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	<title>supermassereiches Schwarzes Loch &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<title>supermassereiches Schwarzes Loch &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>EHT-Wissenschaftler machen die bisher schärfsten Beobachtungen von der Erdoberfläche aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Aug 2024 15:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration hat Testbeobachtungen mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und anderen Teleskopen durchgeführt, die die höchste Auflösung erreichten, die jemals von der Erdoberfläche aus erzielt wurde [1]. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON). Quelle: ESON 27. August 2024. 27. August 2024 &#8211; Die Kollaboration schaffte dieses Meisterstück, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration hat Testbeobachtungen mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und anderen Teleskopen durchgeführt, die die höchste Auflösung erreichten, die jemals von der Erdoberfläche aus erzielt wurde [1]. Eine Pressemitteilung des ESO Science Outreach Network (ESON).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ESON 27. August 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">27. August 2024 &#8211; Die Kollaboration schaffte dieses Meisterstück, indem sie Licht von entfernten Galaxien bei einer Frequenz von etwa 345 GHz, was einer Wellenlänge von 0,87 mm entspricht, detektierten. Die Forschungsgruppe schätzt, dass sie in Zukunft Bilder von Schwarzen Löchern erstellen können, die 50 % detaillierter sind als bisher. Dadurch wird die Region unmittelbar außerhalb der Grenze zu nahe gelegenen supermassereichen Schwarzen Löchern schärfer dargestellt. Außerdem können sie mehr Schwarze Löcher abbilden als bisher. Die neuen Messungen, die Teil eines Pilotversuchs sind, wurden heute im Astronomical Journal veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die EHT-Kollaboration veröffentlichte 2019 Bilder von M87*, dem supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie M87, und 2022 Bilder von Sgr A*, dem Schwarzen Loch im Herzen unserer Milchstraßengalaxie. Diese Bilder wurden durch die Verknüpfung mehrerer Radioobservatorien auf der ganzen Welt mithilfe einer Technik erstellt, die als Very Long Baseline Interferometry (VLBI) bezeichnet wird, um ein einziges „erdgroßes“ virtuelles Teleskop zu bilden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411a2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese künstlerische Darstellung zeigt die Standorte mehrerer Radioobservatorien rund um den Globus, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Dabei wurden die Beobachtungen mit der bisher höchsten Auflösung vom Boden aus durchgeführt. Die Testbeobachtungen erfassten Licht von entfernten Galaxien bei einer Wellenlänge von 0,87 mm und wurden mit einigen der Observatorien (in Rot) durchgeführt, die Teil des EHT sind, einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde. Eine dieser entfernten, punktförmigen Galaxien ist oben rechts dargestellt und sendet Radiosignale bis zur Erde aus. Obwohl die Beobachtungen an einigen Standorten durch nicht ideale Wetterbedingungen behindert wurden, konnte das Team mehrere Galaxien von verschiedenen Stationen aus beobachten. Mit unterschiedlichen Teleskoppaaren, die als leuchtende Punkte dargestellt sind, wurden zuverlässige Entdeckungen gemacht: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile, ALMA und das 30-Meter-Teleskop des IRAM in Spanien sowie ALMA und das Submillimeter Array in Hawaiʻi. Die EHT-Kollaboration ist dafür bekannt, Teleskope auf der ganzen Welt mithilfe einer Technik namens „Very Long Baseline Interferometry“ zu verbinden, um Bilder von supermassereichen Schwarzen Löchern zu erhalten. Frühere EHT-Beobachtungen wurden bei einer Wellenlänge von 1,3 mm durchgeführt. Durch die Beobachtung einer entfernten aktiven Galaxie bei einer niedrigeren Wellenlänge konnten die Forscher Bilder mit noch höherer Auflösung aufnehmen, ohne ein größeres virtuelles Teleskop zu verwenden. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" data-rl_caption="" title="Diese künstlerische Darstellung zeigt die Standorte mehrerer Radioobservatorien rund um den Globus, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Dabei wurden die Beobachtungen mit der bisher höchsten Auflösung vom Boden aus durchgeführt. Die Testbeobachtungen erfassten Licht von entfernten Galaxien bei einer Wellenlänge von 0,87 mm und wurden mit einigen der Observatorien (in Rot) durchgeführt, die Teil des EHT sind, einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde. Eine dieser entfernten, punktförmigen Galaxien ist oben rechts dargestellt und sendet Radiosignale bis zur Erde aus. Obwohl die Beobachtungen an einigen Standorten durch nicht ideale Wetterbedingungen behindert wurden, konnte das Team mehrere Galaxien von verschiedenen Stationen aus beobachten. Mit unterschiedlichen Teleskoppaaren, die als leuchtende Punkte dargestellt sind, wurden zuverlässige Entdeckungen gemacht: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile, ALMA und das 30-Meter-Teleskop des IRAM in Spanien sowie ALMA und das Submillimeter Array in Hawaiʻi. Die EHT-Kollaboration ist dafür bekannt, Teleskope auf der ganzen Welt mithilfe einer Technik namens „Very Long Baseline Interferometry“ zu verbinden, um Bilder von supermassereichen Schwarzen Löchern zu erhalten. Frühere EHT-Beobachtungen wurden bei einer Wellenlänge von 1,3 mm durchgeführt. Durch die Beobachtung einer entfernten aktiven Galaxie bei einer niedrigeren Wellenlänge konnten die Forscher Bilder mit noch höherer Auflösung aufnehmen, ohne ein größeres virtuelles Teleskop zu verwenden. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411a60.jpg" alt="Diese künstlerische Darstellung zeigt die Standorte mehrerer Radioobservatorien rund um den Globus, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Dabei wurden die Beobachtungen mit der bisher höchsten Auflösung vom Boden aus durchgeführt. Die Testbeobachtungen erfassten Licht von entfernten Galaxien bei einer Wellenlänge von 0,87 mm und wurden mit einigen der Observatorien (in Rot) durchgeführt, die Teil des EHT sind, einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde. Eine dieser entfernten, punktförmigen Galaxien ist oben rechts dargestellt und sendet Radiosignale bis zur Erde aus. Obwohl die Beobachtungen an einigen Standorten durch nicht ideale Wetterbedingungen behindert wurden, konnte das Team mehrere Galaxien von verschiedenen Stationen aus beobachten. Mit unterschiedlichen Teleskoppaaren, die als leuchtende Punkte dargestellt sind, wurden zuverlässige Entdeckungen gemacht: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile, ALMA und das 30-Meter-Teleskop des IRAM in Spanien sowie ALMA und das Submillimeter Array in Hawaiʻi. Die EHT-Kollaboration ist dafür bekannt, Teleskope auf der ganzen Welt mithilfe einer Technik namens „Very Long Baseline Interferometry“ zu verbinden, um Bilder von supermassereichen Schwarzen Löchern zu erhalten. Frühere EHT-Beobachtungen wurden bei einer Wellenlänge von 1,3 mm durchgeführt. Durch die Beobachtung einer entfernten aktiven Galaxie bei einer niedrigeren Wellenlänge konnten die Forscher Bilder mit noch höherer Auflösung aufnehmen, ohne ein größeres virtuelles Teleskop zu verwenden. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" class="wp-image-143769" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411a60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411a60-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese künstlerische Darstellung zeigt die Standorte mehrerer Radioobservatorien rund um den Globus, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Dabei wurden die Beobachtungen mit der bisher höchsten Auflösung vom Boden aus durchgeführt. Die Testbeobachtungen erfassten Licht von entfernten Galaxien bei einer Wellenlänge von 0,87 mm und wurden mit einigen der Observatorien (in Rot) durchgeführt, die Teil des EHT sind, einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde. Eine dieser entfernten, punktförmigen Galaxien ist oben rechts dargestellt und sendet Radiosignale bis zur Erde aus.
Obwohl die Beobachtungen an einigen Standorten durch nicht ideale Wetterbedingungen behindert wurden, konnte das Team mehrere Galaxien von verschiedenen Stationen aus beobachten. Mit unterschiedlichen Teleskoppaaren, die als leuchtende Punkte dargestellt sind, wurden zuverlässige Entdeckungen gemacht: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile, ALMA und das 30-Meter-Teleskop des IRAM in Spanien sowie ALMA und das Submillimeter Array in Hawaiʻi.
Die EHT-Kollaboration ist dafür bekannt, Teleskope auf der ganzen Welt mithilfe einer Technik namens „Very Long Baseline Interferometry“ zu verbinden, um Bilder von supermassereichen Schwarzen Löchern zu erhalten. Frühere EHT-Beobachtungen wurden bei einer Wellenlänge von 1,3 mm durchgeführt. Durch die Beobachtung einer entfernten aktiven Galaxie bei einer niedrigeren Wellenlänge konnten die Forscher Bilder mit noch höherer Auflösung aufnehmen, ohne ein größeres virtuelles Teleskop zu verwenden. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um Bilder mit höherer Auflösung zu erhalten, verlassen sich Astronomen in der Regel auf größere Teleskope – oder auf einen größeren Abstand zwischen den Observatorien, die als Teil eines Interferometers arbeiten. Da das EHT jedoch bereits die Größe der Erde hatte, erforderte ein höheres Auflösungsvermögen bei den bodengestützten Beobachtungen einen anderen Ansatz. Eine weitere Möglichkeit, die Auflösung eines Teleskops zu erhöhen, besteht darin, Licht mit einer kürzeren Wellenlänge zu beobachten – und genau das hat die EHT-Kollaboration nun getan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mit dem EHT haben wir die ersten Aufnahmen von Schwarzen Löchern mit einer Wellenlänge von 1,3 mm gemacht. Der helle Ring, der durch die Lichtbeugung in der Schwerkraft des Schwarzen Lochs entstand, sah jedoch immer noch verschwommen aus. Wir stießen an die absoluten Grenzen der Schärfe, mit der wir die Bilder aufnehmen konnten“, so Alexander Raymond, einer der beiden Leiter der Studie. Er war zuvor Postdoktorand am Center for Astrophysics | Harvard &amp; Smithsonian (CfA) und ist jetzt am Jet Propulsion Laboratory tätig, beide in den Vereinigten Staaten. „Bei 0,87 mm werden unsere Bilder schärfer und detaillierter sein. Dadurch werden wir wahrscheinlich neue Eigenschaften entdecken, sowohl solche, die bereits vorhergesagt wurden, als auch einige überraschende.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411b2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Auf dieser Weltkarte markieren die gelben Punkte die Standorte der Antennen und Arrays, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Mit diesem Experiment wurde erstmals die Technik der „Very Long Baseline Interferometry“ (VLBI) bei einer Wellenlänge von 0,87 mm eingesetzt. Bei dieser Technik werden Teleskope, die Hunderte oder Tausende Kilometer voneinander entfernt sind, miteinander zu einem einzelnen Teleskop verbunden. Durch die Beobachtung von Licht mit dieser niedrigeren Wellenlänge konnten die EHT-Forscher Beobachtungen mit höherer Auflösung als bisher durchführen, ohne ein größeres Teleskop zu bauen. Die gemachten Messungen haben das höchste jemals von der Erdoberfläche aus erzielte Auflösungsvermögen. Die teilnehmenden Standorte waren: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in Chile, das 30-Meter-Teleskop (30-M) des IRAM in Spanien und das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) in Frankreich sowie das Greenland Telescope (GLT) und das Submillimeter Array (SMA) in Hawaii. Die ESO ist ein Partner von ALMA und einer der Träger und Betreiber von APEX. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" data-rl_caption="" title="Auf dieser Weltkarte markieren die gelben Punkte die Standorte der Antennen und Arrays, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Mit diesem Experiment wurde erstmals die Technik der „Very Long Baseline Interferometry“ (VLBI) bei einer Wellenlänge von 0,87 mm eingesetzt. Bei dieser Technik werden Teleskope, die Hunderte oder Tausende Kilometer voneinander entfernt sind, miteinander zu einem einzelnen Teleskop verbunden. Durch die Beobachtung von Licht mit dieser niedrigeren Wellenlänge konnten die EHT-Forscher Beobachtungen mit höherer Auflösung als bisher durchführen, ohne ein größeres Teleskop zu bauen. Die gemachten Messungen haben das höchste jemals von der Erdoberfläche aus erzielte Auflösungsvermögen. Die teilnehmenden Standorte waren: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in Chile, das 30-Meter-Teleskop (30-M) des IRAM in Spanien und das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) in Frankreich sowie das Greenland Telescope (GLT) und das Submillimeter Array (SMA) in Hawaii. Die ESO ist ein Partner von ALMA und einer der Träger und Betreiber von APEX. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="331" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411b60.jpg" alt="Auf dieser Weltkarte markieren die gelben Punkte die Standorte der Antennen und Arrays, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Mit diesem Experiment wurde erstmals die Technik der „Very Long Baseline Interferometry“ (VLBI) bei einer Wellenlänge von 0,87 mm eingesetzt. Bei dieser Technik werden Teleskope, die Hunderte oder Tausende Kilometer voneinander entfernt sind, miteinander zu einem einzelnen Teleskop verbunden. Durch die Beobachtung von Licht mit dieser niedrigeren Wellenlänge konnten die EHT-Forscher Beobachtungen mit höherer Auflösung als bisher durchführen, ohne ein größeres Teleskop zu bauen. Die gemachten Messungen haben das höchste jemals von der Erdoberfläche aus erzielte Auflösungsvermögen. Die teilnehmenden Standorte waren: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in Chile, das 30-Meter-Teleskop (30-M) des IRAM in Spanien und das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) in Frankreich sowie das Greenland Telescope (GLT) und das Submillimeter Array (SMA) in Hawaii. Die ESO ist ein Partner von ALMA und einer der Träger und Betreiber von APEX. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)" class="wp-image-143772" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411b60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411b60-300x166.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf dieser Weltkarte markieren die gelben Punkte die Standorte der Antennen und Arrays, die an einem Pilotversuch der Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration teilgenommen haben. Mit diesem Experiment wurde erstmals die Technik der „Very Long Baseline Interferometry“ (VLBI) bei einer Wellenlänge von 0,87 mm eingesetzt. Bei dieser Technik werden Teleskope, die Hunderte oder Tausende Kilometer voneinander entfernt sind, miteinander zu einem einzelnen Teleskop verbunden. Durch die Beobachtung von Licht mit dieser niedrigeren Wellenlänge konnten die EHT-Forscher Beobachtungen mit höherer Auflösung als bisher durchführen, ohne ein größeres Teleskop zu bauen. Die gemachten Messungen haben das höchste jemals von der Erdoberfläche aus erzielte Auflösungsvermögen.
Die teilnehmenden Standorte waren: das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in Chile, das 30-Meter-Teleskop (30-M) des IRAM in Spanien und das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) in Frankreich sowie das Greenland Telescope (GLT) und das Submillimeter Array (SMA) in Hawaii. Die ESO ist ein Partner von ALMA und einer der Träger und Betreiber von APEX. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu zeigen, dass Messungen bei 0,87 mm möglich sind, unternahm die Kollaboration Testbeobachtungen entfernter, heller Galaxien bei dieser Wellenlänge [2]. Anstatt das gesamte Netzwerk des EHT zu verwenden, nutzten sie zwei kleinere Teilsysteme, die sowohl ALMA als auch das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile beinhalteten. Die Europäische Südsternwarte (ESO) ist ein Partner von ALMA und einer der Betreiber von APEX. Zu den weiteren genutzten Stützpunkten gehören das 30-Meter-Teleskop IRAM in Spanien und das NOrthern Extended Millimeter Array (NOEMA) in Frankreich sowie das Grönland-Teleskop und das Submillimeter Array in Hawaii.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Pilotversuch gelang es den Forschern, Beobachtungen mit einer Detailgenauigkeit von 19 Mikrobogensekunden durchzuführen, was bedeutet, dass sie mit der bisher höchsten Auflösung von der Erdoberfläche aus beobachteten. Allerdings konnten sie noch keine Bilder produzieren: Zwar wiesen sie das Licht mehrerer entfernter Galaxien zuverlässig nach. Die Anzahl der verwendeten Empfänger reichte jedoch nicht aus, um aus den Daten ein genaues Bild rekonstruieren zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Technologietest hat ein neues Fenster zur Erforschung von Schwarzen Löchern geöffnet. Mit dem vollständigen Array könnte das EHT Details von nur 13 Mikrobogensekunden Größe nachweisen, so als würde man von der Erde aus eine Münze auf dem Mond erkennen. Bei einer Wellenlänge von 0,87 mm sollten also Bilder zu erzielen sein, deren Auflösung etwa 50 % besser ist als die der zuvor veröffentlichten Bilder von M87* und SgrA* bei 1,3 mm. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weiter entfernte, kleinere und schwächere Schwarze Löcher zu beobachten als die beiden, die die Kollaboration bisher abgebildet hat.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411c2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese computergenerierten Bilder zeigen die Emission in der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs, das Sgr A* ähnelt, bei einer beobachtenden Wellenlänge von 1,3 mm (links) und 0,87 mm (rechts). Sie verdeutlichen, wie viel mehr Details bei der Beobachtung eines Schwarzen Lochs bei kürzeren Wellenlängen sichtbar sind. Der horizontale Balken kennzeichnet eine Winkelskala von 40 Mikrobogensekunden. (Quelle: Christian M. Fromm, Julius-Maximilian University, Würzburg)" data-rl_caption="" title="Diese computergenerierten Bilder zeigen die Emission in der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs, das Sgr A* ähnelt, bei einer beobachtenden Wellenlänge von 1,3 mm (links) und 0,87 mm (rechts). Sie verdeutlichen, wie viel mehr Details bei der Beobachtung eines Schwarzen Lochs bei kürzeren Wellenlängen sichtbar sind. Der horizontale Balken kennzeichnet eine Winkelskala von 40 Mikrobogensekunden. (Quelle: Christian M. Fromm, Julius-Maximilian University, Würzburg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="300" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411c60.jpg" alt="Diese computergenerierten Bilder zeigen die Emission in der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs, das Sgr A* ähnelt, bei einer beobachtenden Wellenlänge von 1,3 mm (links) und 0,87 mm (rechts). Sie verdeutlichen, wie viel mehr Details bei der Beobachtung eines Schwarzen Lochs bei kürzeren Wellenlängen sichtbar sind. Der horizontale Balken kennzeichnet eine Winkelskala von 40 Mikrobogensekunden. (Quelle: Christian M. Fromm, Julius-Maximilian University, Würzburg)" class="wp-image-143774" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411c60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/eso2411c60-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese computergenerierten Bilder zeigen die Emission in der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs, das Sgr A* ähnelt, bei einer beobachtenden Wellenlänge von 1,3 mm (links) und 0,87 mm (rechts). Sie verdeutlichen, wie viel mehr Details bei der Beobachtung eines Schwarzen Lochs bei kürzeren Wellenlängen sichtbar sind. Der horizontale Balken kennzeichnet eine Winkelskala von 40 Mikrobogensekunden. (Quelle: Christian M. Fromm, Julius-Maximilian University, Würzburg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">EHT-Gründungsdirektor Sheperd „Shep“ Doeleman, Astrophysiker am CfA und Co-Leiter der Studie, sagt: „Indem wir Veränderungen im umgebenden Gas bei verschiedenen Wellenlängen untersuchen, können wir das Rätsel lösen, wie Schwarze Löcher Materie anziehen und aufnehmen und wie sie leistungsstarke Jets erzeugen können, die über galaktische Entfernungen hinausreichen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal wurde die VLBI-Technik erfolgreich bei einer Wellenlänge von 0,87 mm eingesetzt. Zwar war es bereits vor den neuen Messungen möglich, den Nachthimmel bei 0,87 mm zu beobachten, doch war die Anwendung der VLBI-Technik bei dieser Wellenlänge immer mit Herausforderungen verbunden, deren Bewältigung Zeit und technologische Fortschritte erforderte. So absorbiert Wasserdampf in der Atmosphäre Strahlung bei 0,87 mm viel stärker als bei 1,3 mm, was es für Radioteleskope schwieriger macht, Signale von Schwarzen Löchern bei der kürzeren Wellenlänge zu empfangen. Die Entwicklung von VLBI hin zu kürzeren Wellenlängen, insbesondere in den Submillimeterbereich, verlief nur langsam. Das lag an den zunehmend stärkeren atmosphärischen Turbulenzen und der vermehrten Rauschbildung bei diesen Wellenlängen. Hinzu kam die Schwierigkeit, die globalen Wetterverhältnisse bei empfindlichen Beobachtungen zu kontrollieren. Doch mit diesen neuen Beobachtungen hat sich das nun geändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Diese Signalmessungen mit dem VLBI bei 0,87 mm sind bahnbrechend, da sie ein neues Beobachtungsfenster für die Untersuchung supermassereicher Schwarzer Löcher öffnen“, erklärt Thomas Krichbaum, Mitautor der Studie vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, Deutschland. Diese Forschungseinrichtung betreibt zusammen mit der ESO das APEX-Teleskop. Er fügt hinzu: „In Zukunft wird die Kombination der IRAM-Teleskope in Spanien (IRAM-30m) und Frankreich (NOEMA) mit ALMA und APEX die gleichzeitige Abbildung von noch kleineren und schwächeren Emissionen als bisher bei zwei Wellenlängen, 1,3 mm und 0,87 mm, ermöglichen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Endnoten</strong><br>[1] Es gab bereits astronomische Beobachtungen mit höherer Auflösung, aber diese wurden durch die Kombination von Signalen von Teleskopen am Boden mit einem Teleskop im Weltraum erzielt: <a href="https://www.mpifr-bonn.mpg.de/pressemeldungen/2022/2" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.mpifr-bonn.mpg.de/pressemeldungen/2022/2</a>. Die heute veröffentlichten neuen Beobachtungen sind die bislang detailliertesten, die jemals nur mit bodengestützten Teleskopen erzielt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">[2] Als Test für ihre Beobachtungen richtete die EHT-Kollaboration die Antennen auf sehr weit entfernte „aktive“ Galaxien, die von supermassiven Schwarzen Löchern in ihren Kernen angetrieben werden und sehr hell sind. Diese Arten von Quellen helfen bei der Kalibrierung der Beobachtungen, bevor das EHT schwächere Quellen wie nahegelegene Schwarze Löcher anvisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen</strong><br>Diese Forschungsarbeit der EHT-Kollaboration wurde in einem Artikel von A. W. Raymond et al. präsentiert, der heute in The Astronomical Journal (doi: 10.3847/1538-3881/ad5bdb) veröffentlicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der EHT-Kollaboration sind mehr als 400 Forschende aus Afrika, Asien, Europa, Nord- und Südamerika beteiligt, von denen etwa 270 an diesem Artikel mitgewirkt haben. Ziel der internationalen Zusammenarbeit ist es, die detailliertesten Bilder von Schwarzen Löchern zu erstellen, die jemals aufgenommen wurden, indem ein virtuelles Teleskop in der Größe der Erde geschaffen wird. Mit Unterstützung beträchtlicher internationaler Anstrengungen verbindet das EHT bestehende Teleskope mithilfe neuartiger Techniken und schafft so ein grundlegend neues Instrument mit der höchsten bisher erreichten Winkelauflösung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das EHT-Konsortium besteht aus 13 beteiligten Instituten: dem Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics, der University of Arizona, dem Center for Astrophysics | Harvard &amp; Smithsonian, der University of Chicago, dem East Asian Observatory, der Goethe-Universität Frankfurt, Institut de Radioastronomie Millimétrique, Large Millimeter Telescope, Max-Planck-Institut für Radioastronomie, MIT Haystack Observatory, National Astronomical Observatory of Japan, Perimeter Institute for Theoretical Physics und Radboud University.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist eine internationale astronomische Einrichtung, die gemeinsam von der ESO, der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) der USA und den japanischen National Institutes of Natural Sciences (NINS) in Kooperation mit der Republik Chile betrieben wird. Getragen wird ALMA von der ESO im Namen ihrer Mitgliedsländer, von der NSF in Zusammenarbeit mit dem kanadischen National Research Council (NRC), dem Ministry of Science and Technology (MOST) und NINS in Kooperation mit der Academia Sinica (AS) in Taiwan sowie dem Korea Astronomy and Space Science Institute (KASI). Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb ist die ESO federführend für den europäischen Beitrag, das National Radio Astronomy Observatory (NRAO), das seinerseits von Associated Universities, Inc. (AUI) betrieben wird, für den nordamerikanischen Beitrag und das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) für den ostasiatischen Beitrag. Dem Joint ALMA Observatory (JAO) obliegt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) ist ein Teleskop mit einem Durchmesser von 12 Metern, das im Millimeter- und Submillimeterbereich – zwischen Infrarotlicht und Radiowellen – arbeitet. Die ESO betreibt APEX an einem der höchstgelegenen Observatorien der Erde, auf einer Höhe von 5100 Metern, hoch oben auf dem Chajnantor-Plateau in der chilenischen Atacama-Region. APEX ist ein Projekt des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR), das von der ESO im Auftrag des MPIfR verwaltet und betrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europäische Südsternwarte (ESO) befähigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit, die Geheimnisse des Universums zum Nutzen aller zu entdecken. Wir entwerfen, bauen und betreiben Observatorien von Weltrang, die Astronominnen und Astronomen nutzen, um spannende Fragen zu beantworten und die Faszination der Astronomie zu wecken, und wir fördern die internationale Zusammenarbeit in der Astronomie. Die ESO wurde 1962 als zwischenstaatliche Organisation gegründet und wird heute von 16 Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich) sowie dem Gastland Chile und Australien als strategischem Partner unterstützt. Der Hauptsitz der ESO und ihr Besucherzentrum und Planetarium, die ESO Supernova, befinden sich in der Nähe von München in Deutschland, während die chilenische Atacama-Wüste, ein wunderbarer Ort mit einzigartigen Bedingungen für die Himmelsbeobachtung, unsere Teleskope beherbergt. Die ESO betreibt drei Beobachtungsstandorte: La Silla, Paranal und Chajnantor. Am Standort Paranal betreibt die ESO das Very Large Telescope und das dazugehörige Very Large Telescope Interferometer sowie Durchmusterungsteleskope wie z. B. VISTA. Ebenfalls am Paranal wird die ESO das Cherenkov Telescope Array South betreiben, das größte und empfindlichste Gammastrahlen-Observatorium der Welt. Zusammen mit internationalen Partnern betreibt die ESO auf Chajnantor APEX und ALMA, zwei Einrichtungen zur Beobachtung des Himmels im Millimeter- und Submillimeterbereich. Auf dem Cerro Armazones in der Nähe von Paranal bauen wir „das größte Auge der Welt am Himmel“ – das Extremely Large Telescope der ESO. Von unseren Büros in Santiago, Chile, aus unterstützen wir unsere Aktivitäten im Land und arbeiten mit chilenischen Partnern und der Gesellschaft zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das <a href="https://www.haus-der-astronomie.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Haus der Astronomie</a> in Heidelberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Forschungsartikel</strong><br><a href="https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2411/eso2411a.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.eso.org/public/archives/releases/sciencepapers/eso2411/eso2411a.pdf</a></p>



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		<title>UZH: Kleine Schwarze Löcher können die Existenz grosser Schwarzer Löcher offenbaren</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/uzh-kleine-schwarze-loecher-koennen-die-existenz-grosser-schwarzer-loecher-offenbaren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 15:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Astrophysik]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitationswellen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarze Löcher]]></category>
		<category><![CDATA[SMBH]]></category>
		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[UZH]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam mit UZH-Beteiligung schlägt eine neuartige Methode vor, um supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien zu entdecken. Als Beobachtungstechnik nutzen die Wissenschaftler die Analyse von Gravitationswellen kleiner nahegelegener Schwarzer Löcher. Eine Medienmitteilung der Universität Zürich. Quelle: Universität Zürich 5. August 2024. 5. August 2024 &#8211; Der Ursprung supermassereicher Schwarzer Löcher in [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein internationales Forschungsteam mit UZH-Beteiligung schlägt eine neuartige Methode vor, um supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien zu entdecken. Als Beobachtungstechnik nutzen die Wissenschaftler die Analyse von Gravitationswellen kleiner nahegelegener Schwarzer Löcher. Eine Medienmitteilung der Universität Zürich.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Zürich 5. August 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">5. August 2024 &#8211; Der Ursprung supermassereicher Schwarzer Löcher in den Zentren von Galaxien ist eines der grössten Rätsel der Astronomie. Diese Objekte könnten entweder bereits früh im Universum mit grosser Masse entstanden sein oder im Laufe der Zeit durch das Ansammeln von Materie und durch die Verschmelzung mit anderen Schwarzen Löchern gewachsen sein. Wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch ein anderes massereiches Schwarzes Loch verschlingt, entstehen Gravitationswellen, die sich als kleine Erschütterungen in der Raumzeit durch das Universum bewegen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/SMBHSimStillGSFCScottNoblesimdatadAscolietal2018.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch ein anderes massereiches Schwarzes Loch verschlingt, entstehen Gravitationswellen, die sich als kleine Erschütterungen in der Raumzeit durch das Universum bewegen. (Bild: NASA’s Goddard Space Flight Center/Scott Noble; simulation data, d&#039;Ascoli et al. 2018)" data-rl_caption="" title="Wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch ein anderes massereiches Schwarzes Loch verschlingt, entstehen Gravitationswellen, die sich als kleine Erschütterungen in der Raumzeit durch das Universum bewegen. (Bild: NASA’s Goddard Space Flight Center/Scott Noble; simulation data, d&#039;Ascoli et al. 2018)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="338" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/SMBHSimStillGSFCScottNoblesimdatadAscolietal201860.jpg" alt="Wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch ein anderes massereiches Schwarzes Loch verschlingt, entstehen Gravitationswellen, die sich als kleine Erschütterungen in der Raumzeit durch das Universum bewegen. (Bild: NASA’s Goddard Space Flight Center/Scott Noble; simulation data, d'Ascoli et al. 2018)" class="wp-image-143141" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/SMBHSimStillGSFCScottNoblesimdatadAscolietal201860.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/08/SMBHSimStillGSFCScottNoblesimdatadAscolietal201860-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Wenn ein supermassereiches Schwarzes Loch ein anderes massereiches Schwarzes Loch verschlingt, entstehen Gravitationswellen, die sich als kleine Erschütterungen in der Raumzeit durch das Universum bewegen. (Bild: NASA’s Goddard Space Flight Center/Scott Noble; simulation data, d&#8217;Ascoli et al. 2018)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Detektion massereicher Schwarzer Löcher als Herausforderung</strong><br>Vor knapp zehn Jahren gelang Astrophysikern zum ersten Mal der direkte Nachweis von Gravitationswellen, welcher der Astronomie ein neues Fenster ins Universum öffnete. Bisher konnten diese Gravitationswellen jedoch nur von relativ kleinen Schwarzen Löchern gemessen werden, die Überreste sterbender Sterne sind und somit das Endstadium schwerer Sterne darstellen. Das Erkennen der Signale von Paaren weitaus schwerer Schwarzer Löcher ist mit heutiger Technologie nicht möglich, da die Detektoren nicht empfindlich genug auf die extrem niedrigen Frequenzen dieser Gravitationswellen reagieren. Zukünftige Missionen wie die von der ESA geleitete <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/lisa/" data-wpel-link="internal">LISA</a> (Laser Interferometer Space Antenna) sollen dies ändern. Dennoch bleibt die Detektion der massereichsten Schwarzen Loch Paare eine grosse Herausforderung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hohe Frequenzen nutzen, um niedrigere Frequenzen zu messen</strong><br>Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung ehemaliger Studenten der Universität Zürich schlägt eine neuartige Methode vor, um Paare der grössten Schwarzen Löcher in den Zentren von Galaxien zu entdecken. Diese Methode nutzt die Analyse von Gravitationswellen kleiner nahegelegener Schwarzer Löcher, welche die Überreste sterbender Sterne sind. Diese neue Beobachtungstechnik erfordert einen Gravitationswellendetektor im Dezihertz-Bereich und könnte das Studium supermassereicher Schwarzer Löcher ermöglichen, die ansonsten unentdeckt bleiben würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">«Unsere Idee funktioniert im Grunde wie das Hören eines Radiosenders. Wir schlagen vor, das Signal von Paaren kleiner Schwarzer Löcher ähnlich wie Radiowellen zu nutzen. Die supermassereichen Schwarzen Löcher verhalten sich dabei ähnlich wie die Radiomusik, die in Form einer Frequenzmodulation (FM) des empfangenen Signals übertragen wird», erklärt Jakob Stegmann, Hauptautor der Studie, die er als Gaststudent an der Universität Zürich begann und als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Astrophysik fortführte. «Das Neue an dieser Idee ist, hohe Frequenzen zu nutzen, die leicht zu erkennen sind, um niedrigere Frequenzen zu messen, die unsere Instrumente eigentlich nicht detektieren können.»</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Leuchtfeuer zeigt grössere Schwarze Löcher an</strong><br>Aktuelle Ergebnisse dieser pulsar timing arrays unterstützen bereits die Existenz von verschmelzenden supermassereichen Schwarzen Loch-Paaren. Diese Beweise sind jedoch indirekt und resultieren aus dem kollektiven Signal vieler entfernter Paare, die effektiv ein Hintergrundrauschen erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vorgeschlagene Methode zur Detektion einzelner supermassereicher Schwarzer Loch-Paare nutzt die subtilen Veränderungen, die sie in den von einem Paar nahegelegener kleiner Schwarzer Löcher emittierten Gravitationswellen verursachen. Diese wirken somit als eine Art Leuchtfeuer, das die Existenz der grösseren Schwarzen Löcher anzeigen. Durch die Erkennung der winzigen Modulationen in den Signalen der kleinen Schwarzen Löcher könnten Wissenschaftler selbst über grosse Entfernungen hinweg bisher verborgene Paare supermassereicher Schwarzer Löcher mit Massen von 10 Millionen bis 100 Millionen Sonnenmassen identifizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lucio Mayer, Mitautor der Studie und Theoretiker für Schwarze Löcher an der Universität Zürich, fügt hinzu: «Da der Weg für LISA nun feststeht, nachdem die ESA die Mission im letzten Januar bestätigt hat, muss die wissenschaftliche Gemeinschaft die beste Strategie für die nächste Generation von Gravitationswellendetektoren ausloten, insbesondere in welchem Frequenzbereich man sich konzentrieren sollte. Studien wie diese liefern eine starke Motivation, ein Detektordesign im Dezihertz-Bereich zu priorisieren.»</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation:</strong><br>Stegmann J.; Zwick L.; Vermeulen S. M.; Antonini F.; Mayer L. Imprints of massive black-hole binaries on neighbouring decihertz gravitational-wave sources. Nature Astronomy, 5 August 2024. doi:10.1038/s41550-024-02338-0 (2024).<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02338-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02338-0</a><br>pdf: <a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02338-0.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02338-0.pdf</a></p>


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		<title>MPIA: Auffällig-unauffälliges Schwarzes Loch</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpia-auffaellig-unauffaelliges-schwarzes-loch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 20:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Galaxien]]></category>
		<category><![CDATA[Galaxienentstehung]]></category>
		<category><![CDATA[J1120+0641]]></category>
		<category><![CDATA[James Webb Space Telescope]]></category>
		<category><![CDATA[JWST]]></category>
		<category><![CDATA[MIRI]]></category>
		<category><![CDATA[MPIA]]></category>
		<category><![CDATA[Quasar]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schwarzes Loch im frühen Universum verschärft Problem der Galaxienentwicklung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA). Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie 17. Juni 2024. 17. Juni 2024 &#8211; Beobachtungen eines der am weitesten entfernten Schwarzen Löcher im frühen Universum mit dem Weltraumteleskop JWST zeigen: Offenbar wuchsen Schwarze Löcher bereits weniger als eine Milliarde Jahre nach dem [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Schwarzes Loch im frühen Universum verschärft Problem der Galaxienentwicklung. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie 17. Juni 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/QuasarmitJetsundStaubTorusTMuellerMPIA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Künstlerische Darstellung eines Quasars mit Jets und Staub-Torus. (Bild: T. Müller / MPIA)" data-rl_caption="" title="Künstlerische Darstellung eines Quasars mit Jets und Staub-Torus. (Bild: T. Müller / MPIA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/QuasarmitJetsundStaubTorusTMuellerMPIA26.jpg" alt="Künstlerische Darstellung eines Quasars mit Jets und Staub-Torus. (Bild: T. Müller / MPIA)" class="wp-image-141290"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Künstlerische Darstellung eines Quasars mit Jets und Staub-Torus. (Bild: T. Müller / MPIA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">17. Juni 2024 &#8211; Beobachtungen eines der am weitesten entfernten Schwarzen Löcher im frühen Universum mit dem Weltraumteleskop <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/jwst/" data-wpel-link="internal">JWST</a> zeigen: Offenbar wuchsen Schwarze Löcher bereits weniger als eine Milliarde Jahre nach dem Urknall in ähnlicher Weise wie heute. Dass es bereits im frühen Universum überraschend massereiche Schwarze Löcher gab, läßt sich daher nicht, wie von einer Reihe von Astronom*innen erhofft, mit besonders effizienten „Fütterungsmechanismen“ Schwarzer Löcher in der Frühzeit unseres Kosmos erklären. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Milliarden Jahre der kosmischen Geschichte stellen für die Astronomie eine Herausforderung dar. Die frühesten bekannten Schwarzen Löcher in den Zentren von Galaxien besaßen bereits damals überraschend große Massen. Aber wie konnten sie so schnell so massereich werden? Jetzt verschärfen neue Beobachtungen das Problem sogar noch: Sie liefern deutliche Belege gegen mehrere Lösungsvorschläge. Insbesondere scheint es für die frühesten Schwarzen Löcher keinen &#8222;ultra-effektiven Fütterungsmodus&#8220; zu geben, der einen raschen Massezuwachs erklären könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Grenzen des Wachstums supermassereicher Schwarzer Löcher</strong><br>Sterne und Galaxien haben sich in den letzten 13,8 Milliarden Jahren, der bisherigen Lebenszeit unseres Kosmos, enorm verändert. Die Galaxien sind größer geworden und haben an Masse gewonnen, indem sie sich Gas aus ihrer Umgebung einverleibt haben oder (gelegentlich) indem zwei Galaxien miteinander verschmolzen sind. Lange Zeit gingen die Astronomen davon aus, dass die supermassereichen schwarzen Löcher in den Zentren der Galaxien ähnlich allmählich gewachsen sind wie die Galaxien selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwarze Löcher können ganz allgemein nicht beliebig schnell wachsen. Materie, die auf ein Schwarzes Loch fällt, bildet eine sich drehende, heiße, helle &#8222;Akkretionsscheibe&#8220; um das Schwarze Loch. Bei supermassereichen Schwarzen Löchern entsteht auf diese Weise ein aktiver galaktischer Kern. Die hellsten aktiven Kerne, die so genannten Quasare, gehören zu den hellsten astronomischen Objekten überhaupt. Die Helligkeit begrenzt allerdings, wie viel Materie dann noch auf das Schwarze Loch fallen kann: Licht übt einen (Strahlungs-)Druck aus, der Materieeinfall bremsen oder sogar verhindern kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wurden Schwarze Locher so rasch so massereich?</strong><br>Deshalb waren die Astronom*innen überrascht, als sie in den letzten zwanzig Jahren bei der Beobachtung entfernter Quasare sehr junge Schwarze Löcher entdeckten, die dennoch bereits Massen bis zu 10 Milliarden Sonnenmassen besaßen. In der Astronomie ist der Blick auf weit entfernte Objekte immer ein Blick in die ferne Vergangenheit, schlicht weil das Licht jener Objekte immer eine gewisse Zeit benötigt, um uns zu erreichen. Die am weitesten entfernten bekannten Quasare sehen wir so, wie sie in einer als &#8222;kosmische Dämmerung&#8220; bezeichneten Ära waren, weniger als eine Milliarde Jahre nach dem Urknall, als die ersten Sterne und Galaxien entstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entstehung der frühen, massereichen Schwarzen Löcher zu erklären ist aktuell eine große Herausforderung für die Modelle der Galaxienentwicklung. Es gibt eine Reihe von möglichen Erklärungen, allerdings bislang noch keine, die allgemein akzeptiert wäre. Könnte es vielleicht sein, dass frühe Schwarze Löcher viel effizienter Gas akkretierten als ihre modernen Gegenstücke? Oder könnte Staub die Beobachtungen von Quasaren so beeinflussen, dass die Abschätzungen für die Massen von frühen Quasaren irrtümlich zu hoch ausfallen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Genauer hingeschaut beim Wachstum früher Schwarzer Löcher</strong><br>Um entscheiden zu können, welche der Erklärungen – wenn überhaupt eine davon – die richtige ist, sind genauere Beobachtungen von Quasaren nötig, als sie bislang möglich waren. Hier kommt das Weltraumteleskop JWST und insbesondere sein Instrument <a href="https://www.raumfahrer.net/tag/miri/" data-wpel-link="internal">MIRI</a> für den mittleren Infrarotbereich ins Spiel: Bei der Messung der Spektren entfernter Quasare ist MIRI 4000 Mal empfindlicher als alle vorherigen Instrumente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Instrumente wie MIRI werden von internationalen Konsortien gebaut, in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler*innen, Ingenieur*innen und Techniker*innen. Als Gegenleistung für den Bau des Instruments erhalten die Konsortien ein bestimmtes Kontingent an Beobachtungszeit. Bereits 2019, Jahre vor dem Start von JWST, beschloss das europäische MIRI-Konsortium, einen Teil dieser Zeit zu nutzen, um MIRI mit einer wichtigen Art von Beobachtung auf die Probe zu stellen: Man beschloss, den damals am weitesten entfernten bekannten Quasar zu beobachten, ein Objekt mit der Bezeichnung J1120+0641.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blick auf eines der frühesten Schwarzen Löcher</strong><br>Die Auswertung der Beobachtungen wurde Dr. Sarah Bosman übertragen, Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) und Mitglied des europäischen MIRI-Konsortiums. Das MPIA hatte zum MIRI-Instrument eine Reihe wichtiger Bauteile beigetragen. Bosman war direkt wegen ihrer Erfahrung bei der Untersuchung früher supermassereicher Schwarzer Löcher eingeladen worden, dem MIRI-Konsortium beizutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beobachtungen wurden im Januar 2023 durchgeführt, während des ersten Beobachtungszyklus des JWST, und dauerten etwa zweieinhalb Stunden. Dies war die erste Untersuchung eines Quasars im mittleren Infrarotbereich in der Zeit der kosmischen Dämmerung, nur 770 Millionen Jahre nach dem Urknall (Rotverschiebung z=7). Erfasst wurde dabei nicht ein Bild, sondern ein Spektrum: die regenbogenartige Aufspaltung des Lichts des Objekts in Komponenten verschiedener Wellenlängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf der Spur von Staub und schnellem Gas</strong><br>Die Gesamtform des Spektrums im mittleren Infrarot (&#8222;Kontinuum&#8220;) enthält Informationen über die Eigenschaften eines gigantischen, lockeren Rings aus Staub, wie er die Akkretionsscheibe von Quasaren typischerweise umgibt. Der „Staubtorus“ hilft, Materie zur Akkretionsscheibe zu leiten und so das Schwarze Loch zu &#8222;füttern&#8220;. Die schlechte Nachricht für alle, die die Lösung für die massereichen frühen Schwarzen Löcher in ungewöhnlich schnellem Wachstum suchen: Der Staubtorus und damit auch der Fütterungsmechanismus des frühen Quasars unterscheiden sich kaum von denen modernerer Gegenstücke. Den einzigen Unterschied hatte kein Modell des schnellen Wachstums früher Quasare vorhergesagt: eine rund 100 Kelvin höhere Staubtemperatur als die 1300 K, die für den heißesten Staub in weniger weit entfernten Quasaren gefunden wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei kürzeren Wellenlängen dominiert das Licht der Akkretionsscheibe das Spektrum. Hier zeigen die neuen Beobachtungen, dass das Licht des Quasars für uns als entfernte Beobachter ausdrücklich nicht durch überdurchschnittlich viel Staub geschwächt wird. Dass wir die Massen früher Schwarzer Löcher lediglich wegen des zusätzlichen Staubs überschätzen würden, ist damit auch keine gangbare Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein “schockierend normaler” früher Quasar</strong><br>In der sogenannten broad-line region von Quasaren, benannt nach ihren charakteristischen breiten Spektrallinien, umkreisen Gasklumpen das Schwarze Loch mit annähernd Lichtgeschwindigkeit. Das lässt Rückschlüsse auf die Masse des Schwarzen Lochs ebenso wie auf Dichte und Ionisierung der umgebenden Materie zu. Aber auch in dieser Hinsicht war bei den Beobachtungen alles normal. Bei so gut wie allen Eigenschaften, die sich aus dem Spektrum ableiten lassen, unterscheidet sich J1120+0641 nicht von Quasaren zu späteren Zeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bosman sagt: &#8222;Mit unseren Beobachtungen wird das Rätsel noch ein bisschen rätselhafter. Frühe Quasare waren überraschend normal. Unabhängig davon, bei welchen Wellenlängen wir sie beobachten, sind Quasare offenbar in allen Epochen des Universums nahezu identisch.&#8220; Es sieht so aus, als wären nicht nur die supermassereichen Schwarzen Löcher selbst, sondern auch ihre Fütterungsmechanismen bereits völlig &#8222;ausgereift&#8220; gewesen, als das Universum gerade mal 5% so alt war wie heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schließt eine Reihe der Lösungsvorschläge für die große Masse früher Schwarzer Löcher aus und stützt damit die Idee, dass supermassereiche Schwarze Löcher von Anfang an eine beträchtliche Masse gehabt haben müssen, im Fachjargon der Astronomie: dass sie &#8222;primordial&#8220; oder bereits von Anfang an „groß angelegt“ (&#8222;seeded large&#8220;) sind. Supermassereiche Schwarze Löcher hätten sich demnach nicht aus den Überresten früher Sterne gebildet und wären erst anschließend sehr schnell massereich geworden. Sie dürften sich im Gegenteil von vornherein mit Massen von mindestens hunderttausend Sonnenmassen gebildet haben, vermutlich durch den Kollaps massereicher früher Gaswolken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformationen</strong><br>Die hier beschriebenen Ergebnisse wurden unter dem Titel &#8222;JWST rest-frame infrared spectroscopy reveals a mature quasar at cosmic dawn&#8220; in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten MPIA-Wissenschaftler sind Sarah Bosman (ebenfalls Universität Heidelberg), Fabian Walter, Leindert Boogaard, Manuel Güdel und Thomas Henning, in Zusammenarbeit mit dem MIRI Guaranteed Time Observations (MIRI GTO) Team.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation:</strong><br>S. Bosman et al., &#8222;JWST rest-frame infrared spectroscopy reveals a mature quasar at cosmic dawn&#8220; in Nature Astronomy.<br>DOI: 10.1038/s41550-024-02273-0<br><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-024-02273-0" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-024-02273-0</a></p>



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<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=629.msg562947#msg562947" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Schwarze Löcher</a></li>
</ul>
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		<title>JWST: Wachsende supermassereiche Schwarze Löcher entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/jwst-wachsende-supermassereiche-schwarze-loecher-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2024 14:17:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gleich im ersten Jahr seines Einsatzes machte das James-Webb-Weltraumteleskop eine unerwartete Entdeckung: Viele kleine lichtschwache rote Punkte im fernen Universum könnten die Art und Weise verändern, wie wir die Entstehung supermassereicher Schwarzer Löcher verstehen. Die Forschungsarbeit unter der Leitung von Jorryt Matthee, Assistenzprofessor für Astrophysik am Institute of Science and Technology Austria (ISTA), wurde nun [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Gleich im ersten Jahr seines Einsatzes machte das James-Webb-Weltraumteleskop eine unerwartete Entdeckung: Viele kleine lichtschwache rote Punkte im fernen Universum könnten die Art und Weise verändern, wie wir die Entstehung supermassereicher Schwarzer Löcher verstehen. Die Forschungsarbeit unter der Leitung von Jorryt Matthee, Assistenzprofessor für Astrophysik am Institute of Science and Technology Austria (ISTA), wurde nun in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal veröffentlicht. Eine Presseaussendung des ISTA.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: ISTA 7. März 2024.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RiesigerQuasarundkleinerotePunkteNASAESACSAJMattheeISTARMackenz.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Riesiger Quasar und kleine rote Punkte. Ein EIGER (JWST)-Bild des Quasars J1148+5251 mit 10 Milliarden Sonnenmassen (blaues Kästchen). Zwei “Baby-Quasare” (rote Kästchen) sind im selben Datensatz zu sehen. (Bild: NASA, ESA, CSA, J. Matthee (ISTA), R. Mackenzie (ETH Zürich), D. Kashino (National Observatory of Japan), S. Lilly (ETH Zürich))" data-rl_caption="" title="Riesiger Quasar und kleine rote Punkte. Ein EIGER (JWST)-Bild des Quasars J1148+5251 mit 10 Milliarden Sonnenmassen (blaues Kästchen). Zwei “Baby-Quasare” (rote Kästchen) sind im selben Datensatz zu sehen. (Bild: NASA, ESA, CSA, J. Matthee (ISTA), R. Mackenzie (ETH Zürich), D. Kashino (National Observatory of Japan), S. Lilly (ETH Zürich))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RiesigerQuasarundkleinerotePunkteNASAESACSAJMattheeISTARMackenz26.jpg" alt="Riesiger Quasar und kleine rote Punkte. Ein EIGER (JWST)-Bild des Quasars J1148+5251 mit 10 Milliarden Sonnenmassen (blaues Kästchen). Zwei “Baby-Quasare” (roten Kästchen) sind im selben Datensatz zu sehen. (Bild: NASA, ESA, CSA, J. Matthee (ISTA), R. Mackenzie (ETH Zürich), D. Kashino (National Observatory of Japan), S. Lilly (ETH Zürich))" class="wp-image-137385"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Riesiger Quasar und kleine rote Punkte. Ein EIGER (JWST)-Bild des Quasars J1148+5251 mit 10 Milliarden Sonnenmassen (blaues Kästchen). Zwei “Baby-Quasare” (rote Kästchen) sind im selben Datensatz zu sehen. (Bild: NASA, ESA, CSA, J. Matthee (ISTA), R. Mackenzie (ETH Zürich), D. Kashino (National Observatory of Japan), S. Lilly (ETH Zürich))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">7. März 2024 &#8211; Ein Haufen kleiner roter Punkte in einer winzigen Region unseres Nachthimmels könnte eine unerwartete Entdeckung gleich im ersten Betriebsjahr des James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) darstellen: Bisher waren diese Objekte durch die ‚Augen‘ des älteren Hubble-Weltraumteleskops nicht von normalen Galaxien zu unterscheiden. „Ohne für diesen speziellen Zweck entwickelt worden zu sein, hat uns das JWST dabei geholfen, festzustellen, dass es sich bei den lichtschwachen kleinen roten Punkten um kleine Versionen von extrem massereichen Schwarzer Löcher handelt, die sehr weit weg – in der fernen Vergangenheit des Universums – zu finden sind. Diese speziellen Himmelskörper könnten unser Verständnis der Entstehung Schwarzer Löchern verändern“, sagt Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) und Hauptautor der Studie. „Die vorliegenden Ergebnisse könnten uns einen Schritt näher an die Lösung eines der größten Dilemmas der Astronomie bringen: Nach den derzeitigen Modellen sind einige supermassereiche Schwarze Löcher im frühen Universum einfach ‚zu schnell‘ gewachsen. Wie sind sie also entstanden?“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die kosmischen bodenlosen Gruben</strong><br>Wissenschaftler:innen hielten Schwarze Löcher lange Zeit für eine mathematische Kuriosität, bis ihre Existenz immer offensichtlicher wurde. Diese seltsamen kosmischen bodenlosen Gruben könnten eine derart kompakte Masse und starke Anziehungskraft haben, dass sich ihnen nichts entziehen kann: Sie saugen alles in sich hinein, auch kosmischen Staub, Planeten und Sterne, und verformen den Raum und die Zeit um sie herum so, dass nicht einmal Licht entkommen kann. Die allgemeine Relativitätstheorie, die von Albert Einstein vor über einem Jahrhundert veröffentlicht wurde, sagte voraus, dass Schwarze Löcher jede beliebige Masse haben können. Einige der faszinierendsten Schwarzen Löcher sind die supermassereichen Schwarzen Löcher, im Englischen supermassive black holes, kurz SMBH, genannt. Diese können die millionen- bis milliardenfache Masse unserer Sonne erreichen. Mittlerweile sind sich Astrophysiker:innen einig, dass sich im Zentrum fast jeder großen Galaxie ein supermassereiches Schwarzes Loch befindet. Sogar im Zentrum der Milchstraße existiert Sagittarius A*, ein SMBH, das mehr als das Viermillionenfache der Sonnenmasse hat. Für diesen Nachweis wurde der Nobelpreis für Physik 2020 verliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu massiv, um existieren zu können</strong><br>Doch nicht alle supermassereichen Schwarzen Löcher sind gleich. Während Sagittarius A* mit einem schlafenden Vulkan verglichen werden könnte, wachsen manche andere extrem schnell, indem sie astronomische Mengen an Materie verschlingen. Dadurch strahlen sie so viel Licht aus, dass sie bis an den Rand des sich immer weiter ausdehnenden Universums beobachtet werden können. Diese supermassereichen Schwarze Löcher werden als Quasare bezeichnet und gehören zu den hellsten Objekten im Universum. „Ein Problem bei Quasaren ist, dass einige von ihnen viel zu massiv zu sein scheinen, vor Allem angesichts des Alters des Universums, in dem diese Quasare beobachtet werden. Wir nennen sie die ‚problematischen Quasare‘“, sagt Matthee. „Wenn man bedenkt, dass Quasare aus den Explosionen massereicher Sterne entstehen und dass wir ihre maximale Wachstumsrate aus den allgemeinen Gesetzen der Physik kennen, sehen einige von ihnen so aus, als wären sie schneller gewachsen, als es möglich ist. Es ist wie ein fünfjähriges, aber zwei Meter großes Kind zu sehen. Irgendetwas passt also nicht zusammen“, erklärt er. Könnten supermassereiche Schwarze Löcher vielleicht noch schneller wachsen, als wir ursprünglich dachten? Oder entstehen sie einfach anders?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kleine Versionen von riesigen Ungetümen</strong><br>Jetzt haben Matthee und seine Kolleg:innen mehrere Himmelskörper identifiziert, die auf den JWST-Bildern als kleine rote Punkte erscheinen. Außerdem zeigen sie, dass es sich bei diesen Himmelskörpern um supermassereiche Schwarze Löcher handelt, die jedoch nicht unverhältnismäßig groß sind. Entscheidend für die Feststellung, dass es sich bei diesen Himmelskörpern um supermassereiche Schwarze Löcher handelt, war der Nachweis von Hα-Spektrallinien mit breiten Linienprofilen. Hα-Linien sind Spektrallinien im tiefroten Bereich des sichtbaren Lichts, die bei der Erhitzung von Wasserstoffatomen emittiert werden. Die Breite der Spektren spiegelt die Bewegung des Gases wider. „Je breiter die Basis der Hα-Linien ist, desto höher ist die Geschwindigkeit des Gases. Diese Spektren verraten uns also, dass wir es mit einer sehr kleinen Gaswolke zu tun haben, die sich extrem schnell bewegt und um etwas sehr Massereiches wie ein supermassereiches Schwarzes Loch kreist“, sagt Matthee. Bei den kleinen roten Punkten handelt es sich jedoch nicht um die riesigen kosmischen Monster, die man in übermäßig großen Quasaren findet. „Während die ‚problematischen Quasare‘ blau und extrem hell sind und die milliardenfache Masse der Sonne erreichen, sind die kleinen roten Punkte eher wie ‚Baby-Quasare‘. Ihre Massen liegen zwischen zehn und hundert Millionen Sonnenmassen. Außerdem erscheinen sie rot, weil sie staubig sind. Der Staub verschleiert die Schwarzen Löcher und lässt ihr Licht rot aussehen“, sagt Matthee. Aber irgendwann wird der Gasausfluss der Schwarzen Löcher den Staubkokon durchdringen, und aus diesen kleinen roten Punkten werden sich Riesen entwickeln. Der ISTA-Astrophysiker und sein Team vermuten daher, dass es sich bei den kleinen roten Punkten um kleine, rote Versionen von riesigen blauen supermassereichen Schwarzen Löchern handelt, die sich in einer frühen Entwicklungsphase befinden. „Die genauere Untersuchung dieser Baby-Quasare wird uns ermöglichen, besser zu verstehen, wie problematische Quasare zustande kommen.“</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JorrytMattheeAssistenzprofessorISTAPeterRigaudISTA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am ISTA. (Bild: Peter Rigaud/ISTA)" data-rl_caption="" title="Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am ISTA. (Bild: Peter Rigaud/ISTA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JorrytMattheeAssistenzprofessorISTAPeterRigaudISTA26.jpg" alt="Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am ISTA. (Bild: Peter Rigaud/ISTA)" class="wp-image-137383" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JorrytMattheeAssistenzprofessorISTAPeterRigaudISTA26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JorrytMattheeAssistenzprofessorISTAPeterRigaudISTA26-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Jorryt Matthee, Assistenzprofessor am ISTA. (Bild: Peter Rigaud/ISTA)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine bahnbrechende Technologie</strong><br>Matthee und sein Team konnten die Baby-Quasare dank der Datensätze der JWST-Programme EIGER (Emission-line galaxies and Intergalactic Gas in the Epoch of Reionization) und FRESCO (First Reionization Epoch Spectroscopically Complete Observations) finden. Dies sind ein großes und ein mittleres JWST-Programm, an denen Matthee beteiligt war. Im vergangenen Dezember führte die Zeitschrift Physics World EIGER als einen Top 10 Durchbruch des Jahres 2023 auf. „EIGER wurde entwickelt, um speziell die seltenen blauen supermassereichen Quasare und ihre Umgebungen zu untersuchen. Das Ziel war nicht die kleinen roten Punkte zu finden, aber wir haben sie zufällig im selben Datensatz gefunden. Das liegt daran, dass EIGER mit der Nahinfrarotkamera des JWST Emissionsspektren von allen Himmelskörpern aufnimmt“, sagt Matthee. „Wenn Sie Ihren Zeigefinger heben und Ihren Arm vollständig ausstrecken, entspricht der von uns untersuchte Bereich des Nachthimmels etwa einem Zwanzigstel der Oberfläche Ihres Nagels. Bislang haben wir also wahrscheinlich nur an der Oberfläche gekratzt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matthee ist zuversichtlich, dass diese Ergebnisse viele neue Forschungsrichtungen eröffnen und zur Beantwortung einiger der großen Fragen über das Universum beitragen werden. „Schwarze Löcher aller Art gehören wohl zu den interessantesten Himmelskörpern überhaupt. Es ist schwer zu erklären, warum sie existieren, aber sie sind eben da. Wir hoffen, dass diese Arbeit uns helfen wird, eines der größten Rätsel des Universums zu lösen“, schließt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalpublikation:</strong><br>Jorryt Matthee et al. 2024. Little Red Dots: An Abundant Population of Faint Active Galactic Nuclei (AGN) at z ~ 5 Revealed by the EIGER and FRESCO JWST Surveys. The Astrophysical Journal. DOI: doi.org/10.3847/1538-4357/ad2345<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ad2345" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ad2345</a><br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ad2345/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ad2345/pdf</a></p>


<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=536.msg560256#msg560256" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktive Galaktische Kerne &#8211; Quasare &#8211; supermassive Schwarze Löcher</a></li>
</ul>
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		<title>Starke Magnetfelder eines supermassiven schwarzen Lochs in neuem Licht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/starke-magnetfelder-eines-supermassiven-schwarzen-lochs-in-neuem-licht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2023 21:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue M87*-Ergebnisse vom Event Horizon Telescope. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 8. November 2023. 8. November 2023 &#8211; Zum ersten Mal ist es gelungen, die Spiralform des drehenden Lichts zu messen, das vom Rand eines supermassereichen Schwarzen Lochs entweicht. Diese Ergebnisse hat die Event Horizon Telescope (EHT) Kollaboration (an [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Neue M87*-Ergebnisse vom Event Horizon Telescope. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 8. November 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2023/04/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Computersimulation des Plasmas um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87. Eine neue Analyse von zirkular polarisiertem (oder spiralförmigem) Licht in EHT-Beobachtungen zeigt, dass in der Nähe des Schwarzen Lochs starke Magnetfelder existieren. Diese Magnetfelder wirken auf die einfallende Materie zurück und tragen dazu bei, dass Materiestrahlen mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit nach außen geschleudert werden. (Grafik: George Wong)" data-rl_caption="" title="Computersimulation des Plasmas um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87. Eine neue Analyse von zirkular polarisiertem (oder spiralförmigem) Licht in EHT-Beobachtungen zeigt, dass in der Nähe des Schwarzen Lochs starke Magnetfelder existieren. Diese Magnetfelder wirken auf die einfallende Materie zurück und tragen dazu bei, dass Materiestrahlen mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit nach außen geschleudert werden. (Grafik: George Wong)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong26.jpg" alt="Computersimulation des Plasmas um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87. Eine neue Analyse von zirkular polarisiertem (oder spiralförmigem) Licht in EHT-Beobachtungen zeigt, dass in der Nähe des Schwarzen Lochs starke Magnetfelder existieren. Diese Magnetfelder wirken auf die einfallende Materie zurück und tragen dazu bei, dass Materiestrahlen mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit nach außen geschleudert werden. (Grafik: George Wong)" class="wp-image-133623" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong26-150x150.jpg 150w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong26-100x100.jpg 100w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SchwarzeLochimZentrumvonM87GeorgeWong26-120x120.jpg 120w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Computersimulation des Plasmas um das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie M87. Eine neue Analyse von zirkular polarisiertem (oder spiralförmigem) Licht in EHT-Beobachtungen zeigt, dass in der Nähe des Schwarzen Lochs starke Magnetfelder existieren. Diese Magnetfelder wirken auf die einfallende Materie zurück und tragen dazu bei, dass Materiestrahlen mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit nach außen geschleudert werden. (Grafik: George Wong)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">8. November 2023 &#8211; Zum ersten Mal ist es gelungen, die Spiralform des drehenden Lichts zu messen, das vom Rand eines supermassereichen Schwarzen Lochs entweicht. Diese Ergebnisse hat die Event Horizon Telescope (EHT) Kollaboration (an der das MPI für Radioastronomie und das Institut de Radioastronomie Millimétrique maßgeblich beteiligt sind) kürzlich veröffentlicht. Diese sogenannte zirkulare Polarisation ist eine Folge der Rotation der Schwingungsrichtung des elektrischen Feldes in den Radiowellen. Auf seiner Reise bringt das Radiolicht Informationen über die Magnetfeld-Struktur und die Zusammensetzung der energetischen Teilchen nahe dem Schwarzen Loch mit sich. Die neue Arbeit, die heute in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde, unterstützt frühere Erkenntnisse des EHT bezüglich eines rotierenden Magnetfeldes, das stark genug ist das schwarze Loch in der Galaxie M87 zeitweise daran zu hindern, Materie zu “verschlucken”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Die Untersuchung der zirkularen Polarisation war der letzte Teil unserer umfassenden Analyse der Polarisation um das Schwarze Loch in M87 mit den Daten aus dem Jahr 2017. Da die zirkulare Polarisation relativ schwach ist, war es besonders schwierig dieses Signal zu extrahieren”, sagt Andrew Chael, Wissenschaftler der Gravity Initiative an der Princeton University, der das heute vorgestellte Projekt koordiniert hat. &#8222;Diese neuen Ergebnisse bestätigen unser Bild eines starken Magnetfelds, welches das heiße Gas um das Schwarze Loch durchdringt. Die EHT-Beobachtungen helfen uns, besser zu verstehen, wie Schwarze Löcher Materie aufsaugen und gleichzeitig energiereiche Jets ausstoßen, die weit über die Galaxie hinausreichen können, in der sich das Schwarze Loch befindet.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2019 erreichte das Event Horizon Telescope (EHT) einen Meilenstein als es zum ersten Mal ein Bild eines glühenden Rings aus heißem Plasma um das zentrale Schwarze Loch in M87 zeigte. Im Jahr 2021 veröffentlichten die EHT-Wissenschaftler dann ein weiteres Bild, das die Ausrichtung der elektrischen Felder des Lichts zeigt, also die lineare Polarisation aus dem Plasmaring. Diese lineare Polarisation deutet auf die Existenz geordneter und starker Magnetfelder in der Nähe des Ereignishorizonts des Schwarzen Lochs hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Darauf aufbauend liefern unsere neuen Messungen der zirkularen Polarisation, die zeigen, wie sich die elektrischen Felder des Lichts spiralförmig drehen, eine noch überzeugendere Bestätigung für die Existenz dieser starken Magnetfelder&#8220;, sagt Eduardo Ros, Wissenschaftler am MPIfR und Koautor der veröffentlichten Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das zirkular polarisierte Signal ist etwa 100 Mal schwächer als die unpolarisierte Strahlung, die wir für das erste Bild des Schwarzen Lochs verwendet haben&#8220;, erklärt Ioannis Myserlis, Astronom am Institut für Radioastronomie im Millimeterbereich (IRAM). &#8222;Dieses schwache Signal in den Daten zu finden war, als würde man versuchen, ein Gespräch neben einem Presslufthammer zu verfolgen. Wir mussten unsere Methoden sorgfältig testen, um herauszufinden, worauf wir uns wirklich verlassen konnten.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diese genaue Analyse durchführen zu können, entwickelte und testete das Team mehrere neue Methoden, um aus den spärlichen und verrauschten EHT-Messungen ein polarisiertes Bild zu rekonstruieren. &#8222;Es war entscheidend, unsere verschiedenen Analysemethoden gegen simulierte Daten und gegeneinander zu testen&#8220;, sagt Freek Roelofs, Postdoktorand am Center for Astrophysics | Harvard and Smithsonian. In einer ebenfalls heute veröffentlichten Arbeit stellte Roelofs fest, dass die Daten einen überraschenden Unterschied zwischen den links- und rechtshändig zirkular polarisierten Anteilen des Lichtes des Rings zeigen. Dieses Ergebnis basiert jedoch auf der (plausiblen) Annahme einer ringförmigen Struktur der Emission – unter weniger stringenten Annahmen über die Helligkeitsverteilung verschwanden diese Unterschiede. &#8222;Zusammen zu arbeiten und herauszufinden, was und was nicht aus den Daten abgeleitet werden kann, hat dieses Projekt unglaublich spannend und interessant gemacht&#8220;, sagt Roelofs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team führte verschiedene Tests mit den Daten durch, die alle auf die tatsächliche Präsenz zirkular polarisierten Lichtes in der Nähe des Ereignishorizonts hinweisen. Maciek Wielgus, Wissenschaftler am MPIfR und Mitglied des Teams, erklärt: &#8222;Da die Genauigkeit der EHT-Messungen der zirkularen Polarisation durch die Messempfindlichkeit begrenzt war, konnte unser Team letztlich kein klares Bild von der &#8218;Händigkeit&#8216; des zirkular polarisierten Lichtes gewinnen. Stattdessen konnten wir aber feststellen, dass der zirkular polarisierte (oder spiralförmige) Anteil des Lichts nur einen kleinen Teil des gesamten Lichts ausmacht, aus dem sich das Bild des Schwarzen Lochs zusammensetzt.”</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer kürzlich durchgeführten Studie hat das Team des EHT mit einer speziellen Messtechnik verschiedene Hypothesen über die Form und das Verhalten von Plasma- und Magnetfeldern in der Umgebung eines Schwarzen Lochs untersucht. Dabei kamen auch modernste Supercomputer-Simulationen zum Einsatz. Die nun vorliegende Messung der zirkularen Polarisation untermauert frühere Befunde, die auf die Existenz starker Magnetfelder hindeuten. Diese Magnetfelder üben eine beträchtliche Kraft auf die in das Schwarze Loch fallende Materie aus und begünstigen die Bildung robuster Plasmajets, die sich weit vom Zentralbereich der Galaxie M87 entfernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kombinierte Analyse von Simulationen und Beobachtungen zeigt eine turbulente und dynamische Umgebung nahe dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs. In dieser Region kommt es zu heftigen Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern, dem heißen Plasma und der Schwerkraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Obwohl die EHT-Daten von 2017 nicht empfindlich genug sind, um alle Details in der Struktur der zirkularen Polarisation um das Schwarze Loch zu enthüllen, sind wir optimistisch die momentanen Einschränkungen überwinden zu können&#8220;, sagt Thomas Krichbaum vom MPIfR, einer der Pioniere von Millimeter-VLBI Messungen. &#8222;Unsere laufende Analyse neuerer und besserer EHT-Datensätze verspricht, dass wir dieses Signal noch genauer messen können. Das würde uns Aufschluss darüber geben, ob Materie-Antimaterie-Paare Teil des Plasmas am Ereignishorizont sind und welche Mechanismen ihrer Beschleunigung auf nahezu Lichtgeschwindigkeit zugrunde liegen&#8220;, schließt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den teilnehmenden Teleskopen in der Messung befindet sich auch das vom MPIfR gebaute und betriebene Radioteleskop APEX in Chile. &#8222;Die Arbeit an diesen bahnbrechenden Beobachtungen war zweifellos eine große Herausforderung, aber sie hat uns auf die spannenden Perspektiven vorbereitet, die noch vor uns liegen&#8220;, ergänzt Anton Zensus, Gründungsvorsitzender der EHT-Kooperation und Direktor am MPIfR. Er fügt hinzu: &#8222;Das EHT erlebt derzeit eine rasante Expansion mit neuen Teleskopen und verbesserter Technologie an allen Observatorien, die auch auf den Ergebnissen von unserem VLBI-Korrelator in Bonn basieren.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr Informationen</strong><br>An der EHT-Kollaboration sind mehr als 300 Forscher aus Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika beteiligt. Die internationale Kollaboration arbeitet daran, die detailliertesten Bilder von Schwarzen Löchern zu erfassen, die je gemacht wurden, indem sie ein virtuelles Teleskop in Erdgröße erzeugt. Unterstützt durch beträchtliche internationale Investitionen verknüpft das EHT bestehende Teleskope mit neuartigen Systemen und schafft so ein grundlegend neues Instrument mit dem höchsten bisher erreichten Winkelauflösungsvermögen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzelnen beteiligten Teleskope sind: ALMA, APEX, das IRAM 30-Meter-Teleskop, das IRAM NOEMA Observatorium, das James Clerk Maxwell Teleskop (JCMT), das Large Millimeter Telescope (LMT), das Submillimeter Array (SMA), das Submillimeter Teleskop (SMT), das South Pole Telescope (SPT), das Kitt Peak Teleskop und das Greenland Telescope (GLT).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das EHT-Konsortium besteht aus 13 beteiligten Instituten: dem Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics, der University of Arizona, der University of Chicago, dem East Asian Observatory, der Goethe-Universität Frankfurt, dem Institut de Radioastronomie Millimétrique, dem Large Millimeter Telescope, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie, dem MIT Haystack Observatory, dem National Astronomical Observatory of Japan, dem Perimeter Institute for Theoretical Physics, der Radboud University und dem Smithsonian Astrophysical Observatory.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Folgende Wissenschaftler, die dem MPIfR angehören, sind Mitautoren der Veröffentlichung: Walter Alef, Rebecca Azulay, Uwe Bach, Anne-Kathrin Baczko, Silke Britzen, Gregory Desvignes, Sergio A. Dzib, Ralph P. Eatough, Christian M. Fromm, Michael Janssen, Dong-Jin Kim, Jae-Young Kim, Joana A. Kramer, Michael Kramer, Thomas P. Krichbaum, Mikhail Lisakov, Jun Liu, Kuo Liu, RuSen Lu, Andrei P. Lobanov, Nicholas R. MacDonald, Nichola Marchilli, Karl M. Menten, Cornelia Müller, Hendrik Müller, Aristeidis Noutsos, Gisela N. Ortiz-León, Georgios F. Paraschos, Felix M. Pötzl, Eduardo Ros, Helge Rottmann, Alan L. Roy, Tuomas Savolainen, Lijing Shao, Pablo Torne, Efthalia Traianou, Jan Wagner, Robert Wharton, Maciek Wielgus, Gunther Witzel, und J. Anton Zensus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei IRAM, mit seinen Standorten in Grenoble und Granada, sind folgende Wissenschaftler Mitglieder des Teams: Michael Bremer, Dominique Broguiere, Sergio A. Dzib, Roberto García, Olivier Gentaz, Carsten Kramer, Ioannis Myserlis, Roberto Neri, Vincent Piétu, Ignacio Ruiz, Salvador Sánchez, Miguel Sánchez-Portal, Karl-Friedrich Schuster, und Pablo Torne.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichungen</strong><br>First M87 Event Horizon Telescope Results IX: Detection of Near-Horizon Circular Polarization<br>EHT Collaboration et al., The Astrophysical Journal, 8 November 2023, DOI: 10.3847/2041-8213/acff70<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff70" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff70</a><br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff70/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff70/pdf</a><br>Polarimetric geometric modeling for mm-VLBI observations of black holes<br>F. Roelofs, M.D. Johnson, A. Chael, M. Janssen, M. Wielgus, and the EHT Collaboration, The Astrophysical Journal, 8 November 2023, DOI: 10.3847/2041-8213/acff6f<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff6f" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff6f</a><br>pdf: <a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff6f/pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/acff6f/pdf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=629.msg555961#msg555961" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Schwarze Löcher</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10740.msg555962#msg555962" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Event Horizon Telescope &#8222;EHT&#8220;</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MPIfR: ERC Starting Grant für Dr. Aditya Parthasarathy</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpifr-erc-starting-grant-fuer-dr-aditya-parthasarathy/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 21:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aditya Parthasarathy]]></category>
		<category><![CDATA[ASTRON]]></category>
		<category><![CDATA[ERC]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
		<category><![CDATA[Gammaastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[GIGA]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitationswellen]]></category>
		<category><![CDATA[Gravitationswellenhintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Horizon Europe]]></category>
		<category><![CDATA[MPIfR]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar]]></category>
		<category><![CDATA[Pulsar Timing Array]]></category>
		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie entwickeln sich Galaxien? Was passiert, wenn supermassereiche schwarze Löcher verschmelzen? Wie sah das Universum kurz nach dem Urknall aus? Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 5. September 2023. 5. September 2023 &#8211; Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat Dr. Aditya Parthasarathy, einem Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Wie entwickeln sich Galaxien? Was passiert, wenn supermassereiche schwarze Löcher verschmelzen? Wie sah das Universum kurz nach dem Urknall aus? Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 5. September 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DrAdityaParthasarathyAParthasarathyMPIfR12.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Aditya Parthasarathy (Foto: Aditya Parthasarathy / MPIfR)" data-rl_caption="" title="Dr. Aditya Parthasarathy (Foto: Aditya Parthasarathy / MPIfR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="320" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DrAdityaParthasarathyAParthasarathyMPIfR26.jpg" alt="Dr. Aditya Parthasarathy (Foto: Aditya Parthasarathy / MPIfR)" class="wp-image-130881" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DrAdityaParthasarathyAParthasarathyMPIfR26.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DrAdityaParthasarathyAParthasarathyMPIfR26-244x300.jpg 244w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Aditya Parthasarathy (Foto: Aditya Parthasarathy / MPIfR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">5. September 2023 &#8211; Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat Dr. Aditya Parthasarathy, einem Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn, im Rahmen des Förderprogramms „Horizon Europe“ einen renommierten und äußerst begehrten Starting Grant in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro verliehen. Der Betrag wird es ihm und seinem Team ermöglichen, die genannten grundlegenden Fragen der Astrophysik im Rahmen des Projekts &#8222;A Gamma-ray Infrastructure to Advance Gravitational Wave Astrophysics“ (GIGA) zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist eine sehr aufregende Zeit für die Gravitationswellenforschung bei niedrigen Frequenzen. Mit GIGA werden wir den Stand der Technik für Pulsar-Timing-Arrays sowohl im Gammastrahlen- als auch im Radiowellenbereich vorantreiben“, sagt Dr. Aditya Parthasarathy. Pulsare entstehen durch den finalen Gravitationskollaps massereicher Sterne, der einen kompakten Neutronenstern zurücklässt, der dichter als ein Atomkern ist und sich Hunderte Male pro Sekunde um die eigene Achse dreht. Neutronensterne senden bei jeder Umdrehung Strahlen aus, die wie ein Signal von kosmischen Leuchttürmen durch die Galaxis ziehen. Die unglaubliche Regelmäßigkeit ihrer Pulse kann genutzt werden, um nach winzigen Schwankungen in ihrem Ticken zu suchen, die eine Fülle astrophysikalischer Informationen enthalten. Ein Pulsar-Timing-Array nutzt eine ganze Ansammlung solcher kosmischen Uhren, um das schwache Meer von Gravitationswellen zu entdecken, das das Universum durchdringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird erwartet, dass dieser sogenannte Gravitationswellenhintergrund von Paaren supermassereicher schwarzer Löcher stammt, die in den Zentren verschmelzender Galaxien zu finden sind. Ein signifikanter Nachweis dieses Signals wird unser Verständnis der Entwicklung von Galaxien und der Eigenschaften des frühen Universums kurz nach dem Urknall verbessern. Kürzlich hat ein internationales Team von Astronomen den ersten überzeugenden Beweis für den Gravitationswellenhintergrund bekannt gegeben, wobei viele der empfindlichsten Radioteleskope der Welt und über 15 Jahre lang gesammelte Daten zum Einsatz kamen. Obwohl dieses bahnbrechende Ergebnis den ersten Schritt zur Erforschung niederfrequenter Gravitationswellen darstellt, bleibt noch sehr viel zum weiteren Verständnis zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eines der größten Hindernisse bei der Verbesserung der Empfindlichkeit von Pulsar Timing Arrays ist unsere Kenntnis des interstellaren Mediums und der Modellierung seiner Auswirkungen auf die Beobachtungsdaten von Pulsaren“, sagt Dr. Parthasarathy. Wenn sich Radiowellen vom Pulsar zu unserem Planeten ausbreiten, werden sie von den Elektronen im interstellaren Medium abgelenkt, was direkte Messungen der Gravitationswellenparameter verfälscht. „GIGA wird diese große Einschränkung überwinden, indem es Gammastrahlen-Beobachtungen von Pulsaren mit dem Fermi-Weltraumteleskop der NASA nutzt. Da Gammastrahlen nicht in gleicher Weise durch das interstellare Medium beeinflusst werden, wird ein Gammastrahlen-Pulsar-Timing-Array einen unabhängigen und direkteren Nachweis des Gravitationswellenhintergrunds ermöglichen“, fügt er hinzu.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArtTwoDanielleFutselaarMPIfRartsourcenl.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Zwei künstlerische Darstellungen: Links: Ensemble von Pulsaren, die dazu dienen, einen Hintergrund von Gravitationswellen im Weltraum aufzuspüren, die von verschmelzenden supermassereichen schwarzen Löchern erzeugt werden. Rechts: Das Fermi-Weltraumteleskop der NASA bei der Beobachtung von Gammastrahlenpulsaren und der unabhängigen Erfassung des Gravitationswellenhintergrunds. (Grafik: Daniëlle Futselaar / MPIfR (artsource.nl))" data-rl_caption="" title="Zwei künstlerische Darstellungen: Links: Ensemble von Pulsaren, die dazu dienen, einen Hintergrund von Gravitationswellen im Weltraum aufzuspüren, die von verschmelzenden supermassereichen schwarzen Löchern erzeugt werden. Rechts: Das Fermi-Weltraumteleskop der NASA bei der Beobachtung von Gammastrahlenpulsaren und der unabhängigen Erfassung des Gravitationswellenhintergrunds. (Grafik: Daniëlle Futselaar / MPIfR (artsource.nl))" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="312" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArtTwoDanielleFutselaarMPIfRartsourcenl60.jpg" alt="Zwei künstlerische Darstellungen: Links: Ensemble von Pulsaren, die dazu dienen, einen Hintergrund von Gravitationswellen im Weltraum aufzuspüren, die von verschmelzenden supermassereichen schwarzen Löchern erzeugt werden. Rechts: Das Fermi-Weltraumteleskop der NASA bei der Beobachtung von Gammastrahlenpulsaren und der unabhängigen Erfassung des Gravitationswellenhintergrunds. (Grafik: Daniëlle Futselaar / MPIfR (artsource.nl))" class="wp-image-130879" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArtTwoDanielleFutselaarMPIfRartsourcenl60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArtTwoDanielleFutselaarMPIfRartsourcenl60-300x156.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Zwei künstlerische Darstellungen: Links: Ensemble von Pulsaren, die dazu dienen, einen Hintergrund von Gravitationswellen im Weltraum aufzuspüren, die von verschmelzenden supermassereichen schwarzen Löchern erzeugt werden. Rechts: Das Fermi-Weltraumteleskop der NASA bei der Beobachtung von Gammastrahlenpulsaren und der unabhängigen Erfassung des Gravitationswellenhintergrunds. (Grafik: Daniëlle Futselaar / MPIfR (artsource.nl))</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„GIGA ist eine aufregende Idee, die bahnbrechende Ergebnisse verspricht“, sagt Prof. Michael Kramer, Direktor am MPIfR und Leiter der Forschungsabteilung „Radioastronomische Fundamentalphysik“ des Instituts. „Eine Kombination von Gammastrahlen- und Radiodaten wird nicht nur die abgeleitete Empfindlichkeit für den Gravitationswellenhintergrund erhöhen, sondern auch dazu beitragen, dessen astrophysikalische Ursprünge besser zu verstehen“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Parthasarathy wird vor Ende 2023 zu ASTRON, dem niederländischen Institut für Radioastronomie, wechseln, wo er seinen ERC Starting Grant nutzen wird, seine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. „Ich freue mich sehr darauf, meine Forschungsgruppe aufzubauen, während ich weiterhin mit meinen MPIfR-Kollegen zusammenarbeite, und ich bin dem ERC für die Finanzierung dankbar“, sagt er abschließend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation</strong><br>Der Europäische Forschungsrat (ERC) gibt die Vergabe von 400 Starting Grants an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ganz Europa bekannt. Mit den Finanzhilfen in Höhe von insgesamt € 628 Mio. € &#8211; wird die Spitzenforschung in einem breiten Spektrum von Bereichen unterstützt, von Medizin und Physik bis hin zu Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Grants helfen Forschern am Anfang ihrer Laufbahn, ihre eigenen Projekte zu starten, Forschungsteams zu bilden und ihre besten Ideen zu verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19511.msg553568#msg553568" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Ehrungen</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>AstroGeo Podcast: Schwarzes Loch im Zentrum &#8211; der falsche Stern</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-quasi-sterne-im-kern-ein-schwarzes-loch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2023 09:16:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sterne]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Eddington-Grenze]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiralgalaxie]]></category>
		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Universum]]></category>
		<category><![CDATA[Weltall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie kann man nur so verfressen sein? Das fragt sich die Astrophysik dann, wenn es um supermassereiche Schwarze Löcher geht: Die sind eigentlich viel zu schnell zu ihrem immensen Gewicht gekommen. Vielleicht haben die Quasi-Sterne hier ein bisschen nachgeholfen! </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-ad87bf0b">Wie kann man nur so verfressen sein? Das fragt sich die Astrophysik dann, wenn es um supermassereiche Schwarze Löcher geht: Die sind eigentlich viel zu schnell zu ihrem immensen Gewicht gekommen. Vielleicht haben die Quasi-Sterne hier ein bisschen nachgeholfen!</h4>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized advgb-dyn-52fae7ce"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2023/08/schwarzes-loch-visualisierung-rn.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ein schwarzer Kreis im schwarzen Nichts, aber sich abzeichnend durch viele rote Linien, die rundum reichen und davor als einzelner Strom entlangführen." data-rl_caption="" title="Ein schwarzer Kreis im schwarzen Nichts, aber sich abzeichnend durch viele rote Linien, die rundum reichen und davor als einzelner Strom entlangführen." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2023/08/schwarzes-loch-visualisierung-rn.jpg" alt="Ein schwarzer Kreis im schwarzen Nichts, aber sich abzeichnend durch viele rote Linien, die rundum reichen und davor als einzelner Strom entlangführen." class="wp-image-130616" style="width:521px;height:362px" width="521" height="362"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Laut Simulationen schaut so die Akkretionsscheibe eines Schwarzen Lochs aus: Jene Scheibe aus Gas und Materie, die einem Schwarzen Loch als Futter dient. Allerdings: In der Frühzeit unseres Universums sind supermassereiche Schwarze Löcher viel zu schnell gewachsen, als dass eine herkömmliche Akkretionsscheibe dafür ausgereicht hätte. Deshalb schlagen manche Forscherinnen und Forscher vor: Vielleicht haben die Schwarzen Löcher in ihrer Entwicklung einen Zwischenstopp als Quasi-Stern eingelegt: ein kleineres Schwarzes Loch, das von einer riesigen Hülle aus Gas umgeben ist und dank dieser Hülle sehr schnell wachsen kann. (Bild: NASA&#8217;s Goddard Space Flight Center/Jeremy Schnittman)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sterne kennen wir. Sterne sind runde, heiße und leuchtende Gaskugeln, es gibt Milliarden und Abermilliarden im Universum, angetrieben von der Kernfusion in ihrem Inneren. Aber was soll ein Quasi-Stern sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese hoch exotischen Himmelskörper betreiben in ihrem Inneren keine Kernfusion. Dafür sind sie so groß wie unser ganzes Sonnensystem – und in ihrer Mitte lauert ein Schwarzes Loch. Und eigentlich haben sie mit Sternen an sich überhaupt nichts zu tun. Wenn es sie wirklich gäbe, sähen sie wohl aber so aus wie ein viel zu groß geratener, rötlicher Riesenstern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gefunden hat bislang noch niemand einen dieser Quasi-Sterne. In dieser Folge von AstroGeo erzählt Franzi trotzdem ihre Geschichte: Sie könnten in der Frühzeit des Universums dafür gesorgt haben, dass die supermassereichen Schwarzen Löcher, die heutzutage im Zentrum fast aller Galaxien existieren, überhaupt erst so supermassereich werden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban regelmäßig eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


[podloveaudio chaptersVisible=&#8220;false&#8220; title=&#8220;AstroGeo Podcast: Schwarzes Loch im Zentrum &#8211; der etwas andere Quasi-Stern&#8220; src=&#8220;https://astrogeo.de/podlove/file/808/s/feed/c/m4a-raumfahrernet/ag075-quasi-stern.m4a&#8220; poster=&#8220;https://astrogeo.de/media/ag075-quasi-stern.jpg&#8220; duration=&#8220;01:03:49.473&#8243;]



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist der Podcast der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.msg553335#msg553335" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=629.msg553336#msg553336" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Schwarze Löcher</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-quasi-sterne-im-kern-ein-schwarzes-loch/" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast: Schwarzes Loch im Zentrum &#8211; der falsche Stern</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<enclosure url="https://astrogeo.de/podlove/file/808/s/feed/c/m4a-raumfahrernet/ag075-quasi-stern.m4a" length="0" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Neue Emmy Noether-Gruppe erforscht supermassereiche schwarze Löcher</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/neue-emmy-noether-gruppe-erforscht-supermassereiche-schwarze-loecher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 20:16:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[DFG]]></category>
		<category><![CDATA[Emmy Noether-Gruppe]]></category>
		<category><![CDATA[EUCLID]]></category>
		<category><![CDATA[Jan-Torge Schindler]]></category>
		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Hamburg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=130523</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat den Astrophysiker Dr. Jan-Torge Schindler in das Emmy Noether-Programm aufgenommen. Seine neue Nachwuchsgruppe an der Universität Hamburg untersucht die Entstehung und frühe Entwicklung supermassereicher schwarzer Löcher in den ersten zwei Milliarden Jahren unseres Universums. Dafür erhält sie eine Förderung von rund 1,7 Millionen Euro für sechs Jahre. Eine Pressemitteilung der Universität [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat den Astrophysiker Dr. Jan-Torge Schindler in das Emmy Noether-Programm aufgenommen. Seine neue Nachwuchsgruppe an der Universität Hamburg untersucht die Entstehung und frühe Entwicklung supermassereicher schwarzer Löcher in den ersten zwei Milliarden Jahren unseres Universums. Dafür erhält sie eine Förderung von rund 1,7 Millionen Euro für sechs Jahre. Eine Pressemitteilung der Universität Hamburg.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Hamburg 24. August 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">24. August 2023 &#8211; Supermassereiche schwarze Löcher befinden sich in der Regel in den Zentren von Galaxien und besitzen eine Masse von mehr als 100.000 Sonnen. Astronominnen und Astronomen nehmen an, dass diese schwarzen Löcher durch massereiche Sterne im frühen Universum entstanden sind. Die Entdeckung von einigen dieser Objekte mit Massen von Milliarden Sonnen im frühen Universum, weniger als 800 Millionen Jahre nach dem Urknall, stellt die gängigen Theorien ihrer Entstehung vor große Herausforderungen.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JanTorgeSchindlerUHHMINFuchs.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Dr. Jan-Torge Schindler (Foto: UHH/MIN/Fuchs)" data-rl_caption="" title="Dr. Jan-Torge Schindler (Foto: UHH/MIN/Fuchs)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/JanTorgeSchindlerUHHMINFuchs26.jpg" alt="Dr. Jan-Torge Schindler (Foto: UHH/MIN/Fuchs)" class="wp-image-130527"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Jan-Torge Schindler (Foto: UHH/MIN/Fuchs)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Ziel meiner Emmy Noether-Gruppe ist es, den Ursprung dieser supermassereichen schwarzen Löcher und ihr frühes Wachstum besser zur verstehen&#8220;, sagt Dr. Jan-Torge Schindler von der Hamburger Sternwarte im Fachbereich Physik der Universität Hamburg. „Unsere Ergebnisse beleuchten damit auch die Entstehung der ersten Galaxien im frühen Universum. Damit forschen wir letztendlich an unserem kosmologischen Weltbild und prüfen, ob und wie die einzelnen vorhandenen Theorien und Vorstellungen ineinandergreifen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Beantwortung dieser Fragen verwenden die Forschenden große Himmelsdurchmusterungen, die in verschiedenen Wellenlängen Bilder vom Himmel machen, und suchen auf diesen Bildern nach passenden Lichtquellen. Schwarze Löcher sind zwar nicht sichtbar, aber während sie wachsen, umgeben sie riesige, heiße Scheiben aus Gas und Staub. Diese können in der Distanz als punktförmige Lichtquellen beobachtet werden. Anschließend bewerben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Beobachtungszeit an großen Observatorien, um durch Spektroskopie festzustellen, ob es sich bei den Lichtquellen tatsächlich um die gesuchten Objekte aus dem frühen Universum handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Zeitlich passend zu meiner Emmy Noether-Gruppe ist vor kurzem die Euclid-Mission gestartet. Das ist ein Weltraumteleskop der Europäischen Weltraumorganisation ESA, welches in den kommenden sechs Jahren ein Drittel des Nachthimmels im nahen Infrarotbereich beobachten wird&#8220;, sagt Schindler, der auch im universitären Exzellenzcluster „Quantum Universe&#8220; forscht. „Da keine Atmosphäre im Weg ist, erhalten wir eine sehr lichtsensitive Karte von Milliarden von Galaxien, die es uns erlaubt, wachsende supermassereiche schwarze Löcher nur wenige 100 Millionen Jahre nach dem Urknall zu finden. Zudem gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, auch völlig neue Objekte zu entdecken.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um supermassereiche schwarze Löcher noch früher im Universum zu entdecken, nutzt die Nachwuchsgruppe auch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Dafür entwickeln sie auf die neuen Himmelsdurchmusterungen angepasste Datensätze, um vorhandene Methoden effizient zu trainieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Angebot von interdisziplinärer Forschung im Bereich des maschinellen Lernens, zum Beispiel im ‚Center for Data and Computing in Natural Sciences&#8216;, war einer von vielen Gründen, warum ich mich entschieden habe, meine Emmy Noether-Gruppe in Hamburg anzusiedeln&#8220;, sagt Schindler. „Der Hauptgrund, an die Universität Hamburg zu kommen, waren allerdings die Synergien im Bereich der extragalaktischen Astrophysik. An der Hamburger Sternwarte gibt es bereits Expertise im Bereich von Galaxien, Galaxienclustern und Kosmologie. Da passt meine Forschung gut dazu. Ich bringe ein neues Thema mit, das sich sehr gut in die vorhandenen Themenfelder einfügt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zur Person</strong><br>Dr. Jan-Torge Schindler hat Physik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel studiert. Anschließend promovierte er am Steward Observatory der University of Arizona (USA) in den Bereichen Astronomie und Astrophysik. Nach seiner Promotion forschte er als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und am Leiden Observatory der University of Leiden in den Niederlanden. Am 1. Juni 2023 startete seine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Hamburger Sternwarte im Fachbereich Physik der Universität Hamburg. Die Fördersumme über 1,7 Millionen Euro schließt die Programmpauschale mit ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Emmy Noether-Programm</strong><br>Das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft eröffnet besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Möglichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von maximal sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren. Das Programm erinnert an Emmy Noether (1882–1935), eine deutsche Mathematikerin, die als eine Begründerin der modernen Algebra gilt. Zahlreiche Phänomene und Theorien sind nach ihr benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=629.msg553320#msg553320" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Schwarze Löcher</a></li>
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			</item>
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		<title>MPIfR: Ein neuer Zugang zum Universum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpifr-ein-neuer-zugang-zum-universum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2023 20:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<category><![CDATA[supermassereiches Schwarzes Loch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein europäisches Forscherteam unter Beteiligung der Max-Planck-Institute für Radioastronomie und Gravitationsphysik hat zusammen mit indischen und japanischen Kollegen Ergebnisse von mehr als 25 Jahren Beobachtungen mit sechs der empfindlichsten Radioteleskope der Welt veröffentlicht. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 29. Juni 2023. Mit anderen internationalen Kollaborationen haben sie unabhängig voneinander [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading" id="ein-europaisches-forscherteam-unter-beteiligung-der-maxplanckinstitute-fur-radioastronomie-und-gravitationsphysik-hat-zusammen-mit-indischen-und-japanischen-kollegen-ergebnisse-von-mehr-als-25-jahren-beobachtungen-mit-sechs-der-empfindlichsten-radioteleskope-der-welt-veroffentlicht-eine-pressemeldung-des-maxplanckinstituts-fur-radioastronomie-bonn--8ceba069-d1b2-4d0a-a22f-40f3cf70e44f">Ein europäisches Forscherteam unter Beteiligung der Max-Planck-Institute für Radioastronomie und Gravitationsphysik hat zusammen mit indischen und japanischen Kollegen Ergebnisse von mehr als 25 Jahren Beobachtungen mit sechs der empfindlichsten Radioteleskope der Welt veröffentlicht. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 29. Juni 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit anderen internationalen Kollaborationen haben sie unabhängig voneinander Beweise für Gravitationswellen bei extrem niedrigen Frequenzen gefunden, die von Paaren extrem massereicher Schwarzer Löcher in den Zentren verschmelzender Galaxien stammen könnten. Die Ergebnisse sind ein entscheidender Meilenstein zur Erschließung eines neuen, astrophysikalisch bedeutenden Bereichs des Gravitationswellen-Spektrums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Reihe von Artikeln, die diese Woche in der Fachzeitschrift „Astronomy and Astrophysics“ veröffentlicht wurden, berichten Wissenschaftler:innen des European Pulsar Timing Array (EPTA) in Zusammenarbeit mit indischen und japanischen Kolleg:innen des Indian Pulsar Timing Array (InPTA) über die Ergebnisse von Messungen, die über einen Zeitraum von 25 Jahren durchgeführt wurden. Die Daten lassen auf neue Erkenntnisse in Bezug auf die Entstehung und Entwicklung unseres Universums und seiner Galaxien hoffen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/niederfreqGwellenDFutselaarartsourcenlMPIfR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eine kosmische Population binärer supermassereicher Schwarzer Löcher erzeugt einen Hintergrund aus niederfrequenten Gravitationswellen, der mit den größten Teleskopne in Europa und auf der Erde untersucht wird.(Bild: Daniëlle Futselaar (artsource.nl) / MPIfR)" data-rl_caption="" title="Eine kosmische Population binärer supermassereicher Schwarzer Löcher erzeugt einen Hintergrund aus niederfrequenten Gravitationswellen, der mit den größten Teleskopne in Europa und auf der Erde untersucht wird.(Bild: Daniëlle Futselaar (artsource.nl) / MPIfR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="300" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/niederfreqGwellenDFutselaarartsourcenlMPIfR60.jpg" alt="Eine kosmische Population binärer supermassereicher Schwarzer Löcher erzeugt einen Hintergrund aus niederfrequenten Gravitationswellen, der mit den größten Teleskopne in Europa und auf der Erde untersucht wird.(Bild: Daniëlle Futselaar (artsource.nl) / MPIfR)" class="wp-image-128886" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/niederfreqGwellenDFutselaarartsourcenlMPIfR60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/niederfreqGwellenDFutselaarartsourcenlMPIfR60-300x150.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine kosmische Population binärer supermassereicher Schwarzer Löcher erzeugt einen Hintergrund aus niederfrequenten Gravitationswellen, der mit den größten Teleskopne in Europa und auf der Erde untersucht wird.(Bild: Daniëlle Futselaar (artsource.nl) / MPIfR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">EPTA ist ein Zusammenschluss von Forschenden aus mehr als zehn Institutionen in ganz Europa und bringt Astronom:innen und theoretische Physiker:innen zusammen, welche die Beobachtungen der extrem regelmäßigen Pulse von einer besonderen Art erloschener Sternen, den so genannten Pulsaren, nutzen, um einen Gravitationswellen-Detektor von der Größe einer Galaxie zu aufzuspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein gigantischer Gravitationswellen-Detektor</strong><br>„Pulsare sind hervorragende natürliche Uhren. Wir nutzen die unglaubliche Regelmäßigkeit ihrer Signale, um nach winzigen Veränderungen in ihrem Ticken zu suchen und so die minimalen Dehnungen und Stauchungen der Raumzeit durch Gravitationswellen aus dem fernen Universum nachzuweisen“, erklärt Dr. David Champion, leitender Wissenschaftler am MPIfR in Bonn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser riesige Gravitationswellen-Detektor, der sich von der Erde bis zu 25 ausgewählten Pulsaren in der gesamten Galaxis erstreckt, ermöglicht die Untersuchung von Gravitationswellen-Frequenzen, die weit unter denen in anderen Experimenten gemessenen liegen. Die Beobachtungen werfen Licht auf das Gravitationswellen-Universum im Nanohertz-Bereich und enthüllen einzigartige Quellen und neue Phänomene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Im Zentrum von Galaxien lauern supermassereiche Schwarze Löcher, die mehrere Millionen Mal schwerer sind als die Sonne. Wenn die Pulse der Pulsare zur Erde gelangen, werden sie von den schwachen, weit entfernten Echos der Gravitationswellen geprägt, die von diesen monströsen Schwarzen Löchern ausgesendet werden“, sagt Dr. Aditya Parthasarathy, Forscher am MPIfR. Diese Echos enthalten Informationen über die kosmische Population supermassereicher binärer Schwarzer Löcher, die sich bei der Verschmelzung von Galaxien bilden und den Beginn einer neuen Reise ins Universum markieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein einzigartiger Datensatz durch koordinierte Zusammenarbeit</strong><br>Diese Ergebnisse basieren auf jahrzehntelangen koordinierten Beobachtungskampagnen mit den fünf größten Radioteleskopen in Europa: dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland, dem Lovell-Teleskop in Großbritannien, dem Nançay-Radioteleskop in Frankreich, dem Sardinia-Radioteleskop in Italien und dem Westerbork-Radiosyntheseteleskop in den Niederlanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Michael Kramer, Direktor am MPIfR in Bonn, betont: „Die Daten des Effelsberger Teleskops reichen mehr als 25 Jahre zurück. Das ist wichtig, denn es macht das EPTA einzigartig empfindlich für die niedrigsten untersuchten Frequenzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Einmal im Monat“, fügt Dr. Kuo Liu vom MPIfR in Bonn hinzu, „nehmen die europäischen Teleskope als Large European Array for Pulsars außerdem gemeinsam Daten auf, um eine zusätzliche Empfindlichkeit zu erreichen, die mit der des größten Radioteleskops der Erde vergleichbar ist.“ Diese Beobachtungen wurden auch durch Daten des InPTA in Indien ergänzt, was zur Entwicklung eines einzigartigen empfindlichen Datensatzes geführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Yajun Gou, Forscherin am MPIfR, erklärt die Bedeutung: „Unsere Teleskope haben die Pulsare sehr oft und über einen sehr langen Zeitraum hinweg beobachtet. Wir können Frequenzen der Gravitationswellen aufspüren, die so langsam sind wie eine Schwingung alle 30 Jahre, was die Empfindlichkeit gegenüber Doppelsternsystemen mit Schwarzen Löchern mit Umlaufzeiten von bis zu 50 Jahren verbessert.“ Im Gegensatz dazu ermöglicht die hohe zeitliche Dichte der Daten die Untersuchung von Frequenzen, die bis zu 100 Schwingungen pro Monat betragen. Doktorand Jiwoon Jang übersetzt: „Wir können Doppelsystem von Schwarzen Löchern mit Umlaufzeiten von wenigen Jahren bis zu Monaten herunter untersuchen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bekanntgabe der EPTA-Ergebnisse erfolgt in Abstimmung mit ähnlichen Veröffentlichungen anderer Kollaborationen weltweit, nämlich der in Parkes ansässigen australischen, der chinesischen und der nordamerikanischen Pulsar Timing Array (PTA)-Kollaborationen, abgekürzt PPTA, CPTA bzw. NANOGrav. Die Astronomen sind sich sicher, dass es sich bei dem, was sie sehen, um Signaturen von Gravitationswellen handelt, da ihre Ergebnisse mit ähnlichen Daten und Ergebnissen in allen PTA-Kollaborationen übereinstimmen und von diesen unterstützt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Analyse der Daten von Pulsar Timing Arrays wird dadurch erschwert, dass PTAs astrophysikalische Objekte als Detektoren verwenden“, erläutert Jonathan Gair, Gruppenleiter in der Abteilung „Astrophysikalische und Kosmologische Relativitätstheorie“ am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam und Mitautor der Veröffentlichung. „Es gibt viele verschiedene Rauschquellen, die die Pulsare selbst mitbringen und die bei der Suche nach der Signatur der Gravitationswellen berücksichtigt werden müssen. Das Signal selbst ist darüber hinaus zufällig, so dass es wie Rauschen aussieht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die heute vorgestellte Analyse der EPTA-Daten entspricht den Erwartungen von Astrophysikern. Der Goldstandard in der Physik für die Entdeckung eines neuen Phänomens ist jedoch, dass das Ergebnis des Experiments mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als einem Mal in einer Million auftritt. Das von EPTA &#8211; wie auch von den anderen internationalen Kollaborationen &#8211; berichtete Ergebnis erfüllt dieses Kriterium noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler der meisten führenden PTAs führen jedoch ihre Datensätze unter der Schirmherrschaft des International Pulsar Timing Array zusammen. Ziel ist es, die aktuellen Datensätze zu erweitern, indem ein Array von über 100 Pulsaren genutzt wird, die mit dreizehn Radioteleskopen beobachtet wurden, und mehr als 1000 Beobachtungen für jeden Pulsar bündeln. Diese Daten sollten es den Forschenden ermöglichen, einen unwiderlegbaren Beweis für das Vorhandensein eines Gravitationswellen-Hintergrunds bei Nanohertz-Frequenzen zu erbringen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weitere Informationen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pulsare</strong><br>Pulsare sind die Überreste massereicher Sternexplosionen, bei denen der Kern als Neutronenstern überlebt hat, sehr kompakte Objekte von 1,5 Sonnenmassen innerhalb eines Radius von 13 km. Die schnellsten Pulsare rotieren mit einer Geschwindigkeit von 700 Umdrehungen pro Sekunde und senden von ihren Magnetpolen einen Strahl aus. Aus der Sicht eines Beobachters verhalten sie sich wie kosmische Leuchttürme. Mit einem Radioteleskop werden sie als eine Reihe von Impulsen oder &#8222;Ticks&#8220; wahrgenommen, die in sehr regelmäßigen Abständen eintreffen und ein natürliches und präzises uhrähnliches Signal darstellen. Es wird erwartet, dass ein solches Uhrensignal durch niederfrequente Gravitationswellen gestört wird.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PulsarTimingArrayDChampionMPIfR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Konzept eines Pulsar-Timing-Arrays zur Beobachtung eines Ensembles von Millisekunden-Pulsaren über große Entfernungen in der Milchstraße, um so Gravitationswellen im Nanohertzbereich erfassen zu können. (Grafik: David Champion / MPIfR)" data-rl_caption="" title="Konzept eines Pulsar-Timing-Arrays zur Beobachtung eines Ensembles von Millisekunden-Pulsaren über große Entfernungen in der Milchstraße, um so Gravitationswellen im Nanohertzbereich erfassen zu können. (Grafik: David Champion / MPIfR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PulsarTimingArrayDChampionMPIfR60.jpg" alt="Konzept eines Pulsar-Timing-Arrays zur Beobachtung eines Ensembles von Millisekunden-Pulsaren über große Entfernungen in der Milchstraße, um so Gravitationswellen im Nanohertzbereich erfassen zu können. (Grafik: David Champion / MPIfR)" class="wp-image-128889" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PulsarTimingArrayDChampionMPIfR60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/PulsarTimingArrayDChampionMPIfR60-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Konzept eines Pulsar-Timing-Arrays zur Beobachtung eines Ensembles von Millisekunden-Pulsaren über große Entfernungen in der Milchstraße, um so Gravitationswellen im Nanohertzbereich erfassen zu können. (Grafik: David Champion / MPIfR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pulsar-Timing-Array (PTA)</strong><br>Ein Pulsar-Timing-Array ist ein Netzwerk von Pulsaren, die mit einem oder idealerweise mehreren Radioteleskopen beobachtet werden, um nach Gravitationswellen im Nanohertz-Bereich (d. h. mit Wellenlängen in der Größenordnung von mehreren Lichtjahren) zu suchen und diese zu entdecken. Der PTA besteht aus einem Ensemble von Millisekunden-Pulsaren, die in verschiedenen Richtungen von der Erde aus beobachtet werden. Aufgrund der Präzision ihrer Pulsperioden und ihrer Verteilung am Himmel stellen sie einen Gravitationswellendetektor dar, der große Entfernungen in der Galaxis abdeckt. Die Analyse der Pulsankunftszeiten bei den beobachteten Pulsaren erlaubt nach Korrektur einer ganzen Reihe von Effekten den Rückschluss auf Gravitationswellen im Nanohertz-Bereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verwendung dieser Pulsare als galaktischer Gravitationswellendetektor wurde von M. Sazhin (1978, Astronomisches Institut Sternberg, Moskau) und S. Detweiler (1979, Universität Yale) vorgeschlagen. Sazhin schlug vor, dass ultralange Gravitationswellen durch ihre Störung bei der Ausbreitung elektromagnetischer Pulse nachgewiesen werden könnten. Detweiler zeigte, dass man anhand der veröffentlichten Pulsardaten eine Amplitudenobergrenze von 10-11 für die Energiedichte eines stochastischen Gravitationswellenhintergrunds mit Perioden von 1 Jahr festlegen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Jahre später führten Hellings und Downs (1983, Jet Propulsion Laboratory) zum ersten Mal das Konzept des Pulsar-Timing-Array ein und zeigten, dass man, wenn man in der Lage ist, ein Netzwerk solcher stabilen Pulsare mit hoher Präzision zu timen, die Hintergrundemission einer Population kompakter binärer Quellen messen und insbesondere die quadrupolare Natur des Gravitationswellensignals aus der Winkelkorrelation zwischen Pulsarpaaren ableiten kann, d. h. aus der Art und Weise, wie die Pulsare je nach ihrer relativen Position am Himmel beeinflusst werden. Dies ist das Prinzip des Nachweises ultraniedriger Gravitationswellen mit dem, was wir heute ein Pulsar-Timing-Array (PTA) nennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Technologie begann, solch präzise Messungen zu ermöglichen, die typischerweise eine Datierung der Pulsationsankunftszeit (die &#8222;Ticks&#8220;) besser als im Mikrosekundenbereich erreichen, begannen mehrere Gruppen in der Welt, die schnellst-rotierenden und stabilsten bekannten Millisekunden-Pulsare zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Europäische Pulsar Timing Array (EPTA)</strong><br>Europa hat bei diesem Forschungsprogramm Pionierarbeit geleistet. Als Erbe des bereits bestehenden &#8222;European Pulsar Network&#8220; (EPN) und der &#8222;PULSE: European Pulsar Research&#8220;-Zusammenarbeit, die 2005 mit dem Descartes-Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet wurde, wurde 2006 offiziell das European Pulsar Timing Array (EPTA) ins Leben gerufen, das die &#8222;Pulsar&#8220;-Teams an den größten Radioteleskopen des Kontinents vereint: das 100-m-Radioteleskop in Effelsberg (Deutschland), das Westerbork Synthesis Radio Telescope (Niederlande), das Lovell Telescope am Jodrell Bank Observatory (Großbritannien), das Sardinia Radio Telescope (Italien) und das Nançay Radio Telescope (Frankreich). An jedem dieser Orte hatten die lokalen Gruppen hochmoderne Instrumente und Datenpipelines entwickelt, die in der Lage waren, Pulsare korrekt zu messen und ein genaues Timing durchzuführen. In den folgenden Jahren kamen weitere Gruppen hinzu, die ebenfalls ihr theoretisches Fachwissen und ihre Fähigkeiten bei der Analyse von Gravitationswellendaten einbrachten: die Universitäten in Birmingham, Cambridge und Mailand sowie das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) und das Observatorium in Paris.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das EPTA hat seine Möglichkeiten im Jahr 2008 dank des vom ERC finanzierten &#8222;Large European Array for Pulsars&#8220; (LEAP) erheblich erweitert. Mit monatlichen Beobachtungen nutzt das LEAP die kohärent zusammengefügte Empfindlichkeit der EPTA-Teleskope, um eine Schüssel mit einem effektiven Durchmesser von bis zu 200 m zu bilden. In 25 Jahren Beobachtungszeit haben diese Instrumente etwa 60.000 Messungen für die 25 stabilsten Millisekundenpulsare gesammelt, die eine effektive Kadenz von einigen Tagen ermöglichen und für die meisten von ihnen eine Zeitgenauigkeit von mehr als einer Mikrosekunde erreichen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zahlen definieren die Empfindlichkeit und den Frequenzbereich des Arrays: einige 10-16 in der Gravitationsenergiedichte im Durchschnitt über den Himmel, zwischen 1,3 nHz und 5,8 μHz in der Frequenz, wobei die lokale Empfindlichkeit in einer Region der Himmelskugel von der tatsächlichen Verteilung und Stabilität der Pulsare im Array abhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Large European Array for Pulsars (LEAP)</strong><br>Dank des vom ERC finanzierten &#8222;Large European Array for Pulsars&#8220; (LEAP-Projekt unter der Leitung von Prof. Michael Kramer) hat das EPTA seine Kapazitäten 2008 erheblich erweitert. Mit monatlichen Beobachtungen nutzt das LEAP die kohärent zusammenzugefügte Empfindlichkeit der EPTA-Teleskope, um ein virtuelles Teleskop mit einem effektiven Durchmesser von bis zu 200 m zu bilden. Im Gegensatz zu radioastronomischen Interferometern (Very Long Baseline Interferometry, VLBI) kommt es hier nicht auf die Entfernung zwischen den einzelnen Teleskopen an, sondern auf deren kumulative Sammelfläche zum Nachweis der schwachen Radiostrahlung von Pulsaren. LEAP stellt für die EPTA-Teleskope außerdem eine neue Generation von Datenerfassungsgeräten zur Verfügung, die als Grundlage für die Veröffentlichung maßgeblich zur Anwendung gekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Indian Pulsar Timing Array (InPTA)</strong><br>Das Indian Pulsar Timing Array (InPTA) nutzt das Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) bei Pune als Schlüsselinstrument für die indischen Beobachtungen. Diese InPTA-Beobachtungen erweitern den Bereich der Radiofrequenzen, die zur Beobachtung von Pulsaren verwendet werden, auf viel niedrigere Frequenzen als die, die normalerweise vom EPTA verwendet werden. Durch die Kombination der Datensätze sind EPTA und InPTA in der Lage, das durch das interstellare Medium verursachte Zeitrauschen erfolgreich abzuschwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am InPTA-Experiment sind Forscher des NCRA (Pune), des TIFR (Mumbai), des IIT (Roorkee), des IISER (Bhopal), des IIT (Hyderabad), des IMSc (Chennai) und des RRI (Bengaluru) zusammen mit ihren Kollegen von der Universität Kumamoto (Japan) beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NanoGRAV</strong><br>Das &#8222;North American Nanohertz Observatory for Gravitational Waves&#8220; umfasst Millisekunden-Beobachtungen von Pulsaren mit den Radioteleskopen Green Bank und Arecibo (das 300-m-Teleskop von Arecibo ist ab 2020 nicht mehr in Betrieb) sowie mit dem VLA und dem CHIME-Radioteleskop in Kanada.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Parkes Pulsar Timing Array (PPTA)</strong><br>Das Parkes Pulsar Timing Array (PPTA) war die erste offizielle Kollaboration, die sich der Suche nach Gravitationswellensignalen im Nano-Hertz-Bereich widmete. Es nutzt seit 2005 Beobachtungen mit dem 64-m-Radioteleskop bei Parkes in New South Wales.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chinese Pulsar Timing Array (CPTA)</strong><br>Das Chinese Pulsar Timing Array (CPTA) ist das jüngste Mitglied der PTA-Kollaborationsfamilie. Das CPTA kann die Beobachtungen des neuen FAST-Teleskops nutzen, das 2020 seinen vollen Betrieb aufgenommen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Internationales Pulsar-Timing-Array (IPTA)</strong><br>Das IPTA entstand 2009 aus der Zusammenarbeit der drei damals bestehenden Konsortien: EPTA in Europa, NANOGrav in Nordamerika und PPTA in Australien. Kürzlich kam die indische Kooperation InPTA hinzu. Zwei kombinierte Datensätze wurden in den Jahren 2016 und 2019 veröffentlicht. Sie dienten in erster Linie dazu, frühere, von den einzelnen Gruppen individuell ermittelte Nachweisgrenzen zu bestätigen, instrumentelle Systematiken zu verfolgen und wissenschaftliche Ergebnisse für die Planetenephemeriden des Sonnensystems und die Definition einer unabhängigen Pulsarzeitstandardreferenz zu erzielen. Das IPTA arbeitet jetzt in vollem Umfang zusammen, um unsere neuesten Daten zu kombinieren und gemeinsam zu analysieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Verwirklichung eines PTA</strong><br>Es gibt eine Reihe von Vordergrundquellen von Signalen, die charakterisiert und korrekt modelliert werden müssen, damit sie bei der Analyse von Gravitationswellensignal unterschieden werden können. Diese Signale sind vom unterschiedlicher Natur. Ihr Ursprung kann instrumentell (z. B. Referenzuhr, Instabilität der Empfängersysteme, Kalibrierungsunsicherheiten), astrophysikalisch (z. B. im Zusammenhang mit der Instabilität der Radioemission in der Pulsarmagnetosphäre oder mit Schwankungen der Sternrotation) oder durch den Weg des Radiosignals durch das interstellare Medium (mit Dispersionsverzögerungen und Streuung) bedingt sein. Einige dieser Störungen können in der Tat die Gravitationsemissionssignatur teilweise nachahmen und/oder verbergen, und man muss sie vor jeder weiteren Analyse genau charakterisieren und modellieren.<br>Schließlich spielen die planetarischen Ephemeriden des Sonnensystems (SSE), die die Position der Planeten um die Sonne in Abhängigkeit von der Zeit beschreiben, eine entscheidende Rolle. Das EPTA verwendet den Schwerpunkt des Sonnensystems (SSB) als gemeinsamen Bezugsrahmen, auf den wir die Radiobeobachtungen (Zeit der Pulsankünfte) aller Radioteleskope reduzieren. Jede Ungenauigkeit in den relativen Positionen, Geschwindigkeiten oder Massen der Planeten kann zu nicht berücksichtigten Verzögerungen führen und sich auf die Zeitmessungen aller Pulsare des Arrays auswirken, wodurch eine falsche räumliche Korrelation entsteht, die die Geometrie einer GW-Hintergrundstrahlung heimtückisch nachahmt. Um dies zu vermeiden, vergleicht man sorgfältig die Ergebnisse verschiedener SSE-Lösungen, z. B. die des Jet Propulsion Laboratory (Folkner &amp; Park 2018) oder des Pariser Observatoriums (INPOP &#8211; Fienga et al 2019).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gravitationswellen</strong><br>Gravitationswellen sind Deformationen der Raumzeit, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Sie wurden bereits 1915 von Einstein mit der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt, Im Jahre 1982 konnten diese erstmals durch den Energieverlust eines nahen Paares von Neutronensternen nachgewiesen und 2015 direkt mit dem bodengestützten Laserinterferometer LIGO gemessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die europäische Gemeinschaft bereitet eine neue Weltraummission, LISA, vor (die endgültige Verabschiedung wird für Anfang 2024 erwartet), die nach ihrem Start im Jahr 2035 das Gravitationswellenspektrum bei niedrigen Frequenzen (mHz) untersuchen und die Population kompakter binärer Weißer Zwerge und Neutronensterne in unserer Galaxie, die sich gegenseitig umkreisen, sowie die Verschmelzung massereicher (etwa eine Million Sonnenmassen) Schwarzer Löcher im Universum untersuchen soll. LISA verwendet dasselbe Konzept wie die bodengestützten Laserinterferometer, allerdings mit einer Konstellation von drei Satelliten, die im Abstand von 2,5 Millionen km um die Sonne kreisen und das Laserlicht austauschen. Die Frequenzen von Gravitationswellen, die mit PTAs gesehen werden, sind damit nochmals niedriger als die von LISA.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MPIfR-Koautoren</strong><br>J. Antoniadis, A.-S. Bak Nielsen, D. J. Champion, G. Desvignes, E. Graikou, Y. J. Guo, H. Hu, J. Jang, J. Jawor, A. Jessner, R. Karuppusamy, M. Kramer, K. Lackeos, K. J. Lee, K. Liu, R. A. Main, A. Parthasarathy, V. Venkatraman Krishnan und J. P. W. Verbiest.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=513.msg551601#msg551601" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Gravitationswellen</a></li>
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		<item>
		<title>MPIfR: OJ 287 auf der Waage und das Projekt MOMO</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mpifr-oj-287-auf-der-waage-und-das-projekt-momo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 16:08:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Fermi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der dichtest getaktete und längste Blick auf das Paar Schwarzer Löcher im Zentrum der Galaxie OJ 287 von Radio- bis zu Hochenergiefrequenzen. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn. Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 23. Februar 2023. 23. Februar 2023 &#8211; Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-0573c930">Der dichtest getaktete und längste Blick auf das Paar Schwarzer Löcher im Zentrum der Galaxie OJ 287 von Radio- bis zu Hochenergiefrequenzen. Eine Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie, Bonn.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Radioastronomie 23. Februar 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">23. Februar 2023 &#8211; Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn präsentiert wichtige neue Ergebnisse zur Galaxie OJ 287, die auf den bisher dichtest getakteten und längsten Beobachtungen vom Radio- bis zum Hochenergiefrequenzbereich basieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren in der Lage, entscheidende Tests von Modellvorhersagen durchzuführen, die ein Paar Schwarzer Löcher im Zentrum dieser Galaxie beschreiben. Dazu wurden verschiedene Beobachtungsinstrumente wie das Radioteleskop Effelsberg und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium eingesetzt. Zum ersten Mal wurde eine unabhängige Bestimmung der Masse des Schwarzen Lochs durchgeführt und der Anteil der Materie in der umgebenden Akkretionsscheibe konnte abgeschätzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Resultate zeigen, dass ein außergewöhnlich großes Schwarzes Loch von mehr als 10 Milliarden Sonnenmassen nicht mehr erforderlich ist. Stattdessen sprechen die Ergebnisse für Modelle mit einer kleineren Masse des primären Schwarzen Lochs in der Größenordnung von 100 Millionen Sonnenmassen. Mehrere bisher nicht gelöste Rätsel, darunter das scheinbare Ausbleiben des letzten großen Strahlungsausbruchs von OJ 287 (der jetzt identifiziert wurde) und der viel diskutierte Emissionsmechanismus während der Hauptausbrüche, können auf diese Weise geklärt werden. Zusätzlich konnten Ergebnisse zur Blazar-Physik gewonnen werden, die Prozesse in der Nähe der Startregion des Jets aufzeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Ergebnisse sind von großer Bedeutung für die theoretische Modellierung von engen Paaren supermassereicher Schwarzen Löcher und ihrer Entwicklung, für das Verständnis des Zusammenspiels von Akkretion und der Entstehung von Jets Schwarzer Löcher, für künftige Pulsar-Timing-Messungen und den Nachweis von Gravitationswellen aus diesem System mit weltraumgestützten Observatorien sowie für eine direkte räumliche Auflösung dieses Systems mit dem Event-Horizon-Teleskop oder dem künftigen SKA-Observatorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt in zwei aktuellen Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften „MNRAS Letters“ und „The Astrophysical Journal“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OJ287SKomossaetalNASAJPLCaltech2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)" data-rl_caption="" title="Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OJ287SKomossaetalNASAJPLCaltech60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das linke Teilbild zeigt OJ 287 und seine Umgebung im Ultraviolett, aufgenommen mit dem Swift-Teleskop. Dies ist als Kombination aus 560 Einzelbelichtungen eines der tiefsten jemals aufgenommenen UV-Bilder von diesem Teil des Himmels. Die hellste Quelle im Feld ist OJ 287. Die Umgebung des Schwarzen Lochs selbst kann auf dem UV-Bild nicht aufgelöst werden. Das rechte Teilbild zeigt eine künstlerische Darstellung des Zentrums von OJ 287, einschließlich Akkretionsscheibe, Jet und einem zweiten Schwarzen Loch, das das primäre Schwarze Loch umkreist. Die Masse des primären Schwarzen Lochs wurde zu 100 Millionen Sonnenmassen bestimmt. (Bild: S. Komossa et al.; NASA/JPL-Caltech)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Blazare sind Galaxien mit starken, langlebigen Jets aus relativistischen Teilchen, die in unmittelbarer Nähe ihres zentralen supermassereichen Schwarzen Lochs ausgestoßen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn zwei Galaxien kollidieren und miteinander verschmelzen, entstehen supermassereiche binäre Schwarze Löcher. Solche Binärsysteme sind von großem Interesse, da sie eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Galaxien und dem Wachstum von Schwarzen Löchern spielen. Außerdem sind miteinander verschmelzende Binärsysteme die stärksten Quellen von Gravitationswellen im Universum. Die künftige Satellitenmission LISA („Laser Interferometer Space Antenna“) der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) zielt auf den direkten Nachweis solcher Wellen ab. Die Suche nach Systemen binärer Schwarzer Löcher ist derzeit in vollem Gange.</p>



<p class="wp-block-paragraph">OJ 287 ist ein heller Blazar in Richtung des Sternbilds Krebs in einer Entfernung von ca. 5 Milliarden Lichtjahren. Er ist einer der besten Kandidaten für ein kompaktes binäres supermassereiches Schwarzes Loch. Das Markenzeichen von OJ 287 sind außergewöhnliche Strahlungsausbrüche, die sich alle 11 bis 12 Jahre wiederholen. Einige dieser Ausbrüche sind so intensiv, dass OJ 287 vorübergehend zum hellsten Blazar am Himmel wird. Die sich wiederholenden Ausbrüche sind so bemerkenswert, dass in der Literatur eine Reihe verschiedener Binärmodelle zur Erklärung dieser Ausbrüche vorgeschlagen wurden. Da ein zweites Schwarzes Loch im System das massereichere Schwarze Loch umkreist, stört es entweder den Jet oder die Akkretionsscheibe des massereicheren Schwarzen Lochs und ruft auf diese Weise eine periodische Modulation der Helligkeit von OJ 287 hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang gab es jedoch keine direkte, unabhängige Bestimmung der Masse des primären Schwarzen Lochs, und keines der Modelle konnte in systematischen Beobachtungskampagnen kritisch geprüft werden, da diese Kampagnen über keine breitbandige Abdeckung der Strahlung in vielen verschiedenen Frequenzen verfügten. Zum ersten Mal wurden nun zahlreiche Sätze von gleichzeitigen Röntgen-, UV- und Radiobeobachtungen sowie optischer und Gammastrahlenbänder genutzt. Ermöglicht wurden die neuen Erkenntnisse durch das MOMO-Projekt („Multiwavelength Observations and Modelling of OJ 287“), das eine der dichtesten und am längsten andauernden Mehrfrequenz-Beobachtungskampagnen aller Blazare, die auch Röntgenstrahlung einbeziehen, darstellt, außerdem die dichteste jemals für OJ 287 durchgeführte Beobachtungskampagne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„OJ 287 ist ein exzellentes Labor, um die physikalischen Bedingungen zu untersuchen, die in einer der extremsten astrophysikalischen Umgebungen herrschen: Scheiben und Jets von Materie in unmittelbarer Nähe von einem oder zwei supermassereichen Schwarzen Löchern“, sagt Stefanie Komossa vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR), die Erstautorin der beiden hier vorgestellten Studien. „Deswegen haben wir das Projekt MOMO initiiert. Es bedient sich dicht getakteter Beobachtungen von OJ 287 bei mehr als 14 Frequenzen vom Radio- bis zum Hochenergiebereich, die sich über Jahre erstrecken, sowie spezieller Nachbeobachtungen von mehreren boden- und weltraumgestützten Observatorien aus, wenn der Blazar in außergewöhnlichen Zuständen gefunden wird.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tausende von Datensätzen wurden bereits aufgenommen und ausgewertet. Das macht OJ 287 zu einem der am besten überwachten Blazare im UV-Röntgen-Radio-Bereich“, fügt Ko-Autor Alex Kraus vom MPIfR hinzu. „Das Radioteleskop Effelsberg und die Weltraummission Swift spielen eine zentrale Rolle in dem Projekt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Radioteleskop Effelsberg liefert Informationen über ein breites Spektrum von Radiofrequenzen, während das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium genutzt wird, um gleichzeitig UV-, optische und Röntgendaten zu erhalten. Hochenergetische Gammastrahlendaten vom Fermi-Observatorium sowie Radiodaten vom Submillimeter Array (SMA) auf dem Maunakea/Hawaii wurden ebenfalls benutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Regel dominiert der Jet die elektromagnetische Strahlung von OJ 287. Der Jet ist so hell, dass er die Strahlung der Akkretionsscheibe (die Strahlung der Materie, die in das Schwarze Loch fällt) überstrahlt, so dass es schwierig bis unmöglich ist, die Emission der Akkretionsscheibe zu beobachten. Das ist so, als würde man direkt in einen Autoscheinwerfer schauen. Aufgrund der großen Anzahl von MOMO-Beobachtungen, die das Licht von OJ 287 in einem dichten Rhythmus abdeckten (fast jeden zweiten Tag eine neue Beobachtung mit Swift), wurden jedoch &#8222;Deep Fades&#8220; entdeckt. Dabei handelt es sich um Zeiten, in denen die Jet-Emission stark abklingt. Dadurch wird es den Forschern möglich, die Emission aus der Akkretionsscheibe einzugrenzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Materiescheibe, die das Schwarze Loch umgibt, mindestens um einen Faktor 10 schwächer ist als bisher angenommen, mit einer geschätzten Leuchtkraft von nicht mehr als 2 x 10<sup>46</sup> erg/s, was etwa dem 5-Billionenfachen der Leuchtkraft unserer Sonne (5 x 10<sup>12</sup> Lʘ) entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum ersten Mal wurde die Masse des primären Schwarzen Lochs von OJ 287 aus der Bewegung der an das Schwarze Loch gebundenen gasförmigen Materie abgeleitet. Die Masse beträgt das Hundertmillionenfache der Masse unserer Sonne. „Dieses Ergebnis ist sehr wichtig, denn die Masse ist ein Schlüsselparameter in den Modellen, die die Entwicklung eines solchen Binärsystems untersuchen: Wie weit sind die Schwarzen Löcher voneinander entfernt, wie schnell werden sie verschmelzen, wie stark ist ihr Gravitationswellensignal“, kommentiert Dirk Grupe von der Northern Kentucky University (USA), ein Mitautor beider Studien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine außergewöhnlich große Masse für das Schwarze Loch von OJ 287, die 10 Milliarden Sonnenmassen übersteigt, nicht mehr erforderlich ist, ebenso wenig wie eine besonders leuchtkräftige Materiescheibe um das Schwarzen Loch“, fügt Thomas Krichbaum vom MPIfR hinzu, ein Mitautor des ApJ-Artikels. Die Ergebnisse sprechen eher für ein Binär-Modell mit geringerer Masse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie löst auch zwei seit langem diskutierte Rätsel: das scheinbare Fehlen des letzten der hellen Ausbrüche, für die OJ 287 berühmt ist, und den Emissionsmechanismus hinter den Ausbrüchen. Die MOMO-Beobachtungen ermöglichen es, den Zeitpunkt des letzten Ausbruchs genau festzulegen. Er ereignete sich nicht im Oktober 2022, wie es das Modell mit riesiger Schwarz-Loch-Masse vorhergesagt hatte, sondern in den Jahren 2016-2017, die von MOMO umfassend erfasst wurden. Darüber hinaus zeigen Radiobeobachtungen mit dem 100-Meter-Teleskop in Effelsberg, dass diese Ausbrüche nicht-thermischer Natur sind. Das bedeutet, dass Jet-Prozesse die Energiequelle der Ausbrüche sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MOMO-Ergebnisse haben Auswirkungen auf gegenwärtige und künftige Suchstrategien nach weiteren Binärsystemen dieser Art mit Hilfe großer Observatorien wie dem Event-Horizon-Teleskop und in Zukunft dem SKA-Observatorium. Sie könnten in Zukunft den direkten Radionachweis und die räumliche Auflösung der beiden Schwarzen Löcher in OJ 287 und ähnlichen Systemen sowie den Nachweis von Gravitationswellen von diesen Systemen ermöglichen. OJ 287 wird aufgrund der abgeleiteten Masse des primären Schwarzen Lochs von 100 Millionen Sonnenmassen nicht mehr als Zielquelle für Pulsar-Timing-Arrays dienen, wird aber (während des Verschmelzens) in der Reichweite zukünftiger weltraumgestützter Observatorien liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Ergebnisse sind von großer Bedeutung für die theoretische Modellierung von binären supermassereichen Schwarzen Löchern und ihrer Entwicklung, für das Verständnis der Physik der Akkretion und des Materieauswurfs in der Nähe von supermassereichen Schwarzen Löchern und für die elektromagnetische Identifizierung von Binärsystemen im Allgemeinen“, schließt Stefanie Komossa.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TeleskopeNASAFermiSwiftSatellitenNJunkesEffelsbergJWeintroubSMA2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)" data-rl_caption="" title="Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TeleskopeNASAFermiSwiftSatellitenNJunkesEffelsbergJWeintroubSMA60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die für die Beobachtungen eingesetzten Teleskope umfassen zwei Radioteleskope, das 100-m-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland und das Submillimeter-Array auf Hawaii, sowie zwei Satellitenobservatorien: Fermi im Gammastrahlenbereich und das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium im optischen, UV- und Röntgenbereich. (Bild: NASA (Fermi &amp; Swift Satellitenbilder), N. Junkes (Effelsberg), J. Weintroub (SMA).)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformation:</strong><br>MOMO („Multiwavelength Observations and Modelling of OJ 287“): Das Projekt hat zum Ziel, die Physik von Scheibe und Jet im Blazar OJ 287 zu verstehen, Modelle für binäre Schwarze Löcher zu testen und den Status und die Entwicklung von kompakten Binärsystemen zu verstehen. Es wurde 2015 begonnen und umfasst mehrjährige Beobachtungen der Galaxie OJ 287 mit hoher Taktrate in einem sehr breiten Frequenzspektrum vom Radio- bis zum Hochenergiebereich. Die Beobachtungen werden mit einer hohen Taktrate (bis zu einmal pro Tag) durchgeführt. MOMO deckt alle Aktivitätszustände von OJ 287 ab. Bei außergewöhnlichen Zuständen von OJ 287 werden Folgebeobachtungen mit zusätzlichen boden- und weltraumgestützten Teleskopen durchgeführt, einschließlich empfindlicher Spektroskopie im optischen und Röntgenbereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Radio-Observatorium Effelsberg befindet sich in einem Tal in der Eifel bei Bad Münstereifel-Effelsberg, etwa 40 km südwestlich von Bonn. Es wird vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn betrieben. Das 100-m-Radioteleskop ist eines der größten voll beweglichen Radioteleskope der Erde. Es ermöglicht Messungen in einem breiten Spektrum von Radiofrequenzen zwischen 300 MHz und 90 GHz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Neil-Gehrels-Swift-Observatorium ist ein weltraumbasiertes Multi-Wellenlängen-Observatorium zur Erforschung von Gammastrahlenausbrüchen und einer Vielzahl anderer astrophysikalischer Objekte mit stark veränderlicher Strahlung. Der Satellit Swift hat drei Teleskope an Bord, die Messungen im optischen, UV-, Röntgen- und Gammastrahlenbereich durchführen. Swift ist Teil des NASA-Programms Medium Explorer (MIDEX) und wurde 2004 in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungsteam umfasst S. Komossa, D. Grupe, A. Kraus, M.A. Gurwell, Z. Haiman, F.K. Liu, A. Tchekhovskoy, L.C. Gallo, M. Berton, R. Blandford, J.L. Gómez, und A.G. Gonzalez (MNRAS Letter), sowie S. Komossa, A. Kraus, D. Grupe, A.G. Gonzalez, M.A. Gurwell, L.C. Gallo, F.K. Liu, I. Myserlis, T.P. Krichbaum, S. Laine, U. Bach, J.L. Gómez, M.L. Parker, S. Yao, und M. Berton (ApJ Paper). Stefanie Komossa, Alex Kraus, Thomas Krichbaum, Uwe Bach und Su Yao sind Mitarbeiter des MPIfR.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichungen:</strong><br><a href="https://academic.oup.com/mnrasl/article/522/1/L84/7044769?login=false" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Absence of the predicted 2022 October outburst of OJ 287 and implications for binary SMBH scenarios</a><br>S. Komossa et al., in: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society Letters, 23. Februar 2023. DOI: 10.1093/mnrasl/slad016</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://arxiv.org/abs/2302.11486" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Multifrequency radio variability of the blazar OJ 287 from 2015–2022, absence of predicted 2021 precursor-flare activity, and a new binary interpretation of the 2016/2017 outburst</a><br>S. Komossa et al., in: Astrophysical Journal, 23. Februar 2023. DOI: 10.3847/1538-4357/acaf71 (Preprint via astro-ph: <a href="https://arxiv.org/abs/2302.11486" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://arxiv.org/abs/2302.11486</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=536.msg545167#msg545167" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktive Galaktische Kerne &#8211; Quasare &#8211; supermassive Schwarze Löcher</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mpifr-oj-287-auf-der-waage-und-das-projekt-momo/" data-wpel-link="internal">MPIfR: OJ 287 auf der Waage und das Projekt MOMO</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Schnell akkretierendes Schwarzes Loch im frühen Universum zufällig entdeckt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/schnell-akkretierendes-schwarzes-loch-im-fruehen-universum-zufaellig-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2023 10:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=121607</guid>

					<description><![CDATA[<p>eROSITA-Teleskop findet im Röntgenlicht einen hellen Quasar, der nur etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall mit einer extrem hohen Geschwindigkeit Materie ansammelt. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE). Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 31. Januar 2023. 31. Januar 2023 &#8211; Bei der Analyse von Daten aus dem eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">eROSITA-Teleskop findet im Röntgenlicht einen hellen Quasar, der nur etwa 800 Millionen Jahre nach dem Urknall mit einer extrem hohen Geschwindigkeit Materie ansammelt. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) 31. Januar 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">31. Januar 2023 &#8211; Bei der Analyse von Daten aus dem eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; haben Forschende am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) eine schwache Röntgenquelle gefunden, die sie als sehr weit entfernten Quasar identifizieren konnten. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion. Das supermassereiche Schwarze Loch akkretiert mit einer extrem hohen Rate Materie; damit ist der Quasar für seine enorme Entfernung – mit einer Rotverschiebung von z = 6,56 – sehr viel heller als erwartet. Sein vor fast 13 Milliarden Jahren abgestrahltes Licht ermöglicht es den Astronominnen und Astronomen, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Supermassereiche Schwarze Löcher in Zentren von Galaxien lassen sich auch auf große Entfernungen nachweisen – aber nur, wenn sie Materie ansammeln, die sich erhitzt und hell leuchtet. Dadurch bekommt das Galaxienzentrum einen „aktiven galaktischen Kern&#8220; (AGN). Diese so genannten „Quasare&#8220;, oder quasi-stellaren Objekte, überstrahlen dann den Rest ihrer Galaxie. Sie leuchten im Röntgenbereich heller als alle anderen Objekte im Universum, sind aber bei großen Entfernungen dennoch schwer zu entdecken und extrem selten. Bisher wurden bei Rotverschiebungen von z &gt; 5,7 – als das Universum weniger als eine Milliarde Jahre alt war – erst etwa 50 Quasare mit Röntgenteleskopen entdeckt.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023aMPEClusterOrigins.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)" data-rl_caption="" title="Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023aMPEClusterOrigins26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Eine neue, schwache Röntgenquelle (rechts) wurde im eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey” (eFEDS) entdeckt. Anhand optischer Folgebeobachtungen (links oben) identifizierte das eROSITA-Team dieses Objekt als einen Quasar mit einer Rotverschiebung von z=6,56. Quasare werden von einem zentralen supermassereichen Schwarzen Loch angetrieben, das mit hoher Geschwindigkeit Materie ansammelt. Dies ist die bisher am weitesten entfernte zufällige Röntgendetektion und ermöglicht es den Wissenschaftlern, das Wachstum von Schwarzen Löchern im frühen Universum zu untersuchen. (Collage: MPE/Cluster Origins)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Analyse von Röntgendaten des eROSITA „Final Equatorial-Depth Survey&#8220; (eFEDS), die während der Leistungsüberprüfungsphase des eROSITA-Teleskops im Jahr 2019 aufgenommen wurden, fand das eROSITA-Team eine neue Punktquelle. In einer Zusammenarbeit mit Kollegen vom Subaru-Teleskop identifizierten sie das Röntgenlicht als den bereits bekannten Quasar J0921+0007. Dieser war ursprünglich mit einer Rotverschiebung von 6,56 von einer Forschungsgruppe entdeckt worden, die mit Subaru nach entfernten Quellen suchte. Gezielte Folgebeobachtungen bei Infrarotwellenlängen zeigten nun, dass das Schwarze Loch eine Masse von 250 Millionen Sonnen hat – relativ wenig für ein supermassereiches Schwarzes Loch in dieser Entfernung. Weitere Folgebeobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra bestätigten die von eROSITA gemessene hohe Leuchtkraft, die auf eine sehr hohe Akkretionsrate hinweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben nicht erwartet, einen aktiven Galaxienkern mit so geringer Masse bereits in unserer ersten Mini-Durchmusterung mit eROSITA zu finden&#8220;, sagt Julien Wolf, der im Rahmen seiner Doktorarbeit am MPE in den eROSITA-Daten nach weit entfernten supermassereichen Schwarzen Löchern sucht. „Es ist der bisher am weitesten entfernte zufällige Fund im Röntgenbereich. Zudem sind seine Eigenschaften eher untypisch für Quasare bei so hohen Rotverschiebungen: Er ist im sichtbaren Licht sehr schwach, gleichzeitig aber sehr leuchtstark im Röntgenlicht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von eROSITA aufgespürte Quasar weist Eigenschaften auf, die einer besonderen Klasse von sogenannten Seyfert-1-Galaxien im lokalen Universum ähneln. Diese besitzen supermassereiche Schwarze Löcher von unter 100 Millionen Sonnenmassen in ihren Zentren und akkretieren Materie mit hoher Geschwindigkeit. Diese Seyfert-1-Galaxien könnten daher jünger als ihre massereicheren Geschwister sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Suche nach seltenen Objekten wie diesem erfordert Astronomie bei vielen unterschiedlichen Wellenlängen, die eROSITAs großes Blickfeld im Röntgenbereich ergänzen&#8220;, betont Mara Salvato, Sprecherin von eROSITA. „Glücklicherweise ist der größte Teil des Himmels bei optischen und infraroten Wellenlängen bereits kartiert, und gerade die Daten des Subaru-Teleskopes reichen für das eFEDS-Feld besonders tief und damit in die jüngsten Zeiten des Universums zurück.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023bMPE.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)" data-rl_caption="" title="Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mpe31012023bMPE26.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Diese Ausschnitte von Röntgenbildern zeigen die Region um J0921+0007. Links ist das eROSITA/eFEDS-Bild, rechts das hochaufgelöste Bild mit Chandra. (Bild: MPE)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten aktiven Galaxien mit hohen Rotverschiebungen, das heißt in großen Entfernungen, beherbergen Schwarze Löcher von einer bis zehn Milliarden Sonnenmassen. Es sollte jedoch auch viele entfernte AGNs mit weniger massereichen Schwarzen Löchern geben. Damit Teleskope und Satelliten sie überhaupt beobachten können, müssen diese dann allerdings sehr schnell Materie ansammeln, um hell genug zu leuchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich zu ihrem Zufallsfund entdeckte das Team noch einen weiteren hellen und ähnlich weit entfernten Quasar im selben Beobachtungsfeld. „eROSITA eignet sich besonders gut dafür, seltene Röntgenobjekte wie diesen leistungsstarken Quasar mit hoher Rotverschiebung, zu finden und zu kartieren&#8220;, sagt Kirpal Nandra, Direktor für Hochenergiephysik am MPE. „Dies ist nun das zweite derartige Objekt, das wir in eFEDS gefunden haben, obwohl wir sie in diesem Feld gar nicht erwartet hatten.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten eROSITA-Daten sind nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Basierend auf diesen ersten Entdeckungen erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sie mit der eROSITA Himmelsdurchmusterung Hunderte von Quasaren finden könnten. Um diese schwer fassbare Population noch unbekannter entfernter Quasare zu finden, hat das Team ein umfangreiches Programm zur Analyse der eROSITA-Himmelsdurchmusterung entwickelt. Diese führte bereits zur Entdeckung von fünf neuen, im Röntgenlicht leuchtenden Quasaren bei z&gt;5,6, die bald in einer weiteren Veröffentlichung vorgestellt werden. Gleichzeitig meldete ein russisches Forscherteam die ersten eROSITA-Entdeckungen bei hoher Rotverschiebung in der nördlichen Hemisphäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Objekte wie diese sind derzeit die beste Möglichkeit, die Entstehung Schwarzer Löcher in frühen Universum zu verstehen. Sollten sich die überraschenden eFEDS-Entdeckungen in einem größeren Datensatz bestätigen, könnte dies eine Herausforderung für einige evolutionäre Modelle darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Publikation</strong>:<br>X-ray emission from a rapidly accreting narrow-line Seyfert 1 galaxy at z=6.56<br>J. Wolf, K. Nandra, M. Salvato, et al.<br><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44688-22/aa44688-22.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.aanda.org/articles/aa/full_html/2023/01/aa44688-22/aa44688-22.html</a></p>



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		<title>AstroGeo Podcast: Quasisterne in der Ferne</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/astrogeo-podcast-quasisterne-in-der-ferne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karl Urban]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2022 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AstroGeo Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die hellsten Lichter am Himmel sind gar keine Sterne, sondern nur Quasi-Sterne – und sie haben mit Sternen überhaupt gar nichts zu tun. Wie schaffen es Quasare, so hell zu leuchten? Sie sind heller als jeder Stern und halten länger durch als jede Supernova: Die allerhellsten Lichter am Himmel sind Quasare. Zwar war der Begriff [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die hellsten Lichter am Himmel sind gar keine Sterne, sondern nur Quasi-Sterne – und sie haben mit Sternen überhaupt gar nichts zu tun. Wie schaffen es Quasare, so hell zu leuchten?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind heller als jeder Stern und halten länger durch als jede Supernova: Die allerhellsten Lichter am Himmel sind Quasare. Zwar war der Begriff „Quasar“ schnell gefunden, nachdem der allererste Kandidat – namens 3C 273 – in den 1960er-Jahren aufgestöbert worden war: „Quasar“ steht für „quasi-stellar radio source“, also: Sieht aus wie ein Stern, aber eben nur fast, und auch übrigens hauptsächlich im Radiobereich.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/eso2216a2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Diese künstlerische Darstellung veranschaulicht, wie es aussehen könnte, wenn sich ein Stern einem schwarzen Loch zu sehr nähert, wobei der Stern durch die starke Anziehungskraft des schwarzen Lochs gestaucht wird. Ein Teil des Sternmaterials wird hineingezogen und wirbelt um das schwarze Loch, wodurch die Scheibe entsteht, die auf diesem Bild zu sehen ist. In seltenen Fällen wie diesem werden von den Polen des schwarzen Lochs Materie- und Strahlungsjets ausgestoßen. Beim Ereignis AT2022cmc wurden die Jets von verschiedenen Teleskopen nachgewiesen, darunter auch vom VLT, das feststellte, dass es sich um das am weitesten entfernte Beispiel eines solchen Ereignisses handelt. (Bild: ESO/M.Kornmesser)" data-rl_caption="" title="Diese künstlerische Darstellung veranschaulicht, wie es aussehen könnte, wenn sich ein Stern einem schwarzen Loch zu sehr nähert, wobei der Stern durch die starke Anziehungskraft des schwarzen Lochs gestaucht wird. Ein Teil des Sternmaterials wird hineingezogen und wirbelt um das schwarze Loch, wodurch die Scheibe entsteht, die auf diesem Bild zu sehen ist. In seltenen Fällen wie diesem werden von den Polen des schwarzen Lochs Materie- und Strahlungsjets ausgestoßen. Beim Ereignis AT2022cmc wurden die Jets von verschiedenen Teleskopen nachgewiesen, darunter auch vom VLT, das feststellte, dass es sich um das am weitesten entfernte Beispiel eines solchen Ereignisses handelt. (Bild: ESO/M.Kornmesser)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/quasar-schwarzes-loch-jet-akkretions-scheibe-rn.jpg" alt="" class="wp-image-119767" width="359" height="276" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/quasar-schwarzes-loch-jet-akkretions-scheibe-rn.jpg 800w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/quasar-schwarzes-loch-jet-akkretions-scheibe-rn-300x231.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/quasar-schwarzes-loch-jet-akkretions-scheibe-rn-768x591.jpg 768w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2022/12/quasar-schwarzes-loch-jet-akkretions-scheibe-rn-600x462.jpg 600w" sizes="(max-width: 359px) 100vw, 359px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Quasar P172+18 (hier: künstlerisch dargestellt) ist ein junger Hüpfer und gleichzeitig ein kosmologischer Oldie: Er erleuchtete das Universum weniger als eine Milliarde Jahre nach dem Urknall. Artist’s rendering of quasar P172+18. (Quelle: ESO/M. Kornmesser)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den Quasaren? Die allerhellsten Objekte im Universum werden von den dunkelsten Objekten im Universum angetrieben: von supermassereichen Schwarzen Löchern, die sich in den Zentren von Galaxien verbergen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Franzi erzählt die Geschichte, wie Quasare entdeckt wurden: Warum diese exotischen Objekte es schaffen, so hell zu leuchten, was die Expansion unseres Universums damit zu tun hat, warum Quasare nur eine Phase für eine Galaxie sind – und warum es für uns ziemlich praktisch ist, dass unsere eigene Galaxie derzeit keinen Quasar in ihrem galaktischem Zentrum beherbergt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im AstroGeo Podcast erzählen sich die Wissenschaftsjournalisten Franziska Konitzer und Karl Urban alle zwei Wochen eine Geschichte, die ihnen entweder die Steine unseres kosmischen Vorgartens eingeflüstert – oder die sie in den Tiefen und Untiefen des Universums aufgestöbert haben. Der Podcast ist auch auf <a href="https://podcasts.apple.com/us/podcast/astrogeo-geschichten-aus-astronomie-und-geologie/id525300156" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">iTunes</a> oder <a href="https://open.spotify.com/show/0a0X8ogJx046skJBbow9AC" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spotify</a> zu finden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Frühere Ausgaben des AstroGeo Podcast <a href="https://astrogeo.de" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">gibt es auf astrogeo.de</a>. AstroGeo ist der Podcast von <a href="https://www.riffreporter.de/de/genossenschaft/recherche-kollektive/weltraum-reporter" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Die Weltraumreporter</a>, einem Magazin der Riffreporter eG. Er ist frei verfügbar und entsteht durch die finanzielle Unterstützung seiner Hörerinnen und Hörer. Das geht mit einem monatlichen Abonnement die Weltraumreporter für 3,49 Euro pro Monat oder einer Spende. Diese und <a href="https://astrogeo.de/unterstuetze-uns/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">jede andere Form der finanziellen Unterstützung</a> hilft dabei, dass der Podcast weiter werbefrei bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=536.msg542116#msg542116" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktive Galaktische Kerne &#8211; Quasare &#8211; supermassive Schwarze Löcher</a></li>



<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">AstroGeo Podcast</a></li>
</ul>
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