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	<title>Zentrifuge &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Zentrifuge &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>UDE: Schwerelos forschen &#8211; Lawinen auf dem Mars</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ude-schwerelos-forschen-lawinen-auf-dem-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 May 2023 17:24:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SCARLETT trägt kein Kleid, sondern über 200 Meter Kabel: Sie umhüllen eine einzigartige Zentrifuge, die mehr über den Mars herausfinden soll. Das Kürzel SCARLETT steht für „Shadow Cast Angles of Repose in Low gravity Experiment with Thermal creep Thrust“ – ein Projekt der Astrophysik der UDE, bei dem es um den richtigen Winkel, niedrige Schwerkraft [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">SCARLETT trägt kein Kleid, sondern über 200 Meter Kabel: Sie umhüllen eine einzigartige Zentrifuge, die mehr über den Mars herausfinden soll. Das Kürzel SCARLETT steht für „Shadow Cast Angles of Repose in Low gravity Experiment with Thermal creep Thrust“ – ein Projekt der Astrophysik der UDE, bei dem es um den richtigen Winkel, niedrige Schwerkraft und thermische Effekte geht. In der simulierten Schwerelosigkeit wird die Zentrifuge derzeit bei Parabelflügen eben diese Bedingungen in über 8.000 Metern Höhe herstellen. Eine Pressemeldung der Universität Duisburg-Essen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Duisburg-Essen (UDE) 24. Mai 2023.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ExperimentSCARLETTUDEAndreasReichert.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Experiment SCARLETT. (Bild: UDE/Andreas Reichert)" data-rl_caption="" title="Experiment SCARLETT. (Bild: UDE/Andreas Reichert)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ExperimentSCARLETTUDEAndreasReichert60.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Experiment SCARLETT. (Bild: UDE/Andreas Reichert)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">24. Mai 2023 &#8211; Unser roter Nachbarplanet fasziniert die Menschheit seit langem, ist er doch der Erde am ähnlichsten und seine Oberfläche durch ein Teleskop gut sichtbar. Raumsonden und Lander haben schon einiges erforscht, aber die Details geben Rätsel auf: So rutschen in der warmen Saison regelmäßig riesige Hänge ab, immer an denselben Stellen. Was löst diese Staublawinen aus? Die Forschenden vermuten, dass ein thermischer Gasfluss innerhalb des Bodens die Ursache ist und wollen dies nun im Experiment herausfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Zentrifuge ist dabei das Herzstück: Sie wurde vom fünfköpfigen Team um Prof. Dr. Gerhard Wurm entwickelt und wird gerade in Bordeaux in ein speziell ausgerüstetes Flugzeug eingebaut. Dieses hebt zu insgesamt drei Flügen mit jeweils 30 Parabeln ab (23.-25.5.). „In der Schwerelosigkeit simuliert eine Vakuumkammer die echte Mars-Schwerkraft, die geringer ist als auf der Erde“, erklärt Dr. Jens Teiser, der seit 2004 bei Parabelflügen wissenschaftliche Experimente macht. „Mit dabei haben wir besonderen Sand, der dem auf dem Mars gleicht. Durch Kippen der Vakuumkammer wird die Hangneigung langsam erhöht, bis der Sand ins Rutschen kommt. Halogenlampen erhitzten ihn während des Fluges, um den thermischen Gasfluss zu erzeugen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie läuft ein Parabelflug ab?</strong><br>Das Flugzeug geht auf rund 7.500 Meter und fliegt von dort mit vollem Schub – in einem 47-Grad-Winkel – in 20 Sekunden auf etwa 8.700 Meter. In dieser Höhe drosselt der Pilot die Triebwerke, und das Flugzeug fällt frei auf einer parabelförmigen Bahn nach unten. Die Schwerelosigkeit dauert etwa 22 Sekunden, bevor der Pilot abfängt und zur nächsten Parabel ansetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Schwerelosigkeit ist die angenehmste Phase. Davor und danach wirkt doppelte Schwerkraft, das heißt man wird mit dem zweifachen Körpergewicht auf den Flugzeugboden gepresst“, sagt Teiser. Der Physiker hat die 160 Kilogramm schwere Zentrifuge mit entwickelt. Sie kann für weitere Experimente eingesetzt werden – etwa, um die Schwerkraft des Mondes zu simulieren. Doch zunächst sind nach den Flügen, die meist über dem Atlantik stattfinden, tausende Gigabyte Daten auszuwerten. „Wir wollen wissen, was auf dem Mars anders ist als bei uns und dadurch Zusammenhänge besser verstehen“, so Teiser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das dreijährige Forschungsvorhaben SCARLETT läuft bis Ende 2023. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert, Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-handler-einbetten wp-block-embed-handler-einbetten wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Schwerelos forschen: Lawinen auf dem Mars" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/iOvxi81sCOM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption"><em>Das Video zeigt eine Sequenz, wie sie während einer Parabel stattfinden soll. Die Zentrifuge startet vor Beginn der Parabel. Während im Flugzeug Schwerelosigkeit herrscht, spürt die Sandprobe in der Gondel Mars-Gravitation. Jetzt geht das Licht an und der Sand erwärmt sich. Nach einer kurzen Wartezeit wird die Vakuumkammer gekippt, es kommt zum Abrutschen des Sandes. Mit Ende der Schwerelosigkeit wird die Kammer wieder zurückgestellt und ein neues Experiment kann beginnen. (Quelle: UDE)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8191.msg549585#msg549585" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Parabelflüge</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ursache für Immunschwäche im All gefunden</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/ursache-fuer-immunschwaeche-im-all-gefunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2013 16:55:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Reiter]]></category>
		<category><![CDATA[Zentrifuge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=36355</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bereits seit längerem ist bekannt, dass das menschliche Immunsystem in der Schwerelosigkeit nicht mehr korrekt arbeitet. Woran das liegt, war bisher ein Rätsel. Dessen Lösung könnte nun auch Millionen Menschen auf der Erde helfen. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: ESA, SpaceRef. Dieses Rätsel wurde nun offenbar auf Grundlage eines 2006 von Dr. Thomas Reiter [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bereits seit längerem ist bekannt, dass das menschliche Immunsystem in der Schwerelosigkeit nicht mehr korrekt arbeitet. Woran das liegt, war bisher ein Rätsel. Dessen Lösung könnte nun auch Millionen Menschen auf der Erde helfen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Günther Glatzel</a>. Quelle: ESA, SpaceRef.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/05022013175533_small_1.jpg" alt="ESA" width="313" height="208"/><figcaption>
ESA-Zentrifuge, in der 2006 das Experiment durchgefürht wurde. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Rätsel wurde nun offenbar auf Grundlage eines 2006 von Dr. Thomas Reiter an Bord der Internationalen Raumstation durchgeführten Experiments zumindest teilweise gelöst. Daraus ergeben sich nach Angaben der Wissenschaftler aber auch gravierende Fortschritte bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten auf der Erde, ein möglicherweise unbezahlbarer Nebennutzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An Bord der ISS wird in erster Linie Grundlagenforschung betrieben. Diese hat zu großen Teilen die menschliche Gesundheit als Untersuchungsgegenstand. Auf einigen Gebieten, wie der Bekämpfung des Muskel- und Knochenschwunds hat man bereits bedeutende Fortschritte erzielt. Auch nach 6 Monaten Aufenthalt in der Schwerelosigkeit können Raumfahrer meist schon wenige Stunden nach der Landung wieder relativ normal laufen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Problem hatte man bisher aber noch keinen Durchbruch erzielt: der durch Schwerelosigkeit verursachten Schwächung des Immunsystems auf zellularer Basis. Bei seinem zweiten Langzeitaufenthalt im All führte Thomas Reiter im Auftrag der ESA ein Experiment durch, bei dem bestimmte Zellen des menschlichen Immunsystems zum einen in der Mikrogravitation gehalten wurden, zum anderen in einer Zentrifuge einem Schwerkraftersatz ausgesetzt waren. Nach Ablauf der Experimentierzeit wurden die Zellen eingefroren und auf der Erde detailliert untersucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis: bei den Zellen, die sich ohne Schwerkraft entwickelt hatten, war eine wichtige Signalkette der Immunantwort unterbrochen. Der Transkriptionsfaktor NF-kappaB konnte nicht mehr gemeinsam mit einem sogenannten Rel-Protein aktivierend wirken. Dies geschieht nur im Zusammenwirken der beiden Faktoren als Dimere. Allein wirken NF-kappaB1 und B2 dagegen hemmend. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Normalerweise startet dann, wenn unser Körper eine Invasion feststellt, eine Reaktionskaskade, die durch Informationen aus unseren Genen gesteuert wird, ähnlich wie in einer Befehlssequenz&#8220;, erklärt Isabelle Walther, Forscherin aus Zürich. &#8222;Die richtigen Gene zu finden, ist wie die Suche nach einem passenden Schlüsselloch für einen bestimmten Schlüssel.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neuen Erkenntnisse könnte man in Zukunft auf zweierlei Art nutzen. Zum einen könnte man die Immunreaktion auf eine Infektion durch geeigneten Einsatz von Hemmstoffen steuern, so dass diese nicht lebensbedrohlicher wird als die Infektion selbst. Zum zweiten, und dies ist wohl die interessantere Art, könnte man überbordende Autoimmunantworten bremsen, möglicherweise sogar verhindern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den bekanntesten Autoimmunerkrankungen gehören Arthritis, rheumatisches Fieber, Diabetes Mellitus Typ 1, Multiple Sklerose, Gastritis, Narkolepsie oder Morbus Bechterew. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene, gesunde Zellen an. Es hier zu bremsen oder gar aufzuhalten, könnte einen unglaublichen Fortschritt in der Humanmedizin bedeuten und gewaltige Mittel einsparen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Stellen Sie sich vor, unser Immunsystem regiert auf eine Erkrankung wie ein Wasserfall&#8220;, erklärt Millie Hughes-Fulford, NASA-Astronautin und beteiligte Wissenschaftlerin. &#8222;Bisher haben wir die Folgen immer am unteren Ende des Wasserfalls bekämpft. Zukünftig können wir auf die einzelnen Tropfen zielen, bevor diese die Chance haben zu einem Wasserfall anzuwachsen. Wir leben in einer aufregenden Zeit.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Reiter, mittlerweile ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt, dazu: &#8222;Alle Raumfahrer geben ihr Bestes bei der Durchführung von Experimenten im Auftrag von Wissenschaftlern am Boden. Ich bin sehr erfreut darüber, dass das Experiment, was ich vor mehr als 5 Jahren ausgeführt habe, zu so interessanten Resultaten führt.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3785.msg248139#msg248139" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ISS-Forschung ab 5. Februar 2013</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sojus Descent Training</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sojus-descent-training/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Medizincheck]]></category>
		<category><![CDATA[Trainingsprogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedereintritt]]></category>
		<category><![CDATA[Zentrifuge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=75276</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zentrifuge &#8211; Sojus Descent Training &#8211; oder: mehr als nur im Kreis fahren! In diesem Bericht erzählt Andreas P. Bergweiler exklusiv für Raumfahrer.net von seinen Erlebnissen während eines Kosmonauten-Trainings in Russland. Autor: Raumfahrer.net Redaktion. Wenn Sie weitere Informationen zu Andreas Bergweiler und seinem Weg zur ISS lesen möchten: Auf der Internet-Seite space-affairs.com können Sie sein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sojus-descent-training/" data-wpel-link="internal">Sojus Descent Training</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zentrifuge &#8211; Sojus Descent Training &#8211; oder: mehr als nur im Kreis fahren!</p>



<h4 class="wp-block-heading">In diesem Bericht erzählt Andreas P. Bergweiler exklusiv für Raumfahrer.net von seinen Erlebnissen während eines Kosmonauten-Trainings in Russland.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/redaktion/" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net Redaktion</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie weitere Informationen zu Andreas Bergweiler und seinem Weg zur ISS lesen möchten: Auf der Internet-Seite <a href="https://www.space-affairs.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">space-affairs.com</a> können Sie sein Tagebuch über das <em>Sea Survival Training for Cosmonauts</em> lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Text: © Andreas P. Bergweiler (<a rel="noreferrer noopener follow" href="https://space-affairs.com/de" target="_blank" data-wpel-link="external">Space-odyssey.com</a>)</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri1.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf meiner neuesten Reise nach Russland hatte ich nicht nur das Bedürfnis, 38 Jahre Erdschwerkraft zu überwinden. Ich wollte auch das andere Extrem spüren lernen, welches ich schon beim Aufstieg der Ilyushin 76 zur Parabel gespürt hatte: Beschleunigungskräfte, sogenannte G-Forces, die auf einem lasten und manche Bewegungen schier unmöglich machen. Also begab ich mich am Morgen des 04.09.2003 in einen berühmten Komplex im GCTC (Gagarin Training Cosmonaut Centre), die Zentrifuge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zentrifuge wurde durch eine schwedische Spezialfirma gebaut und zählte bis vor kurzem zu den größten der Welt. In ihr lassen sich Beschleunigungskräfte aufbauen, die jenseits von 30 G liegen! Stellen Sie sich vor: Sie wiegen auf der Erde 80 Kilogramm (um bei unserem Beispiel vom Parabelflug zu bleiben). Es ist zwar nicht möglich, einem Menschen mit einer solchen Belastung zu konfrontieren, aber dies ist ja auch nur ein Gedankenspiel. Bei einem Gewicht von 80 Kilogramm würden Sie in der Zentrifuge bei 30 G 2.400 Kilogramm wiegen! (80kg x 30G = 2.400 Kilogramm). Fast zweieinhalb Tonnen! Sie können sich vielleicht vorstellen, dass dies kein Mensch überleben würde. Aber kommen wir zum nächsten Schritt in der Sache &#8222;How to feel like a Cosmonaut!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>11.00 Uhr:</strong><br>Mit, zugegeben, etwas &#8222;weichen&#8220; Knien betrete ich den Vorraum der Zentrifuge und werde dann in einen Raum geführt, wo mich eine Ärztin erwartet. &#8222;Oberkörper frei&#8220; meint sie in Russisch und ich folge auf ihren Ton. Sie legt mir Elektroden an, die meine Herztätigkeit, Atmung, Blutdruck und Puls während der Fahrt mit der Zentrifuge messen werden. Sie sprüht mir Alkohol auf die Haut, dieser ist sehr kalt. Grosse &#8222;Mitleidsbekundungen&#8220; von ihrer Seite gibt es nicht, ich bemerke wieder, dass ich hier unter Professionellen bin, die wissen was sie tun. Nach 10 Minuten sitzen die Elektroden richtig und ich kann mich wieder anziehen. In meinen Gedanken bin ich in der Zeit, als ich die Zentrifuge zum ersten mal live gesehen habe, bei einer Kurzbesichtigung vor meinem Trip zum Water Survival Training in Sochi im September 2001. Damals lief ich unter der Zentrifuge mit Michael Schultz, meinem Begleiter, hindurch und war fasziniert von der Größe der Halle und der Zentrifuge. Damals hätte ich niemals zu träumen gewagt, eines Tages auch einmal mit dieser Zentrifuge zu fahren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri3.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">An Raumfahrern wird hier getestet, ob sie die Beschleunigungskräfte aushalten, die beim Start und insbesondere beim Wiedereintritt in die Atmosphäre mit der <em>Soyuz</em>-Kapsel auftreten. Beim Start beträgt die G-Force ca. 3,2 G über eine Dauer von sieben Minuten, (unterbrochen von kurzzeitigem Änderungen der Kräfte während der Stufenabtrennung) beim Wiedereintritt zwischen 3,2 und 4,5 G. Nur in Ausnahmesituationen wird die Stärke dieser Kräfte überschritten. Es ist in der Geschichte der russischen Raumfahrt nur insgesamt dreimal vorgekommen, dass die Raumfahrer höheren Belastungen ausgesetzt waren. Erst jüngst in der Geschichte: der Rückflug der ISS-Besatzung 6 mit dem funkelnagelneuen <em>Soyuz-TMA</em> Raumschiff: Ihre Rückflugbahn war nicht optimal, und sie stürzten in einer ballistischen Rückkehrflugbahn der Erde entgegen. Dabei wurden Kräfte aufgebaut, die teilweise bei 9 &#8211; 10 G gelegen haben müssen. Zum Vergleich: Beim amerikanischen <em>Space Shuttle</em> treten sowohl beim Start als auch bei der Landung max. 4 G auf. Dies hat natürlich etwas mit der Konzeption der Raumschiffe zu tun, ist der <em>Space Shuttle</em> eher ein Gleiter, ist die russische <em>Soyuz</em>-Kapsel eine konische Tonne, die von 28.000 Stundenkilometern auf knapp 600 Stundenkilometer abgebremst wird, wenn sie sieben Minuten lang in einer Hülle aus ionisiertem Gas durch die Atmosphäre rast. Ist die Rückkehrkurve optimal, treten an der Aussenhaut Temperaturen jenseits von 1.800 Grad Celsius auf, der Hitzeschild brennt fast vollkommen ab und die Kosmonauten an Bord der <em>Soyuz</em> können durch diue Fenster sehen, wenn am Raumschiff ihre Außenhaut abgeschweißt wird! Aber, die Vergangenheit hat defintiv gezeigt: eine sehr sichere, wenn auch sehr anstrengende Rückreise zur Erde. Aber ich denke, eine solche Reise kann ja nun mal auch nicht mit einem Ausflug nach Teneriffa oder Mallorca verglichen werden, die sie in jedem Reisebüro für wenige Euro buchen können!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück aus dem Bereich &#8222;Ausflug in die Technik&#8220; zur Zentrifuge: Nachdem ich den ärztlichen Check über mich habe ergehen lassen, werde ich von Personal zum Zentrifugen-Federsessel geführt, der eher wie ein elektrischer Stuhl aussieht. Ich komme mir vor, als hätte mein letztes Stündlein geschlagen und befände mich auf dem Weg zur Vollstreckung des Urteils. Quatsch, Andreas &#8211; reiße ich mich zusammen, absolut unnötig dieser Vergleich.<br>Ich setze mich auf einem Schemel und ziehe Fußschoner über. Dann setze ich mich nach hinten in den Sitz, der der dem in einer <em>Soyouz</em>-Kapsel gleicht. Ich muss jedoch an dieser Stelle bemerken, dass dieser Sitz wesentlich bequemer ist. Der Sitz in einer <em>Soyouz</em> ähnelt eher einer &#8222;Sitzwanne&#8220;. Ist jedoch nicht unbequem, wenn man die richtige Sitzposition gefunden hat. Ausserdem ist es die beste Sitzposition, um die Kräfte, die beim Start und bei der Landung auftreten, verteilen zu können. Hautsächlich wirken sie auf Rücken und Brust, einen sehr stabilen und dennoch flexiblen Bereich des menschlichen Körpers.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri5.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich die richtige Sitzposition eingenommen habe, wird meine medizinsiche Verkabelung mit dem Sitz befestigt, so dass die Ärtze im Raum weiter oben sofort meinen Herzschlag und mein weiteres Wohlbefinden beobachten können. Ich fühle mich nicht mehr aufgeregt und lasse die Dinge auf mich zukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Techniker und ein Arzt betreuen mich und schnallen mich richtig fest, so dass ich mich kaum bewegen kann. Eine zu lockere Sitzpostion hätte viele blaue Flecken zur Folge, genauso eine zu feste. Wichtig ist, dass ich nichts Festes in den Taschen meiner Overalls habe, was mir während der Fahrt Blessuren zufügen könnte. Also mache ich meine Taschen leer, so dass ich wirklich sicher sein kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>11.30 Uhr</strong><br>Der Sitz wird auf einem Fahrgestell in Richtung der Luke der Zentrifuge geschoben. Von meiner Sitzposition sieht sie eher aus wie das Maul eines Ungeheuers, welches nur auf eine Mahlzeit wartet. Mein Sitz wird in die richtige Höhe gebracht und auf einem Schlitten in die Zentrifuge manöveriert. Messinstrumente und Arretierungen werden befestigt, ich sehe einige Köpfe über mir, auch von Thomas Kraus, meinem Begleiter, der Fotos macht. Alle lächeln mir zu, ich muss wohl tatsächlich aussehen, als würde ich auf eine Reise gehen, von der ich nicht wiederkehre.<br>Ich blicke mich in der Zentrifuge um. Es können zwei Kosmonauten zur gleichen Zeit geprüft werden, links neben mir befindet sich noch eine Luke mit einem Schlitten, der jedoch leer ist. Weiterhin bemerke ich vor meinen Augen in ungefähr 30 Zentimetern Höhe ein Kreuz. Irgendwie komme ich mir jetzt schon vor, als würde ich auf eine Reise zu den Sternen gehen und bemerke den ungeheuren Aufwand, der notwendig ist, einen Menschen auf eine solche Reise zu schicken. Der Mensch hat im Laufe der letzten hundert Jahre einiges hinzugelernt: Sei es zu fliegen mit Motorkraft (Gebrüder Wright, Kitty Hawk/USA 1903) oder sei es der erste Mensch im All (Juri Gagarin, 12. April 1961). Die Technik hat sich verfeinert, die Methoden sind teilweise wohl angenehmer geworden, aber die Art hat sich nicht geändert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, und dies macht eine bemannte Raumfahrt auch so teuer, schließlich will man einen Menschen oder gleich mehrere nicht nur nach oben schicken, sondern auch, dass sie heil wieder runterkommen!</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri4.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach weiteren fünf Minuten wird die Luke hinter mir geschlossen und ich bin alleine. Stille macht sich breit und ich höre ein elektrisches Summen. Die Gangway wird zurückgefahren und mir kommt der Film &#8222;Contact&#8220; mit Jodie Foster in den Sinn, als sie als Astronomin Elenor Arroway auf die Reise zu den Sternen geht, jedoch recht weit von der Erde weg, um den ersten Kontakt mit einer ausserirdischen Kultur herzustellen, die sie an den Rand ihres Seins führt. Wie die Bilder sich gleichen, denke ich!<br>Der Lautsprecher erwacht: &#8222;Hallo Andreas, hier ist Zorja&#8220;, sagt meine deutsche Übersetzerin. &#8222;Wir sind hier alle im Kontrollraum und können Sie sehen auf dem Monitor. Sie sehen wie ein Held aus!&#8220;<br>Gut, dass das TV-Bild nur schwarz-weiß ist, denke ich, denn ansonsten könnte man sehen, dass ich eine etwas rötere Gesichtsfarbe bekomme. &#8222;Hallo an alle&#8220; sage ich verlegen und grinse in das Auge der Kamera. Wieder fällt mir ein Film ein: 2001- A Space Odyssey. Das Auge des Computers HAL 9000. Genauso sieht dieses Kameraauge aus, aber binnen Sekunden habe ich meinem Geist die Möglichkeit gegeben, diese Kamera einfach zu vergessen. Ich fühle mich alleine und höre in meinem Kopf einen Countdown.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas setzt sich in Bewegung. Die Zentrifugenkuppel wird in eine andere Positin gefahren, so dass ich nun wirklich nicht mehr liege, sondern tatsächlich sitze. Dann, nach kurzer Zeit, setzt sie sich in Bewegung. Zuerst langsam. Ich kann es noch nicht einschätzen, wie schnell sie sich bewegt, urplötzlich höre ich die Stimme &#8222;1G&#8220; aus dem Lautsprecher. Hmm, &#8211; denke ich, das bekommst Du ja gar nicht mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;2G&#8220; höre ich aus dem Lautsprecher. Hmm, denke ich wiederrum, gestern beim Ansteigen während der Parabel habe ich mich schwerer gefühlt. Ich merke, wie die Zentrifuge rotiert, versuche zu erahnen, wie schnell. Es gelingt mir jedoch nicht. &#8222;3G&#8220; sagt Zorya über den Lautsprecher und ich fühle, wie die Schwere sich meiner bemächtigt. Als erstes bemerkt man es am Atmen. Das Atmen wird schwerer und man muss sich mehr anstrengen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri10.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Geht es Dir gut?&#8220;, fragt mich eine Stimme im Lautsprecher. &#8222;Are you feeling allright?&#8220; &#8222;Yes. I´m feeling very good!&#8220; sage ich zurück, und das ist noch nicht einmal gelogen. Ich rolle mit den Augen und bewege den Kopf ein wenig nach links und rechts, um ein wenig Gefühl für die veränderten Kräfte zu bekommen. Ich bemerke, wie sich mein Augeninnendruck erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Look at the cross!&#8220; sagt der Arzt, dessen Stimme ich erkenne. Ich konzentriere mich und fixiere mit meinen Augen das Kreuz, welches sich in 30 Zentimetern Entfernung vor meinen Augen befindet. Meine Augen bleiben ruhig und fangen nicht an zu zittern. Das bemerke ich sofort, habe ich doch in Büchern von Astronauten gelesen, dass so die Bewegung der Augen kontrolliert wird, um später während des Raumfluges zu kontrollieren, dass man die richtigen Anzeigeinstrumente und die richtigen Knöpfe im Auge hat. Zittert das Auge, kommt es zu Doppelbildern, und somit zu Fehleinschätzungen. Menschen, die damit ein Problem haben, sind für einen Raumflug nicht geeignet, weil sie ein Sicherheitsrisiko darstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;4G&#8220; höre ich die Stimme wieder sagen. So, denke ich. Da bin ich also unterwegs in der Zentrifuge, festgeschnallt im Federsessel. Eine kleine &#8222;Space Odyssey&#8220;. Noch habe ich die Erde nicht verlassen, denke aber, es könnte auch jetzt gleich passieren. Ich fühle mich gut und die Fahrt mit der Zentrifuge geht weiter. Das Gewicht auf meiner Brust wird immer größer, und ich beginne mehr über den Bauch zu atmen (Bauchatmung), weil die Muskulatur des Brustkorbes nun mehr Kraft aufwenden muss.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri9.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Versuchen Sie in die Kamera zu winken!&#8220; höre ich Zorya sagen. Und ich versuche es. Mein Gott, ich werde schwerer und schwerer, und jetzt soll ich auch noch in die Kamera winken? In der linken Hand halte ich einen Joystick fest. Ich halte mit den Fingern einen Knopf gedrückt, dieser Knopf gibt mir die Sicherheit, die Zentrifugenfahrt jederzeit unterbrechen zu können, wenn es mir zuviel wird. Loslassen ist unter diesen G-Kräften einfacher als drücken und somit müsste man nur den Joystick loslassen und die Fahrt würde aufhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rotiere weiter, die Kraft steigt weiter an. Ich fühle mich gut und schaffe es, meine rechte Hand so hoch zu heben, dass die Kamera sie erfasst. Ich winke in die Kamera und grinse wahrscheinlich sehr dämlich, aber dies ist mir in dem Fall egal. Sie kennen bestimmt Filme, wo Helden mit G-Kräften konfrontiert werden. Alles verzieht sich, und Sie erkennen sich in einem solchen Fall nicht wieder. Die Haut auf den Wangen wird nach hinten gezogen, sie kommen sich vor, als würde Ihnen jemand Tesafilm-Streifen auf die Wangen kleben und auf die Stirn, und dann kräftig nach hinten ziehen. Die Höchstbelastung an diesem Tag liegt bei 7.5 G. Dies ist schon eine Extrem-Situation in der Raumfahrt. In den Anfangstagen der Raumfahrt war die Höchstbelastung jedoch normal. Die damaligen Testpiloten mussten im Training G-Kräfte widerstehen, die jenseits von 10 G lagen. So erreichte z.B. Alan B. Shepard, der erste Amerikaner im All beim Rücksturz mit seiner <em>Mercury</em>-Kapsel fast 14 G. Eine immense Belastung für den Astronauten, wenn dies auch nur für Sekunden anhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach sieben Minuten endet die Fahrt. Die Kräfte gehen wieder langsam herunter und ich höre eine Stimme im Lautsprecher. &#8222;So, jetzt geht die Fahrt wieder runter. 4 G &#8211; 3 G &#8211; 2 G &#8211; 1 G!&#8220;<br>Dann stoppt die Zentrifuge, die Kapsel wird wieder in eine steilere Position gestellt, so dass ich wieder liege. Die Fahrt ist zu Ende, es kommt mir so vor, als wäre nur eine Minute vergangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich höre, wie die Gangway rangefahren wird und an die Kapsel schlägt. Kurz darauf wird die Luke wieder geöffnet und ich sehe den betreuenden Arzt, der sagt: &#8222;Welcome on Earth, Earthling!&#8220;.<br>Ich muss lachen. Dann schieben sie mich aus der Zentrifuge hinaus und viele andere stehen um mich rum und grinsen mich an. Thomas sagt: &#8222;Das sah einfach Klasse aus! Du auf dem Monitor!&#8220; &#8222;Ja danke&#8220;, meine ich zu ihm, &#8222;ich kann ja die nächste Rolle von Bruce Willis in Armageddon 2 freiwillig übernehmen!&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/centri11.jpg" alt=""/><figcaption>(Bild: © Andreas P. Bergweiler)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sitz wird zurückgerollt, dann werde ich befreit und stehe auf. Komischerweise schwanke ich nicht und habe die vollkommene Kontrolle über mich und meinen Gleichgewichtssinn. Gut, man merkt schon, dass man sich in einer hohen Belastung befunden hat, und ich weiß auch, dass ich einen Tag später definitiv Muskelkater haben werde, aber was macht schon so ein bisschen Muskelkater! Nichts. Muskelkater ist uninteressant, wenn man sich auf einer solchen Reise, wenn auch nicht lange, befunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fahrt mit der Zentrifuge hat mich wieder einen Schritt weitergebracht. Vielleicht werden mich diese Dinge wirklich zu den Sternen bringen. Ich habe mir es auf jeden Fall fest vorgenommen und auch die Ärzte und Psychologen bestätigen mir: &#8222;You have the Right Stuff!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">In zwei Tagen entgegengesetzte Kräfte zu spüren: an einem Tag die Schwerelosigkeit, vollkommen frei im Raum schwebend, am nächsten Tag fest in den Sitz gepresst mit voller Beschleunigungskraft. Ein wahrhaft aussergewöhnliches Erlebnis. Und das Schöne dabei ist: wenn ich auf den Jahrmarkt gehe, bekommt mich keiner in eine Achterbahn oder in ein Extrem-Have-Fun-Teil. Aber, es ist eine Kopf-Sache! Alles spielt sich im Kopf ab. Sicherlich muss man Vertrauen haben in die, die einen betreuen. Man muss vertrauen haben in die Technik, ansonsten kann man sich nicht auf eine Reise vorbereiten, die einen in höhere Sphähren bringen wird. Defintiv nicht!</p>
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