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	<title>RAPID &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>RAPID &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Weltraummission Cluster: Salsas letzter Tanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2024 17:09:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Magnetosphäre der Erde. Am kommenden Sonntag tritt der erste der Weltraum-Methusalems in die Erdatmosphäre ein. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 4. September 2024. 4. September 2024 &#8211; Mit dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik endet am Sonntag, 8. September 2024, [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Seit 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Magnetosphäre der Erde. Am kommenden Sonntag tritt der erste der Weltraum-Methusalems in die Erdatmosphäre ein. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung 4. September 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">4. September 2024 &#8211; Mit dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik endet am Sonntag, 8. September 2024, die Forschungsmission des ersten der vier Cluster-Satelliten der ESA. Überwacht von Kontrollzentren und Teleskopen auf der Erde sowie einem Forschungsflugzeug wird der liebevoll „Salsa“ genannte Satellit verglühen. Die großangelegte Beobachtungskampagne soll helfen zu verstehen, wie ausgediente Satelliten in Zukunft sicher und schnell aus der Erdumlaufbahn entfernt werden können. Gleichzeitig markiert das bevorstehende Feuerwerk das Ende einer einzigartigen Forschungsexpedition: Seit 24 Jahren (anstatt der ursprünglich geplanten zwei Jahre) durchquert Salsa im „Formationstanz“ mit seinen Geschwistern Rumba, Samba und Tango auf langestreckten Ellipsen die Magnetosphäre der Erde – und hat so mehr als zwei Sonnenzyklen lang miterlebt, wie der magnetische Schutzschild unseren Planeten vor direktem Teilchen- und Strahlungsbombardement von der Sonne bewahrt. Das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) hat das Instrument RAPID zu der Mission beigesteuert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" data-rl_caption="" title="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="380" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60.jpg" alt="Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte - künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)" class="wp-image-144018" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SALSAreentryartESADavidDucross60-300x190.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am Sonntag, 8. September, tritt der Cluster-Satellit Salsa in die Erdatmosphäre ein, wo er verglühen dürfte &#8211; künstlerische Darstellung. (Bild: ESA/David Ducross)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Dienstende von Salsa findet unter ähnlichen Bedingungen statt wie der -antritt vor 24 Jahren: in einer Phase besonders hoher Sonnenaktivität. Ebenso wie damals durchläuft unser Stern aktuell das Maximum seines etwa elfjährigen Aktivitätszyklus. In den vergangenen Monaten ist es dadurch zu mehreren heftigen Sonnenstürmen gekommen; eindrucksvolle Polarlichter waren sogar in Deutschland zu sehen. „Die aktuelle Situation ist ganz ähnlich wie zum Beginn der Cluster-Mission“, erinnert sich MPS-Wissenschaftler Dr. Patrick Daly, wissenschaftlicher Leiter des RAPID-Teams. Bereits im November 2001 wurden die Cluster-Satelliten Zeugen eines besonders heftigen Sonnensturms. Wie Messungen ergaben, quetscht bei einem solchen Sturm das Bombardement von der Sonne die Erdmagnetosphäre auf die Hälfte ihrer gewöhnlichen Größe zusammen. „Ein solches Ereignis war noch nie zuvor mit solcher Präzision in situ aufgezeichnet worden“, so Daly.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" data-rl_caption="" title="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="417" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60.jpg" alt="Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)" class="wp-image-144022" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/StrukturuDynamikdErdmagnetosphaereMPS60-300x209.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Seit mehr als 24 Jahren untersuchen die vier Cluster-Satelliten die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre. (Grafik: MPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Schutzschild im All</strong><br>Die Magnetosphäre, der Einflussbereich des irdischen Magnetfeldes, ist riesig. Während ihre Ausdehnung auf der sonnenzugewandten Seite in der Regel etwa 65.000 Kilometer beträgt, reicht ihr langgezogener, sonnenabgewandter Schweif mehr als zwei Millionen Kilometer ins All. Obwohl Magnetosphäre die Erde von dem meisten Teilchen von der Sonne abschirmt, können einige an den Polen, wo die magnetischen Feldlinien zur Erdoberfläche hin gekrümmt sind, bis in die inneren Atmosphärenschichten vordringen. Durch diese Teilchen und die vom Sonnenwind mitgeführten Magnetfelder entsteht in der Magnetosphäre ein komplexes Zusammenspiel aus Teilchen, Magnetfeldern und Wellen. „Vor Beginn der Cluster-Mission war unser Verständnis der Erdmagnetosphäre eher lückenhaft“, so Daly. „Die Cluster-Mission hat wie keine andere dazu beigetragen, die Struktur und Dynamik der Erdmagnetosphäre zu verstehen“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch ihre jahrzehntelange Präsenz in der Magnetosphäre konnte die Cluster-Mission vor Ort miterleben, wie sich unser magnetischer Schutzschild unter dem wechselhaften Einfluss der Sonne verändert. Ein weiterer Vorteil: die Choreographie der vier „Tänzer“. Seit 2001 fliegen die Satelliten in einer tetraeder-förmigen Anordnung. Die Messdaten, die auf diese Weise entstehen, erlauben Forschenden nicht nur einen dreidimensionalen Blick auf die Magnetosphäre, sondern auch, räumliche Veränderungen von zeitlichen zu unterscheiden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="600" height="479" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT.jpg" alt="Das Cluster-Instrument RAPID konnte die Verteilung von Eisen-Ionen in der Erdatmosphäre bestimmen. (Grafik: ESA; Sun: ESA/NASA/SOHO/LASCO/EIT)" class="wp-image-144016" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDVerteilungFEIonenErdatmosphaereESANASASOHOLASCOEIT-300x240.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Cluster-Instrument RAPID konnte die Verteilung von Eisen-Ionen in der Erdatmosphäre bestimmen. (Grafik: ESA; Sun: ESA/NASA/SOHO/LASCO/EIT)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zweck tragen die Cluster-Satelliten elf jeweils baugleiche wissenschaftliche Instrumente an Bord. Die vier als RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors) bezeichneten Teilchenspektrometer vom MPS bestimmen die Verteilung und Energie von Ionen und Elektronen in der Magnetosphäre. In den vergangenen Jahrzehnten ist so ein detailliertes Gesamtbild der Teilchenumgebung unserer Erde entstanden. Zudem ist es den RAPID-Instrumenten erstmals gelungen, die Verteilung von schweren Ionen wie Eisen- und Silizium-Ionen in der Magnetosphäre zu messen. Diese treten besonders in der inneren Magnetosphäre auf und ihre Häufigkeit hängt stark von der Aktivität der Sonne ab. Und vor Kurzem haben die RAPID-Daten sogar einen Hinweis darauf gegeben, wie es zu eindrucksvollen spiralförmigen Polarlichtern kommt. Eine Gruppe von vier Forscherinnen um Dr. Elena Kronberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München, ehemaliges Mitglied des RAPID-Teams am MPS, hatte in den Messdaten wirbelartige Magnetfeldstrukturen ausgemacht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" data-rl_caption="" title="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="402" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60.jpg" alt="2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)" class="wp-image-144020" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60-300x201.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/SpiralfoermigePolarlichterElenaKronberg60-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">2013 konnte RAPID-Teammitglied Dr. Elena Kronberg diese spiralförmigen Polarlichter im Norden Norwegens aufnehmen. Die Erklärung für das beeindruckende Phänomen fand sie Jahre später in Messdaten von Cluster. (Bild: Elena Kronberg)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Feuriges Ende eines Weltraum-Methusalems</strong><br>„Dass die Cluster-Satelliten über so viele Jahre Messdaten aufzeichnen würden, hätten wir nie erwartet“, so Daly. Da fast alle Instrumente nach den ursprünglichen geplanten zwei Betriebsjahren noch funktionstüchtig waren, konnte die Mission verlängert werden – ein ums andere Mal. Mittlerweile zählt Cluster nach den Voyager- und Pioneer-Sonden, dem Sonnenobservatorium SOHO und dem Advanced Composition Explorer ACE zu den Weltraum-Methusalems. Doch spurlos sind die Jahre nicht an den vier kosmischen Tänzern vorübergegangen. Wie auch die anderen Messinstrumente plagen die vier RAPID-Spektrometer mittlerweile Altersgebrechen: Einige Teilinstrumente sind bereits ausgefallen; die Messempfindlichkeit hat nachgelassen. Zu guter Letzt gehen den Satelliten nun die Treibstoffreserven aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorbereitungen für das deshalb notwendige Missionsende laufen bereits seit Januar. Zu diesem Zeitpunkt wurde Salsa auf einen Kurs gelenkt, der den Satelliten seitdem mit jedem Erdumlauf etwas tiefer sinken lässt. Am 8. September wird die Flugbahn so tief führen, dass Salsa in der Erdatmosphäre auseinanderbricht. Die ESA rechnet damit, dass die Bruchstücke vollständig in der Atmosphäre verglühen. Die Cluster-Satelliten Rumba, Samba und Tango werden zunächst nur ausgeschaltet; erst im November 2025 und August 2026 stehen ihre Wiedereintritte an.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full has-lightbox"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" data-rl_caption="" title="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="600" height="400" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60.jpg" alt="Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)" class="wp-image-144015" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60.jpg 600w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60-300x200.jpg 300w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2024/09/RAPIDInstrumentbeimStart1996zerstoertMPS60-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Eines der RAPID-Instrumente, das beim missglückten Start 1996 zerstört wurde, befindet sich noch am MPS. (Bild: MPS)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Katastrophaler Start</strong><br>In gewisser Weise erinnert das bevorstehende, feuerreiche Ende der Mission an ihren Beginn. Vier Jahre vor dem erfolgreichen Start im Jahr 2000 war es zu einem Unglück gekommen: Der erste Startversuch musste nach weniger als einminütigem Flug wegen eines Steuerungsfehlers der Trägerrakete beendet werden. Die Bruchstücke der explodierten Rakete – und der vier Cluster-Satelliten an Bord &#8211; gingen kontrolliert über unbewohntem Gebiet in der Nähe des ESA-Raumfahrtzentrums im südamerikanischen Französisch-Guayana nieder. Eines der zerstörten RAPID-Instrumente, das aus den dortigen Sümpfen geborgen werden konnte, findet sich noch heute am MPS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Patrick Daly erlebte den missglückten Start damals im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt. „Auf dem Bildschirm haben wir das spektakuläre Feuerwerk gar nicht erkannt und wussten zunächst nicht was los war, bis das Schweigen mit den Wörtern „That was the Cluster Mission“ gebrochen wurde“, erinnert er sich noch heute an den beklemmenden Moment. Umso größer war die Freude vier Jahre später. Den Start der ersten beiden Satelliten im Juli 2000 verfolgte der MPS-Wissenschaftler wieder in Darmstadt, den der zweiten im August desselben Jahres im kasachischen Baikonur. Ein unvergessliches Erlebnis. „Nach jedem erfolgreichen Start sind die Beteiligten überglücklich. Schließlich haben sie jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet. Aber bei Cluster war es wirklich etwas ganz besonders“, so Daly. Der bevorstehende letzte Tanz von Salsa führt die Mitglieder der wissenschaftlichen Teams nun in den nächsten Tagen ans Weltraumastronomiezentrum (ESAC) in der Nähe von Madrid – für ein letztes Treffen und einen weiteren unvergesslichen Moment.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4099.msg565710#msg565710" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Cluster</a></li>
</ul>
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		<title>MPS: Solar Orbiter schrappt an der Erde vorbei</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mps-solar-orbiter-schrappt-an-der-erde-vorbei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 14:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. 26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Das Manöver leitet den nächsten Abschnitt der Sonnenmission ein: Nach Anflugphase und Inbetriebnahme beginnt nun der wissenschaftliche Normalbetrieb. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SolOEarthflybyesaatgmedialab26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr saust Solar Orbiter an der Erde vorbei. (Bild: ESA/ATG medialab)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">26. November 2021 &#8211; Nach ihren ersten Umläufen um die Sonne kehrt die ESA-Raumsonde Solar Orbiter am kommenden Samstag, 27. November, ganz in die Nähe der Erde zurück. Der Vorbeiflug in einem Abstand von nur 460 Kilometern ändert Flugbahn und -geschwindigkeit der Sonde so, dass sie sich auf ihrer nächsten Umlaufbahn der Sonne bis auf den bisher kürzesten Abstand von 50 Millionen Kilometern nähern kann. Das Manöver markiert zudem einen wichtigen Meilenstein der Mission: Die Inbetriebnahme der wissenschaftlichen Instrumente ist abgeschlossen; nun beginnt der regelmäßige Messalltag. Für die Instrumente PHI, EUI, Metis und SPICE, zu denen das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen beigetragen hat, stehen für die Zukunft auch zeitgleiche Messungen mit erdnahen Forschungssatelliten und bodengebundenen Observatorien auf dem Programm. Diese Art des wissenschaftlichen Teamworks läßt sich derzeit besonders gut vorbereiten und optimieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihrem Weg ins äußere oder innere Sonnensystem nutzen Raumsonden häufig Vorbeiflug-Manöver, um Schwung zu holen oder abzubremsen. Dass sie sich dabei so nahe an den jeweiligen Planeten heranwagen wie jetzt Solar Orbiter, ist eine Seltenheit. Am Samstag, 27. November, um 5.30 Uhr (MEZ) wird der Sonnenspäher in einem Abstand von gerade einmal 460 Kilometern über Nordafrika und den Kanaren vorbeisausen. Das ist nur wenig mehr als die Entfernung zwischen der Erde und der internationalen Raumstation. Auf ihrer Route muss die Sonde dabei zwei Gebiete mit Weltraumschrott durchqueren, die unseren Planeten wie Kugelschalen umgeben: eins in einem Abstand von etwa 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche und ein anderes in einem Abstand von weniger als 2.000 Kilometern. Das Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt wird den Vorbeiflug überwachen und kann gegebenenfalls den Kurs korrigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist der Vorbeiflug ein besonderes Ereignis. Den in situ-Instrumenten von Solar Orbiter bietet er die Gelegenheit zu untersuchen, wie das Magnetfeld der Erde und die darin gefangenen Teilchen mit dem Sonnenwind wechselwirken. Zusammen mit den Messungen der erdnahen Forschungssatelliten der Cluster- und Swarm-Missionen, die dieses Zusammenspiel routinemäßig überwachen, ergibt sich so ein genaueres und vollständigeres Bild der irdischen Umgebung. „Cluster wird während des Vorbeiflugs in einen Modus umgeschaltet, der es erlaubt, die Messdaten in höchster Qualität zur Erde zu übertragen“, berichtet MPS-Wissenschaftler Dr. Patrick Daly, wissenschaftlicher Leiter des Cluster-Instruments RAPID (Research with Adaptive Particle Imaging Detectors). „Dies ist eine ausgezeichnete Basis für gemeinsame Studien“, fügt er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zusammenarbeit mit Vorlauf</strong><br>Die Solar Orbiter-Instrumente PHI (Polarimetric and Helioseismic Imager), EUI (Extreme-Ultraviolett Imager), SPICE (Spectral Imaging oft he Coronal Environment) und der Koronagraph Metis, zu denen das MPS beigetragen hat, führen in genau vorausgeplanten Zeitfenstern wissenschaftliche Beobachtungen durch. Derzeit, während der erdnahen Flugphase, sind sie im Stand-By-Betrieb. Zeitgleiche und abgestimmte Messungen mit bodengebundenen und erdnahen Sonnenobservatorien wie etwa dem Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA und der japanischen Sonde Hinode fanden bereits Anfang des Monats statt. Zu diesem Zeitpunkt war Solar Orbiter schon so nah an der Erde, dass sich all diesen Sonnenspähern ein ähnlicher Blick auf unseren Stern bot. Für spätere gemeinsame Beobachtungskampagnen ist das eine wichtige Voraussetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine der großen Stärken von Solar Orbiter ist, dass die Sonde die Sonne umrundet und so auch immer wieder ihre Rückseite zu sehen bekommt“, erklärt Prof. Dr. Sami K. Solanki, Direktor am MPS und Leiter des PHI-Teams. „Wenn erdnahe Satelliten wie SDO und Hinode dann zeitgleich auf die Sonne schauen, können wir die Sonne erstmals zu ein und demselben Zeitpunkt in ihrer Gesamtheit sehen“, ergänzt er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit diese Art von wissenschaftlichem Teamwork optimal funktioniert, müssen die Messdaten der verschiedenen Sonden miteinander vergleichbar sein. „Es muss sichergestellt sein, dass die Instrumente für dasselbe Phänomen auf der Sonne denselben Messwert liefern“, erklärt Dr. Johann Hirzberger vom MPS, Operations Scientist von PHI. Eine solche Kreuz-Kalibration ist nur in einer Phase wie derzeit möglich, in der die beteiligten Instrumente vom selben Standpunkt auf die Sonne schauen können. Eine weitere Gelegenheit zu gemeinsamen Kalibrationsmessungen ergibt sich im März nächsten Jahres. Dann wird Solar Orbiter bereits den halben Weg zwischen Erde und Sonne zurückgelegt haben und Messdaten mit deutlich höherer Auflösung liefern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mps26112021esa26.jpg" alt=""/></a><figcaption>(Infografik: ESA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Arbeitsalltag im All</strong><br>Nach dem Erd-Vorbeiflug beginnt für Solar Orbiter der Arbeitsalltag: Die Inbetriebnahme ist abgeschlossen; die Fernerkundungsinstrumente beginnen ihren wissenschaftlichen Normalbetrieb. „Die vergangenen Monate seit dem Start haben wir genutzt um kennenzulernen, wie sich die Instrumente unter Weltraumbedingungen verhalten. Wir haben gesehen, was die Instrumente leisten können“, so Solanki. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler freuen sich nun auf die kommenden Messungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits die Daten, die während der Inbetriebnahme anfielen, haben es in sich. So konnte das PHI-Team bereits im Februar dieses Jahres koordinierte Messungen mit anderen Sonnenspähern durchführen, die einen ersten Rundum-Blick auf die Sonne erlauben. Das Instrument EUI entdeckte Anfang dieses Jahres kleine, hell aufleuchtende Regionen in der Sonnenkorona, der heißen Atmosphäre der Sonne. Die Mini-Strahlungsausbrüche, so genannte Campfires, treten deutlich häufiger auf als erwartet und können helfen, die Vorgänge in der Sonnenkorona besser zu verstehen. Durch gemeinsame Messungen der verschiedenen Teleskope von Solar Orbiter gelingt es, die Massenauswürfe von der Sonnenoberfläche bis in den Weltraum zu verfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10520.msg523102#msg523102" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Solar Orbiter (SolO) auf Atlas V (411)</a></li></ul>
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