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	<title>NEA &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>NEA &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Asteroid Retrieval &#8211; Die Entscheidung ist gefallen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-retrieval-die-entscheidung-ist-gefallen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2015 09:59:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ARV]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Retrieval Mission]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[NEA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA plant, einen erdnahen Asteroiden einzufangen und in den Mondorbit zurückzuführen, damit er dort von Astronauten erforscht werden kann. Nun wurden weitere Details dieses Konzeptes bekanntgegeben. Ein Beitrag von Martin Knipfer. Quelle: NASA, SpaceNews. Sie sind Boten aus der Frühzeit unseres Sonnensystems: Asteroiden. Bei ihnen handelt es sich um Himmelskörper, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA plant, einen erdnahen Asteroiden einzufangen und in den Mondorbit zurückzuführen, damit er dort von Astronauten erforscht werden kann. Nun wurden weitere Details dieses Konzeptes bekanntgegeben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Martin Knipfer</a>. Quelle: NASA, SpaceNews.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_1.jpg" alt="Wikimedia" width="260"/></a><figcaption>
Der Asteroid Lutetia, aufgenommen von der Raumsonde Rosetta.  
<br>
(Bild: Wikimedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind Boten aus der Frühzeit unseres Sonnensystems: Asteroiden. Bei ihnen handelt es sich um Himmelskörper, die sich zu Zeiten der Entstehung der Planeten gebildet haben, sich jedoch nicht zu Planeten weiterentwickelt haben. Vielmehr sind sie unterschiedlich große Gesteinsbrocken, die sich seit ihrer Entstehung vor 4,5 Milliarden Jahren kaum verändert haben. Forscher hoffen deshalb, durch Untersuchungen von Asteroiden Genaueres über die Entstehung unseres Sonnensystems herauszufinden. Deshalb statteten bereits zahlreiche Raumsonden Asteroiden einen Besuch ab. Um Asteroiden noch genauer zu untersuchen, ist auch geplant, mithilfe von Sonden Proben zu entnehmen und diese Proben auf der Erde zu landen, damit Wissenschaftler sie in irdischen Labors analysieren können. Zu einer solchen Mission (auch Sample Return genannt) ist momentan die japanische Sonde Hayabusa 2 unterwegs, 2016 soll die amerikanische Osiris-REx-Mission folgen. Doch die aufwendigste Mission, um einen Asteroiden zu erforschen, steht noch bevor: Asteroid Redirect.    </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Zwei Astronauten erforschen den rückgeführten Asteroiden. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mission wurde 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt und besteht aus zwei Teilen: Als erstes startet eine unbemannte Sonde (ARV, Asteroid Retrieval Vehicle) und fliegt zu einem erdnahen Asteroiden (NEA, Near Earth Asteroid). Dieser wird in eine Art Beutel verfrachtet, der sich an der Vorderseite des ARV befindet. Dann fliegt das ARV mitsamt dem eingefangenen Asteroiden wieder zurück und schwenkt in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Daraufhin fliegen Astronauten mithilfe von Orion und dem Space Launch System, das neue Raumschiff und die neue Schwerlastträgerrakete der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur NASA, zu dem ARV und erforschen den Asteroiden. Diese Mission wurde noch nicht von dem US-Kongress bewilligt, ihr endgültiger Ablauf wurde nun festgelegt. Am 25. März wurde dann in einer Telefonkonferenz bekanntgegeben, dass die Wahl auf Option B (Entnahme eines kleinen Brockens von der Oberfläche eines größeren Asteroiden) gefallen ist.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_3.jpg" alt="NASA/JAXA" width="260"/></a><figcaption>
Der Asteroid Itokawa. Zu erkennen sind mehrere kleinere Brocken auf der Oberfläche. 
<br>
(Bild: NASA/JAXA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">2020 soll das ARV (Asteroid Retrieval Vehicle) zu einem erdnahen Asteroiden starten. Momentan gibt es drei Kandidaten für den genauen Zielasteroiden: Itokawa, Bennu und 2008 EV5. Itokawa besteht zum größten Teil aus Silikaten, der Asteroid wurde bereits 2005 von der japanischen Raumsonde Hayabusa erforscht. Aufnahmen zeigen, dass sich auf seiner Oberfläche hunderte von kleinen Brocken befinden, geeignet zur Rückführung durch das ARV. Bennus genaue Zusammensetzung ist noch unbekannt, er wird jedoch ab 2018 von der amerikanischen Raumsonde Osiris-REx genauer untersucht werden. 2008 EV5 besteht zum hauptsächlich aus Kohlenstoff, er wurde bisher nur von der Erde aus mithilfe von Radar untersucht. Welcher dieser Asteroiden letztendlich ausgewählt wird, wird 2019 entschieden, bis dahin wird weiterhin nach anderen geeigneten Kandidaten gesucht.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV entnimmt einen kleineren Brocken von der Oberfläche des größeren Asteroiden. Seitlich sind die Landebeine, über dem Brocken die Roboterarme mit den Microspines zu erkennen. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst wird der Zielasteroid mithilfe von mehreren optischen Kameras an Bord des ARVs während mehreren Vorbeiflügen in etwa einem Kilometer Entfernung genauer untersucht, um geeignete Brocken auf der Oberfläche zu finden. Danach werden zunächst zwei Trockenläufe an bis zu drei verschiedenen Stellen des Asteroiden durchgeführt. So wird die Gravitation an diesen Orten genauer bestimmt, außerdem können schärfere Bilder aufgenommen werden. Dann wird mit dem Einsammeln eines Brockens begonnen. Das ARV steuert auf den Felsen zu und landet dann mithilfe von drei Landebeinen über ihm. Zwei Roboterarme, an deren Enden mehrere kleine Schaufeln angebracht sind (Microspines), greifen sich dann den Brocken. Ist diese Aufgabe abgeschlossen, stößt sich das ARV mithilfe der Landebeine wieder von der Oberfläche des Asteroiden ab. Dabei wird der Brocken sozusagen von dem Asteroiden abgerissen. Sollte die Entnahme des Brockens beim ersten Anlauf scheitern, sind vier weitere Versuche möglich.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_5.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV führt die Demonstration planetarer Verteidigung durch- grafische Darstellung. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Probe entnommen wurde, wird sie zunächst drei Tage lang mithilfe der Kameras untersucht. Danach beginnt der nächste Teil der Mission: Die Demonstration einer Technik zur planetaren Verteidigung. So sollen potenziell gefährliche Asteroiden davon abgehalten werden, auf die Erde einzuschlagen. Zu diesem Zweck fliegt das ARV mehrmals um den Asteroiden herum. Die Schwerkraft des Raumfahrzeuges bewirkt dabei eine minimale Bahnänderung, die im realen Einsatz den Asteroiden von seinem Kollisionskurs mit der Erde ablenken könnte. Nachdem die Ergebnisse dieser Demonstration bestätigt wurden, führt das ARV den Asteroidenbrocken in einen Mondorbit zurück, damit er dort von Astronauten eingehend untersucht werden kann. Dazu verfügt das ARV über eine innovative Antriebstechnologie: Einen Solar-elektrischen Antrieb.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_6.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Mithilfe des solarelektrischen Antriebs fliegt das ARV mitsamt dem Asteroiden in den Mondorbit. Gut zu erkennen sind die seitlich angebrachten Solarzellen. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei konventionellen Raketenantrieben wird der Treibstoff zusammen mit dem Oxidator verbrannt, die Verbrennungsgase werden nach hinten ausgestoßen. Der Rückstoß treibt das Raumfahrzeug nach vorne. Bei einem Solar-elektrischen Antrieb wird dagegen ein elektrisch geladenes Gas (häufig wird Xenon verwendet) mithilfe eines Elektromagnetfeldes nach hinten ausgestoßen und so das Raumfahrzeug angetrieben. Die nötige elektrische Energie wird von Solarzellen produziert. Zwar ist der Schub relativ gering, der mithilfe eines solchen Antriebes erzeugt werden kann, der Antrieb ist jedoch wesentlich effizienter als ein gewöhnlicher Raketenantrieb. So kann das Gewicht des Raumfahrzeuges erheblich reduziert werden, da nun weniger Treibstoff benötigt wird. Solar-elektrische Antriebe werden bereits in Erdsatelliten eingesetzt, der Antrieb des ARVs ist jedoch um ein vielfaches leistungsstärker. Es wird etwa sechs Jahre dauern, bis das ARV mithilfe dieser Antriebstechnologie in einen Orbit 70.000 km über der Mondoberfläche eingeschwenkt ist. Unterdessen wird der Brocken weiterhin untersucht.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_7.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das Orion-Raumschiff dockt an dem ARV mitsamt Asteroiden an. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dann, Ende 2025, soll es soweit sein: Das Space Launch System (SLS), die neue Schwerlastträgerrakete der NASA, hebt von dem Startplatz LC-39B des Kennedy Space Centers in Florida ab. Es transportiert Orion, das neue Raumschiff der Behörde, an Bord von ihm sind zwei Astronauten. Die Oberstufe der Rakete transportiert das Raumschiff zum Mond. Orion schwenkt in denselben Orbit wie das ARV ein und dockt dort an dem Raumfahrzeug mitsamt dem Asteroiden an. Die beiden Astronauten führen daraufhin mehrere Außenbordeinsätze in ihren Raumanzügen durch, bei denen sie den Asteroidenbrocken genauer untersuchen und Bodenproben von ihm entnehmen. Nach etwa sieben Tagen dockt Orion wieder von dem ARV ab und fliegt zurück zur Erde. Das kapselförmige Crewmodul tritt in die Erdatmosphäre ein und landet daraufhin sanft mithilfe von Fallschirmen im pazifischen Ozean. Die Mission wird insgesamt 24 bis 25 Tage dauern.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02042015115911_small_8.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Eine Mission zum Marsmond Phobos auf Basis des ARVs- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das wichtigste Ziel von Asteroid Retrieval ist es, Technologien zu testen, die für das Fernziel der NASA von großer Bedeutung sein könnten, nämlich einer bemannten Landung auf dem Mars. Dazu zählt etwa der solarelektrische Antrieb des ARVs, der auch ein Marsraumschiff antreiben könnte. Auch wird es geübt, große Objekte in einen Mondorbit zu befördern und diese Umlaufbahn dann als Brückenkopf für eine Mission zu nutzen. Außerdem werden Außenbordeinsätze jenseits des niedrigen Erdorbits und das Einsammeln von Bodenproben trainiert. Des weiteren kann das ARV die technische Basis für ein Raumschiff darstellen, mit dem die Marsmonde Phobos und Deimos erforscht werden. Insgesamt wird das ARV wohl 1,25 Milliarden Dollar plus die Trägerrakete kosten, die gesamte Mission dürfte wohl mit drei bis vier Milliarden Dollar zu Buche schlagen. SLS und Orion werden bereits entwickelt, hier arbeitet man gegenwärtig auf eine wichtige Designprüfung hin, bei der das Design eingefroren und mit der Produktion der Hardware begonnen wird. Für die Entwicklung des ARVs hat die NASA bei dem Kongress für das Fiskaljahr 2016 220 Millionen Dollar angefragt, diese Geldmittel sind jedoch noch nicht bewilligt.   </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/asteroid-retrieval-die-qual-der-wahl/" data-wpel-link="internal">Asteroid Retrieval: Die Qual der Wahl</a> (31. Januar 2015)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/nasa-will-asteroiden-einfangen/" data-wpel-link="internal">NASA will Asteroiden einfangen</a> (08. April 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/exploration/" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net Sonderseite zu SLS/Orion</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10974.150" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Retrieval Feasibility Study  </a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/asteroid-retrieval-die-entscheidung-ist-gefallen/" data-wpel-link="internal">Asteroid Retrieval &#8211; Die Entscheidung ist gefallen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Retrieval: Die Qual der Wahl</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-retrieval-die-qual-der-wahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2015 10:23:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ARV]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Retrieval Mission]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[NEA]]></category>
		<category><![CDATA[Orion]]></category>
		<category><![CDATA[SLS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA plant, einen erdnahen Asteroiden (NEA) in eine Mondumlaufbahn zurückzuführen, damit er dort von Astronauten genau analysiert werden kann. Nun steht die Entscheidung bevor, ob ein kleiner Asteroid als Ganzes oder eine kleine Probe von einem großen Asteroiden zurückgeführt werden soll. Unterdessen wird Kritik an dieser Mission immer lauter. Ein [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA plant, einen erdnahen Asteroiden (NEA) in eine Mondumlaufbahn zurückzuführen, damit er dort von Astronauten genau analysiert werden kann. Nun steht die Entscheidung bevor, ob ein kleiner Asteroid als Ganzes oder eine kleine Probe von einem großen Asteroiden zurückgeführt werden soll. Unterdessen wird Kritik an dieser Mission immer lauter.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Martin Knipfer</a>. Quelle: NASA, NSF, SpaceNews, Hattiesburg American.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_1.jpg" alt="Wikimedia" width="260"/></a><figcaption>
Der Asteroid Lutetia, aufgenommen von der Raumsonde Rosetta. 
<br>
(Bild: Wikimedia)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind Boten aus der Frühzeit unseres Sonnensystems: Asteroiden. Bei ihnen handelt es sich um Himmelskörper, die sich zu Zeiten der Entstehung der Planeten gebildet haben, sich jedoch nicht zu Planeten weiterentwickelt haben. Vielmehr sind sie unterschiedlich große Gesteinsbrocken, die sich seit ihrer Entstehung vor 4,5 Milliarden Jahren kaum verändert haben. Forscher hoffen deshalb, durch Untersuchungen von Asteroiden Genaueres über die Entstehung unseres Sonnensystems herauszufinden. Deshalb statteten bereits zahlreiche Raumsonden Asteroiden einen Besuch ab. Um Asteroiden noch genauer zu untersuchen, ist auch geplant, mithilfe von Sonden Proben zu entnehmen und diese Proben auf der Erde zu landen, damit Wissenschaftler sie in irdischen Labors analysieren können. Zu einer solchen Mission (auch Sample Return genannt) ist momentan die japanische Sonde Hayabusa 2 unterwegs, 2016 soll die amerikanische Osiris-REx-Mission folgen. Doch die aufwendigste Mission, um einen Asteroiden zu erforschen, steht noch bevor: Asteroid Redirect.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_2.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Zwei Astronauten untersuchen den zurückgeführten Asteroiden- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mission wurde 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt und besteht aus zwei Teilen: Als erstes startet eine unbemannte Sonde (ARV, Asteroid Retrieval Vehicle) und fliegt zu einem erdnahen Asteroiden (NEA, Near Earth Asteroid). Dieser wird in eine Art Beutel verfrachtet, der sich an der Vorderseite des ARV befindet. Dann fliegt das ARV mitsamt dem eingefangenen Asteroiden wieder zurück und schwenkt in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Daraufhin fliegen Astronauten mithilfe von Orion und dem Space Launch System, das neue Raumschiff und die neue Schwerlastträgerrakete der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur NASA, zu dem ARV und erforschen den Asteroiden. Diese Mission wurde noch nicht von dem US-Kongress bewilligt, ihr endgültiger Ablauf wird momentan noch festgelegt.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV (Option A) führt einen vorher eingefangenen Asteroiden zurück. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wichtige Entscheidung bezüglich dieses Missionskonzeptes steht nun kurz bevor: Das ARV kann entweder einen kleinen Asteroiden als Ganzes in einen Beutel verstauen oder einen kleineren Brocken von der Oberfläche eines großen Asteroiden wegreißen. Ursprünglich sollte diese Entscheidung bereits Mitte Dezember fallen, jedoch wollten die Verantwortlichen noch mehr Daten sammeln. Die Entscheidung steht nun am 28. Februar an, es ist aber möglich, dass sie vorgezogen wird.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Option A: Rückführung eines kleinen Asteroiden als Ganzes</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV (Option A) fängt mithilfe eines Beutels einen kleinen Asteroiden ein- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser Variante würde das ARV einen kleinen Asteroiden als Ganzes mithilfe eines Beutels an der Vorderseite einfangen. Die Sonde würde entweder auf einer Trägerrakete vom Typ Delta IV Heavy oder dem Space Launch System zu einem NEA fliegen. Der Start könnte ab Mitte 2019 bis 2021 erfolgen. Das ARV nähert sich dem Asteroiden an und untersucht ihn zunächst 14 Tage lang. Danach wird zwei Tage lang planetare Verteidigung demonstriert. Sollte sich eines Tages ein großer Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde befinden, könnte die NASA ein Raumfahrzeug starten, das sich dem Asteroiden annähert. Die minimale Schwerkraft, die dann von diesem Raumfahrzeug ausgeht, lenkt den Asteroiden leicht von seiner bisherigen Bahn ab, sodass er die Erde verfehlt. Diese Technologie unter dem Namen planetare Verteidigung möchte die NASA bei Asteroid Retrieval testen. In fünf Tagen wird daraufhin der Asteroid in den Beutel eingefangen, mit 30 Tagen Reserve. Danach wird der Asteroid zurück zum Erde-Mond System befördert, das ARV schwenkt in eine Umlaufbahn um den Mond ein. Dieses Manöver dauert 1-3 Jahre. Das ARV verfügt zu diesem Zweck über einen solarelektrischen Antrieb. Bei dieser Technologie wird elektrisch geladenes Stützgas (wahrscheinlich Xenon) mithilfe von elektromagnetischen Feldern beschleunigt und aus dem Raumfahrzeug geleitet. Die benötigte elektrische Energie dafür stammt von 50 kW-Solarzellen. Dieser Antrieb erzeugt zwar verglichen mit gewöhnlichen Raketenantrieben nur einen geringen Schub, ist aber sehr effizient.   </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_5.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Ein Diagramm der Masse des Asteroiden, die mit Option A zurückgeführt werden kann. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Masse des zurückgeführten Asteroiden hängt von dem Starttermin, dem Termin, an dem die Rückführung abgeschlossen sein soll, und der verwendeten Trägerrakete ab. Bei einem Start 2019 bis Ende 2020 ist eine zurückgeführte Masse des Asteroiden von 200 bis 100 Tonnen möglich, wenn die Rückführung 2023 abgeschlossen sein soll. Mit dem Space Launch System sind immer ein paar Tonnen mehr möglich, dafür ist der Startpreis dieser Rakete deutlich teurer als der der Delta IV Heavy. Bei einer Rückführung bis 2024 sind mit beiden Trägerraketen deutlich höhere Massen möglich. Bei einer Rückführung bis 2026 oder 2027 liegen die Werte mit beiden Trägerraketen deutlich niedriger, da dann ein Asteroid mit einer anderen Bahn (2013 EC20) angeflogen wird.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Option B: Entnahme einer kleinen Probe von einem größeren Asteroiden</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_6.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV entnimmt eine Probe von der Oberfläche eines größeren Asteroiden- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dieser Variante würde das ARV mithilfe von Greifarmen einen kleinen Brocken von der Oberfläche eines großen Asteroiden entnehmen. Genauso wie bei Option A soll der Start mit dem Space Launch System oder der Delta IV Heavy ab Mitte 2019 bis 2021 erfolgen. Das ARV nähert sich dem Asteroiden an und untersucht ihn zunächst 72 Tage. Dann wird eine kleine Probe von der Oberfläche entnommen, was 69 Tage dauern soll. Danach wird wie bei Option A planetare Verteidigung demonstriert, und zwar 150 Tage lang, wovon 120 Tage Wartezeit auf eine Verifizierung der Ergebnisse sind. Danach schwenkt das ARV in eine Mondumlaufbahn ein.   Die zurückgeführte Masse der Probe beläuft sich auf etwa 60 bis 10 Tonnen, wenn der Start zwischen 2019 und 2021 stattfinden und die Rückführung zwischen 2024 und 2027 abgeschlossen sein soll. Angenommen wird dabei, dass der Asteroid sich auf der Bahn von 2008 EV5 befindet. Erneut liegen beim Einsatz des Space Launch System die Werte für die zurückgeführte Masse etwas höher als bei der Delta IV Heavy.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_7.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Das ARV (Option B) führt eine Demonstration planetarer Verteidigung durch- grafische Darstellung. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung zwischen beiden Optionen wird nicht leicht sein. Option B gilt als technisch anspruchsvoller und wird etwa 100 Millionen Dollar teurer sein, dafür würden mehr Technologien für eine Marsmission demonstriert werden und die Technologie dieser Option für spätere Missionen erneut verwendet werden könne. Das Kostenziel zuzüglich der Trägerrakete liegt bei beiden Optionen bei 1,25 Milliarden Dollar. Beide Optionen sind technisch möglich. Robert Lightfoot, der stellvertretende Leiter der NASA, deutete an, dass die Entscheidung sehr knapp werden würde.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_8.jpg" alt="NASA" width="260"/><figcaption>
In der Testumgebung für Option A wird ein simulierter Asteroid in eine Testversion des Beutels hineingelassen. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeiten an der Asteroid Retrieval Mission sind bereits im vollen Gange. Teleskope am Boden und im Weltall suchen nach geeigneten Zielasteroiden, für jede Option wurden bereits drei gefunden. Auch entwickelt man die Technologie des solarelektrischen Antriebs weiter. Darüber hinaus wurden der Zeitplan und die Kostenschätzung aktualisiert. Außerdem laufen bereits vorläufige Arbeiten an beiden Varianten des ARVs, die zum Ziel haben, dass das Einfangen des Asteroiden bei der realen Mission ungefährlich verläuft. Zahlreiche Computersimulationen wurden durchgeführt, des Weiteren wurden Testumgebungen am Boden angelegt. Bei diesen Anlagen wird ein simulierter Asteroid mithilfe von Testversionen des ARVs eingefangen, Option A verfügt über eine Testumgebung im Maßstab 1:5, Option B über eine im Maßstab 1:1. Dabei werden Kräfte gemessen, die auf die Hardware wirken, sodass der Einfangmechanismus besser auf die erwarteten Bedingungen ausgelegt werden kann.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_9.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_9.jpg" alt="KSC" width="260"/></a><figcaption>
In einer Halle auf dem Gelände des Kennedy Space Centers wird die Orion-Kapsel nach ihrem Erstflug inspiziert. 
<br>
(Bild: KSC)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls sollen bei Asteroid Retrieval das neue Raumschiff der NASA, Orion, und die neue Schwerlastträgerrakete zum Einsatz kommen, das Space Launch System (SLS). Das SLS wird ein bemanntes Orion-Raumschiff zum Mond befördern, das daraufhin mithilfe eines Fly-By Manövers in dieselbe Mondumlaufbahn einschwenkt, auf der sich auch das ARV mit dem Asteroiden befindet. Orion dockt an das ARV an und die Astronauten in Raumanzügen führen mehrere Außenbordmanöver an dem Asteroiden durch, bei denen sie Proben von seiner Oberfläche nehmen und genauere Daten sammeln. Nach etwa einer Woche dockt Orion wieder ab und fliegt wieder zur Erde zurück, wo die Astronauten in dem kapselförmigen Crewmodul sanft mithilfe von Fallschirmen im Ozean landen. Orion befindet sich noch in der Entwicklung, im Dezember absolvierte das Raumschiff seinen ersten Testflug. Gegenwärtig wird diese Orion-Kapsel sorgfältig analysiert, damit das Design des Raumschiffs verbessert werden kann. Wenige mögliche Probleme wurden erkannt, an ihrer Lösung wird gearbeitet. Auch das SLS befindet sich noch in der Entwicklung, gegenwärtig werden eine Testzündung des Boosters und Testzündungen des Haupttriebwerks vorbereitet. Das SLS und Orion werden diesen Sommer ihr Critical Design Review absolvieren, eine rigorose Designprüfung, bei der das endgültige Design festgelegt wird.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_10.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_10.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Eine Mission zum Marsmond Phobos auf Basis des ARVs- Illustration. 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ziele von Asteroid Retrieval sind klar festgelegt: Zum einen sollen Asteroiden, die Menschen auf der Erde gefährlich werden könnten, besser erfasst und verfolgt werden. Auch sollen Technologien für planetare Verteidigung getestet werden, die das Risiko für einen vernichtenden Einschlag dieser Asteroiden senken. Darüber hinaus ist es natürlich ebenfalls ein Ziel, unser Wissen über Asteroiden zu erweitern. Doch das wichtigste Ziel ist es, Technologien zu testen, die für das Fernziel der NASA notwendig: Ein bemannter Flug zum Mars in den 2030er Jahren. Dazu zählt etwa der solarelektrische Antrieb. Auch soll die Technologie von Asteroid Retrieval für andere Missionen einsetzbar sein, wie etwa einer Landung auf dem Marsmond Phobos. Jedoch wurde von der NASA immer noch kein Plan vorgestellt, wie eine bemannte Marsmission tatsächlich verlaufen soll.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_big_11.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/31012015112308_small_11.jpg" alt="Boeing" width="260"/></a><figcaption>
Ein Vorschlag des Unternehmens Boeing für eine bemannte Mondlandung- Illustration. 
<br>
(Bild: Boeing)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Unumstritten ist Asteroid Retrieval nicht: Das NASA Advisory Council, Berater der NASA, ist skeptisch, ob Asteroid Retrieval tatsächlich eine bemannte Marsmission vorbereitet. NASA-Administrator Bolden, der diese Vorwürfe bestritt, wirkte auf die Berater nicht überzeugend. Der Berater Thomas Young drückte Folgendes aus: „Wenn wir zeigen, dass wir einen Asteroiden zurückführen können, hat das nichts mit einer Marsmission zu tun.“ Auch der republikanische US-Kongressabgeordnete Steven Palazzo hält Asteroid Retrieval für eine Geldverschwendung, die nicht eine Marsmission vorbereitet. Stattdessen will er sich im Kongress dafür einsetzen, dass eine bemannte Rückkehr zum Mond stattfindet. Das war bereits Ziel des Constellation-Programms, das 2010 aus Kostengründen eingestellt wurde. Ob hinter den populistisch anmutenden Aussagen Palazzos tatsächlich ein Versuch steht, bemannte Mondlandungen auf politischer Ebene als das Ziel der NASA durchzusetzen, ist jedoch noch nicht abzuschätzen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/nasa-will-asteroiden-einfangen/" data-wpel-link="internal">NASA will Asteroiden einfangen</a> (08. April 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/asteroid-oder-mond/" data-wpel-link="internal">Asteroid oder Mond?</a> (26. Mai 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/exploration/" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net Sonderseite zu SLS/Orion</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10974.120" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Retrieval Feasibility Study</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=7627.930" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Künftige Strategie der bemannten US Raumfahrt</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/asteroid-retrieval-die-qual-der-wahl/" data-wpel-link="internal">Asteroid Retrieval: Die Qual der Wahl</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Asteroid 2004 BL86 passiert heute Abend die Erde</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-2004-bl86-passiert-heute-abend-die-erde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 12:33:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[2004 BL86]]></category>
		<category><![CDATA[Arecibo]]></category>
		<category><![CDATA[Goldstone]]></category>
		<category><![CDATA[LINEAR]]></category>
		<category><![CDATA[NEA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=40521</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am Abend des heutigen Tages bekommt die Erde wieder einmal Besuch von einem Asteroiden. Dabei wird der rund 500 Meter durchmessende Asteroid 2004 BL86 unseren Heimatplaneten gegen 17:19 MEZ in einer Entfernung von lediglich 1,2 Millionen Kilometern passieren. Diese Gelegenheit soll genutzt werden, um den Asteroiden eingehend mit verschiedenen Radioteleskopen zu untersuchen. Ein Beitrag von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am Abend des heutigen Tages bekommt die Erde wieder einmal Besuch von einem Asteroiden. Dabei wird der rund 500 Meter durchmessende Asteroid 2004 BL86 unseren Heimatplaneten gegen 17:19 MEZ in einer Entfernung von lediglich 1,2 Millionen Kilometern passieren. Diese Gelegenheit soll genutzt werden, um den Asteroiden eingehend mit verschiedenen Radioteleskopen zu untersuchen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter.</a> Quelle: JPL, DSN Goldstone.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Bis Ende Dezember 2014 haben Astronomen fast 12.000 Asteroiden entdeckt, welche aufgrund der Parameter ihrer Umlaufbahnen um die Sonne als &#8222;Near Earth Asteroids&#8220; bezeichnet werden. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter befindet sich der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroideng%C3%BCrtel" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Asteroiden-Hauptgürtel</a> unseres Sonnensystems. In einer Entfernung zwischen 2,0 und 3,4 <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Astronomischen Einheiten</a> (abgekürzt als &#8222;AE&#8220;) zur Sonne befinden sich dort vermutlich mehrere Millionen Asteroiden mit Durchmessern von mehreren hundert Kilometern bis hinunter zu lediglich wenigen Metern. Andere Asteroiden bewegen sich dabei auf Umlaufbahnen um die Sonne, welche sich deutlich näher an der Umlaufbahn unseres Heimatplaneten befinden. Diese Objekte werden von den Astronomen als &#8222;Near Earth Asteroids&#8220; (kurz &#8222;NEAs&#8220;) bezeichnet. Bis zum Ende des Jahres 2014 wurden von Amateur- und Berufsastronomen <a class="a" href="https://cneos.jpl.nasa.gov/stats/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">fast 12.000</a> solcher NEAs entdeckt und jeden Monat kommen mehrere Dutzend weitere Objekte hinzu. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Asteroiden, welche auf ihrer Sonnenumlaufbahn die Umlaufbahn der Erde kreuzen und deshalb ein potentielles Risiko für eine Kollision mit unserem Heimatplaneten bergen, werden als &#8222;Potentially Hazardous Asteroids&#8220; (kurz (PHAs&#8220;) bezeichnet. Derzeit sind mehr als 1.500 Asteroiden, welche über Durchmesser von lediglich wenigen Dutzend Metern bis hin zu mehreren Kilometern verfügen, als PHAs klassifiziert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Asteroid (357439) 2004 BL86</strong>
<br>
Bei einem dieser Objekte handelt es sich um den Asteroiden (357439) 2004 BL86. Dieser Asteroid wurde bereits am 30. Januar 2004 im Rahmen des automatischen Himmelsdurchmusterungsprogramms <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lincoln_Near_Earth_Asteroid_Research" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">LINEAR</a> entdeckt. Im Rahmen mehrerer Nachfolgebeobachtungen zu Bahnbestimmung stellte sich heraus, dass auch dieser Himmelskörper zur Gruppe der &#8222;Potentially Hazardous Asteroids&#8220; zählt. Der Asteroid gehört zur Klasse der sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erdnaher_Asteroid#Apollo-Typ" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Apollo-Asteroiden</a>, deren Umlaufbahnen in ihrem sonnennächsten Abschnitt die Umlaufbahn der Erde kreuzen, so dass eine Kollision mit der Erde auf lange Sicht nicht ausgeschlossen werden kann. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_big_2.gif" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_small_2.gif" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Diese Animation zeigt den Bahnverlauf des Asteroiden 2004 BL86 und dessen dabei erfolgende Annäherung an die Erde. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Perihel &#8211; dem sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn &#8211; befindet sich 2004 BL86 in einer Entfernung von 0,8967 Astronomischen Einheiten zur Sonne, was in etwa 134 Millionen Kilometern entspricht. Am sonnenfernsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht 2004 BL86 dagegen eine Entfernung von 2,1077 AE. Für einen kompletten Umlauf um die Sonne benötigt der Asteroid einen Zeitraum von einem Jahr und 307 Tagen. Dabei weist die Bahn des Asteroiden eine <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnneigung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Inklination</a> von 23,7 Grad gegenüber der Ekliptik auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der beobachteten Helligkeit des Asteroiden gehen die Astronomen mittlerweile davon aus, dass 2004 BL86 über einen Durchmesser von etwa 500 Metern verfügen dürfte. Unsicherheit besteht dagegen über die Dauer seiner Rotationsperiode, welche durch die Schwankungen in seiner <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtkurve" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Lichtkurve</a> ermittelt wurde. Aufgrund der nur minimalen Helligkeitsveränderungen in der Lichtkurvenamplitude, welche lediglich 0,25 <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinbare_Helligkeit" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">mag</a> beträgt, gelangten die Astronomen J. Pollock und P. Pravec dabei zu zwei verschiedenen Ergebnissen. Für eine vollständige Drehung um seine Rotationsachse benötigt der Asteroid 2004 BL86  demzufolge entweder etwa 5 Stunden oder aber lediglich 2,6 Stunden. Über die Form und Gestalt des Asteroiden, über dessen Zusammensetzung oder über den inneren Aufbau stehen dagegen bisher keine Daten zur Verfügung. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dichter Vorbeiflug an der Erde am 26. Januar 2015</strong>
<br>
Dies dürfte sich aber bereits in Kürze ändern, denn am Abend des heutigen Tages wird der Asteroid 2004 BL86 unseren Heimatplaneten gegen 17:19 MEZ in einer Entfernung von lediglich 1,2 Millionen Kilometern &#8211; dies entspricht in etwa der dreifachen Mondentfernung &#8211; passieren. Diese Gelegenheit soll genutzt werden, um den Asteroiden eingehender zu untersuchen. 2004 BL86 wird sich &#8211; von Süden kommend &#8211; in die Richtung der nördlichen Hemisphäre bewegen und dabei in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar über mehrere Stunden hinweg eine Helligkeit von bis zu 9,1 mag erreichen. Einen klaren Himmel vorausgesetzt kann das Objekt somit auch von Amateurastronomen mit einem Fernrohr oder auch bereits mit einem lichtstarken Fernglas beobachtet werden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Die hier abgebildete 70-Meter-Parabolantenne des DSN-Komplexes in Goldstone/USA soll in den kommenden Tagen zur Radaruntersuchung des Asteroiden (357439) 2004 BL86 genutzt werden. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Asteroid bewegt sich dabei vom Sternbild Wasserschlange zügig in Richtung des Sternbildes <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Krebs_(Sternbild)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Krebs</a>, wo er am Morgen des 27. Januar gegen 06:15 MEZ den Sternhaufen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Messier_44" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Praesepe</a> passieren wird. Allerdings sagen die Wetterprognosen für die kommende Nacht leider eher schlechte Bedingungen für astronomische Beobachtungen voraus. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geplante Radarbeobachtungen</strong>
<br>
Die professionellen Astronomen wollen den Asteroiden jedoch sowieso in erster Linie mit verschiedenen Radioteleskopen beobachten und studieren. Hierbei wird ein Radiosignal in Richtung des Asteroiden ausgestrahlt, dessen Reflexionen anschließend wieder aufgefangen werden. Unter anderem soll dabei erstmals am 26. Januar 2015 eine der Antennen des <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> (kurz &#8222;DSN&#8220;) der NASA eingesetzt werden, welche normalerweise für die Kommunikation mit Raumsonden genutzt wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mit der in Goldstone/USA stationierten 70-Meter-Antenne &#8218;DSS-14&#8216; geplanten Beobachtungen sollen Radaraufnahmen liefern, welche über eine Auflösung von bis zu 3,75 Metern verfügen. Weitere Asteroiden-Beobachtungen mit der Parabolantenne DSS-14 sind anschließend für den 27., 28., 30. und 31. Januar sowie für den 1. Februar vorgesehen. Allerdings wird bei diesen Beobachtungen die zu erzielende maximale Auflösung aufgrund der zunehmenden Entfernung zu dem Beobachtungsziel bereits deutlich niedriger liegen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eventuell, so die Hoffnungen der beteiligten Astronomen, kann in den kommenden Tagen auch erstmals ein erst kürzlich an der ebenfalls zu dem Goldstone-Komplex gehörenden 34-Meter-Antenne DSS-13 montierter moderner Transmitter genutzt werden. In diesem Fall wäre es möglich, Aufnahmen anzufertigen, welche eine Auflösung von sogar bis zu 1,87 Metern erreichen. Weitere Radarbeobachtungen des Asteroiden 2004 BL86 sind am 27. Januar mit dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arecibo-Observatorium" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Arecibo-Radioteleskop</a> sowie am 27. und 28. Januar mit dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Green_Bank_Telescope" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Green-Bank-Radioteleskop</a> vorgesehen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012015133346_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Im Herbst 2012 wurde der Asteroid 2007 PA8 ebenfalls mit der 70-Meter-Antenne in Goldstone untersucht. Jedes dieser hier gezeigten neun Radarbilder deckt ein Feld von 1,7 x 1,7 Kilometern ab. Am 5. und 6. November 2012 &#8211; an diesen Tagen erfolgte die dichteste Annäherung des Asteroiden an die Erde &#8211; beträgt die Auflösung der Bilder 3,75 Meter pro Pixel. Am 2., 3. und 8. November lag sie bei 7,5 Metern. Am 31. Oktober sowie am 11., 12. und 13. November konnten dagegen bei entsprechend größeren Distanzen zwischen Erde und Asteroid immer noch 18,75 Meter pro Pixel erreicht werden. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wenn in den Tagen nach dem Vorüberflug die Radardaten vorliegen, werden uns die ersten detaillierten Aufnahmen zur Verfügung stehen&#8220;, so Lance Benner vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, der für die Beobachtungen des Asteroiden vom Goldstone-Komplex aus verantwortlich ist. &#8222;Zur Zeit wissen wir praktisch so gut wie gar nichts über diesen Asteroiden, so dass wir uns auf Überraschungen einstellen müssen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beteiligten Wissenschaftler erwarten, dass die Radarbilder einer Qualität entsprechen, welche sich mit Aufnahmen vergleichen lässt, die ansonsten nur auf die Untersuchung von Asteroiden spezialisierte Raumsonden aus kurzen Entfernungen anfertigen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;So nahe wie am 26. Januar wird der Asteroid 2004 BL86 der Erde mindestens 200 Jahre lang nicht mehr kommen&#8220;, so Donald K. Yeomans, der ehemalige Leiter des <i>Near Earth Object Program Office</i> der NASA. &#8222;Der Asteroid stellt somit in absehbarer Zeit keine direkte Gefahr für die Erde dar. Allerdings kommt uns hier ein relativ großer Asteroid vergleichsweise nahe, so dass sich eine einzigartige Gelegenheit bietet, ihn zu beobachten und mehr über ihn zu lernen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Asteroiden sind etwas ganz Besonderes&#8220;, so Don Yeomans weiter, der das <i>Near Earth Object Program Office</i> der NASA seit dessen Gründung vor fast 17 Jahren geleitet hat und der erst kürzlich am 9. Januar 2015 nach einer 39jährigen Tätigkeit am JPL in den Ruhestand verabschiedet wurde. &#8222;Sie haben nicht nur die Erde mit den Bausteinen für das Leben und einen Großteil des Wassers versorgt. Sie könnten in Zukunft auch eine wichtige Quelle für Rohstoffe werden. Außerdem stellen sie für die Menschheit eine Art Zwischenstation bei der weiteren Erforschung unseres Sonnensystems dar. Asteroiden haben etwas, da muss ich einfach hinschauen.&#8220; Für die Beobachtung des Asteroiden 2004 BL86 will der Pensionär am heutigen Abend sein Lieblingsfernglas nutzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Keine Gefahr für die Erde</strong>
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Die am heutigen Abend erfolgende Annäherung des Asteroiden 2004 BL86 stellt definitiv keine Gefahr für die Erde dar. Allerdings ist dies laut dem derzeit gültigen Wissensstand bis zum Jahr 2027 die dichteste Annäherung eines mehr als 500 Meter durchmessenden Asteroiden an unseren Heimatplaneten. Erst am 27. August 2027 wird sich mit dem Asteroiden <a class="a" href="https://en.wikipedia.org/wiki/(137108)_1999_AN10" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">1999 AN10</a> ein vergleichbar großes Objekt der Erde noch weiter nähern. Dieser etwa 800 bis 1.800 Meter durchmessende Asteroid wir die Erde dabei in einer Entfernung von sogar lediglich rund 390.000 Kilometern &#8211; dies entspricht in etwa der Entfernung des Mondes &#8211; passieren. </p>



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