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	<title>Planetoid &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Planetoid &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Hubble wirft Blick auf &#8218;Xena&#8216;</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hubble-wirft-blick-auf-xena/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2006 03:41:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das NASA-Weltraumteleskop hat erstmalig den &#8218;zehnten Planeten&#8216; beobachtet, der gegenwärtig den Spitznamen Xena trägt, und diesen als nur unwesentlich größer als Pluto wahrgenommen. Ein Beitrag von Eric Honstrass. Quelle: NASA. Vertont von Dominik Mayer. Obwohl frühere, bodengestützte Beobachtungen vermuten ließen, dass der Durchmesser um etwa 30&#160;Prozent größer als Plutos Durchmesser sei, zeigten Beobachtungen des Hubble-Teleskops [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das NASA-Weltraumteleskop hat erstmalig den &#8218;zehnten Planeten&#8216; beobachtet, der gegenwärtig den Spitznamen Xena trägt, und diesen als nur unwesentlich größer als Pluto wahrgenommen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Eric Honstrass</a>. Quelle: NASA. Vertont von Dominik Mayer.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2006-04-13-91499.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042006054101_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042006054101_small_1.jpg" alt="None" width="260"/></a><figcaption>
Künstlerische Darstellung des Kuiper Objektes mit dem Spitznamen Xena und dessen Mond Gabrielle.
<br>
(Bild: NASA, ESA, and A. Schaller (for STScI) )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl frühere, bodengestützte Beobachtungen vermuten ließen, dass der Durchmesser um etwa 30&nbsp;Prozent größer als Plutos Durchmesser sei, zeigten Beobachtungen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hubble-Weltraumteleskop" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external"><i>Hubble</i>-Teleskops</a> vom 09. und 10.&nbsp;Dezember des vergangenen Jahres, dass Xenas Durchmesser bei 1.490&nbsp;Meilen liegt (2.397&nbsp;Kilometer) &#8211; mit einer Unsicherheit von 60&nbsp;Meilen (97&nbsp;Kilometer). Plutos von Hubble gemessener Durchmesser liegt bei 1.422&nbsp;Meilen (2.288&nbsp;Kilometer).</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<i>Hubble</i> ist das einzige Teleskop, das in der Lage ist, eine unverfälschte Lichtmessung des tatsächlichen Durchmessers von Xena durchzuführen&#8220;, sagt Mike Brown, Planetenwissenschaftler am California Institute of Technology in Pasadena. Browns Forschungsteam entdeckte Xena, der offiziell unter der Bezeichnung &#8222;2003 UB313&#8220; geführt wird, und dessen Ergebnisse wurden für die Veröffentlichung im Astrophysical Journal zugelassen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042006054101_small_2.jpg" alt="None" width="260"/><figcaption>
<i>Hubbles</i>
 Blick auf das zehn Milliarden Kilometer entfernte Objekt. 
<br>
(Bild: NASA, ESA, and M. Brown [CalTech])
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Es waren nur eine Hand voll Bilder nötig, um Xenas Durchmesser zu bestimmen. Das in zehn Milliarden Kilometern Entfernung befindliche Objekt mit einem Durchmesser, der ein wenig mehr als die Hälfte der Breite der USA misst, hat im <i>Hubble</i>-Bild einen Durchmesser von eineinhalb Bildpunkten. Dies ist für eine präzise Größenbestimmung ausreichend.
<br>
Da Xena kleiner als ursprünglich angenommen, aber vergleichsweise hell ist, muss es sich um eines der am stärksten reflektierenden Objekte unseres Sonnensystems handeln. Das einzige Objekt, das Licht noch stärker reflektiert, ist der geologisch aktive Saturnmond Enceladus, dessen Oberfläche ständig mit stark reflektierendem Eis überzogen wird, das aus aktiven Geysiren stammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Xenas hohe Reflektion beruht möglicherweise auf frischem Methan-Eis auf seiner Oberfläche. Das Objekt hatte in Sonnennähe möglicherweise eine Atmosphäre, die auf dem Weg von der Sonne weg aber ausgefroren sein dürfte und sich als Eis auf der Oberfläche niedergeschlagen haben müsste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Möglichkeit ist ein dauerhafter Verlust von Methan aus Xenas wärmerem Inneren. Erreicht dieses Methan die kalte Oberfläche, gefriert es sofort und bedeckt Krater und andere Strukturen und macht sich dadurch für Hubbles Auge einheitlich hell.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042006054101_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/12042006054101_small_3.jpg" alt="None" width="260"/></a><figcaption>
Diese Illustration der größten, bekannten Objekte des Kuiper-Gürtels, zeigt Xena nur unwesentlich größer als Pluto.
<br>
(Bild: NASA, ESA, and A. Feild [STScI])
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">2003 UB313 benötigt für einen Sonnenumlauf 560&nbsp;Jahre und ist zur Zeit seinem sonnenfernsten Punkt sehr nahe. Brown plant als nächstes, <i>Hubble</i> und andere Teleskope für das Studium anderer, kürzlich entdeckter Kuiper-Objekte zu nutzen, die beinahe an die Größe von Pluto oder Xena heranreichen. Der Kuiper-Gürtel ist ein ausgedehnter Ring urtümlicher, eisiger Kometen und größerer Körper, der sich jenseits der Neptun-Bahn befindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion um den Planetenstatus von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pluto" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Pluto</a> und 2003 UB313 dürfte damit erneut Nahrung erhalten, und man kann sich nur wünschen, dass die Internationale Astronomische Union hier endlich Klarheit schafft. Nähme man lediglich die Größe eines Objektes als Messlatte für den Planetenstatus, so wäre Xena eindeutig ein Planet. Die starke Exzentrität und Neigung der Plutobahn hingegen könnte dazu führen, dass Pluto zukünftig nicht mehr als Planet, sondern nur noch als großes Kuiper-Objekt geführt wird.     </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hubble: Sedna hat keinen Mond!</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/hubble-sedna-hat-keinen-mond/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2005 15:09:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Planetoid]]></category>
		<category><![CDATA[Rotation]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sedna! Ein Planetoid am Rande unseres Sonnensystems. Von vielen wird er als der zehnte Planet unseres Sonnensystems gehandelt. Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: SpaceFlightNow. Aufgrund seiner Größe wird er aber Planetoid genannt. Als dieser Planetoid an der äußeren Grenze unseres Sonnensystems gefunden wurde, war er ein Rätsel für die Forscher, denn er rotierte sehr [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sedna! Ein Planetoid am Rande unseres Sonnensystems. Von vielen wird er als der zehnte Planet unseres Sonnensystems gehandelt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: SpaceFlightNow.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund seiner Größe wird er aber Planetoid genannt. Als dieser Planetoid an der äußeren Grenze unseres Sonnensystems gefunden wurde, war er ein Rätsel für die Forscher, denn er rotierte sehr langsam. Während die Erde 24 Stunden benötigt sich einmal um ihre eigene Achse zu drehen, benötigt Sedna umgerechnet 20 Erdtage und ist somit der langsamste Planet, was die Rotierungsgeschwindigkeit betrifft. Aufgrund dieser niedrigen Geschwindigkeit dachte man, dass der Planetoid einen Mond hat der durch seine Gravitation den kleinen Planetoid bremst. Doch das sollte sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen!</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/07042005170950_small_1.jpg" alt="None" width="400" height="457"/><figcaption>
Der Planetoid Sedna, der weit entfernt von Pluto einsam seine Runden dreht (Bild: Hubble/NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nun wurden Hubbles mächtige Augen auf den kleinen Planetoid ausgerichtet. Wieder einmal hat Hubble die Wichtigkeit unter Beweis gestellt und hat keine Anzeichen auf einen Sedna-Mond gefunden, der groß genug wäre einen spürbaren Einfluss auf den Planetoiden zu haben. Spät aber doch veröffentlichte Scott Gaudi und sein Team neue Messungen vom Harvard-Smithsonian Center. Diesen Daten zu Folge, rotiert der Mond schneller als ursprünglich gedacht, nämlich alle zehn Stunden einmal um die eigene Achse. Diese Rotationsgeschwindigkeit wäre die übliche Geschwindigkeit für Planetoiden in unseren Sonnensystem. &#8222;So haben wir indirekt das Rätsel um Sednas fehlenden Mond gelöst&#8220;, scherzte Gaudi. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sedna fliegt einsam in einem Abstand von 500 AU (AU ist der Abstand Erde-Sonne=150 000 000 Kilometer) um die Sonne und braucht somit 10 000 Jahre bis er einmal die Sonne umrundet hat. Zum Vergleich: Pluto benötigt 248 Jahre für eine Runde um die Sonne. Hier sieht man den enormen Abstand zum letzten Planeten unseres Sonnensystems.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sedna &#8211; oder eine Zeitreise in die Geschichte unseres Sonnensystems</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/sedna-oder-eine-zeitreise-in-die-geschichte-unseres-sonnensystems/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 10:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonnensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Kuiper-Gürtel]]></category>
		<category><![CDATA[New Horizons]]></category>
		<category><![CDATA[Planetoid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sedna, der größte uns derzeit bekannte Planetoid der die Sonne umkreist hat seit seiner Entdeckung am 14.&#160;November 2003 schon öfters für Kopfzerbrechen unter den Astronomen gesorgt. Eine neue Theorie zu seinem Geburtsort wurde jetzt veröffentlicht. Ein Beitrag von Roger Spinner. Quelle: NASA. Zuerst war da einmal seine Größe, zuverlässige Schätzungen zu machen war nicht einfach. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sedna-oder-eine-zeitreise-in-die-geschichte-unseres-sonnensystems/" data-wpel-link="internal">Sedna &#8211; oder eine Zeitreise in die Geschichte unseres Sonnensystems</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Sedna, der größte uns derzeit bekannte Planetoid der die Sonne umkreist hat seit seiner Entdeckung am 14.&nbsp;November 2003 schon öfters für Kopfzerbrechen unter den Astronomen gesorgt. Eine neue Theorie zu seinem Geburtsort wurde jetzt veröffentlicht.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Roger Spinner. Quelle: NASA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst war da einmal seine Größe, zuverlässige Schätzungen zu machen war nicht einfach. Sein Entdecker, Michael Brown und seine Kollegen vom <i>California Institute of Technology (CALTEC)</i> schätzen den Durchmesser Sednas heute auf etwa 1.600&nbsp;km, was etwa zwei Drittel des Plutodurchmessers entspricht. Die Frage nach der Größe Sednas warf unweigerlich auch die heikle Frage auf, welche Objekte denn heutzutage die Bezeichnung Planet &#8222;verdienen&#8220; und welche als Asteroiden oder so genannte Objekte des Kuiper-Gürtels zu klassifizieren sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann war da noch die Frage nach dem Orbit Sednas. Bei einer maximalen Distanz von mehr als 800 Astronomischen Einheiten (AE) von der Sonne, wobei eine AE der Entfernung Sonne – Erde entspricht, ist der Planetoid weiter von der Sonne entfernt als alle bisher bekannten Objekte innerhalb des Sonnensystems. Seine fast 12.000&nbsp;Jahre dauernde Reise um die Sonne führt den Planetoiden bis auf etwa 75&nbsp;AE an die Sonne heran, Sedna hat somit auch eine der exzentrischsten Umlaufbahnen innerhalb des Sonnensystems. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_small_1.jpg" alt="Zum Vergrößern anklicken" width="392" height="294"/></a><figcaption>
Künstlerische Darstellung von Sedna.
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gelangte Sedna zu so einer ungewöhnlichen Umlaufbahn? Wo ist er entstanden und wie verändert dies unser Wissen über die Entstehung und Zusammensetzung unseres Sonnensystems? Und nicht zu letzt, sind da draußen noch mehr &#8222;Sednas&#8220;, Giganten die still und leise ihre Bahnen durch unser Sonnensystem ziehen, nur darauf wartend entdeckt zu werden? <br>Eine Möglichkeit die Entstehung Sednas zu erklären, ist die von Brown und seinen Kollegen seinerzeit vorgeschlagene Theorie, dass Sedna wohl gleichzeitig wie die großen Planeten entstanden ist, irgendwo zwischen Neptun und Uranus. Irgendwann erhielt Sedna dann einen großen Ruck, vielleicht durch die Begegnung mit einem größeren Planeten, möglicherweise aber auch durch das Vorbeiziehen eines nahen Sternes. Die Umlaufbahn des Planetoiden war somit gestört, Sedna wurde weit hinaus in den Kuiper-Gürtel geschleudert und endete schließlich auf der exzentrischen Umlaufbahn, auf der wir ihn heute sehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorteil dieser Theorie ist, dass sie gut übereinstimmt mit dem was wir heute über die Struktur des Sonnensystems wissen. Mit zwei Ausnahmen, der <i>Orthschen Wolke</i>, die zwischen 5.000 und 100.000&nbsp;AE von der Sonne entfernt sein soll und Sedna selber. Denn wir kennen derzeit kein Objekt im Sonnensystem, dass die Sonne in einem größeren Abstand umkreist, als dem Kuiper-Gürtel, etwa 50&nbsp;AE von der Sonne entfernt. Es erscheint folglich plausibel, dass Sedna dort entstanden sein muss wo sich auch alle weiteren Planeten gebildet haben, nämlich irgendwo zwischen dem inneren Rand des Kuiper-Gürtels und der Sonne.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_small_2.jpg" alt="Zum Vergrößern anklicken" width="396" height="391"/></a><figcaption>
Darstellung der stark exzentrischen Bahn Sednas.
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer gibt es aber auch hier abweichende Theorien, und nun präsentierte S. Alan Stern &#8211; Astronom am <i>Southwest Research Institute</i> und zugleich wissenschaftlicher Leiter der <a href="https://www.raumfahrer.net/raumsonden-index-m-bis-o/#ad62f86415a9" data-wpel-link="internal"><i>New Horizons</i>-Mission</a> zum Pluto &#8211; in der jüngsten Ausgabe des <i>Astronomical Journal</i> ein alternatives Szenario der Entstehungsgeschichte Sednas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stern stellt schlicht die Frage ob es möglich sei, dass Sedna nicht in der planetaren Region des Sonnensystems entstand, sondern irgendwo jenseits der 50&nbsp;AE-Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den späten 90er Jahren entwickelte Stern zusammen mit einem  Kollegen ein ausgeklügeltes Computermodell welches die Entstehung der Planeten simulieren konnte. Die heute bekannten Planeten entstanden ja der gängigen Theorie zu Folge in einer so genannten protoplanetaren Scheibe aus Gas und Staub, welche die junge Sonne vor beinahe fünf Milliarden Jahren umgab. Kleinste Teilchen aus Staub kollidierten damals miteinander in der sich drehenden Scheibe und formten sich langsam zu festen Brocken. Diese Brocken wuchsen stetig weiter, in einem Prozess den man Akkretion nennt &#8211; die Akkumulation von Trümmern, die nach der Kollision zweier anderer felsiger Objekte übrig blieben. Diese &#8222;Zusammenstöße&#8220; mussten relativ schwach gewesen sein, denn nur so konnten sich die Felsbrocken zu immer größeren Objekten zusammenklumpen. Die protoplanetare Scheibe musste dazu relativ ruhig gewesen sein, dies bedeutet, dass die Objekte innerhalb der Scheibe sich mit einer eher geringeren Geschwindigkeit relativ zu einander bewegten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sterns Modell zeigte genau diesen Prozess auf. Eine ruhige protoplanetare Scheibe vorausgesetzt, berücksichtigte das Modell die Rotationsgeschwindigkeit, die Beschaffenheit und die Zusammensetzung des felsigen Materials und konnte so die Anzahl und Größe der planetarischen Objekte vorhersagen, die sich unter diesen Konditionen bilden konnten.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_big_3.gif" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_small_3.gif" alt="Zum Vergrößern anklicken" width="365" height="281"/></a><figcaption>
Schematische Darstellung des Kuiper-Gürtels.
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Stern beschloss nun anhand seines Modells zu testen, ob ein Objekt von der Größe Sednas auch in einer Entfernung von 75 bis 400&nbsp;AE von der Sonne entstehen konnte. Da die Region außerhalb einer Entfernung von 50&nbsp;AE heute sehr leer zu sein scheint und keinerlei Bausteine aufweist, die zur Entstehung eines Planeten hätten beitragen können, nahm Stern an, dass während der Entstehung des Sonnensystems die protoplanetare Scheibe weit über den Kuiper-Gürtel hinaus gereicht haben muss.
<br>
Anstelle eines scharf umrissenen Scheibenrandes ging Stern davon aus, dass die Scheibe mit zunehmender Entfernung von der Sonne, stufenweise immer weniger dicht war und weit über die Grenze von 50&nbsp;AE hinaus ragte. Er ließ darauf hin seine Simulation erneut laufen um festzustellen, ob unter diesen Bedingungen Sedna und andere, vergleichbare Objekte in einer solch großen Entfernung von der Sonne entstehen konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antwort, die er auf diese Frage erhielt, war ein unmissverständliches &#8222;Ja&#8220;. Es dauerte nicht einmal so lange. Innerhalb einiger hundert Millionen Jahre entstanden gleich mehrere Sedna-ähnliche Objekte und bevölkerten diesen entlegenen Teil des Sonnensystems. In diesem Fall ist auch klar, dass Sedna nicht der einzige Vertreter seiner Art ist, der in dieser Region entstanden ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26012005115608_small_4.jpg" alt="Zum Vergrößern anklicken" width="344" height="342"/></a><figcaption>
Eine Aufnahme von Beta Pictoris, gemacht vom 
<i>European Southern Observatory.</i>
<br>
(Bild: ESO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Stern gibt zu, dass es derzeit noch keinen Bewies für seine Theorie einer solch großen protoplanetaren Scheibe gibt. Er unterstreicht jedoch, dass Scheiben die von Astronomen um andere Sterne herum beobachtet wurden, in der Regel um einiges mehr als nur 50&nbsp;AE über ihren Stern hinaus reichen. Die berühmte Scheibe um <i>Beta Pictoris</i> herum zum Beispiel dehnt sich dreißig Mal weiter aus, auf einen Radius von annähernd 1.500&nbsp;AE. Warum sollte es bei unserer Sonne also anders gewesenen sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich Sterns Annahme, dass Sedna so weit von der Sonne entfernt entstanden ist, bestätigen sollte, so hätte dies weit reichende Konsequenzen nicht nur für unser Verständnis der Geschichte des Sonnensystems, sonder auch für unser Wissen über dessen heutige Struktur.  Es würde bedeuten, dass die scharf umrissene Grenze des Kuiper-Gürtels, die Astronomen in einer Distanz von etwa 50&nbsp;AE von der Sonne entdeckt haben, nicht den Rand unseres Sonnensystems darstellt, sondern viel mehr den Beginn einer &#8222;Kuiper-Lücke&#8220;. Diese Lücke müßte relativ groß sein und sich bis auf eine Entfernung von etwa 70-80&nbsp;AE von der Sonne erstrecken. Wäre diese Lücke schmaler, so hätten Astronomen sicherlich schon Objekte jenseits dieser Distanz entdeckt. Ist die Lücke tatsächlich so groß wie von Stern angenommen, so wäre es möglich, dass sich der Kuiper-Gürtel weit über seine heute angenommene Größe hinaus ausdehnen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der einzige Weg dies herauszufinden ist laut Stern die Suche nach weiteren &#8222;Sednas&#8220;, die die Sonne in einer Distanz von 100 bis 200&nbsp;AE umkreisen. Die starke Exzentrizität Sednas erklärt sich derzeit auch Stern damit, dass seine ursprüngliche Bahn durch die Begegnung mit einem großen, vorbeiziehenden Objekt &#8211; entweder einem Planeten oder einem Stern &#8211; gestört wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sedna-Entdecker Michael Brown verhält sich der Theorie Sterns gegenüber zurückhaltend. In den Jahren seit der Entdeckung Sednas haben viele Wissenschaftler etliche Theorien über den Entstehungsort des Planetoiden aufgestellt. Die Herausforderung der Astronomen sei es nun herauszufinden, welche all dieser Theorien die besten Chancen hat sich zu bewahrheiten.    </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwandte Artikel:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener" target="_blank" href="https://www.raumfahrer.net/wissenschaftler-rufen-schiebung/" data-wpel-link="internal">Neue Erkenntnisse über die Entstehung des Kuiper-Gürtles</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterführende Websites:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://iopscience.iop.org/article/10.1086/426558/pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Homepage des Astronomical Journals (engl.)</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/sedna-oder-eine-zeitreise-in-die-geschichte-unseres-sonnensystems/" data-wpel-link="internal">Sedna &#8211; oder eine Zeitreise in die Geschichte unseres Sonnensystems</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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