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	<title>Woschod &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Woschod &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Cosmonauts: Birth of the Space Age</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/cosmonauts-birth-of-the-space-age/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Weise]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2016 10:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort. Erstellt von Andreas Weise. Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London. Juwelenschau Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/cosmonauts-birth-of-the-space-age/" data-wpel-link="internal">Cosmonauts: Birth of the Space Age</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">In London ist derzeit eine einmalige Ausstellung zur sowjetischen und russischen Weltraumgeschichte zu sehen. Für Raumfahrer.net war Andreas Weise vor Ort.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Erstellt von <a href="https://www.raumfahrer.net/redakteure/" data-wpel-link="internal">Andreas Weise</a>.   Quelle: Museumsbesuch, Science Museum London.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW1500.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/UnterstuetzerAW260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Unterstützer der Ausstellung<br>(Bild: Autor)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Juwelenschau<br></strong> Warum setzt man sich mitten in der Woche zu nachtschlafender Zeit in ein Flugzeug und fliegt nach London? Nun, zum ersten sind zur Wochenmitte die Flugpreise am niedrigsten. Und zum zweiten gibt es in London die Kronjuwelen zu bestaunen. Und die sind wirklich sehenswert! Allerdings meine ich nicht die wohl behüteten, im Tower auf den täglichen Touristenansturm wartenden Insignien der Britischen Krone.</p>



<p>In London sind zur Zeit die Kronjuwelen der sowjetischen Raumfahrt ausgestellt. Dem Science Museum London ist es gelungen, bedeutende, wichtige und auch schöne Ausstellungsstücke aus öffentlichen, nicht öffentlichen und privaten Museen Russlands zu vereinigen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat nicht nur enormes diplomatisches Geschick erfordert, sie erstreckte sich darüber hinaus über mehrere Jahre. Die Liste der Leihgeber und Unterstützer der Ausstellung liest sich wie ein Who-is-who der russischen Raumfahrt. Museen und Ausstellungen, die ein „normalsterblicher Raumfahrtfan“ nicht ohne weiteres betreten kann, gaben Leihstellungen. Stellvertretend sei hier Zvesda, Energia, Lavochkin und das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut genannt.</p>



<p>Ich bin geneigt hier ein Superlativ zu bemühen. Es wird vermutlich mindestens auf absehbare Zeit, wenn nicht, dann überhaupt nie wieder, solch eine Ausstellung in diesem Umfang außerhalb Russlands geben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B10scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p><strong>Sowjetisch-britische Zusammenarbeit<br></strong> Doch warum ausgerechnet London? Warum ausgerechnet bei den Briten? Großbritannien ist ja auf diplomatischer Ebene im Moment nicht gerade der besondere Freund Russlands. Die Liste der Meinungsverschiedenheiten ist lang. Sie könnte mit der Ukraine beginnen und würde mit Syrien nicht aufhören.</p>



<p>Um diesen Widerspruch zu verstehen muss man etwas tiefer in die Geschichte der sowjetischen Raumfahrt blicken. Wie wir aus den Memoiren von Boris Tschertok wissen, griff man in den Anfangsjahren der sowjetischen Raumfahrt gerne auf eine unabhängige Beobachtungsquelle zurück: Das <a href="https://www.jb.man.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Jodrell-Bank-Radioobservatorium</a> bei Manchester. Sendefrequenzen von sowjetischen Sonden wurden den dortigen Wissenschaftlern zugespielt. Und diese konnten dann den Flug, z.B. von interplanetaren Raumflugkörpern, neutral bestätigen. Dass die Sowjetunion dazu teilweise selber nicht in der Lage war, das wusste man damals noch nicht. So war das ein etwas sonderbarer, aber intensiver wissenschaftlicher Austausch. Dann kam der 12. April 1961 und mit ihm der erste bemannte Flug in den Kosmos. Auch in Großbritannien waren die Menschen begeistert. Kalter Krieg hin oder her. Die Leistung wurde als das verstanden, was sie war: Der Beginn eines neuen Zeitalters. Und dabei war es (fast) egal, welches Land die Leistung vollbrachte.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B14scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik-Satelliten, Mond- und Venus-Sonden<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p>Die Begeisterung war so groß, dass eine der größten Gewerkschaften, The Foundry Workers&#8216; Union in Manchester, Gagarin zu einem Besuch einlud. Und dieser kam tatsächlich. Die Sowjetunion sah darin die Chance, den historischen Flug entsprechend international zu würdigen. So fand dieser denkwürdige Besuch fast genau drei Monate nach Gagarins Raumflug statt. Inzwischen war aus der geplanten Visite der englischen Arbeiter, deren Situation schon Karl Marx für die Untermauerung der Kommunistischen Philosophie diente, ein großangelegter Staatsbesuch geworden. Der beinhaltete auch Empfänge bei Premierminister Harold Macmillan und der jungen Queen Elizabeth. Und das sympathische, einfache Auftreten Gagarins bei seinem Besuch wirkt noch heute nach.</p>



<p>In Wissenschaftskreisen wird es noch heute als großes Zeichen der Verbundenheit angesehen, dass Gagarin gerade nach Großbritannien zuerst gereist ist. Davon zeugen auch die Wertschätzungen zu seinem 50sten Flugjubiläum 2011. Vor dem Gebäude des British Council direkt beim Admiralty Arch in der Nähe des Trafalgar Square wurde eine Gagarin-Plastik im Beisein von Gagarins Tochter aufgestellt. Die Plastik stand genau gegenüber der Statue von Kapitän James Cook. Symbolträchtiger konnte der Standort nicht gewählt werden. Die Skulptur war ein Geschenk der Raumfahrtbehörde Russlands Roskosmos und ist mittlerweile nach Greenwich umgezogen.<br>In diesem Umfeld gelang dem Londoner Science Museum ein Meisterstück.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B18scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br><br></figcaption></figure></div>



<p><strong>Das Museeum<br></strong> Das Science Museum in London ist ein sehr großes Gebäude. Viele hundert Menschen, oft inklusive mehrerer Schulklassen, sind an einem Werktag hier anwesend. Eigentlich ist das Gebäude immer voll. Der Eintritt ist frei. Dafür sind die Preise an der Garderobe, im Museumsshop und in der Cafeteria nicht gerade günstig. Für Sonderausstellungen werden gesonderte Eintrittspreise verlangt. Speziell für die Raumfahrtausstellung COSMONAUTS werden Eintrittskarten nur für bestimmte Uhrzeiten ausgegeben. So besteht durchaus die Gefahr, dass man am aktuellen Tag keinen Zutritt mehr bekommt. Daher ist ein Kartenkauf vorab über die Homepage des Museums dringendst angeraten. Alle erforderlichen Informationen zu Öffnungszeiten, Adressen und anderes findet man unter <a href="https://www.sciencemuseum.org.uk/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Science Museum</a>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B15scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p></p>



<p></p>



<p><strong>Die Ausstellung<br></strong> Erfreulich ist: In allen Räumen ist Museumspersonal anwesend, das auch bereitwillig Auskunft zu einzelnen Objekten gibt. Bemerkenswert ist, dass Spiegel an langen Stangen bereitgehalten werden, damit man an den Großobjekten auch mal „um die Ecke“ schauen kann. Eine nützliche und kreative Lösung!</p>



<p>Die Ausstellung ist in mehrere Sektionen bzw. Themenbereiche gegliedert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B17scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Woschod 1 (oberes Bild) und Wostok 6<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Sektion 1<br></strong> Zum Anfang, quasi zum aufwärmen, geht es um die Anfänge und Grundlagen der sowjetischen Raumfahrt. Künstlerische Darstellungen aus den 1920er Jahren und Ziolkowskis Vision eines Raumfahrzeuges gehören ebenso dazu, wie persönliche Dinge Koroljows aus seiner Zeit im stalinistischen Straflager. Der aufgezeigte Weg führt bis zum Triebwerk RD-108, das als Modell im Raum zentral präsentiert wird.</p>



<p><strong>Sektion 2<br></strong> Hier werden die Anfänge der Weltraumfahrt behandelt. Modelle von Sputnik 1, 2 und 3, sowie von Luna 3 und Venus 7 sind hier zu sehen. Angenehm ist, dass zu jedem Objekt auch Herkunft und Leihgeber genannt werden.</p>



<p><strong>Sektion 3<br></strong> „Space Race“ – der Beginn der bemannten Weltraumfahrt. Neben persönlichen Dingen von Gagarin und der Filmkamera aus Titows Wostok-2-Flug, sind hier zwei ganz außergewöhnliche Exponate zu bestaunen: Die originalen Landekapseln von Wostok 6 (Tereschkowa, erste Frau im Weltraum) und Woschod 1 (erstes 3-Mann-Raumschiff). Ich gebe zu, ich habe in mitgebrachten Fotos geblättert, ob es wirklich die „richtigen“ Kapseln sind. Ich konnte beide Kapseln 2008 im Werksmuseum von Energia schon einmal bestaunen. Die Abbrandspuren am Hitzeschild, die bei jeder Kapsel individuell ausgefallen sind, bestätigten für mich die Identität der Kapseln. Dass Russland diese Exponate auf Reisen geschickt hat, ist für mich die eigentliche Sensation. Beide Exponate waren hinter Glas. Im Gegensatz zum Energia-Werksmuseum, wo man unmittelbar an die Kapseln heran kam. Das Energia-Museum ist allerdings auch nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B16scmu260.jpg" alt=""/></a></figure></div>



<p>Durch den abgedunkelten Raum der Sektion 3 und die perfekte Ausleuchtung konnte man alle Einzelheiten sehr gut erkennen. Auch waren andernorts benutzte gewölbte Plexiglasabdeckungen über den Einstiegen entfernt worden. Somit war der Einblick ungetrübt. Da die beiden Kapseln direkt nebeneinander standen, war ein direkter Vergleich der Inneneinrichtung möglich. Fazit für mich: Hut ab vor den Männern von Woschod 1! Für diesen Flug war mehr als nur etwas Mut und technisches Selbstvertrauen nötig.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B11scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Лунный корабль 3 / Lunniy Korabl 3 (LK-3)<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Sektion 3 und Sektion 4<br></strong> Hier geht es um den Mond. Das Prunkstück hierbei ist der LK-3-Lander aus dem geheimen Lunar-Programm. Dessen Existenz wurde erst in den 1990er Jahren bekannt. Das ausgestellte Modell zeigt einen <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10546.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">LK</a>, wie er einen einzelnen Kosmonauten auf die Mondoberfläche bringen sollte.</p>



<p>Das ausgestellte Objekt ist restaurativ in einem sehr guten Zustand. Als Eigentümer wird das Moskauer Staatliche Luftfahrtinstitut (MAI) genannt. Sucht man etwas im Internet, findet man Bilder dieses Exponates von Anfang der 1990er Jahre. 2007 stand das Objekt wieder im MAI. Davor war der LK in Eurodisney bei Paris ausgestellt. Auch dazu findet man Bilder im Internet. Zur Präsentation in Eurodisney wurden offenbar einige Bemalungen angebracht, die nicht dem Standard für die Kennzeichnung sowjetischer Raumfahrzeuge entsprechen. Diese sind noch vorhanden. Ich meine hier „Rote Sterne“ ohne die typische weiße Umrandung, Schriftzüge „CCCP“ und Hammer und Sichel“-Logos. Diese sehen eher aus, als ob hier der Mondlander aus dem Roman „Ascent“ von Jed Mercurio nachempfunden wurde. Eine sehr traurige, emotionale, aber genau auf den Mondlander passende Geschichte eines Phantom-Kosmonauten.</p>



<p>Neben dem Mondlander wurde ein 1:1-Modell von Lunochod 1 von Lavotschkin ausgestellt. Im Gegensatz zum Lander für einen bemannten Besuch des Mondes gelang es der Sowjetunion, zwei Exemplare des <a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=12187.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">unbemannten Mondmobils</a> über Monate hinweg auf der Mondoberfläche einzusetzen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B1scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p><strong>Sektion 5 und Sektion 6<br></strong> Hier findet man die Landekapsel von Sojus-TM 14, verschiedene Garderobenteile für Raumfahrer, Sokol- und Orlan-Raumanzüge. Aber auch der MARS-500-Raumanzug war zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine Orlan-Version, die speziell für den Einsatz auf dem Mars entwickelt wurde. Zum Einsatz kam der Anzug beim MARS-500-Experiment, einer 500-Tage-Marsflugsimulation. Fehlen durfte auch nicht die Weltraumtoilette aus der Raumstation MIR. Ganze zwei Kippschalter sind für die Bedienung notwendig. Wer erinnert sich da nicht gerne an das Weltraum-Klo in Standley Kubricks „2001“? Allein die <a href="http://www.visual-memory.co.uk/amk/doc/zg.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Bedienungsanleitung</a> ließ jegliches Bedürfnis ersticken.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B3scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption><br></figcaption></figure></div>



<p><strong>Final Room<br></strong> Am Ende der Ausstellung gibt es zum Abschluss ein absolutes Highlight zu bestaunen. Hier liegt in magisches Licht gehüllt eine lebensgroße menschliche Puppe. Ein „Ivan Ivanowitsch“. Dieser Dummy ist 1969 mit Zond 7 (Sonde 7) als Vorbereitung für die sowjetische bemannte Mondumrundung um den Mond geflogen. Da die Amerikaner mit Apollo 8 im Dezember 1968 den Mond sogar mehrfach umkreisten, wurde das sowjetische Vorhaben gestrichen – eine neuerliche Erstleistung war nicht mehr zu erzielen. Im Körper des Dummys befinden sich Sensoren für die Messung der Strahlungsbelastung. Das Gesicht des „Mondfliegers“ ist weltbekannt: Es ähnelt … Juri Gagarin.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu1500.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/07/B12scmu260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Raumanzüge, Landekapsel Sojus-TM 14<br>(Bilder: Science Museum London)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Empfehlung<br></strong> Wer die Möglichkeit hat, die Ausstellung zu besuchen, der sollte das unbedingt tun. Die Ausstellung ist voraussichtlich noch bis zum 13. März 2016 zu besichtigen. Nicht mehr viel Zeit also. Der Museumskatalog ist sehr ausführlich und direkt über das Science Museum zu beziehen.</p>



<p><strong>Danksagung<br></strong> Besonderer Dank gilt Ms. Julia Murray vom Science Museum London für die Bereitstellung von Pressefotos, Informationen und für die wertvollen Hinweise bei der Vorbereitung des Besuchs.</p>



<p><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=380.msg353826#msg353826" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Raumfahrt-Museen und Ausstellungen</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Woßchod 3KD/3KV &#8211; Das Comeback der Sowjets</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/wosschod-3kd-3kv-das-comeback-der-sowjets/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2004 15:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Koroljow]]></category>
		<category><![CDATA[R-7]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sowjetunion]]></category>
		<category><![CDATA[Woschod]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits vor Abschluss des Flugprogramms von Wostok war klar, dass sich die Sowjetraumfahrt in Kürze vor einem Dilemma stehen würde. Die Wostok-Ära war an ihr Ende gekommen, jedoch ließ das als Nachfolger konzipierte Sojus-Raumschiff weiterhin auf sich warten. Aus dieser Not heraus wurde schließlich eine Tugend gemacht und es entstand das Raumschiff &#8222;Woßchod&#8220; (zu dt.: [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bereits vor Abschluss des Flugprogramms von <em>Wostok</em> war klar, dass sich die Sowjetraumfahrt in Kürze vor einem Dilemma stehen würde. Die <em>Wostok</em>-Ära war an ihr Ende gekommen, jedoch ließ das als Nachfolger konzipierte Sojus-Raumschiff weiterhin auf sich warten. Aus dieser Not heraus wurde schließlich eine Tugend gemacht und es entstand das Raumschiff &#8222;<em>Woßchod</em>&#8220; (zu dt.: Aufstieg, Transkription auch als &#8222;Wosschod&#8220; oder Wos-chod&#8220;).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Ein Beitrag von Felix Korsch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod_start_260.jpg" alt=""/><figcaption>Woßchod 1 (?) unmittelbar vor dem Start. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p><strong>Technische Daten</strong></p>



<p>Die Konstruktionsarbeiten forderten zahlreiche Kompromisse. So konnte man bei mehrköpfigen Besatzungen die Raumfahrer nicht mehr hinauskatapultieren und so eine &#8222;weiche&#8220; Landung garantieren. Vielmehr änderte man das Landeszenario und montierte nun kleine Feststofftriebwerke an den Fallschirmtrossen, um die Geschwindigkeit unmittelbar vor dem Aufsetzen zu verringern. Um Platz für zwei bis drei Raumfahrer in der eh schon engen Kapsel zu schaffen, montierte man die Konturensessel jeweils um 90° versetzt und man installierte zusätzlich eine Art Stoßdämpfer, um die Landeenergie abzufangen.</p>



<p>Die technischen Daten von <em>Woßchod</em> entsprachen weitestgehend denen von <em>Wostok</em>, denn weder an den Flugsystemen noch an den Instrumenten wurden erwähnenswerte Veränderungen vorgenommen. Somit ist <em>Woßchod</em> auch eher eine Modifikation von <em>Wostok</em> als eine echte Weiterentwicklung. Ursprünglich plante Koroljow für das Jahr 1964 einen weiteren, finalen <em>Wostok</em>-Flug. Doch die Regierung hatte andere Pläne, zumal das <em>Wostok</em>-System ausgereizt war und jede weitere Mission nur eine Wiederholung einer vorigen wäre. Dies hätte einerseits den Nutzen im Vergleich zum enormen Kostenaufwand gegen Null gesenkt, andererseits auch keine propagandistische Verwertung erlaubt. Letztendlich war der Geldfluss aus Moskau zu jedem Zeitpunkt vor allem von letzterem abhängig, und Koroljow blieb nichts anderes übrig, als nach einer Alternative zu suchen.</p>



<p>Der designierte Nachfolger für <em>Wostok</em>, Sojus, welcher gleichzeitig den Wettlauf zum Mond vorantreiben sollte, ließ trotz intensiver Anstrengungen weiter auf sich warten. Ein Programmstopp würde, so wusste auch Koroljow, unweigerlich den Ausstieg der Sowjetunion aus der bemannten Raumfahrt bedeuten. Gleichzeitig würde man damit den Amerikanern einen uneinholbaren Vorsprung einräumen und ihnen quasi &#8222;kampflos&#8220; das ferne Ziel, den Mond, überlassen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod2_260.jpg" alt=""/><figcaption>Leonow und Beljajew vor dem Start in ihrer Kapsel. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p>Die logischen nächsten Schritte der Sowjetunion im Orbit wären der Start von mehrköpfigen Besatzungen, umfangreiche Steuermanöver, Kopplungstests und Raumausstiege gewesen &#8211; unentbehrlich für den geplanten Mondflug. Zusätzlich unter Druck geriet man Anfang 1964, als die Amerikaner den Start ihres zweisitzigen Gemini-Raumschiffes ankündigten. Am 4. Februar folgte postwendend die Anweisung an Koroljows OKB-1, ein dreisitziges Raumschiff binnen weniger Monate zu konzipieren, zu testen und schließlich fliegen zu lassen, um somit der Welt neue Sensationen und Erstleistungen präsentieren zu können.</p>



<p>Koroljow stand freilich nicht ganz ohne Konzepte da, konnte er doch auf den Entwurf des &#8222;<em>Wostok</em> Tsch&#8220;, einer mehrsitzigen Weiterentwicklung von <em>Wostok</em> 3, zurückgreifen. Hochtrabende Pläne und technische Neuerungen konnten in jener kurzen Zeitspanne natürlich nicht implementiert werden. Immerhin: &#8222;<em>Woßchod</em>&#8222;, wie das Projekt nun genannt wurde, bedurfte keiner langen Entwicklungszeit, da im wesentlichen nur das Innere der <em>Wostok</em>-Kapsel verändert wurde. Koroljow gab seinen Ingenieuren den Auftrag, gleich zwei verschiedene Versionen zu entwickeln &#8211; Typ 3KW für eine Dreimannbesatzung und Typ 3KD für einen Raumausstieg inklusive Luftschleuse.</p>



<p>Auch die Idee zu einem Ausstieg eines Raumfahrers wurde maßgeblich von der Ankündigung der NASA beeinflusst, mit <em>Gemini 4</em> im Frühjahr 1965 erstmals die Luken in den freien Raum zu öffnen. Bereits 1964 plante Koroljow den Weltraumspaziergang eines Hundes, doch der Regierungsbeschluss vom 13. April 1964, welcher gleichzeitig die Rahmenbedingungen für das <em>Woßchod</em>-Programm setzte, forderte einen Menschen als ersten &#8222;Aussteiger&#8220;.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/voskhod_integration_260.jpg" alt=""/><figcaption>Woßchod 1 in der Montagehalle. (Bild: RKK Energija)</figcaption></figure></div>



<p>Erstaunlicherweise benötigte man vor jedem der beiden Flüge nur jeweils einen unbemannten Testflug (Kosmos 47 und 57) um die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems unter Beweis zu stellen.</p>



<p><strong>Flugverlauf</strong><br>Im Rahmen des <em>Woßchod</em>-Programms wurden 2 Missionen durchgeführt.</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Woßchod</em> 1: 12. Oktober 1964. Wladimir Komarow, Konstantin Feoktistow, Boris Jegorow.<br>Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt waren Missionen nicht mehr nur auf einen Piloten beschränkt. Vielmehr gab man hier zwei Zivilisten, Jegorow (Arzt) und Feoktistow (leitender Konstrukteur), die Möglichkeit, als Wissenschaftler an einem Flug teilzunehmen. Letzterer hatte nur am <em>Woßchod</em>-Raumschiff mitgearbeitet, da ihm Koroljow einen Platz im Raumschiff zusicherte. Beide litten an der Raumkrankheit. Die Kapsel landete nach erfolgreicher Mission (16 Orbits, 1d 17min) wie vorgesehen.</li><li><em>Woßchod</em> 2: 18. März 1965. Alexej Leonow, Pawel Beljajew.<br>Diese Mission stand unter keinem guten Stern, explodierte der einen Monat zuvor als Generalprobe gestartete Kosmos 57 doch im All durch ein aus Versehen ausgelöstes Selbstzerstörungssignal in 168 Einzelteile. Letztendlich führte man den unter zahlreichen lebensbedrohlichen Pannen leidenen Flug doch durch und Leonow konnte vor den Amerikanern als erster Mensch in den freien Raum aussteigen. Die Landung erfolgte nach 18 Orbits (1d 2h 2min) über 3200 Kilometer vom geplanten Landeort entfernt, die Kosmonauten waren jedoch wohlauf.</li></ul>



<p><strong>Programmende</strong><br>Das <em>Woßchod</em>-Programm endete abrupt, da interne Kontroversen immer lauter geführt wurden und sich das Militär als missachtet ansah. <em>Woßchod</em> 3 mit Boris Wolynow und Georgi Katys wurde nur wenige Wochen vor dem geplanten Starttermin (November 1965, das Training war fast beendet) abgesagt. <em>Woßchod</em> 4 (Flug einer weiblichen Besatzung, mit Raumausstieg), <em>Woßchod</em> 5 (chirurgische Versuche an Tieren), <em>Woßchod</em> 6 (Ausstieg mit einer mobilen Manövriereinheit) und <em>Woßchod</em> 7 (Herstellung künstlicher Gravitation durch Verbindung mit der Drittstufe der Rakete und Rotation des Gesamtkomplexes) fanden ebenfalls nie statt.<br><br>Im Januar 1966 starb schließlich Sergej Koroljow, der jahrelange Chef aller Planungen auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt. Alle Raumfahrt-Programme wurden daraufhin abgebrochen und neu organisiert/strukturiert.<br><br><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="http://www.astronautix.com/v/voskhod.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.com/project/voskhod.htm</a></li><li><a rel="noreferrer noopener follow" href="http://www.astronautix.com/v/voskhod-3kv.html" target="_blank" data-wpel-link="external">http://www.astronautix.comcraft/vosod3kv.htm</a></li><li>Von Gagarin zur Raumstation Mir; S. 17ff.; Alfred Gugerell</li><li>Raumfahrt Concret 1/01 (16); S. 13; Stefan Wotzlaw</li><li>Das <em>Wostok</em>-Programm; Stefan Wotzlaw</li></ul>
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