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	<title>Argentinien &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Argentinien &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Direkter Draht von Siegen in die argentinische Pampa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2023 11:08:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Physiker*innen der Universität Siegen können jetzt von Siegen aus die Detektoren des Pierre-Auger-Observatoriums in Argentinien steuern und überwachen. Bei dem Observatorium handelt es sich um das weltweit größte Experiment zur Messung kosmischer Strahlung. Eine Pressemitteilung der Universität Siegen. Quelle: Universität Siegen 13. Dezember 2023. 13. Dezember 2023 &#8211; Um sieben Uhr morgens haben Dr. Eleonora [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Physiker*innen der Universität Siegen können jetzt von Siegen aus die Detektoren des Pierre-Auger-Observatoriums in Argentinien steuern und überwachen. Bei dem Observatorium handelt es sich um das weltweit größte Experiment zur Messung kosmischer Strahlung. Eine Pressemitteilung der Universität Siegen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Universität Siegen 13. Dezember 2023.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArbeitenfuerUniSiegenamPierreAugerObsArgentinienUniSiegen.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Arbeiten für die Uni Siegen am Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien mit: Prof. Dr. Markus Cristinziani, Dr. Eleonora Guido, Dr. Qader Dorosti, Prof. Dr. Markus Risse und Dr. Marcus Niechciol (v.l.n.r.). (Quelle: Universität Siegen)" data-rl_caption="" title="Arbeiten für die Uni Siegen am Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien mit: Prof. Dr. Markus Cristinziani, Dr. Eleonora Guido, Dr. Qader Dorosti, Prof. Dr. Markus Risse und Dr. Marcus Niechciol (v.l.n.r.). (Quelle: Universität Siegen)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="190" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ArbeitenfuerUniSiegenamPierreAugerObsArgentinienUniSiegen26.jpg" alt="Arbeiten für die Uni Siegen am Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien mit: Prof. Dr. Markus Cristinziani, Dr. Eleonora Guido, Dr. Qader Dorosti, Prof. Dr. Markus Risse und Dr. Marcus Niechciol (v.l.n.r.). (Quelle: Universität Siegen)" class="wp-image-134739"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Arbeiten für die Uni Siegen am Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien mit: Prof. Dr. Markus Cristinziani, Dr. Eleonora Guido, Dr. Qader Dorosti, Prof. Dr. Markus Risse und Dr. Marcus Niechciol (v.l.n.r.). (Quelle: Universität Siegen)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">13. Dezember 2023 &#8211; Um sieben Uhr morgens haben Dr. Eleonora Guido und Dr. Marcus Niechciol ihre Schicht beinahe geschafft. Draußen ist es noch dunkel, im Büro der beiden Physiker*innen auf dem Emmy-Noether-Campus der <a href="https://www.uni-siegen.de/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Uni Siegen</a> sorgen dagegen zehn Monitore für viel künstliches Licht. Auf den in drei Reihen übereinander angeordneten Bildschirmen sind Tabellen, Diagramme und Zahlen zu sehen. Sie verraten Guido und Niechciol, ob in der etwa 12.000 Kilometer entfernten argentinischen Pampa „alles okay“ ist. Dort befindet sich das weltweit größte Experiment zur Messung kosmischer Strahlung: das <a href="https://www.auger.org/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Pierre-Auger-Observatorium</a>, an dem seit rund 20 Jahren auch Siegener Physiker*innen beteiligt sind. Zusammen mit ca. 450 Kolleg*innen aus aller Welt spüren sie kosmische Teilchen auf, die permanent aus dem Weltall auf die Erdatmosphäre treffen. Ziel der gemeinsamen Forschung ist es, herauszufinden, welche kosmischen Prozesse oder Objekte diese teils extrem energiereichen Teilchen erzeugen. Mehr als 100 Jahre nach der Entdeckung der kosmischen Strahlung ist das immer noch unklar – es handelt sich um eines der größten Rätsel der modernen Physik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das Siegener Team unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Cristinziani und Prof. Dr. Markus Risse den argentinischen Detektor nun von Siegen aus überwachen und steuern kann, ist neu: „Bisher mussten wir jedes Mal extra nach Argentinien reisen, um entsprechende Schichten übernehmen zu können“, erklärt Niechciol. Um sicherzustellen, dass die Datenerfassung in der argentinischen Pampa möglichst reibungslos funktioniert, muss die hochsensible Messtechnik des Experiments permanent überwacht werden. Dazu zählen neben 1.600 mit Detektoren ausgestatteten Wassertanks insbesondere auch vier große Teleskopstationen auf dem Gelände des Observatoriums: Sie können das sogenannte Fluoreszenz-Licht einfangen, das ausgesendet wird, wenn kosmische Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen. Aus diesen Daten können die Wissenschaftler*innen indirekt Rückschlüsse über Herkunft und Natur der kosmischen Teilchen ziehen. Im Siegener Büro von Guido und Niechciol ist jedem der vier Teleskopstationen ein eigener Bildschirm zugeordnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Seit Mitternacht überwachen wir die Teleskope und haben seitdem hoffentlich viele schöne Ereignisse der kosmischen Strahlung aufgezeichnet“, sagt Eleonora Guido, bevor sie sich an die Tastatur setzt: Der Mond über der argentinischen Pampa steht ungünstig – weil das helle Mondlicht die empfindlichen Messungen stören würde, muss die Physikerin die Teleskope nun per Fernsteuerung schließen. „Neben dem Verlauf des Mondes beobachten wir auch das Wetter sehr genau“, erklärt Niechciol. „Gibt es in der Region Gewitter, starke Winde oder heftigen Regen, müssen wir reagieren und die Teleskope schnellstmöglich dicht machen, damit die empfindlichen Sensoren nicht beschädigt werden.“ Hat sich das Wetter wieder beruhigt, muss ebenfalls zügig gehandelt werden: Dann gilt es, die Systeme wieder zu öffnen, damit die Datenerfassung weitergeht und möglichst wenige Daten verloren gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch mit unvorhergesehenen Ereignissen müssen die Wissenschaftler*innen während der Schichten umgehen. Dann kann es auch schon mal stressig werden, berichtet das Team: „Vor dem Start unserer heutigen Schicht gab es in der Region des Observatoriums einen Stromausfall. Das hat dazu geführt, dass wir viele der dortigen Computer neu hochfahren mussten. Dadurch konnten wir erst etwas später anfangen, Daten aufzuzeichnen als eigentlich vorgesehen.“ Auch andere technische Störungen können auftreten. Den Siegenern wird das auf den Bildschirmen als rot markierte Meldung angezeigt. In manchen Fällen ertönt auch ein akustisches Alarmsignal. Dann gilt es herauszufinden, wo das Problem liegt – was oft gar nicht so einfach ist, sagt Niechciol: „Es gibt eine enorme Vielzahl möglicher Ursachen. Die kann man auch mit jahrelanger Erfahrung am Observatorium unmöglich alle kennen. Im Zweifel müssen wir einen Techniker in Argentinien aus dem Bett klingeln, der sich die Sache vor Ort anschaut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den Teleskopen können die Siegener auch andere Bestandteile des Detektors aus der Ferne überwachen: Dazu zählen Laser, die regelmäßig aktiviert werden, um die atmosphärischen Beobachtungsbedingungen zu kontrollieren. Und Radioantennen, die an den Wassertanks installiert sind und Radiowellen registrieren, die durch die kosmische Strahlung ausgelöst werden. Turnusmäßig übernimmt das Team dazu im Wechsel mit den internationalen Kolleg*innen am Observatorium unterschiedliche Arten von Schichten, die jeweils über mehrere Nächte (oder im Fall der Radioantennen auch Tage) andauern. Auch Siegener Nachwuchswissenschaftler*innen können so an die praktische Arbeit am Experiment herangeführt werden und lernen, im Rahmen der Schichten Verantwortung zu übernehmen: Für die hochsensible und teure Messtechnik. Aber auch dafür, dass möglichst permanent qualitativ hochwertige Daten aufgezeichnet werden. Daten, auf die Wissenschaftler*innen weltweit angewiesen sind, um das Rätsel der kosmischen Strahlung eines Tages zu lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrund:</strong><br>Physiker*innen der Universität Siegen forschen seit 2004 am Pierre-Auger-Observatorium. Die Wissenschaftler*innen arbeiten dabei im Verbund mit vier weiteren deutschen Universitäten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung und hat der Universität Siegen im Sommer weitere knapp 600.000 Euro Fördermittel bis 2026 zur Verfügung gestellt. Siegener Physiker*innen sind sowohl an der Analyse der am Observatorium gewonnenen Daten, als auch an der Weiterentwicklung der Messtechnik direkt beteiligt. Seit Anfang Dezember 2023 können sie den argentinischen Detektor auch „remote“ von Siegen aus überwachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ausführliches Interview mit Dr. Marcus Niechciol zur Forschung am argentinischen Pierre-Auger-Observatorium hören Sie in der aktuellen Folge unseres Wissenschaftspodcasts <a href="https://www.uni-siegen.de/presse/publikationen/spark" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Spark!</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1156.msg556897#msg556897" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Pierre Auger Observatory</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>SpaceX bringt SAOCOM 1A für Argentinien ins All</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/spacex-bringt-saocom-1a-fuer-argentinien-ins-all/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Oct 2018 15:37:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SAOCOM 1A ist im All. Noch während der Erdbeobachtungssatellit auf der zweiten Stufe der verwendeten Falcon-9-Rakete unterwegs war, gelang das erstmalige Aufsetzen einer ersten Stufe auf einem Landeplatz von SpaceX in Vandenberg. Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: argentina.gob.ar, CONAE, ESA, INVAP, SpaceX. Um 2:21 Uhr Weltzeit (UTC, 4:21 Uhr MESZ) am 8. Oktober 2018 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">SAOCOM 1A ist im All. Noch während der Erdbeobachtungssatellit auf der zweiten Stufe der verwendeten Falcon-9-Rakete unterwegs war, gelang das erstmalige Aufsetzen einer ersten Stufe auf einem Landeplatz von SpaceX in Vandenberg.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: argentina.gob.ar, CONAE, ESA, INVAP, SpaceX.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_1.jpg" alt="SpaceX / Elon Musk" width="260"/></a><figcaption>
Core B1048.2 landet am 8. Oktober 2018 
<br>
(Bild: SpaceX / Elon Musk)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Um 2:21 Uhr Weltzeit (UTC, 4:21 Uhr MESZ) am 8. Oktober 2018 erfolgte das Abheben der zweistufigen Falcon-9-Rakete von SpaceX mit dem Erdbeobachtungssatelliten SAOCOM 1A alias SAtélite Argentino de Observación COn Microondas 1A für die nationale Kommission für Raumfahrtaktivitäten Argentiniens (CONAE, Comisión Nacional de Actividades Espaciales) an Bord. (Die Europäische Raumfahrtagentur ESA übersetzt SAOCOM auch als Satellite for Observation and Communications, auf Deutsch Satellit für Beobachtung und Kommunikation). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Flug der mit den für eine erfolgreiche weiche Landung notwendigen Komponenten wie Landebeine und Steuerflächen aus Titan ausgestatteten Rakete begann von der Startrampe 4E (SLC-4E) der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB) im US-Bundesstaat Kalifornien. Für den transportierten Satelliten endete er mit dem Aussetzen auf der vorgesehenen Umlaufbahn, für die erste Stufe, den Core B1048.2, sieben Minuten und 56 Sekunden nach dem Abheben mit der erstmaligen Landung auf einem separaten, befestigten Platz namens Landezone 4 (LZ-4) auf dem Gelände der VAFB in rund 450 Metern Abstand nicht weit weg von der benutzten Startanlage. Eine Bergung der beiden Hälften der Nutzlastverkleidung war nach Angaben von SpaceX nicht vorgesehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_2.jpg" alt="SpaceX / Elon Musk" width="260"/></a><figcaption>
Vom SLC-4E zur LZ-4 &#8211; Lichtspuren des Core B1048.2 
<br>
(Bild: SpaceX / Elon Musk)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Stufe der Falcon 9 in der Version Block 5 absolvierte mit SAOCOM 1A ihren zweiten Flug. Insgesamt war es bereits der fünfte Start einer Falcon-9-Rakete von Vandenberg im Jahr 2018. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rakete mit SAOCOM 1A an Bord hatte bei Brennschluss der ersten Stufe zwei Minuten und 20 Sekunden nach dem Abheben eine Geschwindigkeit von rund 5.800 km/h und eine Flughöhe von rund 72 Kilometern erreicht. Die Stufentrennung erfolgte vier Sekunden nach dem Brennschluss der ersten Stufe. Sieben Sekunden nach der Stufentrennung zündete die zweite Stufe ihr Haupttriebwerk. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Abwurf der Nutzlastverkleidung, der den Satelliten in seiner 4,468 Meter hohen, 2,965 Meter durchmessenden Transportkonfiguration beim Aufstieg durch die Atmosphäre schützte, fand rund 17 Sekunden nach Zündung der zweite Stufe statt. Deren Brennphase war dann zehn Minuten und 13 Sekunden nach dem Abheben beendet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_3.jpg" alt="INVAP" width="260"/></a><figcaption>
SAOCOM 1A über der Erde &#8211; künstlerische Darstellung 
<br>
(Bild: INVAP)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 12,75 Minuten nach dem Abheben wurde der von der INVAP S.E. gebaute SAOCOM 1A schließlich von der zweiten Stufe abgetrennt. Anschließend fand die US-Weltraumüberwachung den Satelliten auf einer rund 97,9 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt von 607 Kilometern über der Erde und einer Erdferne von 634 Kilometern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der geplante Arbeitsorbit für SAOCOM 1A ist ein annähernd kreisförmiger, sonnensynchroner in 620 Kilometern Höhe über der Erde. Die vorgesehene Bahnneigung gegen den Erdäquator beträgt 97,89 Grad. Für einen Erdumlauf wird SAOCOM 1A auf einem solchen Orbit 97,2 Minuten benötigen. Dabei ergibt sich für die Beobachtungsmöglichkeit der selben Stelle am Erdboden eine Wiederholrate von 16 Tagen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_4.jpg" alt="CONAE" width="260"/></a><figcaption>
Beobachtungsmodi von SAOCOM 1A 
<br>
(Bild: CONAE)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das Raumfahrzeug, das ins Deutsche übersetzt ausgeschrieben Argentinischer Mikrowellen-Beobachtungssatellit heißt, hat entsprechend seiner Bezeichnung insbesondere die Aufgabe, Bilder von der Erdoberfläche im L-Band bei rund 1,275 GHz zu liefern. Die Radaranlage mit synthetischer Apertur (Synthetic Aperture Radar, SAR) und einer Masse von rund 1.500 Kilogramm an Bord des Satelliten besitzt Beobachtungsmodi mit Schwadbreiten zwischen 20 und 350 Kilometern. Die dabei mögliche räumliche Auflösung liegt zwischen 10 und 100 Metern. Die Fläche der im All entfalteten Antennenanlage von SAOCOM 1A beträgt rund 35 Quadratmeter bei einer Breite von rund 3,5 Metern und einer Länge von rund 10 Metern. Die Antennenanlage setzt sich aus 140 Einzelantennen zusammen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_5.jpg" alt="argentina.gob.ar" width="260"/></a><figcaption>
SAOCOM 1A bei der INVAP S.E. 
<br>
(Bild: argentina.gob.ar)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Satellit ist dazu gedacht, seine Beobachtungen unabhängig von Wetter und Uhrzeit zu absolvieren. Er kann Messungen der Bodenfeuchte durchführen, die Ausmaße von Überflutungen darstellen und Wasserverschmutzungen z.B. durch Kohlenwasserstoffe aufdecken. Bodenfeuchtedaten sind insbesondere für die Landwirtschaft Argentiniens interessant. Das Land  ist mit über 83 Million Hektar Pampa, einer subtropischen Grassteppe, bedeckt, die unterschiedlich feuchte Gebiete aufweist. Daten vom Satelliten sollen Entscheidungsprozesse bei der Bewirtschaftung des Lands unterstützen. Erhofft werden beispielsweise Hinweise, wie man Pilzerkrankungen an den Ähren von Getreide vermeiden kann. Die ökonomischen Folgen von Überflutungen will man mit mit Hilfe von Daten von SACOM 1A verbesserten hydrologischen Modellen und Vorhersagen verringern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_6.jpg" alt="INVAP" width="260"/></a><figcaption>
SAOCOM 1A in Antennentestkammer 
<br>
(Bild: INVAP)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">SAOCOM 1A wird Bestandteil eines Satellitensystems einer internationalen Initiative zur Katastrophenbewältigung. Die maßgeblich von Argentinien und Italien getragene Initiative nennt sich SIASGE, was für Sistema Italo Argentino de Satélites para la Gestión de Emergencias steht. Sie bündelt Daten, die von vier bereits im All befindlichen italienischen Radarsatelliten aus der Serie COSMO-SkyMed, zwei COSMO-SkyMeds der zweiten Generation, SAOCOM 1A und dem noch ins All zu bringende SAOCOM 1B sowie denen noch zu bauenden  SAOCOM 2A und 2B kommen, und organisiert die Aufbereitung dieser Daten für Hilfskräfte. SAOCOM 1A soll dabei zwei mal pro Tag Daten für Such- und Rettungsdienste liefern können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grundzüge für Argentiniens SAOCOM-Programm liegen eine Reihe von Jahren zurück. 2007 war das Programm offiziell auf den Weg gebracht worden. Die Vereinbarung über den Start von zwei Satelliten hatten CONAE und SpaceX im April 2009 unterzeichnet. Der Bau der beiden Raumfahrzeuge hatte im Jahr 2010 begonnen, ihr Zusammenbau im Jahr 2016. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_7.jpg" alt="INVAP" width="260"/></a><figcaption>
SAOCOM 1A bei Solarzellenauslegertest 
<br>
(Bild: INVAP)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2017 war SAOCOM 1A schließlich bereit für umfangreiche Tests in einer Thermalvakuumkammer in Bariloche. Im Dezember 2017 wurden Arbeiten an der Struktur des Bus von SAOCOM 1A abgeschlossen und alle erforderlichen Thermalschutzverkleidungen installiert. Der Abschluss ausgiebiger mechanischer und elektrischer Tests geschah im Januar 2018. Ende Juli 2018 wurde der Satellit schließlich nach Vandenberg transportiert, wobei er das Groß der Strecke im Bauch eines Transportflugzeugs vom Typ Antonow AN-124-100 von Volga-Dnepr zurücklegte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bodenstation Falda del Carmen in der argentinischen Provinz Córdoba für das SAOCOM-Bodensegment war bereits im Mai 2018 empfangsbereit. Sie soll künftig etwa 200 von SAOCOM 1A erfasste Bilder pro Tag empfangen, aufbereiten und zum Abruf bereitstellen. Außerdem sollen Kontrolle und Kommandierung des Satelliten über diese Station erfolgen. Im Rahmen der SIASGE-Inititative ist auch der Einsatz der Telespazio-Bodenstation im italienischen Matera geplant. Während der Inbetriebnahme von SAOCOM 1A steuert auch die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) Infrastruktur und Personal bei. Mit einer Antenne des Bahnverfolgungs- und Kommunikationsnetzwerk ESTRACK der ESA in Kourou und einer Arbeitsgruppe im Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt unterstützt die ESA die Inbetriebnahme. Letztere soll zwischen sechs und acht Monaten dauern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08102018173718_small_8.jpg" alt="CONAE" width="260"/></a><figcaption>
SAOCOM 1A im offenen Transportcontainer 
<br>
(Bild: CONAE)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">SAOCOM 1A hatte ein Startmasse von rund 3.000 Kilogramm. Seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt fünf Jahre. Man hofft aber, den Satelliten bis mindestens bis 2025 nutzen zu können. Während dieser Zeit soll ein Solarzellenausleger mit einer Fläche von etwa 13 Quadratmetern rund 2,5 Kilowatt elektrische Leistung für das Radar und die raumflugtechnischen Systeme des Satelliten zur Verfügung stellen. Erfasste Bilddaten kann der Erdbeobachtungssatellit mit einem großen Halbleiterfestspeicher zwischenspeichern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hauptauftragnehmer für den Bau von SAOCOM 1A war das staatliche argentinische Hochtechnologieunternehmen INVAP S.E. (Investigaciones Aplicadas Sociedad del Estado) mit Sitz in San Carlos de Bariloche. An der Konstruktion beteiligt waren unter anderem die CONAE, die nationale Atomenergiekommission Argentiniens CNEA, das argentinische Institut für Radioastronomie (Instituto Argentino de Radioastronomía, IAR) aus Berazategui Partido und die Veng S.A aus Buenos Aires. </p>



<p class="wp-block-paragraph">SAOCOM 1A alias SAtélite Argentino de Observación COn Microondas 1A ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.641 und als COSPAR-Objekt 2018-076A.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16320.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">SAOCOM-1A auf Falcon 9 (B1048.2)</a> </li></ul>
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		<title>Arianespace für Argentinien und Australien</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/arianespace-fuer-argentinien-und-australien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2015 19:14:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 30. September 2015 startete um 22:30 Uhr MESZ vom Raumfahrtgelände Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Trägerrakete mit zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Die Erdtrabanten für den Netzbetreiber NBN (National Broadband Network) aus Australien und die Empresa Argentina de Soluciones Satelitales SA (AR-SAT) aus Argentinien wurden nach rund einer halben Stunde Flug erfolgreich ausgesetzt. Ein Beitrag von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 30. September 2015 startete um 22:30 Uhr MESZ vom Raumfahrtgelände Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Trägerrakete mit zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Die Erdtrabanten für den Netzbetreiber NBN (National Broadband Network) aus Australien und die Empresa Argentina de Soluciones Satelitales SA (AR-SAT) aus Argentinien wurden nach rund einer halben Stunde Flug erfolgreich ausgesetzt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Nantes. Quelle: Airbus Defence and Space, Arianespace, AR-SAT, INVAP, NBN, SSL, TAS</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/va226CQLwCtbg.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/va226CQLwCtbg260.jpg" alt="" class="wp-image-15857" width="260" height="367" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/va226CQLwCtbg260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/va226CQLwCtbg260-213x300.jpg 213w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Ariane 5 VA226 nach dem Verlassen der Startrampe
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Verwendet wurde eine Ariane-5-ECA von Airbus Safran Launchers (ASL), die von der Startrampe ELA-3 zum fünften Flug einer Ariane 5 im Jahr 2015 abhob. Transportiert wurden bei der Mission VA226 der Kommunikationssatellit Sky Muster (Masse beim Start 6.440 kg) und der Kommunikationssatellit ARSAT 2 (Startmasse 2.977 kg).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Satelliten waren zusammen unter einer 17 Meter hohen Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von 5,4 Metern und einer Masse von 2,4 Tonnen untergebracht. Sky Muster wurde als erster der Satelliten knapp 28 Minuten nach dem Start ausgesetzt, er saß zuoberst auf der 5,8 Meter hohen Nutzlasttragstruktur SYLDA 5 C (SYLDA ist die Abkürzung von &#8222;Système de Lancement Double Ariane&#8220;, Ariane-Doppelstartvorrichtung). Nach Abstoßen der SYLDA 5 C knapp 30 Minuten nach dem Start wurde ARSAT 2 rund 32,5 Minuten nach dem Start freigegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zwei Satelliten werden aus dem Geotransferorbit (GTO) mit einem geplanten Perigäum von 250 km über der Erde (249,4 laut Airbus Defense and Space) und einem geplanten Apogäum von 35.786 km über der Erde mit eigenen Antrieben den Geostationären Orbit (GEO) ansteuern. Die Antriebe müssen auch den Abbau der Rest-Inklination, der verbliebenen Neigung der Bahn gegen den Erdäquator, von geplanten 6 Grad bewerkstelligen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/SkyMusterFuelinginKourouVA226.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/SkyMusterFuelinginKourouVA226260.jpg" alt="" class="wp-image-15855" width="260" height="368" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/SkyMusterFuelinginKourouVA226260.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/SkyMusterFuelinginKourouVA226260-212x300.jpg 212w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption>Sky Muster wird in Kourou betankt
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Sky Muster handelt es sich um ein von Space Systems / Loral (SSL) aus Palo Alto im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien auf Basis des Satellitenbus´ 1300 entworfenes und gebautes Raumfahrzeug, dessen Grundkörper Maße von rund 8,5 auf 3,5 auf 3 Meter aufweist. Ursprünglich hieß der Satellit NBN Co 1A, wurde jedoch nach Vorschlag eines sechsjährigen Mädchens &#8211; der Gewinnerin eines Wettbewerbs von NBN &#8211; umbenannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der dreiachsstabilisierte Satellit ist dazu gedacht, Empfänger in Australien und auf den Inseln in der Region von einer Position zwischen 135 und 150 Grad Ost im GEO mit breitbandigen Datenverbindungen zu versorgen. Dementsprechend ist die über 10 Kilowatt leistende Kommunikationsnutzlast von Sky Muster mit 202 K<sub>a</sub>-Band-Transpondern ausgestattet, die 101 Ausleuchtzonen bedienen sollen. Darunter sind Ausleuchtzonen für die Inseln Christmas, Cocos, Lord Howe, Norfolk und Macquarie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nbnco1acartr07prapprovedssl1500.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nbnco1acartr07prapprovedssl260.jpg" alt="" class="wp-image-15852" width="260" height="174"/></a><figcaption>Sky Muster in Testkammer beim Hersteller
(Bild: SSL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Energieversorgung der Satellitensysteme von Sky Muster erfolgt durch zwei Solarzellenausleger, die dem Raumfahrzeug eine Spannweite von rund 26 Metern geben. Am Ende der projektierten Einsatzdauer von über 15 Jahren sollen die Solarzellenausleger von Sky Muster noch mindestens 16,4 Kilowatt elektrische Leistung bereitstellen können. Für die Stromspeicherung besitzt der Satellit drei Lithium-Ionen-Akkumulatorensätze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mit Monomethylhydrazin (MMH) und einer Mischung von Stickstoffoxiden (MON-3, Stickstofftetroxid mit 3% Stickstoffmonooxid) betriebene Apogäumsmotor von Sky Muster besitzt einen Nominalschub von 455 Newton. Er wird für die Anhebung und Zirkulisation der Bahn des Satelliten benötigt. Dabei wird ein großer Teil der rund 2.700 Kilogramm Treibstoffe an Bord von Sky Muster verbraucht werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nbnco1a1bssl.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/nbnco1a1bssl260.jpg" alt="" class="wp-image-15851" width="260" height="201"/></a><figcaption>Sky Muster im All &#8211; Illustration
(Bild: SSL)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Lageregelung sowie das Halten oder Verändern der Position des Satelliten besitzt der Satellit außerdem eine Anzahl von 22 Newton starken, MMH und MON-3 verwendenden Zweistofftriebwerken sowie elektrische Triebwerke des Typs SPT-100 (SPT steht für stationary plasma thruster) bzw. SPD-100 vom russischen Konstruktionsbüro Fackel bzw. Fakel aus Kaliningrad. Die elektrischen Triebwerke verwenden das Edelgas Xenon als auszustoßende Stützmasse. Sie haben einen Schub von jeweils nur 83 Millinewton (80 Millinewton bei 1,5 kW Leistungseingang), lassen sich jedoch sehr ausdauernd einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von SSL mit Datum vom 1. Oktober 2015 wurden initiale Tests nach dem Aussetzen des Satelliten bereits abgeschlossen, die Solarzellenausleger sind entfaltet. Der Satellit ist für die angesetzten Bahnanhebungsmanöver bereit. Das erste dieser Manöver ist für den 2. Oktober 2015 geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In zwei bis drei Monaten will NBN den kommerziellen Betrieb von Sky Muster an der vorgesehenen Position im GEO aufnehmen. Sky Muster war der 52. Satellit für eine Position im GEO von SSL, der auf einer Ariane-Rakete gestartet wurde. Eigenen Angaben zu Folge hat Arianespace aktuell Aufträge für Starts mit weiteren zwölf Satelliten von SSL.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ARSAT 2 ist eine Konstruktion der INVAP aus Argentinien, basiert auf einem ARSAT-3K genannten Satellitenbus und entstand unter maßgeblicher Mitwirkung des französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Thales Alenia Space (TAS). Über 50 Prozent der Bestandteile von ARSAT 2 wurden aber in Argentinien selbst hergestellt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ARSAT2encuartolimpioCEATSAINVAP.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ARSAT2encuartolimpioCEATSAINVAP260.jpg" alt="" class="wp-image-15845" width="260" height="172"/></a><figcaption>ARSAT 2 mit entfalteter Antenne im Test
(Bild: INVAP)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">AR-SATs neuer Satellit soll im GEO eine Position im Bereich von 81 Grad West beziehen. Verwenden will AR-SAT den neuen Erdtrabanten zur Versorgung von Nutzern in den beiden amerikanischen Kontinenten, von Argentinien im Süden bis Kanada im Norden. Via ARSAT 2 sollen eine große Bandbreite von Kommunikations- und Datendiensten sowie Fernsehprogramme ausgestrahlt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgestattet ist ARSAT-2 mit einer Kommunikationsnutzlast mit 26 bzw. 20 K<sub>u</sub>&#8211; und 10 bzw. 6 C-Band-Transpondern. Sie umfasst außerdem zwei ausklappbare und eine fest montierte Parabolantennen (vom Typ Gregory). Die Gesamtleistung der Kommunikationsnutzlast liegt im Bereich von 3,5 Kilowatt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ARSAT2encuartolimpioSedeCentralINVAP.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/ARSAT2encuartolimpioSedeCentralINVAP260.jpg" alt="" class="wp-image-15847" width="260" height="172"/></a><figcaption>ARSAT 2 beim Hersteller
(Bild: INVAP)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit elektrischer Energie versorgt wird die Kommunikationsnutzlast von ARSAT 2 durch zwei Solarzellenausleger, die dem Raumfahrzeug mit einem Hauptkörper von 4,9 x 2,2 x 1,8 Meter zusammen eine Spannweite von insgesamt 16,32 Metern geben. Die vorgesehene Standzeit des dreiachsstabilisierten, mit einem Lithium-Ionen-Akkumulatorensatz ausgestatteten Satelliten im Orbit beträgt mindestens 15 Jahre. Bei Einsatzende sollen die Solarzellenausleger immer noch mindestens 4,6 Kilowatt elektrische Leistung liefern können.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/arsat1232ARSAT.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/arsat1232ARSAT260.jpg" alt="" class="wp-image-15849" width="260" height="156"/></a><figcaption>AR-SAT-Raumfahrzeuge auf Positionen im GEO über Südamerika &#8211; Illustration
(Bild: AR-SAT)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der mit Monomethylhydrazin (MMH) und NTO betriebene Apogäumsmotor des Typs S400 von Airbus Defense and Space an Bord von ARSAT 2 besitzt einen Nominalschub von 400 Newton. Für die Lageregelung sowie das Halten oder Verändern der Position des Satelliten wurde der Satellit außerdem mit 16 kleinen, 10 Newton starken Triebwerken des Typs S10-18 von Airbus Defense and Space ausgerüstet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Airbus Defense and Space bzw. Astrium steuerte für ARSAT 2 neben den Triebwerken auch einen Treibstofftank vom Typ OST 22/1, neun Pyroventile sowie elf Füll- und Ablaßventile bei.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/9302015lgAspace.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/9302015lgAspace260.jpg" alt="" class="wp-image-15843" width="260" height="195"/></a><figcaption>Vertragsunterzeichnung für ARSAT-3-Start in Kourou
(Bild: Arianespace)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Während der frühen Test- und Inbetriebnahmephase im All (Launch and Early Orbit Phase, LEOP) von ARSAT 2 wird das Raumfahrzeug von der argentienieschen Bodenstation Benavídez nördlich von Buenos Aires aus überwacht und gesteuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ARSAT 2 war der zweite Satellit, den Arianespace für AR-SAT ins All transportiert hat. Der Start des dritten, ARSAT 3, ist gerade vertraglich vereinbart worden, meldete Arianespace am 30. September 2015. Im Jahre 2019 soll ARSAT 3 von einer Ariane-5-Rakete auf eine Übergangsbahn zum GEO gebracht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">VA226 mit Sky Muster und ARSAT 2 auf der Rakete L580 aus dem Produktionslos PB war die 68. erfolgreiche Ariane-5-Mission in Folge. Bei der Mission VA226 wurde bei einer Gesamtstartmasse von rund 780 Tonnen (laut Airbus Defence and Space rund 773,8 Tonnen beim Abheben) eine Gesamtnutzlast von 10.203 kg transportiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Objekte, die nach dem Start Umlaufbahnen um die Erde erreichten, sind wie folgt katalogisiert:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>NORAD Nr. 40.940, COSPAR-Objekt 2015-054A</li><li>NORAD Nr. 40.941, COSPAR-Objekt 2015-054B</li><li>NORAD Nr. 40.942, COSPAR-Objekt 2015-054C</li><li>NORAD Nr. 40.943, COSPAR-Objekt 2015-054D</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=13771.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Ariane 5 ECA VA-226, Sky Muster &amp; ARSAT-2</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/arianespace-fuer-argentinien-und-australien/" data-wpel-link="internal">Arianespace für Argentinien und Australien</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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