im Energiebereich von 0,2 - 0,7 keV detektiert wurden, grün Röntgenphotonen des Energiebereichs 0,7 - 1,2 keV und blau für den Bereich 1,2 - 2,4 keV). Fast die gesamte Röntgenemission des Überrestes wird bei Photonenenergien zwischen 0,2 - 0,7 keV beobachtet. Das Bild wurde geglättet, um die Sichtbarkeit der diffusen Röntgenemission zu verbessern. (Bild: SRG/eROSITA, MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/NahaufnahmeHoingaSRGeROSITAMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Nahaufnahme des Hoinga-Supernova-Überrests, wie er in der ersten Röntgen-Durchmusterung mit eROSITA zu sehen ist. Die Röntgenphotonen in diesem 7,5 x 7,5 Grad großen Bild wurden entsprechend ihrer Energie farbkodiert (rot für Photonen die im Energiebereich von 0,2 &#8211; 0,7 keV detektiert wurden, grün Röntgenphotonen des Energiebereichs 0,7 &#8211; 1,2 keV und blau für den Bereich 1,2 &#8211; 2,4 keV). Fast die gesamte Röntgenemission des Überrestes wird bei Photonenenergien zwischen 0,2 &#8211; 0,7 keV beobachtet. Das Bild wurde geglättet, um die Sichtbarkeit der diffusen Röntgenemission zu verbessern.<br>(Bild: SRG/eROSITA, MPE)</figcaption></figure></div>



<p>Etwa 300 solcher Supernova-Überreste sind heute bekannt – viel weniger als die geschätzten 1200, die in unserer Heimatgalaxie verteilt sein sollten. Entweder haben die Astrophysiker also bisher die Supernova-Rate falsch eingeschätzt, oder die große Mehrheit wurde bisher übersehen. Ein internationales Team von Astronomen nutzt nun die Himmelsdurchmusterung des eROSITA-Teleskops, um nach bisher unbekannten Supernova-Überresten zu suchen. Mit Temperaturen von Millionen von Grad senden die Überbleibsel der Supernovae intensive thermische Röntgenstrahlung aus, wodurch sie in den erstklassigen Daten der eROSITA Himmelsdurchmusterung sichtbar werden.</p>



<p>&#8222;Wir waren sehr überrascht, als uns gleich der erste Supernova-Überrest ins Auge gestochen ist&#8220;, sagt Werner Becker vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. &#8222;Hoinga&#8220; ist der größte Supernova-Überrest, der jemals aufgrund seiner Röntgenstrahlung entdeckt wurde. Mit einem Durchmesser von etwa 4,4 Grad bedeckt er am Himmel eine Fläche, die etwa 90-mal so groß ist wie die Scheibe des Vollmondes. &#8222;Außerdem liegt er sehr weit oberhalb der galaktischen Ebene, was für diese Objekte sehr ungewöhnlich ist&#8220;, fügt er hinzu. Bisher konzentrierten sich die meisten Suchen nach den Überresten explodierter Sterne auf die Galaktische Scheibe, wo die Sternentstehungsaktivität am höchsten ist und stellare Überreste daher häufiger sein sollten. Allerdings scheint es gut möglich zu sein, dass diese Suchstrategie bisher zahlreiche Supernova-Überreste übersehen hat.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadioHoingaCHIPASSSPASSNHurleyWalkerICRARCurtin.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radio-Bild von Hoinga, aufgenommen bei 1,4 GHz und 2,3 GHz während der CHIPASS- und SPASS-Radiodurchmusterungen. Die blaue Farbe ist willkürlich; Vorder- und Hintergrundquellen wurden aus den Bildern entfernt, um die Sichtbarkeit der diffusen Radioemission des Supernova-Überrestes zu erhöhen. (Bild: CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))" data-rl_caption="" title="Radio-Bild von Hoinga, aufgenommen bei 1,4 GHz und 2,3 GHz während der CHIPASS- und SPASS-Radiodurchmusterungen. Die blaue Farbe ist willkürlich; Vorder- und Hintergrundquellen wurden aus den Bildern entfernt, um die Sichtbarkeit der diffusen Radioemission des Supernova-Überrestes zu erhöhen. (Bild: CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadioHoingaCHIPASSSPASSNHurleyWalkerICRARCurtin26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Radio-Bild von Hoinga, aufgenommen bei 1,4 GHz und 2,3 GHz während der CHIPASS- und SPASS-Radiodurchmusterungen. Die blaue Farbe ist willkürlich; Vorder- und Hintergrundquellen wurden aus den Bildern entfernt, um die Sichtbarkeit der diffusen Radioemission des Supernova-Überrestes zu erhöhen.<br>(Bild: CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))</figcaption></figure></div>



<p>Nachdem die Astronomen das Objekt in den Daten der eROSITA-Himmelsdurchmusterung gefunden hatten, suchten sie in archivierten Röntgen- und Radiodaten früherer Himmelsdurchmusterungen, um seine Natur weiter zu erforschen. Tatsächlich ist Hoinga – wenn auch nur sehr schwach – bereits in den 30 Jahre alten Daten des ROSAT-Röntgenteleskops zu sehen; aufgrund seiner Leuchtschwäche und seiner Lage bei hohen galaktischen Breiten fiel das riesengroße diffuse Objekt bisher jedoch niemandem auf. Weitere wichtige Erkenntnisse und der endgültige Beweis, dass es sich bei der Röntgenquelle um die Überreste eines explodierten Sterns handelt, kamen dann aus Radiodaten, dem Spektralband, in dem 90% aller bekannten Supernova-Überreste gefunden wurden.</p>



<p>&#8222;Wir sind die Radio-Archivdaten durchgegangen und dieses Objekt hat nur darauf gewartet entdeckt zu werden&#8220;, staunt Natasha Walker-Hurley, die an der Curtin University Teil des International Centre for Radio Astronomy Research in Australien ist. &#8222;Die Radioemission in den zehn Jahre alten Himmelsdurchmusterungen bestätigt eindeutig, dass Hoinga ein Supernova-Überrest ist; also könnte es da draußen noch viele mehr geben, die nur auf scharfe Augen warten, die sie finden.&#8220; Aufgrund seiner Größe sowie der spektralen Verteilung im Röntgen- und Radiobereich schließen die Forschenden, dass es sich bei Hoinga um einen Supernova-Überrest mittleren Alters ähnlich wie der berühmte Vela-Überrest handelt, allerdings mit einer Distanz von rund 1500 Lichtjahren doppelt so weit entfernt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RoentgenRadioHoingaeROSITAMPECHIPASSSPASSNHurleyWalkerICRARCurtin.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Zusammengesetztes Röntgen- und Radiobild von Hoinga (siehe auch Abb.2 und Abb.3). Die von eROSITA entdeckte Röntgenstrahlung wird von den heißen Überresten des explodierten Vorläufersterns emittiert, während die Radioantennen Synchrotronemission von relativistischen Elektronen empfangen die in der äußeren Schale des Überrests abgebremst werden. (Bild: eROSITA/MPE (X-ray), CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))" data-rl_caption="" title="Zusammengesetztes Röntgen- und Radiobild von Hoinga (siehe auch Abb.2 und Abb.3). Die von eROSITA entdeckte Röntgenstrahlung wird von den heißen Überresten des explodierten Vorläufersterns emittiert, während die Radioantennen Synchrotronemission von relativistischen Elektronen empfangen die in der äußeren Schale des Überrests abgebremst werden. (Bild: eROSITA/MPE (X-ray), CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RoentgenRadioHoingaeROSITAMPECHIPASSSPASSNHurleyWalkerICRARCurtin26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Zusammengesetztes Röntgen- und Radiobild von Hoinga (siehe auch Abb.2 und Abb.3). Die von eROSITA entdeckte Röntgenstrahlung wird von den heißen Überresten des explodierten Vorläufersterns emittiert, während die Radioantennen Synchrotronemission von relativistischen Elektronen empfangen die in der äußeren Schale des Überrests abgebremst werden.<br>(Bild: eROSITA/MPE (X-ray), CHIPASS/SPASS/N. Hurley-Walker, ICRAR-Curtin (Radio))</figcaption></figure></div>



<p>Das Röntgenteleskop eROSITA führt acht vollständige Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich durch und ist damit etwa 25-mal empfindlicher als sein Vorgänger &#8211; der Röntgensatellit ROSAT. Beide Observatorien wurden am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching konzipiert und gebaut und eROSITA wird dort betrieben. Die Astronomen erwarteten in den nächsten Jahren weitere neue Supernova-Überreste in den Röntgendaten zu entdecken, aber sie waren sehr überrascht, den Ersten bereits so schnell zu identifizieren. Zusammen mit der Tatsache, dass das Signal auch schon in jahrzehntealten Daten vorhanden ist, deutet das darauf hin, dass viele Supernova-Überreste in der Vergangenheit übersehen worden sein könnten, weil sie beispielsweise eine niedrige Oberflächenhelligkeit haben, sich an ungewöhnlichen Orten befinden oder von anderen galaktischen Objekten in der Nähe überstrahlt werden. Zusammen mit zukünftigen Radiodurchmusterungen lässt die eROSITA-H immelsdurchmusterung überaus vielversprechende neue Erkenntnisse und Ergebnisse auf dem Gebiet der Supernova-Forschung erwarten. „Wir sind überzeugt, viele der fehlenden Supernova-Überreste zu finden und damit zur Lösung dieses langjährigen astrophysikalischen Rätsels beizutragen&#8220; sagt Werner Becker.</p>



<p><strong>Anmerkungen:</strong><br>1. Der Name Hoinga für den Supernova-Überrest wurde zu Ehren des Heimatortes des Erstautors gewählt: Hoinga war der mittelalterliche Name von Bad Hönningen am Rhein.</p>



<p>2. Am 11. Juni 2020 hat das eROSITA-Teleskop seine erste Durchmusterung des gesamten Röntgenhimmels abgeschlossen. Das Teleskop wurde am 13. Juli 2019 an Bord der Raumsonde SRG gestartet und umkreist nun den zweiten Lagrange-Punkt des Erde-Sonne-Systems. eROSITA ist das Hauptinstrument an Bord von SRG, einer gemeinsamen russisch-deutschen Wissenschaftsmission, die von der russischen Raumfahrtagentur (Roskosmos) im Interesse der Russischen Akademie der Wissenschaften, vertreten durch ihr Institut für Weltraumforschung (IKI), und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt wird. Die Entwicklung und der Bau des Röntgeninstruments eROSITA wurde vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) geleitet, mit Beiträgen der Dr. Karl Remeis-Sternwarte Bamberg, der Sternwarte der Universität Hamburg, des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) und des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, mit Unterstützung des DLR und der Max-Planck-Gesellschaft. Das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn und die Ludwig-Maximilians-Universität München waren ebenfalls an der wissenschaftlichen Vorbereitung für eROSITA beteiligt.</p>



<p><strong>Originalveröffentlichung</strong><br>W. Becker, N. Hurley-Walker, Ch. Weinberger, L. Nicastro, M. G. F. Mayer, A. Merloni, J. Sanders<br><a href="Hoinga: a supernova remnant discovered in the SRG/eROSITA All-Sky Survey eRASS1" data-wpel-link="internal">Hoinga &#8211; A Supernova Remnant Discovered in the SRG/eROSITA All-Sky Survey eRASS1</a> A&amp;A, Accepted: 12 February 2021</p>



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		<item>
		<title>eROSITA: Großräumige Strukturen aus heißem Gas</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/erosita-grossraeumige-strukturen-aus-heissem-gas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2020 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[eROSITA]]></category>
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		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Erlangen-Nürnberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Großräumige Strukturen aus heißem Gas wahrscheinlich auf Schockwellen zurückzuführen. Eine Information der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Astronomen haben in der ersten vollständigen Himmelskarte des Röntgenteleskops eROSITA an Bord des SRG-Observatoriums eine auffallende Entdeckung gemacht: eine riesige kreisrunde Struktur aus heißem Gas unterhalb der Milchstraßenebene, die den größten Teil des südlichen Himmels einnimmt. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Großräumige Strukturen aus heißem Gas wahrscheinlich auf Schockwellen zurückzuführen. Eine Information der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/erositaa09122020MPEIKI.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die eROSITA-Blasen. (Bild: MPE/IKI)" data-rl_caption="" title="Die eROSITA-Blasen. (Bild: MPE/IKI)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/12/erositaa09122020MPEIKI26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die eROSITA-Blasen. In dieser Falschfarbenkarte ist die ausgedehnte Emission bei Energien von 0,6-1,0 keV hervorgehoben. Der Beitrag der Punktquellen wurde entfernt und die Skalierung angepasst, um großräumige Strukturen in unserer Galaxie deutlicher hervortreten zu lassen.<br>(Bild: MPE/IKI)</figcaption></figure></div>



<p>Astronomen haben in der ersten vollständigen Himmelskarte des Röntgenteleskops eROSITA an Bord des SRG-Observatoriums eine auffallende Entdeckung gemacht: eine riesige kreisrunde Struktur aus heißem Gas unterhalb der Milchstraßenebene, die den größten Teil des südlichen Himmels einnimmt. Eine ähnliche Struktur am Nordhimmel, der sogenannte „Nordpolar-Sporn“, ist seit langem bekannt und man nahm an, dass er von einer frühen Supernova-Explosion stammte. Zusammengenommen scheinen die nördliche und die südliche Struktur stattdessen beide aus dem galaktischen Zentrum auszutreten und erinnern in ihrer Form an eine Sanduhr. An der FAU sind die Gruppen für Multiwellenlängenastronomie von Prof. Dr. Manami Sasaki und für Röntgenastronomie von Prof. Dr. Jörn Wilms der Dr. Karl Remeis Sternwarte des Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) an der eROSITA-Mission beteiligt. Die Remeis-Sternwarte leistet einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung der physikalischen Eigenschaften und des Ursprungs der eROSITA-Blasen.</p>



<p>„Dank seiner Empfindlichkeit sowie Energie- und Winkelauflösung kann eROSITA den gesamten Röntgenhimmel mit bisher unerreichter Tiefe kartieren und so auch die südliche Blase eindeutig nachweisen“, erklärt Michael Freyberg, der als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) schon viele Jahre an eROSITA arbeitet. Das Röntgenteleskop durchmustert alle sechs Monate den gesamten Himmel, und die Daten ermöglichen es den Wissenschaftlern, nach großräumigen Strukturen zu suchen. Die Röntgenemission, die von eROSITA beobachtet wird, zeigt dass die Blasen eine Ausdehnung von mehreren Kiloparsec, oder bis zu 50.000 Lichtjahren, im Durchmesser haben, und damit fast so groß sind wie die Milchstraße selbst.</p>



<p>Diese ‚eROSITA-Blasen‘ zeigen auffallende morphologische Ähnlichkeiten mit den bereits bekannten ‚Fermi-Blasen‘, die das Fermi-Teleskop im Bereich der Gammastrahlen entdeckte, sie sind aber größer und energiereicher. „Die scharfen Grenzflächen dieser Blasen laufen höchstwahrscheinlich entlang von Schockwellen, die durch einen massiven Energieeintrag aus dem Innern unserer Galaxie in den galaktischen Halo verursacht wurden“, führt Peter Predehl aus, der Erstautor des Nature-Artikels. „Solch eine Erklärung wurde bereits früher für die Fermi-Blasen vorgeschlagen; mit eROSITA ist jetzt ihr volles Ausmaß und ihre Morphologie offensichtlich geworden.“ Diese Entdeckung wird den Astronomen helfen, den kosmischen Kreislauf der Materie in und um die Milchstraße und andere Galaxien zu verstehen.</p>



<p>Der größte Teil der gewöhnlichen, baryonischen Materie im Universum ist für unsere Augen unsichtbar; alle Sterne und Galaxien, die wir mit optischen Teleskopen beobachten, machen weniger als 10% ihrer Gesamtmasse aus. Man nimmt an, dass sich riesige Mengen unbeobachteter baryonischer Materie in den Halos mit geringer Dichte befinden, die die Galaxien und die Filamente im kosmischen Netz wie Kokons umgeben. Diese Halos sind heiß, mit einer Temperatur von Millionen von Grad, und daher nur für Teleskope sichtbar, die energiereiche Strahlung nachweisen können.</p>



<p>Die Blasen, die eROSITA jetzt gefunden hat, zeigen Störungen in dieser heißen Gashülle um unsere Milchstraße auf, die entweder durch eine Periode intensiver Sternentstehung oder durch einen Ausbruch aus dem supermassereichen Schwarzen Loch im galaktischen Zentrum verursacht wurden. Auch wenn das Schwarze Loch sich jetzt ruhig verhält, könnte es in der Vergangenheit durchaus aktiv gewesen sein, ähnlich wie man es bei aktiven Galaxienkernen (AGN) mit stark wachsenden Schwarzen Löchern in fernen Galaxien beobachten kann.</p>



<p>In beiden Fällen muss die Energie, die für die Entstehung dieser riesigen Blasen nötig ist, enorm gewesen sein. „Die Narben, die solche Ausbrüche hinterlassen, brauchen sehr lange, um in diesen Halos zu heilen“, fügt eROSITA-Projektwissenschaftler Andrea Merloni hinzu. „Die Wissenschaftler haben lange und bei vielen Galaxien nach den gigantischen Signaturen solch gewalttätiger Aktivitäten in der Vergangenheit gesucht.“ Die eROSITA-Blasen liefern jetzt ein starkes Indiz für großräumige Wechselwirkungen zwischen einem Galaxienkern und dem Halo um die Galaxie. Diese Prozesse sind dabei energiereich genug, um die Struktur, den Energiegehalt und die chemische Anreicherung des zirkumgalaktischen Mediums der Milchstraße zu stören.</p>



<p>„eROSITA schließt derzeit die zweite Durchmusterung des gesamten Himmels ab und verdoppelt damit die Anzahl der Röntgenphotonen, die von den entdeckten Blasen kommen“, betont Rashid Sunyaev, wissenschaftlicher Leiter des SRG-Observatoriums in Russland. „Wir haben noch enorm viel Arbeit vor uns, denn die eROSITA-Daten ermöglichen es uns, viele Röntgen-Spektrallinien zu identifizieren, die von dem hoch ionisierten Gas emittiert werden. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Fülle der chemischen Elemente, den Grad ihrer Ionisierung, die Dichte und Temperatur des emittierenden Gases in den Blasen untersuchen können, sondern wir können auch die Orte der Schockwellen identifizieren und charakteristische Zeitskalen abschätzen.“</p>



<p><strong>Informationen zur eROSITA-Mission bei der FAU:</strong><br><a href="https://www.fau.de/2019/07/news/forschung/kosmischen-giganten-auf-der-spur/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Kosmischen Giganten auf der Spur</a><br><a href="https://www.fau.de/2020/06/news/forschung/beeindruckender-blick-in-den-himmel/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Beeindruckender Blick in den Himmel</a></p>



<p><strong>Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/dlr-der-groesste-schock-unserer-heimatgalaxie/" data-wpel-link="internal">DLR: Der größte Schock unserer Heimatgalaxie</a> (9. Dezember 2020)</li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3932.msg496319#msg496319" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Röntgenteleskope ART-XC und eRosita auf Spektr-RG (SRG)</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/erosita-grossraeumige-strukturen-aus-heissem-gas/" data-wpel-link="internal">eROSITA: Großräumige Strukturen aus heißem Gas</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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