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	<title>Valles Marineris &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Valles Marineris &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Mars-Mission: Würzburger Forschende orchestrieren Roboterschwarm</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 08:00:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Tal auf dem Mars erkunden, Höhlen erforschen, nach Leben suchen: Das sind die Ziele der deutschen Forschungsinitiative VaMEx. Die Professur für Raumfahrttechnik der Uni Würzburg ist daran beteiligt. Eine Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg 10. September 2024. 10. September 2024 &#8211; Über den Mars erstreckt sich ein gewaltiges Tal: Das Valles [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Ein Tal auf dem Mars erkunden, Höhlen erforschen, nach Leben suchen: Das sind die Ziele der deutschen Forschungsinitiative VaMEx. Die Professur für Raumfahrttechnik der Uni Würzburg ist daran beteiligt. Eine Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg 10. September 2024.</p>



<p>10. September 2024 &#8211; Über den Mars erstreckt sich ein gewaltiges Tal: Das Valles Marineris ist 3.000 Kilometer lang, 600 Kilometer breit und im Durchschnitt acht Kilometer tief. Sein lateinischer Name geht auf den Mars-Orbiter „Mariner“ zurück, der das Tal Anfang der 1970er-Jahre entdeckte.</p>



<p>Seit 2012 erhält dieser größte bekannte Canyon im Sonnensystem die besondere Aufmerksamkeit der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). In der VaMEx-Initiative sollen Schlüsseltechnologien zur robotischen Erkundung dieses schwierigen Geländes im Schwarm entwickelt werden: Der VaMEx – Valles Marineris Explorer besteht aus fahrenden, laufenden und fliegenden Drohnen, die ein komplexes Gesamtsystem bilden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RoboterschwarmErforschungVallesMarinerisClemensRieglerJMU2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Vereinfacht dargestellte Konzeption des Roboterschwarms zur Erforschung des „Valles Marineris“ auf dem Mars. (Grafik: Clemens Riegler, Universität Würzburg)" data-rl_caption="" title="Vereinfacht dargestellte Konzeption des Roboterschwarms zur Erforschung des „Valles Marineris“ auf dem Mars. (Grafik: Clemens Riegler, Universität Würzburg)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="278" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RoboterschwarmErforschungVallesMarinerisClemensRieglerJMU60.jpg" alt="Vereinfacht dargestellte Konzeption des Roboterschwarms zur Erforschung des „Valles Marineris“ auf dem Mars. (Grafik: Clemens Riegler, Universität Würzburg)" class="wp-image-144300" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RoboterschwarmErforschungVallesMarinerisClemensRieglerJMU60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RoboterschwarmErforschungVallesMarinerisClemensRieglerJMU60-300x139.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vereinfacht dargestellte Konzeption des Roboterschwarms zur Erforschung des „Valles Marineris“ auf dem Mars. (Grafik: Clemens Riegler, Universität Würzburg)</figcaption></figure>



<p>Die VaMEx-Initiative der Raumfahrtagentur verfolgt das Ziel, erstmals die Schluchten und Höhlen des Canyons zu erforschen. Dabei wird auch nach Spuren von flüssigem Wasser und somit eventuell nach Leben gesucht, das dort in geschützten Nischen existieren könnte. Dafür will das DLR einen Schwarm autonomer, untereinander vernetzter Roboter auf den Mars bringen: Sie sollen auf dem Boden, in der Luft und in Höhlen agieren und dort Bilder und andere Daten sammeln.</p>



<p><strong>Höhlen als besonders interessante Zielorte</strong><br>Höhlen dürfte es in dem stark zerklüfteten Tal einige geben. Selbst in der scheinbar eintönigen Landschaft des Mondes haben Forschende aus Italien und den USA vor kurzem den Eingang zu einer großen Höhle entdeckt.</p>



<p>Höhlen sind nicht nur interessant als Standorte für Mond- oder Marsbasen. Sie bieten Schutz vor der kosmischen Strahlung, gemäßigtere Temperaturen und damit auch ein gutes Umfeld für den Erhalt von Leben, das bereits vor Milliarden Jahren entstanden sein könnte, als auf dem Mars noch viel günstigere Bedingungen herrschten.</p>



<p>An der Erforschung des Valles Marineris beteiligt sich neben dem Lehrstuhl Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg nun auch ein Team der JMU-Professur für Raumfahrttechnik. Dessen Aufgabe ist es, ein Kommunikationskonzept für den Roboterschwarm zu entwickeln. In der aktuell laufenden dritten Entwicklungsphase von VaMEx fördert die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR das Teilprojekt an der JMU mit rund 1,5 Millionen Euro.</p>



<p><strong>Wie der Roboterschwarm zusammengesetzt ist</strong><br>„Wir haben unserem Teilprojekt den Namen „VaMEx3-MarsSymphony“ gegeben, weil es darum geht, die einzelnen Elemente des Roboterschwarms wie ein Orchester harmonisch zusammenspielen zu lassen“, sagt Projektleiter Professor Hakan Kayal. Zum Schwarm gehören in der aktuell laufenden Entwicklungsphase mobile Roboter in der Luft und zu Land, ein stationäres Gateway am Boden, das als Kommandozentrale für die Kommunikation dient, und ein Satellitensimulator für den Datenaustausch mit der Erde.</p>



<p>Wenn die Roboter am Boden in Höhlen vordringen, sind sie von der Marsoberfläche abgeschirmt und können nicht direkt mit dem Gateway kommunizieren. Zum Konzept gehören darum auch Repeater-Stationen, welche die aufgenommenen Bilder und Daten in einer Transportkette weiterreichen – vom Roboter in der Höhle bis zum Gateway an der Oberfläche des Planeten.</p>



<p><strong>Technologie aus Würzburg: Autorotationskörper</strong><br>Teil des Schwarms sind außerdem sogenannte Autorotationskörper: Sie werden aus der Luft abgeworfen und sammeln Daten, während sie sanft zu Boden gleiten. Letzteres schaffen sie dank ihres speziellen Designs: Die länglichen Körper sind wie Ahornsamen gebaut. Sie haben einen Flügel und drehen sich um ihre eigene Achse, was sie sachte abwärts trudeln lässt. Ihr Flugweg ist steuerbar, so dass man sie gezielt über eine größere Fläche verteilen und sie dann als Sensor-, Repeater- und Navigations-Netzwerke nutzen kann.</p>



<p>Über den Einsatz der Autorotationskörper freut sich MarsSymphony-Projektmanager Clemens Riegler ganz besonders: Er hat die Fallkörper noch als Student mitentwickelt – ab 2016 im Rexus-Bexus-Programm der DLR-Raumfahrtagentur und in der Würzburger Hochschulgruppe WüSpace e.V., die Studierenden die Mitarbeit an Projekten der Luft- und Raumfahrt ermöglicht.</p>



<p>In seiner Doktorarbeit entwickelt Riegler die Flugkörper weiter: „Es ist sehr schön zu sehen, dass das DLR diese Arbeit würdigt und sie jetzt Teil eines Projekts zur Erkundung des Mars geworden ist!“</p>



<p><strong>Ins Gateway wird eine Himmelskamera integriert</strong><br>Das robotische Mars-Orchester hat eine weitere einzigartige Besonderheit: Das stationäre Gateway wird mit einer Kamera ausgestattet, die den Himmel des Mars im Blick behält. „Alle bisherigen Mars-Missionen haben sich auf die Oberfläche des Planeten konzentriert, wir wollen erstmals auch nach oben schauen“, sagt Hakan Kayal. Und dort dürfte es einiges zu beobachten geben: Wolkenbildung, Eintritte von Meteoren oder Blitze und andere kurzzeitige Leuchtphänomene.</p>



<p>Meteoriten von der Größe eines Basketballs scheinen auf dem Mars fast täglich einzuschlagen: Das hat ein internationales Forschungsteam im Juni 2024 aus seismischen Daten geschlossen. „Wir könnten das mit Daten weiter untermauern, wenn wir mit unserer UAP-Kamera den Eintritt von Meteoriten filmen und diese Ereignisse mit den seismischen Signalen korrelieren“, sagt Hakan Kayal.</p>



<p>Die Abkürzung UAP steht für „Unidentified Anomalous Phenomena“ (unidentifizierte anomale Phänomene). Der Name der Kamera leitet sich von ihrer Fähigkeit ab, mittels Künstlicher Intelligenz gezielt unbekannte Himmelsphänomene aufzuspüren, wie sie auch auf der Erde beobachtet werden. Die Integration eines Kamerasystems zur Himmelsbeobachtung auf dem Gateway stellt einen wesentlichen Entwicklungsschritt hin zu einem Detektionssystem für Kurzzeitphänomene in der Marsatmosphäre sowie zur Erforschung von UAPs dar. Mit MarsSymphony wird die UAP-Forschung erstmalig mit Bundesmitteln gefördert. Die neuartige Himmelsbeobachtungskamera könnte in Zukunft auch auf dem Mars UAPs detektieren.</p>



<p><strong>Kommunikation zwischen Gateway und Relay-Satellit als Herausforderung</strong><br>Die Kommunikation zwischen den beschriebenen Elementen und dem Raumsegment ist bei der Übertragung der gewonnenen wissenschaftlichen Daten eine zentrale Herausforderung. Das gilt aufgrund knapper Ressourcen insbesondere für die Kommunikation zwischen dem Gateway auf der Marsoberfläche und den Relay-Satelliten im Orbit.</p>



<p>Aktuelle Lander nutzen hierbei bisher das S- oder X-Band. Zur Erhöhung der Datenrate des Übertragungskanals ist jedoch der Wechsel von dem X-Band in das Ka-Band ein entscheidender Schritt. Der Berliner Projektpartner IQ Technologies for Earth and Space GmbH wird darum auf Basis seines flugerprobten XLink-Systems einen Ka-Band-fähigen Transceiver für den Einsatz auf Landern und interplanetaren Kleinsatelliten entwickeln. Im Projekt sollen, neben Transceiver-Hardware für interplanetare Systeme, auch angepasste und flexible Übertragungsprotokolle entwickelt werden.</p>



<p><strong>Systemtest 2025 bei Analogmission auf der Erde</strong><br>Ob der Roboterschwarm wie geplant funktioniert, soll im Laufe des Jahres 2025 bei einer sogenannten Analogmission getestet werden: Dabei werden die Beteiligten die Mars-Mission auf der Erde simulieren, voraussichtlich in einem Steinbruch in Deutschland. Bei dieser Simulation spielt die Würzburger UAP-Kamera ebenfalls eine wichtige Rolle: Ihre Videoaufnahmen vom Himmel liefern ausreichend große Datenvolumina, um die Belastbarkeit des Kommunikationssystems zu testen.</p>



<p>Läuft die Analogmission gut, was wäre dann der nächste Schritt? „In einem möglichen Nachfolgeprojekt müsste die Hardware für einen Einsatz auf dem Mars angepasst werden“, erklärt Hakan Kayal. Denn dort herrschen harsche Bedingungen: Die Atmosphäre ist dünn, die Durchschnittstemperatur liegt bei minus 63 Grad Celsius und regelmäßig fegen große Staubstürme über den roten Planeten.</p>



<p><strong>Förderung und weitere Fakten</strong><br>Das Würzburger VaMEx-3-Teilprojekt „Demonstration einer vollständigen Funkstrecke für die Satellitenkommunikation mit non-Line-of-Sight Rovern zur Exploration des Valles Marineris“ wird unter dem Förderkennzeichen 50RK2451A von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.</p>



<p>Das Projekt ist am Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) der Universität Würzburg angesiedelt. Neben Projektleiter Professor Hakan Kayal und Projektmanager Clemens Riegler wirken vier weitere Mitarbeitende und drei studentische Hilfskräfte im Teilvorhaben VaMEx3-MarsSymphony mit. Offizieller Start des auf zwei Jahre angelegten Projekts war am 1. August 2024; das Kickoff-Meeting fand am 5. September 2024 bei der DLR-Raumfahrtagentur in Bonn statt.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19076.msg565966#msg565966" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Zukünftige Mars-Erforschung</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>Siloe Patera &#8211; Ein Supervulkan auf dem Mars?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/siloe-patera-ein-supervulkan-auf-dem-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 17:21:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits in der letzten Woche veröffentlichte Aufnahmen der ESA-Raumsonde Mars Express verdeutlichen erneut die geologische Vielfalt unseres äußeren Nachbarplaneten und zugleich die Probleme, welche sich für die Marsforscher bei deren Interpretation ergeben. Bei der Region Siloe Patera könnte es sich durchaus um die Überreste einer Supervulkan-Eruption handeln &#8211; oder aber um die Überreste eines profanen [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bereits in der letzten Woche veröffentlichte Aufnahmen der ESA-Raumsonde Mars Express verdeutlichen erneut die geologische Vielfalt unseres äußeren Nachbarplaneten und zugleich die Probleme, welche sich für die Marsforscher bei deren Interpretation ergeben. Bei der Region Siloe Patera könnte es sich durchaus um die Überreste einer Supervulkan-Eruption handeln &#8211; oder aber um die Überreste eines profanen Impaktereignisses.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA, Wikipedia. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-01-46115.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_1.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Diese Grafik beschreibt die zeitliche Verteilung der fünf vulkanischen Aktivitätsphasen auf dem Mars. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars. Seitdem liefert dieser Orbiter den an der <i>Mars Express</i>-Mission beteiligten Wissenschaftlern regelmäßig eine Vielzahl an Bildaufnahmen und weitere Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. 
<br>
Die <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord von <i>Mars Express</i> liefern dabei wichtige Beiträge zur Untersuchung der Oberflächengeologie sowie zur &#8218;Geschichte des Wassers&#8216; auf unserem Nachbarplaneten und damit auch zur Klärung der Frage, ob einstmals &#8218;Leben auf dem Mars&#8216; möglich gewesen sein könnte. Die <i>Mars Express</i>-Mission wird als so erfolgreich eingestuft, dass sie inzwischen bis zum Ende des Jahres 2018 verlängert wurde (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-missionsverlaengerung-bis-ende-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p><strong>Die Schildvulkane des Mars</strong>
<br>
Mit einem Durchmesser von 6.792 Kilometern ist der Mars nur etwa halb so groß wie unser Heimatplanet. Trotzdem kann unser äußerer Nachbarplanet mit einigen landschaftlichen Superlativen aufwarten, welche in unserem Sonnensystem ihresgleichen suchen. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür sind verschiedene <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schildvulkan" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schildvulkane</a>, welche zu den höchsten bekannten Erhebungen des Sonnensystems zählen und die sich auf dem Mars hauptsächlich in zwei Regionen konzentrieren. Die kleinere dieser beiden Regionen trägt den Namen Elysium Planitia. Verteilt über eine Fläche von rund 2,5 Millionen Quadratkilometern befinden sich hier die Vulkane Apollinaris Patera, Hecates Tholus, Albor Tholus und der etwa 12.500 Meter hohe Elysium Mons. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="260"/></a><figcaption>
Diese Karte mit den wichtigsten Oberflächenformationen auf dem Mars zeigt auch die Standorte der beiden derzeit auf unserem Nachbarplaneten aktiven Rover der NASA. MER-B steht für den Rover Opportunity, MSL für Curiosity.
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p>Mehrere tausend Kilometer entfernt befindet sich die <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-bildet-vulkane-in-der-tharsis-region-ab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Tharsis-Vulkanregion</a>, welche eine Fläche von etwa vier Millionen Quadratkilometern bedeckt und die sich wie eine Wulst um durchschnittlich vier Kilometer über die umgebende Marsoberfläche erhebt. Hier befinden sich &#8211; neben verschiedenen anderen, kleineren Schildvulkanen die Vulkane Ascraeus Mons, Arsia Mons und Pavonis Mons. Mit Gipfelhöhen von 18, 14 und 12 Kilometer sind auch diese deutlich höher als der höchste Berg der Erde &#8211; der 8.848 Meter hohe Mount Everest. Am nördlichen Ende der Tharsis liegt zudem der Vulkan Alba Mons, welcher zwar nur eine Höhe von knapp sieben Kilometern erreicht, der dabei jedoch an seiner Basis über eine Ausdehnung von fast 1.000 Kilometern verfügt. </p>



<p>Besonders beeindruckend ist allerdings der etwas außerhalb der Tharsis-Region gelegene Vulkan <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-fusse-des-olympus-mons/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Olympus Mons</a>. Mit einer Gipfelhöhe von mehr als 22 Kilometern relativ zu dem umgebenden Gelände und einem Basisdurchmesser von rund 550 Kilometern handelt es sich bei diesem Schildvulkan um die derzeit höchste bekannte Erhebung innerhalb unseres Sonnensystems. Altersbestimmungen von Lavaflüssen legen die Vermutung nahe, dass der Olympus Mons eventuell noch vor etwa zwei Millionen Jahren aktiv gewesen sein könnte. </p>



<p>Die auf die Erforschung des Mars spezialisierten Planetologen gehen allgemein davon aus, dass sich die Tharsis-Region &#8211; genauso wie das benachbarte Grabenbruchsystem der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> &#8211; bereits vor rund 3,5 Milliarden Jahren während des geologischen Mittelalters des Mars, der sogenannten Hesperianischen Epoche, gebildet hat. Die äußere Kruste des Mars wurde zu dieser Zeit durch im Marsinneren auftretende Kräfte aufgewölbt, was zu massiven Oberflächenspannungen führte. Während der verschiedenen geologischen Aktivitätsphasen wurden gewaltige Mengen von Lava an die Oberfläche des Planeten befördert. Diese Lavamassen schichteten sich zu den besagten Schildvulkanen auf. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_3.jpg" alt="Wikipedia" width="260"/></a><figcaption>
Eine schematische Darstellung des Yellowstone-Supervulkans im US-Bundesstaat Wyoming. 
<br>
(Bild: Wikipedia)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Supervulkane</strong>
<br>
Allerdings deuten verschiedene Anzeichen darauf hin, dass in der Vergangenheit neben den hier erwähnten Schildvulkanen auch eine andere Art von Vulkanen &#8211; nämlich sogenannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Supervulkan" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Supervulkane</a> &#8211; auf dem Mars aktiv gewesen sein könnten. </p>



<p>Supervulkane &#8211; so weiß man durch geologische Untersuchungen auf unserem Heimatplaneten &#8211; bilden bei ihren extrem explosiv verlaufenden Ausbrüchen keinen typischen Vulkankegel, sondern hinterlassen vielmehr große Einsturzkessel &#8211; sogenannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caldera_(Krater)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Calderen</a>. Bedingt durch die über lange Zeiträume zunehmende Anreicherung von Gasen in der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Magmakammer" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Magmakammer</a> eines Supervulkans hebt sich das Vulkangebiet an und schließlich tritt <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Magma" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Magma</a> an weit voneinander entfernt gelegenen Stellen aus dem Untergrund hervor. Durch die dabei erfolgende Anhebung des Bodens entsteht um die Magmakammer herum ein ringförmig verlaufender Riss im Untergrund. Der innenliegende Teil dieses &#8222;Deckels&#8220; sinkt dabei in die sich entleerende Magmakammer ab. Zurück bleibt die typische Caldera eines Supervulkans. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_4.jpg" alt="NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der Umgebung des Siloe Patera auf dem Mars. Der durch die HRSC-Kamera am 26. November 2014 abgebildete Bereich ist umrahmt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Die Magmakammern, welche sich unter diesen Supervulkanen befinden, sind im Vergleich zu &#8217;normalen&#8216; Vulkanen sehr groß und verfügen über ein Volumen von mindestens 1.000 Kubikkilometern. Ausbrüche von Supervulkanen erfolgen auf der Erde nur sehr selten und wurden in historischer Zeit noch nicht beobachtet. Allerdings ist bekannt, dass ihre Auswirkungen katastrophal sind und aufgrund der dabei freigesetzten gewaltigen Mengen an Lava und <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vulkanische_Asche" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">vulkanischer Asche</a> sehr wahrscheinlich den gesamten Planeten betreffen. Das wohl bekannteste Beispiel für einen solchen Supervulkan auf der Erde bildet der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yellowstone_(Vulkan)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Yellowstone-Vulkan</a>, dessen Caldera über eine Ausdehnung von etwa 80 x 55 Kilometern verfügt. </p>



<p><strong>Die Region Siloe Patera auf dem Mars</strong>
<br>
Vergleichbare Strukturen befinden sich allerdings auch auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten &#8211; und dort speziell im Bereich des Region <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-eine-kraterlandschaft-im-arabia-terra/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Arabia Terra</a>. Bei dem Arabia Terra handelt es sich um einen Teilbereich der Hochlandregion unseres Nachbarplaneten, welche eine Übergangsregion zu den angrenzenden nördlichen Tiefebenen des Mars darstellt. </p>



<p>Eine der dort aufzufindenden Oberflächenstrukturen wurde mit dem Namen Siloe Patera (benannt nach dem spanischen Bildhauer und Architekten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Diego_de_Silo%C3%A9" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Diego de Siloé</a>) belegt. Hierbei handelt es sich um eine nahezu kreisrunde Vertiefung mit einer Abmessung von etwa 40 Kilometern Länge und 30 Kilometern Breite. Innerhalb dieser Vertiefung befindet sich eine weitere, ebenfalls runde Senke. Unter anderem aufgrund dieses äußeren Erscheinungsbildes wird Siloe Patera von einigen Marsforschern als die Caldera eines Supervulkans interpretiert. </p>



<p>Am 26. November 2014 überflog der Orbiter <i>Mars Express</i> Siloe Patera während des Orbits Nummer 13.837 und bildete diese bei etwa 36 Grad nördlicher Breite und sechs Grad östlicher Länge gelegene Struktur dabei mit der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-stereokamera-hrsc-an-bord-von-mars-express/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;) &#8211; der Hauptkamera an Bord des Marsorbiters &#8211; aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern mit einer Auflösung von etwa 24 Metern pro Pixel ab. </p>



<p><strong>Siloe Patera &#8211; Supervulkan oder Impaktkrater-Strukturen?</strong>
<br>
Auf diesen Aufnahmen sind verschiedenen Merkmale erkennbar, welche zwar für die &#8222;Supervulkan-Theorie&#8220; sprechen, die aber von der Fachwelt nach wie vor kontrovers diskutiert werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Diese Farbaufnahme wurde aus dem hochauflösenden Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC-Kamera an Bord der Raumsonde Mars Express erstellt und zeigt einige der landschaftlichen Besonderheiten, welche von mehreren Wissenschaftlern als das Ergebnis des Ausbruchs eines Supervulkans interpretiert werden. Die Morphologie der Struktur deutet auf eine entleerte, riesige Magmakammer unter Siloe Patera hin, in die der Krusten-&#8222;Deckel&#8220; hineinsackte, wodurch sich eine Caldera bildete. Auch gibt es weder einen Zentralberg im Zentrum des Kraters, noch einen markanten Wall von Auswurfmaterial. Andererseits sind auch mehrere landschaftliche Merkmale vorhanden, welche mit einem &#8222;gewöhnlichen&#8220; Einschlagskrater erklärt werden könnten. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Für einen Supervulkan sprechen im Bereich von Siloe Patera zum Beispiel diverse Spuren von Rissen in der Planetenoberfläche. Das Gebiet ist zudem relativ flach und es finden sich anscheinend &#8218;zerfetzte&#8216; geschichtete Ablagerungen. Außerdem fehlen der Struktur Siloe Patera einige der typischen Merkmale eines größeren <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Impaktkrater" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Impaktkraters</a> wie zum Beispiel ein <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentralberg" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Zentralberg</a> im Inneren der Kraterstruktur. Auch das Fehlen eines ausgeprägten Kraterrandes wurde als Argument gegen die Impakttheorie herangeführt. Allerdings &#8211; so die &#8218;Gegenseite&#8216; &#8211; finden sich auch auf dem Mars zahlreiche Beispiele von Impaktkratern, deren Ränder im Laufe der Zeit längst von der allgegenwärtigen Erosion beseitigt wurden. </p>



<p>Die aktuellen Daten der HRSC-Kamera zeigen, dass die Vertiefung von Siloe Patera 1.750 Meter unter die den Krater umgebenden Ebenen reicht. In ihr befindet sich eine zweite Vertiefung, welche nochmals etwa 700 Meter in die Tiefe führt. Die Flanken der innenliegenden, kleineren Vertiefung sind sehr steil. Das ist zwar untypisch für eine Einschlagsstruktur, könnte andererseits aber tatsächlich mit einem zu einen späteren Zeitpunkt erfolgten, kleineren Einschlag in den schon vorhandenen größeren Krater erklärt werden. </p>



<p>Die gesamte Struktur ist von mehreren kleineren Kanälen und Rinnen umgeben, welche teilweise in die Vertiefung münden. An der Südspitze der Vertiefung ist zudem eine Talstruktur erkennbar, die an sogenannte &#8222;sapping valleys&#8220; erinnern. Diese Formationen könnten durch das Schmelzen von größeren Mengen an Wassereis, welches ursprünglich unter der Marsoberfläche vorhanden war, entstanden sein. Der im Rahmen eines solchen Prozesses ansteigende Grundwasserspiegel führte dazu, dass das Wasser schließlich die Planetenoberfläche erreichte und dort austrat. Beim Abfließen des Schmelzwassers wurden durch eine Klifferosion Täler ausgeschürft. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_6.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Aus den digitalen Geländemodellen der HRSC-Bilddaten lassen sich auch perspektivische Ansichten der Marsoberfläche ableiten. Unabhängig von der Diskussion, ob Siloe Patera das Überbleibsel eines marsianischen Supervulkans ist oder ob es sich hierbei um einen gewöhnlichen Impaktkrater handelt zeigt diese Perspektive, dass einstmals Wasser durch kleine Täler in das Innere der Vertiefung geströmt ist. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Bei einem solchen Prozess tritt das Wasser an den Seiten von Abhängen und Geländekanten in Form von <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sickerwasser" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sickerwasser</a> und Quellen aus dem Boden aus. Dabei wird der Abhang ausgehöhlt. Durch das Nachrutschen von Oberflächenmaterial, wodurch die zuvor entstandenen Aushöhlungen wieder verfüllt werden, &#8222;wandert&#8220; die Erosionskante immer weiter nach hinten. Der folgende Kliffabbruch führt schließlich zur Entstehung von steilen, U-förmigen Talstrukturen. Das erodierte Material wird dabei durch das fließende Wasser entlang des sich bildenden Talverlaufs abtransportiert. Hierbei entsteht ebenfalls ein scharfer Rand, welcher allerdings an manchen Stellen etwas angehoben ist. </p>



<p>Unmittelbar neben dieser talförmigen Vertiefung befindet sich ein Gebiet mit einer Ausdehnung von etwa 20 x 20 Kilometern, welches eine Vielzahl kleinerer, verzweigter Abflusskanäle beherbergt. Hierbei könnte es sich um eine erkaltete Lavadecke handeln &#8211; oder aber um die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ejektadecke" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Ejektadecke</a> eines Einschlagskraters. </p>



<p>Sehr wahrscheinlich werden die auf die Erforschung des Mars spezialisierten Planetolgen noch viele weitere Datensätze benötigen, um die Entstehungsgeschichte der Region Siloe Patera  zu entschlüsseln. Einerseits wurden die hier zu beobachtenden Ablagerungen in der Fachliteratur als die Überreste eines möglichen gasreichen und  extrem heißen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pyroklastischer_Strom" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">pyroklastischen Stroms</a> beschrieben. Die lobenförmigen Ränder des Siloe Patera zeigen andererseits aber auch Ähnlichkeit mit Auswurfdecken, welche sich bei kleineren Einschlagskratern bilden. Derartige asymmetrisch geformte Auswurfdecken bilden sich bei Impakten mit einem Einschlagswinkel von weniger als 15 Grad. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_7.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Aus den Stereo-Bilddaten des HRSC-Kameraexperiments lassen sich digitale Geländemodelle ableiten, welche jedem Bildpunkt auf der Marsoberfläche einen Höhenwert zuordnen. Das Bezugsniveau für die Höhenwerte ist das sogenannte Areoid &#8211; eine gedachte Fläche gleicher Anziehungskraft, die dem Meeresspiegel auf der Erde entspricht. Anhand der Farbskala rechts oben im Bild lässt sich die Verteilung der Höhenwerte anschaulich ablesen. So lassen sich auch gut die hier gegebenen unterschiedlichen Kratertiefen erkennen. Deutlich ist die etwa 1.750 Meter tiefe Senke, in der sich eine zweite, nochmals 700 Meter tiefer gelegene Absenkung befindet, zu erkennen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Nach der Meinung der Verfechter der Supervulkan-These finden sich auf dem Mars genügend Anzeichen, welche diese stützen. Neben den hier bereits erwähnten Argumenten könnten auch die in der Äquatorregion des Mars weit verbreitet auftretenden &#8218;zerfetzten Ablagerungen&#8216; von feinkörnigem, geschichteten sulfathaltigem Gestein und Tonmineralen angeführt werden, welche durch die Gewalt einer explosiven Eruption eventuell über das ganze Arabia Terra verteilt wurden. Deren Vorkommen konnte bisher noch nicht schlüssig erklärt werden. Ein Ansatz hierfür wäre die Annahme enormer vulkanischer Zentren. Dadurch ließen sich die Entstehung solcher Ablagerungen und zugleich die Perioden globaler Erwärmung auf dem Mars erklären. </p>



<p><strong>Bildverarbeitung und HRSC-Kamera</strong>
<br>
Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht von Siloe Patera wurde aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Ein Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Marslandschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem der vier Stereokanäle der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten. </p>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann geleitet. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche wissenschaftliche Team besteht derzeit aus 52 Co-Investigatoren, welche von 34 Instituten aus elf Ländern stammen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/27052015192114_small_8.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO" width="260"/></a><figcaption>
Aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal der HRSC-Kamera und einem der vier Stereokanäle lassen sich sogenannte Anaglyphenbilder erstellen, welche bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen realistischen, dreidimensionalen Blick auf die Landschaft ermöglichen. Damit lassen sich auch subtile Höhenunterschiede gut erkennen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin &#8211; CC BY-SA 3.0 IGO)
</figcaption></figure></div>



<p>Die hochauflösende Stereokamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Aufnahmen wurden von den Mitarbeitern der Fachgruppe &#8222;Planetologie und Fernerkundung&#8220; des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof erstellt. 
<br>
Mitarbeiter des DLR, der FU Berlin und der Universität Hannover haben erst kürzlich im Rahmen eines gemeinsamen Projekts aus den Einzelaufnahmen der HRSC-Kamera zusammenhängende Bildmosaike der Marsoberfläche erstellt. Aus den Bilddaten der HRSC wurde dabei eine <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2015/20150414_der-mars-im-grossformat_13327" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Karte der Region Arabia Terra</a> berechnet, welche ein etwa 1.800 mal 1.300 Kilometer großes Gebiet mit einer Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometern wiedergibt. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie <a class="a" href="https://www.geo.fu-berlin.de/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2015/arabia_terra1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">hier</a>. </p>



<p>Die in diesem Bericht gezeigten Aufnahmen von Siloe Patera finden Sie dagegen auch auf den entsprechenden Internetseiten des <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2015/20150521_siloe-patera-ein-supervulkan-auf-dem-mars_13701" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">DLR</a> und der <a class="a" href="https://www.geo.fu-berlin.de/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2015/siloe_patera1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-eine-kraterlandschaft-im-arabia-terra/" data-wpel-link="internal">Mars Express &#8211; Eine Kraterlanschaft im Arabia Terra</a><a> (26. April 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-neue-aufnahmen-der-cydonia-region/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Neue Aufnahmen der Cydonia-Region</a><a> (16. März 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-der-einstmals-blaue-planet/" data-wpel-link="internal">Mars &#8211; Der einstmals Blaue Planet</a><a> (7. März 2015) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-missionsverlaengerung-bis-ende-2018/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Missionsverlängerung bis Ende 2018</a><a> (23. Dezember 2014) </a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-stereokamera-hrsc-an-bord-von-mars-express/" data-wpel-link="internal">Die Stereokamera HRSC an Bord von Mars Express</a> (11. September 2014) </li></ul>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.330" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.855" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Newsarchiv</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/siloe-patera-ein-supervulkan-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">Siloe Patera &#8211; Ein Supervulkan auf dem Mars?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2015-06-01-46115.mp3" length="17686653" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Mars Express: Chaos am Rand der Valles Marineris</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-chaos-am-rand-der-valles-marineris/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Oct 2014 19:39:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
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		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
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		<category><![CDATA[Oberpfaffenhofen]]></category>
		<category><![CDATA[Valles Marineris]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine kürzlich veröffentlichte Aufnahme der Raumsonde Mars Express zeigt die am nordöstlichen Ende der Valles Marineris gelegene Region Hydraotes Chaos. Die Entstehungsgeschichte solcher chaotischen Regionen auf dem Mars ist bisher noch nicht vollständig entschlüsselt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, DLR. Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-chaos-am-rand-der-valles-marineris/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Chaos am Rand der Valles Marineris</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine kürzlich veröffentlichte Aufnahme der Raumsonde Mars Express zeigt die am nordöstlichen Ende der Valles Marineris gelegene Region Hydraotes Chaos. Die Entstehungsgeschichte solcher chaotischen Regionen auf dem Mars ist bisher noch nicht vollständig entschlüsselt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_small_1.jpg" alt="NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der am nordöstlichen Rand der Valles Marineris gelegenen Region Hydraotes Chaos auf dem Mars. Der im Rahmen von vier Überflügen von der HRSC-Kamera abgebildete Bereich ist umrahmt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Bildaufnahmen und weitere Daten über die Atmosphäre und speziell über die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. </p>



<p><strong>Chaotische Gebiete auf dem Mars</strong> <br> Zu den interessantesten Landschaftsformen, welche die Wissenschaftler dabei auf dem Mars beobachten zählen die sogenannten &#8222;chaotischen Gebiete&#8220;, die besonders in den westlichen und östlichen Randregionen der Valles Marineris &#8211; dem mit Abstand größten bekannten <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grabenbruch" target="_blank" data-wpel-link="external">Grabenbruchsystem</a> innerhalb unseres Sonnensystems &#8211; zu beobachten sind. Bei diesen &#8222;Chaotic Terrains&#8220; handelt es sich um ausgedehnte Regionen, welche mit einem Gewirr von kleinen, in alle Richtungen verlaufenden und sich gegenseitig schneidenden Tälern und Schluchten durchzogen sind. </p>



<p>Diese Gebiete zeichnen sich zudem durch eine Häufung von unterschiedlich großen Gesteinsblöcken und zumeist stark erodierten, tafelbergähnlichen Erhebungen &#8211; sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugenberg" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Zeugenbergen</a> &#8211; aus, welche über eine Ausdehnung von bis zu zehn Kilometern und über eine relative Höhe von mehreren hundert Metern, in Einzelfällen sogar bis zu zwei Kilometern verfügen. Auf Fotoaufnahmen, welche aus der Umlaufbahn heraus angefertigt werden, bilden diese Gebiete auf der Marsoberfläche ein bizarres und chaotisch anmutendes Muster. </p>



<p>Die Bildung dieser &#8222;chaotischen Gebiete&#8220; wird allgemein darauf zurückgeführt, dass sich in der Vergangenheit im Untergrund des Mars vorhandenes Eis, Wasser oder Magma verlagerte. Plötzlich schmelzendes Eis setzte im Rahmen dieser Prozesse Wasser frei, welches anschließend mit hohem Druck entlang von Spalten und Störungszonen an der Planetenoberfläche austrat. Dies hatte zur Folge, dass die ursprünglich über den Eisablagerungen liegenden Gesteinsschichten zum Einsturz gebracht wurden und in großen Schollen zusammenstürzten. Das abfließende Wasser erodierte die so entstandene Landschaft zusätzlich und vollendete die Bildung der noch in der Gegenwart erkennbaren markanten Strukturen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
In dieser senkrechten Draufsicht auf die Region Hydraotes Chaos ( Norden befindet sich oben) erkennt man deutlich die markante, etwas mehr als zweitausend Meter tiefe Senke, in der sich zahlreiche Restberge als Ergebnis eines intensiven Erosionsprozesses in scheinbar &#8218;chaotischer&#8216; Anordnung befinden. Auf der Erde existieren keine vergleichbaren Landschaftsformen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Für diese Theorie spricht auch, dass sich viele der chaotischen Regionen in den &#8218;Quellgebieten&#8216; von großen Ausflusstälern befinden, durch welche einstmals ganz offensichtlich enorme Mengen an Wasser mit großer Energie aus dem Hochland in Richtung der nördlichen Tiefebenen strömten. Auch die Erosion durch Wind scheint in der Folgezeit eine nicht zu vernachlässigende  Rolle bei der Bildung der heute erkennbaren Geländeformen gespielt zu haben. </p>



<p>Der genaue Mechanismus, welcher zu der Entstehung dieser manchmal mehrere hundert Kilometer durchmessenden chaotischen Regionen führte, ist allerdings bis heute nur ungenügend verstanden. Die chaotischen Gebiete sind deshalb von besonderem Interesse für die Planetenforscher, weil das Verständnis ihrer Entstehung Hinweise auf die Beziehung zwischen den chaotischen Terrains, den Valles Marineris, der Tiefebene Chryse Planitia und der in diese Ebene mündenden Ausflusstäler geben kann. </p>



<p><strong>Das Hydraotes Chaos</strong>
<br>
Bei einem typischen Vertreter dieser Landschaftsform handelt es sich um die Region Hydraotes Chaos, welche sich nahe des Marsäquators am nordöstlichen Ende der Valles Marineris befindet. Mit einer Ausdehnung von etwa 420 x 100 Kilometern verfügt das Hydraotes Chaos in etwa über die Fläche des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Wassermengen, welche hier einstmals gespeichert waren und dann durch das angrenzende Simud Vallis nach Norden strömten, müssen gigantisch gewesen sein. In ihrer Gesamtheit flossen sie aus einem Einzugsgebiet von etwa 1.500 Kilometer Durchmesser ab &#8211; einem Gebiet, welches in etwa über die Größe Mitteleuropas verfügt. Die Planetologen gehen davon aus, dass sich das Hydraotes Chaos bereits vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren während der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_(Planet)#Entstehungsgeschichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">noachischen Periode</a> gebildet hat. </p>



<p>Bereits am vergangenen Donnerstag wurde von der ESA eine Mosaikaufnahme dieser Region veröffentlicht. Die hierfür verwendeten Aufnahmen wurden mit der <a href="https://www.raumfahrer.net/die-stereokamera-hrsc-an-bord-von-mars-express/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord des Marsorbiters, angefertigt. Hierbei fand auch noch einmal ein Datensatz Verwendung, welcher bereits während des Marsorbits Nummer 18 von <i>Mars Express</i> am <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">14. Januar 2004</a> angefertigt wurde. </p>



<p>Um auch die westliche Hälfte des Beckens von Hydraotes Chaos in einem größeren regionalen Kontext darstellen zu können, wurden für das jetzt veröffentlichte Bildmosaik zusätzlich weitere HRSC-Aufnahmen aus späteren Orbits verwendet. Das dabei dargestellte Gebiet verfügt in etwa über eine Ausdehnung von 200 x 400 Kilometern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17102014213928_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Aus den Stereobilddaten der HRSC-Kamera können auch topographische Geländemodelle abgeleitet werden, die für jeden Punkt auf der Marsoberfläche die Höhe über einer gedachten Bezugsfläche angeben. Dabei wird sehr anschaulich sichtbar, dass die Hochflächen der vielen Tafelberge in Hydraotes Chaos die Überreste der einstmals zusammenhängenden Ebene des umgebenden Marshochlands darstellen. Die Inselberge haben fast alle Höhen von ein- bis zweitausend Metern. Gut erkennbar ist auch der am oberen Bildrand gelegene Beginn des Simud Vallis &#8211; ein großer Abflusskanal, welcher das Hydraotes Chaos einstmals nach Norden entwässerte. Die Falschfarben geben unterschiedliche Höhenniveaus wieder. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Bildverarbeitung und HRSC-Kamera</strong>
<br>
Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann geleitet. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche wissenschaftliche Team besteht derzeit aus 52 Co-Investigatoren, welche von 34 Instituten aus elf Ländern stammen. </p>



<p>Die hochauflösende Stereokamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern der Fachgruppe &#8222;Planetologie und Fernerkundung&#8220; des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin erstellt, die seit dem Beginn der <i>Mars Express</i>-Mission von Professor Dr. Gerhard Neukum geleitet wurde. 
<br>
<strong>Prof. Dr. Gerhard Neukum</strong>
<br>
Professor Dr. Gerhard Neukum entwickelte die Idee einer hochauflösenden Stereokamera zur systematischen und hochgenauen Kartierung der Topographie des Mars bereits Ende der 1980er Jahre am damaligen Institut für Optoelektronik des DLR in Oberpfaffenhofen. Erstmals zum Einsatz kommen sollte die HRSC bei der russischen Marsmission <i>Mars 96</i>, welche jedoch am 16. November 1996 bereits kurz nach deren Start aufgrund eines Versagens der verwendeten Trägerrakete scheiterte. Pofessor Neukum, inzwischen als Direktor des DLR-Instituts für Planetenerkundung in Berlin-Adlershof tätig, setzte sich daraufhin mit weiteren Wissenschaftlern aus Europa intensiv für eine Marsmission unter der Leitung der ESA ein. Aus diesem Einsatz resultierte letztendlich die überaus erfolgreiche <i>Mars Express</i>-Mission. 
<br>
Professor Neukum gilt als einer der profiliertesten und fachlich weltweit anerkannt deutschen Planetenforscher. Mit seinen Arbeiten zu Bestimmung des Alters der Oberflächen von Monden, Asteroiden und terrestrischen Planeten, welche auf der von ihm entscheidend entwickelten <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Crater_counting" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Kraterzählungs-Methode</a> beruhen, hat er sein Fachgebiet geprägt und wissenschaftliche Meilensteine gesetzt. Professor Neukum verstarb am 21. September 2014 im Alter von 70 Jahren. </p>



<p><strong>Überflug-Animationen</strong>
<br>
Die hier gezeigten Aufnahmen des Hydraotes Chaos finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten des DLR und der <a class="a" href="https://www.geo.fu-berlin.de/en/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2014/hydraotes1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. Neben diesen Aufnahmen sind dort auch zwei animierte Überflugvideos über diese Region abrufbar. </p>



<p>Die Daten für die <a class="a" href="https://www.youtube.com/watch?v=UtCxVjS0tPI&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Nadir-Farbansicht</a> des Überfluges über das Hydraotes Chaos stammen von dem senkrecht auf die Marsoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera. Eine ebenfalls kolorierte <a class="a" href="https://www.youtube.com/watch?v=DSgJ8k9ym-k&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Anaglyphenversion</a>, welche bei der Verwendung einer Rot-Blau- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Marslandschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem der vier Stereokanäle der Kamera abgeleitet. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.315" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.780" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Newsarchiv</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-chaos-am-rand-der-valles-marineris/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Chaos am Rand der Valles Marineris</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Mars Express und die Sulfatberge des Juventae Chasma</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-sulfatberge-des-juventae-chasma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2013 16:09:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Marssonde]]></category>
		<category><![CDATA[Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Valles Marineris]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am gestrigen Tag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Region Juventae Chasma. Im Inneren dieses Canyons befinden sich zwei markante Bergformationen, an deren Flanken horizontal geschichtete Ablagerungen aus Sulfatmineralen erkennbar sind. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, DLR. Mit einem Durchmesser von 6.792 Kilometern ist der Mars nur etwa halb so [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am gestrigen Tag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die Region Juventae Chasma. Im Inneren dieses Canyons befinden sich zwei markante Bergformationen, an deren Flanken horizontal geschichtete Ablagerungen aus Sulfatmineralen erkennbar sind.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: FU Berlin, DLR.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_small_1.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin" width="300" height="330"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der Region Juventae Chasma auf dem Mars. Der von der HRSC-Kamera abgebildete Bereich ist hier umrahmt. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Mit einem Durchmesser von 6.792 Kilometern ist der Mars nur etwa halb so groß wie unser Heimatplanet. Trotzdem kann unserer äußerer Nachbarplanet mit einigen landschaftlichen Superlativen aufwarten, welche in unserem Sonnensystem ihresgleichen suchen. Das auf der südlichen Marshemisphäre gelegene Hellas-Impaktbecken verfügt über einen Durchmesser von etwa 1.600 x 2.200 Kilometern und ereicht eine Tiefe von bis zu neun Kilometern. Nach dem Südpol-Aitken-Becken auf dem irdischen Mond handelt es sich hierbei nach dem bisherigen Wissensstand um das zweitgrößte Impaktbecken in unserem Sonnensystem. </p>



<p>Mit einer Gipfelhöhe von über 22 Kilometern und einem Basisdurchmesser von rund 550 Kilometern ist der <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-fusse-des-olympus-mons/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Olympus Mons</a> der höchste Vulkan im derzeit bekannten Sonnensystem. Auch die benachbarten Schildvulkane Arsia Mons, Pavonis Mons und Ascraeus Mons sind mit Höhen von 13, 12 und 18 Kilometern deutlich höher als der höchste Berg der Erde &#8211; der 8.848 Meter hohe Mount Everest. </p>



<p>Als besonders spektakulär präsentiert sich dem irdischen Betrachter jedoch das imposante Talsystem der <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a>. Dieses bis zu 11 Kilometer tiefe System aus diversen, teilweise parallel zueinander verlaufenden und zugleich miteinander verbundenen Tälern erstreckt sich über eine Länge von fast 4.000 Kilometern entlang des Marsäquators und erreicht dabei eine Breite von stellenweise deutlich mehr als 200 Kilometern. Mit diesen Abmessungen handelt es sich bei den Valles Marineris um das mit Abstand größte bekannte <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grabenbruch" target="_blank" data-wpel-link="external">Grabenbruchsystem</a> innerhalb unseres Sonnensystems. </p>



<p>Seit mittlerweile fast zehn Jahren, nämlich seit dem 25. Dezember 2003, befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. Dabei geriet auch mehrfach die Umgebung der Valles Marineris in das Blickfeld dieses Marsorbiters. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="165"/></a><figcaption>
Eine Nadir-Farbansicht der Region Juventae Chasma. Norden befindet sich rechts im Bild. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Das Juventae Chasma</strong> <br>Am gestrigen Tag veröffentlichte Aufnahmen von <i>Mars Express</i> zeigen die Umgebung des Juventae Chasma. Hierbei handelt es sich um eine wenige hundert Kilometer nordöstlich des zentralen Bereiches der Valles Marineris gelegene canyonartige Erosionsstruktur. Im Gegensatz zu den meisten Chasmata der Valles Marineris erstreckt sich das Juventae Chasma allerdings nicht in West-Ost-Richtung, sondern ist in etwa in die nördliche Richtung ausgerichtet. Mit einer Ost-West-Ausdehnung von 170 Kilometern und einer Nord-Süd-Ausdehnung von rund 280 Kilometern ist diese Struktur in etwa so groß wie das Bundesland Baden-Württemberg. </p>



<p>Die Aufnahmen entstanden am 4. November 2013 während des Orbits Nummer 12.508 von <i>Mars Express</i>. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), eines der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord des Marsorbiters, eine Auflösung von etwa 16 Metern pro Pixel. Die Aufnahmen zeigen einen bei etwa vier Grad südlicher Breite und 298 Grad östlicher Länge gelegenen Ausschnitt der Marsoberfläche. </p>



<p>Im Osten, Süden und Westen ist das Juventae Chasma von steilen Berghängen begrenzt. Derartige gleich von drei Seiten begrenzte Strukturen werden in der Geologie auch als <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Box_canyon" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">box canyons</a> bezeichnet. Im Norden geht das Juventae Chasma in die Maja Valles über. Hierbei handelt es sich um ein System von mehreren parallel verlaufenden Ausflusstälern, welches sich über eine Länge von 1.600 Kilometern durch das Hochland des Lunae Planum erstreckt und dann in die Tiefebene Chryse Planitia mündet. </p>



<p>Ähnlich wie bei dem Grand Canyon in den USA, der sich in die Ebene des Colorado-Plateaus eingeschnitten hat, bricht das Hochland, welches das Juventae Chasma umgibt, jäh in den riesigen Talkessel ab. Stünde ein Astronaut an dieser Abbruchkante, so würde er in einen 5.800 Meter tiefen Abgrund blicken. An den Flanken sind zahlreiche Spuren von Hangrutschungen und Bergstürzen erhalten. Der Boden im Süden dieser Senke ist über weite Strecken flach und von Sandablagerungen bedeckt. Die Landschaft im Norden ist dagegen deutlich interessanter. Hier befinden sich große Felsmassive, welche durch Bergrutschungen von der Plateau-Oberkante an den Seiten stammen und nun als isolierte Fragmente der weiteren Verwitterung ausgesetzt sind. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick auf den im westlichen Bereich des Juventae Chasma gelegenen &#8222;Hügel C&#8220;. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Auffallend und zugleich ungewöhnlich sind zwei Berge im Talkessel des Juventae Chasma, welche über terrassenförmige Stufen verfügen und die ganz offensichtlich aus geschichteten Sedimentablagerungen bestehen. Aufnahmen und spektroskopische Daten von verschiedenen Raumsonden haben gezeigt, dass es sich bei diesen Ablagerungen um Sulfate handelt, also um Minerale wie Gips, Alabaster oder Kieserit, bei deren Entstehung in der Regel Wasser eine entscheidende Rolle spielt. </p>



<p>Diese beiden Einzelmassive im Inneren des Juventae Chasma sind auf den Aufnahmen der HRSC-Kamera gut zu erkennen. Die beiden Berge erhielten von US-amerikanischen Wissenschaftlern zunächst die minimalistisch anmutende Bezeichnungen &#8222;Hügel B&#8220; und für den größeren der beiden Berge &#8222;Hügel C&#8220; (engl. &#8222;Mound B&#8220; und &#8222;Mound C&#8220;). In der englischsprachigen Geologie wird der Begriff &#8222;Mound&#8220; für eher kleine Erdhügel verwendet. Der &#8222;Hügel C&#8220; ist allerdings fast 53 Kilometer lang, 20 Kilometer breit und erhebt sich um bis zu 3.300 Meter über seine Umgebung und verfügt somit über die Dimensionen einer Bergkette wie etwa der Zillertaler Alpen in Tirol. </p>



<p>Beide &#8222;Hügel&#8220; zeigen entlang ihres Gipfelkamms markante Spuren einer Winderosion. Die dort sichtbaren, stromlinienförmig verlaufenden <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yardang" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Yardangs</a> erstrecken sich über Längen von vielen Kilometern. Sie entstanden durch eine anhaltende Winderosion, bei der von dem Wind transportierte Sand- und Staubkörner die Oberfläche über lange Zeiträume hinweg regelrecht abschmirgelten. Das dortige Gestein scheint demnach relativ weich und nicht sonderlich erosionsbeständig zu sein. </p>



<p>Das auffallendste und geologisch interessanteste Phänomen an den beiden Hügeln sind jedoch die horizontal verlaufenden Schichtungen, welche sich wie Terrassen entlang der Bergflanken erstrecken. Mit den Spektrometer-Experimenten OMEGA an Bord von <i>Mars Express</i> und CRISM an Bord der NASA-Sonde <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i>, mit denen die von der Marsoberfläche reflektierte Strahlung im sichtbaren Licht und im nahen Infrarotbereich gemessen wird, konnten die Wissenschaftler hier geschichtete Sulfatminerale identifiziert. Mineralogen sprechen von &#8222;polyhydrierten Sulfaten&#8220;, was zum Ausdruck bringt, dass im Kristallgerüst dieser leicht in Wasser löslichen Salze der Schwefelsäure zwei oder mehr Wassermoleküle &#8222;eingebaut&#8220; sind. Ein Beispiel hierfür ist das auch auf der Erde häufig anzutreffende, auch als Gips bezeichnete <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Calciumsulfat" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Calciumsulfat</a>. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="165"/></a><figcaption>
Eine höhenkodierte Bildkarte der Region Juventae Chasma. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Vulkane, Seen, Flussdeltas, Quellen &#8211; wie entstanden die Sulfate?</strong> <br>Die Prozesse, welche einstmals zu der Entstehung der Sulfatschichten auf dem Mars führten, sind noch nicht vollständig verstanden und werden von den Planetologen intensiv diskutiert. </p>



<p>Eine Theorie besagt, dass die Bildung der Sulfate mit dem Ausbruch von Vulkanen in Zusammenhang stehen könnte. Durch die bei Vulkanausbrüchen freigesetzte Wärme taute auf der Oberfläche oder im Untergrund abgelagertes Eis und das freigesetzte Wasser führte zur Bildung von Sulfatmineralen. Eine andere Theorie geht von Sedimentablagerungen in stehenden, an Calciumsulfaten übersättigten Gewässern aus. Des weiteren wird eine Ausfällung von Sulfaten am Ende von Flussläufen für möglich gehalten. Die von fließenden Gewässern mitgeführten Schwebstoffe haben sich demzufolge in Flussdeltas abgelagert. Bedingt durch die Verdunstung des Wassers bildeten sich daraus Sulfatsalze. Eine weitere Möglichkeit geht von der Bildung der Sulfate direkt an den Quellen von Gewässern aus. </p>



<p>Etwas exotischer mutet dagegen eine weitere diskutierte Möglichkeit an: Die Sulfatschichten könnten demzufolge gewissermaßen &#8222;vom Himmel gefallen&#8220; sein. Dafür müssten feinste Staub- und Aschepartikel aus der Marsatmosphäre auf die Oberfläche herabgerieselt und dort mit Eis in Berührung gekommen sein. Alternativ hätten kleine, mit Staub vermischte Eiskristalle einen Niederschlag bilden müssen. Ein vergleichbares Phänomen kann an den beiden Marspolen beobachtet werden, wo im Wechsel der Jahreszeiten Schichten abgelagert werden, die denen in Juventae Chasma ähneln. Allerdings sind die geschichteten Berge des Juventae Chasma sehr viel älter als die erst in jüngerer geologischer Vergangenheit entstandenen Schichten an Nord- und Südpol, nämlich etwa drei Milliarden Jahre. </p>



<p><strong>Bildverarbeitung und HRSC-Kamera</strong> <br>Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht der Region Juventae Chasma wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Marslandschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/13122013170911_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Durch die Betrachtung mit einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille wird mit dieser 3D-Aufnahme ein räumlicher Eindruck der Landschaft vermittelt. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann von der Freien Universität Berlin geleitet. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Instituten aus zehn Ländern. </p>



<p>Die hochauflösenden Stereokamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof erstellt.  <br>Die hier gezeigten Aufnahmen der Region Juventae Chasma finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten des DLR und der <a href="https://www.geo.fu-berlin.de/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2013/juventae1/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p><strong>&#8222;Der Mars &#8211; Ein Planet voller Rätsel&#8220;</strong> <br>Sind Sie eventuell noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk? Im Oktober 2013 erschien das Buch &#8222;Der Mars &#8211; Ein Planet voller Rätsel&#8220;. Auf 288 Seiten haben Prof. Dr. Ralf Jaumann und Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR die Geschichte der Marserkundung und deren Ergebnisse zusammengefasst. Wissenschaftliche Fakten und zahlreiche Geschichten werden hier mit vielen spektakulären Aufnahmen des Mars unterlegt. Das Buch enthält auch eine DVD mit zahlreichen Interviews und faszinierenden Marsüberflügen in 3D. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.300" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.765" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-sulfatberge-des-juventae-chasma/" data-wpel-link="internal">Mars Express und die Sulfatberge des Juventae Chasma</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mars Express: Ein Mosaik des Hebes Chasma</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-ein-mosaik-des-hebes-chasma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2013 16:15:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
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		<category><![CDATA[Grabenbruch]]></category>
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		<category><![CDATA[Valles Marineris]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen das Hebes Chasma auf dem Mars. Im Inneren dieses Talkessels befindet sich ein gewaltiger Tafelberg, an dessen Rändern geschichtete Sedimentablagerungen erkennbar sind. Die darin enthaltenen Minerale liefern deutliche Hinweise darauf, dass dieser Bereich der Marsoberfläche in der Vergangenheit mit Wasser in Kontakt stand. Ein Beitrag [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen das Hebes Chasma auf dem Mars. Im Inneren dieses Talkessels befindet sich ein gewaltiger Tafelberg, an dessen Rändern geschichtete Sedimentablagerungen erkennbar sind. Die darin enthaltenen Minerale liefern deutliche Hinweise darauf, dass dieser Bereich der Marsoberfläche in der Vergangenheit mit Wasser in Kontakt stand.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_small_1.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der Region Hebes Chasma auf dem Mars. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p>Bereits seit dem Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten. Durch deren Auswertung ergeben sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte. </p>



<p>Während der letzten Jahre überflog der Marsorbiter dabei auch mehrfach die Region <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> und bildete dieses mit Abstand größte bekannte <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grabenbruch" target="_blank" data-wpel-link="external">Grabenbruchsystem</a> innerhalb unseres Sonnensystems sowie dessen Umgebung mit der <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord der Raumsonde, ab. </p>



<p>Aus acht dieser Aufnahmen wurde jetzt ein Bildmosaik erstellt, das die unmittelbar nördlich der Valles Marineris gelegene Region Hebes Chasma wiedergibt und welches die gewaltigen Ausmaße dieser beeindruckenden Landschaftsformation zeigt. </p>



<p>Der abflusslose Talkessel des Hebes Chasma verfügt über eine Ausdehnung von 315 Kilometern in West-Ost-Richtung und 125 Kilometern in Nord-Süd-Richtung. Würde ein Astronaut im Inneren des Hebes Chasma stehen, so würde sich ihm ein beeindruckender Anblick bieten. Die Steilwände des Talkessels ragen fast 8.000 Meter in die Höhe und in seiner Mitte befindet sich ein zentrales Bergmassiv, welches über ähnliche Ausmaße wie der Mount Everest verfügt. Dieser <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tafelberg" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Tafelberg</a> weist eine Länge von etwa 100 Kilometern und eine Breite von 10 bis 20 Kilometern auf. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Diese Nadir-Farbansicht des Hebes Chasma wurde aus acht Einzelaufnahmen zusammengesetzt. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Das Gipfelplateau dieses Tafelbergs überragt die tiefsten Stellen des Hebes Chasma um ebenfalls etwa 8.000 Meter. Die steilen Talhänge an den Flanken des Berges sind durch eine Vielzahl von Rinnen gekennzeichnet, welche im Laufe der Zeit durch verschiedene Prozesse aus dem Gestein geschürft wurden. Am Fuß der Abhänge sind vielerorts die Überreste von Hangrutschungen erkennbar, die sich an den Flanken gelöst haben. Selbst diese zum Teil schon deutlich von der Erosion gezeichneten Überbleibsel der Bergstürze bilden immer noch 1.000 bis 2.000 Meter hohe &#8222;Mittelgebirge&#8220; im Inneren des Talkessels. </p>



<p>Das Hebes Chasma befindet sich nördlich des Grabenbruchs der Valles Marineris und wie für die Valles Marineris wird auch für das Hebes Chasma ein Ursprung vermutet, welcher mit der Entstehung der unmittelbar benachbarten, rund vier Millionen Quadratkilometer umfassenden Tharsis-Vulkanprovinz in Verbindung stehen dürfte. Bei deren Entstehung wurde die Marskruste in dieser Region um etwa vier Kilometer aufgewölbt. Durch diesen Prozess baute sich im Untergrund des Mars enorme Dehnungsspannungen auf, welche schließlich zum Aufbrechen der Kruste in der Tharsis-Region führten und tiefe Einschnitte in der Hochfläche entstehen ließen. </p>



<p>Der rund 8.000 Meter hohe Tafelberg im Zentrum des Hebes Chasma besteht, wie an dessen gebänderten und geschichteten Flanken gut zu erkennen ist, aus zahlreichen Lagen verschiedener Gesteinsschichten. Hierbei handelt es sich um Sedimentschichten, welche in der Vergangenheit vermutlich von fließenden oder stehenden Gewässern abgelagert wurden. Stellenweise bestehen diese Schichten aus Mineralen wie zum Beispiel dem Kalziumsulfat Gips oder dem Magnesiumsulfat Kieserit, welche Wassermoleküle in ihrer Kristallstruktur eingebaut haben. </p>



<p>Vergleichbare Minerale &#8211; die Salze der Schwefelsäure &#8211; bilden sich auf der Erde ebenfalls in einer wässrigen Umgebung. Gips und Kieserit wurden im Hebes Chasma sowie in morphologisch ganz ähnlich gestalteten Mars-Regionen mit dem Spektrometer OMEGA an Bord von <i>Mars Express</i> und dem CRISM-Spektrometer der von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA betriebenen Marssonde <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (MRO) nachgewiesen. </p>



<p>In Fachkreisen werden diese Sedimentschichten als &#8222;Interior Layered Deposits&#8220; bezeichnet, was in etwa mit &#8222;geschichtete Ablagerungen im Innern von Depressionen&#8220; übersetzt werden kann. Wie der gewaltige Tafelberg im Inneren des Hebes Chasma allerdings entstanden ist &#8211; ob es der Überrest eines älteren Plateaus ist oder ob es sich um Sedimente handelt, welche erst entstanden sind, als im abflusslosen Hebes Chasma ein See oder Binnenmeer existierte, oder ob es sich gar um Ablagerungen handelt, die der Wind im Laufe von Jahrmilliarden hierhin geweht hat &#8211; ist derzeit noch nicht geklärt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick auf das Innere des Hebes Chasma. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Flüssiges Wasser, da sind sich die Planetologen allerdings aufgrund der dort nachgewiesenen Mineralien sicher, muss jedenfalls in Hebes Chasma zumindest zeitweise vorhanden gewesen sein &#8211; und dies über Zeiträume hinweg, die ausgereicht haben, um die ursprüngliche Oberfläche chemisch zu verändern. Zu späteren Zeitpunkten wurden die Gesteinsschichten durch Erosionsvorgänge freigelegt, so dass sie heute mit den Instrumenten an Bord der diversen Marsorbiter untersucht werden können. Diese Sedimentschichten liefern den Planetologen wichtige Hinweise auf die geologische Entwicklung unseres Nachbarplaneten und auf das Klima, welches dort in der Frühzeit geherrscht hat. </p>



<p>Für die hier gezeigten Bilder wurden Aufnahmen der HRSC-Kamera verwendet, welche während der <i>Mars Express</i>-Überflüge in den Orbits 360 (2. Mai 2004), 2149 (16. September 2005), 3217 (12. Juli 2006), 5142 (3. Januar 2008), 5160 (8. Januar 2008), 5178 (13. Januar 2008), 6241 (11. November 2008) und 7237 (24. August 2009) angefertigt wurden. Die Abbildungen zeigen einen Ausschnitt der Marsoberfläche, welcher sich bei etwa einem Grad südlicher Breite und 284 Grad östlicher Länge befindet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Ein weiterer perspektivischer Blick auf das Hebes Chasma. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht des Hebes Chasma wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivischen Schrägansichten wurden aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten. </p>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14102013181506_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Durch die Betrachtung mit einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille wird mit dieser 3D-Aufnahme ein räumlicher Eindruck der Landschaft vermittelt. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt. 
<br>
Die hier gezeigten Aufnahmen des Hebes Chasma finden Sie auch auf der entsprechenden Internetseite der <a class="a" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/mars/hrsc628-HebesChasmaMosaic.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p>Sollte diese Meldung Ihr Interesse an der Erforschung des Mars geweckt haben, so ist eventuell die Wanderausstellung <a class="a" href="https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Wanderausstellung_MARS_Vision_und_Mission_macht_in_ganz_Deutschland_halt" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Mars:Vision und Mission&#8220; </a> für Sie von Interesse, welche noch bis zum 10. Oktober 2015 in verschiedenen Städten in Deutschland zu besichtigen sein wird. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.765" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Planet Mars: Das Chaos im Aram-Krater</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/planet-mars-das-chaos-im-aram-krater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2013 16:56:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Aram Chaos]]></category>
		<category><![CDATA[Ausflusstal]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Valles Marineris]]></category>
		<category><![CDATA[Wassereis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein plötzlich erfolgender Kollaps eines mit Wassereis gefüllten Kraters formte vor etwa 2,5 Milliarden Jahren auf unserem Nachbarplaneten die Region Aram Chaos. Möglicherweise befindet sich dort heute noch Wassereis im Untergrund. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC 2013, FU Berlin. Speziell unmittelbar östlich der Valles Marineris ist die Oberfläche des Mars von einem Gewirr [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Ein plötzlich erfolgender Kollaps eines mit Wassereis gefüllten Kraters formte vor etwa 2,5 Milliarden Jahren auf unserem Nachbarplaneten die Region Aram Chaos. Möglicherweise befindet sich dort heute noch Wassereis im Untergrund.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: EPSC 2013, FU Berlin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_1.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA, THEMIS" width="260"/></a><figcaption>
Diese morpologische Karte zeigt die Region des Aram-Kraters. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA, THEMIS)
</figcaption></figure></div>



<p>Speziell unmittelbar östlich der <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> ist die Oberfläche des Mars von einem Gewirr von kleinen, in alle Richtungen verlaufenden und sich gegenseitig schneidenden Tälern und Schluchten durchzogen. Diese Regionen zeichnen sich zudem durch eine Häufung von unterschiedlich großen Gesteinsblöcken und stark erodierte, tafelbergähnlichen Erhebungen aus, welche über eine Ausdehnung von bis zu zehn Kilometern und über eine relative Höhe von mehreren hundert Metern, stellenweise sogar bis zu einen Kilometer verfügen. </p>



<p>Die Bildung dieser &#8222;chaotischen Gebiete&#8220; wird allgemein darauf zurückgeführt, dass sich in der Vergangenheit im Untergrund vorhandenes Eis, Wasser oder Magma verlagerte, wodurch die darüber liegenden Gesteinsschichten zum Einsturz gebracht wurden. Auch die Erosion durch Wind scheint in der Folgezeit eine nicht zu vernachlässigende  Rolle bei der Bildung der heute erkennbaren Geländeformen gespielt zu haben. Der genaue Mechanismus, welcher zu der Entstehung dieser manchmal mehrere hundert Kilometer durchmessenden, chaotischen Regionen führte, ist allerdings bis heute nur ungenügend verstanden. Die chaotischen Gebiete sind deshalb von besonderem Interesse, weil das Verständnis ihrer Entstehung Hinweise auf die Beziehung zwischen den chaotischen Terrains, den Valles Marineris, den Ausflusstälern und der Tiefebene Chryse Planitia geben kann. </p>



<p>Bei einem dieser chaotischen Gebiete handelt es sich um das im Inneren des Aram-Kraters gelegene &#8222;Aram Chaos&#8220;. Der Aram-Krater ist ein 284 Kilometer durchmessender und rund vier Kilometer tiefer Impaktkrater, welcher sich bei 2,5 Grad nördlicher Breite und 338,5 Grad östlicher Länge im östlichen Bereich des Margaritifer Terra befindet. Eine kürzlich vorgestellte Studie zeigt jetzt, dass das Aram Chaos das Produkt eines Prozesses ist, bei dem große Teile des im Inneren des Kraters abgelagerten Wassereises schmolzen und sich anschließend einen Weg in das benachbarte Ausflusstal &#8222;Ares Vallis&#8220; bahnten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_2.jpg" alt="Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung zeigt die Flutkatastrophe im Aram-Krater, welche sowohl zur Bildung der dortigen chaotischen Gebiete als auch zur Entstehung des Aram Valley führte. 
<br>
(Bild: Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren war der ursprüngliche Aram-Krater teilweise mit Wassereis gefüllt, welches von einer zwei Kilometer dicken Schicht aus Sedimenten bedeckt wurde&#8220;, so Manuel Roda von der Universität Utrecht, der Hauptautor der betreffenden Studie. Diese Schicht aus Lockermaterial schützte das Wassereis vor der direkten Sonneneinstrahlung und verhinderte so, dass das Eis verdampfte. Allerdings bot die Sedimentschicht keinen Schutz vor der Wärme aus dem Planeteninneren. Über einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren wurde das Eis langsam von unten her aufgeschmolzen, bis schließlich die über dem Wasser liegende Sedimentschicht instabil wurde und kollabierte. </p>



<p>Dadurch bedingt kam es zu einer schlagartigen Verdrängung von fast 100.000 Kubikkilometern Wasser, was in etwa dem vierfachen Volumen des Baikalsees, des größten Süßwassersees auf der Erde entspricht. Innerhalb weniger Wochen bahnte sich das plötzlich freigesetzte Wasser einen Zugang zu dem weiter östlich gelegenen Ausflusstal Ares Valles. Das dabei geschaffene Verbindungstal verfügte über eine Tiefe von bis zu 2,5 Kilometern und eine Breite von etwa 10 Kilometern. Durch den Abfluss des Wasser wurden am Grund des Kraters die jetzt erkennbaren Talsysteme und die chaotisch angeordneten Blockformationen geschaffen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/01102013185605_small_3.jpg" alt="Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht" width="260"/></a><figcaption>
Diese Karte zeigt die Umgebung des Aram-Kraters. Deutlich ist das durch eine Flut entstandene, mit dem Namen Aram Valley belegte Verbindungstal zu dem benachbarten Ares Vallis erkennbar. 
<br>
(Bild: Fakultät für Geowissenschaften der Universität Utrecht)
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Eine interessante Folge dieses Ereignisses besteht darin, dass sich möglicherweise immer noch eine Mischung aus Gestein und Wassereis im Untergrund befindet. Diese Schicht war eventuell nie Bedingungen ausgesetzt, die zu einem Schmelzen des Eises führten beziehungsweise es wurde nur eine dünne Schicht aufgeschmolzen, so dass nicht das gesamte darüber befindliche Material kollabierte. Unter der Oberfläche befindliches Wassereis zeugt davon, dass sich der Mars plötzlich in eine kalte, gefrorene Welt verwandelt hat&#8220;, so Manuel Roda. </p>



<p>Sollten sich unter der Oberfläche jedoch noch Vorkommen von flüssigem Wasser befinden, so Manuel Roda weiter, so könnten diese einen potentiellen Lebensraum für eventuell auf dem Mars lebende Mikroorganismen bilden. In einer ausreichenden Tiefe wären sie dort auch vor den harten auf der Marsoberfläche herrschenden Umweltbedingungen, zum Beispiel der dort fast ungehindert einfallenden kosmischen Strahlung geschützt, so Roda weiter. </p>



<p>Die hier kurz vorgestellte Studie wurde kürzlich auf dem diesjährigen <a href="https://www.raumfahrer.net/der-epsc-kongress-2013-in-london/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">European Planetary Science Congress</a>, einer Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. Bei ihrer Arbeit griffen die beteiligten Wissenschaftler unter anderem auf Aufnahmen der <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Raumsonde <i>Mars Express</i>, zurück. Einige von der HRSC-Kamera erstellte Ansichten des Aram-Kraters finden Sie auf einer entsprechenden Internetseite der <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.geoinf.fu-berlin.de/projekte/mars/hrsc257-AramChaos.php" target="_blank" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.765" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li></ul>



<p><strong>EPSC 2013:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2013/EPSC2013-195.pdf" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Evidence for catastrophic ice lake collapse from Aram Chaos (Mars)</a> (engl.)</li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/planet-mars-das-chaos-im-aram-krater/" data-wpel-link="internal">Planet Mars: Das Chaos im Aram-Krater</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vor zehn Jahren startete die Raumsonde Mars Express</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vor-zehn-jahren-startete-die-raumsonde-mars-express/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jun 2013 16:57:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute vor 10 Jahren startete die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express. Seitdem liefert der Orbiter den Wissenschaftlern regelmäßig neue Daten und Bildaufnahmen von unserem Nachbarplaneten. Diese ermöglichten der Menschheit während der letzen Jahre einen immer besseren Einblick in die Geschichte des Roten Planeten. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR, ESA. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vor-zehn-jahren-startete-die-raumsonde-mars-express/" data-wpel-link="internal">Vor zehn Jahren startete die Raumsonde Mars Express</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Heute vor 10 Jahren startete die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express. Seitdem liefert der Orbiter den Wissenschaftlern regelmäßig neue Daten und Bildaufnahmen von unserem Nachbarplaneten. Diese ermöglichten der Menschheit während der letzen Jahre einen immer besseren Einblick in die Geschichte des Roten Planeten.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: DLR, ESA.</p>



<p>Heute vor 10 Jahren, am 2. Juni 2003 um 19.45 MESZ, startete die europäischen Weltraumagentur ESA die Raumsonde <i>Mars Express</i>, welche nach einem knapp sieben Monate andauernden Flug Ende Dezember 2003 erfolgreich in eine Umlaufbahn um unseren äußeren Nachbarplaneten einschwenkte. Mittels der <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a>, welche sich an Bord des Marsorbiters befinden, sollten laut den Vorgaben für diese anspruchsvolle Mission in den darauf folgenden zwei Jahren folgende Aufgabenstellungen erfüllt werden: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>eine globale, hochauflösende topographische und morphologische Kartierung der Marsoberfläche mit einer Nominalauflösung von bis zu zehn Metern in allen drei Dimensionen, sowie Teleaufnahmen mit bis zu zwei Metern Auflösung</li><li>eine geologische und mineralogische Kartierung des Mars durch Vielfarbenaufnahmen und spektroskopische Analysen</li><li>eine Analyse der atmosphärischen Zusammensetzung und der dort ablaufenden Prozesse</li><li>eine Untersuchung der Untergrundstruktur insbesondere auf Permafrostablagerungen</li><li>eine Erforschung der Wechselwirkung zwischen der Planetenoberfläche und der Marsatmosphäre</li><li>eine Untersuchung der Wechselwirkung zwischen der Atmosphäre und dem interplanetaren Medium</li><li>eine Suche nach Wassereisablagerungen</li><li>eine Kartierung der Marsmonde Phobos und Deimos</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_small_1.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick auf das Reull Vallis auf dem Mars. Besonders gut erkennbar sind hier die Fließstrukturen am Grund des Tals. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Inzwischen hat <i>Mars Express</i>den &#8222;Roten Planeten&#8220; fast 12.000 Mal umkreist und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern auch lange nach dem Ablauf dieser zwei Jahre immer noch regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben. Dies ist auch der Grund dafür, warum die Mission mittlerweile bereits dreimal von der ESA verlängert wurde &#8211; zuletzt bis zum Ende des Jahres 2014. Der wissenschaftliche Ertrag, welcher sich dabei ergibt, ist ungemein groß und die Instrumente an Bord des Marsorbiters funktionieren trotz der langen Einsatzdauer immer noch einwandfrei.  <br> <strong>Die HRSC-Kamera</strong> <br> Bei dem der Öffentlichkeit wohl am besten vertrauten Instrument an Bord von <i>Mars Express</i> dürfte es sich vermutlich um die <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;) handeln, welche ein bisher einmaliges Experiment in der Planetenforschung darstellt. Zum ersten Mal wird durch diese hochauflösende Stereokamera die Oberfläche eines fremden Planeten systematisch in der dritten Dimension und zudem in Farbe abgebildet. Durch die dabei gewonnenen Daten wird die Beantwortung fundamentaler Fragen zur geologischen und klimatologischen Geschichte des Mars ermöglicht. Die räumliche Auflösung der erzeugten Stereobilder erlaubt es den beteiligten Geowissenschaftlern, Oberflächendetails in einer Auflösung von bis zu 10 bis 30 Metern dreidimensional zu analysieren. </p>



<p>Als besonderes &#8222;Bonbon&#8220; ist ein zusätzliches hochauflösendes Teleobjektiv in die Kamera integriert. Mit diesem &#8222;Super Resolution Channel&#8220; (SRC) ist die Abbildung von lediglich etwa zwei bis drei Meter großen Objekten, welche dabei in die farbigen Stereobilddaten der HRSC-Kamera eingebettet sind, durchführbar. Auf diese Weise ist es zum Beispiel auch möglich, einzelne Schichten in Sedimentgesteinen des Mars zu identifizieren und zu analysieren. Die hierbei erreichbare &#8222;Punktgenauigkeit&#8220; der erzeugten Aufnahmen stellt eine weitere Stärke der HRSC-Kamera dar. </p>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der Kamera entworfen. Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht derzeit aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Die erste Detailaufnahme des Mars durch die HRSC-Kamera zeigt einen Teilbereich des Isidis Planitia. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Auf dem Weg zum Mars</strong>
<br>
Die Kamera wurde kurz nach dem Start erstmals aktiviert und dabei zur Erde hin ausgerichtet. Sie lieferte dabei den ersten Beweis, dass sie den Start der Raumsonde vom Weltraumbahnhof in Baikonur gut überstanden hatte. Aus knapp acht Millionen Kilometer Entfernung fertigte die Kamera am 3. Juli 2003 eine Test-Aufnahme an, auf der die Erde und der Mond zu erkennen waren. Als die Sonde dann nach einem mehrmonatigen Flug lediglich noch 5,5 Millionen Kilometer vom Mars entfernt war, gelang die nächste Aufnahme. Die verschiedenen Strukturen auf der Marsoberfläche waren hierbei als helle und dunkle Flächen zu erkennen. </p>



<p>Am 25. Dezember 2003 erreichte <i>Mars Express</i> schließlich das Ziel &#8211; und sorgte zunächst einmal für einen gewaltigen Schreck. Die Stereokamera blickte erstmals aus kurzer Entfernung auf den Mars &#8211; und lieferte ein fast weißes Bild. </p>



<p>&#8222;Da haben alle erst einmal geschluckt&#8220;, erinnert sich Prof. Ralf Jaumann vom DLR. Funktionierte die Kamera etwa nicht? Für die an der Mission beteiligten Wissenschaftler wäre der Ausfall des Instruments eine herbe Enttäuschung gewesen. Doch einer der neun verschiedenen Kanäle der Kamera &#8211; der Infrarotkanal &#8211; zeigte immerhin schwache Konturen der Marsoberfläche. Die Problemlösung war dann glücklicherweise schnell gefunden. Die Sensitivität der Kamera war nahe am Mars viel größer als von den Wissenschaftlern eigentlich erwartet, und die erste Aufnahme war daher überbelichtet. Zwei Marsumkreisungen später wurde dann mit einer korrigierten Belichtungszeit aus einer Überflughöhe von 277 am 10. Januar 2004 die erste von vielen weiteren erfolgreichen Aufnahmen angefertigt. Detail für Detail zeigte sich ein Teilbereich der südlichen Hochländer des Mars nahe der unmittelbar nördlich des Äquators gelegenen Region Isidis Planitia. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="159"/></a><figcaption>
Der zentrale Bereich der Valles Marineris: Der Kanal in der unteren rechten Bildhälfte stellt den Melas Chasma dar, welcher noch weiter rechts in den Coprates Chasma übergeht. In der oberen rechten Bildhälfte ist der Candor Chasma erkennbar. Links davon befindet sich das Ophir Chasma. Im oberen linken Bildabschnitt ist der östliche Ausläufer des Hebes Chasma zu sehen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p><strong>Der Mars in 3D</strong> <br> &#8222;Zum ersten Mal konnten wir den Mars räumlich &#8211; dreidimensional &#8211; sehen&#8220;, so Prof. Ralf Jaumann. Gräben, Impaktkrater, weit verzweigte Täler, Lavaflüsse, <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">das größte Grabenbruchsystem</a> oder auch der höchsten Berg im derzeit bekannten Sonnensystem &#8211; auf den Bildern der HRSC-Kamera wird die Topographie des Mars so plastisch dargestellt, dass der Eindruck entsteht, man könnte durch sie hindurchspazieren. Dass diese Landschaftsstrukturen auch in 3D zu sehen sind, wird durch das ungewöhnliche Aufnahmeprinzip der Kamera ermöglicht. Nacheinander tasten neun lichtempfindliche Detektoren die Oberfläche unter neun verschiedenen Beobachtungswinkeln ab. Die einzelnen Datensätze  werden von den Mitarbeitern des DLR zu digitalen Geländemodellen und dreidimensionalen Bildern verarbeitet. </p>



<p>&#8222;Wir können die gesamte Topographie beinahe so sehen, als würden wir vor Ort auf dem Mars stehen&#8220;, betont Prof. Ralf Jaumann. Welche Neigung hat ein Hang? Wie dick ist eine spezielle Lavaschicht? Mit den Aufnahmen der HRSC-Kamera konnten die Wissenschaftler beispielsweise feststellen, dass es auf dem Mars noch vor Kurzem einen aktiven Vulkanismus gegeben hat. Einige der Schildvulkane in der Marsprovinz Tharsis waren zum Beispiel noch von wenigen Millionen Jahren aktiv. In geologischen Zeiträumen betrachtet war das erst &#8222;gestern&#8220;. Auch in der Gegenwart könnten die Vulkane auf dem Mars durchaus noch einen Rest dieser ehemaligen Aktivität aufweisen. </p>



<p>Die Bilder der HRSC-Kamera zeigen den Planetenforschern aber noch mehr. Auch wenn der Mars in der Gegenwart nicht mehr die atmosphärischen Bedingungen aufweist, welche das Vorhandensein von flüssigem Wasser erlauben &#8211; in seiner Vergangenheit muss Wasser über die Oberfläche des Mars geflossen sein. Dies belegen beispielsweise die vor drei bis vier Milliarden Jahren entstandenen riesigen Ausflusstäler im Grenzbereich zwischen dem südlichen Hochland und der die fast komplette nördliche Marshemisphäre bedeckenden Tiefebene. </p>



<p>Mit dem extrem hochauflösenden Teleobjektiv der HRSC-Kamera können so detailreiche Aufnahmen angefertigt werden, dass gerade geologische Prozesse, an denen Wasser beteiligt war, nachvollzogen werden können. Daraus resultiert, dass es im Laufe der Geschichte des Mars immer wieder fließende und stehende Gewässer auf dem heute so trockenen, staubigen Planeten gab. Es müssen also in der Frühphase des Planeten andere klimatische Bedingungen geherrscht haben. Gut erkennbar ist dies auch auf den dreidimensionalen Bildern, welche unweit des Äquators Strukturen zeigen, die von Gletschern stammen. Mit dem heutigen Klima auf dem Roten Planeten ist dies nicht vereinbar. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum); images processed by F. Jansen (ESA)" width="300" height="153"/></a><figcaption>
Bisher wurden über 95 Prozent der Marsoberfläche durch die an Bord des Marsorbiters Mars Express befindlichen HRSC-Kamera in einer hohen Auflösung erfasst. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum); images processed by F. Jansen (ESA))
</figcaption></figure></div>



<p>Warum hat sich der Mars so entwickelt? Was hat dazu geführt, dass der Mars und die Erde in der Gegenwart so unterschiedliche Umweltbedingungen aufweisen? Und bot der Mars in seiner Vergangenheit Bedingungen, die Leben ermöglichten? Die <i>Mars Express</i>-Sonde und deren HRSC-Kamera liefern kontinuierlich Daten, um diese Fragen zu beantworten. 
<br>
Mittlerweile ist aus den zahlreichen Aufnahmen der HRSC-Kamera ein fast kompletter &#8222;Globus&#8220; des Mars entstanden, welcher unseren Nachbarplaneten in 3D darstellt. Wie bei einem Puzzle setzen die Wissenschaftler die Aufnahmen der Kamera Stück für die Stück zusammen und erstellen so eine globale Landkarte vom Mars. Von den 145 Millionen Quadratkilometern der Marsfläche hat das HRSC-Team während der letzten fast zehn Jahre rund 95,5 Prozent der Marsoberfläche in einer Auflösung abgebildet, welche bei mindestens 60 Metern pro Pixel liegt. Etwa 66,8 Prozent der Oberfläche, dies entspricht rund 97 Millionen Quadratkilometern, konnten sogar mit Auflösungen zwischen lediglich 12,5 und 20 Metern erfasst werden. </p>



<p>Von Zeit zu Zeit machen atmosphärische Störungen wie Wolken aus Kohlendioxid oder Wassereiskristallen, Dunstschichten oder Staubstürme einzelne Aufnahme für eine wissenschaftliche Auswertung unbrauchbar. In solchen Fällen entsteht eine Datenlücke, welche bei einem der nächsten Überflüge gefüllt wird. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02062013185750_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick über das Melas Dorsa. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>&#8222;Damit entsteht der umfangreichste Datensatz, der je mit einem deutschen Instrument zur Erkundung unseres Sonnensystems gewonnen wurde&#8220;, so Prof. Ralf Jaumann. Kombiniert werden diese Daten mit den Datensätzen, welche durch die Marsorbiter der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA oder auch den Daten der anderen Instrumente von <i>Mars Express</i> gesammelt werden. All diese Daten ermöglichen es uns &#8211; in einem größeren Kontext betrachtet &#8211; die Entwicklungsgeschichte des Mars noich besser als bisher möglich nachzuvollziehen. Hierdurch ergeben sich auch neue Erkenntnisse darüber, wie sich unser Heimatplanet einstmals entwickelte und immer noch weiter entwickelt. </p>



<p>Anlässlich des Jubiläums des Starts von <i>Mars Express</i> hat das DLR ein Webspecial erstellt, welches Sie <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">hier</a> abrufen können. Auf dieser Internetseite finden Sie atemberaubend schöne Aufnahmen von der Oberfläche des Mars und erfahren mehr über dessen Klimageschichte, dessen zwei Monde und über die Geschichte seiner Erforschung. DLR- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten hier zudem in kurzen Interviews über die aktuellen Forschungsergebnisse und die bisherigen, teils verblüffenden Erkenntnisse, welche sie im Laufe der letzten Jahre auch auf Grundlage der HRSC-Daten gewonnen haben. </p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.285" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.750" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vor-zehn-jahren-startete-die-raumsonde-mars-express/" data-wpel-link="internal">Vor zehn Jahren startete die Raumsonde Mars Express</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mars Express: Der größte Canyon des Sonnensystems</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Oct 2012 20:04:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Grabenbruch]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Valles Marineris]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=35155</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine heute von der ESA veröffentlichte Aufnahme der Raumsonde Mars Express zeigt das Talsystem der Valles Marineris auf dem Mars. Hierbei handelt es sich um das größte bisher bekannte Canyon-System unseres Sonnensystems. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: DLR, ESA, FU Berlin. Mit einem Durchmesser von 6.792 Kilometern ist der Mars nur etwa halb so [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Der größte Canyon des Sonnensystems</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine heute von der ESA veröffentlichte Aufnahme der Raumsonde Mars Express zeigt das Talsystem der Valles Marineris auf dem Mars. Hierbei handelt es sich um das größte bisher bekannte Canyon-System unseres Sonnensystems.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: DLR, ESA, FU Berlin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22102012220427_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22102012220427_small_1.jpg" alt="NASA" width="300" height="300"/></a><figcaption>
Dieses Mosaik wurde aus 102 Einzelaufnahmen zusammengesetzt, welche der Marsorbiter Viking-1 im Februar 1980 anfertigte. Im Zentrum des Bildes ist das Grabenbruchsystem der Valles Marineris erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p>Mit einem Durchmesser von 6.792 Kilometern ist der Mars nur etwa halb so groß wie unser Heimatplanet. Trotzdem kann unserer äußerer Nachbarplanet mit einigen landschaftlichen Superlativen aufwarten, welche in unserem Sonnensystem ihresgleichen suchen. Das auf der südlichen Marshemisphäre gelegene Hellas-Impaktbecken verfügt über einen Durchmesser von etwa 1.600 x 2.200 Kilometern und ereicht eine Tiefe von bis zu neun Kilometern. Nach dem Südpol-Aitken-Becken auf dem irdischen Mond handelt es sich hierbei nach dem bisherigen Wissensstand um das zweitgrößte Einschlagbecken in unserem Sonnensystem. </p>



<p>Mit einer Gipfelhöhe von über 22 Kilometern und einem Basisdurchmesser von rund 550 Kilometern ist der Olympus Mons der höchste Vulkan im derzeit bekannten Sonnensystem. Auch die benachbarten Schildvulkane Arsia Mons, Pavonis Mons und Ascraeus Mons sind mit Höhen von 13, 12 und 18 Kilometern deutlich höher als der höchste Berg der Erde &#8211; der 8.848 Meter hohe Mount Everest. </p>



<p>Als besonders spektakulär präsentiert sich dem irdischen Betrachter jedoch das imposante Talsystem der Valles Marineris. Dieses bis zu 11 Kilometer tiefe System aus diversen, teilweise parallel zueinander verlaufenden und zugleich miteinander verbundenen Tälern erstreckt sich über eine Länge von fast 4.000 Kilometern entlang des Marsäquators und erreicht dabei eine Breite von stellenweise deutlich mehr als 200 Kilometern. Mit diesen Abmessungen handelt es sich bei den Valles Marineris um das mit Abstand größte bekannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Grabenbruch" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Grabenbruchsystem</a> innerhalb unseres Sonnensystems. </p>



<p>Ein heute von der ESA veröffentlichtes Mosaikbild zeigt den zentralen Abschnitt der Valles Marineris. Das Mosaik setzt sich aus 20 Einzelaufnahmen zusammen, welche mit der <a href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (HRSC), einem der insgesamt <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord des von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Marsorbiters <i>Mars Express</i>, angefertigt wurden. <i>Mars Express</i> befindet sich seit dem Dezember 2003 in einer polaren Umlaufbahn um unseren Nachbarplaneten und überfliegt und fotografiert dabei auch immer wieder die Region der Valles Marineris. Abhängig von den dabei gegebenen Überflughöhen verfügen die einzelnen Bildstreifen der HRSC dabei über Breiten zwischen 50 und 200 Kilometern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22102012220427_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/22102012220427_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="300" height="159"/></a><figcaption>
Der zentrale Bereich der Valles Marineris: Der Kanal in der unteren rechten Bildhälfte stellt den Melas Chasma dar, welcher noch weiter rechts in den Coprates Chasma übergeht. In der oberen rechten Bildhälfte ist der Candor Chasma erkennbar. Links davon befindet sich das Ophir Chasma. Im oberen linken Bildabschnitt ist der östliche Ausläufer des Hebes Chasma zu sehen. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p>Das Aufnahmeprinzip der HRSC ermöglicht es, aus den neun einzelnen Aufnahmekanälen der Kamera &#8211; vier dieser Kanäle sind Stereokanäle &#8211; so genannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_H%C3%B6henmodell" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">digitale Geländemodelle</a> abzuleiten. Dies bedeutet, dass für jeden abgebildeten Bildpunkt auch die dazugehörige Höhe über der Marsoberfläche ermittelt werden kann. Im Computer können aus diesen Informationen anschließend perspektivische Ansichten der Marsoberfläche berechnet werden. Eine solche perspektivische Ansicht, welche die Marsoberfläche aus einem Blickwinkel von 45 Grad zeigt, wurde für die Erstellung des hier gezeigten Mosaiks verwendet. Die abgebildete Region verfügt über eine Fläche von rund 630.000 Quadratkilometern. Die Auflösung liegt bei 100 Metern pro Pixel. </p>



<p>Zur besseren Darstellung wurden die Höhen vierfach überhöht, was bedeutet, dass die abgebildeten Hänge und Bergflanken in dem Mosaik steiler erscheinen als in der Realität. Zudem sind die Farben in diesem Bild leicht verfälscht dargestellt. Durch eine Steigerung des Kontrastes in den einzelnen Farbkanälen werden auf diese Weise verschiedene, auf den ersten Blick eher unscheinbare Geländemerkmale dieser geologisch äußerst komplexen Region sowie Unterschiede in der Zusammensetzung der Oberfläche deutlicher sichtbar. </p>



<p>Die Entstehungsgeschichte der Valles Marineris ist bisher aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht vollständig geklärt. Sehr wahrscheinlich steht sie aber in einem direkten Zusammenhang mit der Herausbildung der Tharsis-Region, welche sich im Westen und Süden unmittelbar an das Talsystem anschließt. Bei der Tharsis handelt es sich um eine mehr als vier Kilometer hohe Aufwölbung der Marsoberfläche, welche über eine Ausdehnung von etwa vier Millionen Quadratkilometern verfügt. In diesem Gebiet befinden sich auch die bereits weiter oben erwähnten vier größten Vulkane des Mars. </p>



<p>Auch an den Rändern der Valles Marineris finden sich zahlreiche Spuren von Vulkanismus. An den kilometerhohen Hängen lassen sich Schichtablagerungen erkennen, welche offensichtlich einstmals von dünnflüssiger, basaltischer Lava gebildet wurden. Diese Lavamassen haben sich in der Vergangenheit immer wieder über die Oberfläche unseres Nachbarplaneten ergossen. Auch die Hochebenen in der Umgebung der Valles Marineris bestehen aus diesen Basaltdecken. </p>



<p>Durch Druck von unten, welcher vermutlich von riesigen Magma-Blasen erzeugt wurde, die wiederum ursprünglich in großer Tiefe entstanden und aufgrund ihrer geringeren Dichte durch den plastischen Mantel des Mars bis unmittelbar unter die Marskruste aufstiegen, bauten sich in der Phase der Aufwölbung der Tharsis-Region vor drei bis vier Milliarden Jahren diverse tektonische Spannungen in der Marskruste auf. Diese Spannungen führten letztendlich zu Dehnungsbrüchen in der Kruste. Gewaltige Krustenblöcke sanken dabei zwischen den Flanken der aufgebrochenen Kruste mehrere tausend Meter in die Tiefe ab. Auch auf der Erde existieren vergleichbare Strukturen, wenn auch in einem viel kleineren Maßstab. Ein Beispiel hierfür ist der etwa 300 Kilometer lange <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oberrheingraben" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Oberrheingraben</a> zwischen Basel und Frankfurt am Main. </p>



<p>Auf der Oberfläche des Mars haben sich als Folge dieser Dehnungsspannungen charakteristische Muster von tektonischen Brüchen gebildet. Die jüngsten dieser Dehnungsbrüche sind in der Bildmitte und entlang der unteren Bildkante zu erkennen. Durch das Aufbrechen der Kruste und durch die damit verbundenen Veränderungen im Landschaftsprofil erfolgten entlang der Geländekanten zahlreiche Abbrüche und Hangrutschungen von teilweise gewaltigen Ausmaßen. Die Spuren dieser Massebewegungen sind entlang der südlichen (unteren) und nördlichen (obere Bildmitte) Begrenzung der Valles Marineris zu erkennen. </p>



<p>In der Folgezeit hat offensichtlich auch Wasser, welches in großen Mengen und mit viel Energie durch die Valles Marineris strömte, zu einer weiteren Veränderung der Landschaft. Zum einen haben die Wassermassen  die Ränder der einzelnen Chasmata &#8211; der Täler der Valles Marineris &#8211; regelrecht &#8222;weggefräst&#8220;. Zu anderen hat das Strömen des Wassers zu einer zusätzlichen Vertiefung der Talsohle geführt. Diese Wassermassen &#8211; dies zeigt sich durch das Höhenprofil der einzelnen Talsysteme &#8211; flossen von Westen in Richtung Osten entlang des Talarmes in der rechten Bildhälfte ab und ergossen sich in ein nach Norden führendes System von Ausflusskanälen, welche in der Tiefebene Chryse Planitia auf der nördlichen Hemisphäre des Mars münden. </p>



<p>Diese Wassermassen müssen dabei anscheinend auch über einen relativ langen Zeitraum über die Marsoberfläche geströmt sein. Messungen des OMEGA-Spektrometers an Bord von <i>Mars Express</i> zeigen, dass die dortigen Gesteine durch den Einfluss von Wasser auch mineralogisch verändert wurden. So finden sich an vielen Stellen in den Valles Marineris Schichten und Ablagerungen von Sulfatmineralen. Beispiele hierfür sind Gips (Kalziumsulfat) und Kieserit (Magnesiumsulfat). Beide entstehen auf der Erde in Gewässern und in ihren Kristallgerüsten ist <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kristallwasser" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Kristallwasser</a> enthalten. </p>



<p>Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Sonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern. </p>



<p>Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt. 
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Höher aufgelöste Darstellungen dieser Mosaikaufnahme finden Sie auf der entsprechenden Internetseite der <a class="a" href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/The_Solar_System_s_grandest_canyon" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">ESA</a>. </p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.690" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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