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	<title>VERITAS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>VERITAS &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Die Venus &#8211; der &#8222;vergessene&#8220; Planet?</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-venus-der-vergessene-planet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mirko Buggel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 20:29:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie leuchtet eindrucksvoll am Morgen- oder Abendhimmel – die Venus. Seit alters her faszinierte sie die Menschen. Im frühen antiken Griechenland nannte man die Venus Phosphoros (so viel wie „Lichtbringer“). Erst die späteren Hellenen bezogen diesen Planeten auf die Liebesgöttin Aphrodite, die römische Venus. Im Sanskrit wird die Venus als Shukrah „Reiner Klang“ und im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-venus-der-vergessene-planet/" data-wpel-link="internal">Die Venus &#8211; der &#8222;vergessene&#8220; Planet?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sie leuchtet eindrucksvoll am Morgen- oder Abendhimmel – die Venus. Seit alters her faszinierte sie die Menschen. Im frühen antiken Griechenland nannte man die Venus Phosphoros (so viel wie „Lichtbringer“). Erst die späteren Hellenen bezogen diesen Planeten auf die Liebesgöttin Aphrodite, die römische Venus. Im Sanskrit wird die Venus als Shukrah „Reiner Klang“ und im Chinesischen als Jinxing – Metallstern bezeichnet</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Mirko Buggel. Quelle: Scinexx, Nature, MPG, DLR, OHB, Wikipedia.16.04.2025</p>



<p class="wp-block-paragraph">16. April 2025 &#8211; Dominiert werden aktuelle Nachrichten zur Sonnensystem- bzw. Planetenforschung insbesondere vom äußeren Nachbarplaneten Mars, aber auch von den Jupiter- und Saturnmonden und neuerdings wieder vom Mond.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber ist mit dem uns nächsten Planeten, der oft als „Zwillingsschwester“ der Erde bezeichneten Venus? Der erste Science-Fiction-Roman des polnischen Schriftstellers Stanisław Lem (1921 – 2006) von 1951 Astronauci handelt von der Venus, wurde unter dem Titel „Planet des Todes“ ins Deutsche übersetzt und als „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_schweigende_Stern" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Der schweigende Stern</a>“ (DDR) und „Raumschiff Venus antwortet nicht“ (BRD) 1960 auf deutsche Kinoleinwände gebracht. Mit der Beschreibung der Venus lagen Lem und die Filmemacher gar nicht mal so falsch – aus menschlicher Sicht unbewohnbar im Sinne von LAKI (Life as we know it – Leben wie wir es kennen).</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus-TwoSides.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD - habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste. Bild: NASA" data-rl_caption="" title="Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD - habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste. Bild: NASA" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus-TwoSides_720x360.jpg" alt="Astronaut arbeitet auf der Mondoberfläche - künstlerische Darstellung. (Grafik: NASA)"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarkarte der Venus von verschiedenen Seiten aus gesehen. Die einzelnen Originale wurden von der Raumsonde Magellan aufgenommen und sind von der NASA freigegeben und damit PD &#8211; habe sie zusätzlich grafisch aufgewertet. Die verwendeten Farben entsprechen keinen realen Farben der Venuskruste.<br>Bild: NASA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus und Erde – Zwillinge?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Größe und allgemeiner Aufbau der Venus sind tatsächlich der Erde sehr ähnlich. Die Venus hat mit 12.103,6 km fast den gleichen Durchmesser wie die Erde und auch eine ähnliche mittlere Dichte. Aber &#8211; stellen wir uns Folgendes vor: Die Venus hätte eine mehr oder weniger durchsichtige Atmosphäre, mit einem Druck, der den der Erde nur wenig überschreitet. Stellen wir uns zudem vor, eine Raumfahrerin, ein Raumfahrer steht auf der Venus. Morgendämmerung. Im Westen! Denn die Rotation der Venus ist im Gegensatz zum sonst fast ausschließlich vorherrschenden Drehsinn der Eigendrehung der Planeten und der meisten Monde im Sonnensystem rückläufig (retrograd). Das heißt, dass die Venus von ihrem Nordpol aus gesehen im Uhrzeigersinn rotiert. Die Sonne geht auf, natürlich viel riesiger als auf der Erde, denn die Venus ist durchschnittlich 108 Mio. km von der Sonne entfernt, das sind ca. 72 % der Entfernung Erde-Sonne. Und er dauert, der Sonnenaufgang, die Dämmerung. Denn für eine Rotationsperiode benötigt die Venus 243 Erdentage, während die siderische Umlaufzeit um die Sonne nur 224 Erdentage dauert. Aufgrund dieser im Vergleich zur Erde langsamen Eigenrotation könnte ein fiktiver Besucher einen Spaziergang unternehmen – immer mit der Sonne im Zenit. Aber das ist Zukunftsmusik. Es ist derzeit nicht absehbar, dass jemals Menschen einen Fuß auf diesen Planeten setzen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oberfläche und Atmosphäre beider Planeten unterscheiden sich doch stark. Der Mars präsentierte seine Oberfläche schon Jahrzehnte, Jahrhunderte zuvor dem Auge des Betrachters mit immer besseren optischen Hilfsmitteln. Bei der Venus? Fehlanzeige. Eine dichte Wolkendecke verhindert jeden Blick auf die Oberfläche. Das änderte sich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits seit den Wenera- und Wega-Missionen der Sowjetunion (1960er bis 1980er Jahre), den Mariner- und Pioneer-Venus-Missionen (1960er und 1970er Jahre) und der Magellan-Radarkartierungsmission der NASA (1990-1994) sind die Bedingungen auf der Venus bekannt. Deren Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid. Stickstoff macht 3,5&nbsp;% aus, Schwefeldioxid, Argon und Wasser kommen in Spuren vor. Die Venusatmosphäre hat rund 90mal so viel Masse wie die Lufthülle der Erde und bewirkt am mittleren Bodenniveau einen Druck von 92&nbsp;bar. Das kommt einem Druck in etwa 910&nbsp;m Meerestiefe gleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer nicht unumstrittenen Theorie nach muss allein die geringere Entfernung zur Sonne nicht zu dem Treibhauseffekt geführt haben. So könnte ein vulkanisches Ereignis vor 715 Mio. Jahren zu dem schnellen Treibhauseffekt geführt haben, ähnlich wie der sibirische Trapp auf der Erde vor 250 Mio. Jahren. Möglicherweise hatte der Vulkanismus auf der Venus ein derart globales Ausmaß, dass die dadurch ausgelöste Klimaveränderung zum heutigen Zustand führte. Da es keine Plattentektonik wie auf der Erde gibt, kann innere Wärme nur durch Vulkanausbrüche freigegeben werden. Darauf weist die nur etwa 500 Mio. Jahre alte Venusoberfläche hin &#8211; im Gegensatz zu der drei oder an manchen Stellen sogar mehr als vier Milliarden Jahre alten kontinentalen Erdkruste.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus_dome_3D.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="A portion of the eastern edge of Alpha Regio is displayed in this three-dimensional perspective view of the surface of Venus. The viewpoint is located at approximately 30 degrees south latitude, 11.8 degrees east longitude at an elevation of 2.4 kilometers (3.8 miles). The view is to the northeast at the center of an area containing seven circular dome-like hills. The average diameter of the hills is 25 kilometers (15 miles) with maximum heights of 750 meters (2,475 feet). Three of the hills are visible in the center of the image. Fractures on the surrounding plains are both older and younger than the domes. The hills may be the result of viscous or thick eruptions of lava coming from a vent on the relatively level ground, allowing the lava to flow in an even lateral pattern. The concentric and radial fracture patterns on their surfaces suggests that a chilled outer layer formed, then further intrusion in the interior stretched the surface. An alternative interpretation is that domes are the result of shallow intrusions of molten lava, causing the surface to rise. If they are intrusive, then magma withdrawal near the end of the eruptions produced the fractures. The bright margins possibly indicate the presence of rock debris or talus at the slopes of the domes. Resolution of the Magellan data is about 120 meters (400 feet). Magellan&#039;s synthetic aperture radar is combined with radar altimetry to develop a three-dimensional map of the surface. A perspective view is then generated from the map. Simulated color and a process called radar-clinometry are used to enhance small-scale structures. The simulated hues are based on color images recorded by the Soviet Venera 13 and 14 spacecraft. The image was produced by the JPL Multimission Image Processing Laboratory by Eric De Jong, Jeff Hall, Myche McAuley, and Randy Kirk of the United States Geological Survey, and is a single frame from the movie released at the May 29, 1991 Magellan news conference." data-rl_caption="" title="A portion of the eastern edge of Alpha Regio is displayed in this three-dimensional perspective view of the surface of Venus. The viewpoint is located at approximately 30 degrees south latitude, 11.8 degrees east longitude at an elevation of 2.4 kilometers (3.8 miles). The view is to the northeast at the center of an area containing seven circular dome-like hills. The average diameter of the hills is 25 kilometers (15 miles) with maximum heights of 750 meters (2,475 feet). Three of the hills are visible in the center of the image. Fractures on the surrounding plains are both older and younger than the domes. The hills may be the result of viscous or thick eruptions of lava coming from a vent on the relatively level ground, allowing the lava to flow in an even lateral pattern. The concentric and radial fracture patterns on their surfaces suggests that a chilled outer layer formed, then further intrusion in the interior stretched the surface. An alternative interpretation is that domes are the result of shallow intrusions of molten lava, causing the surface to rise. If they are intrusive, then magma withdrawal near the end of the eruptions produced the fractures. The bright margins possibly indicate the presence of rock debris or talus at the slopes of the domes. Resolution of the Magellan data is about 120 meters (400 feet). Magellan&#039;s synthetic aperture radar is combined with radar altimetry to develop a three-dimensional map of the surface. A perspective view is then generated from the map. Simulated color and a process called radar-clinometry are used to enhance small-scale structures. The simulated hues are based on color images recorded by the Soviet Venera 13 and 14 spacecraft. The image was produced by the JPL Multimission Image Processing Laboratory by Eric De Jong, Jeff Hall, Myche McAuley, and Randy Kirk of the United States Geological Survey, and is a single frame from the movie released at the May 29, 1991 Magellan news conference." data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/04/Venus_dome_3D_450x360.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Venus Dome 3D<br>Bild: NASA, JPL Multimission Image Processing Laboratory, U.S Geological Survey</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Leben auf der Venus?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2020 elektrisierte eine Meldung die Wissenschaftswelt und die interessierte Öffentlichkeit: Ein internationales Team von Astronomen entdeckte in den Wolken der Venus das seltene Molekül des Stoffes Phosphin und sprach die Vermutung aus, dass das ein Hinweis auf Leben sein könnte. Auf der Erde wird Phosphin nur industriell erzeugt oder von Mikroben in sauerstofffreier Umgebung. Der Artikel in nature astronomy resümierte: “Keiner der bekannten Prozesse kann für die Menge des Phosphins verantwortlich sein, welches in der Venusatmosphäre gefunden wurde.“ Allzu euphorische Höhenflüge dämpfte Studienleiter Dr. Dave Clements vom Imperial College London sachlich-trocken: „Das Phosphin ist dort. Wie es dahin kam, ist eine andere Frage.“ <em>(1)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese These zu Leben in den Venus-Wolken ist in der Wissenschaft umstritten. Als potenziell lebensfreundlich galten bislang Höhen zwischen 40 und 70 Kilometern über der Venusoberfläche, weil dort die Temperaturen zwischen 130 und minus 40 Grad Celsius liegen. „Die relative Feuchtigkeit in dieser Zone variiert zwar, bleibt aber durchgängig unter 0,4 Prozent“, <a href="https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">berichtet das Team</a>. Damit liegt die Wasseraktivität mit 0,004 rund hundertfach unter dem Grenzwert für aktives Leben. Selbst feine Tröpfchen in den Venuswolken wären wegen ihres hohen Säuregehalts wahrscheinlich nicht lebensfreundlicher, so Forschende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie dem auch sei. Es scheint, dass seit der ersten Entdeckung von Phosphin das wissenschaftliche Interesse an der Venus wieder zugenommen hat. In den kommenden Jahren sind mehrere Missionen zum Nachbarplaneten geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neue Venus-Missionen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Robotische Missionen bilden aufgrund der Bedingungen zwar eine große technische Herausforderung. Doch mehr als 20 Missionen, einschließlich Vorbeiflügen, Orbiter, Abstiegssonden in der Atmosphäre, Ballons und Landesonden untersuchten bereits die Venus. Die Sonde der ESA/JAXA-Mission <a href="https://sci.esa.int/web/bepicolombo" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">BepiColombo </a>zum Merkur näherte sich bei zwei Fly-by-Manövern (2020 und 2021) der Venus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von der Oberfläche ausgehende Strahlung wird fast komplett von der dichten Atmosphäre absorbiert. Nur im Radio &#8211; und im Mikrowellenbereich ist die Atmosphäre völlig transparent – und im nahen Infrarot (engl. near infrared). Dabei handelt es sich um elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen von ca. 0,7 Mikrometern bis ca. 3 Mikrometern.<em> (2)</em> Diese &#8222;Fenster&#8220; sind eine einzigartige Möglichkeit, die Venusoberfläche zu untersuchen, da diese mit einer Temperatur von fast 500°C heiß genug ist, um einen erheblichen Wärmefluss im nahen Infrarot zu erzeugen. Dieser gelangt als Strahlung in den Weltraum und kann auf der der Sonne zugewandten Seite des Planeten gemessen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ESA-Mission Venus Express (2005-2014) konzentrierte sich auf die Atmosphäre des Planeten, machte aber auch bedeutende Entdeckungen, die auf mögliche vulkanische Hotspots auf der Oberfläche des Planeten hinwiesen. Die Erforschung der Atmosphäre wurde mit der Akatsuki-Mission der japanischen Weltraumorganisation JAXA fortgesetzt, die immer noch aktiv die atmosphärischen Bewegungen und das Wetter auf der Venus verfolgt. Die NASA plant, in den 2030er-Jahren ebenfalls mit zwei Missionen zur Venus zu reisen, dem Orbiter <a href="https://www.jpl.nasa.gov/missions/veritas/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">VERITAS </a>und der Atmosphären- und Landesonde <a href="https://science.nasa.gov/mission/davinci/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DaVinci</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2024 hat die Europäischen Weltraumorganisation ESA die Mission <a href="https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">EnVision </a>offiziell in ihr Wissenschaftsprogramm aufgenommen. Die Sonde soll ab 2031 untersuchen, warum es zu den heute so großen Unterschieden zwischen Venus und Erde gekommen ist. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird für den Orbiter ein Instrument entwickeln, mit dem die Mineralogie der Gesteine auf der Venus kartiert werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision soll aus der Umlaufbahn den gesamten Planeten untersuchen, die Oberfläche, das Innere und die Atmosphäre &#8211; mit noch nie dagewesener Genauigkeit. Dazu wird EnVision mehrere wissenschaftliche Instrumente mitführen. So wird es die erste Mission sein, die mit einem Radargerät direkt unter die Oberfläche der Venus blicken wird. Ein zweites Radarinstrument, VenSAR, soll die Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 10 Metern kartieren und Eigenschaften wie die Oberflächenbeschaffenheit bestimmen. Drei verschiedene Spektrometer sollen die Beschaffenheit der Oberfläche und der Atmosphäre untersuchen ebenso wie ein Radiowissenschaftsexperiment. Für die Untersuchung der Atmosphäre wird die dreiteilige Spektrometer-Suite VenSpec entwickelt mit VenSpec-U zur Untersuchung der Hochatmosphäre, VenSpec-H für Messungen in der bodennahen Atmosphäre und VenSpec-M zur Messung der Wärmeabstrahlung und spektralen Eigenschaften der Oberfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Meilenstein für EnVision wurde am 28. Januar 2025 erreicht, als die ESA einen Auftrag an Thales Alenia Space (TAS) zum Bau des EnVision-Raumschiffs vergab und eine neue<a href="https://www.cosmos.esa.int/web/envision/#" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"> EnVision-Minisite</a> für die breite Öffentlichkeit vorstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">EnVision ist als eine von der ESA geleitete Mission in Partnerschaft mit der NASA vorgesehen. Die NASA soll voraussichtlich das VenSAR-Instrument (Synthetic Aperture Radar) beitragen sowie Unterstützung in der Kommunikation zwischen Erde und EnVision mit den großen Antennen des Deep Space Network leisten. Die anderen Experimente werden von ESA-Mitgliedsstaaten beigesteuert.<br>Schon 2023 gab die NASA allerdings bekannt, dass alle Mittel für ihre VERITAS-Mission bis auf Weiteres gekürzt und der Start nicht früher als 2031 erfolgen soll. VERITAS und EnVision würden annähernd gleichzeitig starten. Da die US-amerikanische Sonde aber schneller am Ziel ist, könnte sie die geplante Vorarbeit für die Europäer wohl noch aufnehmen. Ob sich die NASA noch als verlässlicher Partner erweist, hängt allerdings leider nicht von den beteiligten Fachleuten ab…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungeachtet aller Unwägbarkeiten bleibt das Fazit: Ein von der Forschung vergessener Planet ist die Venus ganz und gar nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(1) Imperial College London <a href="https://www.imperial.ac.uk/news/204073/astronomers-find-hints-life-venus/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.imperial.ac.uk/news/204073/astronomers-find-hints-life-venus/</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(2) Lexikon der Fernerkundung <a href="https://www.fe-lexikon.info/lexikon/nahes-infrarot" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.fe-lexikon.info/lexikon/nahes-infrarot</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sterne und Weltraum. Heft 3, 2024.</li>



<li><a href="https://web.archive.org/web/20240624022625/https://www.ohb.de/magazin/destination-venus-teil-3-war-die-venus-in-der-vergangenheit-ein-zwilling-der-erde-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.ohb.de/magazin/destination-venus-teil-3-war-die-venus-in-der-vergangenheit-ein-zwilling-der-erde-1</a></li>



<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-020-1174-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41550-020-1174-4</a></li>



<li><a href="https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.scinexx.de/news/kosmos/venuswolken-zu-trocken-fuer-leben/</a></li>



<li><a href="https://www.nature.com/articles/s41550-021-01391-3" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Nature Astronomy, 2021</a></li>



<li><a href="https://www.mps.mpg.de/planetenforschung/venus-oberflaeche" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.mps.mpg.de/planetenforschung/venus-oberflaeche</a></li>



<li><a href="https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2024/europa-begibt-sich-auf-den-weg-zur-venus</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Links</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="	https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Envision/Envision_factsheet" data-wpel-link="internal">EnVision-Factsheet der ESA (engl.)</a></li>



<li><a href="	https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/We_re_heading_for_Venus_ESA_approves_Envision" data-wpel-link="internal">ESA-Artikel zu EnVision</a></li>



<li><a href="https://science.nasa.gov/mission/veritas/" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">https://science.nasa.gov/mission/veritas/</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4903.msg573443#msg573443" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg571730#msg571730" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal"></a><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=743.msg574161#msg574161" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Venus</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/die-venus-der-vergessene-planet/" data-wpel-link="internal">Die Venus &#8211; der &#8222;vergessene&#8220; Planet?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vulkaninsel Island ist Testumgebung für NASA-Mission VERITAS zur Venus</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/vulkaninsel-island-ist-testumgebung-fuer-nasa-mission-veritas-zur-venus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2023 21:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>
		<category><![CDATA[DLR]]></category>
		<category><![CDATA[Dornier 228-212]]></category>
		<category><![CDATA[EnVision]]></category>
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		<category><![CDATA[Island]]></category>
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		<category><![CDATA[V-EMulator]]></category>
		<category><![CDATA[VEM]]></category>
		<category><![CDATA[VERITAS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.raumfahrer.net/?p=129842</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Quelle: [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/vulkaninsel-island-ist-testumgebung-fuer-nasa-mission-veritas-zur-venus/" data-wpel-link="internal">Vulkaninsel Island ist Testumgebung für NASA-Mission VERITAS zur Venus</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Weshalb haben sich Erde und Venus, zwei Planeten, die in Bezug auf Größe und Masse sehr ähnlich sind, über 4,5 Milliarden Jahre so unterschiedlich entwickelt? Diesen und weiteren Fragen will die NASA-Mission VERITAS auf den Grund gehen. Das DLR ist dabei ein wichtiger Partner. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: DLR 10. August 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/FeldkampagneVorbereitungfuerVERITASDLR26.jpg" alt="Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR)" class="wp-image-129847"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Feldkampagne im vulkanischen Island zur Vorbereitung für die Venus-Mission VERITAS. Das Zentrum Islands ist eine einzigartige Vulkanlandschaft fast ohne Vegetation und ähnelt damit den Planetenoberflächen von Mond, Mars oder Venus. Deshalb wurde sie zum Ziel einer gemeinsamen Exkursion des Jet Propulsion Laboratory der NASA, des DLR und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In Vorbereitung auf die bevorstehende NASA-Mission VERITAS zur Venus misst die Expedition die physikalischen und morphologischen Eigenschaften verschiedener Arten von Vulkanlandschaften. Dr. Solmaz Adeli (rechts) und Dr. Stephen Garland (links) vom DLR-Institut für Planetenforschung untersuchen den jungen Lavastrom Holuhraun, der erst 2014 entstanden ist, mit der Infrarotkamera V-EMulator, einem Prototyp für den VEM (Venus Emissivity Mapper), den das DLR für VERITAS entwickelt. (Bild: DLR) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">10. August 2023 &#8211; VERITAS ist eine NASA-Mission, die den Planeten Venus umkreisen wird und dabei Daten aus Infrarotspektroskopie, Radarbildern, Topografie und Interferometrie sammeln soll. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist dabei ein wichtiger Partner. Derzeit findet als Vorbereitung für die Venusmission, die für das nächste Jahrzehnt geplant ist, in Island eine Feldkampagne statt. Dort kommt der hochentwickelte flugzeuggestützte F-SAR-Radarsensor des DLR zum Einsatz, um solche Arten von Lavaströmen zu untersuchen und zu charakterisieren, die auch auf der Venus zu erwarten sind. Gleichzeitig setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DLR am Boden einen Prototypen des Venus Emissivity Mapper (VEM) ein, um die spektralen Eigenschaften im nahen Infrarot zu erfassen. Die Feldkampagne in Island ist eine gemeinsame Expedition des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, des DLR und eines internationalen Wissenschaftsteams. VERITAS steht für „Venus Emissivity, Radio science, InSAR, Topography, And Spectroscopy“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vulkanische Island ist eine hervorragende Testumgebung für wissenschaftliche Experimente, die zur Vorbereitung zukünftiger Missionen zum Erdnachbarn Venus durchgeführt werden sollen. „Die Charakterisierung und Messung von Ausmaß und Art der vulkanischen und tektonischen Vorgänge auf der Venus sind der Schlüssel zum Verständnis der Evolution von festen Planetenoberflächen und Gesteinsplaneten im Allgemeinen”, sagt Dr. Sue Smrekar, Principal Investigator des JPL für VERITAS. Es war die Magellan-Mission der NASA in den 1990er Jahren, die einen ersten detaillierten „Blick“ auf eine Venusoberfläche ermöglichte, die von Wolken aus Schwefelsäure eingehüllt war.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarreflexionimXBandmitFSARDLR26.jpg" alt="Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)" class="wp-image-129853"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarreflexion im X-Band, erfasst mit der F-SAR-Sensor des DLR. Das Bild zeigt die Radarreflexion im X-Band (3 Zentimeter Wellenlänge), die vom F-SAR-Sensor des DLR über dem Gebiet des am 10. Juli 2023 ausgebrochenen und zu Beginn der Kampagne noch aktiven Litli-Hrútur-Vulkans aufgenommen wurde (oben). Die topografische Höhenänderung, abgeleitet aus interferometrischen F-SAR-Messungen, überlagert mit der X-Band-Reflexion sieht man auf dem unteren Bild. Die dargestellte Höhenänderung der Geländeoberfläche ist auf die vulkanische Aktivität seit Beginn der Ausbrüche im März 2021 zurückzuführen. Die Höhenveränderung entspricht mehreren Dutzend Metern. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die globalen topographischen Karten auf der Basis von Radarmessungen der Magellan-Mission enthüllten damals einen Planeten, dessen Oberfläche während der letzten 500 Millionen Jahre durch Vulkantätigkeit fast vollständig neu gestaltet wurde. Nach Magellan standen noch viele Fragen im Raum. Und aus der Auswertung der Magellan-Daten ergaben sich weitere Fragen: Weshalb haben Erde und Venus, die in Bezug auf Größe und Masse fast gleich sind, in ihrer 4,5 Milliarden Jahre dauernden Entwicklung völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen? Was hat sich während der vier Milliarden Jahre vor der letzten globalen Neugestaltung der Oberfläche zugetragen? Und gibt es letztlich noch aktive Vulkane? Diese Fragen sind die Motivation für neue Missionen zur weiteren Erforschung der Venus in den 2030er Jahren – und schon heute für die missionsvorbereitenden Aktivitäten auf Island.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Radar – ein Weg, die Oberfläche der Venus in hoher Auflösung zu sehen </strong><br>Das DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme setzt in Island sein F-SAR-Radarsystem ein, um Radarbilder vom Flugzeug aus aufzunehmen und Daten zu gewinnen, die jenen ähneln, die bei späteren Radarmissionen zur Venus (etwa VERITAS der NASA oder EnVision der Europäischen Raumfahrtagentur ESA) erwartet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daten des Radarsystems F-SAR des DLR werden verwendet, um Oberflächeneigenschaften der Lavaströme abzuschätzen und Algorithmen sowie Methoden zu testen, die für die Erfüllung der Mission VERITAS erforderlich sind. „Unser Forschungsflugzeug vom Typ Dornier 228-212, das in einer Höhe von 6.000 Metern über dem Boden operiert, nimmt Radardaten auf mehreren Frequenzbändern gleichzeitig auf, ähnlich denen, die bei VERITAS sowie EnVision auf der Venus zur Anwendung kommen werden und auch bei Magellan in den 1990ern verwendet wurden”, erklärt Ralf Horn vom Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme im DLR.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-rl_caption="" title="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="200" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/RadarbilddesFSARimSBandVulkanLitliHruturDLR26.jpg" alt="Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)" class="wp-image-129851"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Radarbild des F-SAR-Sensors des DLR im S-Band (9 Zentimeter Wellenlänge) über dem Gebiet des kürzlich ausgebrochenen Vulkans Litli-Hrútur. Die Farben entsprechen den unterschiedlichen Polarisationen der Radarwellen und stehen im Zusammenhang mit den physikalischen Eigenschaften der abgebildeten Oberflächen. Insbesondere die hellgrünen Bereiche entsprechen den Lavaströmen, die nach 2021 entstanden sind. Das Bild zeigt eine kleine Teilmenge der aufgezeichneten Daten und deckt ein Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite ab. (Bild: DLR)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus führen die VERITAS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Island Bodenmessungen durch und sammeln Gesteinsproben von verschiedenen Arten erstarrter Lava für Laboranalysen. Diese werden später dazu dienen, die Radardaten der Venusmissionen besser interpretieren zu können. Die Daten werden in zwei Messgebieten erhoben, sowohl aus der Luft also auch auf dem Boden. Das erste Messgebiet liegt auf der Halbinsel Reykjanes, auf der sich auch der zuletzt aktive Vulkan Litli-Hrútur befindet. Das zweite Messgebiet liegt im Holuhraun-Gebiet in der Nähe des Vulkans Askja, wo eine Fläche, die noch größer ist als die Insel Sylt mit knapp 100 Quadratkilometern. Holuhraun ist 2014/15 durch einen außerordentlich langen und massereichen Vulkanausbruch entstanden. „Die Flexibilität des DLR-Radarsystems F-SAR zur Erfassung interferometrischer und polarimetrischer Daten wird für die Entwicklung von Algorithmen zur Untersuchung des Planeten Venus von unschätzbarem Wert sein”, betont Dr. Scott Hensley von JPL, Project Scientist für VERITAS und Instrument Project Scientist für EnVision.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venus Emissivity Mapper (VEM) </strong><br>Dr. Solmaz Adeli vom DLR-Institut für Planetenforschung leitet das Team, das während der Island-Kampagne vulkanische Oberflächen spektroskopisch untersucht. „Das wird für uns bei der Charakterisierung der mineralogischen Zusammensetzung und des Ursprungs der wichtigen geologischen Terrains auf der Planetenoberfläche der Venus eine enorme Hilfe sein, wenn der Venus Emissivity Mapper (VEM) während der Missionsphase ‚echte‘ Venusdaten aus dem Orbit liefert”, sagt sie. VEM ist eine vom DLR für die Missionen VERITAS der NASA und EnVision der ESA bereitgestellte Spektralkamera, die im nahen Infrarot aufzeichnet. Es ist das erste Instrument, das speziell zum Kartieren der Gesteinsarten und der Mineralogie an der Oberfläche der Venus von der Umlaufbahn aus entwickelt wurde. „Die globale Kartierung der Mineralogie der Venus und die Entschlüsselung ihrer vulkanischen Geschichte und der Veränderung des Planeten über die Zeit ist eines der Hauptziele der Missionen VERITAS und EnVision”, erklärt Adeli weiter.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-rl_caption="" title="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IslandausdemWeltraumCCBYSA30IGO26.jpg" alt="Ansicht von Island aus dem Weltraum Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)" class="wp-image-129849" style="width:345px;height:182px" width="345" height="182"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht von Island aus dem Weltraum
Eine seltene, wolkenfreie Ansicht von Island aus dem Weltraum, aufgenommen vom ESA-Satelliten Copernicus Sentinel-3 am 14. August 2020 (man beachte die teilweise schneebedeckten Höhen in diesem Sommermonat im nördlichen Teil der Insel). Es zeigt die beiden Gebiete, die im August 2023 bei VERITAS aus der Luft und vom Boden aus untersucht werden. Der Holuhraun-Lavastrom wurde bei der Eruption 2014 östlich und südöstlich des bekannten Vulkans Askja abgelagert und bedeckt eine Fläche von 100 Quadratkilometern. Nach einer Woche Feldmessungen, begleitet von gleichzeitigen Radaraufzeichnungen aus der Luft, kehrt die Expedition auf die Halbinsel Reykjanes zurück, wo sie den Ausbruch des Vulkans Litli-Hrútur untersucht, der am 10. Juli 2023 begann. (Bild: ESA CC BY-SA 3.0 IGO)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Team verwendet den V-EMulator, einen Prototypen der Nahinfrarot-Multispektralkamera VEM, die an Bord von VERITAS mitfliegen wird. Es werden Lavaströme klassifiziert, die von sehr frischem Gelände bis hin zu Gebieten reichen, die im Lauf der Geschichte verändert wurden. „Sehr frisch“ bedeutet für die Forschenden auf Island, dass sie heiße, geschmolzene Lava messen können, Lava, die zwischen dem 10. Juli und Anfang August dieses Jahres aus dem Vulkan Litli-Hrútur ausströmte und momentan abkühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Team wird auch Proben erstarrter Lava sammeln, die in das Planetary Spectroscopy Laboratory (PSL) am DLR-Standort Berlin gebracht werden. Dort wird bei Temperaturen wie auf der Venus in einer Simulationskammer ihr Emissionsgrad in unterschiedlichen Wellenlängen analysiert werden. Die spektralen Eigenschaften eines Gesteins bei „normalen“, also auf der Erde vorherrschenden Temperaturen unterscheiden sich von den Werten bei hohen Temperaturen wie auf der Venus. Um die Daten entsprechend interpretieren zu können, ist wichtig, dass man genau versteht, was gemessen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es sehr wahrscheinlich ist, dass noch aktive Vulkane auf der Venus existieren, nutzt eine andere Gruppe im VERITAS-Team die bei der Feldkampagne gewonnenen Daten, um die angenommene vulkanische Aktivität auf dem Erdnachbarn besser zu verstehen. „Wir untersuchen das Infrarotsignal aktiver Ausbrüche und suchen nach neuen Lavaströmen”, sagt Nils Müller, Gastwissenschaftler der Freien Universität Berlin am DLR-Institut für Planetenforschung. Die Dyngjusandur-Wüste (eine kalte Sandwüste) und zwei durch Erdspalten ausgetretene Lavaströme – Holuhraun und Thorvaldshraun – sind hervorragende Analogien auf Island, um die Studien vorzubereiten. Diese jüngsten Lavaströme sind groß genug, um auch dann nachweisbar zu sein, wenn sie auf der Venus auftreten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweiwöchige Feldkampagne in Island, die mit Unterstützung der Universität von Island und der Europlanet-Gesellschaft durchgeführt wird, begann am 31. Juli 2023. Das erste untersuchte Gelände ist das abgelegene Vulkangebiet Holuhraun in der Nähe des berühmten Vulkans Askja, der an den größten Gletscher Europas angrenzt, den Vatnajökull. Eingehend untersucht werden mehrere ausgewählte Standorte, die vorab mit Daten der deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X charakterisiert wurden. Gegenwärtig begibt sich das Team auf die Halbinsel Reykjanes, um den jungen Laven des Litli-Hrútur-Vulkans so nahe wie möglich zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



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