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	<title>Stickstoff &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>Stickstoff &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Universität Bern: Wie Stickstoffemissionen die Erderwärmung beeinflussen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 15:47:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Stickstoffe aus fossilen Energieträgern und Düngemitteln schaden der Gesundheit und der Umwelt. Die Auswirkungen auf das Klima sind insgesamt weniger eindeutig. Unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena und mit Beteiligung der Universität Bern wurde nun erstmals die Klimawirkung aller Stickstoffarten umfassend untersucht. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 24. Juli [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Stickstoffe aus fossilen Energieträgern und Düngemitteln schaden der Gesundheit und der Umwelt. Die Auswirkungen auf das Klima sind insgesamt weniger eindeutig. Unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena und mit Beteiligung der Universität Bern wurde nun erstmals die Klimawirkung aller Stickstoffarten umfassend untersucht. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Universität Bern 24. Juli 2024.</p>



<p>24. Juli 2024 &#8211; Die Verbrennung fossiler Energieträger und der weit verbreitete Einsatz von Kunstdünger in der Landwirtschaft haben zu einer erheblichen Zunahme des biologisch verfügbaren, reaktiven Stickstoffs geführt. Diese Zunahme hat weitreichende und gut erforschte Auswirkungen auf Ökosysteme, Biodiversität und Gesundheit. «Luftverschmutzung führt allein in der Schweiz zu über 2’000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr und Stickstoff spielt dabei eine wichtige Rolle», sagt Mitautor der Studie und Professor am physikalischen Institut und am Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern, Fortunat Joos. Bisherige Studien haben die Auswirkungen von reaktivem Stickstoff auf das globale Klimasystem seit der Industrialisierung nur unzureichend erforscht.</p>



<p>Eine neue Studie unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena schliesst nun diese Wissenslücke. Die Forschenden kombinierten Ergebnisse aus Modellen der terrestrischen Biosphäre mit Erkenntnissen aus der Atmosphärenchemie und Modellen der globalen atmosphärischen Verteilung von Stickstoffen. Diese Kombination ermöglicht eine neuartige und umfassende Abschätzung der Klimawirkung des von Menschen ausgestossenen reaktiven Stickstoffs. Die Ergebnisse wurde im Fachmagazin Nature publiziert.</p>



<p><strong>Bisher insgesamt kühlende Klimawirkung</strong><br>«Wir Menschen stossen eine ganze Reihe von Stickstoffverbindungen aus», erklärt Cheng Gong, Erstautor der Studie und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. «Einige, wie beispielsweise Lachgas, sind Treibhausgase und wirken somit erwärmend.» Andere, wie etwa Feinstaubpartikel, die die Sonnenstrahlung reflektieren, hätten dagegen eine kühlende Wirkung auf das Klima. Diese Effekte spiegeln sich auch in den Ergebnissen der Studie wider: «Einerseits fanden wir eine signifikante Erwärmung durch steigende Konzentrationen der Treibhausgase Lachgas (N<sub>2</sub>O) und Ozon (O<sub>3</sub>). Andererseits haben wir mehrere Prozesse quantifiziert, die zur kühlenden Wirkung von Stickstoff beitragen», so Gong. Dazu gehören neben dem Feinstaub auch chemische Reaktionen, die zu einer verkürzten Verweildauer des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre führen, sowie eine erhöhte Aufnahme von Kohlendioxid (CO<sub>2</sub>) durch die Landbiosphäre aufgrund der düngenden Wirkung von Stickstoff.</p>



<p>Kombiniert man alle Erwärmungs- und Abkühlungsprozesse durch die reaktiven Stickstoffe, so führt dies bisher zu einem Abkühlungseffekt. «Dieses neue Ergebnis legt nahe, dass die Stickstoffverschmutzung etwa ein Sechstel der bisherigen Erderwärmung durch den CO<sub>2</sub>-Anstieg über die industrielle Periode kompensiert hat», erklärt Qing Sun, Mitautorin und Postdoktorandin an der Universität Bern.</p>



<p><strong>Bedeutung für Klimaschutz</strong><br>Die neuen Ergebnisse sind auch für zukünftige Strategien zur Stickstoffvermeidung und die Klimaschutzpolitik wichtig: Das internationale Team untersuchte, wie sich verschiedene Klimaszenarien zukünftiger Entwicklungen auswirken würden. «In den meisten Szenarien blieben die Lachgasemissionen aus dem Agrarsektor durch den anhaltenden Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft und damit der wärmende Einfluss dieses Gases hoch», erklärt Sun, die mit Computersimulationen der Landbiosphäre zur aktuellen Studie beigetragen hat. <strong>Szenarien, die mit den Klimazielen des Pariser Abkommens vereinbar sind, erfordern ein Ende der CO<sub>2</sub>-Emissionen aus fossilen Energieträgern.</strong> Damit wird auch die Freisetzung von reaktivem Stickstoff aus fossilen Quellen und dessen schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Biodiversität reduziert, aber auch sein kühlender Effekt entfällt. <strong>Die Forschenden erwarten daher für diese Klimaschutzszenarien einen leicht erwärmenden Beitrag des gesamten Stickstoffs, der aber weit geringer ist als die Erwärmung aus dem ungebremsten Verbrauch fossiler Energieträger.</strong></p>



<p>«Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, die Emissionen aus fossilen Energieträgern endlich zu stoppen und Düngemittel gezielter einzusetzen. Das würde nicht nur die globale Klimaerwärmung verlangsamen, sondern auch die Belastung durch gesundheitsschädliche Ozon- und Feinstaubkonzentrationen für uns alle auf dem Land und in der Stadt verringern», so Joos abschliessend.</p>



<p><strong>Publikation:</strong><br>Gong C., H. Tian, H. Liao, N. Pan, S. Pan, A. Ito, A. K. Jain, S. K.-Giesbrecht, F. Joos, Q. Sun, H. Shi, N. Vuichard, Q. Zhu, C. Peng, F. Maggi, F. H. M. Tang, and S. Zaehle, Global net climate effects of anthropogenic reactive nitrogen, Nature, 24. Juli 2024<br>DOI: 10.1038/s41586-024-07714-4<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-024-07714-4" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-024-07714-4</a><br><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-024-07714-4.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-024-07714-4.pdf</a></p>


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		<title>Universität Bern: Wie Pluto zu seinem Herzen kam</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/universitaet-bern-wie-pluto-zu-seinem-herzen-kam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2024 12:39:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Team von Astrophysikerinnen und Astrophysikern unter der Leitung der Universität Bern und Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS hat das Rätsel gelöst, wie Pluto zu einer riesigen herzförmigen Struktur auf seiner Oberfläche gekommen ist. Eine Medienmitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern 15. April 2024. 15. April 2024 &#8211; Das Forschungsteam ist das [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Team von Astrophysikerinnen und Astrophysikern unter der Leitung der Universität Bern und Mitgliedern des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS hat das Rätsel gelöst, wie Pluto zu einer riesigen herzförmigen Struktur auf seiner Oberfläche gekommen ist. Eine Medienmitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Universität Bern 15. April 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1a20240415UniversitaetBernThibautRoger.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" data-rl_caption="" title="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/1a20240415UniversitaetBernThibautRoger26.jpg" alt="Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)" class="wp-image-138273"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künsterlische Darstellung des riesigen und langsamen Einschlags auf Pluto, der zur herzförmigen Struktur auf dessen Oberfläche führte. (Grafik: Universität Bern, Illustration Thibaut Roger)</figcaption></figure>



<p>15. April 2024 &#8211; Das Forschungsteam ist das erste, dem es gelungen ist, die ungewöhnliche Form mit numerischen Simulationen zu reproduzieren und sie auf einen riesigen und langsamen Einschlag aus einem schrägem Winkel zurückzuführen.</p>



<p>Seit die Kameras der NASA-Mission New Horizons im Jahr 2015 eine grosse herzförmige Struktur auf der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto entdeckt haben, gibt dieses «Herz» Astrophysikerinnen und Astrophysikern aufgrund seiner einzigartigen Form, seiner geologischen Zusammensetzung und seiner Höhe Rätsel auf. Ein Team von Forschenden der Universität Bern, darunter mehrere Mitglieder des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) PlanetS, und der University of Arizona in Tucson, hat mit numerischen Simulationen die Entstehung von Sputnik Planitia, dem westlichen, tropfenförmigen Teil von Plutos «Herz»-Oberfläche, untersucht. Ihren Untersuchungen zufolge wurde Plutos frühe Geschichte durch ein drastisches, plötzliches Ereignis geprägt, aus dem Sputnik Planitia hervorging: eine Kollision mit einem planetarischen Körper mit einem Durchmesser von etwa 700 Kilometern, was von Ost nach West ungefähr zweimal der Grösse der Schweiz entspricht. Die Ergebnisse des Teams, die soeben in Nature Astronomy veröffentlicht wurden, deuten auch darauf hin, dass die innere Struktur von Pluto anders ist als bisher angenommen, was darauf hindeutet, dass es keinen unterirdischen Ozean gibt.</p>



<p><strong>Ein geteiltes Herz</strong><br>Das «Herz», auch bekannt als Tombaugh Regio, erregte sofort nach seiner Entdeckung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Es weckte aber auch sofort das Interesse von Forschenden, weil es mit einem Material mit hohem Rückstrahlvermögen bedeckt ist, das mehr Licht reflektiert als seine Umgebung, wodurch seine weissere Farbe entsteht. Das «Herz» besteht jedoch nicht aus einem einzelnen Element. Der westliche Teil wird Sputnik Planitia genannt und umfasst eine Fläche von 1.200 mal 2.000 Kilometer, was einem Viertel der Fläche Europas oder der Vereinigten Staaten entspricht. Auffallend ist jedoch, dass diese Region drei bis vier Kilometer tiefer liegt als der grösste Teil der Oberfläche des Plutos. «Das helle Erscheinungsbild von Sputnik Planitia ist darauf zurückzuführen, dass es überwiegend mit weissem Stickstoff-Eis gefüllt ist. Das Eis bewegt sich, und es findet ein Strömungstransport statt, so dass die Oberfläche ständig geglättet wird. Dieser Stickstoff hat sich höchstwahrscheinlich nach dem Einschlag aufgrund der geringeren Höhe schnell angesammelt», erklärt Dr. Harry Ballantyne von der Universität Bern, Hauptautor der Studie. Der östliche Teil des «Herzens» ist ebenfalls von einer ähnlichen, aber viel dünneren Schicht aus Stickstoffeis bedeckt, deren Ursprung den Forschenden noch unklar ist, die aber wahrscheinlich mit Sputnik Planitia zusammenhängt.</p>



<p><strong>Ein schräger Einschlag</strong><br>«Die längliche Form von Sputnik Planitia deutet stark darauf hin, dass es sich nicht um einen direkten Frontalaufprall, sondern um einen Schrägaufprall handelte», betont Dr. Martin Jutzi von der Universität Bern, der die Studie initiiert hat. Deshalb hat das Team, wie mehrere andere auf der ganzen Welt, die Berner SPH-Simulationssoftware (Smoothed Particle Hydrodynamics) verwendet, um solche Einschläge digital nachzubilden und dabei sowohl die Zusammensetzung von Pluto und des Einschlagkörpers als auch dessen Geschwindigkeit und seinen Einschlagswinkel zu variieren. Diese Simulationen bestätigten die Vermutungen über den schrägen Einschlagswinkel und bestimmten die Zusammensetzung des Einschlagkörpers.</p>



<p>«Plutos Kern ist so kalt, dass das Gestein sehr hart blieb und trotz der Hitze des Einschlags nicht schmolz. Und dank des schrägen Einschlagwinkels und der geringen Geschwindigkeit sank der Kern des Einschlagkörpers nicht in Plutos Kern ein, sondern blieb auf ihm liegen», erklärt Harry Ballantyne. «Irgendwo unter Sputnik befindet sich der Restkern eines anderen massiven Körpers, den Pluto nie ganz verdaut hat», ergänzt Mitautor Erik Asphaug von der University of Arizona. Diese Härte des Kerns von Pluto und die relativ niedrige Geschwindigkeit des Einschlagkörpers waren der Schlüssel zum Erfolg der Simulationen: Eine geringere Stärke würde zu einer sehr symmetrischen Oberflächenstruktur führen, die nicht wie die von New Horizons beobachtete Tropfenform aussieht. «Wir sind daran gewöhnt, uns Planetenkollisionen als unglaublich intensive Ereignisse vorzustellen, bei denen man die Details ignorieren kann, mit Ausnahme von Dingen wie Energie, Impuls und Dichte. Aber im fernen Sonnensystem sind die Geschwindigkeiten so viel langsamer und das feste Eis so stark, dass man bei seinen Berechnungen viel genauer sein muss. Da fängt der Spass an», sagt Erik Asphaug. Die beiden Teams arbeiten seit langem zusammen und erforschen bereits seit 2011 die Idee planetarer «Splats», um zum Beispiel Merkmale auf der Rückseite des Mondes zu erklären. Nach unserem Mond und Pluto plant das Team der Universität Bern, ähnliche Szenarien für andere Körper des äusseren Sonnensystems zu erforschen, wie zum Beispiel für den Zwergplaneten Haumea.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" data-rl_caption="" title="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26.jpg" alt="Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)" class="wp-image-138275" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2a20240415PlutosNASAJHUAPLSwRI26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht von Pluto, die die NASA-Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 aufgenommen hat. (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)</figcaption></figure>



<p><strong>Kein unterirdischer Ozean auf Pluto</strong><br>Die aktuelle Studie wirft auch ein neues Licht auf Plutos innere Struktur. Tatsächlich ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass ein riesiger Einschlag wie der simulierte sehr früh in Plutos Geschichte stattgefunden hat. Dies wirft jedoch ein Problem auf: Es ist anzunehmen, dass sich eine riesige Vertiefung wie Sputnik Planitia im Laufe der Zeit aufgrund der physikalischen Gesetze langsam in Richtung des Pols des Zwergplaneten bewegen würde, da sie ein Massendefizit aufweist. Doch sie befindet sich in der Nähe des Äquators. Die bisherige Theorie besagt, dass Pluto, wie mehrere andere Planeten im äusseren Sonnensystem, einen unterirdischen Ozean aus flüssigem Wasser besitzt. Gemäss dieser Theorie wäre die Eiskruste des Pluto in der Region Sputnik Planitia dünner, so dass sich der Ozean dort ausbeult, und da flüssiges Wasser dichter ist als Eis, entstünde ein Massenüberschuss, der eine Wanderung von Sputnik Planitia in Richtung Äquator bewirken würde.</p>



<p>Die neue Studie bietet jedoch eine alternative Perspektive. «In unseren Simulationen wird der gesamte ursprüngliche Mantel des Pluto durch den Einschlag ausgehöhlt, und wenn das Kernmaterial des Einschlagkörpers auf dem Kern des Pluto angelagert wird, entsteht ein lokaler Massenüberschuss, der die Wanderung in Richtung Äquator ohne einen unterirdischen Ozean, oder höchstens einen sehr dünnen, erklären kann», sagt Martin Jutzi. Dr. Adeene Denton von der University of Arizona, ebenfalls Mitautorin der Studie, führt derzeit ein neues Forschungsprojekt durch, um die Geschwindigkeit dieser Wanderung zu bestimmen. «Dieser neuartige und kreative Ansatz, den Ursprung von Plutos herzförmiger Struktur zu erklären, könnte zu einem besseren Verständnis von Plutos Ursprung führen», bemerkt sie abschliessend.</p>



<p><strong>Publikation:</strong><br>Sputnik Planitia as an impactor remnant indicative of an ancient rocky mascon in an oceanless Pluto by H. Ballantyne et al. is published in Nature Astronomy.<br>DOI: 10.1038/s41550-024-02248-1<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02248-1.pdf</a></p>



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<ul class="wp-block-list">
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		<item>
		<title>ETH Zürich: Verdanken wir das Leben auf der Erde dem kosmischen Staub?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/eth-zuerich-verdanken-wir-das-leben-auf-der-erde-dem-kosmischen-staub/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Feb 2024 12:17:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Staub aus dem All, der sich in Schmelzlöchern von Eisschilden angesammelt hat, könnte in der Frühzeit der Erde die präbiotische Chemie in Gang gesetzt und am Laufen gehalten haben. Mit einem Computermodell haben Forschende der ETH Zürich und der Universität Cambridge dieses Szenario überprüft. Eine Pressemitteilung der ETH Zürich. Quelle: ETH Zürich 29. Februar 2024. [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Staub aus dem All, der sich in Schmelzlöchern von Eisschilden angesammelt hat, könnte in der Frühzeit der Erde die präbiotische Chemie in Gang gesetzt und am Laufen gehalten haben. Mit einem Computermodell haben Forschende der ETH Zürich und der Universität Cambridge dieses Szenario überprüft. Eine Pressemitteilung der ETH Zürich.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: ETH Zürich 29. Februar 2024.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AsteroidzerbrichtArtNASAJPL​Caltech2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein Asteroid zerbricht und produziert dabei Staub, der auch auf die Erde gelangt - künstlerische Darstellung. (Bild: NASA / JPL-​Caltech)" data-rl_caption="" title="Ein Asteroid zerbricht und produziert dabei Staub, der auch auf die Erde gelangt - künstlerische Darstellung. (Bild: NASA / JPL-​Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AsteroidzerbrichtArtNASAJPL​Caltech60.jpg" alt="Ein Asteroid zerbricht und produziert dabei Staub, der auch auf die Erde gelangt - künstlerische Darstellung. (Bild: NASA / JPL-​Caltech)" class="wp-image-137227" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AsteroidzerbrichtArtNASAJPL​Caltech60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/AsteroidzerbrichtArtNASAJPL​Caltech60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ein Asteroid zerbricht und produziert dabei Staub, der auch auf die Erde gelangt &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: NASA / JPL-​Caltech)</figcaption></figure>



<p>29. Februar 2024 &#8211; Bevor es Leben auf der Erde gab, brauchte es die Chemie, welche aus den chemischen Elementen Stickstoff, Schwefel, Kohlenstoff und Phosphor organische Moleküle bildete. Damit die entsprechenden chemischen Reaktionen starten und aufrechterhalten bleiben konnten, brauchte es diese Elemente im Überfluss – und einen ständigen Nachschub. Auf der Erde selbst waren und sind diese jedoch Mangelware.</p>



<p>Tatsächlich waren die elementaren Bausteine des Lebens so selten, dass chemische Reaktionen sich schnell erschöpft hätten, wenn sie denn überhaupt in Gang gekommen wären. Auch geologische Prozesse wie Erosion und Verwitterung des irdischen Ausgangsgesteins konnten nicht für ausreichenden Nachschub sorgen, da die Erdkruste schlicht zu wenig dieser Elemente enthielt. Dennoch entwickelte sich in den ersten 500 Millionen Jahren der Erdgeschichte eine präbiotische Chemie, die organische Moleküle wie die RNA, DNA, Fettsäuren oder Proteine hervorbrachte, auf denen alles Leben beruht.</p>



<p><strong>Zutaten aus dem All?</strong><br>Woher kamen Schwefel, Phosphor, Stick-​ und Kohlenstoff in der benötigten Menge? Der ETH-Forscher Craig Walton ist davon überzeugt, dass diese Elemente vor allem durch kosmischen Staub auf die Erde gelangt sind.</p>



<p>Dieser Staub entsteht im Weltraum, zum Beispiel, wenn Asteroiden miteinander kollidieren. Auch heute noch fallen rund 30&#8217;000 Tonnen Staub aus dem All auf die Erde. In der Frühzeit der Erde dagegen war der Staubregen mit jährlichen Millionen Tonnen viel grösser. Vor allem aber enthalten die Staubteilchen viel Stickstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Phosphor. Sie hätten also das Potenzial dazu, eine chemische Kaskade in Gang zu setzen.</p>



<p>Dagegen spricht jedoch, dass der Staub weit verstreut niedergeht und lokal in sehr kleinen Mengen vorhanden ist. «Wenn man aber Transportprozesse einbezieht, sieht die Sache anders aus», sagt Walton. Wind, Regen oder Flüsse sammeln den kosmischen Staub grossräumig ein und lagern ihn konzentriert an bestimmten Orten ab.</p>



<p><strong>Neues Modell soll Frage klären</strong><br>Um herauszufinden, ob kosmischer Staub eine mögliche Starthilfe und Quelle für präbiotische Chemie(-reaktionen) sein könnte, hat Walton zusammen mit Kollegen der Universität Cambridge (UK) ein Modell entwickelt.</p>



<p>Damit simulierten die Forschenden, wie viel kosmischer Staub in den ersten 500 Millionen Jahren der Erdgeschichte auf die Erde niederging und an welchen Orten er sich auf der Erdoberfläche angesammelt haben könnte. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.</p>



<p>Das Modell entstand in Zusammenarbeit mit Sedimentationsexpert:innen und Astrophysiker:innen der Universität Cambridge. Die britischen Forscher:innen sind auf die Simulation von Planeten-​ und Asteroidensystemen spezialisiert.</p>



<p>Die Simulationen zeigen, dass es auf der frühen Erde Orte mit einer extrem hohen Konzentration an kosmischem Staub gegeben haben könnte. Und dass ständig Nachschub aus dem All kam. Allerdings nahm der Staubregen nach der Entstehung der Erde schnell und stark ab: Nach 500 Millionen Jahren war der Staubfluss um eine Grössenordnung kleiner als im Jahr Null. Gelegentliche Ausschläge nach oben führen die Forschenden auf Asteroiden zurück, die auseinanderbrachen und einen Staubschweif zur Erde schickten.</p>



<p><strong>Schmelzlöcher auf Eisschilden als Staubfänger</strong><br>Die meisten Wissenschaftler:innen, aber auch Laien gehen davon aus, dass die Erde Millionen von Jahren von einem Magmaozean bedeckt war, was Transport und Ablagerung von kosmischem Staub für lange Zeit verhindert hätte. «Neuere Forschung hat jedoch Hinweise darauf gefunden, dass sich die Erdoberfläche sehr rasch abgekühlt und verfestigt hat und sich grosse Eisschilde gebildet haben», sagt Walton.</p>



<p>Diese Eisschilde könnten den Simulationen zufolge die beste Umgebung für die Ansammlung von kosmischem Staub gewesen sein. In sogenannten Kryokonit-​Löchern – Schmelzlöchern auf der Gletscheroberfläche – sammelten sich nicht nur Sedimente, sondern auch die Staubkörner aus dem All.</p>



<p>Aus den Staubpartikeln lösten sich mit der Zeit die entsprechenden Elemente heraus. Sobald deren Konzentration im Gletscherwasser einen kritischen Schwellenwert erreichte, setzten von selbst chemische Reaktionen ein, die zur Bildung der organischen Moleküle am Ursprung des Lebens führten.</p>



<p>Dass auch bei eisigen Temperaturen, wie sie in den Schmelzlöchern herrschen, chemische Prozesse in Gang kommen, ist durchaus möglich: «Kälte schadet der organischen Chemie nicht, im Gegenteil. Reaktionen laufen bei niedrigen Temperaturen selektiver und spezifischer ab als bei hohen», sagt Walton. Andere Forscher haben im Labor gezeigt, dass sich in solchen Schmelzwasser-​Ursuppen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spontan einfache ringförmige Ribonukleinsäuren (RNA) bilden, die sich selbst vervielfältigen. Ein Schwachpunkt in der Argumentation könnte sein, dass sich bei tiefen Temperaturen, die zum Aufbau der organischen Moleküle benötigten Elemente nur sehr langsam aus den Staubteilchen lösen.</p>



<p><strong>Debatte über den Ursprung des Lebens anstossen</strong><br>Die Theorie, die der Nomis-​Fellow vertritt, ist in der Wissenschaft nicht unumstritten. «Diese Studie wird sicherlich eine kontroverse wissenschaftliche Debatte auslösen», ist Walton überzeugt. «Und sie wird neue Ideen über den Ursprung des Lebens hervorbringen.»</p>



<p>Schon im 18. und 19. Jahrhundert waren Wissenschaftler davon überzeugt, dass Meteoriten die «Elemente des Lebens», wie Walton sie nennt, auf die Erde gebracht haben. Denn schon damals fanden Forscher in Gesteinsbrocken aus dem All diese Elemente des Lebens in grossen Mengen, nicht aber in den Grundgesteinen der Erde. «Seither hat sich aber kaum jemand mit der Idee auseinandergesetzt, dass eine präbiotische Chemie vor allem durch den Eintrag von Meteoriten in Gang gekommen ist», sagt der Geologe.</p>



<p>«Die Meteoriten-​Idee klingt interessant, hat aber einen Haken», erklärt Walton. Ein einzelner Meteorit liefere diese Stoffe nur in einem begrenzten Umfeld, und wo er aufschlage, sei zufällig und der weitere Nachschub sei nicht gewährleistet. «Ich halte es für unwahrscheinlich, dass der Ursprung des Lebens von ein paar weit und zufällig verstreuten Gesteinsbrocken abhängt», sagt er. «Angereicherter kosmischer Staub hingegen halte ich für eine plausible Quelle.»</p>



<p>In einem nächsten Schritt will er seine Theorie experimentell überprüfen. Im Labor wird er in grossen Reaktionsgefässen die Bedingungen nachstellen, die in den urzeitlichen Schmelzlöchern geherrscht haben könnten. Er wird dabei die Anfangsbedingungen so einstellen, wie sie vor vier Milliarden Jahren in einem Kryokonit-Loch vermutlich vorkamen – und dann abwarten, ob sich chemische Reaktionen entwickeln, die biologisch relevante Moleküle hervorbringen.</p>



<p><strong>Originalpublikation:</strong><br>Walton CR, Rigley JK, Lipp A et al. Cosmic dust fertilization of glacial prebiotic chemistry on early Earth. Nature Astronomy (2024). DOI: 10.1038/s41550-​024-02212-z<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02212-z" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02212-z</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02212-z.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02212-z.pdf</a></p>



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		<title>Neue Emmy-Noether-Gruppe erforscht interstellare Eisgemische</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neue-emmy-noether-gruppe-erforscht-interstellare-eisgemische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2023 17:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astrobiologie/Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Extrasolar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Forschungsgruppe will die Bedingungen aus dem Weltraum auf die Erde holen und so neue Erkenntnisse gewinnen, wie die Bausteine des Lebens entstanden sind. Eine Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Quelle: Ruhr-Universität Bochum (RUB) 13. Dezember 2023. 13. Dezember 2023 &#8211; Wie genau chemische Vorgänge in Eisgemischen dazu beigetragen haben, dass auf der Erde Leben [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Forschungsgruppe will die Bedingungen aus dem Weltraum auf die Erde holen und so neue Erkenntnisse gewinnen, wie die Bausteine des Lebens entstanden sind. Eine Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum (RUB).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Ruhr-Universität Bochum (RUB) 13. Dezember 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20231212eckhardtemmynoethergruppekm2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="André Eckhardts Gruppe stellt die Bedingungen aus dem Weltall im Labor nach. (Foto: RUB, Marquard)" data-rl_caption="" title="André Eckhardts Gruppe stellt die Bedingungen aus dem Weltall im Labor nach. (Foto: RUB, Marquard)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20231212eckhardtemmynoethergruppekm26.jpg" alt="André Eckhardts Gruppe stellt die Bedingungen aus dem Weltall im Labor nach. (Foto: RUB, Marquard)" class="wp-image-134766"/></a><figcaption class="wp-element-caption">André Eckhardts Gruppe stellt die Bedingungen aus dem Weltall im Labor nach. (Foto: RUB, Marquard)</figcaption></figure>



<p>13. Dezember 2023 &#8211; Wie genau chemische Vorgänge in Eisgemischen dazu beigetragen haben, dass auf der Erde Leben entstehen konnte, möchte ein Team vom Lehrstuhl für Organische Chemie II der Ruhr-Universität Bochum erforschen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Arbeiten von Dr. André Eckhardt im Rahmen einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe mit rund 1,5 Millionen Euro für sechs Jahre. „Das James-Webb-Weltraumteleskop macht es möglich, einen detaillierten Blick in die Eischemie von kleinen Staubpartikeln im Weltall zu erhaschen“, sagt Eckhardt. „Wir wollen die Bedingungen im Weltall im Labor nachstellen, um die chemischen Vorgänge bei der Bildung neuer interstellarer Moleküle besser zu verstehen.“</p>



<p>Das Projekt mit dem Titel „Reaktivität und spektroskopische Charakterisierung von interstellar<br>relevanten Imin-Spezies“ startet Anfang 2024.</p>



<p><strong>Harsche Weltraumbedingungen im Labor nachstellen</strong><br>Eckhardts Team wird interstellare Eisgemische bei tiefen Temperaturen und im Hochvakuum herstellen. Die Gemische bestrahlen die Forscher mit Elektronen, um die energiereiche kosmische Strahlung des Weltalls nachzuahmen. „Durch diese harschen Bedingungen können chemische Bindungen sehr leicht gebrochen werden. Aus einfachen kleinen Bausteinen können sich so leicht größere komplexere Moleküle bilden, die von Fachwissenschaftlern auch gerne als die Bausteine des Lebens angesehen werden“, so Eckhardt.</p>



<p>In einem neuartigen Experiment sollen vor allem hochreaktive Spezies, welche unmittelbar nach dem Brechen chemischer Bindungen entstehen, direkt im Eis detektiert werden. Typischerweise reagieren diese sehr reaktiven Moleküle sofort weiter und lassen sich nur indirekt anhand der neu gebildeten Produkte nachweisen. „Mit unserem Experiment wollen wir diese bisher noch unbekannten reaktiven Zwischenstufen direkt im Eis nachweisen, um damit Aussagen über neue astrochemische Reaktionsmechanismen treffen zu können“, so Eckhardt.</p>



<p>Der Schwerpunkt der Forschung liegt vor allem auf reaktiven Stickstoffverbindungen. Sie könnten als Bausteine für die heute existierenden Aminosäuren dienen, die essenziell für das Leben auf der Erde sind.</p>



<p>Die Methoden umfassen neben der organischen Synthese von Ausgangsverbindungen und Produkten verschiedene spektroskopische Techniken sowie quantenmechanische Berechnungen.</p>



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		<title>Sonne: Neue Messung zeigt langsameren Einbrennprozess des Wasserstoffbrennens</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sonne-neue-messung-zeigt-langsameren-einbrennprozess-des-wasserstoffbrennens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2023 21:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Untertageblick ins Sonnenfeuer &#8211; Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf. Quelle: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf 11. Oktober 2023. 11. Oktober 2023 &#8211; Die nukleare Astrophysik untersucht die Entstehung der Elemente im Universum seit Anbeginn der Zeit. Ihre Modelle verwenden Parameter, die die Forschenden aus Messdaten gewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kernreaktionen, die im Inneren der Sterne ablaufen. Ein [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Untertageblick ins Sonnenfeuer &#8211; Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf 11. Oktober 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CHN13GammaBerndSchroederHZDR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Neuer Blick auf altbekannte Kernreaktion: Beim Zusammenprall eines Kohlenstoffkerns mit einem Wasserstoffkern entsteht das Isotop Stickstoff-13 und Gammastrahlung wird frei. (Grafik: Bernd Schröder/ HZDR)" data-rl_caption="" title="Neuer Blick auf altbekannte Kernreaktion: Beim Zusammenprall eines Kohlenstoffkerns mit einem Wasserstoffkern entsteht das Isotop Stickstoff-13 und Gammastrahlung wird frei. (Grafik: Bernd Schröder/ HZDR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CHN13GammaBerndSchroederHZDR26.jpg" alt="Neuer Blick auf altbekannte Kernreaktion: Beim Zusammenprall eines Kohlenstoffkerns mit einem Wasserstoffkern entsteht das Isotop Stickstoff-13 und Gammastrahlung wird frei. (Grafik: Bernd Schröder/ HZDR)" class="wp-image-132140"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Neuer Blick auf altbekannte Kernreaktion: Beim Zusammenprall eines Kohlenstoffkerns mit einem Wasserstoffkern entsteht das Isotop Stickstoff-13 und Gammastrahlung wird frei. (Grafik: Bernd Schröder/ HZDR)</figcaption></figure>



<p>11. Oktober 2023 &#8211; Die nukleare Astrophysik untersucht die Entstehung der Elemente im Universum seit Anbeginn der Zeit. Ihre Modelle verwenden Parameter, die die Forschenden aus Messdaten gewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kernreaktionen, die im Inneren der Sterne ablaufen. Ein Team des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hat nun gemeinsam mit Forschenden aus Italien, Ungarn und Schottland am Dresdner Felsenkeller- Beschleuniger erneut eine der zentralen Reaktionen untersucht – mit einem überraschenden Ergebnis, wie sie im Fachmagazin Physical Review C (DOI: 10.1103/PhysRevC.107.L062801) berichten.</p>



<p>„Wir haben eine altbekannte Kernreaktion unter die Lupe genommen, die für die Elemententstehung in massereichen Sternen bedeutsam und darüber hinaus eine der frühesten ist, die im Labor mit Beschleunigern untersucht wurde: Die Kollision eines Wasserstoffkerns mit einem Kohlenstoffkern, in deren Folge das Isotop Stickstoff-13 entsteht und Gammastrahlung freigesetzt wird. Sie ist der erste Schritt des sogenannten CNO-Zyklus, auch als Bethe-Weizsäcker-Zyklus bekannt. Wir waren vor allem am Wirkungsquerschnitt dieser Reaktion interessiert, der Auskunft über die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens gibt“, sagt Prof. Daniel Bemmerer vom HZDR-Institut für Strahlenphysik.</p>



<p>Diesen Parameter hat ein Team aus italienischen, ungarischen, schottischen und deutschen Wissenschaftler*innen im Untertagelabor Felsenkeller nun mit bisher beispielloser Präzision bestimmt. Das überraschende Ergebnis: der bisher akzeptierte Wert muss um rund 25 Prozent nach unten korrigiert werden. Das Ergebnis legt nahe, dass das Einbrennen des CNO-Zyklus länger gedauert hat als bisher gedacht und die Emission solarer 13N-Neutrinos im Mittel näher am Zentrum der Sonne stattfindet als vermutet. Die neuen Daten erlauben zudem genauere theoretische Vorhersagen für das Verhältnis der Kohlenstoff-Isotope 12C/13C in Sternen, die wiederum helfen, Modelle für die Vorgänge in deren Innerem zu überprüfen und zu verbessern.</p>



<p><strong>Die Sonne ins Labor holen – en miniature</strong><br>Sterne beziehen ihre Energie aus der Fusion von Wasserstoff zu Helium. In Abhängigkeit der Masse des Himmelskörpers sind dafür unterschiedliche Prozesse bekannt. So läuft in massearmen Sternen wie unserer Sonne vor allem die sogenannte Proton-Proton-Kette ab. In massereichen Sternen pressen die starken Gravitationskräfte die Wasserstoffkerne jedoch so sehr zusammen, dass hier deutlich höhere Temperaturen herrschen. Dadurch können die Wasserstoffkerne zusätzlich mit Kohlenstoffkernen reagieren. Obwohl diese keine zwei Prozent der interstellaren Materie ausmachen, aus der Sterne entstehen, reicht diese Konzentration aus, um den CNO-Zyklus in Gang zu bringen und am Laufen zu halten. Sie wirken dabei als Katalysator: Sie beschleunigen die Reaktion, ohne jedoch selbst dabei verbraucht zu werden. Die Netto-Reaktion ist am Ende die gleiche wie beim Proton-Proton-Zyklus: die Fusion von Wasserstoff zu Helium. Doch in Sternen mit CNO-Zyklus läuft diese Reaktion wesentlich schneller ab.</p>



<p>„Als Targets verwenden wir Scheiben aus Tantal, auf die Kohlenstoff aufgedampft ist. Darauf schießen wir Protonen, die aus unserem 5-MV-Pelletron-Beschleuniger stammen und einen relativ weiten Energiebereich überstreichen. Die bei der Reaktion entstehenden Gammaquanten können wir mit 20 empfindlichen Reinstgermanium-Detektoren nachweisen“, schildert Bemmerer das experimentelle Vorgehen.</p>



<p>Das gemeinsam vom HZDR und der TU Dresden betriebene Untertagelabor Felsenkeller im Plauenschen Grund ist für solche Messungen optimal. Eine 45 Meter dicke Felsschicht im Stollen des ehemaligen Eislagers der Dresdner Felsenkeller-Brauerei schützt die Detektoren vor kosmischer Strahlung, deren Hintergrundsignale die Ergebnisse verfälschen können. Die aktuelle Arbeit ist darüber hinaus ein gutes Beispiel für die innereuropäische Zusammenarbeit in der Astrophysik-Community: Ein Doktorand der Universität Padua forschte während des Experiments für sechs Monate am Felsenkeller. Die Teilnahme weiterer Messgäste aus Italien, Ungarn und Schottland wurde von der EU im Rahmen des Projekts „ChETEC-INFRA“ finanziell unterstützt.</p>



<p><strong>Originalpublikation:</strong><br>J. Skowronski, E. Masha, D. Piatti, M. Aliotta, H. Babu, D. Bemmerer, A. Boeltzig, R. Depalo, A. Caciolli, F. Cavanna, L. Csedreki, Z. Fülöp, G. Imbriani, D. Rapagnani, S. Rümmler, K. Schmidt, R. S. Sidhu, T. Szücs, S. Turkat, A. Yadav: „Improved S factor of the 12C(p,γ)13N reaction at E=320–620 keV and the 422 keV resonance“, in Physical Review C 107, (2023) (DOI: 10.1103/PhysRevC.107.L062801)<br><a href="https://journals.aps.org/prc/abstract/10.1103/PhysRevC.107.L062801" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://journals.aps.org/prc/abstract/10.1103/PhysRevC.107.L062801</a></p>



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		<title>AstroGeo Podcast: Plutos Herz und vier Sorten Eis</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-pluto-herz-vier-sorten-eis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2022 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pluto wirkt kalt, tot und fremd. Aber geologisch ist der Zwergplaneten eine äußerst aktive Welt, die in vielen Aspekten sogar an die Erde erinnert.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-pluto-herz-vier-sorten-eis/" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast: Plutos Herz und vier Sorten Eis</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Pluto wirkt kalt, tot und fremd. Aber geologisch ist der Zwergplaneten eine äußerst aktive Welt, die in vielen Aspekten sogar an die Erde erinnert.</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/pluto-herz-rn.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/pluto-herz-rn.jpg" alt="" class="wp-image-120535" width="354" height="273" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/pluto-herz-rn.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/pluto-herz-rn-300x232.jpg 300w" sizes="(max-width: 354px) 100vw, 354px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pluto während des Vorbeiflugs der NASA-Sonde New Horizons am 14. Juli 2015 (Quelle: <a href="https://www.jpl.nasa.gov/_edu/images/activities/pluto_close.png" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA/JHUAPL/SwRI</a>)</figcaption></figure>



<p>Pluto ist eine beliebte Welt. Spätestens seit am 14. Juli 2015 die NASA-Raumsonde New Horizons an dem Zwergplaneten vorbeigerauscht war, flogen ihm die Herzen vieler Menschen zu. Es zeigte sich auch, dass auf seiner Oberfläche selbst ein Herz sitzt, wenn auch ein sehr kaltes. Denn die mittlere Temperatur auf Plutos Oberfläche mit seinem gewaltigen herzförmigen Gletscher aus Stickstoffeis liegt bei gerade einmal minus 229 °C.</p>



<p>Karl taucht in dieser Folge des Podcasts in die Geologie des Plutos ein. Schon lange vor dem Vorbeiflug von New Horizons gab es einige Kenntnisse über die ferne Welt. Doch erst die Daten der Sonde zeigten, wie dynamisch sich der Zwergplanet im Laufe eines 248 Erdjahre langen Sonnenumlaufs verändert. Gleich vier Eissorten spielen dabei eine wesentliche Rolle: Sie gleiten als Gletscher über die Oberfläche, sublimieren in eine dünne Atmsphäre, bilden steile Berghänge oder brechen aus Kryovulkanen als eisige Lava empor.</p>



<p>Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban alle zwei Wochen eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


[podloveaudio chaptersVisible=&#8220;false&#8220; title=&#8220;AstroGeo Podcast: Ein Herz und vier Sorten Eis&#8220; src=&#8220;https://astrogeo.de/podlove/file/731/s/feed/c/m4a-raumfahrernet/ag062-pluto-eis.m4a&#8220; poster=&#8220;https://astrogeo.de/media/ag062-pluto-eis.jpg&#8220; duration=&#8220;00:53:27.703&#8243;]



<p>Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist der Podcast von <a href="https://www.riffreporter.de/de/genossenschaft/recherche-kollektive/weltraum-reporter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Die Weltraumreporter</a>, einem Magazin der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement die Weltraumreporter für 3,49 Euro pro Monat oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



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		<title>AstroGeo Podcast: Die Stickstoff-Schwemme</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-die-stickstoff-schwemme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2022 16:28:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropozän]]></category>
		<category><![CDATA[Dünger]]></category>
		<category><![CDATA[Geologie]]></category>
		<category><![CDATA[Guano]]></category>
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		<category><![CDATA[Planetare Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Stickoxide]]></category>
		<category><![CDATA[Stickstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Überdüngung]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das weiße Gold kam früher von Seevögeln und stank zum Himmel. Der Guano war eine begehrte Stickstoff-Quelle für die Landwirtschaft. Inzwischen decken wir den Bedarf anders und überlasten dabei völlig den planetaren Stoffwechsel – mit üblen Folgen. Eigentlich ist Stickstoff ein unverzichtbares Element für alle Lebewesen. Über Jahrmilliarden waren biologisch nutzbare Formen des Stickstoffs heiß [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das weiße Gold kam früher von Seevögeln und stank zum Himmel. Der Guano war eine begehrte Stickstoff-Quelle für die Landwirtschaft. Inzwischen decken wir den Bedarf anders und überlasten dabei völlig den planetaren Stoffwechsel – mit üblen Folgen.</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Auf dunklen Felsen sitzen massenhaft braun-weiß gefiederte Vögel. Die Felsen sind fast überall weiß von Vogelkot." data-rl_caption="" title="Auf dunklen Felsen sitzen massenhaft braun-weiß gefiederte Vögel. Die Felsen sind fast überall weiß von Vogelkot." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn.jpg" alt="" class="wp-image-118806" width="331" height="255" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn.jpg 800w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn-300x231.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn-768x592.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/11/stickstoff-guano-trottellummen-copyright-preger-rn-600x463.jpg 600w" sizes="(max-width: 331px) 100vw, 331px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Seevögel scheiden in ihren Brutkolonien viel Kot aus – so auch Trottellummen an der Nordsee. Früher war Kot von südamerikanischen Seevögeln ein begehrter Dünger (Bild: Anne Preger).</figcaption></figure>



<p>Eigentlich ist Stickstoff ein unverzichtbares Element für alle Lebewesen. Über Jahrmilliarden waren biologisch nutzbare Formen des Stickstoffs heiß begehrt und rar. Doch seit rund hundert Jahren hat sich die Lage auf der Erde drastisch verändert. Seitdem verschmutzt und überdüngt die Menschheit den Planeten mit Stickstoff-Verbindungen wie Nitrat, Stickoxiden, Ammoniak und Lachgas und verändert damit fundamental die Bedingungen im Spiel des Lebens – eine problematische Premiere in der Erdgeschichte.</p>



<p>In dieser Episode von AstroGeo taucht die Wissenschaftsjournalistin und Geoökologin Anne Preger in die Geschichte um den Stickstoff ein. Sie erzählt, welche Folgen die globale Überdosis an Stickstoffverbindungen für die menschliche Gesundheit, die Artenvielfalt, die Luftqualität und das Klima mit sich bringt und wie sich Stickstoff zielgerichteter einsetzen ließe. Zu alledem hat Anne Preger ein <a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Sachbuecher/Globale-UEberdosis/9783751728799" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Sachbuch</a> recherchiert und geschrieben.</p>



<p>Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban alle zwei Wochen eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


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		<title>Rätsel um Stickstoff dank nachgebildeten Kometen gelöst</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raetsel-um-stickstoff-dank-nachgebildeten-kometen-geloest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2020 06:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[67P]]></category>
		<category><![CDATA[Chury]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Kometen]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Stickstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Bern]]></category>
		<category><![CDATA[VIRTIS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einer der Grundbausteine des Lebens ist Stickstoff. Ein internationales Konsortium konnte dank einer Methode mit nachgebildeten Kometenoberflächen Ammoniumsalz, das Stickstoff enthält, auf der Oberfläche des Kometen Chury nachweisen. Die Methode, worauf die Studie zum Nachweis von Ammoniumsalz aufbaut, war an der Universität Bern entwickelt worden. Eine Pressemitteilung der Universität Bern. Quelle: Universität Bern. Kometen und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einer der Grundbausteine des Lebens ist Stickstoff. Ein internationales Konsortium konnte dank einer Methode mit nachgebildeten Kometenoberflächen Ammoniumsalz, das Stickstoff enthält, auf der Oberfläche des Kometen Chury nachweisen. Die Methode, worauf die Studie zum Nachweis von Ammoniumsalz aufbaut, war an der Universität Bern entwickelt worden. Eine Pressemitteilung der Universität Bern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Universität Bern.</p>



<p>Kometen und Asteroiden sind Objekte in unserem Sonnensystem, die sich seit der Entstehung der Planeten nur wenig entwickelt haben. So sind sie in gewisser Weise die Archive des Sonnensystems, und die Bestimmung ihrer Zusammensetzung könnte auch zu einem besseren Verständnis der Entstehung der Planeten beitragen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/0220200312UniBE.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/0220200312UniBE26.jpg" alt="Gas und Staub steigen von «Churys» Oberfläche auf, während sich der Komet dem sonnennächsten Punkt auf seiner Umlaufbahn nähert. (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM)"/></a><figcaption>Gas und Staub steigen von «Churys» Oberfläche auf, während sich der Komet dem sonnennächsten Punkt auf seiner Umlaufbahn nähert. (Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM)</figcaption></figure></div>



<p>Eine Möglichkeit, die Zusammensetzung von Asteroiden und Kometen zu bestimmen, ist, das von ihnen reflektierte Sonnenlicht zu untersuchen, da die Materialien auf ihrer Oberfläche das Sonnenlicht mit bestimmten Wellenlängen absorbieren. Man spricht vom Spektrum eines Kometen, das bestimmte Absorptionsmerkmale aufweist. Von August 2014 bis Mai 2015 hatte der Spektrometer VIRTIS (Visible, InfraRed and Thermal Imaging Spectrometer) an Bord der Raumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) die Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, kurz Chury genannt, kartiert. Die von VIRTIS gesammelten Daten zeigten, dass die Kometenoberfläche in Bezug auf die Zusammensetzung fast überall einheitlich ist: Die Oberfläche ist sehr dunkel und rötlich gefärbt, bedingt durch komplexe, kohlenstoffhaltige Verbindungen und undurchsichtige Mineralien. Jedoch war die genaue Art der Verbindungen, die für die gemessenen Absorptionsmerkmale von Chury verantwortlich sind, bis anhin nur schwer zu bestimmen.</p>



<p><strong>Nachgebildete Kometen lieferten des Rätsels Lösung</strong><br>Um festzustellen, welche Verbindungen für die Absorptionsmerkmale verantwortlich sind, haben die Forschenden um Olivier Poch vom Institut für Planetologie und Astrophysik der Université Grenoble Alpes Laborexperimente durchgeführt, in denen sie Kometen nachbildeten und Bedingungen wie im Weltraum simulierten. Poch hatte die Methode gemeinsam mit Berner Forschenden entwickelt, als er noch am Physikalischen Institut der Universität Bern tätig war. Die Forschenden testeten verschiedene in Frage kommende Verbindungen auf den nachgebildeten Kometen und maßen deren Spektren, genauso wie das Instrument VIRTIS es an Bord von Rosetta mit der Oberfläche von Chury getan hatte. Die Experimente zeigten, dass für das bestimmte Spektrum von Chury Ammoniumsalze verantwortlich sind.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/0120200312UniBE2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/0120200312UniBE26.jpg" alt="Vergleich des Spektrums des künstlichen Kometen mit Ammoniumsalz (in rot) mit dem Spektrum der Oberfläche des Kometen &quot;Chury&quot; (in schwarz). Der Kern des Kometen ist etwa 4 km lang. Der künstliche Komet wird im Labor in einem Behälter mit 5 cm Durchmesser hergestellt. (Bild oben links: ESA/Rosetta/NAVCAM CC BY-SA IGO 3.0, Bild unten links: Poch et al., 2020)"/></a><figcaption>Vergleich des Spektrums des künstlichen Kometen mit Ammoniumsalz (in rot) mit dem Spektrum der Oberfläche des Kometen &#8222;Chury&#8220; (in schwarz). Der Kern des Kometen ist etwa 4 km lang. Der künstliche Komet wird im Labor in einem Behälter mit 5 cm Durchmesser hergestellt. (Bild oben links: ESA/Rosetta/NAVCAM CC BY-SA IGO 3.0, Bild unten links: Poch et al., 2020)</figcaption></figure></div>



<p>Antoine Pommerol vom Physikalischen Institut der Universität Bern ist einer der Ko-Autoren der Studie, die heute im Journal Science erscheint. Er erklärt: «Während Olivier Poch an der Universität Bern arbeitete, haben wir gemeinsam Methoden und Vorgehen entwickelt, um Nachbildungen von Oberflächen von Kometenkernen herzustellen.» Unter simulierten Weltraumbedingungen seien die nachgebildeten Kometenoberflächen verändert worden, indem das Eis auf diesen Oberflächen sublimiert worden sei. «Diese realistischen Laborsimulationen ermöglichen es uns, Laborergebnisse und Daten zu vergleichen, die von den Instrumenten auf Rosetta oder anderen Kometenmissionen aufgezeichnet wurden. Die neue Studie baut genau auf diesen Methoden auf, um das stärkste spektrale Merkmal zu erklären, welches das VIRTIS Spektrometer bei Chury beobachtet hat», so Pommerol weiter. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/03/030420200312UniBE26.jpg" alt="Dr. Antoine Pommerol, links, Prof. Dr. Nicolas Thomas, rechts. (Bilder: zvg)"/><figcaption>Dr. Antoine Pommerol, links, Prof. Dr. Nicolas Thomas, rechts. (Bilder: zvg)</figcaption></figure></div>



<p>Nicolas Thomas, Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bern und ebenfalls Ko-Autor der Studie, sagt: «Unser Labor in Bern bietet ideale Möglichkeiten, um mit Experimenten Ideen und Theorien zu testen, die aufgrund von Daten formuliert worden sind, die Instrumente auf Weltraummissionen gesammelt haben. So kann sichergestellt werden, dass die Interpretationen der Daten wirklich plausibel sind.»</p>



<p><strong>Lebensbaustein «versteckt» sich in Ammoniumsalzen</strong><br>Die Ergebnisse decken sich mit denjenigen des Berner Massenspektrometers ROSINA, das ebenfalls an Bord von Rosetta Daten zu Chury gesammelt hatte. Eine im Februar in Nature Astronomy publizierte Studie unter der Leitung der Berner Astrophysikerin Kathrin Altwegg hatte erstmals Stickstoff, einen der Grundbausteine des Lebens, bei einem Kometen nachgewiesen. Dieser hatte sich in der nebulösen Hülle von Chury in Form von Ammoniumsalzen «versteckt», deren Vorkommen man bisher nicht messen konnte.</p>



<p>Obwohl die genaue Salzmenge anhand der vorhandenen Daten nach wie vor schwer abzuschätzen ist, ist es wahrscheinlich, dass diese Ammoniumsalze den größten Teil des im Kometen Chury vorhandenen Stickstoffs enthalten. Die Ergebnisse tragen gemäß den Forschenden auch dazu bei, die Entwicklung von Stickstoff im interstellaren Raum und seiner Rolle in der präbiotischen Chemie besser zu verstehen.</p>



<p><strong>Angaben zur Publikation:</strong><br>O. Poch, I. Istiqomah, E. Quirico, P. Beck, B. Schmitt, P. Theulé, A. Faure, P. Hily-Blant, L. Bonal, A. Raponi, M. Ciarniello, B. Rousseau, S. Potin, O. Brissaud, L. Flandinet, G. Filacchione, A. Pommerol, N. Thomas, D. Kappel, V. Mennella, L. Moroz, V. Vinogradoff, G. Arnold, S. Erard, D. Bockelée-Morvan, C. Leyrat, F. Capaccioni, M. C. De Sanctis, A. Longobardo, F. Mancarella, E. Palomba, F. Tosi: <a href="https://www.science.org/lookup/doi/10.1126/science.aaw7462" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ammonium salts are a reservoir of nitrogen on a cometary nucleus and possibly on some asteroids</a></p>



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</ul>



<p></p>
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		<item>
		<title>LPSC 2016: Ein Rückblick</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/lpsc-2016-ein-rueckblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2016 16:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Ceres]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn Sonde]]></category>
		<category><![CDATA[LPSC]]></category>
		<category><![CDATA[Methan]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[New Horizons]]></category>
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		<category><![CDATA[TPW]]></category>
		<category><![CDATA[Wassereis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rückblick auf die 47ste Lunar and Planetary Science Conference in Houston, einer der größten Tagungen in der Planetologie. Diesmal im Zentrum der Aufmerksamkeit: Ceres und Pluto. Ein Beitrag von Andreas Morlok. Quelle: Andreas Morlok. Die auf dem Gebiet der Planetologie wohl wichtigste Tagung ist die alljährliche Lunar and Planetary Science Conference (LPSC). Diese findet seit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Rückblick auf die 47ste Lunar and Planetary Science Conference in Houston, einer der größten Tagungen in der Planetologie. Diesmal im Zentrum der Aufmerksamkeit: Ceres und Pluto.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Andreas Morlok. Quelle: Andreas Morlok.</p>



<p>Die auf dem Gebiet der Planetologie wohl wichtigste Tagung ist die alljährliche <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Lunar and Planetary Science Conference (LPSC)</a>. Diese findet seit 1970 in Houston statt. Ort, Name und Datum weisen auf den Ursprung der Tagung hin. Diese sollte eigentlich nur für die Präsentation der ersten Ergebnisse aus den Untersuchungen der Apollo-Proben stattfinden. Aber über die Jahre ist die Tagung stetig gewachsen, schon lange ist sie (leider) zu groß für den ersten Veranstaltungsort, bis 2001 im Johnson Space Center bei Houston (inzwischen im malerischen Woodlands weit im Norden der Stadt).</p>



<p>So eine große Tagung ist natürlich auch ganz praktisch für weitere, kleinere Treffen im Dunstkreis. So findet traditionell am Wochenende vor der LPSC das <a href="https://sservi.nasa.gov/articles/microsymposium-57-polar-volatiles-on-the-moon-and-mercury/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Micro Symposium</a> statt. Dieses wird gemeinsam von der Brown University in Providence und dem Vernadsky Institut in Moskau veranstaltet. Die Wurzeln des Treffens reichen bis in die Zeit des kalten Krieges, als der wissenschaftliche Austausch zwischen den politischen Blöcken nicht ganz so einfach war. So <a href="https://ntrs.nasa.gov/api/citations/19960045321/downloads/19960045321.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">organisierten Jim Head (dieses Mal mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die russische Raumfahrt) und Hal Masursky (USGS) 1985 das erste Symposium</a>, um Venusforscher von beiden Seiten in einer informellen Umgebung zusammenzubringen.</p>



<p>Die Vorträge sind etwas länger (30 Minuten), und werden intensiver (aber in freundlicher Atmosphäre) diskutiert. Und da können sich sogar Leute daran beteiligen, die mal auf einer ausgedehnteren Exkursion vor Ort gewesen sind (dieses Mal wieder Harrison Schmitt, auf dem Mond mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_17" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Apollo 17</a> Anno 1972).</p>



<p>Aber zurück zur LPSC. Thematisch umfasst die Tagung inzwischen auch weit mehr als den Mond. Thema sind die inneren, terrestrischen Körper des Sonnensystems, Eismonde, Asteroide und Kometen. Eigentlich alles außer den großen Gasplaneten. Will man aktiv teilnehmen, so findet das in Form eines Vortrages (10 Minuten + 5 Minuten Fragen) oder eines Posters statt. Da steht man in einer langen Reihe von Stellwänden in einer großen Halle vor einem etwa DIN A0 großen Poster über die eigene Forschung. Im Gegensatz zum Vortrag kann man da natürlich lange mit Leuten diskutieren, vorausgesetzt jemand interessiert sich für das mühsam erstellte Poster. Bei Vorträgen kriegt zumindest das anwesende Publikum die Präsentation mit.</p>



<p>Früher hatte die LPSC den Ruf einer &#8218;härteren&#8216; Tagung, wo nach Vorträgen noch intensiv nachgefragt wurde. Aber eigentlich hat sich das gelegt, der Umgang ist recht zivilisiert. Die Vorträge fanden dieses Jahr in bis zu <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/program.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">5 Sitzungen parallel</a> statt, es war also schwierig, alles mit zu verfolgen.</p>



<p>Und Tagungen sind natürlich prima Gelegenheiten, mit der Kollegenschaft in Kontakt zu bleiben. Das geht dann in der Regel beim Icebreaker Sonntagabend los. Früher wurde da noch ziemlich feudal Essen und Flüssigkeit mit variablem Alkoholgehalt aufgetischt. Leider haben die vielen Kürzungen auch nicht bei der NASA halt gemacht, und da geht es bei dieser Veranstaltung jetzt deutlich bescheidener zu. Und der Austausch mit den Kollegen ist natürlich auch ein gewichtiger Punkt bei einer solchen Tagung &#8211; man bekommt nicht nur mit, was in wissenschaftlicher Hinsicht läuft, sondern auch was sonst so im Feld abgeht. Dazu gehören auch diverse Veranstaltungen im Umfeld, wie das NASA Headquarters Briefing. Da stellen sich die für Geld und Forschung zuständigen den Kollegen. Gerade in jüngerer Zeit wegen der Kürzungen gerne eine lautstarke Veranstaltung.</p>



<p>In den 15 Jahren in denen ich fast jährlich an der LPSC teilnehme, hat sich die Tagung ordentlich verändert &#8211; alleine schon von der Größe her. Aber auch inhaltlich: früher hielten sich in etwa die analytische Planetologie (also Laboruntersuchungen von extraterrestrischem Material, was ich so treibe) und planetare Geologie, eher Oberflächenstudien basierend auf Fernerkundungsdaten, in etwa die Waage. Dank der vielen Raumsonden-Missionen in der Zwischenzeit hat sich das Gewicht deutlichst zugunsten letzteren Feldes verschoben (auch wenn insgesamt die Beiträge für alle Gebiete gewachsen sind).</p>



<p>Dieses Mal war die LPSC wegen Ostern etwas verkürzt. Wohl ein Grund, weshalb die Tagung (zumindest gefühlt) deutlich ruhiger war als normalerweise. Aber immer noch ordentlich groß, es sollten wohl knapp zweitausend Teilnehmer gewesen sein.</p>



<p>Dieses Mal gab es zwei eindeutig dominierende Themen, die sich auch gut ergänzten &#8211; <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/sess102.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Ceres </a>und natürlich Pluto. In beiden Fällen wurde die erste Runde an Daten inzwischen ordentlich verarbeitet, so dass sich allmählich ein Gesamtbild ergibt. Ceres ist die Endstation der <a href="https://web.archive.org/web/20230906144951/https://www.nasa.gov/feature/jpl/bright-spots-and-color-differences-revealed-on-ceres/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Dawn-Sonde</a>, nach dem außerordentlich erfolgreichen Besuch von Vesta. Also die erste echte interplanetare Raumsonde, die in eine Umlaufbahn um mehrere planetare Körper ging.</p>



<p>Was die Zusammensetzung des Kleinplaneten angeht, so scheint man sich auf einen <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/3020.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Matsch</a> aus ammoniakhaltigen Tonmineralen, Eisenoxiden, Karbonaten plus kohlenstoffhaltigem Zeug geeinigt zu haben. Ein zentraler Punkt bei der Mission war die Verbindung von Vesta und Ceres mit Meteoriten. Bei <a href="https://geology.com/articles/vesta-meteorites/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Vesta</a> ist der schon zuvor vermutete Link zu den häufigen <a href="https://curator.jsc.nasa.gov/antmet/hed/hed_howform.cfm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">HED-Meteoriten</a> (Howardite, Eukrite, Diogenite) dank Dawn wohl gesichert. Bei Ceres war es schon schwammiger, es gab zuvor viel Spekulation in Richtung kohlige Chondrite.<br>Der Vergleich von Infrarotspektren ergab jetzt zwar keine direkte Verbindung zu einer speziellen Meteoritengruppe. Das ist aber aufgrund der sich <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1607.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">abzeichnenden Entstehungsgeschichte</a> von Ceres gar nicht zu erwarten. Wie es aussieht, waren kohlige Chondrite wohl in etwa das Ausgangsmaterial. Dieses wurde in der Frühzeit durch Hitze aus kurzlebigen Isotopensystemen aufgeheizt, und regelrecht <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1383.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">durchgeköchelt</a>. Es wird davon ausgegangen, dass Ceres etwas spät gebildet wurde, weshalb er nur vergleichsweise wenig radioaktives Material abbekommen hat.</p>



<p>So sammelte sich das meiste flüchtige und flüssige Material in den oberen Schichten an, wo auch Silikate ordentlich in die Tonminerale umgewandelt (alteriert) wurden. Die inneren Schichten sind dann wohl deutlich Gesteinsreicher. Die Hypothese ist, dass es sich beim Material an der Oberfläche um noch <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1258.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">höher alteriertes Material</a> handelt, als in den Meteoritensammlungen Verfügbar &#8211; wo die CI-Chondrite vom Typ 1 bisher das Ende der Fahnenstange darstellen. Vielleicht das erste Vorkommen vom Typ 0?</p>



<p>Außerdem ist das Vorkommen von <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2228.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wassereis</a> auf Ceres jetzt <a href="https://www.psi.edu/blog/grand-seeks-subsurface-water-ice-on-ceres/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">wohl gesichert</a>. Ceres ist wohl ein Zwischenglied zwischen Gesteinskörpern des inneren Sonnensystems und den Eiskugeln weiter außen. Eine interessante Idee ist, dass Ceres vielleicht selber <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1832.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">etwas weiter außen</a> gebildet wurde, um die Stabilität von Ammoniak zu erklären.</p>



<p>Die Reaction Wheels, notwendig um die Sonde für die hohe räumliche Auflösung zu stabilisieren, werden voraussichtlich bis 2017 durchhalten, also ist noch einiges an weiteren Daten zu erwarten. Was auch auffiel war das einige der Vortragenden bei den Fragen etwas ausweichend waren, einige Ergebnisse sind wohl unter Embargo bis zur Veröffentlichung. Bester Kommentar von <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1607.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Thomas McCord </a>vom Bear Fight institute (zum weißen Fleck im Occator-Krater): „The dome looks like Mount St. Helens before it blew up“. Und in der Tat gibt es Hinweise, dass Ceres durchaus noch geologisch aktiv sein könnte.</p>



<p>Und dann <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/sess152.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Pluto</a>. Von einer traurigen Anordnung an Pixeln zu einem <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2440.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">kartographierten Körper</a> innerhalb von knapp einem Jahr, dank der spektakulären New Horizons-Mission. Dass <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/media/images/new-horizons/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Team Pluto</a> verdienterweise in außerordentlich ekstatischer Stimmung war, braucht wohl nicht extra betont zu werden. Entsprechend groß war auch der Andrang zu den Sessions, der Saal war in der Regel voll.</p>



<p>Die Ergebnisse wurden in der Presse wohl schon ausführlich behandelt &#8211; die Oberfläche wird durch <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1995.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Methan</a> und Stickstoff dominiert, <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1737.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Wassereis</a> spielt ein wenig die Rolle von <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2296.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Gestein</a>.</p>



<p>Teile der Oberfläche sind <a href="https://www.universetoday.com/articles/ancient-pluto-may-lakes-rivers-nitrogen" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jung,</a> sehr jung &#8211; Teile der Sputnik Planum sind wohl <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2310.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jünger als 10 Millionen</a> Jahre. Das erlaubt Spekulationen über heutige Aktivität auf Pluto.</p>



<p>Noch besser, selbst die sehr dünne Atmosphäre des nicht mehr ganz-Planeten scheint regelrechte <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/1648.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zirkulationsmuster</a> zu zeigen. Ein weiteres spektakuläres Ergebnis, das passenderweise auch zeitgleich mit der Tagung veröffentlicht wurde, ist die Entdeckung eines mutmasslichen True Polar Wander (TPW) Ereignisses auf dem <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2667.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mond</a>. TPW bedeutet, dass der Mantel eines Körpers auf dem Eisenkern verrutscht, so dass die Pole (nicht aber die Rotationsachsen!) sich verschoben haben.</p>



<p>TPW ist ein echtes Hot Topic zur Zeit. Auch für<a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2348.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"> Pluto</a> wurde ein solches Ereignis auf der LPSC vorgeschlagen, sowie auch für <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/2502.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Merkur</a>, und gerade erst wurde ein Paper über ein ähnliches Ereignis auf dem <a href="https://www.raumfahrer.net/planetare-unwucht/" data-wpel-link="internal">Mars</a> veröffentlicht.</p>



<p>Ein paar Veranstaltungen wurden gefilmt <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLQ7WzZtg-qMDbntN9K62sYLPGRHHZWtIh" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">(findet sich hier)</a>. Einige Poster gibt es hier <a href="https://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/eposterindex.cfm" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">online</a>, und auch Twitter war <a href="https://x.com/search?q=%23lpsc2016%20-LaprimeraSC" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="follow">sehr aktiv</a>, besonders ein Kollege aus Arizona <a href="https://x.com/jtuttlekeane" data-wpel-link="external" target="_blank" rel="follow">hier</a>.<br><br><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4210.msg76902#msg76902" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Dawn</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=14147.msg354490#msg354490" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Zwergplanet Ceres</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4202.msg75788#msg75788" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">New Horizon Mission</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=898.msg8997#msg8997" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Plutoid Pluto</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Kometenlander Philae bleibt vorerst stumm</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-kometenlander-philae-bleibt-vorerst-stumm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2015 13:20:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Kommando]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[ROSINA]]></category>
		<category><![CDATA[Stickstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumow-Gerasimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Raumsonde Rosetta ist es erstmals gelungen, in der Umgebung eines Kometen molekularen Stickstoff nachzuweisen. Die daraus abzuleitenden Erkenntnisse könnten wichtige Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems liefern. Ergebnislos verlief dagegen die bisherige Suche nach einem Lebenszeichen von dem Kometenlander Philae. Erstellt von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR, ESA, Science Nach einem mehr als zehn Jahre [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Raumsonde Rosetta ist es erstmals gelungen, in der Umgebung eines Kometen molekularen Stickstoff nachzuweisen. Die daraus abzuleitenden Erkenntnisse könnten wichtige Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems liefern. Ergebnislos verlief dagegen die bisherige Suche nach einem Lebenszeichen von dem Kometenlander Philae.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>.  Quelle: DLR, ESA, Science</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_big-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/suche_nach_philae_a-1.jpg" alt="Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort immer noch nicht ermittelt werden konnte. Der Orbiter befand sich dabei einer Entfernung von 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet von Philae. Der Lander würde aus dieser Entfernung lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme wurde von der OSIRIS-Kamera <br>am 13. Dezember 2014 angefertigt. Die <br>eingezeichnete Ellipse markiert das wahrscheinliche<br> Landegebiet von Philae, dessen exakter Standort<br> immer noch nicht ermittelt werden konnte. Der <br>Orbiter befand sich dabei einer Entfernung von<br> 20 Kilometern über dem finalen Landegebiet von<br> Philae. Der Lander würde aus dieser Entfernung <br>lediglich etwa drei Pixel breit erscheinen.<br>(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS,<br> UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)</figcaption></figure></div>



<p>Nach einem mehr als zehn Jahre andauernden Flug erreichte die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <em>Rosetta</em> am 6. August 2014 das Ziel ihrer Reise &#8211; den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (der Einfachheit halber ab hier als &#8222;67P&#8220; abgekürzt). Seitdem &#8218;begleitet&#8216; <em>Rosetta</em> diesen Kometen auf seinem weiteren Weg in das innere Sonnensystem und untersucht dieses Relikt aus der Entstehungsphase unseres Sonnensystems dabei intensiv mit <a href="https://web.archive.org/web/20230329214450/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3287/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">elf wissenschaftlichen Instrumenten</a>.</p>



<p>Kometen bewegen sich auf stark elliptischen Umlaufbahnen um die Sonne. Den Großteil ihrer Existenz fristen diese auch als &#8217;schmutzige Schneebälle&#8216; bezeichneten Objekte dabei fernab der Sonne als kalte, nahezu unveränderliche Brocken, die im Wesentlichen aus Wassereis, Staub- und Gesteinspartikeln sowie verschiedenen gefrorenen Gasen wie zum Beispiel Kohlenstoffdioxid, Methan und Ammoniak bestehen. Die Kometen sind wahrscheinlich die ältesten und weitgehend unverändert gebliebenen Überreste einer gigantischen, protosolaren Staubscheibe, aus der sich vor etwa 4,64 Milliarden unser Sonnensystem gebildet hat. In den Kometen ist diese Materie aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems dabei bis in die Gegenwart wie in einer &#8218;kosmischen Tiefkühltruhe&#8216; konserviert. Das Hauptziel der <em>Rosetta</em>-Mission, so die beteiligten Wissenschaftler, besteht darin, durch die Untersuchung der zu ermittelnden chemischen und physikalischen Eigenschaften des Kometen 67P ein noch besseres Verständnis über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems zu erlangen.</p>



<p><strong>Die Suche nach dem Lander Philae</strong></p>



<p>Dabei kam bereits Mitte November 2014 auch der von der Raumsonde <em>Rosetta</em> mitgeführte Kometenlander <em>Philae</em> zu Einsatz, der nach seiner Landung über einen Zeitraum von mehr als 54 Stunden eine Vielzahl an Messungen durchführen. Die dabei gesammelten Daten der <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230603215039/https://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-1371/1868_read-3321/" target="_blank" data-wpel-link="external">zehn Instrumente</a> des Landers wurden regelmäßig bei jedem sich öffnenden Kommunikationsfenster an die Erde übertragen, bevor die Energiereserven am 15. November so weit erschöpft waren, dass sich <em>Philae</em> um 01:36 MEZ in einen &#8218;Schlafmodus&#8216; versetzte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_big-1.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ausrichtung_philae_67p_a-1.jpg" alt="Dieses topographische Modell der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt die wahrscheinliche Position und Ausrichtung des Landers Philae.
(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)"/></a><figcaption>Dieses topographische Modell der Oberfläche des<br> Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zeigt<br> die wahrscheinliche Position und Ausrichtung des<br> Landers Philae.<br>(Bild: ESA, Rosetta, Philae, CNES, FD)</figcaption></figure></div>



<p>Aufgrund der zunehmenden Annäherung des Kometen 67P an die Sonne verbessern sich im Bereich des Standortes von <em>Philae</em> die dort gegebenen Beleuchtungs- und Temperaturbedingungen jetzt allerdings immer mehr. Hierdurch bedingt <em>könnte</em> in Zukunft wieder ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung stehen, damit der für seine Stromversorgung auf die Sonnenenergie angewiesene Lander <em>Philae</em> aus seinem Winterschlaf erwacht und sich reaktiviert.</p>



<p>Deshalb wurde am 12. März 2015 um 05:00 MEZ erstmals die Kommunikationseinheit des <em>Rosetta</em>-Orbiters aktiviert, um den Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Lander durchzuführen (<a href="https://www.raumfahrer.net/2015/03/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Allerdings blieben diese Versuche bisher erfolglos. Es ist zwar möglich, dass <em>Philae</em> die Kommunikationsversuche des Orbiters registriert hat, jedoch noch zu wenig Energie zur Verfügung hatte, um darauf zu reagieren. Am 20. März 2015 wurde deshalb die Kommunikationseinheit des <em>Rosetta</em>-Orbiters um 05:00 MEZ zunächst wieder deaktiviert.</p>



<p>&#8222;Es war ein sehr früher Versuch, den wir solange wiederholen werden, bis wir eine Rückmeldung von <em>Philae</em> erhalten&#8220;, so der für den Betrieb des Kometenlanders zuständige Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Den nächste Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Kometenlander plant das hierfür zuständige Team des DLR jetzt für die erste Aprilhälfte. Hierbei müssen sich Orbiter und Lander jedoch zueinander in einer Konstellation befinden, welche den Kontakt überhaupt ermöglicht. Zudem muss <em>Philae</em> während dieser Kommunikationsfenster direkt im Sonnenlicht stehen, um das Signal des Orbiters mit ausreichend Energie zu empfangen und eventuell darauf zu antworten.</p>



<p>&#8222;Diese Bedingungen müssen immer mindestens über 45 Minuten andauern, denn <em>Philae</em> schaltet nach seinem Aufwachen seinen Empfänger nur alle 30 Minuten an&#8220;, so Dr. Koen Geurts vom DLR.</p>



<p>Dieses Aufwachen könnte <em>Philae</em> im April sogar etwas leichter fallen, denn das Team des Lander-Kontrollzentrums schickte in den vergangenen Tagen insgesamt sechs Mal Kommandosequenzen an den Lander, durch deren Umsetzung eine möglichst effektive Einteilung und Nutzung der zwischenzeitlich zu gewinnenden Sonnenenergie ermöglicht werden soll. Zum letzten Mal erhielt der Lander am 17. März 2015 gegen 12:30 MEZ die &#8222;blinde Kommandierung&#8220;, seine Energieversorgung zu optimieren.</p>



<p>&#8222;Wir wissen, dass die Kommunikationseinheit des Orbiters funktioniert hat &#8211; ob <em>Philae</em> die neuen Kommandos empfangen hat, wissen wir allerdings nicht&#8220;, so Dr. Geurts weiter. Sollte der Lander bereits &#8218;wach&#8216; gewesen sein und lediglich noch nicht genügend Energie für eine Rückmeldung zur Verfügung gehabt haben, so könnte er diese Befehle dennoch empfangen und ausführt haben. Spätestens im Sommer 2015, wenn der Komet 67P auf seiner Umlaufbahn der Sonne nochmals bedeutend näher gekommen ist, hofft das <em>Philae</em>-Team auf ein Lebenszeichen des Kometenlanders &#8211; und auf eine danach erfolgende Fortsetzung der direkten Untersuchung der Kometenoberfläche mit den von <em>Philae</em> mitgeführten Instrumenten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/stickstoffnachweis_67p_big-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/stickstoffnachweis_67p_a.jpg" alt="Im Oktober 2015 gelang mit dem ROSINA-Instrument der erstmalige Nachweis von molekularem Stickstoff in der Umgebung eines Kometen.
(Bild: Rosetta: ESA, ATG medialab; Komet: ESA, Rosetta, NavCam - CC BY-SA IGO 3.0; Daten: Rubin et al. (2015))"/></a><figcaption>Im Oktober 2015 gelang mit dem ROSINA-Instrument<br> der erstmalige Nachweis von molekularem Stickstoff<br> in der Umgebung eines Kometen.<br>(Bild: Rosetta: ESA, ATG medialab; Komet: ESA,<br> Rosetta, NavCam &#8211; CC BY-SA IGO 3.0; <br>Daten: Rubin et al. (2015))</figcaption></figure></div>



<p><strong>Erstmals detektiert: Molekularer Stickstoff bei einem Kometen</strong></p>



<p>In der Zwischenzeit sind die an der <em>Rosetta</em>-Mission beteiligten Wissenschaftler damit beschäftigt, die mit den Instrumenten des Kometenorbiters gesammelten Daten auszuwerten. Bei einem dieser Instrumente handelt es sich um den Instrumentenkomplex ROSINA (kurz für &#8222;Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis&#8220;). ROSINA ist ein aus zwei Massespektrometern sowie einem Drucksensor bestehendes Instrumentenpaket, welches die chemische Zusammensetzung der in der Koma enthaltenen Partikel, deren Isotopenverhältnisse sowie die Temperatur und Geschwindigkeit der von dem Kometen entweichenden Gasmoleküle bestimmt.</p>



<p>Bereits im September 2014 konnten mit diesem Instrument Wasserdampf, Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Ammoniak, Methan und Methanol nachgewiesen werden. In der Folgezeit gelang den beteiligten Wissenschaftlern mit dem ROSINA-Instrument zudem auch der Nachweis von Formaldehyd, Schwefelwasserstoff, Cyanwasserstoff, Schwefeldioxid und Kohlenstoffdisulfid, welche von 67P freigegeben werden.</p>



<p>Erst kürzlich ist es den für den Betrieb von ROSINA zuständigen Wissenschaftlern zudem gelungen, im Rahmen der Untersuchung von 67P überhaupt erstmals in der Umgebung eines Kometen auch molekularen Stickstoff direkt nachzuweisen. Dieser Nachweis basiert auf 138 Messungen, welche zwischen dem 17. und dem 23. Oktober 2014 mit dem Instrument durchgeführt wurden. Laut der thermochemikalischen Modelle zur Entstehung unseres Sonnensystems trat Stickstoff während der Bildungsphase unseres Sonnensystems wahrscheinlich in erster Linie in molekularer Form auf. Die Gasplaneten des Sonnensystems, welche sich im Bereich des äußeren Sonnensystems formten, dürften den Großteil des in der Gegenwart dort vorhandenen Stickstoffs einstmals in dieser molekularen Form &#8218;eingesammelt&#8216; haben. Auch der Zwergplanet Pluto und der Neptun-Mond Triton, welche sich ebenfalls im äußeren Sonnensystem gebildet haben dürften, weisen in den Atmosphären und auf den Oberflächen signifikante Anteile an molekularem Stickstoff auf.</p>



<p>Bei verschiedenen Kometen der sogenannten <a rel="noreferrer noopener follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jupiter-Familie" target="_blank" data-wpel-link="external">Jupiter-Familie</a>, der auch der Komet 67P angehört und die sich laut den Theorien über die Entstehung des Sonnensystems ebenfalls in den äußeren Regionen gebildet haben, konnte Stickstoff dagegen im Rahmen von spektroskopischen Untersuchungen bisher lediglich als Bestandteil verschiedener chemischer Verbindungen wie etwa Blausäure oder Ammoniak nachgewiesen werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/rosetta_navcam_14_03_2015_big.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/rosetta_navcam_14_03_2015_a.jpg" alt="Diese Aufnahme der Navigationskamera der Raumsonde Rosetta wurde am 14. März 2015 aus einer Entfernung von etwa 85,7 Kilometern zum Zentrum des Kometen 67P angefertigt. Das Foto zeigt die immer weiter zunehmende Aktivität des Kometen. Die Auflösung liegt bei 7,3 Metern pro Pixel.
(Bild: ESA, Rosetta, NavCam - CC BY-SA IGO 3.0)"/></a><figcaption>Diese Aufnahme der Navigationskamera der <br>Raumsonde Rosetta wurde am 14. März 2015<br> aus einer Entfernung von etwa 85,7 Kilometern<br> zum Zentrum des Kometen 67P angefertigt. <br>Das Foto zeigt die immer weiter zunehmende<br> Aktivität des Kometen. Die Auflösung liegt bei<br> 7,3 Metern pro Pixel.<br>(Bild: ESA, Rosetta, NavCam &#8211; CC BY-SA IGO 3.0)</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Der Nachweis von molekularem Stickstoff liefert uns wichtige Informationen über die Bedingungen, unter denen sich der Komet einstmals gebildet hat, denn es bedarf sehr niedriger Temperaturen, damit der Stickstoff in Eis gebunden wird&#8220;, so Martin Rubin von der Universität Bern.</p>



<p>Durch die Ermittlung des bei 67P gegebenen Mengenverhältnisses von molekularem Stickstoff zu Kohlenstoffmonoxid gelangten die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich der Komet 67P einstmals unter Umgebungstemperaturen von minus 220 Grad Celsius bis hinunter zu etwa minus 253 Grad Celsius gebildet hat &#8211; Bedingungen, welche im Bereich des heutigen Kuiper-Gürtels vorherrschten, wo einstmals auch Pluto und Triton entstanden.</p>



<p><strong>Kometen als Materiallieferanten für die Erdatmosphäre?</strong></p>



<p>Verschiedene Theorien besagen, dass Kometen, welche in der Frühphase unseres Sonnensystems während des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Late_Heavy_Bombardment" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Großen Bombardements</a> in großer Zahl auf der Erde einschlugen, die Lieferanten für das auf der Erde vorhandene Wasser waren und möglicherweise auch organische Verbindungen zur Erde transportierten, welche eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Lebens spielten. Und auch bei der Ausbildung der Atmosphäre unseres Heimatplaneten <em>könnten</em> Kometen als &#8218;Materiallieferanten&#8216; gedient haben.</p>



<p>Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte jedoch, dass es unwahrscheinlich ist, dass zumindestens die kurzperiodischen Kometen der Jupiter-Familie als nennenswerte Wasserlieferanten für die Erde in Frage kommen . Und auch als Lieferanten für den in der Erdatmosphäre mit einem Mengenanteil von 78 Prozent vertretenen Stickstoff scheiden diese Kometen wohl aufgrund eines abweichenden Isotopenverhältnisses aus, so Martin Rubin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/rosetta_navcam_14_03_2015_02_big.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/rosetta_navcam_14_03_2015_02_a.jpg" alt="Auch diese Aufnahme der Navigationskamera wurde am 14. März 2015 angefertigt - allerdings rund sechs Stunden nach dem weiter oben gezeigten Foto. Aus einer Entfernung von jetzt nur noch etwa 81,4 Kilometern zum Zentrum des Kometen liegt die Auflösung bei 6,9 Metern pro Pixel.
(Bild: ESA, Rosetta, NavCam - CC BY-SA IGO 3.0)"/></a><figcaption>Auch diese Aufnahme der Navigationskamera<br> wurde am 14. März 2015 angefertigt &#8211; allerdings<br> rund sechs Stunden nach dem weiter oben <br>gezeigten Foto. Aus einer Entfernung von jetzt nur<br> noch etwa 81,4 Kilometern zum Zentrum des <br>Kometen liegt die Auflösung bei 6,9 Metern pro Pixel.<br>(Bild: ESA, Rosetta, NavCam &#8211; CC BY-SA IGO 3.0)</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Diese Entdeckung ist ein weiteres Puzzle-Teilchen bei der Untersuchung, welche Rolle die Kometen der Jupiter-Familie einstmals bei der Entwicklung des Sonnensystems spielten. Aber dieses Puzzle ist damit bei weitem noch nicht komplett&#8220;, so Matt Taylor, der wissenschaftliche Leiter der <em>Rosetta</em>-Mission von der ESA. Erst in etwa fünf Monaten wird der Komet 67P den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreichen. &#8222;Wir werden jetzt beobachten, wie sich die Zusammensetzung der Gase während der Annäherung ändert und daraus versuchen, weitere Schlüsse über die Vergangenheit dieses Kometen abzuleiten.&#8220;</p>



<p>Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse über den Nachweis von molekularem Stickstoff in der Umgebung des Kometen 67P wurden am 19. März 2015 von Martin Rubin et al. unter dem Titel &#8222;Molecular nitrogen in comet 67P/Churyumov-Gerasimenko indicates a low formation temperature&#8220; in der Fachzeitschrift Science publiziert.</p>



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<p><strong>Fachartikel von Martin Rubin et al.:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.aaa6100" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Molecular nitrogen in comet 67P/Churyumov-Gerasimenko indicates a low formation temperature</a> (Abstract, engl.)</li></ul>
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		<title>Tankstelle im Weltraum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/tankstelle-im-weltraum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2005 14:15:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Erdorbit]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Stickstoff]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserstoff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Forschungsprojekt vom NASA Glenn Research Center soll bei der Entwicklung und Betreibung einer Tankstelle im Erdorbit maßgebend sein. Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Glenn Research Center. Durch die extrem tiefen Temperaturen, Drücke und Gravitationskräfte im Weltraum ist es schwierig Treibstoffe zu lagern und Raumfahrzeuge zu betanken. Seit 1945 wird im NASA Glenn Research [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein Forschungsprojekt vom NASA Glenn Research Center soll bei der Entwicklung und Betreibung einer Tankstelle im Erdorbit maßgebend sein.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Glenn Research Center.</p>



<p>Durch die extrem tiefen Temperaturen, Drücke und Gravitationskräfte im Weltraum ist es schwierig Treibstoffe zu lagern und Raumfahrzeuge zu betanken. Seit 1945 wird im <i>NASA Glenn Research Center</i> in Cleveland, Ohio mit diesen eisigkalten Treibstoffen, die Kryogentreibstoffe genannt werden, experimentiert. In zwei Forschungseinrichtungen wird mit flüssigen Stickstoff und flüssigen Wasserstoff geforscht (Stickstoff und Wasserstoff ändern ihren Aggregatzustand bei Temperaturen von -196 Grad Celsius bzw. bei -252 Grad Celsius und werden flüssig). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032005151502_small_1.jpg" alt="None" width="347" height="260"/><figcaption>
Der Kryogenforschungskomplex des 
<i>NASA Glenn Research Center</i>
 in Cleveland, Ohio
<br>
(Foto: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>In diesen zwei Forschungseinrichtungen werden Komponenten und Teilsysteme sowie Wege der Treibstoffspeicherung getestet, um eine langzeitige Lagerung von Kryogentreibstoffen im Weltall sicherzustellen. Momentan läuft gerade ein Projekt bei der eine Tankstelle im Orbit Raumfahrzeuge vor ihrer Reise zum Mond oder Mars betanken soll. In den nächsten vier Monaten werden eine Reihe von verschiedenen Tests in diesen Kryogeneinrichtungen durchgeführt werden, um die Sicherheit und Effizienz dieser Weltraumtankstelle sicherzustellen. Aufgrund der niedrigen Gravitationskräfte, überwiegt die Oberflächenspannung, welche dazu führt, dass sich der Treibstoff nicht wie auf der Erde gewohnt am Boden anlagert, sondern sich rund um die Tankwand sammelt. Diese Tatsache erschwert die genaue Bestimmung des übrigen Treibstoffes im Tank. Ebenso entstehen durch diese Eigenschaft Probleme beim Treibstofftransfer.
<br>
Einem ganz anderen Problem muss sich Weltraumtankstelle aufgrund der Sonnenwärme stellen. Eine Erhitzung der Tanks führt dazu, dass der darin gelagerte Treibstoff zu kochen beginnt, was wiederum zu einem Druckanstieg innerhalb der Tanks führt. Für einen sicheren Betrieb muss daher entweder ein Druckventil an den Tanks angebracht werden oder der Treibstoff von vornherein kontinuierlich gekühlt werden, damit es erst gar nicht zu einem Druckanstieg kommt. Die Untersuchungen vom <i>Glenn Research Center</i> enthalten unter anderem die Entwicklung einer Niederdruckanzeige, die den restlichen Treibstoff in den Tanks feststellen soll, sowie Langzeit-Lagerungstests der Kryogentreibstoffe, die die Verluste minimieren und kleinere Tankbehälter ermöglichen soll, aber auch den Transport der Treibstofftanks in das Erdorbit.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20032005151502_small_2.jpg" alt="None" width="344" height="258"/><figcaption>
Die 
<i>SMiRF</i>
 Forschungseinrichtung mit der Vakuumkammer und kryogenen Treibstoffleitungen.
<br>
(Foto: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Die Einrichtung des <i>SMiRF (Small Multipurpose Research Facility)</i> besteht aus einer zylindrischen Vakuumkammer, welche die niedrigen Temperaturen und Drücke wie sie im Weltall, am Mond oder am Mars herrschen simulieren kann. In dieser Vakuumkammer können Tanks bis zu einem Durchmesser von 1.8 Meter und einer Höhe von 2.2 Meter getestet werden. Durch eine computerunterstützte Steuerung kann die Druckänderung die während eines <i>Space Shuttle</i> Starts durch die Erdatmosphäre ins Weltall auf die Tanks wirkt simuliert werden. Zusätzlich kann durch Programme auch die Temperatur variiert werden und somit &#8222;Tag-Nacht&#8220; Temperatur am Mond oder Mars zwischen -160 und +90 Grad Celsius simulieren. Durch die neueste Technologie können die dadurch gewonnen Daten direkt am Computer gespeichert und ausgewertet werden.</p>



<p>Im kleineren der beiden Testeinrichtungen, der <i>CCL-7 (Cryogenic Components Lab Cell 7)</i> werden in zwei kleinen Kryogentanks Fluidströmungen und der Transport des Treibstoffes getestet. Flüssiger Wasserstoff kann bei einem Druck, weniger als ein siebentel des normalen atmosphärischen Druckes auf der Erde (Luftdruck der Erde in der mittleren Meereshöhe beträgt laut der genormten Standardatmosphäre 1013 Hektopaskal) zwischen den beiden Tanks transferiert werden. Genauso wie die <i>SMiRF</i> Testeinrichtung ist auch die <i>CCL-7</i> Einrichtung mit der neuesten Computerhardware und Software ausgestattet und garantiert eine optimale Auswertung der Testmessungen.</p>



<p>Dieses Projekt wird vom <i>NASA Glenn Research Center</i> mit Zusammenarbeit mehrer Firmen, Universitäten und anderen <i>NASA</i> Testeinrichtungen durchgeführt.  </p>
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		<title>Smog auf dem Mond Titan</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/smog-auf-dem-mond-titan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2002 14:59:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Huygens]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Stickstoff]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf dem Saturn-Mond Titan ist ein Tag fast 16 Erdtage lang, und an jedem Tag herrscht Smogalarm &#8211; die Luft ist schlechter als die Stufe 3 eines Smogalarms in Los Angeles. Ein Beitrag von meiklampmann. Quelle: space.com. Um mehr Informationen über den Mond zu bekommen, müssen die Wissenschaftler eine Hülle von globalem Dunst durchdringen. In [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Auf dem Saturn-Mond Titan ist ein Tag fast 16 Erdtage lang, und an jedem Tag herrscht Smogalarm &#8211; die Luft ist schlechter als die Stufe 3 eines Smogalarms in Los Angeles.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von meiklampmann. Quelle: space.com.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/titan-seen260x200.jpg" alt=""/></figure></div>



<p>Um mehr Informationen über den Mond zu bekommen, müssen die Wissenschaftler eine Hülle von globalem Dunst durchdringen. In zwei Jahren wird das Raumfahrzeug Cassini zudem die Sonde Huygens auf Titan absetzen. </p>



<p>In der Zwischenzeit hilft eine Studie, die am 22. August in der renommierten Fachzeitschrift &#8222;Nature&#8220; herausgebracht wurde, das zu bestätigen, was Forscher bisher vermutet haben &#8211; Titan ist der einzige Mond im Sonnensystem mit einer dicken Atmosphäre. Aus Beobachtungen von den Voyager-Sonden geht hervor, dass die Smogschicht die Oberfläche von Titan völlig bedeckt.   Titan hat einen Durchmesser von 5.150 Kilometer. Mit Hilfe von komplexen Zirkulationsmodellen, basierend auf der Erddynamik, verfolgt ein Team von der Pascal-Rannou-Universität, Paris, die Bildung, Evolution und den Weg von Smogpartikeln durch die Atmosphäre des Titan. Die Atmosphäre des Mondes besteht hauptsächlich aus Stickstoff mit einem sehr geringen Anteil von Methan, und die Beschaffenheit ähnelt sehr der frühen Phase der Erde. </p>



<p>Mehr Informationen über die Atmosphäre und den Smog auf Titan wird 2004 von der Sonde Huygens kommen, wenn Cassini 2004 den Planeten Saturn erreicht. Die Mission Cassini/Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der NASA und der ESA. Huygens wird in die Atmosphäre von Titan eindringen, um dann unter anderem die Winde sowie die Temperaturen zu erkunden. Cassini studiert den Mond von oben aus mit Instrumenten, die viel höher entwickelt sind als die von Voyager.     </p>
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