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	<title>Tschurjumov-Gerssimenko &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Tschurjumov-Gerssimenko &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>67P: Erkenntnisse zu Temperatur und Beschaffenheit</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/67p-erkenntnisse-zu-temperatur-und-beschaffenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2019 08:37:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rosetta &#8222;Post-Mission&#8220;: Neue Erkenntnisse zu Temperatur und Beschaffenheit der Kometenoberfläche. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: DLR. Zweieinhalb Jahre sind seit dem Ende der operativen Phase der Mission Rosetta im September 2016 vergangen. Die wissenschaftliche Auswertung der Unmengen an Daten der Instrumente auf der Raumsonde und dem Lander Philae dauert [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Rosetta &#8222;Post-Mission&#8220;: Neue Erkenntnisse zu Temperatur und Beschaffenheit der Kometenoberfläche. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_small_1.jpg" alt="ESA / J. Huart" width="260"/></a><figcaption>
Instrument VIRTIS auf Rosetta &#8211; Illustration 
<br>
(Bild: ESA / J. Huart)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zweieinhalb Jahre sind seit dem Ende der operativen Phase der Mission Rosetta im September 2016 vergangen. Die wissenschaftliche Auswertung der Unmengen an Daten der Instrumente auf der Raumsonde und dem Lander Philae dauert weiter an. Neue Erkenntnisse zur Oberflächentemperatur und thermischen Effekten der &#8222;Badeenten-Form&#8220; des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko veröffentlichte das Wissenschaftlerteam des Instruments VIRTIS am 22. April 2019 in <a class="a" href="https://www.nature.com/articles/s41550-019-0740-0.epdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Astronomy</a>. Die deutschen wissenschaftlichen Beiträge zu VIRTIS leitet das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Visible InfraRed and Thermal Imaging Spectrometer (VIRTIS) nahm an Bord des Rosetta-Orbiters von August bis September 2014 Infrarotbilder des Kometen auf; etwa ein Jahr, bevor der Komet seinen sonnennächsten Punkt passierte, den sogenannten Perihel. Im betrachteten Zeitraum war der Komet noch weit von der Sonne entfernt und seine Aktivität war noch gering. Die Forscher überführten die Bilder in thermische Karten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Temperatur ist der wichtigste Parameter zur Ableitung der für Kometen typischen Gas- und Staubaktivität. Zunächst hat das VIRTIS-Team die Durchschnittstemperatur des Kometenkerns auf seiner Tagesseite gemessen. Während die durchschnittliche Oberflächentemperatur in den zwei Monaten circa minus 60 Grad Celsius betrug, stießen die Wissenschaftler auch auf Stellen, die mit etwa minus 43 Grad Celsius deutlich wärmer waren. Dort war eine Grube, eine Absenkung der Oberfläche, in der die Innenwände die Wärmestrahlung reflektierten und so zu einer stärkeren Erwärmung führten, die als Selbsterwärmung bezeichnet wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_small_2.jpg" alt="ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA." width="260"/></a><figcaption>
Falschfarbendarstellung der Region Hapi auf Churyumov-Gerasimenko, die den Kopf und den Körper des Kometen verbindet. Hierfür wurden die Unterschiede im Reflexionsvermögen verstärkt, um die bläuliche Färbung in dieser Region zu betonen. Die Kenntnis des Reflexionsvermögens bildet einen Schlüssel zur Bestimmung der Oberflächenzusammensetzung. Die bläuliche Färbung deutet hier auf das Vorkommen von Wassereis an oder direkt unter der staubigen Oberfläche. Die Daten für diese Darstellung wurden am 21. August 2014 mit dem OSIRIS-Kamerasystem an Bord von Rosetta aus einer Entfernung von 70 Kilometern aufgenommen. 
<br>
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA.)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am &#8222;Hals der Ente&#8220;, der die beiden Hauptteile des Kometen verbindet, wirkt die Selbsterwärmung ebenfalls. Dort waren die Temperaturen höher als es aus den Gesetzmäßigkeiten einer Schwarzkörperstrahlung folgen würde. Unter der Annahme einer staubdominierten Oberfläche mit wenigen Millimetern Dicke und bei minimaler Sublimation flüchtiger Stoffe ist die Selbsterwärmung auf die Oberflächenrauigkeit zurückzuführen. Am &#8222;Hals&#8220; wird die Selbsterwärmung durch die markante konkave Form verstärkt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere bedeutende Messung betrifft die thermische Belastung durch plötzliche Schatten, die während der täglichen Sonneneinstrahlung abwechselnd von den beiden Hauptteilen des Kometen auf dem &#8222;Hals&#8220; geworfen wurden. Diese lokalen Abschattungen am &#8222;Hals&#8220; erzeugten extreme Temperaturunterschiede innerhalb von nur wenigen Minuten, die das Zehnfache dessen betragen können, das normale tageszeitliche Variationen der Temperatur in andern Oberflächenbereichen erreichen. &#8222;Um saisonale Temperatureffekte auf den Kern besser zu untersuchen, haben wir uns auf eine Region namens Imhotep konzentriert, die relativ glatt und weit vom &#8218;Hals&#8216; entfernt ist und wo der Effekt der Selbsterwärmung erheblich geringer ist&#8220;, sagt Gabriele Arnold vom DLR-Institut für Planetenforschung. &#8222;Hier verglichen wir die Beobachtungen von VIRTIS mit denen von MIRO, einem weiteren Instrument an Bord des Rosetta-Orbiters. MIRO erlaubte es, die Temperatur in größeren Tiefen des Kometen zu messen. Die Beobachtungen beider Instrumente lassen sich unter der Annahme erklären, dass eine dünne, von losem Staub dominierte Oberflächenschicht in der Region Imohotep vorhanden ist.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Imhotep wurde auch Monate später beobachtet, als der Komet viel näher an der Sonne war. Die aus VIRTIS gewonnenen Temperaturwerte waren deutlich höher als davor, aber geringer als erwartet, wenn man von einer Oberflächenschicht nur aus losem Staub ausgeht. Dies lässt die Forscher darauf schließen, dass sich die Zusammensetzung in der obersten Schicht im Laufe der Zeit verändert haben muss. Die Menge an flüchtigen Bestandteilen in ihr muss zugenommen haben. Dies führte zu einem erhöhten Sublimationsgrad, und einer stärkeren Aktivität des Kometen. Die wiederum kann die Oberflächentemperaturen im Vergleich zu einer reinen Staubschicht senken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Beobachtungsnachweise deuten auf einen Kometenkern hin, der aus thermischer Sicht von Phänomenen dominiert wird, die mit der Morphologie und dem chemischen und physikalischen Zustand der obersten dünnen, nur wenige Zentimeter dicken Oberflächenschicht verbunden sind. Im Untergrund sollte der Kern im Wesentlichen noch unverändert und nur schwach von den vorherigen Annäherungen an die Sonne beeinflusst sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gabriele Arnold resümiert: &#8222;Die jetzt publizierten Arbeiten zeigen, dass die kontinuierliche Auswertung der großen Menge gewonnener Daten selbst Jahre nach dem Ende der Rosetta-Mission einzigartige Ergebnisse für die Kometenforschung und die Untersuchung des frühen Sonnensystems liefert&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kometenmission Rosetta</strong>
<br>
Nach mehr als 20 Jahren, die Wissenschaftler und Ingenieure mit der Mission Rosetta beschäftigt waren, nach zehnjähriger Reise zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko und knapp 2 Jahren wissenschaftlicher Datenerfassung aus dem Orbit sowie von der Oberfläche durch den Lander Philae, wurde der operative Teil der Mission im September 2016 beendet und es hieß #GoodbyePhilae. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Rosetta war die erste Raumfahrtmission, die einen Kometen auf seiner Reise um die Sonne eng begleitet hat. Unter den vielen Entdeckungen am Kometen 67P erzielte Rosetta auch direkte und wiederholte Messungen der Oberflächentemperatur eines Kometenkerns mit einer beispiellosen räumlichen Auflösung. Daraus können thermische Eigenschaften und Aktivitätsmuster des Kerns abgeleitet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über VIRTIS</strong> <br>Das VIRTIS-Instrument an Bord des Rosetta-Orbiters nahm Infrarotbilder des Kometenkerns auf, die in thermische Karten umgewandelt wurden. So konnten im Spätsommer 2014, etwa ein Jahr vor der Perihelionpassage, Veränderungen der Kerntemperatur durchgehend über fast zwei Monate untersucht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">VIRTIS (Visible InfraRed and Thermal Imaging Spectrometer) ist das visuell-infrarote Spektrometer an Bord der ESA-Sonde Rosetta. Es lieferte Informationen zur Zusammensetzung des Kometenkerns sowie über die Verteilung des Materials an der Oberfläche, der Gase und Moleküle in seiner Koma. VIRTIS wurde von einem Konsortium unter der wissenschaftlichen Leitung des Istituto di Astrofisica e Planetologia Spaziali of INAF in Rom (Italien) gebaut, das auch den wissenschaftlichen Betrieb leitet. Zum Konsortium gehören das Laboratoire d’Études Spatiales et d’Instrumentation en Astrophysique of the Observatoire in Paris (Frankreich) und das Institut für Planetenforschung des DLR (Deutschland).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung des Instruments wurde gefördert und koordiniert durch die nationalen Raumfahrtagenturen: Agenzia Spaziale Italiana (ASI, Italien), Centre National d’Études Spatiales (CNES, Frankreich) und des DLR (Deutschland). Unterstützt wurde die Mission vom Rosetta Science Operations Centre und dem Rosetta Mission Operations Centre. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29042019103750_small_3.jpg" alt="VIRTIS-Team" width="882" height="545"/></a><figcaption>
a, Temperaturbild ermittelt aus den VIRTIS-Daten vom 22. August 2014 aus einer Entfernung von 60 km oberhalb der Kometenoberfläche (räumliche Auflösung 15 m per Pixel). Die kältesten Temperaturen werden in dunklen Rottönen dargestellt, während die wärmsten Temperaturen weißlich sind. b, Ergebnis der thermophysikalischen Modellierung (siehe Originalarbeit) für den gleichen Zeitraum der in a dargestellten VIRTIS-Beobachtungen. Die graue (schattierte) Farbe bezieht sich auf Punkte mit modellierten Temperaturwerten kleiner als -113 Grad Celsius, für die weder VIRTIS-Daten noch das Modell genaue Werte liefern können. Andere störende graue Punkte sind auf die Projektion der Daten auf die Form zurückzuführen. c, Differenz zwischen den Temperaturwerte, die von VIRTIS gemessen und in a dargestellt werden, und theoretische Temperaturwerte, die in b modelliert werden. In dieser Präsentation markieren die blauen und blaugrünen Farben Bereiche des Kerns, in denen die modellierten Temperaturwerte deutlich größer sind als die gemessenen, während die inverse Relation durch die Farben von gelb nach rot angezeigt wird. Die grüne Farbe stellt eine wesentliche Übereinstimmung zwischen beobachteten und berechneten Daten dar. d, Verteilung des Sonneneinfallswinkes: Winkelwerte auf dem digitalen Formmodell, das zur Charakterisierung der thermischen Daten verwendet wird. Es wird eine Regenbogenpalette verwendet, so dass kleine Werte blau, große Werte rot sind. e, Verteilung der Emissionsausfallswinkelwerte auf dem digitalen Formmodell (gleicher Farbcode wie d. f, Verteilung der wahren lokalen Sonnenzeit-Werte auf dem digitalen Formmodell. Es wird eine rot-gelb-blaue Palette verwendet, so dass helle Töne den Tag anzeigen, dunkle die Nacht, rötliche Farben entsprechen dem Vormittag und bläuliche Farben dem Nachmittag. 
<br>
(Bild: VIRTIS-Team)
</figcaption></figure></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Komet, 70.000 Aufnahmen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ein-komet-70-000-aufnahmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2019 05:07:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[67P]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[MPS]]></category>
		<category><![CDATA[OSIRIS]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumov-Gerssimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der OSIRIS Image Viewer macht alle Bilder, die das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS vom Rosetta-Kometen 67P eingefangen hat, bequem im Internet zugänglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 17. April 2019 &#8211; Knapp 70.000 Aufnahmen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko hat das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS der ESA-Mission Rosetta in den Jahren 2014 bis 2016 [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der OSIRIS Image Viewer macht alle Bilder, die das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS vom Rosetta-Kometen 67P eingefangen hat, bequem im Internet zugänglich. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042019070732_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042019070732_small_1.jpg" alt="Flensburg University of Applied Sciences/Sascha Reinhold " width="260"/></a><figcaption>
Schroffe Klippen und spektakuläre Staubfontänen – das OSIRIS Image Archive zeigt alle Facetten des Rosetta-Kometen 
<br>
(Bild: Flensburg University of Applied Sciences/Sascha Reinhold)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">17. April 2019 &#8211; Knapp 70.000 Aufnahmen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko hat das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS der ESA-Mission Rosetta in den Jahren 2014 bis 2016 aufgenommen. Die Bilder dokumentieren nicht nur den Verlauf der bisher umfangreichsten und anspruchsvollsten Kometenmission, sondern zeigen den entenförmigen Körper auch in all seinen Facetten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem gemeinsamen Projekt mit dem Fachbereich Information und Kommunikation der Hochschule Flensburg hat das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), unter dessen Leitung die OSIRIS-Aufnahmen entstanden sind, diesen Fundus nun veröffentlicht. Der OSIRIS Image Viewer bietet sowohl dem weltrauminteressierten Laien, als auch dem Fachexperten einen einfachen, schnellen und übersichtlichen Zugriff auf einen der größten wissenschaftlichen Schätze der vergangenen Jahre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Den ersten Blick auf den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erhaschte das Kamerasystem OSIRIS im März 2014 aus einem Abstand von knapp fünf Millionen Kilometern: ein unspektakulärer Sternhimmel, in dem nur Kenner einen der zahlreichen hellen Flecke als Ziel der Rosetta-Mission identifizieren können. Der letzte Schnappschuss der Mission entstand am 30. September 2016, wenige Minuten bevor die Raumsonde auf der Kometenoberfläche aufsetzte. Nur 20 Meter trennen die steinige Oberfläche, die darauf zu sehen ist, von der Sonde. Zwischen diesen beiden Aufnahmen liegt ein Abenteuer: eine Weltraummission, die erstmals einen Kometen auf seinem Weg durch das innere Sonnensystem begleitete und aus der Nähe beobachtete. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Abenteuer lässt sich nun mit Hilfe des <a class="a" href="https://rosetta-osiris.eu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OSIRIS Image Viewer</a> im Detail nachvollziehen. Beim Durchstöbern der Bildersammlung finden sich Zeugnisse der aufregend-kribbeligen Anflugphase auf den bereits erwachenden Kometen, der einzigartigen Landung von Rosettas Landeeinheit Philae, des Feuerwerks aus Gas- und Staubfontänen am sonnennächsten Punkt der Kometenbahn und der fieberhaften Suche nach der Philae-Landestelle in den letzten Missionswochen; zu entdecken sind schroffe Klippen, bizarre Risse und Schluchten, pulvrig-glatte Ebenen und von Brocken übersäte Geröllfelder sowie spektakuläre Staub- und Gaseruptionen in der Umgebung des Kometenkerns. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Uns ist es wichtig, dass dieser Datenschatz für jeden leicht und ohne Vorwissen zugänglich ist“, erklärt MPS-Wissenschaftler Dr. Holger Sierks, Leiter des OSIRIS-Teams. In enger Zusammenarbeit mit Studenten und Dozenten des Fachbereichs Information und Kommunikation der Hochschule Flensburg haben die MPS-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler den <a class="a" href="https://rosetta-osiris.eu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Viewer</a> so angelegt, dass alle Bilder und Zusatzinformationen schnell auffindbar sind. Jede der knapp 70.000 Aufnahmen ist mit Angaben zum Aufnahmedatum, Abstand zum Kometen und einem kurzen Begleittext versehen und lässt sich in voller Auflösung herunterladen. Für Nutzerinnen und Nutzer, die tiefer in die Materie einsteigen oder die Aufnahmen für wissenschaftliche Zwecke verwenden wollen, liegen die Bilder auch im wissenschaftlichen Datenformat vor; zudem gibt es ergänzend Informationen zu den verwendeten Filtern, Brennweiten und Belichtungszeiten sowie Verweise auf die wissenschaftliche Dokumentation und Auswertesoftware.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a class="a" href="https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">ESA Images</a> und im <a class="a" href="https://psa.esa.int/psa//#!Home%20View" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Planetary Science Archive der ESA</a> finden sich alle Aufnahmen und Daten der Rosetta-Mission seit Juni 2018. „Die Datenbanken der ESA richten sich in erster Linie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, so Sierks. „Den <a class="a" href="https://rosetta-osiris.eu/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">OSIRIS Image Viewer</a> sehen wir als Ergänzung zu diesen Angeboten. Es soll für jeden leicht zugänglich und ansprechend sein – und vor allem den Kometen in seiner ganzen Schönheit zeigen“, ergänzt er. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12228.msg445348#msg445348" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Rosetta &#8211; wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse</a> </li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rosetta soll auf ihrem Kometen landen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/rosetta-soll-auf-ihrem-kometen-landen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2016 16:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Datenrate]]></category>
		<category><![CDATA[Komet]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Landung]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA]]></category>
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		<category><![CDATA[Tschurjumov-Gerssimenko]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits im Juni letzten Jahres wurde bei der Missionsverlängerung ein Landungsszenario vorgeschlagen und nimmt seit September immer weiter Form an. Erstellt von Viktoria Schöneich. Quelle: ESA Rosetta und Philae: Ein neuer Blick auf KometenDie Rosetta-Mission, die sicher als eine der ambitioniertesten Missionen der ESA bezeichnet werden darf, hat unser Wissen über Kometen erheblich erweitert. Seit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bereits im Juni letzten Jahres wurde bei der Missionsverlängerung ein Landungsszenario vorgeschlagen und nimmt seit September immer weiter Form an.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Erstellt von Viktoria Schöneich.   Quelle: ESA</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Comet_on_26_July_2015_B_node_full_image_ESA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Comet_on_26_July_2015_B_node_full_image_ESA_260.jpg" alt="Der Komet 67P/Tschurjumov-Gerassimenko am 26. Juli 2015.
(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA )"/></a><figcaption>Der Komet 67P/Tschurjumov-Gerassimenko<br> am 26. Juli 2015.<br>(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/<br>UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA )</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rosetta und Philae: Ein neuer Blick auf Kometen</strong><br>Die Rosetta-Mission, die sicher als eine der ambitioniertesten Missionen der ESA bezeichnet werden darf, hat unser Wissen über Kometen erheblich erweitert. Seit sie im August 2014 in den Orbit um 67P/Tschurjumov-Gerassimenko einschwenkte, versorgt sie die Öffentlichkeit mit spektakulären Bildern und die Wissenschaftsgemeinde mit wertvollen Daten. Unter anderem konnten bereits organische Verbindungen auf dem Kometen nachgewiesen werden, sein Magnet- und Gravitationsfeld wurde untersucht und der Periheldurchgang eines Kometen konnte erstmals aus nächster Nähe beobachtet werden. Die vollständige Auswertung der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und so ist zu erwarten, dass wir auch nach Missionsende neue Erkenntnisse von Rosetta erhalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Höhepunkt war sicherlich die weltweit beachtete Landung von Philae auf dem Kometen. Zwar lief bei diesem Novum der Raumfahrt nicht alles nach Plan, trotzdem konnte auch Philae wertvolle Daten sammeln, bevor ihm der Strom ausging. Es wurde unter anderem gezeigt, dass das Wasser wahrscheinlich nicht von Kometen auf die Erde gebracht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wann endet die Mission und warum?</strong><br>Eine Besonderheit von Rosetta ist, dass sie ihre Energie vollständig von ihren Solarzellen bezieht und deshalb eine genügend hohe Sonneneinstrahlung zum Betrieb benötigt. Entfernt sich Rosetta zu weit von der Sonne, muss sie in einen Hibernations-Modus heruntergefahren werden. In diesem Modus befand sie sich bereits von 2011-2014. Jetzt, da der Komet seinen Periheldurchgang hinter sich gebracht hat, entfernt auch er sich weiter von der Sonne. Im September/Oktober 2016 wird die Entfernung schließlich so groß sein, dass Rosetta nicht mehr genügend elektrischen Strom produzieren kann.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/67P30092016_ESA_full.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/67P30092016_ESA_260.jpg" alt="Die Bahn von Rosetta und 67P (links im Bild)
(Bild: ESA)"/></a><figcaption>Die Bahn von Rosetta und 67P (links im Bild)<br>(Bild: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Problem in diesem Fall ist die Kommunikation mit Rosetta. Ab diesem Herbst wird 67P von der Erde aus gesehen in die Nähe der Sonne rücken und kurzzeitig auch hinter ihr verschwinden. Die große Entfernung zur Erde wird weiterhin zu einer stark reduzierten Datenrate von 22-57 kbit/s führen. Beides zusammen bedeutet, dass der Kontakt mit Rosetta stark eingeschränkt oder unmöglich wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen Bedingungen stellt sich natürlich die Frage, warum Rosetta nicht einfach wieder in den Winterschlaf versetzt und bei günstigeren Bedingungen geweckt wird. Das Hauptproblem ist hierbei, dass 67P sich weiter von der Sonne entfernen wird, als es auf der Hinreise der Fall war. Die Raumsonde ist also für diesen Kältefall nicht ausgelegt, eine Reaktivierung ist nicht garantiert. Ein weiterer Punkt ist, dass durch die geringe Anziehungskraft von 67P und durch seine unregelmäßige Form zahlreiche Manöver notwendig waren, die viel Treibstoff verbraucht haben. Es ist gut möglich, dass der verbleibende Treibstoff nicht mehr für eine vollwertige Nachfolgemission ausreichen wird. Und schließlich arbeiten die Instrumente nach der Missionsverlängerung im Juni 2015 schon jetzt länger, als es vorgesehen war. Die Gefahr, dass die Instrumente nach einer erfolgreichen Reaktivierung nicht mehr arbeiten können, ist also groß.<br>Aus diesen Gründen hat man sich entschlossen, Rosetta auf ihrem Kometen landen zu lassen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landing_near_NASA_full.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/landing_near_NASA_260.jpg" alt="Das letzt Bild von NEAR Shoemaker aus ca. 120 m Höhe
(Bild: NASA)"/></a><figcaption>Das letzt Bild von NEAR Shoemaker aus<br> ca. 120 m Höhe<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Rosetta ist nicht der erste Orbiter, der seine Mission auf einem kosmischen Kleinkörper beenden soll. 2001 gelang es der NASA, die Raumsonde NEAR Shoemaker weitgehend unbeschadet auf dem Asteroiden Eros zu landen. Allerdings ist die Landung auf 67P durch sein unregelmäßiges Gravitationsfeld schwieriger, nach Angaben des Science Working Teams sogar komplexer als die Landung von Philae.<br>Innerhalb der nächsten Monate wird Rosetta auf eine immer niedrigere Umlaufbahn um ihren Kometen gebracht, was erst durch die verringerte Aktivität möglich ist. Hierbei wird – neben der Sammlung wissenschaftlicher Daten – auch das Gravitationsfeld in geringer Höhe vermessen, wovon die weitere Planung der Landungstrajektorie abhängt. Man erwartet durch die Unregelmäßigkeiten starke Schwankungen in der Apogäumshöhe und viele aufwändige Bahnmanöver. Zum Ende der Mission wird ein Orbit von lediglich einem Kilometer Höhe angestrebt, von dem aus man sich besonders hochwertige wissenschaftliche Daten verspricht. Nach Abschluss dieser Phase wird Rosetta auf Kollisionskurs gebracht, um am 30.09.2016 auf dem Kometen zu landen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Abstiegs soll es weiterhin Funkkontakt geben, um Bilder und Messungen, die während des Abstiegs vorgenommen werden, zur Erde zu senden. Beim Aufsetzen von Rosetta wird jedoch damit gerechnet, dass die langen Solarpaneele brechen und die Stromversorgung nur noch für kurze Zeit durch die Akkus erfolgen kann. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Rosetta, ähnlich wie Philae, schräg zum liegen kommt und ihre High-Gain Antenne nicht mehr auf die Erde richten kann. Bereits eine Abweichung von einem halben Grad an der Erde vorbei würde nach Angaben der ESA zu einem Verlust der Kommunikation führen. Vermutlich werden wir also nach dem Aufsetzen nichts mehr von Rosetta hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unabhängig vom Ausgang dieses Vorhabens wird die Absenkung des Orbits zum Missionsende sicherlich neue Details von 67P offenbaren. Auch ein Foto von Philae auf dem Kometen aus nächster Nähe ist bereits im Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ebenfalls bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13327.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Landung der Orbitersonde Rosetta auf Tschurjumow-Gerassimenko</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf Kometenjagd mit Dr. Manfred Warhaut</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/auf-kometenjagd-mit-dr-manfred-warhaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2014 20:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Ariane]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[Rosetta]]></category>
		<category><![CDATA[Tschurjumov-Gerssimenko]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=39765</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Schöpfung auf der Spur“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt gab der ehemalige Missionsmanager von Rosetta Dr. Manfred Warhaut einen begeisternden Einblick in die Arbeit eines Kometenjägers. Arno Hecker war für Raumfahrer.net dabei und fasst den Vortrag zusammen. Ein Beitrag von Oliver Karger. Quelle: Arno Hecker / Raumfahrer.net. Dr. Manfred Warhaut hat [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Schöpfung auf der Spur“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt gab der ehemalige Missionsmanager von Rosetta Dr. Manfred Warhaut einen begeisternden Einblick in die Arbeit eines Kometenjägers. Arno Hecker war für Raumfahrer.net dabei und fasst den Vortrag zusammen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Oliver Karger. Quelle: Arno Hecker / Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_1.jpg" alt="Arno Hecker" width="260"/></a><figcaption>
Dr. Manfred Warhaut, Bereichsleiter Missionsbetrieb i.R. des ESOC, während seines Vortrags zur Rosetta-Mission. 
<br>
(Bild: Arno Hecker)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Manfred Warhaut hat viel erlebt in seiner aktiven Zeit bei der ESA. Und er kann erzählen. So begeistert erzählen, dass er den Zuhörer mitnimmt auf die Reise des Kometenjägers. So geschehen am vergangenen Donnerstag in Ober-Ramstadt bei einem Vortrag über die europäische Mission <i>Rosetta</i>, die nun in eine entscheidende Phase tritt. 
<br>
Manfred Warhaut fing 1987 am ESOC an und begleitete als Head of Mission Operations des ESOC die <i>Rosetta</i>-Mission von Beginn an. „Die Mission begann mit einem Schock“, so Manfred Warhaut. Während eines Vortrags im Januar 2003 vor interessierten Publikum erzählte er vom geplanten Start zum Kometen 46P/Wirtanen erfuhr er von einem Gast, dass die Flüge der Ariane V Trägerrakete bis auf weiteres ausgesetzt werden. Grund war das Versagen des Haupttriebwerks Vulcain 2 der Ariane V Hauptstufe beim <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/start-der-ariane-5-fehlgeschlagen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Flug V-157</a>. „Damit war der Start zu Wirtanen unmöglich!“, so Warhaut weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neuer Zielkomet musste her und wurde mit 67P/Tschurjumov-Gerasimenko auch gefunden. „Allerdings blieb uns nur weniger als ein Jahr, um eine mehr als 10 Jahre dauernde Mission neu zu planen!“ erläuterte Warhaut weiter. Um Tschurjumov-Gerasimenko möglichst kostengünstig, das heisst mit einer möglichst geringem Treibstoffmenge zu erreichen, musste ein Startfenster im Frühjahr 2004 genutzt werden. „Das die Umplanung der Mission innerhalb eines Jahres so effektiv und erfolgreich umgesetzt werden konnte, war eine unglaubliche Teamleistung. Dies fing an mit der Berechnung der neuen Flugbahn, quasi einem kosmischen Billiardspiel mit drei swing-by Manövern an der Erde und einem am Mars“, gibt Warhaut einen Einblick in die sehr kurzfristige Änderungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim ersten swing-by an der Erde gewann die Sonde noch einmal so viel Energie, wie sie bereits beim Start von der Ariane-Trägerrakete mit auf den Weg bekam. „Mit der neuen Trajektorie gab es auch Vorbeiflüge an den Asteroiden <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/der-asteroid-steins-und-der-yorp-effekt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Šteins</a> und <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/livebericht-rosettas-vorbeiflug-an-lutetia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Lutetia</a>, von denen wir wunderbare Fotos erhalten haben. Allein dafür hat sich die <i>Rosetta</i>-Mission schon gelohnt!“. Die lang dauernde Trajektorie bringt auch den Umstand mit, dass <i>Rosetta</i> den Entfernungsrekord eines rein solarbetriebenen Raumfahrzeugs hält. Die größte Entfernung zur Energiequelle Sonne betrug 790 Millionen Kilometer. „In dieser Entfernung konnten die Solarzellen nicht genügend Energie liefern, um alle Bordsysteme in Betrieb zu halten. Daher haben wir Rosetta für zweieinhalb Jahre in den Tiefschlaf versetzt!“ Zweieinhalb Jahre kein Kontakt, kein Lebenszeichen der Sonde und damit auch eine große Ungewissheit. Eine lange Zeit, in der das Projektteam dennoch alle Hände voll zu tun hatte. „Personal verlässt das Team und damit auch Wissen über Systeme und Erfahrung, neue Mitarbeiter kommen hinzu.“ Während der bisherigen Mission von zehn Jahren gab es eine neue Computergeneration im Bodensegement &#8211; Hard- und Software wurde ausgetauscht und angepasst. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_2.jpg" alt="Arno Hecker" width="709" height="337"/></a><figcaption>
Manfred Warhaut beschreibt die möglichen Landestellen von Philae auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko. 
<br>
(Bild: Arno Hecker)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 2014 war es dann soweit. <i>Rosetta</i> sollte durch eine kleines internes „Beep!“  wieder aufwachen &#8211; <a href="https://www.raumfahrer.net/rosetta-sendet-live-aus-dem-esoc/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrer Net berichtete live</a>. „Es herrschte atemlose Spannung im Kontrollraum. Im Vorfeld hatten wir im Team gewettet, zu welcher Uhrzeit <i>Rosetta</i> aufwacht und die Zeiten alle auf Zettel geschrieben. Doch der Zeitpunkt, zu dem wir das Signal erwartet hatten, verstrich. Erst zwanzig Minuten verspätet sahen wir das erlösende Signal! Natürlich lagen wir alle mit unserer Wette daneben. Eine Kollegin meinte darauf hin trocken: &#8218;Na, ist doch klar, Mädchen kommen doch immer später!&#8216;.“ Auslöser für die Verzögerung war ein Neustart des Bordcomputers, was sich jedoch nicht als problematisch herausstellte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz vor der finalen Annäherung an Tschurjumov-Gerasimenko musste ein Bremsmanöver durchgeführt werden, um die Relativgeschwindigkeit zum Kometen zu reduzieren, immerhin um etwa 800 m/s. „Zwischenzeitlich hatte sich herausgestellt, dass es ein Leck im Treibstoffsystem gibt. Wir hatten weniger Treibstoff als erwartet und die Gefahr war groß, dass wir beim vorgesehenen Druck von 17 bar auf den Triebwerken noch mehr davon verlieren.“ Als sicher wurde ein Druckbereich von 8 bis 11 bar eingestuft. „Und unsere erstklassigen Spacecraft Operations Engineers haben es tatsächlich geschafft und nun kreisen wir, pardon, kreist <i>Rosetta</i> um den Kometen und liefert fantastischen Aufnahmen und hoffentlich auch Erkenntnisse über die Frühphase unseres Sonnensystems.“ </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18102014224200_small_3.jpg" alt="ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA" width="260"/></a><figcaption>
Der für die Landung von Philae ausgewählte Landeplatz &#8222;J&#8220;. Diese Mosaikaufnahme setzt sich aus zwei Aufnahmen zusammen, welche am 14. September 2014 von der Telekamera des 
<a class="a" href="https://www.mps.mpg.de/rosetta/osiris" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">OSIRIS-Kameraexperiments</a>
 aus einer Entfernung von rund 30 Kilometern angefertigt wurden. Die Bildauflösung beträgt 50 Zentimeter pro Pixel. Der rote Kreis markiert einen etwa 500 Meter durchmessenden Abschnitt der Kometenoberfläche, welcher das Zentrum der Landeellipse darstellt.  
<br>
(Bild: ESA, Rosetta, MPS for OSIRIS-Team MPS, UPD, LAM, IAA, SSO, INTA, UPM, DASP, IDA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Schritt dazu ist die direkte, chemische Untersuchung des Kometenmaterials. Dies soll mit dem Lander <i>Philae</i> geschehen. Dazu wurden in den letzten Wochen mit der größten Annäherung von Rosetta an 67P bis auf 10 km Detailaufnahmen der möglichen Landegebiete erstellt. „Die Reaktion des Landeteams auf die Fotos war eindeutig: &#8218;Alle schlecht!&#8217;“ Entweder sind die Lichtverhältnisse nicht ausreichend, weil zu viele Schattenflächen vorhanden sind oder es ist zu uneben im Bereich des Landeskreises von 500 m Durchmesser. Essentiell wichtig ist der gravitative Einfluss auf die nur 120 kg schwere Landesonde, um eine möglichst störungsfreie Annäherung gewährleisten zu können. „Eine Kugelform von 67P wäre toll, leider ist er eine Erdnuss!“, schmunzelte Manfred Warhaut. „Wir hoffen, das Beste für die Landung, aber ob sie erfolgreich sein wird, steht noch buchstäblich in den Sternen.“  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan sind alle Systeme von <i>Philae</i> in einwandfreiem Zustand. In den Tagen vor der Ablösung vom Orbiter werden noch zahlreiche Systemtests durchgeführt und „der Lander auf Herz und Nieren geprüft“. Wenn dann das finale &#8218;Go!&#8216; am 12.11. gegeben wird, wird <i>Philae</i> vom <i>Rosetta</i>-Orbiter aus einer Höhe von etwa 20 km über der Kometenoberfläche abgestoßen und sich senkrecht auf 67P mit etwa 1 m/s zubewegen, um sich beim Aufsetzen mit den Harpunen zu verankern.      Sollte eines der Systeme nicht bereit sein, dann wird <i>Philae</i> nicht ausgeklinkt. Im weiteren Verlauf gibt es alle 14 Tage wieder die Möglichkeit für einen Landeversuch. „Das allerdings auch nicht beliebig lange“, beschreibt Warhaut eine mögliche Gefahr für den Orbiter, „da mit der weiteren Annäherung von 67P an die Sonne die Aktivität des Kometennukleus zunimmt.“ Bei einer weiteren Annäherung des Orbiters erhöht sich die Gefahr einer Beschädigung von Instrumenten und Bordsystemen durch das vom Kometenkern freigesetzte Material. „Die einen wollen möglichst nah ran, um den Lander gut absetzen zu können, die anderen am liebsten weit weg, um die Systeme zu schützen. Da 67P bereits jetzt aktiver ist als erwartet, soll die Entfernung für die Landung auf 22,5 km vergrößert werden.“      Die erste Panoramaaufnahme nach der hoffentlich geglückten Landung soll bereits am gleichen Abend veröffentlich werden. Weitere Aufnahmen werden dann in den darauf folgenden Tagen ebenfalls freigegeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss des Vortrags zieht Manfred Warhaut das Fazit, dass „eine Landung auf einem Komenten eine der vielen Premieren ist, die bei dieser Mission gewagt werden. Sie ist riskant und kann schiefgehen. Doch auch eine nicht geglückte Landung wird den wissenschaftliche Wert der gesamten Mission nicht in Frage stellen. <i>Rosetta</i> ist bereits jetzt ein großartiger Erfolg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net wird die Landung von <i>Philae</i> auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko natürlich begleiten und live berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?board=34.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mission Rosetta</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=667.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Kometen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/rosetta/" data-wpel-link="internal">Rosetta-Newsarchiv</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/kometen/" data-wpel-link="internal">Kometen-Newsarchiv</a></li></ul>
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