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	<title>LAMOST &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Astronomen identifizieren das uralte Herz unserer Milchstraße</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2022 12:08:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>MPIA-Astronomen ist es gelungen, Sterne zu identifizieren, die Zeugen der frühesten Geschichte unserer Heimatgalaxie sind. Diese Sterne bilden heute noch das, was die Forscher das „arme alte Herz der Milchstraße“ getauft haben – „arm“ weil jene Sterne extrem arm an Elementen schwerer als Wasserstoff oder Helium sind. Für ihre galaktisch-archäologische Untersuchung analysierten die Forscher Daten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">MPIA-Astronomen ist es gelungen, Sterne zu identifizieren, die Zeugen der frühesten Geschichte unserer Heimatgalaxie sind. Diese Sterne bilden heute noch das, was die Forscher das „arme alte Herz der Milchstraße“ getauft haben – „arm“ weil jene Sterne extrem arm an Elementen schwerer als Wasserstoff oder Helium sind. Für ihre galaktisch-archäologische Untersuchung analysierten die Forscher Daten der ESA-Mission Gaia und verwendeten ein neuronales Netz, um die chemischen Eigenschaften von zwei Millionen hellen Riesensternen rund um das Zentrum unserer Galaxie zu bestimmen. Das Ergebnis passt gut zu den Vorhersagen kosmologischer Simulationen der frühesten Geschichte unserer Heimatgalaxie. Eine Pressemitteilung des Max-Plank-Instituts für Astronomie (MPIA)</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Plank-Institut für Astronomie (<a href="https://www.mpia.de/aktuelles/wissenschaft/2022-19-ancient-heart" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">MPIA</a>).</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2022-12-21_12h12_09.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/2022-12-21_12h12_09_400x215.jpg" alt=""/></a><figcaption class="wp-element-caption">Karte der besonders metallarmen Riesensterne, die dank des Gaia-DR3-Datensatzes identifiziert werden konnten. Die Konzentration in der Mitte (mit dem Kreis markiert) sind die Sterne des „armen alten Herzens“ der Milchstraße. Die Karte zeigt den gesamten Nachthimmel in der gleichen Weise, wie bestimmte Weltkarten die Oberfläche der Erde zeigen. Die Richtung zum Zentrum unserer Heimatgalaxie entspricht der Mitte der Karte.<br>© Bild: H.-W. Rix / MPIA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dezember 2022. Die Geschichte unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, erstreckt sich über rund 13 Milliarden Jahre – entsprechend fast der gesamten Geschichte unseres Universums. In den letzten Jahrzehnten ist es Astronom*innen gelungen, verschiedene Epochen der galaktischen Geschichte zu rekonstruieren. Das Vorgehen dabei ähnelt der Art und Weise, wie Archäolog*innen die Geschichte einer Stadt rekonstruieren würden: Für einige Gebäude gibt es eindeutige Baudaten. Bei anderen deuten die Verwendung primitiverer Baumaterialien oder ältere Baustile darauf hin, dass sie früher entstanden sind. Auch der Umstand, dass Überreste von Gebäuden unter anderen (und damit neueren) Strukturen gefunden werden gibt wichtige Anhaltspunkte. Nicht zuletzt sind räumliche Muster wichtig: In vielen Städten gibt es eine zentrale Altstadt, die von deutlich neueren Stadtteilen umgeben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Galaxien, und insbesondere bei unserer Heimatgalaxie, verläuft die kosmische Archäologie ganz ähnlich. Die Grundbausteine einer Galaxie sind ihre Sterne. Für eine kleine Untergruppe von Sternen können die Astronomen genau bestimmen, wie alt sie sind. Dies gilt zum Beispiel für die so genannten Unterriesen, eine kurze Phase der Sternentwicklung, in der man anhand der Helligkeit und Temperatur eines Sterns auf sein Alter schließen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Altersabschätzungen aus der Sternchemie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Allgemeiner gibt es für fast alle Sterne einen „Baustil“, der zumindest ungefähre Rückschlüsse auf das Alter erlaubt: die so genannte Metallizität eines Sterns, definiert als die Menge an chemischen Elementen schwerer als Helium in der Atmosphäre des Sterns. Solche Elemente, die in der Sprechweise der Astronomie „Metalle“ heißen, entstehen im Sterninneren durch Kernfusion und werden kurz vor oder am Ende des Lebens eines Sterns freigesetzt. Für leichtere Elemente ist das der Fall, wenn die Außenregionen eines massearmen Sterns in den Weltraum hinaus driften, für schwerere Elemente nur dann, wenn ein massereicher Stern als Supernova explodiert und einen beachtlichen Teil seiner Materie ins All schleudert. Solche Prozesse reichern das interstellare Gas mit schwereren Elementen an, und aus jenem Gas entsteht dann die nächste Generation von Sternen – jede Generation mit einer höheren Metallizität als die vorigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die großräumigen Strukturen anbelangt, so ist eine Galaxie natürlich weniger statisch als eine Stadt – Gebäude bewegen sich in der Regel nicht, Sterne hingegen schon. Aber gerade die Bewegungsmuster der Sterne enthalten aufschlussreiche Informationen. In der Milchstraße kann die Bewegung von Sternen zum Beispiel auf die zentralen Regionen beschränkt sein, oder sie kann Teil der geordneten Rotation der Sterne in der Scheibe unserer Heimatgalaxie sein (in zwei Komponenten: die sogenannte „dünne Scheibe“ oder „dicke Scheibe“). Alternativ können Sternbahnen Teil des chaotischen Wirrwarrs von Bahnen in dem ausgedehnten sogenannten Halo unserer Galaxie sein – einschließlich extrem langgestreckter Bahnen, die Sterne immer wieder von den innersten zu den äußersten Regionen führen und wieder zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie große Galaxien allmählich wachsen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">So wie Städte einen Bauboom oder intensive Umbauphasen durchlaufen können, wird die Geschichte von Galaxien durch Verschmelzungen und Kollisionen geprägt sowie durch große Mengen an frischem Wasserstoffgas, das über Milliarden Jahre hinweg von außen in eine Galaxie einströmen kann – das Rohmaterial, aus dem sich neue Sterne bilden. Ganz am Anfang der Geschichte einer Galaxie stehen dabei kleineren Proto-Galaxien: Raumregionen mit einer höheren als der durchschnittlichen Massendichte, in denen bereits vergleichsweise kurz nach dem Urknall Gaswolken kollabieren und Sterne bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stoßen solche Proto-Galaxien zusammen und verschmelzen miteinander, bildet sich eine größere Galaxie. Fügt man diesen etwas größeren Gebilden später noch eine weitere Proto-Galaxie hinzu, dann kann folgendes passieren: Fliegt jene weitere Proto-Galaxie nicht exakt auf das Zentrum ihres Kollisionspartners zu, sondern hinreichend weit seitlich versetzt (physikalisch: „mit hinreichend großem Bahndrehimpuls“), dann kann bei der Kollision rund um die ursprüngliche Galaxie eine Scheibe mit Sternen entstehen. Verschmelzen dagegen zwei bereits ausreichend große Galaxien („major merger“), heizen sich ihre Gasreservoirs auf und bilden letztlich eine komplizierte elliptische Galaxie, mit einem komplexen Muster von Umlaufbahnen für die vorhandenen älteren Sterne aber so gut wie keiner neuen Sternentstehung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechende Geschichten von Galaxien lassen sich mit einer Kombination aus Beobachtungen und Simulationen rekonstruieren. Und während die hier geschilderten Entwicklungsmöglichkeiten in groben Zügen bereits seit einigen Jahrzehnten bekannt sind, haben sich die Einzelheiten erst in jüngster Zeit herauskristallisiert – zum großen Teil dank einer Reihe von Durchmusterungen, die bessere und umfassendere Daten geliefert haben als zuvor verfügbar waren. Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, spielt dabei eine herausgehobene Rolle. Sie ist per Definition diejenige Galaxie, deren Sterne wir am besten und detailliertesten untersuchen können. Eine Untersuchung der Geschichte unserer Heimatgalaxie, mit anderen Worten: galaktische Archäologie, ermöglicht es uns nicht nur, einen Teil unserer eigenen Geschichte zu rekonstruieren. Sie liefert uns auch Erkenntnisse über die Entwicklung von Galaxien im Allgemeinen („lokale Kosmologie“).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kam vor den Jugendjahren unserer Milchstraße?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die archäologische Rekonstruktion, um die es bei den neuen Ergebnissen geht, schließt an eine Untersuchung aus dem Frühjahr 2022 an. Damals hatten die MPIA-Forscher Maosheng Xiang und Hans-Walter Rix Daten des ESA-Satelliten Gaia und der Spektraldurchmusterung LAMOST genutzt, um das Alter von Sternen für eine beispiellos umfangreicher Stichprobe von 250.000 sogenannten Unterriesen zu bestimmen. Anhand dieser Analyse konnten die Astronomen <a href="https://www.mpia.de/5843174/news_publication_18426992_transferred" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">die bewegte Jugend der Milchstraße vor 11 Milliarden Jahren</a> ebenso rekonstruieren wie ihr anschließendes eher ereignislos-ruhiges Erwachsenendasein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erwähnten Jugendjahre fielen mit der letzten bedeutenden Verschmelzung einer anderen Galaxie mit der Milchstraße zusammen. Jene andere Galaxie war die sogenannte Gaia Enceladus/Sausage-Galaxie, deren Überreste 2018 im Halo der Milchstraße entdeckt wurde. Die Verschmelzung löste eine Phase intensiver Sternentstehung aus und führte auf diese Weise zur Ausbildung einer vergleichsweise dicken Scheibe von Sternen, die wir heute sehen können. Im Erwachsenenalter dagegen ging es in punkto Sternentstehung viel ruhiger zu: mit allmählichem Zuströmen von Wasserstoffgas, das sich in der Struktur ansammelte, die wir heute die „dünne Scheibe“ unserer Galaxie nennen. Dort bildeten sich aus jenem Wasserstoffgas dann ebenso allmählich über Milliarden von Jahren hinweg neue Sterne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Xiang und Rix dabei allerdings auffiel war, dass die ältesten Sterne aus jener Jugendzeit bereits eine nicht allzu kleine Metallizität aufwiesen, nämlich rund 10 % der heutigen Metallizität unserer Sonne. Offensichtlich musste es vor der Entstehung jener Sterne noch frühere Generationen von Sternen gegeben haben, die das interstellare Medium bei ihrem Ableben bereits mit schweren Elementen „verschmutzt“ hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was Simulationen über die uralten Kernregionen der Milchstraße sagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Existenz solcher früheren Sterngenerationen wiederum war keine Überraschung, denn genau solche früheren Generationen von Sternen zeigen auch aufwändige Simulationen der kosmischen Geschichte. Jene Simulationen sagen außerdem voraus, wo sich heute noch Vertreter jener früheren Sterngenerationen finden lassen sollten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konkret liefern diese Simulationen für die Anfänge dessen, was später unsere Milchstraße wurde, Szenarien mit drei oder vier Proto-Galaxien, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander gebildet hatten, anschließend miteinander verschmolzen, und deren Sterne sich zu einem vergleichsweise kompakten Gebilde mit einem Durchmesser von nicht mehr als ein paar tausend Lichtjahren zusammenfanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass später noch weitere Galaxien mit jener ursprünglichen Milchstraße verschmolzen, führte zur Entstehung weiterer Strukturen, insbesondere der Scheibenstruktur und des Halos. Aber die Simulationen legen nahe, dass ein Teil des ursprünglichen Kerns relativ unversehrt überlebte. Demnach sollte es möglich sein, Sterne aus dem anfänglichen kompakten Kern, dem „uralten Herzen der Milchstraße“, auch heute noch in und nahe den Zentralregionen unserer Galaxie zu finden – Milliarden von Jahren später.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Suche nach dem uralten Kern</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Punkt begann sich Rix, konkrete Gedanken zu machen, wie sich tatsächlich Sterne aus dem alten Kern unserer Galaxie finden ließe. Er wusste aber, dass er, wenn er mehr als ein paar Dutzend solcher Sterne finden wollte, eine komplett neue Beobachtungsstrategie würde anwenden müssen. Das LAMOST-Teleskop, das in der vorherigen Studie die Hauptrolle gespielt hatte, kann aufgrund seines Standorts auf der Erde und des Problems mit Beobachtungen während der Monsunmonate im Sommer die Kernregionen der Milchstraße überhaupt nicht beobachten. Und Unterriesen, als Stichprobe der Wahl in der früheren Studie, sind zu lichtschwach, als dass sie jenseits von Entfernungen von etwa 7.000 Lichtjahren beobachtet werden könnten. Was sie angeht liegen die Kernregionen unserer Galaxie völlig außer Reichweite möglicher Beobachtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An dieser Stelle wird wichtig, dass es neben den seltenen Unterriesen, deren Alter sich genau bestimmen lässt, noch den allgemeineren Altersindikator der Metallizität gibt – die oben erwähnten „unterschiedlichen Baustile“, die es erlauben, Sterne in ältere und jüngere einzuteilen. Hinzu kam, dass <a href="https://www.mpia.de/5862412/news_publication_18762912_transferred" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">im Juni 2022 der dritte Datensatz (Data Release 3, DR3) der Gaia-Mission der ESA veröffentlicht</a> wurde. Seit 2014 hat Gaia für mehr als eine Milliarde Sterne hochpräzise Positions- und Bewegungsparameter gemessen, einschließlich der Sternentfernungen. Damit hat die Mission (neben anderen Teilbereichen der Astronomie) die galaktische Astronomie revolutioniert. DR3 war die erste Datenveröffentlichung, die zusätzlich die ersten der mit Gaia aufgenommenen Spektren enthielt ­– Spektren von 220 Millionen astronomischen Objekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rote Riesen aus DR3</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Spektren liefern Informationen über die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre eines Sterns, einschließlich seiner Metallizität. Doch obwohl die Spektren von Gaia von hoher Qualität sind und Spektren für eine konkurrenzlos hohe Anzahl von Sternen vorliegen, ist die spektrale Auflösung – wie fein das Licht eines Objekts nach Wellenlänge in die elementaren Regenbogenfarben aufgespalten wird – von vornherein vergleichsweise gering. Um aus den Gaia-Daten verlässliche Werte für die Metallizität zu gewinnen, waren daher zusätzliche Analysen erforderlich, und genau das nahm Hans-Walter Rix mit René Andrae, einem auf Gaia-Daten spezialisierten Forscher am MPIA, in einem Projekt in Angriff –&nbsp;gemeinsam mit dem Gaststudenten Vedant Chandra, der von der Harvard University ans MPIA gekommen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die drei Astronomen spezialisierten sich dabei auf rote Riesensterne in den Gaia-Daten – typische Rote Riesen sind etwa hundertmal heller als Unterriesen und damit auch auf die Entfernung des galaktischen Zentrums und seiner Nachbarschaft gut zu beobachten. Sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass die spektralen Merkmale, anhand derer man die Metallizität bestimmen kann, bei Sternen dieses Typs vergleichsweise auffällig sind. Das machte sie für die Art von Analyse, die die Astronomen planten, besonders geeignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit maschinellem Lernen zur Metallizität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Analyse selbst griffen die Astronomen auf Methoden des maschinellen Lernens zurück. Anwendungen dieser innovativen Technik finden sich inzwischen ja sogar im Alltag: Software wie DALL-E, die aus einfachen Textbeschreibungen passende Bilder generiert, oder wie ChatGPT, das mehr oder weniger kompetent Fragen beantworten und Schreibaufträge erfüllen kann. Beim maschinellen Lernen werden Lösungsstrategien nicht explizit programmiert. Stattdessen ist der Kern des Algorithmus ein so genanntes neuronales Netz, das oberflächlich betrachtet Ähnlichkeiten mit der Anordnung von Neuronen im menschlichen Gehirn aufweist. Dieses neuronale Netz wird dann trainiert: Es erhält Kombinationen von Aufgaben und deren Lösungen, und die Verbindungen zwischen Eingabe und Ausgabe werden so angepasst, dass das Netz zumindest für die Trainingsbeispiele für eine Eingabe die richtige Ausgabe wiedergibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem speziellen Fall wurden dem neuronalen Netz zu Trainingszwecken ausgewählte Gaia-Spektren als Eingabe gegeben – Gaia-Spektren nämlich, bei denen die richtige Antwort, die Metallizität, bereits aus einer anderen Durchmusterung bekannt war (aus der Durchmusterung APOGEE, hochauflösende Spektralbeobachtungen als Teil des Sloan Digital Sky Survey [SDSS]). Die interne Struktur des Netzwerks wurde so angepasst, dass es zumindest für diese Trainingsbeispiele die korrekten Metallizitäten reproduzieren konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zuverlässige Metallizitäten für 2 Millionen helle Riesensterne</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine allgemeine Herausforderung beim Einsatz des maschinellen Lernens in der Wissenschaft besteht darin, dass das neuronale Netz immer eine „Black Box“ ist – seine interne Struktur ist durch den Trainingsprozess entstanden und unterliegt nicht der direkten Kontrolle der Wissenschaftler. Aus diesem Grund trainierten Andrae, Chandra und Rix ihr neuronales Netz zunächst nur mit der Hälfte der APOGEE-Daten. In einem zweiten Schritt musste sich der Algorithmus dann an den restlichen APOGEE-Daten bewähren. Die Ergebnisse waren spektakulär: Auch für Sterne, an denen es nicht trainiert worden war, konnte das Netzwerk mit großer Genauigkeit Metallizitäten ermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Forscher auf diese Weise sowohl ihr neuronales Netz trainiert als auch überprüft hatten, dass es für zuvor unbekannte Spektren zum richtigen Ergebnis kam, durfte das neuronale Netz den gesamten Gaia-Datensatz für die vorab ausgewählten helle Riesensterne verarbeiten. Das verschaffte den Forschern genaue Werte für die Metallizitäten von 2 Millionen hellen Riesen in den inneren Regionen unserer Heimatgalaxie – der bislang größte Datensatz dieser Art.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Karte des uralten Herzens der Milchstraße</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe dieser Daten war es dann direkt möglich, das uralte Herz der Milchstraßengalaxie zu identifizieren – eine Population von Sternen, die Rix aufgrund ihrer geringen Metallizität, ihres hohen Alters und ihrer zentralen Lage als „armes altes Herz“ unserer Heimatgalaxie bezeichnet hat. Auf einer Himmelskarte erscheinen diese Sterne als um das galaktische Zentrum konzentriert. Die von Gaia (über die Parallaxenmethode) gelieferten Entfernungen ermöglichen zusätzlich eine 3D-Rekonstruktion, die zeigt, dass diese Sterne in der Tat vornehmlich in einer vergleichsweise kleinen inneren Region vorkommen, in Entfernungen von bis zu rund 15.000 Lichtjahren vom Zentrum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Sternpopulation schreibt die frühere Studie von Xiang und Rix zu den Jugendjahren der Milchstraße direkt fort: Die Sterne im „armen alten Herz“ haben genau die richtige Metallizität um die gesuchten Vorgänger der metallärmsten jener Sterne zu sein, die später die dicke Scheibe der Milchstraße bildeten. Daraus wiederum folgt eine Altersabschätzung, denn die Entstehung der dicken Scheibe konnten Xiang und Rix ja mit Hilfe der Unterriesen zuverlässig datieren: Das arme, alte Herz der Milchstraße muss älter sein als rund 12,5 Milliarden Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chemische Bestätigung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diejenige, allerdings sehr kleine, Untermenge an Objekten, für die nicht nur Gaia-, sondern auch die hochaufgelösten APOGEE-Spektren verfügbar sind, kann man einen Schritt weitergehen: Aus den APOGEE-Spektren lassen sich zusätzliche Eigenschaften ableiten, insbesondere die Häufigkeit von Elementen wie Sauerstoff, Silizium und Neon. Das sind Elemente die entstehen, wenn zu Helium-4-Kernen (zwei Protonen, zwei Neutronen) wieder und wieder weitere Helium-4-Kerne, synonym Alphateilchen, hinzugefügt werden – ein Prozess, der „Alpha-Enhancement“ heißt. Solche Elemente zeigen an, dass die betreffenden Sterne ihre Metalle aus einer Umgebung bezogen, wo schwerere Elemente innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit durch die Supernova-Explosionen massereicher Sterne erzeugt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies wiederum spricht eher dafür, dass die Sterne im „armen alten Herz“ direkt nach der Verschmelzung der ersten Proto-Galaxien zum ursprünglichen Kern der Milchstraße entstanden sind, als dass sie bereits in den Zwerggalaxien vorhanden waren, die den ursprünglichen Kern der Milchstraße bildeten oder in solchen, die später mit der Milchstraße verschmolzen. Das ist eine weitere eindrucksvolle Bestätigung dessen, was kosmologische Simulationen über Frühgeschichte unserer Heimatgalaxie aussagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Könnten wir sogar die Vorläufer-Galaxien der Milchstraße identifizieren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gaias globale Sicht der Milchstraße hat für sich genommen bereits einen grundlegenden Fortschritt in Form der hier vorgestellten Ergebnisse ermöglicht: den Nachweis, dass sich Sterne des „armen alten Herzens“ unserer Milchstraße heute noch identifizieren lassen. Diese Entdeckung weckt bei den Astronom*innen allerdings gleich den Wunsch, noch mehr zu erfahren: Kann man für noch deutlich mehr oder sogar alle dieser Sterne detailliertere Spektren erhalten, die eine genauere Analyse ihrer chemischen Zusammensetzung ermöglichen? Werden die so analysierten Sterne alle eine Alpha-Anreicherung aufweisen, die mit ihrer Entstehung im ursprünglichen Kern der Milchstraße übereinstimmt? Folgespektren, die im Rahmen der kürzlich gestarteten SDSS-V-Durchmusterung oder der bevorstehenden 4MOST-Durchmusterung, an denen das MPIA beteiligt ist, aufgenommen werden, versprechen genau diese Art von weiterer Untersuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es besonders gut läuft, könnten die zusätzlichen Daten den Forschern sogar den Nachweis ermöglichen, welche Sterne in der Kernregion zu welchen der verschiedenen Vorläufergalaxien der Milchstraße gehören: Bei älteren Sternen wie jenen des armen alten Herzens ermöglichen die zusätzlichen Daten zu chemischer Zusammensetzung und Temperatur eine zuverlässige Abschätzung der Leuchtkraft des Sterns. Aus dem Vergleich der Leuchtkraft mit der Helligkeit des Sterns am Himmel lässt sich die Entfernung des Sterns ableiten – je weiter ein Stern entfernt ist, desto weniger hell sehen wir ihn am Himmel. Für vergleichsweise weit entfernte Sterne rund um das Zentrum unserer Galaxie sind die auf diese Weise ermittelten Entfernungswerte wesentlich genauer als die Ergebnisse der Parallaxenmessungen von Gaia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kombination aus der Position eines Sterns am Himmel und seiner Entfernung gibt uns die dreidimensionale Position des Sterns innerhalb der Milchstraße an. In Verbindung mit Informationen über die Radialgeschwindigkeit des Sterns (d. h. die Komponente seiner Bewegung, die direkt von uns weg oder direkt auf uns zu läuft), die ebenfalls aus dem Spektrum abgelesen werden kann, ermöglicht die Kenntnis der Sternposition eine Rekonstruktion der Umlaufbahn des Sterns in unserer Heimatgalaxie. Ergibt sich bei solch einer Analyse, dass die Sterne des armen alten Herzens zu zwei oder drei voneinander unterscheidbaren Gruppen gehören, jede davon mit einem charakteristischen Bewegungsmuster, dann stehen die Chancen gut, dass jene Gruppen den Überresten der zwei oder drei Vorläufergalaxien entsprechen, aus deren anfänglicher Verschmelzung die urtümliche Milchstraße entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformationen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier beschriebenen Ergebnisse wurden als Hans-Walter Rix et al., „The Poor Old Heart of the Milky Way“, im Astrophysical Journal veröffentlicht.<br>Die beteiligten MPIA-Forscher sind Hans-Walter Rix, René Andrae, Morgan Fouesneau und David Hogg (außerdem New York University und Flatiron Institute)<br>in Zusammenarbeit mit Vedant Chandra (Center for Astrophysics | Harvard &amp; Smithsonian) und David H. Weinberg (Ohio State University).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Originalveröffentlichung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hans-Walter Rix et al.<br>The Poor Old Heart of the Milky Way<br>The Astrophysical Journal, 941, 45 (2022)<br><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ac9e01" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">DOI</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=7753.msg542290#msg542290" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">GAIA</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die bewegte Teenagerzeit unserer Milchstraße</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-bewegte-teenagerzeit-unserer-milchstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2022 18:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gaia]]></category>
		<category><![CDATA[Gaia Enceladus/Sausage]]></category>
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		<category><![CDATA[MPIA]]></category>
		<category><![CDATA[stellarer Halo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Hilfe eines einzigartigen neuen Datensatzes ist Maosheng Xiang und Hans-Walter Rix (MPI für Astronomie) die bislang detaillierte Rekonstruktion der bewegten Teenager-Jahre unserer Heimatgalaxie gelungen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie. Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie. 23. März 2022 &#8211; In der Zeit vor etwa 13 bis 8 Milliarden Jahren führte die Milchstraße ein reges Leben. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mit Hilfe eines einzigartigen neuen Datensatzes ist Maosheng Xiang und Hans-Walter Rix (MPI für Astronomie) die bislang detaillierte Rekonstruktion der bewegten Teenager-Jahre unserer Heimatgalaxie gelungen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Astronomie.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MSStefanPayneWardenaarMPIA.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MSStefanPayneWardenaarMPIA26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Aufbau unserer Heimatgalaxie. Die neuen Ergebnisse liefern eine Rekonstruktion der Geschichte unserer Milchstraße, und insbesondere der Entwicklung der sogenannten dicken Scheibe. (Bild: Stefan Payne-Wardenaar / MPIA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">23. März 2022 &#8211; In der Zeit vor etwa 13 bis 8 Milliarden Jahren führte die Milchstraße ein reges Leben. Sie verschmolz mit anderen Galaxien und verbrauchte viel Wasserstoff, um neue Sterne zu bilden. Erst danach begann für die folgenden 8 Milliarden Jahre ein ruhigeres Erwachsenenleben. Möglich wurde die Rekonstruktion, weil die Forscher das Alter zahlreicher Milchstraßen-Sterne präzise bestimmen konnten. Die Ergebnisse erschienen jetzt in der Zeitschrift Nature.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu verstehen, wie unsere Heimatgalaxie entstanden ist und sich entwickelt hat, ist ein wichtiges Ziel der Astronomie und Astrophysik. Neue umfangreiche Beobachtungsdaten haben dabei in den letzten Jahren zu beeindruckenden Fortschritten geführt. Die neue Studie von Xiang und Rix ist ein nächster großer Schritt: Die beiden Forscher konnten eine Reihe früher Phasen der Milchstraßengeschichte erstmals genauer datieren. Möglich wurde das durch eine Auswertung, bei der es gelang, das Alter von 250.000 Sternen präzise zu bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine grobe Skizze der Geschichte unserer Milchstraße</strong><br>Nach unserem heutigen Verständnis hat unsere Heimatgalaxie in ihrem bisherigen Leben mehrere Phasen durchlaufen. Während der &#8222;Baby-Phase&#8220; (kein offizieller Fachbegriff) verschmolzen kleine, gasreiche Vorläufergalaxien zu einem Vorläufer-Gebilde, das später zu unserer Milchstraße heranwuchs. Da die verschmelzenden Galaxien nicht frontal miteinander kollidierten, verliehen sie der neu entstehenden Struktur einen Drall (Drehimpuls), der zu einer Abflachung führte. So dürfte die so genannte dicke Scheibe unserer Milchstraße entstanden sein: Gas und Sterne in einer abgeflachten Scheibe mit einem Durchmesser von 100 000 Lichtjahren und einer Dicke von 6000 Lichtjahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Reihe weiterer Verschmelzungen mit Galaxien, die etwas kleiner waren als die Milchstraße, schufen den so genannten stellaren Halo, der die Milchstraßenscheibe umgibt – und jede weitere Verschmelzung brachte die regelmäßigen Abläufe in unserer Galaxis etwas durcheinander. Die späteren &#8222;Erwachsenenjahre&#8220; unserer Galaxis dagegen verliefen wesentlich ruhiger. Sterne entstanden (und entstehen) in jener Zeit vor allem in der so genannten dünnen Scheibe, die jünger und nur rund 2000 Lichtjahre dick ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit Stern-Altersangaben die Teenagerjahre rekonstruieren</strong><br>Das neue Ergebnis von Xiang und Rix beschreibt nun detaillierter als je zuvor die Geschichte der produktiven Jugendjahre der Milchstraße von vor etwa 13 bis 8 Milliarden Jahren. Entscheidend für diese Rekonstruktion war, dass es den Astronomen gelungen war, das Alter von etwa 250.000 einzelnen Sternen genau zu bestimmen. In der Astronomie ist das alles andere als eine leichte Aufgabe. Es gibt jedoch eine bestimmte Sorte von Sternen, die so genannten &#8222;Unterriesen&#8220;, bei denen man das Alter direkt aus Oberflächentemperatur und Helligkeit eines Sterns erschließen kann. Der Nachteil ist, dass Unterriesen sehr selten sind. Nur wenige Prozent der Sterne in unserer Milchstraße befinden sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in diesem vergleichsweise kurzen Entwicklungsstadium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glücklicherweise liefern neuere, umfassende Himmelsdurchmusterungen qualitativ hochwertige Daten für eine beeindruckende Anzahl von Sternen – genug, um auch zahlreiche Exemplare der selteneren Sternsorten zu erfassen: Das Early Data Release 3 der ESA-Mission Gaia, das im Dezember 2020 veröffentlicht wurde, lieferte Positionsdaten und Entfernungen für fast 1,5 Milliarden Sterne, und die siebte Daten-Veröffentlichung der LAMOST-Durchmusterung, die im Jahr 2021 veröffentlicht wurde, bot mehr als 9 Millionen Sternspektren, die ihrerseits Informationen über die Temperatur und die chemische Zusammensetzung der Sterne enthalten. Indem sie die Informationen aus diesen beiden Datensätzen kombinierten konnten Xiang und Rix ihren umfangreichen Katalog von Sternen mit bekanntem Alter zusammenstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stürmisches Zusammentreffen mit der Gaia-Enceladus/Sausage</strong><br>Indem sie die Sterne nach Alter und chemischer Zusammensetzung sortierten erhielten die beiden Astronomen ein bemerkenswert klares Bild der Teenager-Zeit unserer Heimatgalaxie – inklusive Zeitangaben, wann die verschiedenen Phasen der Entwicklung stattgefunden hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst spielte die Musik dabei vor allem im stellaren Halo und in der dicke Scheibe, die sich aus einem anfänglichen Zustrom von Gas gebildet hatte. Xiang und Rix fanden dabei heraus, dass sich vor etwa 11 Milliarden Jahren in unserer Galaxie in kurzer Zeit außergewöhnlich viele neue Sterne bildeten. Das dürfte Folge eines ganz bestimmten Verschmelzungsereignisses sein: der Verschmelzung unserer eigenen Galaxie mit der kleineren Galaxie, die den etwas ungewöhnlichen Namen Gaia Enceladus/Sausage trägt. Die Überreste jener kleineren Galaxie wurden 2018 von zwei konkurrierenden Gruppen anhand von Gaia-Daten entdeckt und benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungewöhnlich produktive Teenager-Jahre</strong><br>In ihren Daten konnten Xiang und Rix erkennen, dass ein auffälliges &#8222;Produktionsmaximum&#8220; bei der Sternentstehung damit zusammenfiel, dass sich die Bahnen zahlreicher Sterne plötzlich und drastisch verändert hatten. Letzteres ist eine offensichtliche Folge der Verschmelzung, konkret: des Gravitationseinflusses der Gaia-Enceladus/Sausage-Galaxie. Damit dürfte das Sternentstehungs-Maximum in der Milchstraße nicht nur zeitgleich mit der Gaia-Enceladus/Sausage-Verschmelzung auftreten, sondern eine Folge der Verschmelzung gewesen sein: Schockwellen aus der Kollision der Gasmassen der Gaia-Enceladus/Sausage-Galaxie mit dem Gas in unserer eigenen Galaxie könnten den Kollaps von Gaswolken und damit die vermehrte Sternbildung ausgelöst haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nachdem die turbulente Ära der Verschmelzungen beendet war, bildete die dicke Scheibe auf ungewöhnlich produktive Weise Sterne. Die Gesamtzahl der gebildeten Sterne lässt darauf schließen, dass die dicke Scheibe von Anfang an beeindruckende Mengen an Gas enthielt. Das würde auch ihre vergleichsweise große Dicke erklären. Mit einem so großen Vorrat an Gas waren die Bedingungen für die Sternentstehung sehr günstig – auch ohne dass sich jene Scheibe zu einem schmaleren Gebilde zusammenziehen musste, um die für die Sternentstehung nötigen Gasdichten zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine gut durchmischte Milchstraßen-Scheibe</strong><br>Vor allem massereiche Sterne produzieren viele Elemente, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium. Solche Elemente heißen in der Astronomie (und abweichend von unserem Alltags-Sprachgebrauch sowie dem der Chemie) &#8222;Metalle&#8220;. Die schwereren Elemente sammeln sich in der Regel in der Nähe der zentralen Regionen der Galaxie. Sterne, die in jenen Regionen neu entstehen, enthalten daher typischerweise mehr Metalle als Sterne, die in den Außenbezirken entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von Xiang und Rix gesammelten Daten zeigen jedoch etwas anderes: Alle Sterne, die zur selben Zeit entstehen, haben denselben Metallgehalt. Das gilt vom frühestmöglichen Zeitpunkt an, der in den Daten sichtbar ist – 13 Milliarden Jahre vor unserer Zeit, also nur 800 Millionen Jahre nach dem Urknall – bis zu der Zeit vor rund 8 Milliarden Jahren, ab dem unsere Milchstraße in ihre gemäßigtere Erwachsenenphase eintritt. Der Metallgehalt selbst ändert sich dabei mit der Zeit: Je älter ein Stern ist, desto weniger Metalle enthält er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einfachste Erklärung für diesen Umstand ist, dass während dieser ganzen Zeit eine gründliche Durchmischung des Gases in der dicken Scheibe stattgefunden hat – und diese Erklärung ist ein Schlüsselergebnis der neuen Studie. Auf diese Weise hätten alle zur gleichen Zeit geborenen Sterne die gleiche chemische Zusammensetzung geerbt, wobei der Anteil schwerer Elemente mit der Zeit zunahm, da das Gas allmählich mehr und mehr mit den Produkten der Kernfusionsprozesse früherer Sterngenerationen verunreinigt – die Astronomen nennen es angereichert – wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Milchstraßen-Geschichte schreiben</strong><br>Vor etwa 8 Milliarden Jahren, so zeigen die neuen Daten, gingen die produktiven Teenager-Jahre der Milchstraße zu Ende. Das dürfte daran gelegen haben, dass die dicke Scheibe einen Großteil ihres anfänglichen Vorrats an Wasserstoffgas aufgebraucht hatte. Offensichtlich gab es aber immer noch einen stetigen Zufluss mäßiger Mengen an frischem Wasserstoffgas aus dem intergalaktischen Raum, und da die Sternentstehungsaktivität in der dicken Scheibe so gut wie beendet war, konnte sich dieses Gas nach und nach in einer eigenen Scheibe ansiedeln. Da aber insgesamt nicht so viel Gas einströmte, musste sich diese Scheibe deutlich weiter zusammenziehen, auf eine Dicke von nur etwa 2000 Lichtjahren, um die richtigen Bedingungen für eine (mäßige) Sternentstehung zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ergebnis war das, was wir heute die dünne Scheibe unserer Galaxis nennen. Die lange, eher bedächtige Erwachsenphase unserer Heimatgalaxie hatte begonnen. Eine weitere Kollision samt Verschmelzung mit einer einigermaßen massereichen Galaxie hätte die Dinge vielleicht ein wenig beleben können, aber das geschah nicht – ein eher ungewöhnliches Schicksal, verglichen mit anderen Galaxien. Alles andere als ungewöhnlich ist der allgemeine Trend: Eine produktive Frühphase, gefolgt von einem ruhigen Leben, scheint nach aktuellen Computersimulationen die Norm für die Galaxienentwicklung zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die neu rekonstruierte Version der Geschichte unserer Galaxie. Und was sich für eine Darstellung der menschlichen Geschichte wie eine Selbstverständlichkeit anhört – dass wichtige Ereignisse samt ihrer Daten genannt werden – ist für die Astronomie eher ungewöhnlich. Es ist sehr schwierig, verlässliche Daten für Ereignisse in der kosmischen Geschichte unserer Heimatgalaxie anzugeben. Dass dies in der neuen Studie gelungen ist und somit eine detaillierte Zeitleiste der Teenager-Jahre unserer Galaxie erstellt werden konnte, ist ein beachtlicher Fortschritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die nächsten Schritte</strong><br>Xiang und Rix planen derweil schon die nächsten Schritte. In nur einigen Jahren sollte es noch deutlich bessere und umfassendere Datensätze geben. Um das Jahr 2024 ist die vierte Daten-Veröffentlichung (Data Release 4, DR4) der Gaia-Mission der ESA zu erwarten. Die präziseren Entfernungsmessungen (ermittelt über die Parallaxe) dieser Veröffentlichung sollten genaue Altersschätzungen für eine noch deutlich größere Anzahl von Sternen und über wesentlich größere Entfernungen hinweg ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Detaillierte spektroskopische Durchmusterungen decken den Nordhimmel derzeit ebenfalls nur bis zu vergleichsweise geringen Entfernungen ab. Das sollte sich dank Durchmusterungen wie SDSS-V und 4MOST ändern. Insgesamt stehen die Chancen gut, dass die hier beschriebene Pionierarbeit der Beginn eines neuen Kapitels der galaktischen Archäologie sein könnte, das auf großen Stichproben mit präzisen Sternaltern beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hintergrundinformationen</strong><br>Die hier beschriebenen Ergebnisse haben Maosheng Xiang und Hans-Walter Rix unter dem Titel &#8222;A time-resolved picture of our Milky Way&#8217;s early formation history&#8220; in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Beide Forscher sind am Max-Planck-Institut für Astronomie tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fachartikel</strong><br><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-022-04496-5" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41586-022-04496-5</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=633.msg530032#msg530032" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Die Milchstraße</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Milchstraße größer als gedacht</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/milchstrasse-groesser-als-gedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 May 2018 14:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[LAMOST]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Arbeitsgruppe von Forschern vom Institut für Astrophysik der Kanaren (Instituto de Astrofísica de Canarias, IAC) und der nationalen astronomischen Observatorien der chinesischen Akademie der Wissenschaften (NAOC) ist der Meinung, der Durchmesser unserer Galaxie – der Milchstraße – betrage rund 200.000 Lichtjahre. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: IAC. Bei Spiralgalaxien, wie die Milchstraße eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine Arbeitsgruppe von Forschern vom Institut für Astrophysik der  Kanaren (Instituto de Astrofísica de Canarias, IAC) und der nationalen  astronomischen Observatorien der chinesischen Akademie der  Wissenschaften (NAOC) ist der Meinung, der Durchmesser unserer Galaxie –  der Milchstraße – betrage rund 200.000 Lichtjahre. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: IAC.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Spiralgalaxien, wie die Milchstraße eine ist, befindet sich der Großteil ihrer Sterne in einer relativ dünnen Scheibe – bezogen auf ihren Durchmesser. Ihr Durchmesser unterliegt gewissen Größenbeschränkungen, und dieser Zusammenhang ist es auch, den man dafür verantwortlich macht, dass sich weit draußen in der Scheibe nur wenige Sterne finden.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall der Milchstraße waren bisher keine Sterne bekannt, die mehr als doppelt so weit wie unsere Sonne vom Zentrum der Milchstraße entfernt sind. Danach würde die Sonne etwa im Abstand der Hälfte des Radius der Galaxie um deren Zentrum ziehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/imgprensaprensa13853178hiRHurtSSC-CaltechNASAJPLCaltech700.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/imgprensaprensa13853178hiRHurtSSC-CaltechNASAJPLCaltech260.jpg" alt="Milchstraße mit Kennzeichnung des Standorts der Sonne (gelb) und Wahrscheinlichkeiten der Existenz von Sternen weit draußen (gestrichelte Linien)
(Bild: R.Hurt /SSC-Caltech / NASA/ JPL Caltech)"/></a><figcaption>Milchstraße mit Kennzeichnung des Standorts der Sonne (gelb) und Wahrscheinlichkeiten der Existenz von Sternen weit draußen (gestrichelte Linien)<br> (Bild: R.Hurt /SSC-Caltech / NASA/ JPL Caltech)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile wurden jedoch Sterne entdeckt, die mehr als dreimal soweit vom Zentrum der Milchstraße entfernt sind wie die Sonne. Selbst Sterne, die in über vierfachem Abstand der Sonne um das Zentrum kreisen, werden jetzt als hoch  wahrscheinlich existent erachtet. Deshalb lässt sich der Durchmesser der Milchstraße jetzt auf rund 200.000 Lichtjahre beziffern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im wesentlichen kann man sich die Milchstraße als mehrarmige Spirale vorstellen, die sich innerhalb einer Ebene bzw. Scheibe um ein Zentrum dreht. Dazu kommt der sogenannte Halo, eine Sphäre, die sich oberhalb und unterhalb der Scheibenebene ausdehnt. Forscher haben jetzt das Vorkommen von Metallen – schweren Elementen also – innerhalb der Scheibenebene und im Halo verglichen. Sie kamen dabei zur Erkenntnis, dass es sowohl in der Ebene der Scheibe als auch im Halo Sterne gibt, die sehr weit vom galaktischen Zentrum entfernt sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Gewissheit, dass es die weit entfernten Sterne gibt, führte eine statistische Analyse von Beobachtungsdaten von APOGEE und LAMOST. Die beiden Projekte haben sich der Sammlung von Daten zu den Spektren  von Sternen gewidmet, um aus ihnen Informationen über die Geschwindigkeit und die chemische Zusammensetzung der Objekte zu gewinnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit mit den Daten zur sogenannten Metallizität der Sterne und ihrem Abstand zum galaktischen Zentrum zeigte, dass es eine relevante Anzahl von Sternen mit höherer Metallizität, die charakteristisch für Sterne in der Scheibenebene ist, in größeren Entfernungen gibt, als man es bisher für möglich hielt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wissenschaftliche Arbeit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.aanda.org/articles/aa/abs/2018/04/aa32880-18/aa32880-18.html" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">López-Corredoira, M. et al. Disk stars in the Milky Way detected beyond 25 kpc from its center. Astronomy &amp; Astrophysics.</a> (7. Mai 2018)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=633.msg423905#msg423905" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Die Milchstraße</a>       </li></ul>
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		<title>China berichtet über geplante Teleskopprojekte</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/china-berichtet-ueber-geplante-teleskopprojekte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Aug 2012 08:46:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[DAMPE]]></category>
		<category><![CDATA[FAST]]></category>
		<category><![CDATA[IAU]]></category>
		<category><![CDATA[LAMOST]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chinesische Teilnehmer der 28. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) sprachen über einige ambitionierte Projekte, die in den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen. Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Xinhua, Wikipedia. Vertont von Peter Rittinger. Dazu gehören mehrere Weltraumteleskope. Eines dient der Untersuchung der Umgebung von Schwarzen Löchern und erfasst den Bereich der harten Röntgenstrahlung. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Chinesische Teilnehmer der 28. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) sprachen über einige ambitionierte Projekte, die in den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen. </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle:  Xinhua, Wikipedia. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2012-09-02-87632.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören mehrere Weltraumteleskope. Eines dient der Untersuchung der  Umgebung von Schwarzen Löchern und erfasst den Bereich der harten Röntgenstrahlung. Englischsprachiger Projekttitel ist Hard X-ray  Modulation Telescope, HXMT. Vorgesehen ist ein Start im Zeitraum von 2014 bis 2016. Es wird das erste Weltraumteleskop aus dem Reich der Mitte sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Raumfahrzeug dieser Art soll Partikel der Dunklen Materie aufspüren. Hier lautet der englischsprachige Projekttitel Dark Matter Particle Explorer (DAMPE). Weitere neue Teleskope sollen u.a. auch auf der Erde entstehen, so ein Sonnenteleskop (englisch: Chinese Giant Solar Telescope, CGST) mit einem ringförmigen Spiegel von 8 Metern Außendurchmesser und dem Lichtsammeläquivalent eines 5-Meter-Spiegels sowie in chinesisch-französischer Kooperation das Teleskop POLAR zur Erfassung von Gammastrahlungsausbrüchen an Bord der Raumstation Tiangong 2, bereits im Jahr 2014. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/wikipedia-fabian_rrrr-lamost.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/wikipedia-fabian-rrrr-lamost-260.jpg" alt="LAMOST
(Bild: Paul Hilscher (Sheliak in Wikipedia), CC-BY-SA-3.0)"/></a><figcaption> LAMOST <br>(Bild: Paul Hilscher (Sheliak in Wikipedia), CC-BY-SA-3.0)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Erinnert wurde ebenso an das im Bau befindliche Radioteleskop mit einem Antennendurchmesser von 500 Metern (englisch: Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope, FAST), ein Spektroskopisches Teleskop, welches erfasstes Licht über Glasfasern zu einer ganzen Batterie an Spektralsensoren weiterleitet (englisch: Large Sky Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LAMOST" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">LAMOST</a>) sowie an verschiedene Projekte, welche die Stationierung von Teleskoptechnik auf einem Hochplateau der Antarktis vorsehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines davon ist das Antarktische Durchmusterungsteleskop (englisch: Antarctic Survey Telescope, AST), dessen erster Baustein bereits in diesem Jahr aufgebaut und in Betrieb genommen wurde. Zum einen bietet der Standort mit trockener, kalter und vergleichsweise ruhiger Luft sehr gute Beobachtungsbedingungen. Zum anderen sind auch Weltraumteleskope niedrigen Temperaturen ausgesetzt, so dass man sich dafür nutzbare Erkenntnisse verspricht. Zwei weitere automatische Teleskope mit Spiegeldurchmessern von 50 cm werden in den nächsten Jahren folgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit will die Volksrepublik China auf dem Gebiet der Astronomie  zunehmend Spitzenforschung betreiben. Bisher sei dieser  Wissenschaftsbereich vernachlässigt worden. Ein weiteres Mittel zu einem  schnelleren Fortschritt seien Vereinbarungen zur Nutzung weiterer, bereits existierender Teleskope. Ein größerer Teil davon steht im chilenischen Hochland. Damit verfügt Chile über das Recht an Beobachtungszeit u.a. mit dem Very Large Telescope. Institutionen beider Länder haben nun eine Kooperationsvereinbarung getroffen, welche es chinesischen Astronomen erlaubt, im Rahmen des chilenischen Kontingents Forschungen mit verschiedenen Teleskopen vorzunehmen </p>
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