<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>STS-135 &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<atom:link href="https://www.raumfahrer.net/tag/sts-135/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Dec 2025 20:43:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/cropped-R-Logo-neu-o-512-32x32.png</url>
	<title>STS-135 &#8211; Raumfahrer.net</title>
	<link>https://www.raumfahrer.net</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Space Shuttle Atlantis bereit für die letzte Landung</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-bereit-fuer-die-letzte-landung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 17:24:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantis]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34229</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Besatzung des Space Shuttle Atlantis verbrachte den letzten vollen Tag in der Umlaufbahn mit den routinemäßigen Tests des Orbiters. Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: NASA. Um 03:32 Uhr MESZ wurde die Besatzung mit „Fanfare for the Common Man“ von Aaron Copland geweckt. Im Anschluss erhielt die Besatzung einen Gruß von Mitarbeitern des Kennedy [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-bereit-fuer-die-letzte-landung/" data-wpel-link="internal">Space Shuttle Atlantis bereit für die letzte Landung</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Besatzung des Space Shuttle Atlantis verbrachte den letzten vollen Tag in der Umlaufbahn mit den routinemäßigen Tests des Orbiters.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072011192416_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072011192416_small_1.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption>
Die Steuerflächen im Test 
<br>
(Bild: Nasa)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um 03:32 Uhr MESZ wurde die Besatzung mit „Fanfare for the Common Man“ von Aaron Copland geweckt. Im Anschluss erhielt die Besatzung einen Gruß von Mitarbeitern des Kennedy Space Center, wo Atlantis morgen zum letzten Mal aufsetzten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war ein bittersüßer Tag für die Besatzung in der Umlaufbahn und die Teams am Boden. Neben den Vorbereitungen auf die bevorstehende Landung nahm man sich immer wieder Zeit, um Meilensteine und Individuen zu feiern, die das Space-Shuttle-Programm zu einem Erfolg gemacht haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch an einem solchen Tag wie heute, wartete auf die Besatzung eine Menge an Arbeit. Um sicherzustellen, dass der Orbiter und seine Systeme die Besatzung sicher wieder zur Erde zurückbringen kann, testete die Besatzung das Shuttle auf Herz und Nieren. Zuerst überprüfte die Crew die Steuerflächen des Orbiters. Diese werden für die finale Phase des Wiedereintritts genutzt, wenn die Atmosphäre dicht genug ist, um das Shuttle präzise auf Kurs zu halten und sicher auf der Landebahn zu landen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072011192416_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20072011192416_small_2.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption>
Die Besatzung im Interview 
<br>
(Bild: Nasa)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend testete die Besatzung das Reaction Control System (RCS). Das RCS besteht aus insgesamt 26 Steuerdüsen und vier Feinsteuerdüsen. Es wird beim Wiedereintritt in der frühen Phase genutzt, um die Lage des Orbiters zu kontrollieren. Im Verlauf des Wiedereintritts wird das System dann nach und nach abgeschaltet und die Steuerung von den Steuerflächen übernommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Abschluss aller Tests setzte die Besatzung dann noch den Mikrosatelliten Picosat aus. Picosat, der eine Länge und Breite von fast 13 Zentimetern sowie eine Höhe von 25 Zentimetern hat, soll während der kommenden neun Monate Solarzellen testen. Mit Picosat setzte das Space Shuttle während seiner 30-jährigen Karriere insgesamt 180 Nutzlasten aus. Dank mehreren Megapixelkameras, hat der kleine Satellit auch die letzten Bilder eines Space Shuttle in der Umlaufbahn gemacht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20072011192416_big_400.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/20072011192416_big_260.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption>
Ein letzter Blick in die Ladebucht eines Shuttles 
<br>
(Bild: Nasa)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor die Besatzung dazu überging, das Flug- und Zwischendeck des Orbiters auf die Landung vorzubereiten und alle nicht mehr benötigten Gegenstände zu verstauen, nahm sie sich noch einmal Zeit, um mit großen Fernsehstationen in den USA zu sprechen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende des Tages verstauten die Astronauten dann noch die K<sub>u</sub>-Band-Antenne, mit deren Hilfe Fernsehbilder übertragen werden können und die Breitbandkommunikation mit dem Orbiter erfolgt. Bevor sich die Crew in ihre Schlafkabinen für die letzte Nacht an Bord eines Space Shuttles begab, teilte ihr die Bodenkontrolle mit, dass die während der späten Inspektion gemachten Aufnahmen ausgewertet sind und der Hitzeschild keine Schäden aufweist. Damit ist Atlantis für den Wiedereintritt freigegeben. 
<br>
Für die morgige Landung um 11:56 Uhr MESZ in Florida zeigt sich das Wetter von seiner hervorragenden Seite. Die Vorhersage sieht nur eine leichte Bewölkung voraus mit nur leichtem Wind und ist damit perfekt für eine Landung des Space Shuttles. Tony Ceccacci, der leitende Flugdirektor für den Wiedereintritt, entschied sich daher, für den morgigen Tag nur eine Landung in Florida in Betracht zu ziehen. Sollte Ceccacci sich für die erste Gelegenheit entscheiden, das Space Shuttle zurück zur Erde zu bringen, so würde die letzte Landung des Space-Shuttle-Programms eine Nachtlandung sein. Es wäre die 26. Nachtlandung eines Shuttles. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamten Landemöglichkeiten in Florida im Überblick:</p>



<table class="wp-block-advgb-table advgb-table-frontend"><tbody><tr><td>Orbit</td><td>Landeplatz</td><td>Deorbit (MESZ)</td><td>Landung (MESZ)</td></tr><tr><td>200</td><td>KSC</td><td>10:48</td><td>11:56</td></tr><tr><td>201</td><td>KSC</td><td>12:25</td><td>13:32</td></tr></tbody></table>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10034.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">STS-135 &#8211; Mission und Landung</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9885.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">STS-135 &#8211; Countdown und Start</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-bereit-fuer-die-letzte-landung/" data-wpel-link="internal">Space Shuttle Atlantis bereit für die letzte Landung</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Besatzung der Atlantis behebt Computerproblem</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/besatzung-der-atlantis-behebt-computerproblem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 21:41:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Anomalie]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantis]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[GPC]]></category>
		<category><![CDATA[MPLM]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34239</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Besatzung der Atlantis konzentrierte sich während des achten Flugtags erneut auf den Transfer von Versorgungsgütern und behob einen Computerfehler an Bord. Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: Nasa. Vertont von Peter Rittinger. 90 Minuten nachdem die Besatzung ihre Schlafphase begonnen hatte, wurden die Astronauten von einem Alarm an Bord des Space Shuttles wieder geweckt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/besatzung-der-atlantis-behebt-computerproblem/" data-wpel-link="internal">Besatzung der Atlantis behebt Computerproblem</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Besatzung der Atlantis konzentrierte sich während des achten Flugtags erneut auf den Transfer von Versorgungsgütern und behob einen Computerfehler an Bord.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: Nasa. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-07-18-93023.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15072011234158_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15072011234158_small_1.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption> Ein Bordcomputer des Space Shuttle  <br> (Bild: NASA) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">90 Minuten nachdem die Besatzung ihre Schlafphase begonnen hatte, wurden die Astronauten von einem Alarm an Bord des Space Shuttles wieder geweckt. General Purpose Computer 4 (GPC-4) versagte aufgrund eines noch unbekannten Fehlers seinen Dienst. Da zu diesem Zeitpunkt auf dem Computer die Systemmanagement Software lief, die z. B. die Umweltsysteme und die Antennen des Orbiters kontrolliert, musste die Besatzung auf den Ausfall reagieren. Sie übertrugen die Funktionen auf den General Purpose Computer 2 (GPC-2) und schalteten dann GPC-4 für die Nacht ab. Die Prozedur nahm ca. 30 Minuten in Anspruch, die das Bodenteam ans Ende der Schlafphase anhängte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 06:59 Uhr MESZ wurde die Besatzung dann von Sir Paul McCartney mit dem Lied „Good Day Sunshine“ geweckt. Anschließend richtete er einige persönliche Worte an die Besatzung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Weckruf widmeten sich Kommandant Chris Ferguson und Pilot Doug Hurley erneut GPC-4. Sie fertigen zuerst ein Abbild des Speichers von GPC-1 an, da dieser zu dem Zeitpunkt, an dem GPC-4 seinen Dienst versagte, der primäre Kontrollcomputer des Shuttles war und so vermutlich das Problem protokolliert hat. Anschließend erzeugten sie ein weiteres Speicherabbild, dieses Mal vom fehlerhaften Computer und übermittelten beide an den Boden, wo sie von Experten ausgewertet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ferguson und Hurley luden anschließend die Software erneut auf GPC-4 und fuhren diesen dann hoch. Da derzeit noch nicht die genaue Ursache des Fehlers bekannt ist, wird der Computer derzeit nicht genutzt und befindet sich, so wie GPC-3 der am dritten Flugtag Probleme hatte, derzeit im Schlafmodus. Im Falle eines Notfalls wurde das Shuttle allerdings über fünf einsatzbereite Computer verfügen. Mit einer genauen Fehleranalyse von GPC-4 wird am morgigen Tag gerechnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Shuttle nutzt seine insgesamt fünf baugleichen Bordcomputer für kritische Phasen während einer Mission z.B. bei Start, Landung oder Rendezvous. Dabei arbeiten vier der Computer zusammen in einem Team und gleichen ihre Daten kontinuierlich miteinander ab. Sollte einer der Computer zu einem anderen Ergebnis kommen als die anderen drei, so würde dieser Computer „abgewählt“ werden und nicht mehr zur Steuerung des Orbiters herangezogen. Auf dem fünften Computer im System läuft eine Kontrollsoftware eines anderen Hersteller und soll so sicherstellen, dass im Falle eines gravierenden Problems mit der Software der vier anderen Computer das Shuttle sicher kontrolliert werden kann. Insgesamt vollführt jeder einzelne Computer während der kritischen Flugphasen etwa 350.000 Kommandos pro Sekunde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald das Shuttle sicher in der Umlaufbahn angekommen ist, konfiguriert die Besatzung die Computer so um, dass zwei der fünf Computer die On-Orbit-Software laufen lassen und ein Dritter, falls erforderlich, die Nutzlast kontrolliert. Die restlichen Computer werden für die Arbeiten in der Umlaufbahn nicht benötigt und dienen als Reserve.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15072011234158_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/15072011234158_small_2.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption> Die gemeinsame Pressekonferenz  <br> (Bild: NASA) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Computerprobleme behoben waren, widmete sich die Besatzung wieder den Transferarbeiten. Nach Abschluss des Tages war die Besatzung genau im Zeitplan mit dem Ent- und Beladen des Multi Purpose Logistics Modul (MPLM) und des Zwischendecks des Space Shuttles. Die Besatzung der Internationalen Raumstation teilte während des Tages der Bodenkontrolle in Houston mit das es langsam Eng auf der Station wird, da jeder freie Winkel als Stauraum genutzt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Transferarbeiten nahm sich die Besatzung der Atlantis noch Zeit für Interviews. Zusätzlich gab es heute die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz, bei der sich alle Astronauten zusammenfanden und Fragen von Reporten, die sich an den verschiedensten Zentren der NASA und der japanischen Weltraumbehörde versammelt hatten, zu beantworten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende des Tages gab es noch ein besonderes Event für die Astronauten. Der amerikanische Präsident Barack Obama nutzte die Gelegenheit, um mit den beiden Besatzungen zu sprechen. Er bekräftigte noch einmal sein Vorhaben die bemannte Erkundung des Sonnensystems voranzutreiben und versprach, dass das Ende des Space-Shuttle-Programms nicht das Ende der Ambitionen der USA im All bedeutet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besatzung soll um 05:29 Uhr MESZ geweckt werden und damit ihren neunten Flugtag beginnen. Die Crew wird sich den ganzen Tag voll auf den Transfer von Ausrüstung widmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10034.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">STS-135 &#8211; Mission und Landung</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9885.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">STS-135 &#8211; Countdown und Start</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/besatzung-der-atlantis-behebt-computerproblem/" data-wpel-link="internal">Besatzung der Atlantis behebt Computerproblem</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-07-18-93023.mp3" length="6178670" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Der letzte Start der Atlantis im europäischen Astronautenzentrum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/der-letzte-start-der-atlantis-im-europaeischen-astronautenzentrum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantis]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Messerschmid]]></category>
		<category><![CDATA[Paolo Nespoli]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<category><![CDATA[Ulf Merbold]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=77616</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 8. Juli 2011 hob die US-Raumfähre Atlantis zum letzten Flug des Space-Shuttle-Programms ab. Raumfahrer.net begleitete den Start vom europäischen Astronautenzentrum in Köln aus. Zum Ende des US-Amerikanischen Shuttle-Programms veranstaltete die europäische Raumfahrtagentur ESA in Köln ein Presseevent mit verschiedenen Astronauten der europäischen Raumfahrt. Im Mittelpunkt stand der letzte Shuttle-Start mit dem Orbiter Atlantis, der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-letzte-start-der-atlantis-im-europaeischen-astronautenzentrum/" data-wpel-link="internal">Der letzte Start der Atlantis im europäischen Astronautenzentrum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 8. Juli 2011 hob die US-Raumfähre Atlantis zum letzten Flug des Space-Shuttle-Programms ab. Raumfahrer.net begleitete den Start vom europäischen Astronautenzentrum in Köln aus.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Ende des US-Amerikanischen Shuttle-Programms veranstaltete die europäische Raumfahrtagentur ESA in Köln ein Presseevent mit verschiedenen Astronauten der europäischen Raumfahrt. Im Mittelpunkt stand der letzte Shuttle-Start mit dem Orbiter Atlantis, der letzten Mission STS-135.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung wurde von Dr. Martin Zell eröffnet, dem ESA-Bereichsleiter für Astronauten und ISS-Nutzung, der die versammelten Medienvertreter begrüßte. Er berichtete über die jüngsten Erfolge der bemannten Raumfahrt in Europa, wie beispielsweise die Missionen von Paolo Nespoli, der im Mai dieses Jahres zur Erde zurückgekehrt war, oder die von Roberto Vittori, der auf dem letzten Flug der Endeavour als Missionsspezialist dabei war. Danach sprach er vom Ende des Shuttle- Programms. So war STS-135 definitiv der letzte Flug, ein Grund mehr, ein derartiges Event zu veranstalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Begrüßung der anwesenden Astronauten Dr. Ulf Merbold, Prof. Dr. Ernst Messerschmid, Dr. André Kuipers, Frank de Winne, Dr. Alexander Gerst sowie Paolo Nespoli übergab er letzterem das Wort, welcher von seinem eigenen Flug zur Internationalen Raumstation ISS berichtete. Beispielsweise erzählte er von emotionalen Momenten, zu denen beispielsweise das Öffnen von Luken zu Besuchsbesatzungen gehört. Jedoch blieb ihm für diese Erzählungen nicht viel Zeit, da die Atlantis in den Startlöchern stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nespoli erwies sich als ausgezeichneter Startkommentator und erklärte in den letzten Minuten vor dem Start hervorragend wie dieser denn funktioniere. Kleinere Probleme während des Startverlaufs wurden von den anwesenden Fachleuten verständlich erklärt. Als die US-Raumfähre dann zu ihrem letzten Flug aufbrach, war die Stimmung im Astronautenzentrum wie bei einem Fußballspiel, nach der erfolgten Tankabtrennung gab es tobenden Applaus.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/paolo_nespoli_starterklaerung_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="155" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/paolo_nespoli_starterklaerung.jpg" alt="" class="wp-image-78871"/></a><figcaption>Paolo Nespoli erklärt den Start<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an den erfolgten Start war Gelegenheit für Fernsehteams und Reportern zu Gesprächen und Einzelinterviews mit den Astronauten. Auch Raumfahrer.net führte mit den Astronauten sehr interessante, detailreiche Gespräche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli berichtet von seiner ISS-Mission</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Paolo Nespoli ist im Mai 2011 von seiner 5-monatigen Mission mit dem Namen MagISStra zurückgekehrt. Die Erfahrungen seines Fluges und mehr schilderte er wie folgt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Sie haben die Internationale Raumstation ISS von der Sojus aus fotografiert. Konnten Sie die atemberaubende Aussicht genießen oder waren Sie zu sehr darauf konzentriert, Fotos und Videos anzufertigen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Dort hinaufzugehen und zu fotografieren war nicht so einfach, es war nicht so, als ob man da reingehen würde und Fotos machen könnte. Wir mussten mehrere Dinge tun, damit dies möglich war. Es war zum einen aus technischer Sicht kompliziert, zum anderen gab es auch Sicherheitsprobleme. Wir waren alle besorgt, ob ich das tun könnte, ohne das Raumschiff irgendwie zu beschädigen. Als ich dann endlich hinauf gehen und mich auf die Fotos konzentrieren konnte, schaute ich kurz auf die Station und es war wirklich überwältigend und atemberaubend. Ich entschied mich dann, nicht mehr als ein paar Sekunden zu schauen, weil ich ansonsten die Aufgabe Fotos zu machen gestört hätte, welche sehr schwierig war. Es war nicht einfach ein Foto machen, denn wir mussten die Aufnahmen mit verschiedenen Methoden anfertigen. Außerdem bewegte sich die Station und ich musste außerdem Videos aufnehmen. Ich musste deswegen abwechselnd fotografieren und filmen, es gab also eine Menge zu tun. Dabei halfen mir meine Kollegen und der Bodenkontrolle, die mit mir sprachen. Es war sehr interessant. Als sich das Ganze dem Ende zuneigte, kam der Sonnenuntergang, so dass die Station quasi aus dem Blickfeld verschwand. Wenn ich aber durch die Kamera schaute, konnte ich die Station immer noch sehen. Das war erstaunlich, weil es wie ein Zaubertrick aussah. Wenn ich mich bewegte, sah ich abwechselnd die Station und dann wieder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Als sie dann wieder in das Rückkehrmodul zurückkehren mussten, wie haben Sie sich da gefühlt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Wir waren unter Zeitdruck, weil wir die Wiedereintrittsprozedur wieder aufnehmen mussten. Dies musste zu einem exakten Zeitpunkt geschehen. Wir hatten auch das Problem, dass wir einige Drucksiegel, die wir eigentlich schon geprüft hatten, wieder gebrochen hatten, so dass wir alles erneut machen mussten, um wieder dahin zu kommen, wo wir vorher waren. Im Normalfall macht man diese Prozedur, während man noch mit der Station verbunden ist, so dass man im Falle eines Fehlers wieder zurückgehen könnte. Da wir jetzt aber schon abgekoppelt hatten, dachten wir ein bisschen, was würde passieren, wenn die Tests fehlschlagen würden. Wir gingen also schnell in das Rückkehrmodul zurück, schlossen alle Luken, legten die Handschuhe wieder an und führten alle Dichtigkeitstests erneut durch. Es war also sehr hektisch, während wir prüften, ob alles in Ordnung war. Danach hatten wir anderthalb oder zwei Stunden Zeit. Wir saßen dann da in der Sojus, reflektierten unsere 6-monatige Zeit im All und dachten darüber nach, was kommt, also der Wiedereintritt, welcher ein sehr rasanter Moment ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Während ihrer Mission gab es eine Menge Transportraumschiffe, die ankommen, so dass es eine Menge Inventarverwaltung, wofür Sie zuständig waren. Dabei gab es auch Probleme, Dinge zu finden. War es schwierig, dabei den Überblick zu behalten?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Während der Mission kamen nahezu alle vorhanden Fahrzeuge an, so dass es eine Menge Nachschub und Material gab. Zur gleichen Zeit mussten aber auch viele Dinge entsorgt werden. Dies zu bewerkstelligen, war eine große Herausforderung. Sie müssen sich das so vorstellen, dass jeden Monat ein großer LKW in ihre Garage fährt. Diesen LKW müssen sie entladen und alles so einsortieren, dass Sie es wiederfinden. Dies ist eine der schwierigsten Aufgaben auf der Raumstation. Wir haben einige Probleme damit und es gibt immer noch Sachen, die wir nicht finden können. Gerade heute Morgen habe ich eine E-Mail von Mike Fossum aus dem All bekommen, ob ich mich erinnere wo der eine Gegenstand wäre. Ich habe ihm geantwortet und dann hat er es gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Was war das genau?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Vor zwei Tagen haben sie nach einem Kabel für eine Kamera gesucht, heute war es ein Computer. Das sind kleine Dinge, aber es ist wirklich eine Herausforderung, das zu verstehen und einen Weg zu finden, so zusammenarbeiten. Und aus diesem Grund haben wir Raumstation, so dass wir die Dinge besser gestalten können. Ich würde sagen, dass ich am Ende überrascht war, weil Dinge verloren gingen und wir sie nicht wiederfinden konnten. Aber im Wesentlichen ist das eine unbedeutende Sache. Wir können weiterhin jeden Tag zehn, zwölf oder vierzehn Stunden mit der Ausrüstung arbeiten, die wir brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Bei der letzten Sojus-Mission, die die Station erreichte, konnten sie ihre Schuhe nicht finden, wodurch sie ihre Trainingsaufgaben nicht durchführen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Ja, das passiert. Ich würde aber nicht sagen, dass das die Normalität ist, aber wenn man viele tausende Dinge transportiert und manche von diesen in anderen Nationen hergestellt werden, dann müssen sie nach Russland geliefert werden und dort nach Moskau gebracht werden. Von da aus werden sie nach Baikonur in Kasachstan gebracht und dort ins Raumschiff verladen. Bei so einem komplexen Prozess kann das schonmal passieren. Mittlerweile haben sie die Schuhe übrigens gefunden. Was sie nicht herausfinden konnten war, wo sie waren. Aber manchmal ist das einfach so. Ich habe auch manchmal einfach etwas in Node 2 abgelegt und dann weitergearbeitet. Hinterher wusste ich nicht mehr genau, wo ich es hingelegt hatte. Ein anderes Problem ist, dass wir jetzt in drei Dimensionen arbeiten, so dass wir nicht mehr nur links, rechts, vorne und hinten haben, sondern auch oben und unten. Auch ist es so, dass man manchmal etwas in einen Schrank packen möchte, dort aber schon eine Menge drin ist. Dann funktioniert das nicht und man muss erst Gegenstände herausräumen und hinterher alles wieder einräumen. Wenn man dann weiterarbeiten will, sieht man plötzlich, dass noch etwas herumschwebt und dann stopft man es schnell dazu. Und dann ist da nochwas und so weiter. Das passiert relativ häufig. Manchmal ist es auch so, dass man etwas fertigstellt und zwei Stunden später vorbeikommt und sieht, wie etwas herumschwebt und es so aussieht, als ob es dazu gehören würde. Die Schwerelosigkeit spielt eine Menge Tricks und es hilft beim Verstauen nicht wirklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vor einiger Zeit mussten die Stationslaptops neu konfiguriert werden. Dabei schwebten im Destiny-Modul eine Menge Kabel umher. Kann man dabei den Überblick behalten?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Das mit den Kabeln ist ein Problem, dass wir auf dem Boden nicht haben, dort oben haben sie ihr „eigenes Leben“. Wenn ich hier ein Kabel auf den Boden lege, dann bleibt das da liegen. Auf der Station würde es nicht da bleiben. Außerdem haben wir eine Kraft, so dass es lustig ist, dass wenn man ein Kabel mit einem Computer verbindet und dieses Kabel dann den Computer wegzieht. Alle diese Dinge spielen Tricks, die man alle lernen muss. Die Dinge zu befestigen oder irgendetwas zu tun, dauert viel länger als auf der Erde. Das interessante ist, dass wir hochfliegen, uns an die Umgebung anpassen und mit neuen Lösungen zurückkehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Wie lange braucht man, um sich an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nespoli:</strong>&nbsp;Um sich an die Umgebung anzupassen, benötigt man nur ein paar Tage, zwei oder drei. Aber bis man sich wirklich zuhause fühlt, wenn man etwas isst oder trinkt, wenn man auf die Toilette geht oder wenn man schläft oder arbeitetet braucht man einen oder anderthalb Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frank de Winne als ISS-Kommandant</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/paolo_nespoli_interview_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="240" height="180" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/paolo_nespoli_interview.jpg" alt="" class="wp-image-78872"/></a><figcaption>Nespoli im Interview<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Schon länger wieder auf der Erde ist Frank de Winne. Der 50-jährige Belgier war im Dezember 2009 von seiner ISS-Mission zurückgekehrt. Dort war er als Kommandant der Expedition 21 im Einsatz. Wie das Leben als ISS-Commander so ist, berichtete er mit folgenden Worten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Herzlichen Glückwunsch zu ihrem erfolgreichen Flug als erster europäischer ISS-Kommandanten. Dazu eine Frage: Wie unterscheiden sich die Aufgaben eines Kommandanten von denen der Flugingenieure?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Die tägliche Arbeit eines Kommandanten ist genau genommen vergleichbar zu der eines Flugingenieurs. Die Rolle des Kommandanten zeigt sich im Notfall, also wenn etwas schiefläuft. Dann kann er die Entscheidungen treffen. Im Normalfall entscheidet die Bodenkontrolle, wie die Arbeit an Bord organisiert wird. Aber wenn ein Notfall eintritt, geht diese Autorität automatisch auf den Kommandanten über und dann trägt dieser wirklich die Verantwortung. Außerdem ist der Kommandant dafür zuständig, dass das Klima an Bord der Raumstation, also der Weg wie Menschen untereinander und mit der Bodenkontrolle zusammen arbeiten, optimal ist, so dass jeder sein Bestes geben kann. Man ist also auch ein bisschen Trainer und Psychologe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Können Sie ein Beispiel dafür geben, in welchen Situationen der Kommandant Entscheidungen treffen muss?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Ja, in drei verschiedenen Notfällen hat der Kommandant zu entscheiden. Feuer, Druckverlust, also wenn ein Leck in der Station ist und die Atmosphäre ausströmt und wenn die Atmosphäre innerhalb der ISS giftig wird. In diesen Fällen gibt es einen Alarm und der Kommandant erhält die Entscheidungsmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Sie waren einer der ersten Astronauten, der Mitglied einer Sechs-Personen-Crew auf der ISS war. Inwiefern unterscheidet sich das zu einer Drei-Personen-Crew?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Ich denke, dass die Sechs-Personen-Crew sehr gut war und dass sich so sehr gut arbeiten ließ. Denn mit sechs Personen gibt es mehr Zusammenarbeit zwischen den Crewmitgliedern, sie ist unterschiedlicher, weil es immer fünf andere gibt, mit denen sich arbeiten lässt. Es gibt immer einen, der gerade nichts zu tun hat oder mit dem man reden kann. Für uns ließ es sich sehr gut arbeiten. Am Anfang dachten wir, dass es ein Problem mit den limitierten Kommunikationsmöglichkeiten zum Boden und mit den Ressourcen geben könnte, aber am Ende war es sehr gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Als ein europäischer Astronaut waren Sie sozusagen zwischen dem russischen und dem US-Amerikanischen Segment. Wo haben Sie mehr gearbeitet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Heutzutage sind Europäer, die zur ISS fliegen Teil des westlichen Segment, dem USOS-Teil. Columbus ist auch an diesen angekoppelt. Deshalb liegen unsere Aufgaben als Astronauten hauptsächlich in diesem Segment, aber wir verbringen auch viel Zeit mit unseren russischen Kollegen, so wird zum Beispiel das Frühstück und das Mittagessen immer im russischen Segment eingenommen. Außerdem gab es Cupola noch nicht, so dass sich die einzigen Fenster für die Erdbeobachtung im russischen Segment befanden. Deswegen waren wir sehr viel mit unseren russischen Kollegen in diesem Segment.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Wie war das während eines Shuttleflugs? Gab es da keine Probleme mit dem Platz im russischen Segment?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Auf unserem Flug war es so, dass wir das Frühstück und das Mittagessen immer im russischen Segment eingenommen haben und das Abendessen immer im amerikanischen Teil stattfand. Dies hat sich auch während eines Shuttleflugs nicht geändert, denn während eines Tages waren wir sehr beschäftigt, so dass wir im russischen Segment gegessen haben und die Shuttle-Crew im Shuttle. Abends haben wir dann nach der Arbeit im Unity-Modul gegessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Stimmt es, dass manche Astronauten für die Sprache auf der ISS das Wort „Runglish“ verwenden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Sobald man oben ist, ist man eine Crew der Internationalen Raumstation. Da kommt es nicht so drauf an, ob man aus den Vereinigten Staaten, Japan, Europa, Kanada oder Russland kommt. In meiner Crew hatten wir Menschen aus all diesen Nationen an Bord. Wir sind eine Crew, da gibt es da kaum Unterschiede. Bei der Sprache war das natürlich anderes. Wenn wir mit unseren amerikanischen Crewmitgliedern gesprochen haben, war das mehr Englisch, mit den russischen mehr Russisch. Wenn wir alle zusammen gesprochen haben, gab das einen Mix, den man wirklich Runglish nennen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Passiert es öfters, dass man bei der Kommunikation mit den Bodenstationen mit der Sprache durcheinander kommt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>De Winne:</strong>&nbsp;Es gibt verschiedene Transportraumschiffe. Und es ist oft so, dass mit einem russischen Transporter amerikanische Ausrüstung hochgebracht wird oder andersherum. Dies muss dann sehr gut zusammen mit dem Boden koordiniert werden. Manchmal ist es so, dass russische Ausrüstung mit dem Shuttle runtergebracht wird oder amerikanische Dinge in die Progress gebracht werden sollen. In diesem Fall versucht man zu übersetzen. Es macht schon Mühe, so zu kommunizieren, aber das ist eigentlich kein Problem, sondern ist nur etwas anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ulf Merbold zur europäischen Perspektive nach dem Shuttle-Ende</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Gespräch mit Ulf Merbold, dem ersten Nicht-Amerikaner, der in einem Space-Shuttle mitfliegen konnte, sprachen wir über die Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Herr Merbold, Sie sind schon vor geraumer Zeit mit dem Shuttle geflogen? Die Fernsehaufnahmen von damals sind schon historisch. Wo sehen sie die Unterschied zwischen damals und heute?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nun, ich war der erste Nicht-Amerikaner, den die Amerikaner im Shuttle mitgenommen haben. Die Änderungen, die wir heute erleben, sind ja sehr traurig. Wir erlebten gerade den letzten Start des Shuttle-Programms nach 30 Jahren Hier hören die Amerikaner auf und machen sich für eine noch nicht absehbare Zeit davon abhängig, dass die Russen ihnen in die Umlaufbahn verhelfen. Und ich wünschte, wir Europäer würden daraus die Lehre ziehen, schleunigst was eigenes zu bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;War die ESA in der Vergangenheit nur der kleine Bruder der NASA und werden die Probleme der Nasa jetzt auch die ESA treffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Ich möchte hier nicht die Amerikaner kritisieren, die werden ihre Gründe haben. Der Shuttle Betrieb war teuer und wenn aus 135 Flügen zwei in die Katastrophe führen, muß man auch sagen, dass es nicht ausreichend sicher ist. Aber die Europäer, ohne eigenes Fahrzeug sind bis dato Junior-Partner; wir sind so im Grunde verzichtbar. Wir sind sehr gut, wenn es darum geht, im Weltraum wissenschaftliche Experimente erfolgreich durchzuführen, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, aber wir brauchen die anderen als Crew-Transporteure, um in die Umlaufbahn zu gelangen und von dort aus sicher zurückzukehren. Und da denke ich, wird es jetzt langsam Zeit, dass wir uns in Europa die Fähigkeit selber erarbeiten, auch ohne deren Hilfe dort hinzukommen. Und vor allem hätten wir jetzt mit dem ATV ein europäisches Raumschiff, die Gebrauchsfähigkeit der Station signifikant zu erhöhen. Denn diese nimmt jetzt Schaden, weil im weiteren nur noch die Sojus in der Lage ist, irgendetwas zurückzuholen und das ist ja so gut wie nichts, die Sojus ist viel zu eng und zu klein, um größere Geräte, Proben oder Material zur Erde zurückzubringen. ATV wäre ja dreimal so groß als die Sojus. So wie man aus der Progress die Sojus gemacht hat oder umgekehrt, könnte man auch aus dem ATV ein bemanntes Raumschiff bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Würden die Amerikaner lieber bei den Europäern einen Sitzplatz kaufen als bei den Russen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nein, das glaub ich nicht, inzwischen ist man doch gut miteinander vertraut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Raumfahrtprojekte sind immer mit viel Planungs- und Organisationsarbeit verbunden. Muß die Perspektive dann nicht mehr auf 2020-2030 ausgerichtet sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Ich denke, wir könnten das ARV sehr viel schneller realisieren Die Aufgabe des Rendezvous und Docking ist gelöst, das kann das ATV sehr sicher und präzise, die Rückkehrfähigkeit wäre für uns was Neues, Lebenserhaltungssysteme haben wir schon gebaut im Spacelab und in Columbus. Es geht also nicht mehr um Technik, sondern ist nur noch eine Frage des politischen Wollens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Was denken Sie über die Diskussion LEO versus BEO-Exploration?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Mittelfristig sollte es für uns eine Herausforderung bleiben, was unsere Altvorderen gemacht haben, weiterzuführen. Es läßt sich nicht leugnen, dass viele Teile des heutigen Weltbildes von Entdeckern an die Gesellschaft zurückgebracht wurden: Einsichten über die Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers, über Geographie, Klima, über Tiere, Pflanzen, Kulturen durch Entdecker wie Columbus oder Marco Polo, Livingstone, Amundsen und Scott. Warum sollten wir jetzt sagen, wir wissen alles und gehen nicht mehr weiter. In meinen Augen ist es unsere Aufgabe, das fortzusetzen und das kann ja nur bedeuten, das weitere Planetensystem zu erforschen, aber für die nahe Zukunft, da sollten wir die Investition, die wir mit der Raumstation getätigt haben, auch sinnvoll nutzen, um diese große Station, die ja nun dreimal so groß ist wie die MIR, um sie als wissenschaftliches Labor auch zu nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Halten sie die Lebenszeit der ISS auf 2020 für begrenzt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>Das kann man noch nicht wissen. Man kann Teile, die altern, nach und nach ersetzen und laufend modernisieren. Das setzt jedoch die logistische Fähigkeit voraus, Menschen und Dinge dort hin zu bringen oder wieder zur Erde zurückzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Ist das Shuttle nach 30 Jahren zu alt geworden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Merbold:</strong>&nbsp;Nein, das Shuttle ist nicht zu alt, es ist jetzt auch so sicher wie es vorher noch nie war. Ob es sicher genug ist, ist nochmal eine andere Frage und es sind die Kosten, warum die Amerikaner damit aufhören wollen. Aber es würde mich nichts davon abhalten, mich in ein Shuttle zu setzen!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net:</strong>&nbsp;Vielen Dank für das Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ernst Messerschmidt über das Ende des Shuttle-Programms</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ernst_messerschmid_big.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ernst_messerschmid_big.jpg" alt="" class="wp-image-78865"/></a><figcaption>Ernst Messerschmid<br>(Bild: Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ernst Messerschmid flog mit dem US Shuttle als Wissenschaftsastronaut, als das Shuttle noch selbst mit dem Spacelab als Forschungsstation ausgerüstet war. Seit der Zeit sind viele Jahre vergangen, in der das Shuttle die Grundlage der bemannten Raumfahrt bildete. Raumfahrt und deren Weiterentwicklung muss das Ziel verfolgen, die Sicherheit und Zuverlässigkeit zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er betonte vor allem, dass uns bewusst sein sollte, dass Wissen und Können Hand in Hand gehen. Wissen ist zwar archivierbar, aber Können nicht und so werden uns mit dem Ende des Shuttles das Können und viele Fähigkeiten verloren gehen. Das Shuttle war eine technische Errungenschaft, die nunmehr eine große Lücke hinterlassen wird.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/der-letzte-start-der-atlantis-im-europaeischen-astronautenzentrum/" data-wpel-link="internal">Der letzte Start der Atlantis im europäischen Astronautenzentrum</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ESTEC-Veranstaltung in Noordwijk zum letzten Shuttle-Start</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/estec-veranstaltung-in-noordwijk-zum-letzten-shuttle-start/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[ESTEC]]></category>
		<category><![CDATA[Space Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Reiter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=77614</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zum letzten Start eines Space Shuttle haben am 8. Juli 2011 mehrere ESA-Standorte zu Veranstaltungen eingeladen, so auch ESTEC im niederländischen Noordwijk. Die Gäste waren unter anderem ehemalige und heutige ESTEC-Mitarbeiter, niederländische Schüler, Angehörige der US-Botschaft in den Niederlanden und Vertreter verschiedener Medien. Prominente Teilnehmer waren der niederländische Spacelab-Astronaut Wubbo Ockels sowie ESA-Raumfahrer Thomas Reiter. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/estec-veranstaltung-in-noordwijk-zum-letzten-shuttle-start/" data-wpel-link="internal">ESTEC-Veranstaltung in Noordwijk zum letzten Shuttle-Start</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Zum letzten Start eines Space Shuttle haben am 8. Juli 2011 mehrere ESA-Standorte zu Veranstaltungen eingeladen, so auch ESTEC im niederländischen Noordwijk.</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01.jpg" alt="" class="wp-image-79200" width="500" height="375" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01.jpg 1000w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01-300x225.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01-768x576.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-nasa-tv01-600x450.jpg 600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption>Die Übertragung des Starts durch NASA-TV war auf einer Leinwand zu sehen.<br>(Bild: Kirsten Müller, Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gäste waren unter anderem ehemalige und heutige ESTEC-Mitarbeiter, niederländische Schüler, Angehörige der US-Botschaft in den Niederlanden und Vertreter verschiedener Medien. Prominente Teilnehmer waren der niederländische Spacelab-Astronaut Wubbo Ockels sowie ESA-Raumfahrer Thomas Reiter. Wubbo Ockels ist der einzige Niederländer mit&nbsp;<em>Space Shuttle</em>-Erfahrung (STS 61A/<em>Challenger</em>), der Deutsche Thomas Reiter hingegen verfügt sowohl über Erfahrungen mit der russischen Raumstation&nbsp;<em>Mir&nbsp;</em>(Sojus-TM 22/<em>Mir&nbsp;</em>20, 1995-96) als auch mit&nbsp;<em>ISS&nbsp;</em>und&nbsp;<em>Space Shuttle</em>&nbsp;(STS 121/<em>ISS&nbsp;</em>13/<em>ISS&nbsp;</em>14/STS 116, 2006).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Worte an das Publikum richtete Thomas Reiter, der kurze Informationen gab zum Shuttle und zu Europas Rolle im&nbsp;<em>ISS</em>-Programm. Das Shuttle konnte pro Flug 20 Tonnen Masse in den Weltraum und zurück bringen. Sobald sich das Ende des Programmes abzeichnete, fing man an, die logistische Planung nach und nach darauf abzustimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausführlicher berichtete Daniel Laurini, Leiter der Abteilung für Entwicklungs- und Zukunftsprojekte im ESA-Direktorat für bemannte Raumfahrt. In den 60er Jahren fing man schon an, sich über ein wiederverwendbares Raumfahrtsystem Gedanken zu machen. 1972 fing man konkret mit der Entwicklung des Shuttles an. Am 12. April 1981 wurde mit John Young und Robert Crippen STS 1 (<em>Columbia</em>) gestartet, der erste von insgesamt 135 Shuttle-Flügen. Erster Europäer, der an einem Shuttle-Flug teilnahm, war in November/Dezember 1983 der Deutsche Ulf Merbold auf der Mission STS 9/<em>Spacelab&nbsp;</em>1 (<em>Columbia</em>). Insgesamt nahmen 24 Westeuropäer an sowohl europäisch als auch national gesponsorten Space-Shuttle-Missionen teil. Außerdem flog auf insgesamt 86 Flügen ESA-Hardware mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Beitrag Europas am&nbsp;<em>Space Shuttle</em>-Programm war das&nbsp;<em>Spacelab</em>. Die Vereinbarung zwischen der ESRO (European Space Research Organisation, Vorgängerorganisation der ESA) und der NASA zur Zusammenarbeit im&nbsp;<em>Spacelab</em>-Programm wurde am 24. September 1973 in Washington D.C. unterschrieben. Das&nbsp;<em>Spacelab&nbsp;</em>selbst bestand aus 5 &#8222;pallets&#8220;: zwei Wohnmodulen, wovon jeweils eines bei einem Flug eingesetzt werden konnte, zwei „igloos“ und ein Instrument Pointing Subsystem (IPS) außerhalb des bemannten&nbsp;<em>Spacelab</em>-Moduls, mit dem man punktgenaue Messungen an der Erde, der Sonne oder anderen Himmelskörpern vornehmen kann. Die Teile wurden in verschiedenen Kombinationen geflogen. Zwischen 1983 und 1998 wurden auf 22 Shuttle-Missionen Spacelab-Komponenten eingesetzt. Auch hat Europa andere Beiträge zum&nbsp;<em>Space Shuttle</em>-Programm geleistet, so dass insgesamt auf 86 Flügen europäische Hardware an Bord war. Zur&nbsp;<em>ISS&nbsp;</em>trugen die ESA-Mitgliedsländer hauptsächlich das&nbsp;<em>Columbus</em>-Modul,&nbsp;<em>Harmony&nbsp;</em>(Node 2) und&nbsp;<em>Tranquility&nbsp;</em>(Node 3),&nbsp;<em>Cupola</em>, das Permanent Multipurpose Module&nbsp;<em>Leonardo&nbsp;</em>(PMM), das Automatic Transfer Vehicle (ATV) und den European Robotic Arm (ERA) bei, außerdem zwei Sätze Solarzellen und die Faint Object Camera (FOC). In der Zukunft könnte sich die ESA vielleicht an der Entwicklung des Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) der NASA beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nächster Programmpunkt war eine Frage-und-Antwort-Session von Thomas Reiter mit einer Gruppe eingeladener Kinder. Über die Schwerelosigkeit berichtete er, es dauere eine Weile, sich daran zu gewöhnen. Sei man aber erstmal dran gewöhnt, dann mache es richtig Spass. Eine Frage galt der Möglichkeit, ab 2014 für 65.000 Euro (95.000 US-Dollar) von Curaçao (Niederländische Antillen) aus kommerzielle Flüge in den Weltraum zu machen. Das findet Reiter, wie er sagt, “phantastisch”. Über die Zukunftspläne der ESA konnte er nichts allzu Genaues sagen. Hätte er jedoch die Chance, nochmal in den Weltraum zu fliegen, und könne er sich sein Ziel aussuchen, so würde er sich für den Mond entscheiden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01.jpg" alt="" class="wp-image-79201" width="500" height="375" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01.jpg 1000w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01-300x225.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01-768x576.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-reiter-fragestunde01-600x450.jpg 600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption>Thomas Reiter beantwortet Fragen niederländischer Schüler<br>(Bild: Kirsten Müller, Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ging Reiter auf die Unterschiede zwischen dem Fliegen im Shuttle und in der&nbsp;<em>Sojus&nbsp;</em>ein. Beim Start eines Shuttle rüttelt es die ersten Minuten, bis die Solid Rocket Boosters abgetrennt sind, ziemlich stark, und wird erst danach etwas sanfter. Der Start der&nbsp;<em>Sojus&nbsp;</em>hingegen fühlt sich die ganze Zeit relativ geschmeidig an. Man fühlt zwar, dass man in den Stuhl gedrückt wird, es rüttelt aber nicht so stark.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Komfort ist beim&nbsp;<em>Space Shuttle</em>&nbsp;größer. Beim Start in einer&nbsp;<em>Sojus&nbsp;</em>teilen sich drei erwachsene Leute einen Raum von 1,2 m<sup>3</sup>, während man im Shuttle bequemer sitzt und mehr Platz hat. Auch die Landung ist beim Shuttle angenehmer. Hier hat man bloss 1,5 g (die anderthalbfache Erdbeschleunigung) auszuhalten, und die Landung ist relativ weich. Bloß ist das Aufstehen nach einiger Zeit in der Schwerelosigkeit ziemlich schwierig. Bei der Landung in der&nbsp;<em>Sojus&nbsp;</em>hingegen sind es 4 g und man landet ziemlich hart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Technik angeht, sind die Russen relativ pragmatisch in ihrer Vorgehensweise. Auf der&nbsp;<em>Mir</em>&nbsp;konnte man Fehler ziemlich schnell reparieren und die Systeme mit relativ einfachen Mitteln am Laufen halten. Das&nbsp;<em>Columbus</em>-Modul hingegen ist vom Bau her ziemlich komplex und auch das Reparieren gestaltet sich etwas schwieriger. Hier sieht man den Unterschied zwischen russischem Pragmatismus und amerikanischem Streben nach Perfektion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber, dass der Shuttle jetzt zum letzten Mal fliegt, ist Reiter zwar ein wenig traurig, er weiß aber, dass dafür ein guter Grund vorhanden ist und halt es heute für die richtige Entscheidung. Die NASA entwickelt neue Systeme, und die Zukunft sieht recht vielversprechend aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die ESA schon lange vom geplanten Ende der Shuttle-Ära wusste, konnte sie ihre logistische Planung darauf einstellen. Die größte Herausforderung besteht aus der jetzt beschränkten Ladekapazität auf Flügen zwischen&nbsp;<em>ISS</em>&nbsp;und Erde, die für Engpässe sorgen könnte. Jedoch besteht im Moment der größte Teil der experimentellen Ergebnisse auf der&nbsp;<em>ISS</em>&nbsp;aus Daten und nicht aus Proben. Sobald z.B. ein System wie die&nbsp;<em>Dragon</em>-Kapsel zur Verfügung steht, wird die ESA dieses nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Frage kam über die zukünftige Annahme von neuen ESA-Astronauten. Letztes Jahr hat es eine neue Gruppe gegeben, aber jetzt? Reiter gab an, dies sei eine politische Entscheidung. Erstmal müssten für die heutigen Astronauten genug Flugmöglichkeiten kommen; jetzt neue Astronauten anzunehmen wäre gegenüber den heutigen ein wenig unfair.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01.jpg" alt="" class="wp-image-79202" width="500" height="452" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01.jpg 1000w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01-300x271.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01-768x694.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/kirsten-mueller-estec-sts-135-start-ockels-fragestunde01-600x542.jpg 600w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption>Wubbo Ockels kommentierte den Start der Atlantis<br>(Bild: Kirsten Müller, Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage eines Kindes, wieso es mehr männliche als weibliche Raumfahrer gebe, beantwortete Reiter damit, dass das heutige Mann-Frau-Zahlenverhältnis im europäischen Astronautenkorps das Verhältnis in den Bewerbungen widerspiegele. Es bewürben sich nun mal mehr Männer als Frauen für diesen Job. Um dies zu verändern, müsse man versuchen, mehr Frauen für Naturwissenschaft und Technik zu interessieren. Der Frage-Antwort-Session mit Thomas Reiter folgte ab etwa 17.15 Uhr MESZ die Live-Übertragung des Countdowns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser wurde kommentiert von Wubbo Ockels, dem einzigen Niederländer mit <em>Space Shuttle</em>-Erfahrung, der sich 2003 aus der aktiven Teilnahme an der Raumfahrt verabschiedet hat und jetzt als Vollzeitprofessor für erneuerbare Energien an der TU Delft arbeitet. Beim Countdown-Stopp bei T-31 Sekunden hielten alle die Luft an. Schließlich erhob sich die Atlantis mit etwa 2 Minuten Verspätung dann aber doch zum letzten Mal in den Weltraum. Die Live-Übertragung blieb bis kurz nach der Abtrennung der SRBs an, und es wurde mit Sekt auf einen erfolgreichen Start und auf das Ende einer Ära in der bemannten Raumfahrt angestoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskussion zu diesem Artikel</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10034.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Atlantis STS 135 &#8211; Mission &amp; Landung</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/estec-veranstaltung-in-noordwijk-zum-letzten-shuttle-start/" data-wpel-link="internal">ESTEC-Veranstaltung in Noordwijk zum letzten Shuttle-Start</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Space Shuttle Atlantis erfolgreich gestartet</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-erfolgreich-gestartet-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 15:43:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantis]]></category>
		<category><![CDATA[KSC]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Shuttle]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=34249</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Space Shuttle Atlantis startete erfolgreich um 17:29 Uhr MESZ zur letzten Mission des Space-Shuttle-Programms. Während der 12-tägigen Mission sollen Ersatzteile und wichtige Ausrüstung zur Station geliefert werden. Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger. Die Wetterprognose zu Beginn des Tages sah eher negativ für einen Start aus. Dennoch entschieden sich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-erfolgreich-gestartet-2/" data-wpel-link="internal">Space Shuttle Atlantis erfolgreich gestartet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Das Space Shuttle Atlantis startete erfolgreich um 17:29 Uhr MESZ zur letzten Mission des Space-Shuttle-Programms. Während der 12-tägigen Mission sollen Ersatzteile und wichtige Ausrüstung zur Station geliefert werden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-07-08-78448.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/201107080016hqnasa2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/201107080016hqnasa260.jpg" alt=""/></a><figcaption>STS-135 startet vom KSC. (Bild: NASA/Bill Ingalls)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wetterprognose zu Beginn des Tages sah eher negativ für einen Start aus. Dennoch entschieden sich die Teams rund um Startdirektor Mike Leinbach und Mike Moses, der das Mission Management Team in Florida leitet, dafür, mit der Befüllung des externen Tanks um 08:01 Uhr MESZ zu beginnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp drei Stunden später um 10:58 Uhr MESZ war die Betankung abgeschlossen und die finalen Vorbereitungen für den Start begannen. Während der Orbiter und seine Systeme einwandfrei funktionierten, richteten sich die Blicke immer wieder auf das Wetter. Zwischenzeitlich rechnete jeder mit einer Verschiebung, doch pünktlich zum Start verbesserte sich die Wetterlage und man konnte grünes Licht geben. Kurz vor dem Start kam dann noch einmal Aufregung auf, als ein Instrument nicht korrekt meldete, dass der sogenannte Oxygen Vent Arm, welcher den verdampften Sauerstoff abführt, vollständig zurückgefahren wurde. Allerdings konnte das Startteam dieses Problem mithilfe von Videokameras schnell beseitigen und mit dem Countdown fortfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um 17:29 Uhr MESZ erhob sich dann, unter dem Jubel von knapp einer Million Menschen am Kennedy Space Center, zum letzten Mal ein Space Shuttle in die Luft und begann den 8½ Minuten dauernden Aufstieg in die Umlaufbahn. Als kleine Geste an das Space-Shuttle-Programm flog an der linken Feststoffrakete ein Bauteil, das auch schon bei der STS-1-Mission zum Einsatz kam. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08072011174304_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08072011174304_small_2.jpg" alt="Nasa" width="260"/></a><figcaption>
Ein Blick ins Startzentrum 
<br>
(Bild: Nasa)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Besatzung, bestehend aus dem Kommandanten Christopher Ferguson, dem Piloten Douglas Hurley und den Missionsspezialisten Sandra Magnus und Rex Walheim beginnt damit eine anstrengende 12-tägige Mission. Aufgrund der reduzierten Besatzungsstärke mussten viele Aufgaben im Vorfeld der Mission umgeplant werden, um den Zeitplan der Besatzung in einem akzeptablen Rahmen zu halten. Da die Atlantis direkt beim ersten Versuch starten konnte, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Mission um einen Tag verlängert werden kann. Dies würde der Besatzung sehr zugute kommen, um alle Missionsziele zu erfüllen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Mission wird auch ein Außenbordeinsatz durchgeführt werden, allerdings von Mitgliedern der Besatzung der Internationalen Raumstation. Hauptziele des Außenbordeinsatzes werden die Montage des defekten Pumpenmoduls, welches im letzten Jahr ausgefallen ist, auf dem Nutzlastträger LMC im Laderaum der Atlantis sowie die Installation der Robotic Refuel Mission (RRM) an der Außenseite der Station sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Atlantis soll am Sonntag an die Internationale Raumstation anlegen und zusammen mit der 28. Langzeitbesatzung die Station auf die Zeit nach dem Space Shuttle vorbereiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9885.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">STS-135 &#8211; Countdown und Start</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/space-shuttle-atlantis-erfolgreich-gestartet-2/" data-wpel-link="internal">Space Shuttle Atlantis erfolgreich gestartet</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-07-08-78448.mp3" length="5335437" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Expedition 28</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/expedition-28/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Module]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Versorgungsfahrzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[ATV-2]]></category>
		<category><![CDATA[MPLM]]></category>
		<category><![CDATA[STS-134]]></category>
		<category><![CDATA[STS-135]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=75365</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mission der ISS-Expedition 28 Mit dem Ablegen von Sojus-TMA 20 begann am 24. Mai 2011 offiziell die viermonatige Dauer der Langzeitbesatzung 28. Erstmalig fand die Abkopplung einer Sojus-Kapsel von der ISS während des Besuches eines Space Shuttles statt. Die STS-134 Mission der Endeavour ging nun mit dem dritten Außenbordeinsatz am 25. Mai 2011 in ihre [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/expedition-28/" data-wpel-link="internal">Expedition 28</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mission der ISS-Expedition 28</h4>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="256" height="373" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-4.png" alt="" class="wp-image-79469" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-4.png 256w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/04/image-4-206x300.png 206w" sizes="(max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ablegen von Sojus-TMA 20 begann am 24. Mai 2011 offiziell die viermonatige Dauer der Langzeitbesatzung 28. Erstmalig fand die Abkopplung einer Sojus-Kapsel von der ISS während des Besuches eines Space Shuttles statt. Die STS-134 Mission der Endeavour ging nun mit dem dritten Außenbordeinsatz am 25. Mai 2011 in ihre zweite Hälfte. Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden Astronauten Andrew Feustel und Mike Fincke zum russischen Sarja-Modul und installierten dort eine Haltevorrichtung für den Roboterarm der Raumstation. Diese Power &amp; Data Grapple Fixture (PDGF) genannte Vorrichtung ermöglicht es dem Roboterarm in Zukunft auch auf die russische Seite der Raumstation zu wechseln, um dort Arbeiten zu erledigen. Beide beendeten anschließend die Installation einer Funkantenne, die bereits während des ersten Außenbordeinsatzes der Mission begonnen wurde. Darauffolgend installierten sie einige Kabel am russischen Segment, um so die Redundanz des Stromsystems zu erhöhen. Als nächstes dokumentierten die Astronauten den Zustand der Steuerdüsen am russischen Segment und schossen zahlreiche Fotos. Zum Abschluss des Außenbordeinsatzes nahm sich Drew Feustel eine Infrarotkamera aus der Luftschleuse und dokumentierte ein Experiment des US Air Force Research Lab, bei dem ein neues System zur Wärmeableitung getestet wird. Mike Fincke installierte unterdessen eine Schutzabdeckung an einem Gas Tank. Nach 6 Stunden und 54 Minuten endete der Einsatz mit der Rückkehr zum Schleusenmodul Quest.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS134_EVA4.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Mike Fincke demontiert die nicht mehr benötigte End Effector Grapple Fixture (EFGF)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei tage später, am 27. Mai 2011, verließen Mike Fincke und Greg Chamitoff für 7 Stunden und 24 Minuten die Raumstation und vollführten den letzten Außenbordeinsatz der STS-134-Mission. Bevor die beiden mit den Arbeiten beginnen konnten, musste das Orbiter Boom Sensor System vom Roboterarm des Space Shuttles an den Stationsarm übergeben werden. Der Fokus während des heutigen Ausstiegs lag hauptsächlich auf dem Orbiter Boom Sensor System, das auf der Trägerstruktur der Raumstation verbleiben soll. Um 07:42 Uhr MESZ war es OBSS sicher festgemacht und markierte nach 13 Jahren Konstruktion die Fertigstellung des amerikanischen Segments der Internationalen Raumstation. Die Außenarbeiter begannen anschließend damit, das OBSS für seine Nutzung mit dem Roboterarm der Raumstation umzurüsten. Hierzu verlegten sie einige Kabel, um am knapp 15 Meter langen Ausleger eine sogenannte Power &amp; Data Grapple Fixture (PDGF) anzubringen. Zuvor mussten sie jedoch erst die nun nicht mehr benötigte End Effector Grapple Fixture (EFGF), mit dem der Roboterarm des Space Shuttles die Funktionen des OBSS steuert, entfernen. Die beiden Systeme sind nicht kompatibel miteinander, was den Austausch notwendig machte. Im Gegensatz zur STS-123-Mission, bei der das OBSS schon einmal an der Raumstation verblieb, legte man bei den heutigen Arbeiten keinen Wert darauf, die Sensorsysteme des OBSS am Leben zu erhalten, da diese nun nicht mehr benötigt werden. Mit Abschluss der Arbeiten am Orbiter Boom Sensor System, wurde das System in Enhanced ISS Boom Assembly umbenannt, da es nun exklusiv von der Raumstation genutzt wird. Während des Einsatzes überschritten die Astronauten die 1.000-Stunden-Marke, die Zeit, die außenbords zu Aufbau und Wartung der Raumstation aufgewandt wurde. Mit diesem Einsatz endete auch die Ära der von Shuttlebesatzungen durchgeführten Außenbordeinsätze.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ec_28_crew_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ec_28_crew.jpg" alt="Besatzungsmitglieder"/></a><figcaption>v.l.: Satoshi Furukawa, Mike Fossum, Ronald Garan, Alexander Samokutajew, Sergej Wolkow und Kommandant Andrej Borissenko<br>Bilder: NASA</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 30. Mai 2011 verließ das Space Shuttle Endeavour zum letztem Mal die Internationale Raumstation. Zuvor hatte die Crew die letzten Tage an Bord der Internationalen Raumstation mit Transfer und Wartungsarbeiten verbracht. Insgesamt arbeiteten die Astronauten über 11 Tage zusammen, an denen sie eine Vielzahl von Arbeiten erledigten und das amerikanische Segment der Station vervollständigten. Pünktlich um 05:55 Uhr MESZ war es dann soweit und die Klammern lösten sich im Andockring der Endeavour. Der Orbiter driftete anschließend für eine knappe halbe Stunde von der Station weg, bevor Pilot Gregory Johnson das Shuttle in den sogenannten Fly-Around kommandierte. Während der Umkreisung der Raumstation, die über eine Stunde dauerte, dokumentierte die Besatzung den äußeren Zustand mit Video und Fotoaufnahmen. Nach Abschluss des Fly-Around zündeten die Steuerdüsen des Space Shuttles, um die Distanz zwischen Orbiter und Station zu vergrößern. Im Gegensatz zu früheren Missionen, wo sich das Shuttle zu diesem Zeitpunkt endgültig von der Raumstation trennte, stand für die Besatzung heute noch ein weiterer Test des neuen Rendezvoussystems STORRM auf dem Plan. Die Erkenntnisse aus STORRM, was für Sensor Test for Orion Relative Navigation Risk Mitigation steht, soll es zukünftigen Raumfahrzeugen einfacher machen an der Internationalen Raumstation anzulegen. Beim heutigen Test entfernte sich das Space Shuttle zuerst so weit von der Raumstation, sodass die STORRM-Sensoren den Komplex nicht mehr erfassen konnten. Anschließend vollführte die Besatzung eine Reihe von Kurskorrekturen, um den Orbiter wieder zurückzubringen und ein weiteres Mal ein Rendezvous mit der Raumstation zu fliegen. Um 10:38 Uhr MESZ zündeten die Steuerdüsen, um die beiden Raumfahrzeuge endgültig voneinander zu trennen. Am 1. Juni 2011 setzte das Space Shuttle Endeavour unter der Kontrolle von Kommandant Mark Kelly sicher um 08:35 Uhr MESZ auf der Ladebahn 15 des Kennedy Space Center auf und beendete damit seine 25. und letzte Mission.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS134_Flyaround.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Mike Fincke und Greg Chamitoff fotografieren die ISS beim Fly-Around<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Abreise des Space-Shuttles Endeavour am 30.Mai 2011 begann für die zurückbleibenden Raumfahrer Andrej Borisjenko, Ronald Garan und Alexander Samokutjajew die normale Arbeit als Dreipersonen-Crew. Dabei ging es hauptsächlich um die Kontrolle der Stationssysteme, die Wartung der Anlagen und die Betreuung von wissenschaftlichen Experimenten. Andrej Borisjenko und Alexander Samokutjajew arbeiteten im russischen Segment. So fotografierten sie die Stationsfenster zu Dokumentationszwecken, entfernten einige Gerätestecker zum Austausch russischer Hardware und betreuten das Pflanzenexperiment Rastenja 2. Hierbei geht es Wissenschaftlern darum, Pflanzenkulturen in der Schwerelosigkeit zu erforschen und sie für künftige Raummissionen zu kultivieren. Während die drei auf die Verstärkung durch die Besatzung von Sojus-TMA 02M, Michael Fossum, Satoshi Furukawa und Sergej Wolkow warteten, führten sie erneut eine Notfallübung für das Verhalten bei schnellem Druckverlust in der Station und weitere Experimente durch. Bei der Notfallausbildung wurden die drei von der Bodenstation angeleitet und machten sich mit den Lagerplätzen der Notfallausrüstung, dessen Gebrauch und den nötigen Verhaltensweisen vertraut. Im Zuge dessen wurde mit dem Experiment BAR gearbeitet, welches Lecks im russischen Segment aufspüren soll.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_Ankunft_SojusTMA02M.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>Die Langzeitbesatzung 28 ist vollständig<br>(Bild: NASA-TV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sojus-TMA 02M startete am 7. Juni 2011 um 22:12 Uhr MESZ von Baikonur planmäßig zur ISS. An Bord ist die Verstärkung der derzeitigen Stammbesatzung 28, Sergej Wolkow, Michael Fossum und Satoshi Furukawa. Mit mehreren Bahnkorrekturmanövern näherte sich das Raumfahrzeug am 9. Juni 2011 der ISS, umkreiste sie kurz und setzte zum Endanflug mit nachfolgender Kopplung an. Die feste Verbindung mit dem Orbitalkomplex konnte gestern um 23:18 Uhr MESZ mit dem Schließen der Andockklammern zwischen den Raumfahrzeugen vollzogen werden. Die Dichtigkeitsprüfung an dem Kopplungsstutzen verlief erfolgreich und so wurden am 10. Juni 2011 um 02:34 Uhr MESZ die Luken geöffnet. Darauf schwebten die drei Neuankömmlinge in die Raumstation und erhielten im Anschluss an die herzliche Begrüßung sofort die vorgeschriebene Sicherheitsunterweisung durch Stationskommandant Andrej Borisjenko. Damit ist die Langzeitbesatzung 28 vollständig und wird ihre gemeinsame Arbeit für drei Monate aufnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Ankunft von Sojus-TMA 02M waren dafür einigen Arbeiten der Nachbereitung nötig. So hat die Besatzung die neu angekommene Sojus in die Systeme der Station eingebunden, es wurden Temperatursensoren eingebaut, Heiz- und Lüftungsschläuche verlegt. Das Ventil zum Druckausgleich zwischen Rasswjet und Sojus wurde in den elektronischen Kontrollmodus zurückgesetzt. Die drei Neuankömmlinge haben in den nächsten zwei Wochen pro Tag jeweils eine Stunde frei, um sich an die Station und die Bedingungen im All zu gewöhnen. Gleich am nächsten Tag stand eine der größten Bahnanhebungen der ISS auf dem Programm. ATV 2 brachte die ISS an diesem Tag mit einer Doppel-Zündung von zwei seiner vier Haupttriebwerke auf eine durchschnittliche Umlaufbahn von 364,8 Kilometer. Mit einem Abstand von vier Stunden erfolgten die 36 und 40 Minuten dauernden Manöver mit einem Höhengewinn von erst 9,2 Kilometern und dann 10,1 Kilometern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_ATV2_Reboost.jpg" alt="ESA"/><figcaption>JoKe beschleunigt die ISS.<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 13. Juni 2011 beging man auf russischer Seite den Feiertag „Tag Russlands“. Die drei Kosmonauten an Bord der ISS hatten deshalb etwas mehr Freizeit zur Verfügung und nahmen an einigen Live-Schaltungen mit der Bodenstation teil. Ansonsten lief das normale Tagesgeschäft, Michael Fossum und Satoshi Furukawa absolvierten ihre erste Sitzung des US-Experimentes Bisphosphonates. Dabei werden spezielle Medikamente eingenommen, um der Verringerung der Knochendichte in der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken und diesen Prozess weiter zu erforschen. Beide Raumfahrer erhielten unterschiedliche Medikamentierungen, so erhält man einen direkten Vergleich auf Basis vorheriger Messungen. Einen Gesamtüberblick des Gesundheitsstatus der Besatzung sammelte Ronald Garan auf einem Stations-Laptop und übermittelte die Daten zur Erde. Da sich die Umlaufbahn der ISS zur Zeit lange im Sonnenlicht (High Solar Beta Angle) befindet, müssen Anlagen und Operationen an und in der ISS sorgfältig auf Überhitzung geprüft werden. So wird zum Beispiel der Backbord Radiator als Schattenspender für den Andockadapter 3 (PMA-3) genutzt. Weiter wurde die Ku-Band Antenne deaktiviert und geparkt. Daher sind in dieser Woche weniger Datentransfers zur Erde möglich und das AMS 2 (Alpha Magnetic Spectrometer 2) kommunizierte per S-Band mit der Bodenstation. Am 15. und am 17. Juni 2011 fanden zwei weitere Bahnanhebungen des Orbitalkomplexes statt. Die Triebwerke von ATV 2 arbeiteten dabei rund 60 Minuten und hoben die mittlere Umlaufbahn der ISS um 17 Kilometer auf insgesamt 381,6 Kilometer an.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_ATV2_Undock.jpg" alt="Roscosmos/NASA"/><figcaption>ATV 2 entfernt sich von der Station<br>(Bild: Roscosmos/NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 20. Juni 2011 begann der letzte Missionsabschnitt von ATV 2 „Johannes Kepler“. Um 16:46 Uhr MESZ koppelte der europäische Raumfrachter planmäßig von der ISS ab, um einen Tag später in einem Gebiet über dem Pazifik wieder in die Atmosphäre der Erde einzutreten, auseinanderzubrechen und zum größten Teil zu verglühen. Seit Februar 2011 war das ATV 2 ein Bestandteil der ISS. Angeliefert hatte das Transportschiff rund 1.170 Kilogramm Trockenfracht, 100 Kilogramm Sauerstoff sowie 851 Kilogramm Treibstoffnachschub für die Tanks der ISS. Außerdem an Bord waren 4.535 Kilogramm Treibstoffe, die das ATV 2 zum Anheben und Justieren der Umlaufbahn der ISS um die Erde eingesetzt hat. Unter den sieben durch das ATV vorgenommenen Bahnanpassungen befand sich auch ein Ausweichmanöver, das aufgrund der Annäherung von Weltraumschrott notwendig geworden war. In den Transportregalen des ATV 2 hatte die Besatzung der ISS nun rund 1.200 Kilogramm Material in Mülltüten und in Form von nicht mehr benötigter Hardware deponiert. Am Abend des 21. Juni 2011 erfolgte der planmäßige Wiedereintritt in die Erdasthmasphäre. Der zerstörerische Wiedereintritt endete genau wie geplant über einem von Menschen nicht bewohnten Pazifikgebiet rund 2.500 Kilometer östlich von Neuseeland, 6.000 Kilometer westlich von Chile und 2.500 Kilometer von Französisch-Polynesien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Juni 2011 erreichte das nächste Versorgungsraumschiff, Progress-M 11M, die Internationale Raumstation. Das Transportraumschiff koppelte automatisch gegen 18:37 Uhr MESZ am hinteren Kopplungsstutzen des Swesda-Moduls an. Progress-M 11M, in der ISS-Versorgung auch 43P genannt, hatte mehr als 2,6 Tonnen Fracht geladen. Diese setzte sich zusammen aus 1.213 Kilogramm Trockenfracht (Ersatzteile, Lebensmittel, Ausrüstungsteile), 990 Kilogramm Treibstoff, 420 Kilogramm Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff. An wissenschaftlicher Nutzlast kam der Mikrosatellit „Chibis“ zur ISS und soll nach dem abkoppeln von Progress-M 11M ausgesetzt werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_ProgrssM11M.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Progress im Anflug<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. Juni 2011 führte die sechsköpfige Besatzung planmäßig eine einstündige Übung durch, für den Fall, dass Feuer auf der Station ausbricht. Bei einem Übungsalarm werden durch Sensoren aufgespürte Rauchentwicklungen, Überhitzung von Geräten und deren Alarme per Software simuliert und entsprechende Com-Verbindungen und Gegenmaßnahmen ohne den wirklichen Einsatz der Feuerausrüstung geprobt. Zu einer Auswertung mit der Bodenstation kam es allerdings nicht, da ein echter Alarm die Arbeit unterbrach. Die Bodenstationen informierten sie über die Annäherung eines unbekannten Stückes Weltraumschrott. Da dieses Objekt zu spät entdeckt wurde, reichte die Zeit nicht mehr, ein sogenanntes DAM (Debris Avoidance Maneuver), also ein Ausweichmanöver der ISS durch Bahnanhebung oder -absenkung, einleiten zu können. Dieses Manöver braucht mehrere Stunden Vorlauf, da dort etliche Aspekte beachtet werden müssen, wie die Berechnung der Brenndauer der Triebwerke oder auch die Koordinierung zwischen den Bodenstationen. Die Kenntnis der gefährlichen Annäherung erhielten die Bahn-Kontrolleure hier unterhalb der 14-Stunden-Marke.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_CsPINS.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Satoshi Furukawa arbeitet an der CBEF (Cell Biology Experiment Facility)<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die berechnete Zeit der nächsten Annäherung auf fast 250 Meter zur Station wurde mit 14:08 Uhr MESZ ermittelt. Die Langzeitbesatzung erhielt daher die Anweisung, 20 Minuten vor der Zeit der dichtesten Annäherung sicherheitshalber die Sojus-Raumschiffe, welche als Rückkehrfahrzeuge oder Notrettungsboote dienen, aufzusuchen. Dort verweilten sie eine habe Stunde, bis die Flugleitung ein „Alles klar“ der Entwarnung durchgab. Nach der Rückkehr in die Station wurden die Arbeiten fortgesetzt und Vorbereitungen für die Space-Shuttle-Mission STS 135 getroffen. Michael Fossum und Satoshi Furukawa übten mit verschiedenen Kameras die Kontrolle des Hitzeschildes der Atlantis während des Rendezvous-Pitch-Manövers (RPM), welches eine volle Drehung des Orbiters um seine Querachse darstellt. Ronald Garan und Michael Fossum bereiteten ihre Ausrüstung für den während der STS-135-Mission stattfindenden Außeneinsatz vor. Ebenso besprachen sie die Prozeduren für diese Außenaktivität mit den Fachleuten am Boden. Dann begaben sich Ronald Garan und Michael Fossum zur Luftschleuse Quest um ihre Ausrüstung für den kommenden Außeneinsatz während STS 135 vorzubereiten. Satoshi Furukawa war dabei unterstützend tätig, da er den Weltraumausstieg vom Inneren der Station per Funk begleiten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Satoshi Furukawa begann in diesen Tagen seine erste Sitzung der BIORHYTHMS genannten Studie, indem er Elektroden und ein Aufzeichnungsgerät für die nächsten 24 Stunden an seinem Körper befestigte. Weiter startete den 2. Teil des japanischen CsPINS-Experimentes, wo das Wachstum von Gurkenkeimlingen und deren Anpassung an die Mikrogravitation erforscht werden soll. Dafür wurden zwei Proben in der CsPINS-Kammer mit Messvorrichtungen versehen und in der CBEF (Cell Biology Experiment Facility) postiert. Es folgte ein 18-stündiger Keimungsprozess mit nachträglicher Kontrolle und Stauung von Proben im Gefrierschrank der ISS, MELFI 1. Die zwei Bahnanhebungen der ISS wurden durch den Progess-Transporter am Heck der Station planmäßig durchgeführt. Die mittlere Höhe der Umlaufbahn betrug nach den Manövern 388,3 Kilometer.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_FD3.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Die Atlantis hat an der ISS angekoppelt<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Juli 2011 erreichte die Atlantis die Internationale Raumstation. Die Atlantis ist damit das erste und letzte Shuttle, das an dieser Raumstation angekoppelt war. An Bord des Space-Shuttle befanden sich vier Astronauten, Kommandant Christopher Ferguson, Pilot Douglas Hurley und die Missionsspezialisten Sandra Magnus und Rex Walheim. Als Hauptfracht war das Multi Purpose Logistics Modul (MPLM) Raffaello, mit mehr als vier Tonnen Versorgungsgütern, in der Nutzlastbucht der Atlantis befestigt. Die finale Phase des Rendezvous begann um 14:29 Uhr MESZ mit dem sogenannten Terminal Initiation Burn (TI-Burn), welcher das Shuttle auf direkten Kurs zur Raumstation brachte. Unterhalb der ISS startete Kommandant Christopher Ferguson das R-Bar Pitch Manöver (RPM), um es der Besatzung der Raumstation zu ermöglichen, Fotos vom Hitzeschild an der Unterseite des Orbiters anzufertigen. Anschließend brachte er den Orbiter direkt vor die Station auf die sogenannte V-Bar. Von dort aus steuerte er sehr vorsichtig das Shuttle zum Andockadapter Nummer 2 und machte hier um 17:07 Uhr MESZ fest. Nachdem eine feste Verbindung zwischen den beiden Raumfahrzeugen hergestellt war, begannen die Dichtheitstests des Andocksystems auf beiden Seiten. Als die Luken zwischen der Station und dem Shuttle geöffnet wurden und sich die beiden Besatzungen begrüßt hatten, begannen auch schon die Transferarbeiten, die den Großteil der Mission ausmachten. Zu den ersten Gegenständen, die transferiert wurden, gehörten unter anderem frisches Essen für die Stationsbesatzung und Werkzeuge, die für den einzigen Außenbordeinsatz der Mission benötigt wurden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_MPLM.jpg" alt="NASA-TV"/><figcaption>Das MPLM am Stationsarm<br>(Bild: NASA-TV)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tag darauf nahmen die Besatzungen das erste Hauptziel der STS-135 Mission in Angriff. Mithilfe des Roboterarms der Raumstation nahmen Sandy Magnus und Doug Hurley das Multi Purpose Logistics Modul (MPLM) aus der Ladebucht des Orbiters. Von dort aus bewegten sie Raffaello an seine Position am Harmony Modul. Nachdem die Besatzung zusammen mit der Bodenkontrolle überprüft hatte, dass das Modul sicher an der Raumstation festgemacht wurde, begannen die Vorbereitungen auf das Öffnen der Luken. Hier zeigte sich wieder die Klasse der Besatzung, denn sie waren zu diesem Zeitpunkt schon fast zwei Stunden vor dem Zeitplan und konnten das Logistikmodul um 18:10 Uhr MESZ öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. Juli 2011 kam es zu dem zweiten wichtigen Event, die ISS-Besatzungsmitglieder Ron Garan und Mike Fossum absolvierten den einzigen Außeneinsatz während der Missionsdauer der Atlantis. Für diesen Einsatz entschieden sich die Spezialisten am Boden das sogenannte ISLE-Protokoll durchzuführen, um so den Stickstoffgehalt im Blut zu senken. Dies ist wichtig für die Astronauten, um der gefährlichen Taucherkrankheit vorzubeugen, bei der aufgrund des geringeren Drucks im Anzug der im Blut gelöste Stickstoff Blasen bildet und so zu Embolien führen kann. Das ISLE-Protokoll, was für In Suit Light Excerise steht, hat gegenüber der sonst üblichen Campout-Prozedur eine kürzere Vorbereitungszeit für die Astronauten. Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden zum defekten Pumpenmodul. Dort lösten die beiden die Halterungen, die das Pumpenmodul mit der externen Lagerplattform Nummer 2 verbanden. Garan griff dann nach dem Modul, hielt es die ganze Zeit über fest, während der Roboterarm ihn zur Ladebucht des Orbiters manövrierte. Dort angekommen installierte er, zusammen mit Mike Fossum, das Pumpenmodul auf der Lightweight Multipurpose Support Structure Carrier (LMC) am Ende der Ladebucht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_EVA1.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Mike Fossum mit dem RRM</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Abschluss der Arbeiten am Pumpenmodul wechselten die beiden die Position und Mike Fossum betrat die Fußhalterung am Roboterarm. Ron Garan löste die Schrauben an der Robotic Refuel Mission (RRM) und übergab dieses an Mike Fossum. Ziel der beiden Astronauten war der kanadische Roboter DEXTRE am amerikanischen Labor Destiny, um dort das RRM zu installieren. Mithilfe der RRM sollen verschiedenste Methoden zur Betankung und Reparatur von Satelliten in der Umlaufbahn demonstriert werden. Damit waren die beiden großen Aufgaben des Tages erfolgreich abgeschlossen und die Astronauten konnten sich den kleineren Tätigkeiten widmen. Ron Garan begab sich zum Express Logistics Carrier 2 (ELC-2), um dort das Materialexperiment MISSE-8 zu öffnen. MISSE-8 wurde bereits von der STS-134 Besatzung im Mai an der ELC-2 angebracht. Mike Fossum begab sich unterdessen auf die russische Seite der Raumstation, um dort am neuen Greifpunkt für den Stationsarm ein Erdungskabel neu zu justieren. Anschließend installierten beide Astronauten noch eine Abdeckung am Pressurized Mating Adapter Nummer 3 (PMA-3). Die Abdeckung soll die Temperatur im Inneren des Adapters senken, um so die Dichtungsringe im Adapter vor zu großer Sonneneinstrahlung zu schützen. Um 21:53 Uhr MESZ endete dann offiziell der Außenbordeinsatz mit einer Gesamtzeit von 6 Stunden und 31 Minuten. Es wird der einzige geplante Einsatz mit amerikanischen Anzügen für fast ein Jahr bleiben. Für Mike Fossum war es sein siebter Einsatz, während Ron Garan seinen vierten Einsatz absolvierte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_MEAL.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Die Besatzungen beim &#8222;The All-American Meal&#8220;<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem sehr erfolgreichen Außenbordeinsatz richtete sich der Fokus der Besatzung nun voll und ganz auf das Multi Purpose Logistics Modul (MPLM). Insgesamt hat die Besatzung während dieser Mission über 4 Tonnen an Ausrüstung, Essen und Ersatzteile zur Raumstation transferiert. Auch die im Zwischendeck des Space Shuttles gelagerten Nachschubgüter wurden in der ISS verstaut. Im Gegenzug wurden nun nicht mehr benötigte Ausrüstung und Müll in das MPLM Raffaello eingelagert und etliche wissenschaftliche Ergebnisse, Nutzlasten und gefrorene Proben in das Zwischendeck der Atlantis verbracht. Aufgrund der Verlängerung der Mission konnten die Planungsteams am Boden auch einige Wartungsarbeiten in den Zeitplan der Besatzung einbauen. So arbeitete Ron Garan am Waste Hygiene Compartment (WHC), der Toilette im amerikanischen Segment, und tausche dort einige Komponenten aus, die das Ende ihrer Laufzeit erreichten und laute Geräusche verursachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abende verbrachten die Besatzungen bei gemeinsamen Abendessen. Dabei standen einige Mahlzeiten unter einem besonderen Motto, zu einem &#8222;The All-American Meal&#8220; lud die Besazung der Atlantis ihre Kollegen von der ISS ein. Gegen Ende der Mission gab es noch ein besonderes Event für die Astronauten. Der amerikanische Präsident Barack Obama nutzte die Gelegenheit, um mit den beiden Besatzungen zu sprechen. Er bekräftigte noch einmal sein Vorhaben die bemannte Erkundung des Sonnensystems voranzutreiben und versprach, dass das Ende des Space-Shuttle-Programms nicht das Ende der Ambitionen der USA im All bedeutet.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_Flagge.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Modell des Space Shuttles und US-Flagge in Node-2</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Den letzten Tag an Bord der Raumstation nutzten die vier Astronauten zusammen mit der 28. Langzeitbesatzung für den Transfer von letzten Gegenständen in das Zwischendeck des Space Shuttle. Nachdem alle Transferarbeiten abgeschlossen waren, übernahm Missionsspezialistin Sandy Magnus die Kontrolle über den Roboterarm der Raumstation und griff am 18. Juli 2011 um 12:09 Uhr MESZ das MPLM. Anschließend sandte die Besatzung Kommandos, um die insgesamt 16 Schraubbolzen, die das MPLM mit der Station verbanden, zu lösen. Diese Operation war um 12:46 Uhr MESZ abgeschlossen und das Logistikmodul konnte sich auf den Weg zur Ladebucht des Space Shuttle machen. Wenig später schlossen sich die Greifhaken in der Ladebucht des Orbiters und verankerten Raffaello sicher für seine Rückkehr zur Erde. Für die Besatzung war damit die Zeit gekommen, um sich von der 28. Langzeitbesatzung zu verabschieden. In einer kleinen Zeremonie überreichte Shuttlekommandant Chris Ferguson der Besatzung der Raumstation ein Modell des Space Shuttles, welches von Management der NASA und den leitenden Flugdirektoren unterschrieben wurde. Das Modell wurde an der Seitenwand des Harmony-Moduls angebracht, um alle zukünftigen Besucher der Raumstation an die Errungenschaften des Space Shuttles zu erinnern. Zusätzlich hinterließ die Shuttlebesatzung eine besondere US-amerikanische Flagge an Bord der Station. Diese Flagge flog 1981 während der ersten Space-Shuttle-Mission STS 1 an Bord der Columbia ins All und wird nun auf der Station verbleiben, bis die Besatzung des nächsten amerikanischen Raumschiffes sie wieder abholt und zur Erde zurückbringt. Gegen Abend schlossen sich ein letztes Mal die Luken zwischen der Raumstation und einem Space Shuttle. Damit endeten fast acht Tage gemeinsamer Arbeit mit der Besatzung der Raumstation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Juli 2011 verließ die Atlantis die ISS. Um 08:28 Uhr MESZ öffneten sich die Klammern im Andockmechanismus des Space Shuttles und gaben es nach acht Tagen wieder frei. Kommandant Chris Ferguson und Pilot Doug Hurley übernahmen die Steuerung über den Orbiter und flogen ihn auf einen Punkt 182 Meter von der Raumstation entfernt. Dort hielten sie für 30 Minuten die Position, während die Raumstation ein ungewohntes Manöver durchführte. Mithilfe der Steuerdüsen am russischen Segment drehte man den Komplex um 90 Grad entlang der Vertikalachse. Die Entscheidung für diese Manöver war getroffen worden, um so Fotos von Teilen der Station zu erhalten, die bisher nicht dokumentiert wurden. Nachdem die Station in Position war, initiierte Doug Hurley dann die Umrundung des Komplexes. Während der nächsten Stunde machte die Besatzung unzählige Fotos von der Außenseite der Station und filmte jeden Winkel. Um 10:18 Uhr MESZ feuerten die Steuerdüsen des Space Shuttles ein weiteres Mal, um so den Orbiter endgültig von der Station zu trennen. Wenig später verschwand die Atlantis dann in der Dunkelheit.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_STS135_Flyaround.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Die ISS von der Seite<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Abreise des Space-Shuttle Atlantis begann auf der ISS das große Aufräumen. Ronald Garan, Michael Fossum und Satoshi Furukawa reinigten und reorganisierten das PMM Leonardo, nachdem die Atlantis etliche Ersatzteile und Versorgungsgüter auf der Station hinterlassen hat. Diese waren zwischenzeitlich provisorisch gestaut worden, um nun einen festen Lagerplatz in dem Modul zu bekommen. Eine Registrierung und Abgleichung mit den Daten auf der Erde fand im stationseigenen Inventar Management System (IMS) statt. Im russischen Stationsteil arbeiteten Andreij Borisenko und Sergei Wolkow mit der BAR-Expert-Hardware. Diese aus einem Laptop und einer Mikro-Videokamera mit flexibler Verlängerungsstange bestehende Gerätschaft wird zur Detektierung von Mikrorissen an unter Druck stehenden Stationsteilen eingesetzt. Dazu werden Umgebungsparameter in weniger zugänglichen Bereichen, wie Luftfeuchtigkeit, Luftbewegungen und Temperaturschwankungen, mit einem Infrarot-Thermometer, dem Thermohygrometer Iva-6A, dem Anemometer-Thermometer TM-2 und dem Leckstellen-Detektor UT2-03 bestimmt und gespeichert. Satoshi Furukawa verbrachte einen Teil seiner Zeit mit dem SHERE II genannten Experiment. SHERE (Shear History Extensional Rheology Experiment) wird dazu genutzt, um Polymerfluide und deren Verhalten bei Verdrehungen und Dehnungen in der Schwerelosigkeit zu erforschen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen bei der Herstellung ohne formgebende Vorrichtungen helfen, da diese als wichtiger Schritt für die Eigenproduktion von Teilen auf zukünftigen autonomen Raumerforschungsmissionen gesehen werden. Weiter soll dieses Wissen für verbesserte Fertigungsverfahren auf der Erde angewandt werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_EVA29.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Sergej Wolkow bei Montagearbeiten<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. August 2011 führten die Kosmonauten Alexander Samokutjajew und Sergej Wolkow einen weiteren russischen Außenbordeinsatz durch. Dabei verließen sie für mehr als sechs Stunden die schützende Raumstation und verrichteten Arbeiten zur weiteren Ausrüstung und dem Ausbau des russischen Stationsteils. Um 16:50 Uhr unserer Zeit, öffnete sich die Ausstiegsluke von Pirs und die beiden Raumfahrer schwebten aus der Station. Sogleich wurde die erste Aufgabe begonnen, der Minisatellit „Kedr“ wurde aktiviert und sollte ausgesetzt werden. Da es einige Probleme mit einer Antenne des Satelliten gab, wurde diese Aufgabe vorläufig gestoppt und „Kedr“ an Pirs gesichert. Die zweite Aufgabe der beiden Außenarbeiter war es, eine Apparatur für Laser-basierte Hochleistungsübertragungen von bis zu 100 Megabytes pro Sekunde an Swesda zu montieren. Sie wurde auf einer universalen Arbeitsplattform hinter den Solarzellen montiert und soll zukünftig Daten russischer Wissenschaftsexperimente zur Erde übertragen. Nach Klärung der Probleme mit einer der beiden Antennen des Minisatelliten „Kedr“ wurde dieser um 20:42 Uhr MESZ ausgesetzt und entfernte sich nach hinten, unten von der ISS. Die Hauptaufgabe des Einsatzes bestand eigentlich darin, den ersten der beiden STRELA-Teleskoparme von Pirs nach Poisk zu versetzen. Dies ist nötig, da das Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs im nächsten Jahr durch das neue russische Labormodul Naúka (sprich Na-u-ka) ersetzt werden soll. Da man zu diesem Zeitpunkt zu weit hinter dem Zeitplan lag, musste diese dreistündige Aktivität gestrichen und auf einen nächsten Einsatz verschoben werden. Dafür kam die Demontage einer KURS-Antenne ins Programm, welche bei der Kopplung des Poisk-Moduls im November 2009 genutzt wurde. Diese Antenne wird nun nicht mehr benötigt und wurde in die ISS gebracht. Von dem russischen Materialexperiment SKK-1 wurden nun einige Fotos zu Dokumentationszwecken angefertigt, auch von einigen Außenpaneelen an Sarja wurden Bilder geschossen. Den Abschluss dieses Außeneinsatzes bildete die Montage des Experimentes BioRisk. Dabei werden drei Zylinder auf einer Plattform an einen Handlauf von Pirs befestigt. Damit sollen die Wirkungen von Mikroben auf Raumfahrzeugstrukturen mit dem Einfluss von Sonnenstrahlung auf diesen Prozess untersucht werden. Nach 6 Stunden und 23 Minuten endete dieser 29. russische Außeneinsatz an der ISS um 23:13 Uhr MESZ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem 29. russischen Außenbordeinsatz wurden wärend dieser Zeit einige Arbeiten sowohl mit Stationsarm Canadarm2 als auch mit dem japanischen Arm JEMRMS (Japanese Experiment Module Remote Manipulator System) durchgeführt. Canadarm2 nutzte dafür Dextre, um mit dieser Special Purpose Dexterous Manipulator genannten Robotic-Erweiterung einen Ersatzteil-Transportbehälter an der Arbeitsplattform von Dextre zu befestigen. Für den japanischen Robotic-Arm und seine Verlängerung SFA (Small Fine Arm) standen Funktionstests auf dem Programm. Hierfür aktivierten Ronald Garan und Satoshi Furukawa das Bedienpult der Armes im Kibo-Modul. Anschließend wurde in den darauffolgenden Tagen der Arm aktiviert, der SFA von der außenliegenden Stauposition auf der japanischen Experiment-Plattform EF (Exposed Facility) entnommen und getestet. Mit dem „Small Fine Arm“ können, wie der Name schon sagt, zukünftig wesentlich feinere Operationen, wie Entnahme und Bergung von Außenexperimenten, durchgeführt werden. Die Tests endeten zum Abschluss der letzten Woche und der SFA wurde in seine Halterung zurückgesetzt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_SPHERES.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Ronald Garan mit zwei SPHERES-Satelliten im Kibo-Labormodul</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im europäischen Columbus-Modul hatte Ronald Garan eine weitere Wissenschaftssitzung zum ESA-Experiment PASSAGES. Er baute dazu Video-Equipment und einen EPM-Laptop (EPM = European Physiology Module) auf. PASSAGES erforscht, wie Astronauten Sehinformation in der Schwerelosigkeit interpretieren, so zum Beispiel der Blickwinkel auf Gegenstände oder die Einschätzung von Entfernungen im Vergleich zum Aufenthalt auf der Erde. Ronald Garan führte ebenfalls eine Versuchsreihe mit SPHERES im Kibo-Labormodul durch. Dabei geht es um eine Studie mit drei kopfgroßen Experimental-Satelliten, um Techniken zu studieren, die zur Verbesserung bei automatischen Anlegemanövern, Satellitenreparaturen, dem Zusammenbau von Raumfahrzeugen und Notfallreparaturen geeignet sind. Auf russischer Seite arbeitete Andrej Borisenko an dem Experiment RELAXATION zur Beobachtung von Strahlenmustern der Erdionosphäre. Hierbei werden mit einem UV-Spektrometer die chemolumineszenten Reaktionen im Xenon-Plasma studiert, welche von Zündungen zweier Plasma-Kontaktor-Elemente am Z1-Gittersegment herrühren. Ebenso überprüfte er die korrekte Kommunikation zwischen dem Nutzlastserver und einem russischen Laptop und lud anschließend die Daten des Molnija-Gamma-Experiments (GFI-17) herunter. Dieses Experiment wurde bei einem russischen Außenbordeinsatz im Februar 2011 an der ISS angebracht und untersucht Licht- und Gammastrahlen von Blitzen bei Gewittern auf der Erde.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_ProgresM11M_Undocking.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Progress-Raumschiff im freien Flug<br>(Bilder: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 23. August 2011 verließ der russische Raumtransporter Progress-M 11M die Internationale Raumstation. Der Frachter Progress-M 11M war seit dem 23. Juni 2011 an der ISS angekoppelt und verbrachte damit eine vergleichsweise kurze Zeit an der Station. Das in der amerikanischen Zählweise Progress 43P genannte Raumfahrzeug brachte nach zweitägigem Flug knapp 2,7 Tonnen Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation. In den letzten Tagen vor dem Ablegen bereiteten die Kosmonauten Alexander Samokutjajew und Sergej Wolkow das Ablegemanöver vor. Sie montierten den Kopplungskonus, schlossen die Luken und führten Dichtigkeitstests durch. Nach dem Abkoppeln, während des neuntägigen autonomen Fluges um die Erde, wurde abermals das geophysikalische Experiment „Radar-Progress“ durchgeführt, um mit den reflektierenden Eigenschaften vom Rumpf des Frachters die Ionosphäre der Erde zu studieren. Am 1. September 2011 ist der Raumfrachter in die Erdatmosphäre eingetreten und über dem südlichen Pazifik verglüht. Der nun freigewordene Andockstutzen am hinteren Teil des Swesda-Moduls sollte durch den am 24. August 2011 gestarteten Versorger Progress-M 12M belegt werden. Dazu kam es jedoch nicht, da das Raumschiff durch eine Fehlfunktion der dritten Stufe seiner Sojus-Trägerrakete die Umlaufbahn verfehlte und zurück auf die Erde stürzte. An Bord befanden sich 1.262 Kilogramm Trockenfracht (Ersatzteile, Lebensmittel, Ausrüstungsteile), 932 Kilogramm Treibstoff, 421 Kilogramm Wasser und 50 Kilogramm Sauerstoff, welche nun in der ISS-Versorgung fehlten. Es war geplant, Progress-M 12M mehr als sechs Monate an der Raumstation zu belassen. Erst für die Ankunft des europäischen Versorgungsraumschiffes ATV-3 „Edoardo Amaldi“ im März 2012 sollte der hintere Dockingport des Swesda-Moduls frei werden. Weiter sollte das russische Transportraumschiff drei Bahnanhebungen der ISS durchführen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_DEXTRE_RPCM.jpg" alt="CSA"/><figcaption>Dextre mit je einem RPCM am Arm<br>(Bild: CSA/NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bedingt durch den Absturz des russischen Versorgers Progress-M 12M kam es zu einigen Umplanungen im Arbeitsablauf der Besatzung. Da die Missionsdauer der Langzeitbesatzung 28 um acht Tage verlängert wurde, übernahmen die nun länger im All verbleibenden Raumfahrer Andrej Borisjenko, Ronald Garan und Alexander Samokutjajew neue Aufgaben, welche eigentlich für die nächste Stammbesatzung vorgesehen waren. Gleichzeitig stellten sie vorübergehend ihre Rückkehrvorbereitungen mit Sojus-TMA 21 ein. Um die Reboost-Fähigkeit der Station, z.B. bei Ausweichmanövern wegen Weltraumschrott, zu vergrößern, wurde Treibstoff vom Raumfrachter Progress-M 10M in die Tanks des russischen Segmentes transferiert. Notwendige Bahnmanöver müssen nun, da kein Progress-Raumschiff an Swesda gedockt ist, mit den eigenen Triebwerken des Moduls durchgeführt werden. Am 29. August 2011 erfolgte der seit langem geplante Austausch eines RPCM (Remote Power Control Module), ein elektrisch gesteuerter Schalter, am P1-Gittersegment der ISS. Diese Arbeit, bei der Canadarm2 und seine Erweiterung Dextre zum Einsatz kamen, war letztmalig für Mitte 2010 eingeplant aber immer wieder verschoben worden. In einem ersten Arbeitsgang entnahm Dextre ein spezielles Werkzeug aus dem Cargo Transport Container (CTC-2) und griff damit den Ersatz-RPCM welcher ebenfalls im CTC-2 gelagert war. Bei einem zweiten Arbeitsgang eine Nacht später entfernte Dextre den defekten RPCM aus seiner Halterung und montierte das entsprechende Ersatzteil an gleicher Stelle. Der defekte Schalter wurde im CTC-2 verstaut, alle Arbeiten wurden nachts, während die Besatzung schlief, von der Bodenkontrolle durchgeführt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/ISS_EXP28_MARES_Fossum.jpg" alt="NASA"/><figcaption>Michael Fossum löst Bolzen an MARES<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Fossum und Satoshi Furukawa hatten die Aufgabe, eine größere Wartung des europäischen Trainingssystems zur Eindämmung und Erforschung von Muskelschwund MARES vorzubereiten und durchzuführen. Das im Columbus-Modul montierte MARES (Muscle Atrophy Research and Exercise System) ist seit der Anlieferung durch STS 131 im April 2010 auf der ISS. Mit ihm sollen der menschliche Bewegungsapparat, biomechanische Abläufe und die neuromuskuläre Koordination erforscht werden. Hintergrund ist hier ein besseres Verständnis der Effekte der Mikrogravitation auf das Muskelsystem des Menschen. Bei der anstehenden dreitägigen Wartung wurden mehrere Bolzen ausgetauscht und einige klemmende Bauteile gelöst. Ihr Hauptaugenmerk haben die beiden Raumfahrer auf das elektrische Hauptbauteil gelegt, es ließ sich seit der Installation nicht normal schalten. Alle Probleme von MARES wurden am Boden an einem Testobjekt reproduziert und entsprechende Verfahren zur Reparatur erarbeitet. Gemeinsam mit Michael Fossum führte Ronald Garan vorbereitende Arbeiten zur Installation eines HRCS (High Rate Communications System) durch. Wenn dieses funktionsfähig ist, entsteht eine neue Möglichkeit über das Ethernet JSL (Joint Station Local Area Network) der Station eine Verbindung zur Ku-Band-Kommunikationseinheit herzustellen. Dies ist nötig, um zukünftig einen wesentlich größeren Austausch von Nutzlastdaten zu ermöglichen. Im russischen Teil der ISS führten die drei Kosmonauten verschiedenste Arbeiten durch. Andrej Borisjenko übernahm die routinemäßige Wartung der Lüftungssysteme. Dazu gehörten der Austausch von Staub-Filterpatronen und die Reinigung der Lüftungsgitter in den Modulen Swesda, Sarja und Rasswjet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. September 2011 absolvierte Michael Fossum im Columbus-Modul seine FD90 (Flugtag 90) SPRINT-Untersuchung. Zum Einsatz kam hier &#8211; SPRINT steht für Integrated Resistance and Aerobic Training Study &#8211; entsprechende Hardware des HRF (Human Research Facility) Rack-1 unter Zuhilfenahme des Ultraschall-Scanners USND-2 (Ultrasound 2) und eines VPC (Video Power Converter). Die Vermessung der Beinmuskeln per Ultraschall soll hier eine bessere Beurteilung von intensivem Training und langsam ausgeführten Übungen bezüglich des Muskel- und Knochenabbaus, sowie den kardiovaskulären Funktionen der Raumfahrer erlauben. Am gleiche Tag nahm Alexander Samokutjajew im russischen Stationsteil das Forschungsgerät TEKh-38 VETEROK (“Breeze”) in Betrieb. Ziel dieser Messung der Luftionenkonzentration in der Nähe der Transferluken ist die Bewertung und Verbesserung der Luftzirkulation zwischen den Modulen. Weiter soll so die ordnungsgemäße Funktion der elektrostatischen Luftfilter kontrolliert werden. Die Messperioden in den Modulen Swesda, Poisk und Rasswjet dauerten jeweils 1,5 Stunden. Die Übergabe des Kommandos der Station von Andreij Borisenko an Michael Fossum erfolgte am 14. September gegen Mitternacht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/EXP28_Landung_gross-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://images.raumfahrer.net/iss/EXP28_Landung.jpg" alt="NASA"/></a><figcaption>Besatzung und Bergungsmannschaft nach dem Ausstieg<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. September 2011 um 02:38 Uhr MESZ endete mit dem Abkoppeln von Sojus-TMA 21 offiziell die Dienstzeit der Langzeitbesatzung 28. Nach 164 Tagen im All kehrten Sojus-Kommandant Andrej Borisjenko und die Flugingenieure Alexander Samokutjajew und Ronald Garan wohlbehalten zur Erde zurück. Die Landung erfolgte am gleichen Tag des Ablegens um 05:059 Uhr MESZ im vorhergesehenen Landegebiet. Alle drei Besatzungsmitglieder überstanden Rückkehr und Landung in gesundheitlich gutem Zustand. Von Ärzten und Betreuungspersonal umgeben, auf speziellen Sitzen und in Decken eingehüllt, wurden erste medizinische Werte geprüft und schon erste Telefonate geführt. Die drei Raumfahrer hinterließen eine dreiköpfige Mannschaft auf der ISS, welche sich für die weiteren Wochen nur aus Michael Fossum, Satoshi Furukawa und Sergej Wolkow zusammen setzte. Erst Mitte November 2011 sollen die Raumfahrer Anatoli Iwanischin, Daniel Burbank und Anton Schkaplerow mit Sojus-TMA 22 zur ISS aufbrechen und Expedition 29 kurzzeitig verstärken. Die Verzögerungen im ISS-Flugplan und der Rückfall auf eine zeitweilige Drei-Personen-Crew ergaben sich aus dem Fehlstart des russischen Versorgers Progress-M 12M im August 2011 und der darauf folgenden Untersuchung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/sts-134-dritter-aussenbordeinsatz-beendet/" target="_blank" data-wpel-link="internal">STS-134: Dritter Außenbordeinsatz beendet</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/endeavour-besatzung-untersucht-erneut-hitzeschild/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Endeavour Besatzung untersucht erneut Hitzeschild</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/sts-134-letzter-aussenbordeinsatz-abgeschlossen/" target="_blank" data-wpel-link="internal">STS 134: Letzter Außenbordeinsatz abgeschlossen</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/endeavour-verlaesst-internationale-raumstation/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Endeavour verlässt Internationale Raumstation</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/sojus-tma-02m-erreicht-die-iss/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Sojus-TMA 02M erreicht die ISS</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/groesste-bahnanhebung-der-iss-durch-atv-2/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Größte Bahnanhebung der ISS durch ATV-2</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/atv-2-vorbereitung-auf-den-wiedereintritt/" target="_blank" data-wpel-link="internal">ATV 2: Vorbereitung auf den Wiedereintritt</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/expedition-28-nimmt-gemeinsame-arbeit-auf/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Expedition 28 nimmt gemeinsame Arbeit auf</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/progress-m-11m-koppelt-an/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Progress M-11M koppelt an</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/fremdkoerper-passiert-iss-in-nur-250-metern-entfernung/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Fremdkörper passiert ISS in nur 250 Metern Entfernung</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/expedition-28-erwartet-das-letzte-space-shuttle/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Expedition 28 erwartet das letzte Space Shuttle</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/atlantis-erreicht-internationale-raumstation/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Atlantis erreicht Internationale Raumstation</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/raffaello-an-internationale-raumstation-angekoppelt/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raffaello an Internationale Raumstation angekoppelt</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/iss-besatzung-absolviert-aussenbordeinsatz/" target="_blank" data-wpel-link="internal">ISS-Besatzung absolviert Außenbordeinsatz</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/transferarbeiten-an-bord-der-iss-2/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Transferarbeiten an Bord der ISS</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/besatzung-der-atlantis-behebt-computerproblem/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Besatzung der Atlantis behebt Computerproblem</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/atlantis-bereit-zum-ablegen/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Atlantis bereit zum Ablegen</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/atlantis-verlaesst-internationale-raumstation-2/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Atlantis verlässt Internationale Raumstation</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/vorbereitungen-auf-den-29-russischen-ausseneinsatz/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Vorbereitungen auf den 29. russischen Außeneinsatz</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/russischer-aussenbordeinsatz-an-der-iss-beendet/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Russischer Außenbordeinsatz an der ISS beendet</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/beide-stationsarme-am-us-basierten-segment-im-einsatz/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Beide Stationsarme am US-basierten Segment im Einsatz</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/iss-versorger-hat-abgelegt/" target="_blank" data-wpel-link="internal">ISS-Versorger hat abgelegt</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/progress-flug-scheitert/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Progress-Flug scheitert</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/naechste-iss-expeditionen-beginnen-spaeter/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Nächste ISS-Expeditionen beginnen später</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/robonaut-2-erstmals-auf-der-iss-aktiviert/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Robonaut-2 erstmals auf der ISS aktiviert</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/rueckkehrvorbereitungen-wartung-und-forschung/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Rückkehrvorbereitungen, Wartung und Forschung</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/gagarin-bringt-iss-crew-sicher-zur-erde/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Gagarin bringt ISS-Crew sicher zur Erde</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.nasa.gov/mission/expedition-28/" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zur Langzeitbesatzung 28</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20170216062053/https://www.nasa.gov/pdf/536602main_exp27_28_pk.pdf" target="_blank" data-wpel-link="external">Press Kit zur Langzeitbesatzung 27/28 (4,3 MB PDF)</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/ATV" target="_blank" data-wpel-link="external">ESA-Seite zum ATV-2</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230811163045/https://www.nasa.gov/pdf/538352main_sts134_presskit_508.pdf" target="_blank" data-wpel-link="external">Press Kit zu STS-134 (5,3 MB PDF)</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20110417091024/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Rastenia.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Rastenia</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20101208093353/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Bisphosphonates.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Bisphosphonates</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20110918100225/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/CsPINs.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu CsPINS</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20221116220056/https://www.nasa.gov/pdf/566071main_135_press_kit2.pdf" target="_blank" data-wpel-link="external">Press Kit zu STS-135 (11,4 MB PDF)</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="	https://web.archive.org/web/20101223105750/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Expert.html" target="_blank" data-wpel-link="internal">NASA-Seite zu BAR-Expert</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20110724045814/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/SHERE.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SHERE</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20230811154434/https://www.nasa.gov/mission_pages/station/expeditions/expedition28/russian_eva29.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zum russischen Außenbordeinsatz Nr. 29</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20110417090345/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Passages.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu PASSAGES</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="	https://web.archive.org/web/20220809142843/https://www.nasa.gov/mission_pages/station/main/spheres.html" target="_blank" data-wpel-link="internal">NASA-Seite zu SPHERES</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20110725234130/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Relaksatia.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu Relaxation</a></li><li><a rel="noreferrer noopener" href="	https://web.archive.org/web/20101202162003/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Molniya-SM.html" target="_blank" data-wpel-link="internal">NASA-Seite zu Molnija-Gamma</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://www.asc-csa.gc.ca/eng/iss/dextre/" target="_blank" data-wpel-link="external">CSA-Seite zu Dextre</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20100925085236/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/science/experiments/MARES.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu MARES</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="https://web.archive.org/web/20120803020406/http://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/experiments/Sprint.html" target="_blank" data-wpel-link="external">NASA-Seite zu SPRINT</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/expedition-28/" data-wpel-link="internal">Expedition 28</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
