China berichtet über geplante Teleskopprojekte

Chinesische Teilnehmer der 28. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) sprachen über einige ambitionierte Projekte, die in den nächsten Jahren verwirklicht werden sollen.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Xinhua, Wikipedia. Vertont von Peter Rittinger.

Dazu gehören mehrere Weltraumteleskope. Eines dient der Untersuchung der Umgebung von Schwarzen Löchern und erfasst den Bereich der harten Röntgenstrahlung. Englischsprachiger Projekttitel ist Hard X-ray Modulation Telescope, HXMT. Vorgesehen ist ein Start im Zeitraum von 2014 bis 2016. Es wird das erste Weltraumteleskop aus dem Reich der Mitte sein.

Ein weiteres Raumfahrzeug dieser Art soll Partikel der Dunklen Materie aufspüren. Hier lautet der englischsprachige Projekttitel Dark Matter Particle Explorer (DAMPE). Weitere neue Teleskope sollen u.a. auch auf der Erde entstehen, so ein Sonnenteleskop (englisch: Chinese Giant Solar Telescope, CGST) mit einem ringförmigen Spiegel von 8 Metern Außendurchmesser und dem Lichtsammeläquivalent eines 5-Meter-Spiegels sowie in chinesisch-französischer Kooperation das Teleskop POLAR zur Erfassung von Gammastrahlungsausbrüchen an Bord der Raumstation Tiangong 2, bereits im Jahr 2014.

LAMOST
(Bild: Paul Hilscher (Sheliak in Wikipedia), CC-BY-SA-3.0)
LAMOST
(Bild: Paul Hilscher (Sheliak in Wikipedia), CC-BY-SA-3.0)

Erinnert wurde ebenso an das im Bau befindliche Radioteleskop mit einem Antennendurchmesser von 500 Metern (englisch: Five-hundred-meter Aperture Spherical Radio Telescope, FAST), ein Spektroskopisches Teleskop, welches erfasstes Licht über Glasfasern zu einer ganzen Batterie an Spektralsensoren weiterleitet (englisch: Large Sky Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope, LAMOST) sowie an verschiedene Projekte, welche die Stationierung von Teleskoptechnik auf einem Hochplateau der Antarktis vorsehen.

Eines davon ist das Antarktische Durchmusterungsteleskop (englisch: Antarctic Survey Telescope, AST), dessen erster Baustein bereits in diesem Jahr aufgebaut und in Betrieb genommen wurde. Zum einen bietet der Standort mit trockener, kalter und vergleichsweise ruhiger Luft sehr gute Beobachtungsbedingungen. Zum anderen sind auch Weltraumteleskope niedrigen Temperaturen ausgesetzt, so dass man sich dafür nutzbare Erkenntnisse verspricht. Zwei weitere automatische Teleskope mit Spiegeldurchmessern von 50 cm werden in den nächsten Jahren folgen.

Damit will die Volksrepublik China auf dem Gebiet der Astronomie zunehmend Spitzenforschung betreiben. Bisher sei dieser Wissenschaftsbereich vernachlässigt worden. Ein weiteres Mittel zu einem schnelleren Fortschritt seien Vereinbarungen zur Nutzung weiterer, bereits existierender Teleskope. Ein größerer Teil davon steht im chilenischen Hochland. Damit verfügt Chile über das Recht an Beobachtungszeit u.a. mit dem Very Large Telescope. Institutionen beider Länder haben nun eine Kooperationsvereinbarung getroffen, welche es chinesischen Astronomen erlaubt, im Rahmen des chilenischen Kontingents Forschungen mit verschiedenen Teleskopen vorzunehmen

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