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	<title>Sokolowski &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Sokolowski &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<item>
		<title>Alles, wovon man träumen kann (Interview Teil 3)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/alles-wovon-man-traeumen-kann-interview-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 23:31:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmologie]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[MPIfR]]></category>
		<category><![CDATA[RadioAstron]]></category>
		<category><![CDATA[Sokolowski]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im dritten und letzten Teil unseres Interviews mit Dr. Kirill Sokolowski: Warum viele Skeptiker am Sinn des Projekts zweifelten &#8211; und wie sehr sie daneben lagen. Außerdem ein kleiner Ausblick auf die Aufgaben für die nächsten Monate. Ein Beitrag von Stefan Heykes. Quelle: RN Interview. Dies ist der dritte Teil des Interviews. Zu Teil 1 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Im dritten und letzten Teil unseres Interviews mit Dr. Kirill Sokolowski: Warum viele Skeptiker am Sinn des Projekts zweifelten &#8211; und wie sehr sie daneben lagen. Außerdem ein kleiner Ausblick auf die Aufgaben für die nächsten Monate.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Stefan Heykes</a>. Quelle: RN Interview.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20042013013103_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20042013013103_small_1.jpg" alt="privat" width="260"/></a><figcaption>
Kirill Sokolowski im Kontrollraum des Effelsberger Radioteleskops 
<br>
(Bild: privat)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Dies ist der dritte Teil des Interviews. Zu <a href="https://www.raumfahrer.net/radioastron-das-interview-teil-1/" data-wpel-link="internal">Teil 1</a> und <a href="https://www.raumfahrer.net/aktive-galaxien-im-visier-von-radioastron-teil-2/" data-wpel-link="internal">Teil 2</a>.</i></p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Eine andere Angelegenheit ist die interstellare Materie. Es wurde erwartet, dass diese Radiowellen streut, aber scheinbar tut sie das nicht in der erwarteten Weise?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Ja! Die interstellare Streuung ist eine große Sache für RadioAstron. Ich selbst bin kein Experte dafür, aber so wie ich von meinen Kollegen höre, ist der Unterschied zwischen erwarteter und beobachteter Streuung sehr groß. Die Streuung ist vorhanden, aber sehr viel kleiner als zuvor erwartet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt scheint es so zu sein, dass die Streuung viel weniger homogen ist als zuvor erwartet. Das ist auch ein Grund, warum sie insgesamt kleiner als erwartet ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich war die Erwartung der starken Streuung ein großer Kritikpunkt vor dem Start von RadioAstron. Es gab eine ganze Reihe sehr kluger Köpfe, die dachten, dass RadioAstron bei mehr als 1-2 Erddurchmessern Basislänge nichts mehr sehen könnte. Mit dem derzeitigen Orbit kommen wir auf bis zu 25 Erddurchmesser. Damit ist die Auflösung geeignet für alles, von dem man träumen kann. Die Frage ist &#8211; was sind die kleinsten Details die wir trotz der interstellaren Streuung sehen können? Bereits jetzt können wir sagen, dass wir viel mehr sehen als einige Experten erwartet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Wann wurde Ihnen dieses Verhalten der interstellaren Materie klar?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong>Wir waren zumindest die ersten, die dies direkt gemessen haben mit einem Interferometer bei Basislängen größer als die Erde! Für AGN gab es früh Hinweise, basierend auf Variabilität im Laufe eines Tages (schnelle Änderungen der Strahlungsstärke wegen der Streuung), dass ihre Größe klein ist. Aber diese Schätzungen sind noch mehr modellabhängig als die Größenbestimmungen bei VLBI. 
<br>
<i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Also ändert sich die Streuung selbst innerhalb von Stunden?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Ja! Und dies ist etwas, was wir in den nächsten Jahren detaillierter untersuchen wollen. Ein großer Punkt im AGN-Durchmusterungsprogramm im nächsten Jahr ist die Kombination von RadioAstron-Messungen mit erdbasierten Messungen der täglichen Strahlungsvariation, um die Streuung zu studieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Das klingt ein wenig so, als ob man dieses Verhalten mit dem Verhalten der Atmosphäre im sichtbaren Licht vergleichen könnte &#8211; so wie Sterne blinken. Trifft dieser Vergleich zu?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Ja, diese Analogie scheint vollkommen korrekt. Und das führt unmittelbar zu der Idee, ob es möglich ist, etwas ähnliches wie ein optisches Speckle-Interferometer im Radiobereich aufzubauen?! Und ich bin nicht in der Lage, diese Frage zu beantworten. Vielleicht geht es, aber ich kenne mich mit dem Thema derzeit selbst nicht gut genug aus, um das sicher zu sagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Wir müssen also noch auf mehr Informationen warten. Sie haben die kommenden Jahre erwähnt. Derzeit läuft noch das Early Science Program, was bald enden wird. Im Juli startet das Key Science Program. Das ESP hatte einen starken Fokus auf die Untersuchung von AGNs. Wird das auch im KSP so bleiben, oder werden andere Bereiche größeren Anteil erhalten? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Ausgehend von den akzeptierten Vorschlägen für das KSP wird die meiste Beobachtungszeit weiterhin für AGN verwendet werden. Maser und Pulsare werden ebenfalls beobachtet werden, aber ich denke der Anteil wird jeweils etwa gleich bleiben. Ich selbst habe ein akzeptiertes Projekt um kurzlebige Radioquellen wie etwa Supernovae oder das Zerreißen von Sternen durch schwarze Löcher zu beobachten, aber das ist ein erforschendes Projekt, was nie zuvor versucht wurde mit Weltraum-VLBI. So ist nicht klar, ob irgendwas dabei herauskommt. Aber ich denke es ist einen Versuch wert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Aus welchen Ländern kommen eigentlich die meisten Vorschläge für das KSP? Russland wird mit Sicherheit das führende Land sein, aber in welchen anderen Ländern besteht das größte Interesse an RadioAstron?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Zunächst noch etwas zu den AGN-Beobachtungen während des KSP: Es wird deutlich mehr Bilder geben. Nicht nur drei Stück in einem Jahr. Zum Ursprung der Vorschläge denke ich, dass die meisten, wenn nicht alle, von internationalen Gruppen kommen, mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Ländern als Ko-Autoren eines Vorschlags. Aus dem Kopf kann ich Deutschland, die USA, Spanien, Australien, Polen und Japan nennen. Aber mit Sicherheit habe ich einige vergessen. Unglücklicherweise habe ich noch keine offizielle Informationen über die akzeptierten Vorschläge. Das RadioAstron-Programm-Evaluationskomitee hat seine Bewertungen abgegeben, aber einige der Vorschläge hängen außerdem von den Bewertungen der Programm-Komitees einzelner Bodenteleskope und Netzwerke ab, wie etwa EVN oder VLBA, daher wurde noch keine finale Liste für das RadioAstron-KSP veröffentlicht. Es kann passieren, dass einige der für RadioAstron akzeptierten Projekte von den Bodenteleskopen abgelehnt werden, so dass sie nicht durchgeführt werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Können Sie abschätzen, wie viele abbildende Experimente es geben wird in der ersten KSP-Phase (Juli 2013-Juni 2014). Und wissen Sie, wann die Liste der akzeptierten Vorschläge feststeht? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Die abbildenden Experimente hängen am stärksten von der Verfügbarkeit der Bodenteleskope ab. Eine Gelegenheit für solche Experimente ergibt sich bei jedem Perigäumsdurchgang von Spektr-R, also etwa alle 8,5 Tage. Dies gilt unter der Annahme, dass die Bodenstation in Green Bank (USA) bis dahin verfügbar ist. Es ist schwer zu sagen, wie viele Beobachtungen tatsächlich durchgeführt werden. Ich erwarte mindestens zehn abbildende Experimente, vielleicht mehr. Das KSP-Beobachtungsprogramm steht noch nicht fest. Ich denke, es wird aber keine abbildenden Beobachtungen vor September geben, da bis dahin schwere Sichtbegrenzungen in den Sommermonaten wirksam sind. So wird es für die ersten beiden Monate des KSP nur die einfache Detektion von Interferenzmustern für AGN, Maser und Pulsare geben, wie die meiste Zeit während des ESP. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20042013013103_small_2.jpg" alt="NRAO" width="260"/><figcaption>
Das 43-m-Teleskop in Green Bank/USA soll in Kürze zu einer weiteren RadioAstron-Bodenstation werden. 
<br>
(Bild: NRAO)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Wann werden die Bodenstationen in Green Bank und Südafrika ihre Arbeit aufnehmen?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Die Bodenstation in Green Bank wird ihre Arbeit in Kürze beginnen. Der ursprüngliche Plan ist, dass sie zum Start des KSP im Juli einsatzfähig ist. Unter Berücksichtigung möglicher Verzögerungen ist unsere momentan beste Schätzung, dass sie im September verfügbar ist. Alle Papiere zwischen den USA und Russland sind unterzeichnet, die elektronische Ausrüstung wird derzeit in Puschtschino getestet. Eine potentielle Verzögerungsquelle ist die Ausfuhrgenehmigung des russischen Zolls, aber es wird darauf hingearbeitet. Die Kontrollsysteme des 40-m-Teleskops in Green Bank wurden getestet, daher denke ich, dass es bereit ist. Nachdem die eigentliche Datenaufzeichnungstechnik geliefert wurde, wird es natürlich ein wenig Zeit dauern, sie zu installieren und zu testen. Daher ist die optimistischste Schätzung Juli, die realistischere ist aber September. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die südafrikanische Station betrifft, denke ich, dass die Dinge immer noch auf der Ebene von Gesprächen und Verträgen zwischen den Offiziellen liegen. Derzeit wird keine technische Arbeit dafür geleistet. Daher denke ich, dass die Trackingstation in Südafrika noch mindestens ein Jahr, vielleicht länger, bis zur Inbetriebnahme brauchen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1161.msg254179#msg254179" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Spektr-R RadioAstron</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/alles-wovon-man-traeumen-kann-interview-teil-3/" data-wpel-link="internal">Alles, wovon man träumen kann (Interview Teil 3)</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aktive Galaxien im Visier von RadioAstron (Teil 2)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/aktive-galaxien-im-visier-von-radioastron-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 20:46:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[MPIfR]]></category>
		<category><![CDATA[RadioAstron]]></category>
		<category><![CDATA[Sokolowski]]></category>
		<category><![CDATA[VLBI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im zweiten Teil des Interviews mit Dr. Kirill Sokolowski geht es um die Wissenschaft, die mit RadioAstron betrieben wird. Insbesondere sprachen wir über sein Forschungsgebiet (Aktive Galaxienkerne/AGN). Ein Beitrag von Stefan Heykes. Quelle: RN Interview. Der erste Teil des Interviews findet sich hier. Kirill Sokolowski: Bislang wurden drei bildgebende Experimente gemeinsam mit dem Europäischen VLBI-Netzwerk [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im zweiten Teil des Interviews mit Dr. Kirill Sokolowski geht es um die Wissenschaft, die mit RadioAstron betrieben wird. Insbesondere sprachen wir über sein Forschungsgebiet (Aktive Galaxienkerne/AGN).</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Stefan Heykes</a>. Quelle: RN Interview.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042013224629_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042013224629_small_1.jpg" alt="Lebedew-Institut" width="260"/></a><figcaption>
Der AGN 0716+714. Dies ist das erste und bislang einzige Bild das mithilfe von RadioAstron erstellt wurde 
<br>
(Bild: Lebedew-Institut)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Der erste Teil des Interviews findet sich <a href="https://www.raumfahrer.net/radioastron-das-interview-teil-1/" data-wpel-link="internal">hier</a></i>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Bislang wurden drei bildgebende Experimente gemeinsam mit dem Europäischen VLBI-Netzwerk (EVN = European Very Long Baseline Interferometry Network) durchgeführt. Das erste war im März 2012 und ist komplett verarbeitet. Die beiden anderen werden immer noch korreliert. (Die Beobachtungen dazu wurden im Oktober 2012 und im März 2013 durchgeführt, A.d.Ü.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Ist es geplant, die bei diesen Experimenten erzeugten Bilder zu veröffentlichen? Das erste Bild wurde veröffentlicht, wird das auch mit weiteren Bildern passieren? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Mit Sicherheit ja! </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber derzeit haben wir noch keine korrelierten Datensätze für die beiden anderen Experimente und nachdem wir diese haben, kann es immer noch einen oder zwei Monate dauern, bis die finalen Bilder erzeugt werden. So läuft das nunmal mit VLBI. Die Datenverarbeitung ist viel komplizierter und &#8222;empfindlicher&#8220; als in anderen Bereichen der Astronomie, mit denen ich zu tun hatte.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich sollte dazu sagen, dass die meisten der RadioAstron-Beobachtungen nicht im bildgebenden Modus ablaufen. Das Ziel solcher Beobachtungen ist die Detektion von interferometrischen Signalen. Die Amplitude der Überlagerung kann für eine Reihe von Basislängen gemessen werden und dies kann mit einem einfachen Modell der Quelle abgeglichen werden. Zum Beispiel können wir, wenn wir eine gaußsche Form der Radioquelle annehmen, die Größe messen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde erdbasierte VLBI durchgeführt in der Zeit, wo nur wenige Teleskope an solchen Beobachtungen teilnehmen konnten. Das Problem bei der Bildrekonstruktion ist, dass eine möglichst gute Abdeckung der sogenannten uv-Ebene nötig ist: Viele Teleskope bei verschiedenen Basislängen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn RadioAstron fern der Erde ist, haben wir die Situation, dass alle Bodenteleskope sich im Prinzip an einem Ort befinden, so dass keine Bildrekonstruktion möglich ist &#8211; stattdessen haben wir beinahe ein Interferometer mit zwei Elementen. Daher können Bilder nur erzeugt werden, wenn der Satellit nicht mehr als vielleicht 3-5 Erddurchmesser entfernt ist. Bei dieser Basislänge haben wir nicht die höchste Auflösung, aber wir können ein Bild erzeugen. Bei größeren Basislängen können wir nur die gemessene sichtbare Amplitude mit einem einfachen Modell (wie einem gaußschen zum Beispiel) vergleichen. In diesem Fall können wir die Größe und Helligkeit der Quelle bestimmen. Außerdem können wir im Groben die Form bestimmen (ob das Objekt gestreckt ist oder nicht). Je mehr Datenpunkte wir haben, umso komplexere Modelle können wir zur Beschreibung des Objekts verwenden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Sie haben die Helligkeit und Größe erwähnt, die mit RadioAstron bestimmt werden kann. Es ist aber auch oft die Rede von &#8222;Helligkeitstemperatur&#8220; als gemessene Eigenschaft. Wie kann diese bestimmt werden? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Richtig, Helligkeitstemperatur ist ein bestimmter Weg der Radioastronomie um über Oberflächenhelligkeiten zu sprechen, etwas das in der optischen Astronomie als Magnitude pro Fläche bestimmt wird. Im einfachsten Fall ist die Helligkeitstemperatur die Helligkeit der Quelle geteilt durch die Größe. Dazu kommt noch ein Faktor, um den Wert in Kelvin umzuwandeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einige Freiheit dabei, wie man die &#8222;Größe&#8220; einer Quelle angibt, wenn man die eigentliche Größe nicht bestimmen kann, sondern nur die gemessene interferometrische Sichtbarkeit mit einem Modell abgleichen kann. So hätte ein sphärisches Modell eine etwas andere Größe als ein gaußsches Modell für die gleiche Quelle. Aber für alle anwendbaren Modelle ist der Unterschied der berechneten Helligkeitstemperatur ein kleiner Faktor. So können zum Beispiel 10<sup>14</sup>K problemlos von 10<sup>11</sup>K unterschieden werden, egal welches Modell verwendet wird. 
<br>
<i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Was bedeuten diese verschiedenen Modelle?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Das gaußsche Modell ist einfach eine Radioquelle, deren Helligkeitsverlauf einer gaußschen Glockenkurve folgt. Von diesem Modell gibt es zwei Varianten: Kreisrunde und elliptische. Das gaußsche Modell wurde einfach deshalb ausgewählt, weil damit einfach zu rechnen ist: Die Fourier-Transformierte (spezielle mathematische Methode zur Umwandlung von Funktionen, A.d.Ü.) einer Gaußkurve ist eine andere Gaußkurve. Und die vom Interferometer gemessene Sichtbarkeit ist die Fourier-Transformierte der Helligkeitsverteilung der Quelle. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine sphärische Radioquelle hat ein etwas anderes Helligkeitsprofil, es entspricht der  Oberfläche einer Kugel. In beiden Fällen ist das kein physikalisches Modell der Quelle, sondern nur ein &#8222;Spielzeugmodell&#8220;, das uns erlaubt, die Größe und Strahlungsdichte einer Quelle zu charakterisieren. Eine Quelle, von der wir fast keine Details sehen, aber wo wir bereits sehen können, dass es keine Punktquelle ist  &#8211; sondern eine leicht vergrößerte Punktquelle (eine typische Situation bei Interferometrie). </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Wie hängt die Fähigkeit zur Messung der Helligkeitstemperatur von der verwendeten Basislänge ab?<br><br></i></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042013224629_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/18042013224629_small_2.jpg" alt="privat" width="260"/></a><figcaption>
Kirill Sokolowski im Kontrollraum des Effelsberger Radioteleskops 
<br>
(Bild: privat)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Man braucht eigentlich Messungen bei verschiedenen Basislängen, um ein Modell zu erstellen und aus diesem Modell die Größe und Strömung der Komponenten zu bestimmen. Über den Bereich der Basislängen sollte es so sein, dass ein einfaches Modell die Struktur der Quelle zumindest annähernd darstellen kann. Es ist aber wohl nicht wahrscheinlich, das ein einziges einfaches Modell für Beobachtungen über einige Kilometer Basislänge, über VLBI mit irdischen Teleskopen über tausende Kilometer Basislänge bis hin zu Weltraumbeobachtungen über zehntausende von Kilometern funktioniert &#8211; die Quelle wird eine komplexe Struktur bei solchen Dimensionen haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber bei den großen Winkelauflösungen, die mit Weltraum-VLBI erreicht werden und unter Beachtung der begrenzten Empfindlichkeit scheint ein Modell zu funktionieren, bei dem die Quelle als einzelner heller Punkt von bestimmter Größe betrachtet wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Physikalisch gesehen ist bei AGN dieser helle Punkt der hellste Bereich des relativistischen Jets, wo dieser transparent wird für die eigene Synchrotronstrahlung. Dieser Bereich wird bei VLBI als &#8222;Kern&#8220; bezeichnet, der hellste und kleinste Punkt in einem Lichtjahre großen Jet. Allerdings gibt es einige konkurrierende Ideen, was ein VLBI-Kern eigentlich ist. Im Prinzip könnte es andere Optionen geben, nicht nur diese Transparenz-Sache. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Was sind diese alternativen Modelle?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Eine vernünftig klingende Alternative ist, dass ein VLBI-Kern ein stehender Schock in einem Jet ist. In diesem Modell, wäre der Kern eine bestimmte physikalische Region, kein Platz an dem der Jet transparent für die beobachtete Frequenz wird. Außerdem gibt es weitere Modelle, aber diese scheinen nicht zu funktionieren für radio-laute AGN. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Weg, um das Modell der &#8222;Sychrotron-Transparenz&#8220; zu testen, ist es, die Größe eines VLBI-Kerns bei verschiedenen Frequenzen zu bestimmen. Das Transparenzmodell sagt vorher, dass der VLBI-Kern für kleinere Frequenzen größer sein sollte. Der Grund dafür ist, dass der Jet einen Öffnungswinkel hat, als Annäherung kann man vom Jet als eine Art Kegel sprechen. Der Jet wird für kleinere Frequenzen erst in größerem Abstand zu seiner Basis transparent. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Kern also die Region ist, in der der konische Jet transparent wird, wäre er größer für kleine Frequenzen und kleiner für hohe Frequenzen. Dies wurde vom Boden aus beobachtet, aber mit RadioAstron können wir diesen Effekt mit viel größerer Genauigkeit messen. Die &#8222;Stehender-Schock&#8220;-Erklärung für VLBI-Kerne sagt hingegen keine Änderung in Größe und Position bei verschiedenen Frequenzen voraus. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Gibt es bereits Hinweise, welches Modell besser passt?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong>Leider gibt es dazu bis jetzt keine Ergebnisse von RadioAstron. Wir sind immer noch dabei, mehr Daten für eine Reihe von Objekten zu sammeln. 
<br>
<i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Glauben Sie, dass RadioAstron die wahre Natur der VLBI-Kerne enthüllen kann?<br><br></i><strong>Kirill Sokolowski</strong> Ja. Zur Zeit haben wir eigentlich nur eine genaue Größenmessung &#8211; den Kern des Blazars 0716+714 (ein Blazar ist ein AGN, dessen Jet genau in Richtung Beobachter zeigt. Die Bezeichnung ist entstanden aus &#8222;Quazar&#8220; als Bezeichnung für AGN und &#8222;BL Lacertae&#8220;, dem ersten entdeckten Blazar, A.d.Ü.) aus dem abbildenden Experiment mit dem EVN. Wir brauchen mehr Zeit, um dies für andere Quellen basierend auf der Interferenz-Durchmusterung zu bestimmen. Für einige Quellen, darunter BL Lac selbst, sollten wir mittlerweile genug Daten haben, aber wir brauchen noch Zeit, diese zu verarbeiten. Ich bin mir sehr sicher, das wir die Natur der VLBI-Kerne mit RadioAstron endgültig bestimmen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Zum <a href="https://www.raumfahrer.net/alles-wovon-man-traeumen-kann-interview-teil-3/" data-wpel-link="internal">dritten Teil.</a> </i></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1161.msg254179#msg254179" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Spektr-R RadioAstron</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>RadioAstron &#8211; Das Interview (Teil 1)</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/radioastron-das-interview-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 17:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[MPIfR]]></category>
		<category><![CDATA[RadioAstron]]></category>
		<category><![CDATA[Sokolowski]]></category>
		<category><![CDATA[VLBI]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=36495</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dr. Kirill Sokolowski vom Astrokosmischen Zentrum des Lebedew-Instituts, das das weltraumbasierte Radiointerferometer RadioAstron betreibt, stand Raumfahrer.Net für ein Interview zur Verfügung. In diesem Teil: Wie RadioAstron zu seiner Einsatzreife kam. Ein Beitrag von Stefan Heykes. Quelle: RN Interview. Raumfahrer.Net: Zunächst möchte ich Sie bitten, ein wenig über Ihre Arbeit zu erzählen. In welchem Bereich sind [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Dr. Kirill Sokolowski vom Astrokosmischen Zentrum des Lebedew-Instituts, das das weltraumbasierte Radiointerferometer RadioAstron betreibt, stand Raumfahrer.Net für ein Interview zur Verfügung. In diesem Teil: Wie RadioAstron zu seiner Einsatzreife kam.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Stefan Heykes</a>. Quelle: RN Interview.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17042013190758_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17042013190758_small_1.jpg" alt="privat" width="260"/></a><figcaption>
Kirill Sokolowski im Kontrollraum des Effelsberger Radioteleskops 
<br>
(Bild: privat)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Zunächst möchte ich Sie bitten, ein wenig über Ihre Arbeit zu erzählen. In welchem Bereich sind Sie tätig und wie kam es zu Ihrer Beteiligung an RadioAstron. <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Eigentlich habe ich zwei Arbeitsplätze. Hauptsächlich arbeite ich am Astrokosmischen Zentrum des Physikalischen Instituts Lebedew &#8211; hier arbeite ich für RadioAstron. Außerdem bin ich in Teilzeit als Softwareentwickler am Sternberg-Astronomie-Institut der Moskauer Universität beschäftigt und arbeite da an veränderlichen Sternen. Diese Arbeit steht nicht in Verbindung mit RadioAstron. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war Student der Moskauer Universität und ging dann zum Astrokosmischen Zentrum, um meine Diplomarbeit über VLBI zu schreiben (Very Long Baseline Interferometry &#8211; Interferometrie über lange Basislängen, A.d.Ü.). Zu der Zeit suchten sie Leute für VLBI mit der Perspektive, dass RadioAstron eines Tages fliegen würde. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Zu welcher Zeit suchte das Astrokosmische Zentrum (AKZ) dafür Personal? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Das ist bereits längere Zeit her. Ich kam 2006 zum AKZ. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Das ist etwa sieben Jahre her. Haben Sie bereits damals an dem Projekt RadioAstron gearbeitet? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Zu der Zeit war ich kaum in das Projekt eingebunden. Ich arbeitete mit Daten aus erdbasierten VLBI-Beobachtungen. Nachdem ich mein Diplom bekommen hatte, ging ich zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn (MPIfR), um meine Doktorarbeit zu schreiben. Hier arbeitete ich weiter an erdbasierter VLBI. Wirklich eingebunden in RadioAstron wurde ich erst ab Sommer 2011, als ich nach Moskau zurückkehrte. Vor dem Start war die Arbeit an RadioAstron hauptsächlich etwas für Ingenieure. Als Astronom konnte ich zu der Zeit wenig mithelfen. Nach dem Start wurden die Dinge aus meiner Perspektive viel interessanter! </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Nach dem Start dauerte es einige Monate, bis RadioAstron begonnen hat, wissenschaftlich verwertbare Daten zu liefern. Wie haben Sie und die anderen Astronomen am AKZ sich gefühlt, als die ersten nützlichen Daten gewonnen wurden? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Ich würde sagen, wir waren überrascht. Und sehr begeistert, natürlich! Der Wendepunkt, als wir begriffen, dass dieses Experiment ein Erfolg war, das dieses Ding tatsächlich funktioniert, war einige Zeit nach der Beobachtung am 14.11.2011 &#8211; der erste VLBI Test. Effelsberg, die drei russischen 32-m-Teleskope in Swetloje, Selentschuk und Badary sowie das ukrainische 70-m-Teleskop in Eupatoria nahmen an diesem Test teil. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst hatten wir keine funktionierende Software um die Datenreduktion durchzuführen. Wir bemerkten später, dass die Software des AKZ-Korrelators einen Fehler besaß, der nur beim Einsatz einer bewegten Antenne auffällt. Daher war dieser Fehler nicht bemerkbar bei der Verwendung von Teleskopen auf der Erde. Im Prinzip wurden in den ersten Wochen nach diesem Experiment zwei vereinfachte Software-Korrelatoren komplett neu geschrieben, um die Interferenzen nachzuweisen und den Fehler im &#8222;großen&#8220; Korrelator zu finden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Später entwickelte James Anderson am MPIfR für den DiFX-Software-Korrelator die Fähigkeit, ebenfalls mit den Daten von RadioAstron umgehen zu können. DiFX ist der de-facto-Standard für erdbasierte VLBI-Datenverarbeitung. Aber bei den ersten Tests stand diese Software noch nicht zur Verfügung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ist zu sagen, dass es einen ziemlich sanften Übergang zwischen technischen Tests und eigentlich wissenschaftlich interessanten Beobachtungen gab. Das System befand sich in einem konstanten Debugging-Prozess bis Sommer 2012. Erst dann waren wir überzeugt, dass das System korrekt arbeitet und wir jetzt gute wissenschaftliche Daten gewinnen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Sie haben die Beteiligung des MPIfR erwähnt. Was denken Sie über diese Beteiligung und wie wichtig ist sie? <br><br></i></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17042013190758_small_2.gif" alt="ASC FIAN" width="260"/><figcaption>
Spektr-R im All (Bild: Astrokosmisches Zentrum)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Die Zusammenarbeit mit dem MPIfR war entscheidend für das Projekt. Zunächst gewährte das MPIfR Beobachtungszeit in Effelsberg für RadioAstron-Tests. Das Effelsberger Teleskop bewährte sich als eines der nützlichsten Teleskope für die ersten RadioAstron-Tests und später während des Early Science Program (ESP, erste Phase wissenschaftlicher Beobachtungen von Ende 2011 bis Juni 2013, A.d.Ü.): Es ist sehr empfindlich, voll steuerbar und wird regelmäßig für VLBI-Beobachtungen eingesetzt, daher wird dort ständig auf alle Kleinigkeiten geachtet, die für Beobachtung und Kalibrierung wichtig sind. Es befindet sich auf dem gleichen Kontinent wie die RadioAstron-Empfangsstation in Puschtschino bei Moskau, so dass sich lange gemeinsame Beobachtungsfenster für Satellit und Bodenteleskop ergeben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem unterstützte das MPIfR (insbesondere Direktor Anton Zensus) die Datenanalyse und die Datenlogistik. Die Hauptsache dabei war, die Implementierung der RadioAstron-Unterstützung in den DiFX-Software-Korrelator. DiFX war eine große Sache. Es wurde die wichtigste Software zur Datenanalyse, zumindest in der AGN-Gruppe (AGN=Active Galactic Nuclei &#8211; aktive Galaxienkerne, A.d.Ü.) in der ich arbeite. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i><strong>Raumfahrer.Net: </strong> Wird DiFX nur in Bonn betrieben, oder kann auch das AKZ dieses Programm nutzen? <br><br></i><strong>Kirill Sokolowski: </strong> Der größte Teil des &#8222;DiFXen&#8220; für die RadioAstron-AGN-Durchmusterung wird in Moskau durchgeführt. Bonn führt die Korrelation für bildgebende Experimente, die gemeinsam mit dem Europäischen VLBI Netzwerk (EVN) durchgeführt wurden. Hierbei entstehen große Datenmengen (um die 20 TB) und der MPIfR Korrelator kann diese leicht verarbeiten, was für uns in Moskau nicht wirklich zutrifft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben kein DiFX auf unserem Großrechner (auf dem die AKZ-eigene Korrelationssoftware verwendet wird) und die Maschinen auf denen DiFX läuft sind nicht leistungsfähig genug, um ein komplettes bildgebendes Experiment zu korrelieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit läuft ein detaillierter Vergleich der Resultate der beiden Korrelatoren. Aber um diesen Vergleich vernünftig durchzuführen, müssen die ganzen Datensätze von beiden Korrelatoren verarbeitet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Der zweite Teil des Interviews findet sich <a href="https://www.raumfahrer.net/aktive-galaxien-im-visier-von-radioastron-teil-2/" data-wpel-link="internal">hier</a>, der dritte <a href="https://www.raumfahrer.net/alles-wovon-man-traeumen-kann-interview-teil-3/" data-wpel-link="internal">hier</a> </i></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1161.msg254179#msg254179" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Spektr-R RadioAstron</a></li></ul>
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